THEMA: Crossings, Cats & Kills - Tansania Sep./Okt. 2016
21 Nov 2016 09:34 #453039
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Tag 5 – Ngorongoro Krater Strecke: Klick

Heute sollte es in den Krater gehen. Für mich das mittlerweile 4-mal. Für Karl-Heinz und meine Freundin das erste Mal. Faszinierend war schon vor der Einfahrt in den Krater wie die Wolken in einer Art „Wolkenfall“ über die Abrisskante waberten.




Das sah schon beeindruckend aus und würde sich auch erst gegen Ende des Tages auflösen. Ansonsten hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter, denn nach kurzer Bewölkung war es den ganzen Tag über schön im Krater. Wir umrundeten also den Krater und fuhren vorbei an der Ngorongoro Crater Lodge, der Polizei Station, der Simba Campsite und der Serena Safari Lodge nach kurzem Check am Windy Gate in den Krater ein. Bereits bei der Einfahrt eröffneten sich uns fantastische Blicke auf die nebelverhangenen Kraterwände.






Kaum im Krater angekommen beobachteten wir zwei konkurrierende Hyänenrudel, die versuchten einen Streit zu schlichten. Immer wieder rannten Clanmitglieder von hier nach dort und wieder zurück. Wer, was und wieso war eigentlich nicht zu erkennen.





Vorbei an Büffeln und entgegenkommende Zebras wurden wir auf ein in weiter Entfernung stehendes Nashorn aufmerksam gemacht. Es sollte sich mit seinem Jungtier in einem Sumpf aufhalten.






Wir spähten alle durch die Ferngläser, konnten jedoch nichts entdecken. Dann hatte Karl-Heinz doch etwas entdeckt, was sich aber bei genauerem Hinsehen als Flusspferd entpuppte. So machten wir uns auf den weiteren Weg den Krater zu erkunden. Viele Gnus und Zebras waren anzutreffen. Große Herden der Pflanzenfresser bewegten sich scheinbar ziellos von links nach rechts und auch wieder zurück.






Vorbei an einem kleinen, schon sehr ausgetrockneten Hippopool und einem Hyänenbau entdeckten wir an einer Sumpflandschaft in der Nähe der Lera Picnicsite eine Löwin die einen Kill bewachte.











Ein Büffel musste sein Leben lassen. Der Rest des Löwenrudels wurde innerhalb des Sumpfgebiets vermutet.



Wir verbrachten einige Zeit bei der Löwin und beobachteten einen Schakal, der sich ein Stück Knochen stibitzt hatte.






Wir hatten die Hoffnung, dass das Löwenrudel zum Fressen zurückkommen würde oder sich die kurz zuvor entdeckten Hyänen, die nicht mal 300 Meter entfernt in ihrem Bau lagen, her bewegen würden. Eine Hyäne war auch mal kurz zu sehen aber sie drehte wieder ab und so sammelten sich zwar immer mehr Autos an dem Spot, Action gab es jedoch keine.




Nach einem kurzen Besuch der Lera Picnicsite kam über Funk, dass in angrenzenden Wäldchen ein Nashorn gesichtet wurde. Also nichts wie hin… aber dort war das absolute Chaos. Gefühlte hundert Autos stritten sich darum einen Blick auf den Dickhäuter werfen zu können. Ich hatte das Gefühl sämtliche im Krater befindlichen Fahrzeuge hielten sich in diesem Moment an diesem Flecken Erde auf. Das totale Chaos und eine Rangiererei, zum Davonlaufen. Was wir dann auch schnellstmöglichst taten. Einen kurzen Blick konnten wir auf das Tier in weiter Entfernung werfen aber dafür lohnte der ganze Aufwand definitiv nicht. Wir fuhren dann wieder zurück zu der Löwin an ihrem Büffelkill, die es jetzt mit einigen vorwitzigen Schakalen zu tun bekam.











Diese waren wirklich sehr frech bis es der Raubkatze zu bunt wurde und sie sie verjagte. Auch wir fuhren weiter in Richtung Ngoitokitok Picnicsite. Vorbei an vier faulen Löwen trafen wir nur wenige hundert Meter entfernt von der Picnicsite auf einige Löwen, die es sich direkt an der Straße bequem gemacht hatten.



