THEMA: Karibuni Tansania na Sansibar Mama!
22 Okt 2016 16:37 #449071
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Karibuni Tansania na Sansibar Mama!

Unterwegs durch dichte Wälder, tiefe Krater und endlose Savannen bis zu den weißen Stränden Sansibars








Jambo!

Wieder einmal anlässlich eines runden Geburtstages sollte wie auch im letzten Jahr eine Familienreise unserer drei Generationen in Richtung Afrika unternommen werden.

Dieses Mal sind wir allerdings zu viert - meine Mutter (Oma) Anni, unser Sohn Nico, mein Mann Armin und ich.



Wir schwankten zunächst zwischen so einigen Zielen in unserem Sehnsuchtsland Afrika – die Überlegungen gingen von Namibia, über Südafrika bis hin zu Mosambik – letztendlich tendierten wir einstimmig in Richtung Safari plus "Chillen" unter Palmen am weißen Sandstrand.

Unsere Wahl fiel letztendlich auf Tansania und Sansibar!

Doch vorher stellten sich zunächst noch einige Fragen:

Ist diese Reise meiner Mutter mit ihren 81 Lenzen und erst kürzlich mit künstlichem Kniegelenk versehen noch zumutbar?
Wie viele Safaritage mit Driver/Guide wollen wir uns leisten? Täglich weiterziehen oder doch lieber ein „Basislager“?
Wird mehr als eine Woche Sand, Sonne, Strand und Palmen nicht doch ein wenig langweilig?? :dry:

Ohne die wertvollen Tipps einiger Fomis wären wir vermutlich nicht wirklich zu einem vernünftigen Ergebnis gekommen. Wir nahmen Kontakt mit mehreren Veranstaltern/Agenturen auf und haben unsere sehr genauen Vorstellungen vorgebracht. Alles immer unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir mit "Mama" unterwegs sind und auch für sie diese Reise nicht in Stress ausarten sollte.

Nach einigem Grübeln und auch einigen Abstrichen – die Serengeti musste in unserer Planung dann doch sterben :sick: :( – ist nun folgende Tour dabei herausgekommen:

02.10.2016 Flug Frankfurt - Addis Abeba mit Ethiopian Airlines
03.10.2016 Flug Addis Abeba – Kilimanjjaro Airport mit Ethiopian Airlines
Abholung am Flughafen
Übernachtung Burudika Manyara Lodge
04.10.2016 Lake Manyara Nationalpark
Übernachtung Burudika Manyara Lodge
05.10.2016 Ngorongoro-Krater
Übernachtung Burudika Manyara Lodge
06.10.2016 Tarangire Nationalpark
Übernachtung Burudika Manyara Lodge
07.10.2016 Rückfahrt zum Arusha Airport
Flug Arusha – Zanzibar mit Precicion Air
9 Übernachtungen Mwezi Boutique Hotel Jambiani
16.10.2016 Flug Zanzibar – Addis Abeba – Frankfurt mit Ethiopian Airlines
17.10.2016 Ankunft Frankfurt

Auf Sansibar haben wir natürlich nicht nur faul in der Hängematte gelegen, sondern uns auch ein wenig umgesehen B)
Die Insel hat so viel mehr zu bieten als nur traumhafte Strände, Palmen und türkisblaues Meer:

10.10.2016 Uzi Island
11.10.2016 Jambiani Cultural Village Tour
12.10.2016 Seegrasernte & Dhow-Fahrt mit „Captain Human Shark“
13.10.2016 Spice Tour & Stone Town

Dieses Mal wird es von mir keinen allzu detaillierten Reisebericht geben – aber zumindest von unseren Safaritagen und anderen schönen Erlebnissen möchte ich dann doch gerne berichten. Mal sehen, ob das Geschreibsel dann nicht doch ausartet :ohmy:

Meine Mutter hatte sich letztes Jahr in Namibia ja bereits als sehr gute Sichtungsfee erwiesen – und auch auf dieser Reise hat sie wieder einmal ausgesprochen gute Arbeit geleistet :) :woohoo:.

Hübsche Vögelchen haben wir auch entdeckt, bildlich festgehalten und Dank unserem Guide Carlos auch fast alle schon benamsen können.

Bei dieser Reise hatten wir auch die Gelegenheit, einen klitzekleinen Einblick in die Dörfer und das Leben der Sansibaren zu erhaschen. Auch von diesen Begegnungen möchte ich gerne erzählen.

Unserem Namen als Dunst- und Regenreisende haben wir zumindest auf dem Festland auch wieder mal alle Ehre gemacht :sick: :S. Nix blauer Himmel - dafür Staub, Sandsturm, Dunst, Regen und Nebel…. :angry: :pinch:

Wer gerne mag ist herzlich eingeladen zunächst in unserem Toyota Landcruiser Platz zu nehmen und uns auf unserer 3-Generationen-Reise zu begleiten.

Der eigentliche Start des Berichts wird allerdings noch etwas dauern, denn die Unmengen an Fotos und auch Videos wollen gesichtet und ausgewählt werden. Schließlich waren diesmal 2 1/2 Hobbyfotografen am Werk :whistle: - und auch der Text schreibt sich ja nicht von alleine…. :silly:

Ein wenig müsst Ihr Euch also noch gedulden, aber spätestens Anfang der nächsten Woche geht es dann ganz sicher los.

