THEMA: Mädels-Trip Ruaha NP und Sansibar September 2016
13 Nov 2016 17:05 #451867
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Prolog:

Als erstes ein kleines Outing. Ich war mehr als zehn Jahre lang heimliche Beifahrerin oder auch blinde Passagierin bei Euren diversen Reiseberichten aus allen Ecken Afrikas! Jetzt ist es raus…ach das tat gut. :)

Um ein auch mal ein klein wenig zurückzugeben an das hilfreiche Forum, folgt nun der Bericht von unserem Mädelstrip nach Tansania und Ruaha. Anfang des Jahres konnte ich es kaum fassen, dass meine beste Freundin Interesse bekundete nach ihren sonstigen Pauschal-Badeurlauben auch mal Afrika kennenzulernen. Nach unzähligen Erzählungen und Schwärmereien von meinen letzten Reisen dorthin, hatte ich sie anscheinend endlich genügend weichgekocht. :laugh: Yippie!!! Afrika wir kommen. :cheer: Die Überzeugungskunst hat zwar noch nicht ganz zu meiner bevorzugten Reiseart – selbst fahren und Camping mit Dachzelt – gereicht, aber eine Reise mit festen Unterkünften kann zur Abwechslung ja auch sehr nett und vor allem bequem sein. Nicht selbst kochen, nicht selbst einkaufen, nicht selbst Reifen wechseln. Hach, welch unverschämter Luxus nach dem Camperleben der letzten Urlaube. (Obwohl mir zugegebenermaßen nicht selbst Autofahren zu können und einsame Campingplätze inmitten der Natur, dann doch dann und wann etwas gefehlt haben unterwegs…)

Da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, haben wir seit Anfang des Jahres fleißig geplant und die Flüge und einzelnen Unterkünfte einfach ganz individuell nach Lust und Laune selbst gebucht. Wir wollten nämlich auf jeden Fall keine Gruppenreise und auch keinen permanenten Fahrer, der uns durchs Land kutschiert. Dem wären von unserer vielen Quatscherei bestimmt auch die Ohren abgefallen unterwegs. ;)

Da wir bei nur 13 Tagen Urlaub insgesamt an den einzelnen Stationen gemütlich Zeit haben wollten, haben wir uns für ein paar Tage Badeurlaub in der Nähe von Daressalam zum Einstieg, 5 Tage Safari im Ruaha NP und 5 Tage Sansibar entschieden. Safaris in zwei unterschiedlichen Nationalparks gab das Budget dieses Jahr nicht her. Tansania ist leider deutlich teurer als Südafrika oder Namibia. Zwischen den einzelnen Stationen gab es Inlandsflüge (mit der recht preisgünstigen Fluglinie Auric Air) um von A nach B zu kommen. Am Flughafen wurden wir dann vom Fahrer/in der Unterkunft abgeholt. Das hat übrigens viel besser geklappt als erwartet. Nämlich afrikauntypisch total perfekt und super pünktlich :)

Hier nun aber mal unsere Stationen/Unterkünfte vom 03.09. bis 16.09.16 im Kurzüberblick:

3 Nächte: Lighthouse Beach Lodge / South Beach Daressalam
5 Nächte: Tandala Camp / wenige Kilometer außerhalb Ruaha NP
2 Nächte: Kholle House / Stone Town, Sansibar
3 Nächte: Pongwe Beach Lodge / Ostküste Sansibar

So, anschnallen - wie es hier immer so schön heißt B) - und los geht’s…
Hier noch ein Bild von uns Zweien, damit Ihr wisst, bei wem Ihr einsteigt


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13 Nov 2016 20:11 #451906
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03.09.16 Flug nach Daressalam und Schreck in der Abendstunde


Ohje, der Wecker klingelt sooooo früh. Igitt, halb 5, gar nicht meine Zeit…Normalerweise hätte ich als bekennende Nachteule mit funktionierenden Biorhythmus erst ab frühestens 10 Uhr jeden erschlagen, der mich um die Zeit wachmacht. Aber doch nicht heute…denn heute geht es nach Afrika. :) Dafür wird jede noch so mühselige Mühe in Kauf genommen und schon mal etwas üben, damit man vor der Safari in aller Herrgottsfrühe aus dem Bettchen kommt, ist ja auch von Vorteil.