Das hatte natürlich wieder einen enormen Auflauf zur Folge. Viele Autos drängten sich um die Katzen und diese zogen sich immer weiter in den Busch zurück. Der Brüller war aber ein Tourist in einem Auto, dass vor uns stand. Darin ein stand ein englischsprachiger, ich nehme an Amerikaner, der unbedingt ein tolles Foto schießen wollte. Da die Löwen alle faul dalagen und so ein Foto nicht wirklich was hergab, versuchte dieser „Mensch“ mit allen möglichen Tricks wie Pfiffen, Schnalzen oder aufs Autodach zu klopfen die Aufmerksamkeit der Tiere zu erregen. Nichts funktionierte. Die Katzen lagen immer noch faul komplett darnieder. Irgendwann hob einer der männlichen Löwen den Kopf und dieser Typ schlug tatsächlich aufs Autodach. Daraufhin machte der Löwe aus Schreck einen kleinen Satz und dem „Idiot“ (sorry aber anders kann man´s net nennen) fiel fast vor Schreck seine Kamera aus dem Auto. Ich hätt´s ihm ja gegönnt und hab mich total fremdgeschämt.







Nachdem wir auf der Picnicsite ein Päuschen eingelegt hatten, fuhren wir wieder in Richtung Hippopool. Zwei Löwinnen hatten es sich nicht weit von der Picnicsite gemütlich gemacht. Ich fand´s schon irgendwie lustig wie man bei den Löwinnen im Hintergrund einige Menschen auf der Picnicsite erkennen konnte. Die Katzen schien das aber nicht zu interessieren.






Wer genau hinsieht kann im Hintergrund die Menschen auf der Picnicsite erkennen

Am kleinen Hippopool, den wir bereits am Vormittag besucht hatten, lagen wieder zwei Löwinnen auf der Lauer. Wir hofften auf eine Interaktion mit den vorbeiziehenden Gnus, aber ein Elefant machte uns einen Strich durch die Rechnung.







Langsam neigte sich der Tag dem Ende zu und wir machten nochmal einen Besuch bei der Löwin mit dem Büffelkill. Viele Fahrzeuge hatten den Krater schon verlassen. Doch dieser hatte nochmal ein Highlight für uns parat, denn jetzt befand sich fast das komplette Löwenrudel an , in und auf dem Kill. Viele Löwenteenager hüpften am und auf dem toten Büffel herum. Wir zählten insgesamt ca. 15 Löwen.




Und so verbrachten wir den Rest der Zeit an diesem Spot den wir nur mit ganz wenigen anderen Fahrzeugen teilen mussten.













Nachdem es schon fast leicht dämmerte fuhren wir über die neue asphaltierte Straße direkt aus dem Wäldchen der Lera Picnicsite an den Kraterrand nach oben. Ein wunderschöner Tag mit tollen Sichtungen in diesem Naturwunder neigte sich dem Ende. Am nächsten tag sollte es in die Serengeti gehen und so verbrachte wir einen schönen Abend am lauschigen Kaminfeuer in der Rhino Lodge und hofften, dass unser Sichtungsglück im weiteren Verlauf anhalten würde…


Die Strecke im Krater ... allerdings war irgendwann mein Handy leider leer, deshalb ist nicht alles getrackt...

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23 Nov 2016 08:21 #453308
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Tag 6 – Ngorongoro Krater --> Serengeti Seronera
Heute geht es in die Serengeti, mal wieder :) . Dies ist jetzt mittlerweile mein 5. Besuch in der Serengeti und immer wieder überrascht mich dieser Flecken Erde auf´s Neue. Da heute nur die Fahrt nach Seronera auf dem Plan stand konnten wir heute etwas länger schlafen was uns natürlich nicht gelang. Aber trotzdem war es schön sich einfach mal Zeit zu lassen, in Ruhe zu frühstücken, einfach Dinge noch zu erledigen und ohne Stress weiterzufahren. Nachdem wir alle unsere Sachen im Fahrzeug verstaut hatten machten wir uns auf den holprigen Weg in Richtung Serengeti. Wieder vorbei an den am Kraterrand befindlichen Lodges und dem Windy Gate fuhren wir durch die NCAA in Richtung Naabi Hill.






