THEMA: Northern Circuit & Zanzibar als Selbstfahrer 08/15
06 Sep 2015 19:14 #398401
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Donnerstag, 06. August 2015
von Ann-Kathrin

Der heutige Tag beginnt recht unterschiedlich: Während Dirk und ich noch arbeiten müssen, haben Zissi und Moa frei. Deswegen können sie auch schon früh losfahren, um Rosa (Zissis Hund) in Hannover abzusetzen. Nach gemütlichem Kuchen werden sie von dort zum Flughafen Hannover gebracht, wo sie das ganze Prozedere hinter sich bringen.

Dirk und ich machen uns etwas später nach einem langen und typisch stressigen letzten Tag im Büro um 18 Uhr auf den Weg zum Bahnhof Schlieren, von wo wir mit dem Zug gemütlich zum Zürcher Flughafen fahren. Zum Glück haben wir bei den wahnsinnigen 35°C nicht noch unser Gepäck dabei - das hatten wir glücklicherweise schon gestern aufgegeben. Dort angekommen essen wir noch schnell etwas und gehen anschliessend durch die wie immer zügige Security zum Gate. Zuerst einma sind wir damit beschäftigt, unser Handgepäck so klein wie möglich aussehen zu lassen, denn der Kitebag sieht schon sehr gross aus - und da der Fotorucksack zwar klein aber doppelt so schwer ist wie erlaubt, wollen wir möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen.

Als Zissi und Moa in Frankfurt landen, startet unser Flieger pünktlich in Zürich, sodass die Hoffnung steigt, dass wir unseren Anschlussflug kriegen werden. Tatsächlich landen wir auch früh in Frankfurt und erreichen dadurch nach einem kurzen Sprint unser nächstes Gate, wo Zissi und Moa bereits auf uns warten. Also trinken wir noch ein Radler und stossen auf die nächsten drei Wochen an.


Der Zürcher Flughafen von oben.
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06 Sep 2015 19:15 #398402
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Freitag, 07. August 2015
von Ann-Kathrin

Der Übernachtflug mit Ethiopian Airlines verläuft unspektakulär und geht schnell vorbei. Wir schlafen viel und essen erstaunlich gut, sodass wir relativ erholt am Morgen im verregneten Addis Abeba ankommen. Dort haben wir einen längeren Aufenthalt, den wir mit Cappuchino und Orangensaft überbrücken. Pünktlich geht es vormittags weiter zum Kilimanjaro Airport, wobei wir kurz vor der Landung schon einen Blick auf den höchsten Berg Afrikas werfen können, wenn wir auch leider auf der falschen Seite sitzen.

Nach dem verregneten Äthiopien sieht hier das Wetter schon besser aus. Wir bringen das ganze Einreise-Prozedere hinter uns und werden von unserem Fahrer Dennis abgeholt, der uns vorbei an Hirten mit vielen Rindern, Ziegen und Eseln und am Ende durch klitzekleine chaotische Strassen zur Lodge bringt. Dass wir diese erste Fahrt bei den vielen Kamikaze-Fahrern überleben, freut uns schon mal. Aber warum bringt er uns eigentlich zur Lodge? Sollten wir nicht eigentlich unsere Fahrzeuge entgegennehmen? Nein, anscheinend hat es ein Missverständnis gegeben und unsere Fahrzeugübergabe ist für morgen Früh eingeplant. Nach einigen Gesprächen einigen wir uns aber darauf, dass wir heute zumindest schon mal ein Fahrzeug für die ganzen Einkäufe bekommen. Und so nehmen wir Fahrzeug Nr. 1 entgegen. Von aussen noch okay, aber innen schon sehr alt - und trotz anderer Ankündigung ohne Radio und ohne zweite Batterie. Egal, klappt schon irgendwie alles.

Wir gehen also Fleisch kaufen im Meat King und suchen danach den Shoprite Supermarkt auf. Egal wo man anhält oder aussteigt - sofort sind überall Menschen, die einem irgendwas verkaufen wollen. Wir haben aber kein Interesse und sie verstehen es auch immer - manche früher, manche später. Im Shoprite sind wir sicherlich zwei Stunden mit dem Grosseinkauf für zwei Wochen beschäftigt. Dank meiner Shoppingliste geht alles zwar einigermassen geordnet, doch trotzdem sind wir heilfroh, als wir irgendwann endlich unsere vier Einkaufswägen in den Defender geladen haben. Todmüde, dehydriert und dreckig arbeiten wir uns durch den Feierabendverkehr im Dunkeln zurück zur Lodge. Fahrerin des Tages ist übrigens Zissi, da sie als einzige bei der Fahrzeugübergabe ihren Führerschein dabei hat. Sie meistert das afrikanische Linksverkehr-Chaos mit Bravour.


Unser Grosseinkauf.

In der L'Oasis Lodge geniessen wir nach einer warmen Dusche das leckere Abendessen. Danach sind wir fix und alle und gehen direkt schlafen.