Meine Freundin Serap hat es zum Glück auch geschafft und so treffen wir uns – wegen der frühen Stunde etwas wortkarger als sonst - im Stadtbus, der uns in nur 13 Minuten zum Flughafen Düsseldorf bringt. Immer wieder super, so nah dran am Flughafen zu wohnen. Schon bald sitzen wir im Flieger nach Zürich, wo es nach kurzer Umsteigezeit pünktlich mit der Swiss weiter in Richtung Sehnsuchtsziel Tansania geht. Das erste Mal Ostafrika für mich, daher bin ich schon sehr gespannt. Und umso mehr, ob ich Serap am Ende auch anstecken kann mit dem Afrika-Virus…

Einziges nennenswertes Ereignis im Flieger ist die Begegnung mit einem jungen Rapper, der uns unbedingt eine DVD von sich schenken und ein Bild mit uns machen möchte. Wie kommt der bloß auf uns? Zumal wir drei Reihen vor ihm Sitzen. Naja, egal, wir haben ja außer lesen, Filme gucken und Quatschen sowieso gerade nichts vor…Somit lassen wir uns breitschlagen und posieren fürs erste gemeinsame Selfie des Urlaubs.



Nach kurzem Zwischenstopp in Nairobi mit reichlich Passagierwechsel, landen wir abends gegen 21 Uhr geschafft von der anstrengenden Reise endlich in Daressalam.
Im Gegensatz zum Trip nach Botswana/Sambia 2009 ist zum Glück auch der Koffer mit angekommen. Juhuu! :lol: Nach der Horrorerfahrung von drei Wochen Afrika ohne Koffer für mich immer wieder ein banger Moment der Anspannung am Rollband zu warten, bis endlich das ersehnte Gepäck dabei ist.

Total Happy stellen wir anschließend fest, dass wir vom Fahrer der Lighthouse Beach Lodge am Flughafenausgang mit einem Namensschildchen erwartet werden. Na super, das klappt ja wie am Schnürchen. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Denken wir…. und ahnen noch nicht, dass uns der größte Schreck des Tages noch bevorsteht an diesem späten Abend. Wir sind nun schon reichlich müde und freuen uns auf das Bett in der Lodge.

Nach kurzer Fahrtzeit in Daressalam stehen wir plötzlich am Eingang zu einem Fähranleger. Der Fahrer erklärt kurz, dass wir eine Autofähre nehmen müssen, um zur Lodge am South Beach weiterzukommen. Na meinetwegen. Da fängt der Fahrer plötzlich an mit den Uniformierten an der Fährkasse lautstark in Landessprache zu diskutieren. Diese zeigen recht unfreundlich auf uns. Unser Fahrer teilt uns daraufhin mit, dass wir leider auf Anweisung der Beamten sofort aussteigen müssen, da nur der Fahrer selbst im Wagen bleiben darf. Wir müssten separat mit den anderen Fußgängern auf die Fähre gehen und uns dafür noch selbst ein Ticket kaufen. Wir könnten alles im Auto lassen und er würde dann auf der Fähre auf uns warten.

Schicksalsergeben und reichlich müde steigen wir an der Kasse aus. Er drückt er uns noch je 1000 Tansanische Schillinge für das Ticket in die Hand und braust davon. Wir zahlen und begeben uns in den Wartebereich für die Fähre. Etwas mulmig ist uns schon, so spät abends an dem dunklen Fähranleger. Es warten bereits hunderte von anderen. Wir sind die einzigen Weißen, man sieht keinerlei andere Touristen und nur wenige, kopftuchtragende Frauen. Selbstverständlich fallen wir daher auf und werden von allen Seiten beäugt. Meine Freundin, die noch nie in Afrika war, fühlt sich total unwohl. So richtig gut, finde ich die Situation auch nicht und rate ihr daher sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Es geht ja einigermaßen voran und wir sind bald auf der Fähre…