Es war ein schöner Tag und eine Menge Massai waren unterwegs. Fotos konnten jedoch nur vom fahrenden Auto aus geschossen werden.






Am Tor zur Serengeti angekommen, machten wir eine kurze Pause auch um Bilder zu machen. Sofort kamen einige junge Massai angerannt die sich freuten jemanden am Tor anzutreffen. Diese Burschen wiederlegten die sonstigen Berichte von jugendlichen, Steine werfenden, unfreundlichen und geldgierigen Heranwachsenden. Nach kurzer Abtastphase waren sie total freundlich, nett und lustig. Wir hatten ziemlichen Spaß und sie hatten auch, nach Rückfrage, gegen Bilder nichts einzuwenden.








Das fand ich sehr erfrischend und muss auch mal erwähnt werden, da man ja sonst immer nur negatives über diese Kids auf der Schwelle zum Erwachsenwerden hört oder liest. Es gab überhaupt keinen Stress! Nach einer herzlichen Verabschiedung fuhren wir weiter in Richtung Naabi Hill.




Zum x-ten Mal erklomm ich den Hügel am Kontrollpunkt zur Serengeti. Aber da meine Freundin noch nie hier war, bestiegen wir gemeinsam den Hügel und genossen sowohl die lustigen Agamen wie auch die herrliche Aussicht in die weiten Ebenen.






Es ist immer wieder überraschend was für ein Trubel am Naabi Hill herrscht. Aber eigentlich nicht verwunderlich, da dies der Knotenpunkt für die Ein- und Ausreise zur Serengeti ist. Unzählige Safarifahrzeuge und ein Gewusel an Menschen füllte den Vorplatz am Check-In. Wir warteten bis Lazaro die Formalitäten erledigt hatte und fuhren dann weiter auf der B144 in Richtung Seronera.



Bei den Simba Kopjes bogen wir ab in Richtung Sopa Lodge. Vor 2 Jahren fanden wir auf den Kopjes mehrere Löwen die es sich dort gemütlich gemacht hatten. Wir umrundeten die Felsen und fanden doch tatsächlich wieder Löwen, die dort vor sich hindösten.




Sie waren allerdings so faul, dass ein längerer Aufenthalt nicht lohnte. Wir hatten ja auch noch eine Strecke zu fahren und mussten unsere Zelte noch aufbauen. Der Himmel zog sich auch schon leicht zu.




Als wir den Seronera Fluss in der Nähe des Seronera Airstrips überquerten hatte die Serengeti noch eine kleine Überraschung für uns parat. Direkt unterhalb der kleinen Brücke über den Fluss verspeisten 2 Krokodile ein Zebra.



Ob sie das Wildpferd selbst gerissen oder ob es aus anderen Gründen zu Tode gekommen war, konnten wir leider nicht herausfinden aber die Art und Weise wie die Panzerechse mit ihren Todesrollen den Kadaver zerlegten war schon beeindruckend. Wieder und wieder wirbelten die beiden Ungetüme die braune Brühe auf indem sie sich im Körper des toten Tieres verbissen und sich schnell um die eigene Achse drehten.







Meine Freundin, die mir vor dem Urlaub immer wieder erklärte, dass sie vor Krokodilen die meiste Angst hätte und sie diese Urviecher einfach nur abstoßend fände, war völlig fasziniert. Im weiteren Verlauf unserer Reise entwickelte sie sich zu einem regelrechten Fan der Kaltblütler und auch jetzt im Nachhinein findet sich die Echsen noch immer aufregend und faszinierend. So können sich Meinungen ändern.