Bis dahin liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Kwa heri ya kuonana!

Sabine

Letzte Änderung: 15 Nov 2016 09:56 von Applegreen.
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23 Okt 2016 21:19 #449239
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02.10.2016 Es geht wieder los in Richtung Afrika!

Ich mache mal weiter mit der Anreise – da braucht’s und gibt's noch keine Fotos… :whistle:

Heute Abend geht es für uns auf eine ziemlich zähe Anreise mit fast 5 Stunden Aufenthalt in und über Addis mit Ethiopian Airlines in Richtung Tansania!

In Frankfurt am Check-In angekommen erwartet uns eine riesige Menschenmenge. Heute Abend scheint das halbe Rhein-Main-Gebiet nach Addis fliegen zu wollen :sick:.

Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann endlich eingecheckt und für die Oma steht eines der Elektroautos bereit. Da sie nicht mehr so wirklich gut zu Fuß ist, habe ich kurzerhand einen WHCR bestellt. Und das Beste daran ist, dass wir alle Platz nehmen dürfen und so ganz zügig und bequem durch die Pass- und Sicherheitskontrolle bis zum Gate düsen B).

In einer wenig Vertrauen erweckend aussehenden Boeing B777 nehmen wir kurze Zeit später unsere Plätze ein. Ich hatte eigentlich auf den Dreamliner gehofft…. :S

Die Triebwerke werden angelassen und ein gewaltiges Scheppern und ohrenbetäubender Lärm gepaart mit einer Rauchwolke aus dem linken Triebwerk lassen mein schon geringes Vertrauen in diese Airline auf den Nullpunkt sinken :dry: Ich überlege in der Tat für einen kurzen Moment, die Flugbegleiter zu alarmieren. Allerdings scheinen die ohrenbetäubenden Geräusche und das immer noch anhaltende Rütteln und Qualmen der Maschine außer einer weiteren Dame und meiner Person niemanden weiter zu beunruhigen. Also versuche ich tief durchzuatmen und ergebe mich unserem weiteren Schicksal :pinch:.

Die Mühle quält sich dröhnend und scheppernd in die Luft - nachdem wir allerdings unsere Reiseflughöhe erreicht haben, scheint sich die alte Kiste zu beruhigen. Der Flug verläuft ab diesem Moment absolut ruhig und ohne weiteren besonderen Vorkommnisse. Der Service wirkt leicht konfus – ist mir aber relativ egal – ich will jetzt ein paar Stündchen schlafen.

03.10.2016 Fünf Stunden am Bole Intl. Aiport - Addis Abeba

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht erreichen wir quasi pünktlich mit Sonnenaufgang gegen 5.50 Uhr Addis Abeba.
Den kurzen Weg zum Transitbereich kann meine Mutter gut laufen. Ich kenne den Bole Intl. Aiport noch aus den 90er Jahren und bin positiv überrascht. Das befürchtete große Chaos bleibt aus. Es gibt ausreichend Sitzplätze, ein paar kleinere Cafés sowie halbwegs saubere Toiletten. Sogar zwei – jedoch immer völlig überfüllte – Raucherkabinen.

Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen – von hier aus geht es in alle Herren Länder Afrikas und der Welt – und so wird es uns auch gar nicht wirklich langweilig.

Das Flughafenpersonal hat einen erstaunlich guten Überblick in dem Trubel und die Reisenden werden bei Bedarf sogar in Gruppen zu den jeweiligen Zugangsgates des Sicherheitschecks gelotst. Auch unser Flug erscheint nach einer dann doch nicht ganz so langen Ewigkeit auf der Anzeigetafel.

Da wir nicht wissen, wie weit der Weg zum Flieger sein wird, bestelle ich vorsichtshalber wieder den Rollstuhlservice. Bis der aber auftaucht wird mir schon angst und bange, dass wir unseren Flug verpassen :ohmy:. Endlich wird die Oma dann aber noch rechtzeitig zum Gate gerollt und ab hier geht es per Hubwagen auf den Flieger!

Pünktlich um 10.20 Uhr heben wir in einem sehr komfortablen Dreamliner ab in Richtung Kilimanjaro Intl. Aiport. Nach einem sehr ruhigen, angenehmen Flug mit ausgesprochen gutem Service erreichen wir nach gut 2 ½ Stunden den Kilimanjaro Intl. Aiport.

Im Landeanflug sind etliche Wind- oder besser „Staubhosen“ am Boden zu sehen. Das Land scheint ausgedörrt und unter einer riesigen Staubglocke zu liegen. In den letzten Minuten vor der Landung werden wir von kräftigen Böen geschüttelt. Der Namensgeber des Aiports, das mit 5895 m höchste Bergmassiv Afrikas, hüllt sich leider in eine dichte Wolkendecke und zeigt sich uns nicht. Ich ahne jetzt schon, dass es mit schönstem Licht und strahlend blauem Himmel irgendwie auch dieses Mal nix werden wird :evil:

Sobald wir die Einreiseformalitäten erledigt haben geht es - allerdings mit kleineren Hindernissen - weiter Richtung Lake Manyara und ab dem nächsten Kapitel sind dann auch Fotos dabei...