Nachdem wir endlich ganz vorne sind, wird trotz unserer Proteste direkt vor uns das Gatter zu gemacht. Die Fähre hupt nochmal kurz und fährt kurzerhand ohne uns ab. Das Auto mitsamt unserem Fahrer ist ganz offensichtlich mitgefahren, denn ein Auto wartet nicht mehr. Wir haben das Gefühl im falschen Film zu sein. So haben wir uns den ersten Abend in Afrika nicht vorgestellt. Spätabends und vor allem ohne Tasche und Geld an einem gruseligen Fähranleger zu warten. Immerhin können wir jedenfalls nicht bestohlen werden, da wir wirklich überhaupt nichts dabeihaben. Mist, wirklich gar nichts, noch nicht mal einen Pass...ist dann die zweite Überlegung. Je später der Abend, desto mehr machen wir uns Sorgen und desto schrecklichere Dinge fallen uns ein. Sollte unser Fahrer die günstige Gelegenheit nutzen und mit all unseren Habseligkeiten verschwinden, stecken wir ganz schön in der Tinte. Ohje, warum waren wir so blöd, noch nicht einmal unseren Rucksack mit dem Notwendigsten mitzunehmen. So langsam verlieren wir die Nerven. Die Wartezeit fühlt sich unendlich langsam an und als wir gerade überlegen, dass wir uns mit dem Verkauf von Seraps Uhr evtl. bis zur Deutschen Botschaft durchschlagen könnten, kommt ENDLICH die Fähre zurück. Die Fahrt ist ebenfalls unheimlich. Eingequescht auf der düsteren Fähre direkt zwischen wartenden Autos und einheimischen Männern die einen beäugen, fühlen wir uns doch reichlich hilflos. Sollte der Fahrer nicht auf der anderen Seite warten…ja dann ist der Trip wohl schon am ersten Tag zu Ende. Wo wir dann schlafen sollen, wage wir zwei Angsthasen uns kaum auszumalen. :S

Die Erleichterung ist riesengroß als wir kurz nach dem Anlegen unseren seelenruhig lächelnden Fahrer entdecken. :whistle: Na alles klar, fragt er, als wäre das alles völlig selbstverständlich. Ist es ja auch, für ihn. Für uns war das ein bisschen zu viel Nervenkitzel zur späten Abendstunde und für den ersten Tag…Nach mehr als einer Stunde Fahrt - erst auf einer Asphaltstraße, dann längere Zeit auf rumpeligen Schotterstraßen - erreichen wir gegen kurz vor Mitternacht endlich die einsam gelegene Lighthouse Beach Lodge. Der Manager hatte zwischendurch auch schon beim Fahrer angerufen, weil er sich Sorgen gemacht hatte, wo wir denn bleiben. Schön, dass immerhin einer sich Sorgen gemacht hat. Unser Fahrer ja offensichtlich nicht. Grummel. :pinch: Ob wir noch Abendessen wollen, werden wir dann zu so später Stunde noch freundlich gefragt. Wir haben jedoch keinen Hunger mehr, wollen einfach nur noch schlafen…Die zwei folgenden Tage Relaxen am Strand haben wir uns nun wirklich mehr als verdient.

Ab morgen gibt es übrigens weniger Text und mehr Fotos, versprochen!

Hier noch Bilder von unserem schönen Bungalow „Village Palace“, wo wir nach dem unfreiwilligen Abenteuer mit der Fähre sofort tief und fest eingeschlafen sind.








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15 Nov 2016 09:31 #452183
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04.09.2016 – Entspannung pur in unserer afrikanischen „Finca“

Nach dem wohlverdienten Ausschlafen und Aufwachen im bequemen Bett unterm großen Moskitonetz fühlen wir uns so richtig angekommen in Afrika. Herrlich, man hört sogar das Meer rauschen von hier! :cheer: Der Bungalow hat nämlich keine Scheiben, sondern nur Vorhänge (und netterweise ein Mückengitter) im Fenster. Der Start gestern war ja noch etwas holprig, aber ab jetzt wird mit vollen Zügen jeder Moment ausgekostet und genossen. Schließlich muss man von den schönen Erinnerungen an ferne Länder zu Hause wieder monatelang zehren…
War gestern eigentlich irgendwas? B) Jetzt können wir sogar schon über unsere Hasenfüßigkeit auf der Fähre schmunzeln.

Genießen können wir auf jeden Fall schon einmal, dass wir gestern Abend - als einzige Gäste für die nächsten zwei Tage - noch ein kostenloses Upgrade auf den größten und nach Aussage des Managers schönsten Bungalow der Anlage bekommen haben, eben das „Village Palace“. Eigentlich eine Unterkunft für eine Familie mit zwei Schlafzimmern und einer riesengroßen Terrasse mit toller Aussicht…




Und tollem, bequemen Faulenzersofa (dies wird unser Lieblingsplatz für die nächsten zwei Tage zum Quatschen, Füße hochlegen, Lesen und abends ein Gläschen Wein trinken).




und Hängematte…



Und einem großen Tisch, wo uns morgens das leckere Frühstück und abends das ebenso leckere Abendessen kredenzt wird.
Und das alles auf der eigenen Terrasse!!! Toll, man fühlt sich ganz privat und ungestört, gerade so als hätte man ein eigenes Ferienhaus gemietet. So lässt es sich leben.