Fazit Unterkunft: L'Oasis Lodge
$106 pro Doppelzimmer inkl. Frühstück

Versteckt gelegene Lodge im Randgebiet von Arusha. Bei der Fahrt denkt man, man wäre falsch, da die Straßen rund herum sehr einfach und die Häuser sehr ärmlich sind. Die Lodge selber ist ummauert und bietet viele Zimmer bzw. freistehende Bungalows in einer netten Anlage. Alles sauber, wenn auch teilweise etwas in die Jahre gekommen. Großer Loungebereich, Pool. Kleine Speisekarte mit ca. 15 Dinner-Gerichten, aber alles lecker, teilweise waren die Portionen etwas klein. Frühstücksbüffet. WLAN kostenlos. Nur ca. 7 Minuten Fahrt von Serengeti Select, 1h Fahrt zum Kilimanjaro Airport.
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21 Sep 2015 18:36 #400128
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So, nachdem ich mich ernsthaft mit meinem Laptop auseinandergesetzt habe, möchte ich es heute wieder probieren. Ich hoffe, der Upload der Bilder funktioniert jetzt...

Samstag, 08. August 2015
von Zissi

Um halb 7 geht der Wecker und wir machen uns fertig für das Frühstück, wobei es den ersten Vorgeschmack auf Nicht-Zivilisation gibt: Klospülung funktioniert nicht, es läuft nur heißes Wasser und schließlich fällt auch noch der Strom aus. Welcome to Africa! Dazu kommt, dass das Wetter grau und ungemütlich ist und es auch leicht tröpfelt. So verläuft das Frühstück dann aber gemütlich bei Kerzenschein und es gibt Pfannkuchen, Obst und heiße Getränke. Doch noch ein guter Start in den Tag und auch der Nieselregen trübt die Laune nicht.

Wir fahren nach dem Frühstück zu Serengeti Select, wo Nathan uns die Fahrzeuge erklärt, Checklisten mit uns durchgeht, die Route bespricht und zahlreiche Tipps und Hinweise gibt. Etwa zwei Stunden später sind wir dann mit allem durch und voller Freude, endlich loszufahren. Vorher lassen wir uns aber noch Kaffee, heiße Schoki und Cola in einem angrenzenden Café schmecken.





So ist es letztendlich 13:00 Uhr ehe wir von Arusha abfahren. Per Funkgerät haben wir die beiden Autos miteinander verbunden, damit wir uns nicht aus den Augen verlieren können und uns immer über alles auf dem Laufenden halten können. Bei einem kurzen Stopp in Usa River kaufen wir noch die Dinge ein, die wir am Vortag vergessen haben. Leider hat die German Bakery geschlossen, sodass wir die nächsten Wochen mit Toastbrot auskommen müssen.

Der Arusha NP ist unser erstes Ziel und schon bald sind wir auf den holprigen Straßen unterwegs. Monkey (Spitzname vom silbernen Auto) vorne, Gecko (Spitzname vom blauen Auto) hinten. Zuallererst sehen wir ein paar Paviane, wobei wir von diesen über den ganzen Tag verteilt noch ganze Horden sehen. An einem Aussichtspunkt oben am Kraterrand müssen unsere Kameras alles an Zoom geben, was geht, um mehr als die beiden lustigen Vögel im Baum über uns zu zeigen: Gaaaanz weit Weg am Waldrand des "kleinen Ngonrongoro" haben wir nämlich eine Herde Büffel entdeckt.







Wir fahren immer weiter am Kraterrand entlang, doch bis auf diese Tiere und eben Paviane sehen wir nichts weiter. Aufrund der tiefhängenden Wolken gibt es auch keine Chance, den Kili zu sehen. Also geht es zurück und dann in Richtung Campsite. Unterwegs sehen wir die erste Giraffe!!! :) Ich finde zwar, dass sie recht klein ist, bin aber trotzdem begeistert. Kurz darauf sehen wir noch mehr Giraffen, eine weitere Herde Büffel, eine Wasserdingsbumbsochsengazellenantilope (Übersetzung von Ann-Kathrin: Ellipsen-Wasserbock) und noch ein paar Dik Diks.







Nachdem wir die Schlüssel für die Campsite geholt haben, fahren wir genau dorthin (Camp 1) und sehen kurz vor Ankunft noch Odumdidum (Übersetzung von A-K: Colobus-Affen) und ein paar andere Affen, deren wildes Treiben wir noch ein wenig beobachten.





Erst dann bauen wir eine Stunde lang das Dachzelt und das sonstige Equipment auf und sortieren alles. Moa und ich "duschen", doch das Wasser ist nur ein dünner Strahl und eiskalt. Brrrr. Wir ziehen uns im Anschluss warm an und dann gibt es - passend zum kalten und feuchten Wetter - leckeres Schweizer Käsefondue, ganz praktisch aus der Tüte. Als Nachtisch gibt es noch eine Portion Milchreis. Alles jedoch gekocht auf dem Gaskocher, da wir das Lagerfeuer leider nicht in Gang bringen - kein Wunder, ist ja auch alles nass. Niedlich ist ein kleines Dik Dik, das die ganze Zeit in der Nähe grast und teilweise sogar in greifbare Nähe herankommt. Wir spielen noch kurz ein Spiel, ehe wie um 20:15 ins Dachzelt klettern.