Nachdem wir uns endlich von dem Spektakel losreißen konnten fuhren wir auf die Pimpi Campsite. Es fing leicht an zu regnen und eine Menge Zelte veranlassten uns einen anderen Zeltplatz aufzusuchen. Zum Glück waren es nur einige wenige Tropfen und wir konnten unsere Zelte im Trockenen auf der Tumbili Campsite aufbauen. Am Abend verspeisten wir noch ein hervorragendes Menü von unserem Koch Prosper. Mit einer gewissen Vorfreude auf unseren ganzen Tag in der Serengeti verzogen wir uns bald in die Zelte.
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28 Nov 2016 10:08 #453824
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Tag 7 – Serengeti/Seronera Region

Vormittag Game Drive
Nachmittag Game Drive

In der Nacht hatten wir Besuch von einer Büffelherde die friedlich hinter unseren Zelten graste. Auch am Morgen waren die Büffel noch da und da es heute schon früh losgehen sollte, genossen wir bei einem kurzen Frühstück den herrlichen Sonnenaufgang.





Wir machten in südwestlicher Richtung auf, die wildreiche Seronera Region zu erkunden. Vorbei am Dorf Seronera und dem Seronera Airstrip kamen wir durch ein kleines Wäldchen wo wir ein Rudel Löwen entdeckten, das in der Nacht Beute gemacht hatte. Viele der Katzen waren bereits sattgefressen und lagen herum aber 2, 3 hatten immer noch Hunger.






Wir zählten ungefähr 10 Raubtiere. Eine Hyäne beäugte die Löwen misstrauisch und wartete auf eine Gelegenheit einen Happen zu stibitzen. Es standen bereits einige Fahrzeuge um diesen Spot aber wir konnten noch eine gute Position erwischen, wobei Lazaro bei allen Spots immer wieder so geschickt manövrierte, dass wir wirklich die besten Fotografierpositionen hatten. Er fragte auch immer ob diese Position gut ist oder ob er vor oder zurück fahren solle. Und wenn wir ihn um etwas baten, versuchte er immer und jederzeit uns unaufgeregt die bestmöglichste Position zu ermöglichen. Klar, dass bei dem Aufkommen an Fahrzeugen in der Serengeti stundenlanges Rumstehen an einem Spot auf der ein und derselben Position den Unmut der anderen Guides auf sich zog. Aber auch das bedachte Lazaro und machte uns klar, dass wir jetzt den Spot wechseln sollten. Das hat immer hervorragend funktioniert! Wobei ich, wieder einmal, wirklich eine Lanze für Lazaro brechen muss. Ich habe noch selten einen so guten Driver/Guide erlebt … zwar etwas wortkarg aber immer zuvorkommend, höflich und auf das Wohl seiner Gäste bedacht.
















Nach einiger Zeit machten auch wir Platz für nachkommende Gäste und fuhren weiter in südlicher Richtung bis zum Seronera River. Wir waren auf der Suche nach einem Leoparden, die dieses Gebiet bevorzugten. Unterwegs entdeckten wir 3 Löwen die einen Büffel in den Fluss in die Enge getrieben hatten, um ihn zu töten. Leider war davon nicht wirklich etwas zu erkennen, da der Flusslauf tiefer lag und dadurch die Tiere nicht zu erkennen waren. Man konnte nur ab und an eines der Löwenmännchen sehen, wenn sie aufgeregt hin und herrannten.





Wir entschlossen uns weiterzufahren und konnten tatsächlich nur wenig später einen Leoparden entdecken, der es sich auf einem Baum gemütlich gemacht hatte. Der Baum war allerdings sehr weit weg und die Katze machte auch keine Anstalten irgendwelche Aktivitäten an den Tag zu legen.




Dann hörte Lazaro von einem Geparden der sich in der Nähe aufhalten sollte, quasi auf der anderen Flussseite. Wir wechselten die Seite und fuhren aber zuerst in die falsche Richtung. Nach einiger Zeit konnten wir die Katze dann aber doch entdecken. Allerdings hatte sich mittlerweile eine beachtliche Anzahl an Fahrzeuge angesammelt. Das Raubtier schien aber wenig beeindruckt von der Rumrangiererei der Guides. Wahrscheinlich gehört das zum Alltag aller Tiere in diesem Ökosystem.







