THEMA: Serengeti in der Regenzeit / Ist das noch Urlaub?
20 Feb 2016 17:57 #420350
  • Wilson96
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  • Wilson96 am 20 Feb 2016 17:57
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Hallo liebe Mitreisenden!

Weiter gehts nun unter der richtigen Länderkategorie :cheer:

Liebe Fomis, meine Frau und ich haben das Forum in den letzten Jahren fast nur passiv genutzt. Dabei konnten wir eure Tipps und Erfahrungen für die Vorbereitung zahlreicher Reisen in das südliche Afrika nutzen. Jetzt wollen wir versuchen, unsere Erlebnisse mit euch zu teilen und Interessierten vielleicht ein paar nützliche Informationen mitzugeben.
Meine Frau hat mich vor 8 Jahren mit dem Afrika-Virus infiziert. Sie hat schon als Kind viele spannende Afrikareisen mit Ihren Eltern unternommen. Diese Leidenschaft hat Sie nie losgelassen und so haben wir in den letzten Jahren zahlreiche Selbstfahrerreisen nach Südafrika, Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Malawi etc. unternommen.




Während unserer Aufenthalte im südlichen Afrika hat mir meine Frau immer wieder von der Serengeti vorgeschwärmt. 1991 reiste sie als Neunjährige mit ihren Eltern das allererste mal in das Land der Maasai und verbrachte im Jahre 2009 nach Ihrem Studium mehrere Monate in einem kleinen Dorf am Fuße des Kilimanjaros. Aufgrund Ihrer Erzählungen und der vielen TV-Dokumentationen über die Migration, die ich mir seit jeher gerne anschaue, war es auch schon lange ein großer Traum von mir, in die Serengeti zu fahren und die Migration zu beobachten. Jedoch konnten wir uns aufgrund der (gedacht) schwierigeren Planung bisher nie final zu einer Selbstfahrerreise nach Tansania durchringen.

An einem regnerischen November-Abend 2014 saßen meine Frau und ich auf der Couch und schwelgten mal wieder in Afrika-Erinnerungen. Nur so zum Spaß haben wir nach Flügen für die Osterferien 2015 nach Tansania geguckt. Als wir dann zwei wirklich günstige Flüge für ca. 550 EUR (vor allem im Vergleich zu Flügen nach Windhoek) mit KLM von Düsseldorf über Amsterdam zum Kilimajaro Airport gefunden hatten, haben wir spontan gebucht.
Normalerweise erkundigen wir uns vorab sehr genau u.a. über die klimatischen Verhältnisse während der angepeilten Reisezeit. Aber diese Flüge waren so günstig, dass wir - ohne großartig nachzudenken - gebucht haben. Natürlich merkten wir dann relativ schnell, dass der Reisezeitpunkt (ersten beiden Aprilwochen) voll in der Regenzeit liegt. So erklärte sich für uns letztendlich auch der günstige Flugpreis. Aber egal, die Herausforderung wurde von uns angenommen. Die eingehende Internet-Recherche machte uns wieder Hoffnung. Natürlich muss man in der Regenzeit mit 2-3 Stunden Regen am Tag rechnen, aber tagelanges Durchregnen sollte es nicht geben. Was uns sehr erfreute, war die Tatsache, dass es in der Regenzeit im Ngorongoro Krater sowie der Serengeti deutlich leerer und einsamer seien sollte, als in der High Season. Das machte uns Mut und wir stürzten uns mit großer Vorfreude – kurz unterbrochen durch einen zweiwöchigen Weihnachtsurlaub in Kapstadt und Umgebung :) - in die Vorbereitung dieser Reise.
Schnell stellten wir fest, dass die Planung - im Vergleich zu einer Reise ins Okavango Delta (Chobe/Moremi) - deutlich einfacher ist. Vor allem in den Regenzeit müssen die Camps aufgrund der geringeren Besucherzahlen nicht vorab gebucht werden. Das ersparte uns sehr viel Arbeit. Hauptteil der Vorbereitung war es natürlich, einen Mietwagen mit Dachzelt zu organisieren. Ich habe also die - meiner Recherche nach - einzigen drei Anbieter angeschrieben. Letztendlich haben wir uns für Fortes Car Hire in Arusha entschieden. Die Fahrzeuge und die Professionalität der E-Mail-Korrespondenz hatten mich überzeugt, auch wenn es mit Tanzania Pioneers etwas günstiger gewesen wäre. Die Professionalität zeigte sich auch im Verlauf der Reise. Letztendlich mussten wir nur noch grob die Route festlegen.
Hier haben wir uns für so viel Spontanität wie möglich entschieden. Wir freuten uns richtig, nicht wie in den vergangenen Jahren fest durchgetaktet, fast gehetzt, nach festen Campingplatz-Buchungen reisen zu müssen. Zudem erfreuten wir uns an der Tatsache, dass die Entfernungen - zumindest für unsere Route - sehr überschaubar sind. Wir planten zuerst 4 Tage bei einem Bekannten, der ein Waisenhaus in der Nähe von Moshi betreibt, zu verbringen und dann für ca. 10 Tage von Arusha in den Ngorongoro Krater und die Serengeti aufzubrechen.
Letzte Änderung: 20 Feb 2016 17:59 von Wilson96.
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20 Feb 2016 18:27 #420357
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  • Wilson96 am 20 Feb 2016 17:57
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Hallo zusammen,