Fortsetzung folgt!
Letzte Änderung: 23 Okt 2016 21:20 von Applegreen.
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24 Okt 2016 20:56 #449433
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03.10.2016 Fahrt zum Lake Manyara mit Hindernissen

Nachdem der Flieger gelandet ist und sich die Türen geöffnet haben laufen wir das nun wirklich kurze Stück zum Terminal und werden direkt von einem Mitarbeiter von Leopard Tours abgefangen und begrüßt.

Noch bevor wir die sehr aufwändige Pass- und Visakontrolle erreichen, wird für uns alles wie von Zauberhand erledigt :). Die Visaanträge hatte ich bereits zu Hause ausgefüllt. Diese wandern zusammen mit jeweils 50 USD pro Nase und den Pässen zum 1. Schalter. Abgestempelt bekommen wir die Pässe in die Hand gedrückt und weiter geht es zum Schalter Nummero 2 - hier werden wir fotografiert und die Fingerabdrücke beider Hände genommen - Mama wird auch ohne Fingerabdrücke entlassen :P. In Nullkommanix sind wir in Tansania eingereist. Das nenne ich Service B)!

Unser Gepäck wartet auch bereits auf uns und am Ausgang werden wir von Carlos unserem Driver/Guide für die nächsten Tagen auf das aller herzlichste begrüßt. Der Toyota Landcruiser steht bereit und es kann losgehen in Richtung Arusha.

Die Fahrt durch Arusha zieht sich – es herrscht „Berufsverkehr“ und zudem bauen die Chinesen gerade eine neue Straße. Überall sieht man Motorräder "Made in China". Die Chinesen in Afrika sind ja so ein Thema für sich und wir löchern Carlos, was er so davon hält.

Am Straßenrand herrscht geschäftiges Treiben und überall sind wunderschöne imposante blau blühende Jacaranda-Bäume zu sehen. Zum Fotografieren bin ich allerdings nicht wirklich in Stimmung. So langsam macht sich ein leichter Erschöpfungszustand der langen Anreise geschuldet breit.

Schon bald lassen wir Arusha wieder hinter uns, nachdem uns Carlos freundlicherweise noch zu einem ATM gefahren hat.

Auf der schnurgeraden Asphaltstraße riecht es plötzlich nach verbranntem Gummi und unser Landcruiser läuft nicht mehr so ganz rund – einer unserer Reifen ist hinüber :sick:.



Nun heißt es für alle Mann aussteigen, Gepäck ausladen und schweres Gerät anlegen. Carlos verbittet sich jegliche Mithilfe – also stehen wir alle ziemlich doof rum.







Zum Glück stehen wir direkt auf der Höhe eines kleinen Souvenirladens, der allerdings schon geschlossen hat – da unsere Zwangspause doch ein wenig länger dauert, wittert der tüchtige Inhaber ein Geschäft und öffnet die Pforten. Wir nutzen diese Gelegenheit direkt als Pipipause und schauen natürlich höflichkeitshalber, was es hier so käuflich zu erwerben gibt. Ich finde einen Schlüsselanhänger und ein nettes Tierchen aus Metall.

Dem nun aufgezogenen Ersatzreifen scheint es ein wenig an Luft zu fehlen, was uns noch einen weiteren kurzen Stop in einer der Ansiedlungen von Werkstätten am Straßenrand beschert.

Hier tummeln sich zahlreiche Maasai und wir staunen nicht schlecht über deren Sandalen aus Autoreifen, die aus einer interessanten Art alte Reifen zu recyceln bestehen. Einfach mal "Massai Sandalen" googeln…. :P

Endlich kann es nun weiter gehen. Irgendwo im Nirgendwo liegt auf der Straße ein erst kürzlich verunglückter Esel, der den Zusammenprall mit einem Fahrzeug ganz offensichtlich nicht überlebt hat :huh:. Kurz darauf fahren wir gerade zu direkt in einen Sandsturm, der uns im absoluten Blindflug und nur in Schrittgeschwindigkeit weiterfahren lässt. Man sieht die Hand vor Augen nicht :woohoo:.

Carlos ist die Ruhe selbst – und wir sind heilfroh, hier nicht selbst am Steuer sitzen zu müssen!

In dem kleinen Örtchen Makuyuni geht es dann endlich bald rechts ab Richtung Mto wa Mbu. Jetzt ist es nicht mehr weit zur Burudika Manyara Lodge. Kurz vor dem Abzweig zur Dustroad Richtung Lodge begrüßt uns noch dieser prächtige Eli am Straßenrand:



Die Burudika Lodge am Lake Manyara liegt innerhalb des Jangwani Wildlife Corridors. Der Jangwani Wildlife Corridor liegt inmitten der Mto wa Mbu Game Controlled Area, wo sich die Tiere frei zwischen dem Tarangire NP und dem Lake Manyara NP bewegen können - ein wichtiges Gebiet für die Wanderung der Tiere.

Gleichzeitig ist dieses Gebiet auch die Heimat der Massai, die hier mit ihren Herden noch im Einklang der Natur leben. Carlos erzählt uns in diesem Zusammenhang, dass die Maasai ihre Kinder wohl nur äußerst ungerne zur Schule schicken und die Regierung massiv Probleme hat, die bestehende Schulpflicht durchzusetzen.