Übrigens gibt es auch ein kleines Restaurant direkt hinter den Bungalows. Da außer uns aber niemand da ist, ist es eben viel gemütlicher den großen Tisch bei uns zu nutzen. Jeder Bungalow ist individuell gestaltet und einige haben auch noch eine kleine Dachterrasse. In diesem kleinen Paradies stört der fehlende Handy- und W-LAN-Empfang so überhaupt gar nicht.

Getoppt, wird das Ganze nur noch davon, dass wir (außer am ersten Morgen, dann reisen die einzigen anderen Gäste ab) auch noch den ganzen Strand für uns haben! Wow, fast ein bisschen unwirklich. Sowas hatten wir beide noch niemals nie. Man fühlt sich wie ein VIP, da uns (je nach Wunsch) sogar das Mittagessen unten am ca. 5 Minuten entfernten Strand serviert wird. Das Lighthouse Beach Resort liegt nämlich auf einer Klippe und man muss einen kleinen Dschungelpfad nehmen, bis man den Strand erreicht. So hat man auf jeden Fall etwas Bewegung vom Faulenzen am Strand zum Faulenzen auf der Terrasse unseres Bungalows.







Für die ganz Fußlahmen, gibt es auch noch einen bequemen Sitz zum Ausruhen für unterwegs.




Nur ab und an, gehen ein paar einheimische Fischer am Strand entlang, die sich aber nicht für die zwei bleichgesichtigen Touristinnen unter ihren Sonnenschirmen interessieren. Nervige Beachboys sind dem Himmel sei Dank überhaupt keine vorhanden. :lol: So können wir den Blick aufs Meer und das angenehm warme Wasser ganz ungestört genießen und – von zwei Badepausen unterbrochen - stundenlang komatös auf unseren Liegen ruhen. Das brauchen wir heute irgendwie.








Den perfekten Tag lassen wir mit einem Glas Rotwein für Serap und Weißwein für mich ausklingen. Unsere einzigen Gäste sind dabei eine kleine, dünne Bettelkatze und ein ebenso magerer Hund, die sich – unerlaubterweise - über ein paar Brocken von unserem viel zu reichlichen Essen freuen durften. Warum müssen Hunde auch immer so traurig gucken können…davon werde ich doch sofort windelweichgekocht…echt eine Gemeinheit. :blush: Leider gibt es von unseren tierischen Besuchern keine Bilder, da es schon viel zu Dunkel war. Gute Nacht!
Anhang:
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18 Nov 2016 09:04 #452646
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05.09.2016 – Zweiter Tag in unserem kleinen Strandparadies

Vom stetigen Meeresrauschen sanft geweckt, hören wir gerade noch ein paar Schritte auf unserer Terrasse. Doch kein böser Eindringling hat sich verirrt. Es ist die frühmorgendliche Kaffee- und Teelieferung, die immer einige Zeit vor dem eigentlichen Frühstück gebracht wird. Eine sehr nette Erfindung. :lol: So genießen wir die aufsteigende Sonne teeschlürfend auf unserem bequemen Faulenzersofa.

So und der Rest vom Tag, siehe Vortag… :silly:
Naja, nicht ganz, wäre glatt gelogen, denn dann hätten wir den berühmt, berüchtigten alten deutschen Leuchtturm unterschlagen, den wir heute erkunden möchten. Na gut, eine Berühmtheit wohl zumindest in unserer kleinen Bucht. B)

Nelson, einer der netten Mitarbeiter der Lodge erklärt uns grob den Weg. Der alte deutsche Leuchtturm liegt hoch auf den Felsen am Ende der Bucht, direkt hinter dem neueren tansanischen Leuchtturm, den man hier auf dem Bild in der Entfernung sieht. Von der Terrasse aus, sehen wir abends dessen regelmäßiges Blinken.



Man kann ihn gar nicht verfehlen, meint Nelson. Stimmt, aber der Weg dahin, ist dann doch nicht ganz so easy peasy wie gedacht. Gegen die brütende Hitze an diesem Morgen mit Sonnenhut und Wasservorrat „bewaffnet“ machen wir uns auf den Weg über den Strand zu den Klippen.