Schlimm ist es nur wenn besonders freche Guides einfach vor einen hinfahren um eine bessere Position zu erwischen. So wurde der Abstand zu dem Tier immer kleiner weil sich immer wieder Fahrzeuge zwischen die auf der Straße wartenden Autos und den Geparden schoben. Irgendwann wurde uns dieses Geeiere zu dumm und wir fuhren weiter. Alsbald entdeckten wir wieder eine riesige Fahrzeugansammlung und es war sofort klar, dass auch hier wieder Katzen unterwegs sein mussten.



Dieses Mal waren es ein Löwenmännchen und ein Weibchen. Mir war sofort klar, was hier Sache war. Die beiden hatten sich für ihren Liebesakt vom Rudel abgesondert.







Und wir mussten nicht lange warten bis es losging. Hatten wir beim ersten Mal noch Pech, dass wir in einer ungünstigen Position standen, war der zweite Akt dann direkt an unserem Auto.






Wir verließen das Liebespaar und fuhren zurück auf die Campsite um unseren Lunch einzunehmen.

Zu Beginn des Nachmittags Game Drives zog sich der Himmel immer mehr zu und es fing vereinzelt an zu regnen.





Wir schauten nochmals bei unserem Liebespaar vorbei, die sich mittlerweile auf die andere Straßenseite ins hohe Gras verzogen hatten. Dort ließen sich überhaupt keine guten Bilder machen.



So fuhren wir alsbald weiter und fanden nur 100 Meter entfernt die wohl diesem Rudel zugehörigen Jungtiere, die sich auf einem Baum vergnügten. Allerdings waren diese auch sehr weit entfernt.






Da es jetzt immer mehr zu regnen begann entschieden wir uns mit einem kurzen Stopp im Seronera Shop wieder auf den Campingplatz zurückzukehren. Wir hatten einen schönen ersten Tag in der Serengeti hinter uns und eine aufregende Nacht vor uns.




Vormittag Game Drive


Nachmittag Game Drive
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Letzte Änderung: 29 Nov 2016 13:22 von Bebbl.
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30 Nov 2016 10:37 #454082
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Tag 8 – Serengeti/Seronera Region Strecke: Vormittag Game Drive

Mitten in der Nacht wachten wir beide durch dieses unverkennbare heißere Brüllen eines Löwen auf. Während wir lauschten kam das Brüllen eindeutig immer näher. So nah, dass der Löwe mitten durch unseren Zeltplatz lief während er lauthals seine Revierbekundungen von sich gab. Mein lieber Scholli … das geht durch Mark und Bein. Ich hatte ja im letzten Jahr in Botswana schon solch ein tiefgreifendes Erlebnis. Aber meiner Freundin war das nicht geheuer. Sie verkroch sich verständlicherweise immer tiefer unter die Decke. Der Löwe lief laut brüllend ca. 20 Meter an unseren Zelten vorbei. Man hatte das Gefühl die Zeltwand würde vibrieren. Gottseidank ließ er sich auf seinem Weg nicht aufhalten und so verblasste sein Brüllen mehr und mehr. Natürlich war der nächtliche Besuch das große Thema am Frühstückstisch. Nachdem wir uns gesättigt hatten konnten wir in den Tag starten. Eigentlich war geplant mit einem Game Drive in Richtung Lobo Region aufzubrechen. Dann am Klein´s Camp zu übernachten und am nächsten Tag Richtung Kogatende weiterzufahren. Nach Rücksprache mit Lazaro änderten wir aber den Plan so, dass wir noch eine weitere Nacht in Seronera blieben und dann am nächsten Tag direkt nach Kogatende fahren werden. So sparen wir uns einmal Zelt Auf- und Abbau und laut Lazaro wäre die Strecke zum Klein´s Gate auch lang und echt mies. Wir fuhren also in südlicher Richtung und entdeckten einige Hyänen, die zwischen einer Herde Kuhantilopen herumschlichen.




Man merkte immer wieder wie die Hyänen die Aufmerksamkeit der Antilopen testeten. Die Pflanzenfresser schienen aber in bester Kondition deshalb kam es zu keinem Angriff.