Endlich erreichen wir unsere Lodge! Wir werden schon mit kühlen Tüchern und einem frischem Saft erwartet und können nach einer kurzen Einweisung unsere Bandas beziehen :).

Die Lodge erstreckt sich auf einem weitläufigen Gelände mit Blick auf den Lake Manyara. Hier bieten sich – bei nicht vorhandenem Dunst :evil: – sicherlich spektakuläre Aussichten auf den Lake Manyara und die Kante des „Great Rift Valley“.

Derzeit gibt es lediglich 6 Bandas, jedes mit einer eigenen Veranda mit Blick auf den Mayara See. Die Bandas sind mit lokalen Baustoffen errichtet. Die Dächer aus Kokosblättern, die Wände mit Vulkansteinen verziert. Die Fenster sowie der Ausgang auf die Veranda bestehen aus Moskitonetzen und Zeltcanvas.



Die Bandas sind zweckmäßig, einfach aber völlig ausreichend ausgestattet. Für heißes Wasser wird mit Holz befeuert – der Strom wird mit Solarenergie erzeugt. Die Betten sind im traditionellen Stil aus Holz und Sisal gearbeitet. Uns gefällt es hier auf Anhieb!









Wir werden angewiesen, bei Dunkelheit den Weg von den Bandas zum etwas weiter entfernten Restaurant nicht ohne Begleitung eines Angestellten zu laufen, da sich auf dem Gelände der Lodge nicht nur Wildebeest und Gazellen, sondern häufig auch Hyänen herumtreiben :ohmy:.

Unser „Security“ ist heute ein Maasai und wird immer in unserer Nähe sein.

Wir genießen noch den Ausblick und die Ruhe bevor wir nach einer heißen Dusche gemeinsam mit unserem Maasai zum Restaurant hinunterlaufen, um uns mit Carlos zum ersten Sunddowner und Abendessen zu treffen.







Das Restaurant ist inmitten eines majestätischen Baobab gebaut. Sehr beeindruckend.







Wir machen es uns zunächst an der Bar mit einem Gin Tonic gemütlich und genießen unseren ersten Abend unter Afrikanischem Himmel, der an diesem Abend keine Sterne zeigt - es ist bewölkt und ein Sturm zieht auf :sick:.







Zum Dinner gibt es Kürbissuppe, Fisch aus dem Viktoriasee mit Reis und leckeres frisches Obst.

Auf dem Rückweg zu unseren Bandas regnet es aus Eimern und wir bahnen uns unseren Weg durch hunderte von kleinen Kröten am Boden.

Kurz vor dem Einschlafen lausche ich noch den Geräuschen im Busch und es ist tatsächlich eine Hyäne ganz in der Nähe zu hören :ohmy:. Der Wind und der Regen prasseln auf unser Banda - mal sehen, was der Wettergott für uns morgen so bereit hält...

Lange schaffe ich es aber nicht in die Nacht zu lauschen – wir sind todmüde und morgen geht es bereits wieder sehr früh in den Lake Manyara Nationalpark! Und ich träume von Baumlöwen – ob wir morgen wohl welche sehen werden :dry: ?

Lala Salama – Gute Nacht!
Letzte Änderung: 24 Okt 2016 21:24 von Applegreen.
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25 Okt 2016 12:38 #449506
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04.10.2016 Lake Manyara NP - Heimat von Elefanten, Pelikanen und Hundertschaften von Pavianen –
Morgendliches Warm-up


Schon am sehr frühen Morgen machen wir uns nach einer sehr regnerischen Nacht und erholsamem Schlaf auf zum Baobab-Restaurant. Auf unserer Veranda entdecke ich diese kleine Kröte, die vom gestrigen Regen übrig geblieben ist:



Das Frühstück ist herrlich – Teller voll von frischem, mundgerecht geschnittenem Obst, Eier in allen Variationen und Allem was das Herz sonst noch so begehrt. Erstaunt sind wir über den allgegenwärtigen Pulver-Instant-Kaffee – sind wir hier nicht in einem Kaffeeanbauland :dry:?!

Das Auto wird bestückt mit Lunchpaketen für den Tag und es kann losgehen. Carlos wählt heute den Weg entlang des Sees, wo uns nicht nur die Maasai mit ihren Kuh- und Ziegenherden begegnen.







Auf dem recht holprigen Weg graben zwei splitterfaser nackte Maasai nach irgendetwas – selbst Carlos findet das höchst amüsant :laugh:.

Schon kurze Zeit später erreichen wir Mto Wa Mbu, was übersetzt 'Fluss der Mücken' bedeutet. Dieser Fluss entspringt in den benachbarten Bergen und führt das ganze Jahr über Wasser, weshalb man in der mittels Bewässerungssystemen fruchtbaren Umgebung zahlreiche Reis-, Gemüse- und Obstplantagen findet. Auch ansonsten ist Mto Wa Mbu eine bunt zusammengewürfelte Marktstadt - es gibt unzählige Läden und kleinere Handwerksbetriebe.

