THEMA: Trinkgelder in Tanzania
29 Jun 2017 16:30 #479689
  • ccc
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  • ccc am 29 Jun 2017 16:30
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Nach meiner dritten Tanzania Reise habe festgestellt:

1.) Tanzanier selber geben nie Trinkgelder, gehört nicht zu Afrika.
Ich habe Guides und Leute in den lokalen Restaurants genau beobachtet. Ich habe extra das Geld in $ gegebn, damit sie in TSH bezahlen, so konnte ich genau sehen, dass sie von dem Rest nie was gegeben oder gelassen haben.
2.) Von den Trinkgelder lässt sich ziemlich schnell ein Haus bauen, wenn ein Guide schon ein Haus besitzt, baut den zweiten oder den dritten. Preise für die neuen Häuser fangen bei $18 000 - 20 000 an, für ein neu gebautes Haus (52m2).
3.) Es lässt sich auch schnell eine eigene Agentur zu eröffnen, deswegen schiessen die neuen Agenturen wie Pilze aus dem Boden.
4.) Frau des Guides muss nicht arbeiten und von dem Geld lässt sich locker eine Frau für Kinder, Putzen, Waschen einzustellen.
5.) Die Tanzanier denken, dass die Westler dumm sind, weil sie Trinkgeld geben, werden aber nicht laut sagen.
6.) Reiche Tanzanier geben ebenfalls kein Trinkgeld in Afrika und in Europa.
7.) Die Tanzanier finden ein Trinkgeld von den Touristen ist ein "MUSS" und schämen sich nicht die Ansprüche deutlich und klar zu stellen, was für manche Reisende sehr mühsam sein kann, ständiges Jammern über das Trinkgeld abzuhören.
8.) Muslimische Guides sind eher zurückhaltend und nicht so wahnsinnig Trinkgeld gierig.
9.) Sehr viele Tanzanier, nicht unbedingt im Travel Business tätig, arbeiten für nur ca. $50-60 pro Monat, gesetzlicher Mindestlohn wird leider nicht eingehalten. Warum sollte das empfohlene Tringeld $375-500 für ca. 2 Wochen (15Tage) Safari ca. 10 afrikanische Monatslöhne sein?
$375-500 ist auch ein Monatslohn, welcher ein Guide von der Agentur bekommt.
10.) Amerikanische Trinkgeld Kultur hat dazu gebracht, dass fast jeder Tanzanier um jeden Preis als Reiseleiter arbeiten oder eigene Agentur aufmachen will. Dadurch gibt's viele schlechte und unprofessionelle Guides, sowie Agenturen, die ganz schlechte Safaris anbieten.
11.) Es gibt Guides, die das Gebiet und Parks nicht mal richtig kennen und ständig mit seinem Handy beschäftigt sind, statt auf die Tiere aufzupassen.
12.) Das Trinkgeld, egal was man gibt, wird immer zu wenig sein, weil sein Kollege noch mehr bekommen hat.
13.) Durschnittliche Tanzanier haben Vorstellung, dass jeder Weisser reich ist, ein Haus, Auto etc. besitzt und viel zu viel voriges Geld hat.
14.) Guides sind von den Agenturen für tansanische Verhältnisse sehr gut bezahlt. Agenturen in Arusha bezahlen 30 000 - 40 000 TSH pro Tag, dazu Kost und Logis, alle Spesen, Versicherungen, Telefonrechnungen auch wenn sie mit der Familie oder Freunden telefonieren. Mit diesem Geld, auch ohne Trinkgeld lässt sich relativ gut leben.
15.) Die Guides haben Geldschätzung verloren, sie finden die Scheine bis $20 seien sind nichts Wert, obwohl manche Westler für dieses Geld schwer arbeiten müssen. Es gibt sogar solche, die bahaupten $20 Trinkgeld pro Tag sei eine Beleidigung.
16.) Dank den Amerikanern ist die Tendenz mit den Trinkgelder in den letzten Jahren rapid gestiegen. Ich freu mich, dass wir bald $50 oder mehr pro Tag an die "armen" Guides bezhalen sollen. Warum sollen sie nur ein Haus oder nur ein Auto besitzen?
17.) Es gibt ganz schlaue Guides, die Touristen überredet haben, das Geld monatlich für die armen Kinder zu schicken. Das Geld kommt niemals an die Bedürftigen an, dafür wird ganz schnell ein Haus gebaut.
Travel is a privilege, not a right!
Letzte Änderung: 29 Jun 2017 20:01 von ccc.
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