Nachdem wir dem Weg in südlicher Richtung einige Zeit gefolgt waren, entdeckten wir ein totes Zebra direkt am Straßenrand. Wir hielten kurz an, konnten aber nichts entdecken. Als wir schon weiterfahren wollten sahen wir plötzlich auf der anderen Straßenseite eine Hyäne hinter einem Busch hervorblinzeln. Wir entschieden uns also mit etwas Abstand stehen zu bleiben. Zuerst tat sich nichts und alle Fahrzeuge, die ankamen sahen zwar das tote Zebra, fuhren aber dann sofort weiter. Nach ca. 30 Minuten des Wartens hatte sich die Hyäne an uns gewöhnt und schlich langsam auf den Kadaver zu.





Es kamen keine anderen Fahrzeuge mehr und so hatten wir das fressende Raubtier für uns allein. Sich immer wieder umblickend zerrte die Hyäne immer wieder am Kopf des toten Zebras herum.









Wir beobachteten Sie eine ganze Zeit lang, als wir oberhalb der Straße weitere Hyänen auftauchen sahen. Es waren ungefähr 10 Stück, die sich zuerst in unsere Richtung, dann aber seitlich von uns wegbewegten. In dem Rudel gab es ständige Beißereien und Verfolgungsszenen. Wir blieben stehen und warteten. Als wir schon nicht mehr damit gerechnet hatten bogen die Hyänen plötzlich wieder auf den Weg ein und kamen schnurstracks auf uns zu.





Dann machte sich das gesamte Rudel über das Aas her. Zuerst fraßen nur die Leittiere. Man konnte deutlich erkennen wie die Alphatiere die anderen Rudelmitglieder auf Distanz hielten. Das ging nicht ohne Keilereien ab. Das Verhalten der Tiere war aber höchstinteressant.








Selbst als die Alphatiere deutlich vollgefressen waren, ließen sie die anderen Hyänen nicht an den Kadaver. Liefen sie von dem toten Zebra weg und ein anderes Tier kam dem Aas zu Nahe waren sie sofort wieder zur Stelle um das Fleisch zu verteidigen. Der totale Futterneid!











Irgendwann wurde es aber auch ihnen zu doof und so kam jeder zu seinem Anteil. Auch wir mussten uns irgendwann losreißen, schließlich gab es noch mehr zu entdecken.




Beim Tanken hatte Lazaro den Tipp bekommen, dass nur wenige hundert Meter von der Tankstelle entfernt ein Löwenrudel einen Büffel gerissen hatte. Wir machten uns also auf und fanden die Löwen tatsächlich. Allerdings waren sie schon ziemlich satt und lagen etwas entfernt unter einem Baum.



Gut für den Geier, der sich währenddessen an dem Asa gütlich tat.



Das wollte der Löwenpascha wohl nicht auf sich sitzen lassen und kam etwas näher um den Aasfresser zu vertrieben, was ihm auch gelang.








Auch wir verließen diese Szenerie und fuhren weiter in Richtung Seronera River. Kurz vor der kleinen Brücke über den Fluss standen einige Fahrzeuge in einer seitlichen Straße. Manche konnte nichts erkennen außer dass einige Vögel aufgeregt laut zwitschernd umherflogen. Dann sah ich plötzlich eine Bewegung im Gras und kurz danach eine Schlange die nach oben schnellte und nach einem Vogel schnappte. Ein surreales Bild, dass ich leider nur in meinem Kopf abspeichern konnte. Wir fuhren in die Straße und sahen direkt an einem Busch voll mit kreischenden Vögel eine Python liegen.




Das Tier war schätzungsweise 2,5 Meter lang und lag unter dem Busch als würde es niemandem etwas zu Leide tun können. Das sahen die aufgeregten Vögel sicherlich anders. Eine tolle Entdeckung! Wir machten Platz damit auch andere Fahrzeuge einen Blick auf das Reptil werfen konnten und fuhren zurück zur Campsite um unseren Lunch einzunehmen.




Strecke Vormittags game Drive:
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Letzte Änderung: 30 Nov 2016 10:54 von Bebbl.
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30 Nov 2016 11:00 #454086
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Strecke: Nachmittags Game Drive

Am Nachmittag zog sich der Himmel langsam zu und wir bekamen wieder tolle Wolkenbehange Landschaftsaufnahmen.