Nun war es nicht mehr weit bis zum Eingang des 330 Quadratkilometer großen Lake Manyara Nationalparks – der Park erstreckt sich entlang der gewaltigen, fast 1000 Meter hohen Abbruchkante des Great Rift Valleys und besteht aus dem etwa 50 Kilometer langen Landstreifen zwischen eben dieser Kante und dem Manyara-See . Ein Biosphärenreservat, das bekannt ist für seine unglaublich vielen Lebensräume von Sümpfen über den flachen Natronsee, Wälder, offenes Grasland, heiße Quellen, bis zu den Bergen des Great Rift Valley.

Am Parkeingang angekommen erledigt Carlos noch rasch die Eintrittsformalitäten und kurz darauf windet sich die Straße durch einen üppigen Grundwasserwalt mit uralten Mahagonibäumen, in dem Hundertschaften von Pavianen und Diadem Meerkatzen am Wegesrand herumlungern oder in den Bäumen herumturnen.











Aber die Kleinsten sind halt immer ein besonderer Hingucker :) :













Frühsport - Stretching:







Oder doch lieber von der Mama herumtragen lassen :P





Klippspringer sind auch schon unterwegs:





Und bei genauerem Hinsehen entdecken wir im dichten Blätterwerk einen Silvery Cheeked Hornbill (Silberwangenhornvogel):







Aus den Steilhängen plätschern zahlreiche Bäche und Wasserfälle.

Ein Elefantenbulle in etwas ungewohnter Umgebung – wie er hier wohl in den Geröllhaufen hineingeraten ist :huh:?





Scheint ihm aber gut zu gefallen :silly:







In einem weiteren Flusslauf entdecken wir einen Tawny Eagle auf Fischfang:







Fast überall kruschpelt es im Gestrüpp - Elis wohin man auch schaut :silly:









Der schmale Akazienwald-Gürtel im Innern der Schwemmebene ist der bevorzugte Aufenthaltsort von baumkletternden Löwen und von Elefanten. Von den berühmten Löwen fehlt allerdings jede Spur – Elefanten lassen sich dafür häufiger blicken:









Weit in der Ferne entdecken wir einen Steppenfalke? -hier bin ich mir sehr unsicher??



Ein Southern Ground Hornbill kreuzt gemächlich unseren Weg:







Die Gegend wir offener und weiter:





Mal wieder Baboons :silly:



Riesige Baobabs säumen unseren Weg



In der nun offeneren Landschaft lassen die ersten Giraffen nicht lange auf sich warten





Zum Glück an einer gut einsehbaren und nicht zugebuschten Stelle müssen wir feststellen, dass sich ein weiterer Reifen verabschiedet hat :sick: :blink: ….. Reifenwechsel ist schon wieder angesagt – und wir haben ab sofort keinen Ersatzreifen mehr :woohoo:



Grüne Meerkatzen versüßen uns die Wartenzeit:









Die Affen hier im Park sind allesamt unaufdringlich und friedlich – hier halten sich die Besucher wohl an die goldene Regel „ Do not feed the monkeys“ B).

Hilfe beim Reifenwechsel ist auch schnell zur Stelle – ein anderer Fahrer von Leopard Tours kommt vorbei und packt tatkräftig mit an.
Es wird Zeit für die Lunchpakete, die wir auf einem schönen Picknickplatz verspeisen.

Ein wunderschöner Superb-Starling (Dreifarben Glanzstar) und ein d’Arnauds Barbet (Ohrfleck-Bartvogel) leisten uns Gesellschaft, in der Hoffnung, dass ein paar Krümelchen für sie abfallen:







Fortsetzung folgt!
Letzte Änderung: 28 Okt 2016 11:54 von Applegreen.
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26 Okt 2016 15:06 #449671
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04.10.2016 Lake Manyara NP - Heimat von Elefanten, Pelikanen und Hundertschaften von Pavianen –
Ein Nachmittag im Sumpf


Gut gestärkt machen wir uns auf in Richtung der Sumpfgebiete , wo wir die ersten Flamingos und eine Gruppe von Nimmersatt-Störche entdecken.







Ein einsamer Buschbock kreuzt unseren Weg.



In seeehr weiter Ferne entdecken wir einen Augurbussard.



Und bald darauf ein hübsches Bienenfresser-Pärchen.









Den Kronentoko erwischen wir beim Nachmittagssnack.





Die Landschaft um uns herum bietet immer neue Ausblicke.





Ein paar vorwitzige Dassies beäugen uns aus einem riesigen Termitenhügel.







Und ein zartes Dikdik beäugt uns doch eher kritisch.





Den Kontrast zum üppigen Wald bildet die grasbewachsene Schwemmebene, wo sich Gnus und
Zebras versammeln.







Diese Giraffenfamilie hat sich für unser Fotoshooting ein besonders schönes Plätzchen ausgesucht.


















An einem Frischwasserzulauf entdecken wir Flusspferde und Wasserbüffel.















Den kleinen Seidenreiher hätten wir fast übersehen.



Ein Afrikanischer Löffler auf Nahrungssuche.





Pelikane nutzen das frische, klare Wasser um ihr Gefieder vom sodahaltigen Wasser des Lake Manyara auszuwaschen – hier ist vielleicht was los!