wir sind leider nicht zu Hause und das Internet ist hier nicht schnell genug, um mehrere Fotos hochzuladen. Daher kann die Reise erst am Montag weitergehen.

Wir wünschen ein schönes Wochenende!

Philipp& Sarah
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21 Feb 2016 14:14 #420449
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Hoi zämä

:blink:Wilson96 schrieb:
wir sind leider nicht zu Hause und das Internet ist hier nicht schnell genug, um mehrere Fotos hochzuladen. Daher kann die Reise erst am Montag weitergehen.
:blink: Ihr geht weg wenn Ihr genau wisst dass hier Etliche nagelkauend auf Euren Reisebericht warten??? :blink:
Frechheit... ;) :P :laugh:
Also am Montag ganz früh, damit ich beim Morgenkafe was zu lesen hab!!! B) :evil: :whistle:

Hab übrigens Euren Reisebericht in die Zusammenfassung der Reiseberichte Tansania (klick mich) eingefügt. :)
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22 Feb 2016 10:48 #420575
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Um erst einmal Eure Eingangsfrage zu beantworten: Klar ist das Urlaub - Abenteuerurlaub. Ich weiß wovon ich rede. Bei unserer letzten Tansania-Reise gab es massive Überschwemmungen im ganzen Land. Wir hatte uns mehrfach so festgefahren, dass wir nur noch mit fremder Hilfe wieder aus dem Schlamm kamen. Es war trotzdem eine traumhafte Reise. Die nächste Runde durch Tansania ist schon geplant. Wieder zur gleichen Zeit.

Ich bin gespannt, was Ihr erlebt habt und freue mich über Euren Bericht.
Letzte Änderung: 22 Feb 2016 10:48 von Topobär.
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22 Feb 2016 13:15 #420591
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Die Fragestellung in Eurem Titel hat es in sich...........................


....für April/Mai sind dort gute STIEFEL für uns immer GOLD wert..... :laugh: :laugh: :laugh:

.......black cotton soap lässt grüssen...... :laugh: :laugh: :laugh: :silly: :laugh:


lg, BMW
Letzte Änderung: 22 Feb 2016 13:58 von BMW.
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22 Feb 2016 20:31 #420663
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Eine Woche vor Abflug checkte ich den Wetterbericht und zu unserer Freude hatte der große Regen bisher nicht eingesetzt. Zudem guckte ich täglich bei Herd Tracker (www.discoverafrica.com/herdtracker/), wo sich die Gnus gerade befanden. Aufgrund des verzögerten Regens waren große Teile der Migration nicht - wie zu dieser Jahreszeit üblich - in Nduntu, sondern in der zentralen Serengeti. Leider hatten wir vor der Abreise beruflich sehr viel Stress, sodass wir die Vorfreude gar nicht richtig genießen konnten. Recht routiniert packten wir unsere Afrika-Utensilien zusammen, säuberten die Fotoausrüstung und fingen an, sämtliche Batterien zu laden.