Wir fuhren südlich und fanden schon nach kurzer Zeit 3 Löwen die nur wenige Minuten zuvor ein Zebra gerissen hatten. Der Kill befand sich direkt auf der Straße und infolge dessen waren auch zahlreiche Fahrzeuge anwesend.





Wir hatten zuerst keinen guten Platz aber Lazaro manövrierte uns schon kurze Zeit später in eine hervorragende Position. Die beiden Weibchen, die das Zebra vermutlich gerissen hatten waren noch völlig außer Atem und ließen dem Pascha den Vortritt. Mit blutverschmierten Gesichtern lagen sie nur wenige Meter von dem toten Tier entfernt und warteten bis sie an der Reihe sind.





Man konnte deutlich erkennen, dass dieser alte Kempe schon einige Jahre und Kämpfe auf dem Buckel hatte. Das tat seinem Hunger aber keinen Abbruch und er fraß in aller Ruhe.



Erst als er satt war und sich vom Kadaver entfernte kamen die beiden Löwinnen zu dem Riss und holten sich ihren Anteil.














Auf der anderen Seite des Flusses zog eine Büffelherde vorbei, die aber von den Raubtieren nichts zu befürchten hatte.




Wir genossen diese tolle Sichtung und fuhren, als sich der Himmel immer mehr zuzog zurück zum Camp.






Kurz vor dem Camp begann es zu regnen. Leider, denn überraschenderweise konnten wir noch einen durchnässten Serval entdecken. Da aber aufgrund von Regen und Dämmerung die Bilder nichts geworden sind, erspar ich euch diese und speichere es in meinem Kopfkino ab. Ein sehr blutiger Tag neigte sich dem Ende und nach einem ausgiebigen Dinner verzogen wir uns zeitig ins Zelt. Wir verbrachten eine ruhige Nacht die nur von gelegentlichem Hyänengeheul unterbrochen wurde.

Strecke Nachmittags Game Drive

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05 Dez 2016 09:33 #454687
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Tag 9 – Serengeti/Seronera nach Serengeti Kogatende Vormittag Game Drive Seronera

Heute wollten wir nur einen Vormittags Game Drive unternehmen, danach die Zelte abbauen und dann über das Ikoma Gate im nordwestlichen Teil der Serengeti nach Kogatende fahren. Da es die Strecke zum Ikoma Gate in sich hatte sollte der morgendliche Game Drive nicht so üppig ausfallen. Wir starteten also in den Tag und entdeckten schon wenige Meter von unserem Camping Platz ein Rudel Löwen, das es sich dekorativ auf einer Kopje bequem gemacht hatte. Zusammen mit dem spektakulären Sonnenaufgang entstanden schöne Aufnahmen der ruhenden Katzen.







Auch einige andere Tiere waren am frühen Morgen schon unterwegs.



Unser weiterer Weg führte uns zu einigen Hyänen und Geiern, die nicht weit entfernt vom Seronera Shop die Überreste einer Antilope zerlegten. Leider war der Morgen an diesem Tag noch etwas trübe und die Hyänen sehr aktiv und weit weg.







Aber nur einen Kilometer weiter fanden wir erneut ein großes Hyänenrudel, dass den Kadaver eines Gnus verspeiste. Wieder war die Hierarchie der Raubtiere sehr gut zu erkennen. Während die Alphatiere fraßen, lagen die unterwürfigen Rudelangehörigen da und warteten. Als die Anführer den Kadaver verließen stürzten sich auch die anderen Tiere auf die Reste.











Irgendwo find es wieder an zu regnen und die Wolken zauberten wieder fantastische Farben in de Himmel. Heute wollte es nicht so richtig hell werden.





Wir kamen nochmals an der Stelle vorbei an der gestern das Hyänenrudel das tote Zebra verspeiste. Von dem Zebra war nur noch ein großer dunkler Fleck übrig. Der Rest war ratzeputz aufgefressen. Eine große Büffelherde ließ uns am Seronera River an ihrem Liebesspiel teilhaben.