Wir stehen mitten in der Ein- und Ausflugschneise – hier herrscht ein Heidenlärm durch das Schlagen ihrer Flügel im Wasser – ein mehr als interessantes Schauspiel, dem wir eine ganze Weile zuschauen :)



























Unser Weg führt uns nun wieder zurück in den dichten Wald, wo auch die Baboons nicht lange auf sich warten lassen :silly:



Es scheint fast, als fände heute ein wichtiges Meeting sämtlicher Affen im Wald vom Lake Manyara NP statt :laugh:







„Das Schönste was ich jemals in Afrika sah" - so beschrieb Ernest Hemingway den Lake Manyara – ob wir das so unterschreiben können :dry:? Er hat die Gegend höchst wahrscheinlich im schönsten Licht erleben dürfen :sick:.

Trotz des trüben und diesigen Tages, haben wir die Zeit im Park sehr genossen - insbesondere die erstaunliche Vielfalt sowohl an Tieren wie auch an Landschaftsbildern, gemessen an der verhältnismäßig geringen Größe des Parks. Hinzu kommt, dass wir die Tiere allesamt als wenig scheu und sehr relaxed empfunden haben.

Auf dem Rückweg zur Lodge halten wir noch kurz in Mto wa Mbu an, um kleinere Einkäufe zu erledigen. Abends herrscht an der Hauptstraße noch mehr Geschäftigkeit als am Morgen. Hier ist richtig was los :woohoo: Mzungus scheinen sich hier auch nicht häufig herumzutreiben - wir wurden häufiger angesprochen und gefragt woher wir denn kommen.

Carlos hat uns bereits am ersten Tag darauf hingewiesen, dass fotografieren von Personen im Allgemeinen nicht erwünscht ist – es sei denn, man fragt vorher höflich nach und nicht selten wird ein kleiner Obulus verlangt. Aus diesem Grund habe ich mich entsprechend zurückgehalten und gar nicht erst die Kamera ausgepackt.

Auf unserer Lodge angekommen werden wir mit erfrischend kühlen und duftenden Tüchern empfangen – für uns wird es Zeit für einen Sundowner ohne Sonnenuntergang – Ihr wisst schon: Dunst :evil: :evil: :evil:!





Die Lodge ist heute wie ausgestorben – außer uns sind keine weiteren Gäste mehr da - dies soll dann auch bis zu unserer Abreise so bleiben :).

Und wie das manchmal so ist in Afrika – aus der Dusche kommt wenig - und noch weniger warmes – Wasser - Strom ist ebenfalls Off :woohoo:.

Heute Abend wird Carlos leider nicht mit uns gemeinsam essen können. Er will nochmal zurück nach Mto Wa Mbu, um zwei neue Ersatzreifen zu besorgen :whistle:! Ohne einen einzig brauchbaren Reservereifen möchte er ungerne auf die morgige Tour in den Krater starten :blink:.

Heute Abend gibt es eine Suppe, sehr durchgebratenes Beef oder Lamm mit Reis und Kartoffeln sowie ein leckeres Dessert – so genau kann ich mich aber nicht mehr erinnern :blush:.

Schon bald machen wir uns mit „unserem“ Security-Maasai auf den Weg in unsere Bandas.

Morgen ruft in aller Hergottsfrühe der Ngorongoro-Krater B)!

Lala Salama – Gute Nacht!

Fortsetzung folgt...
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28 Okt 2016 20:16 #449964
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05.10.2016 Ngorongoro-Krater NP – Die Arche Noah Afrikas –
Kampf auf Leben und Tod


Es ist noch düster und kalt, als Carlos den Motor startet und sich unser Toyota Landcruiser in Bewegung setzt. Die Fahrt zu unserem heutigen Ziel wird etwas länger dauern.

Zunächst kraxeln wir die Abbruchkante hoch und dann weiter in Richtung Karatu. Entlang der B144 - der Hauptverkehrsstraße die von Arusha über Karatu , über den Ngorongoro-Krater und in die Serengeti bis nach Kenia führt - ist zunächst noch viel fruchtbares Land und landwirtschaftlicher Anbau zu sehen.

Ein Blick in den Himmel lässt nicht wirklich Gutes erahnen – es wird immer grauer und dicke, dunkle Wolken formieren sich am Himmel :evil:.

Angekommen am Gate mit Informationszentrum erledigt Carlos die Anmeldeformalitäten, während wir uns ein wenig umschauen. Im Vergleich zu gestern im Lake Manyara NP ist hier am Gate mal richtig was los. Ein Safariauto nach dem anderen fährt an, darunter aber auch lokale Busse und Kleintransporter.



Nachdem der Papierkram erledigt ist, trennen uns nur sieben - aber sehr beschwerliche - Kilometer vom Krater, den wir über das Lodoare-Gate erreichen. Aber statt traumhaften Einblicken in den spektakulären Krater ist uns zunächst nur dickster Nebel vergönnt – zum Teil sieht man wieder einmal die Hand vor Augen nicht :sick: :ohmy:!



Ein Bus ist auf der schmierigen Sandpiste in den Hang gerutscht und der Bergungsversuch ist gerade in vollem Gange. Aber unser Carlos meistert auch diesen Streckenabschnitt gewohnt sicher mit Ruhe und Gelassenheit :).