Ich hatte am 27.03. schon Urlaub und stand relativ früh auf, um noch ein paar letzte Erledigungen zu machen. Bei meinem Morgenkaffee las ich im Internet etwas von einem Stromausfall in ganz Holland, dachte mir aber nichts Böses dabei. Mit gepackten Kisten und Taschen machten wir uns nachmittags per Regional-Express auf den Weg von Köln zum Düsseldorfer Flughafen. Während der Fahrt checkte ich noch mal die Flüge im Internet. Unser Flug nach Amsterdam wurde als pünktlich angezeigt. Auch am Flughafen war unser Flieger auf der Anzeigetafel nach wie vor ohne Verspätung angeschrieben. Am Check-In-Schalter empfing uns das Bodenpersonal von KLM dann mit einer bösen Überraschung. Der Stromausfall in Holland hatte den gesamten Amsterdamer Flughafen lahmgelegt. Die Flugzeuge konnten weder landen, noch starten. Die Damen schickten uns zu einem Ticketschalter von KLM mit dem Hinweis, dort würde uns geholfen. Vor dem Ticketschalter stand schon eine lange Schlange und wir reihten uns ein. Nach ca. 2 Stunden Wartezeit am Schalter fragten wir die Dame, ob wir noch auf einen Ethiopian-Airlines-Flug von Frankfurt aus umgebucht werden können (wir hatten im Handy nach möglichen Alternativen gesucht und noch freie Plätze gefunden). Das war leider nicht möglich und auch die Option, mit dem Mietwagen nach Amsterdam zu fahren, war aufgrund der langen Wartezeit verstrichen. Zudem war nicht sicher, ob überhaupt Flieger von Amsterdam starten können. Wir entschieden uns dann für die nächste Möglichkeit von Düsseldorf: am darauffolgenden Morgen um 11 Uhr mit Turkish Airlines über Istanbul zum Kilimajaro Airport. Da wir nicht mit unserem Gepäck zurück nach Köln wollten, verbrachten wir die Nacht in Düsseldorf. Die Kosten für das Hotel, Taxi und Abendessen wurden uns von KLM im Nachhinein erstattet.
Wir wollten die ersten 3 Tage bei einem Bekannten, bei dem meine Frau schon mehrere Monate nach ihrem Studium verbracht hat, in einem Waisenhaus in einem kleinen Dorf bei Moshi am Fuße des Kilimanjaro verbringen. Diesen mussten wir nun informieren, dass er uns statt um 11 Uhr morgens um 2 Uhr nachts am Kilimajaro Airport abholen sollte.

Der Flug verlief ohne große Vorkommnisse und wir kamen relativ pünktlich um 2 Uhr Nachts am Kilimanjaro Airport an. Hier empfing uns unser Bekannter und wir fuhren durch das nächtliche Tansania Richtung Moshi. Gegen 3:30 Uhr kamen wir in seinem Heimatdorf an, ca. 20 KM außerhalb von Moshi. Unser Gastgeber führt dort ein kleines Waisenhaus, in welchem er mit seiner Familie und rund 20 Waisenkindern lebt. Das Dorf ist noch sehr ursprünglich und die Leute leben vom Ackerbau und der Viehzucht. Er zeigte uns unsere Unterkunft, ein an das Waisenhaus angrenzendes kleines Gästehaus mit 2 Zimmern. Wir vielen todmüde ins Bett und schliefen sofort ein. Um 6 Uhr wurden wir durch Kinderlärm geweckt, denn es war Sonntag und somit Zeit in die Kirche zugehen. Der Gottesdienst begann um 7 Uhr und dauerte geschlagene 3,5 Stunden ;). Trotz unserer Müdigkeit und der Tatsache, dass wir in Deutschland nicht viel mit der Kirche am Hut haben, war es ein tolles Erlebnis. Die Leute sangen und lachten ausgelassen! Nach der Messe wurden leckere gebrannte Erdnüsse und Tee gereicht und wir plauderten mit der Gemeinde.








Letzte Änderung: 23 Feb 2016 20:18 von Wilson96.
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