Nachdem wir schwitzend und keuchend oben angekommen sind, sehen wir erstmal nur ein großes eingezäuntes Gelände, umgeben von dornigen Gestrüpp. Wir befragen eine Einheimische, deren Häuschen bzw. Holzhütte in nicht allzu weiter Entfernung liegt und die weist uns den Weg zur Straße, die zum Leuchtturmgelände und dessen- Einfahrt führt. Gemeinerweise ist auch dort das Tor verschlossen. Hmmm, so schnell geben wir nicht auf. Erst recht nicht als sich meine Freundin auch noch einen dicken, blutigen Kratzer an einem der vielen Dornenbüsche im Gelände holt. Nach so viel Schmerzen und Mühe vor dem Zaun stehend einfach aufgeben. Also nö, so nicht. :blink:

Wir gehen einen kleinen Trampelpfad rechts vom Tor am Zaun entlang, der zum Teil schon ziemlich marode aussieht. Und wirklich…nicht allzu weit vom Tor entfernt ist der Stacheldrahtzaun teils heruntergerissen und mit einem Baum beschwert, so dass man vorsichtig drüber klettern kann. Da sind wir ganz sicher nicht die Ersten. ;)

Und da liegt es dann endlich, das Objekt unserer heutigen Begierde, der alte deutsche Leuchtturm! :) Den wir uns nun in aller Ruhe von allen Seiten betrachten können. Um ehrlich zu sein, ist es wohl eher eine Leuchtturmruine, die sich die Natur so langsam wieder zurückerobert. Aber gerade deswegen sieht er ziemlich verwunschen aus und gefällt uns ganz besonders.





Von hier oben hat man auch einen schönen Blick aufs Meer…



Auf dem Rückweg kann man oben auf den Klippen den ganzen Strand und die grüne Vegetation dahinter überblicken. Der Ausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt, hat er uns doch noch einen anderen Blickwinkel auf unser kleinen Strandparadies beschert.





Der Rest des Tages wird dann wieder am Strand gefaulenzt und gebadet. Um die Mittagszeit herum ist Ebbe und man kann im verbliebenen Flachwasser eher sitzen als schwimmen, bevor langsam das Meer zurückkommt. Von Ferne hört man schon die Brandung. Ist das Wasser dann ganz wieder da, sind die Wellen so stark, dass man schon recht standfest sein muss, damit es einen nicht umreißt.

Zurück in der Lodge schauen wir uns noch ein wenig um und entdecken u.a. diese alte Dame. Sie teilt sich mit zwei wesentlich kleineren Artgenossen ein Gehege und beäugt uns neugierig. Ein Mitarbeiter erzählt uns, dass sie fast achtzig sein soll. Bei Ihrer stattlichen Größe glauben wir das unbesehen.



Am Abend heißt es dann - nach dem erneut leckeren Abendessen - früh ins Bett gehen und Koffer packen. Denn die Nacht wird kurz sein. Bereits um Viertel vor Fünf wird uns der Fahrer abholen und zum Flughafen nach Daressalam fahren. Bye bye schöne Strandfinca. Wir haben die Zeit hier genossen! Aber nun endlich Safari! Ruaha wir kommen. :woohoo:
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22 Nov 2016 14:41 #453219
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06.09.2016 - (Teil 1) Flug gen Traumziel Ruaha und Ankunft in Tandala

Noch sehr müde und wortkarg sitzen wir in aller Herrgottsfrühe im Auto und lassen die rasante Fahrt auf äußerst holperiger Straße in wahrsten Sinne des Wortes über uns ergehen. Wir haben heute aufgrund der frühen Stunde statt Frühstück von der Lodge zwei große Breakfast-Päckchen für unterwegs mitbekommen, aber bei dem Gerüttel und Geschüttel ist an alles zu denken, nur nicht an Essen. :S Um die frühe Zeit sind schon eine Menge Leute an der Straße unterwegs. Wir „freuen“ uns nach dem Erlebnis des ersten Tags schon ganz besonders wieder an der Fähre aussteigen und uns Getümmel der Wartenden stürzen zu müssen. Doch siehe da…es geht auch ganz anders. Diesmal dürfen wir einfach beim Fahrer im Fahrzeug bleiben! Sehr merkwürdig, wo das doch auf dem Hinweg so gar nicht erlaubt war... aber bei unserem Glück fragen lieber nicht weiter nach. :) Vielleicht waren die Beamten an der Fähre einfach auch noch zu müde. :lol:

Als wir am nationalen Abflugbereich abgesetzt werden, realisieren wir erst wie dunkel, windig und bewölkt es draußen geworden ist. Was für ein Glück, dass wir heute abreisen von der Küste! Das wäre kein tolles Badewetter mehr gewesen. Wir können nur hoffen, dass es in Iringa, wohin wir gleich fliegen, besser aussieht…
Mit dieser kleinen Maschine heben wir bei schlechten Wetter in Daressalam ab.



und landen wie gewünscht bei strahlendem Sonnenschein nach ca. 1,5 Stunden in Iringa. Da steigt die Laune nicht unbeträchtlich. :cheer:



Umso mehr, da wir auf dem Flughafen wieder einmal mit Namensschildchen vom Fahrer des Tandala Camps erwartet werden. Wir sind begeistert, auch von der interessanten, ca. zweistündigen Fahrt von der Stadt Iringa Richtung Ruaha Nationalpark. So sieht man endlich etwas vom Inland Tansanias. Kleine Kinder winken uns unterwegs freudestrahlend zu und meine Freundin, die noch nie in Afrika war, ist ganz erstaunt, wie fröhlich die Menschen, die wir unterwegs sehen, trotz ihrem Leben in den ärmlichen aussehenden Strohhütten wirken. Unser junger Fahrer ist ebenfalls sehr nett und erzählt uns einiges über die Stadt. Z.B. über die reichen pakistanischen Geschäftsleute, die sich mit protzigen Villen in Iringa gegenseitig übertrumpfen möchten. Und auch zur kolonialen Geschichte dieser Gegend. Sehr spannend. Wir teilen dafür schwesterlich mit ihm unser leckeren Breakfast-Packages, die heute aus vegetarischen Teigtaschen (Samosas), Obst und Pancakes bestehen.

So erreichen wir erzählend das Tandala Camp, wo wir schon von John, unserem Gastgeber erwartet werden. Außerdem tauchen die ersten zwei Giraffen unseres Urlaubs schnell in den Büschen, die das Camp umgeben, unter. Bloß nicht fotografiert werden von den ollen Touris. ;)

Wir beziehen wie abgesprochen Zelt Nr. 3, welches laut vorherigem e-mail-Verkehr mit Dionysia, der Frau von John, den besten Blick auf das Wasserloch des Camps haben soll.



Richtig schön hier so mitten in der Wildnis! Serap kann sich gar nicht satt sehen an der traumhaften Landschaft mit den vielen großen Akazien ringsherum. Auch das Zelt auf Stelzen gefällt uns sofort. Der Badebereich ist draußen, bzw. nur etwas überdacht, so dass man an der frischen Lust duschen kann.





Am Wasserloch hält sich freundlicherweise schon einmal dieser Buschbock auf.



Die Kudus sind dagegen nicht mehr durstig und traben von dannen.



Fortsetzung folgt in Kürze...
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22 Nov 2016 15:15 #453227
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06.09.2016 - (Teil 2) Nachmittags-Safari im Ruaha Nationalpark

Nach dem Auspacken und Umziehen geht es auch schon auf unsere erste Safari der Reise und Seraps erste Safari überhaupt. Da wir mal wieder einmal die einzigen Gäste der Unterkunft sind, haben wir das Auto und unseren Guide Chris sowie Fahrer Lionel (nein nicht Richie, soviel Glück haben wir dann doch nicht ;) )ganz für uns. Unglaublich, Serap scheint unser Glücksbringer zu sein. :woohoo:

Und dann heißt es Ruaha entdecken…

Als erstes halten wir an einer Brücke, von der man eine wunderschöne Landschaft überblicken kann.





Auf den zweiten Blick sind hier nicht nur Steine vorhanden...Ein Hippo, blockiert ebenfalls gern das Wasser. ;)



Und noch ein Grund, warum man hier besser nicht baden sollte...



Die schöne, weite Landschaft fasziniert uns sofort. Von Ferne sehen wir Elefanten im Flussbett dahinziehen.





Schön auch, dass man nur selten anderen Autos begegnet. Wenn dann auch noch zwei an gleicher Stelle stehenbleiben, kann das nur einen Grund haben…ein besonderes Tier! Eine Löwin, nebst Gemahl lagen bis vor wenigen Sekunden in dem ausgehöhlten Baobab.



Drei Touri-Autos sind den Herrschaften aber wohl leider der Paparazzi zu viel, so dass sie schnell Richtung eines großen Busches verschwinden.


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