Ich befürchte bei dieser Suppe werden weder vom noch im Krater irgendetwas zu sehen bekommen :evil: – aber Carlos versichert uns, dass im Krater immer gute Sicht herrscht. Ich möchte ihm ja gerne glauben – positives Denken soll bekanntlich helfen :whistle:.

Wir bewegen uns immer weiter auf dem Kraterrand im Halbkreis um den südlichen Teil des Kraters, um dann über eine der drei offiziellen Rampen zum Kraterboden hinabzufahren. Tatsächlich lichtet sich der dichte Nebel und wir bekommen einen vagen Vorgeschmack und Einblick in den Krater.



Unten angekommen begegnen wir ein paar jungen Maasai mit ihrer Viehherde. Den Massai ist es erlaubt, im umliegenden Gebiet zu siedeln und auch ihr Vieh bis auf den Boden des Kraters zum Weiden zu führen. Carlos spricht mit den jungen Männern in etwas barschem Ton, verrät uns aber nicht, um was es genau ging.



Der Krater ist der weltweit größte seiner Art und umfasst eine Fläche von 304 Quadratkilometern. Der Kraterboden selbst befindet sich auf 1700m Höhe und die Kraterwände steigen um bis zu weiteren 600m hinauf. Der Durchmesser des Kraters beträgt zwischen 17 und 21 Kilometern.

Hierher kommt man in der Regel mit großen Erwartungen, denn der Ngorongoro weist die höchste Raubtierdichte Afrikas auf und gilt nicht umsonst als Arche Noah Afrikas.

Wir haben unsere Ansprüche an besondere Sichtungen jedoch bereits im Vorfeld heruntergeschraubt - wohl wissend, dass die Zeit der großen Migration längst vorbei ist. Wir freuen uns an jeder noch so kleinen Spezies, der wir begegnen werden.

In den europäischen Wintermonaten kommen rund 1,4 Millionen Gnus und Hunderttausende Zebras und Gazellen auf ihrer jährlichen Runde durch die Savannen im Westen des Schutzgebiets. Hier gebären die Gnus Anfang des Jahres zeitgleich ihre Kälber. Sie fressen sich an dem mineralreichen Gras satt, bis sie dann im Mai weiter in den Westen der Serengeti ziehen.

Carlos berichtet, dass den anderen Tieren im Krater der Sinn nicht nach Wandern steht und sie in der Regel auch hier bleiben. Warum sollten sie auch wandern? Sie finden hier alles, was sie brauchen!

Tatsächlich werden wir binnen weniger Stunden Afrika im Miniaturformat erleben. Der ehemals gigantische Vulkan ist heute ein unvergleichliches Tierparadies und entfaltet eine ganz besondere Magie - die Unmengen an Jeep-Kolonnen durch den Krater, von denen häufiger berichtet wird, werden heute für uns auch ausbleiben ;).

Wir werden glücklicherweise keine wilde Hatz auf die „großen“ Sichtungen oder permanenten Austausch über Funk mit anderen Fahrzeugen erleben. Wir wollen uns heute eher auf den „Nebenschauplätzen“ im Krater bewegen und schon bald können wir ungestört die ersten Tiere beobachten:













Schwarzhalsreiher gibt es irgendwie immer und überall zu sehen ;)



Den Kronenkranich (Nationalvogel von Uganda) allerdings sehen wir heute zum ersten Mal – ein wunderschönes Exemplar :kiss:





Carlos steuert einen Hippo-Pool an, als die geschulten „Bush-Eyes“ eine Bewegung im hohen Gras ausmachen :woohoo:.

"Lion!"

Außer uns hat bislang nur noch ein weiterer Wagen die Löwen im Visier – alle anderen fahren an uns vorbei – die Löwen sind allerdings auch nur sehr schwer auszumachen.







Wir zählen zunächst einen, bemerken aber kurze Zeit später noch weitere verdächtige Bewegungen.





Nun kommt Carlos‘ jahrelange Erfahrung ins Spiel: „See the buffalo behind us?!“

Ok - ein einsamer Wasserbüffel ist hunderte von Metern in der völlig entgegengesetzten Richtung zu sehen. Was uns Carlos damit nun sagen will :huh:?



Carlos analysiert die Lage durch sein Fernglas. Die Antwort ist eher knapp : „The buffalo is limping!“

Aber der Büffel ist doch ewig weit von den Löwen entfernt – gut, er bewegt sich schon in etwa in die Richtung der Löwen – aber ich würde da jetzt noch keinen Zusammenhang sehen :blink:.

Carlos ist felsenfest der Meinung, dass hier etwas im Gange ist: „Let’s wait and see!“

Tatsächlich läuft der Büffel offensichtlich geradewegs in sein Verderben – mittlerweile sind nun auch insgesamt 5 junge männliche Löwen in höchster Alarmbereitschaft :woohoo:.









Ich habe noch den Reisebericht von Beatnick (Bettina) im Kopf – wir werden doch nicht ernsthaft einen Kampf oder gar Kill erleben?