Dann fuhren wir nochmal an der Stelle vorbei wo wir gestern das Löwenpärchen beim Liebesspiel beobachten konnten. Das Pärchen war nicht mehr da aber die Jungtiere die am gestrigen Tag nur 100 Meter entfernt an einem Baumstamm spielten waren noch da und das restliche Rudel hatten einen Büffel gerissen.




Leider waren die Löwen zu weit weg und das Licht auch nicht so wirklich dolle. Die Löwen waren immer noch auf dem Felsen in der Nähe der Campsite.




Der Himmel zog sich immer mehr zu, deshalb entschieden wir uns zurückzufahren damit wir unsere Zelte noch im Trockenen abbauen und zeitig losfahren konnten. Gesagt, getan und so verließen wir, nachdem wir alles im Auto verstaut hatten die Seronera Region in Richtung Ikoma Gate.



Nachdem wir das Gate passiert hatten, fuhren wir entlang des Ikorongo Game Reserve in Richtung Mugumu. In Mugumu bestand das letzte Mal die Möglichkeit zu tanken, was wir auch taten. Danach ging es weiter in Richtung Kogatende. Wir wollten über ein nicht so sehr frequentiertes Gate wieder in die Serengeti einfahren. Leider konnte ich mir den Namen nicht merken. Aber irgendwie hatte Lazaro die Abfahrt verpasst und so fuhren wir irgendwie falsch. Irgendwann haben wir es dann gemerkt und nachgefragt aber keine richtigen Antworten bekommen. Jedenfalls mussten wir wieder ungefähr 20 Kilometer auf übelster Straße zurückfahren.







Nach weiteren Rückfragen mit gegenteiligen Aussagen konnten wir die Zufahrt zum Gate dann doch finden. Es schüttete jetzt teilweise wie aus Kübeln und die Straße wurde immer enger und unübersichtlicher. Der Scheibenwischer schaffte die Wassermassen beinahe nicht mehr und als wir endlich an einem Rangerposten ankamen wurde uns dort mitgeteilt, dass das Gate nicht anfahrbar ist weil eine Brücke über den Mara River wohl eingestürzt sei. Wir mussten also den gesamten Weg zurück und durch das Tabora Gate einfahren.




Als wir am Tabora Gate ankamen, war es schon spät und wir hatten noch eine gehörige Strecke vor uns. Unsere gebuchte Special Campsite No. 7 befand sich ein ordentliches Stück vom Mara River entfernt und Lazaro wollte zum Rangerposten am Kogatende Airstrip fahren um nachzufragen, ob die Möglichkeit auf eine andere Special Campsite bestände. Sollte dies nicht möglich sein, müssten wir die gesamte Strecke in der Dunkelheit zurückfahren. Es dämmerte schon, als wir in die Serengeti einfuhren und die letzten 15 Kilometer fuhren wir in völliger Dunkelheit. Am Rangerposten angekommen war zuerst niemand auffindbar. Aber Lazaro konnte dann doch jemanden auftreiben und nach einigen Erklärungen wurde uns ein neuer Platz direkt am Mara River zugewiesen. Das war ein wirklicher Glücksfall, den wir ausschließlich dem hervorragenden Verhandlungsgeschick von Lazaro zu verdanken hatten. Hätten wir jede Tag die Strecke von der Special Campsite No. 7, an der wir vorbeigefahren sind, zum Mara River fahren müssen, wäre uns die Lust schnell vergangen. Denn das waren mindestens 20 Kilometer übelster Straße, für die ungefähr 1,5 Stunden benötigt hätten … wohlgemerkt hin und wieder zurück. Der neue Campground war wunderschön direkt am Mara River gelegen. Unweit des Rangerposten und der Crossingpoints. Wir bauten also in absoluter Dunkelheit und Anwesenheit Hundert Millionen fliegender Ameisen und Käfer, die durch das Autolicht angelockt wurden unsere Zelte auf, aßen noch eine Kleinigkeit und verzogen uns anschließend in unsere Zelte.

Strecke Game Drive Seronera

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