Mittlerweile scheinen auch andere Fahrzeuge bemerkt zu haben, dass hier etwas im Busch ist – allerdings bleibt es zunächst bei einer überschaubaren Anzahl an Beobachtern. Das wird sich im Laufe der nächsten 20 Minuten allerdings deutlich ändern – wovon ich aber nichts mehr mitbekommen werde.

Carlos bringt uns und den Wagen zunächst einmal in eine bessere Stellung – noch haben wir die freie Auswahl für unsere Parkposition.

Und es kommt tatsächlich, wie es kommen muss! Wie aus dem Nichts spurten die Löwen in Richtung des Büffels und haben ihn blitzschnell umzingelt.





Normalerweise hat ein einzelner Löwe so gut wie keine Chance, einen ausgewachsenen gesunden Büffel erfolgreich zu erlegen. Bei fünf Löwen gegen einen lahmenden Büffel werden die Karten allerdings neu gemischt!



Uns bleiben noch wenige Sekunden Zeit, uns seelisch und moralisch auf das nun Folgende vorzubereiten. Meiner Mutter wird etwas angst und bange – ich weiß bis heute nicht so wirklich, ob sie vielleicht doch lieber davongefahren wäre. Carlos hatte schon Gäste, die in ähnlichen Situationen darum gebeten haben weiterzufahren!

Die Löwen scheinen ein eingespieltes Team zu sein – den anfänglich mutigen Versuchen der Gegenwehr weichen sie geschickt aus.

Carlos bringt unseren Wagen in eine nochmals günstigere Position – und wir werden Zeuge eines Erlebnisses, das wir ganz sicher nicht wieder vergessen werden!

Bedauerlicherweise sind so gut wie alle Fotos unscharf – meine Hände zittern vor Aufregung und die mehrmalige Rangiererei trägt auch nicht zur besseren Stabilisierung bei. Außerdem ist das Geschehen weiter entfernt – in solchen Situationen wünscht man so eine Megaspezial-Fotoausrüstung mit Riesentele :pinch: (in den Nachbarautos übrigens sehr zahlreich vorhanden).

Gut zu beobachten ist die ausgeklügelte Angriffsstrategie der Löwen. Die Beute wird von den Löwen mit mehreren Sätzen angesprungen. Durch die Wucht des Aufpralls wird ein kleineres Beutetier schnell aus dem Gleichgewicht gebracht. Bei diesem stattlichen Büffel reicht diese Taktik alleine allerdings nicht aus. Ein zweiter Löwe wird dem Büffel die Hinterläufe vom Boden reissen.













Nachdem der Büffel zu Fall gebracht wurde, stehen die Löwen vor einer sehr schwierigen Aufgabe, was dem Büffel bedauerlicherweise einen fürchterlich langsamen Todeskampf bereiten wird.







Carlos erklärt uns, dass große Beutetiere von Löwen normalerweise durch einen Kehlbiss getötet werden. Bei einem mächtigen Büffel ist dies allerdings so gut wie nicht möglich, da die Zähne des Löwen zu kurz sind, um größere Blutgefäße zu erreichen. Es bleibt dem Löwen lediglich der Versuch, die Luftröhre abzudrücken.





Allerdings gelingt auch das dem mit dieser Aufgabe betrauten Löwen nicht. Deshalb versucht er kurze Zeit später den Büffel quasi zu ersticken, indem er sein Maul über das des Büffels presst.





Auch dieser Versuch zeigt keinerlei Wirkung - ein zweiter Löwe muss zu Hilfe kommen.







Natürlich umkreisen auch die Hyänen bereits das Geschehen – sie werden vermutlich später nicht leer ausgehen, wenn sich die Löwen erst einmal satt gefressen haben.







Da unsere Fotos allesamt nicht wirklich gut gelungen sind, stelle ich an dieser Stelle noch unser Video ein. Es zeigt unbearbeitet und in voller Länge das Geschehen - lediglich zwei getrennt aufgenommene Sequenzen wurden zusammengeführt.

Aber bitte Vorsicht! Die Aufnahme ist definitiv nichts für zart besaitete Gemüter!



Wir haben den langsamen und sicherlich qualvollen Tod des Büffels als sehr grausam empfunden – und wir knabbern noch heute an diesem Erlebnis.

Auf uns wirkte das Erlebte einerseits faszinierend aber auch schockierend zugleich. Uns wurde in diesen Minuten in voller Dramatik vor Augen geführt, wie grausam die Natur tatsächlich sein kann.

Aber uns ist ebenso bewusst, dass dies der natürliche Lauf der Dinge ist. Das Leben besteht unvermeidbar aus Geburt und Tod, fressen und gefressen werden. Ein Raubtier kann in der Wildnis nunmal anders nicht überleben – diese Löwen werden für die nächsten Tage satt werden.

Dennoch tief beeindruckt und sehr still - jeder von uns für sich in Gedanken versunken - verlassen wir den Ort des Geschehens, noch weit bevor das große Festmahl beginnt.

Von unseren weiteren Erlebnissen und Eindrücken im Krater berichte ich dann erst im nächsten Kapitel. Ich denke auch den virtuell Mitreisenden tut eine Pause erst einmal ganz gut…

Fortsetzung folgt!
Letzte Änderung: 28 Okt 2016 20:36 von Applegreen.
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