Fazit Unterkunft: Arusha NP Public Campsite No. 1
In einer Waldlichtung gelegene Campsite, für die man beim Ranger Post die Schlüssel zu Waschräumen und Küche bekommt. Sanitäre Anlagen sehr einfach, nur kaltes Wasser aus einem dünnen Strahl, aber alles soweit sauber. Campsite No. 2 liegt ganz in der Nähe, ist etwas dunkler, hat dafür aber viele Affen rundherum, inkl. einigen Colobusaffen.
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21 Sep 2015 19:55 #400142
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... Wenn es jetzt schon mal klappt, lege ich gleich noch einen Tag nach...

Sonntag, 08. August 2015
von Ann-Kathrin

Nachdem es mitten in der Nacht angefangen hat zu schütten, regnet es auch am Morgen immer noch kräftig. Wir stehen deswegen erst recht spät, um 7 Uhr, auf und frühstücken im Küchenhaus mit Kaffee, Tee und Toast. Nach dem Frühstück müssen wir bei dem ekligen Wetter unsere immer noch klitschnassen Zelte zusammenpacken und den Rest verräumen. Unsere Autos sehen entsprechend chaotisch aus und wir sind froh, als wir endlich startklar sind. Von wegen... Anscheinend lag unser Autovermieter Nathan mit seiner Aussage nicht ganz richtig, dass man die Fahrzeuge zum Kühlen der Kühlschränke nach Fahrtende noch vier Stunden mit laufender Zündung stehen lassen kann, denn unser blaues Fahrzeug will nicht mehr anspringen. Das silberne ist jedoch sofort parat und so können wir erfolgreich überbrücken. Also los! Ach nein, ein Schlüssel vom Toilettenhäuschen fehlt! Also alle wieder raus und suchen. Nach langer Suche finden wir ihn auf dem Reserverad... Wer auch immer ihn dahin gelegt hat!

Nun sind wir endlich abfahrbereit und machen uns auf den Weg zu den Momella Lakes. Kaum fünf Minuten unterwegs, müssen Dirk und Zissi uns per Funk zurückrufen, da Moa und ich die Giraffen 10 m neben der Strasse übersehen haben. Kein Wunder, durch die nassen und beschlagenen Scheiben sieht man auch kaum etwas. Doch das Wetter wird etwas freundlicher, sodass wir kurz darauf ein paar trockene Momente mit Giraffen- und Zebrababies genießen können. Generell sehen wir unglaublich viele Giraffen - einmal sogar zwei kämpfende, viele Paviane, einige Zebras, Büffel, Wasserböcke und in den Seen natürlich viele Flamingos.

















Um 12 Uhr mittags haben wir die Schnauze vom ekligen Novemberwetter voll und verlassen den Park durch das Momella Gate gen Norden. Nathan hat uns nämlich erklärt, dass die Straße gut befahrbar und der Umweg über Arusha unnötig sei. Und so ist es auch. Die Route ist zwar wenig befahren, passiert aber viele kleine Ortschaften mit freundlich winkenden Masaai. Nach einer guten Stunde erreichen wir wieder die Hauptstraße A104, auf der wir gen Norden fahren. Keine Viertelstunde später werden wir von der Polizei angehalten. Angeblich haben wir das Speed Limit überschritten. Wo genau an der Stelle eine Ortschaft gewesen sein soll, fragen wir uns immer noch, aber jedenfalls hätten wir anstatt der vermuteten und gefahrenen 80 km/h nur 50 km/h fahren dürfen. Nach einer weiteren Viertelstunde sind wir um 60'000 TSH erleichtert, vor allem aber um sehr nette Eindrücke mit den Polizisten bereichert (aus irgendeinem Grund sprechen wir angeregt über Eheschließungen, Scheidungen und Beziehungen in Deutschland und Tansania... Polizist: "It is really allowed to break up your marriage in Germany???").





Weiter geht die Fahrt bis zum einsamen Örtchen Longido, wo laut Nathan ein kleines Community Camp sein solle. Doch irgendwie scheint niemand zu wissen, wovon wir reden. Bis wir es endlich raus haben und vor einer Baracke stehen, an der "Tourist Office Ecotourism" steht. Darin kein Mensch geschweige denn irgendwelche Möbel zu sehen. Aber es kommt jemand, der uns helfen kann und kurze Zeit später folgen wir einem Moped tiefer und tiefer in den Busch hinein. Nach einiger Zeit sind wir schon etwas misstrauisch, denn weit und breit ist keine Straße oder Zivilsation mehr in Sicht, aber da es eine Empfehlung von Nathan war, fahren wir weiter. Und irgendwann kommen wir tatsächlich an einer "Campsite", also einem freien Platz unter ein paar Bäumen und einem "Toilettenhäuschen" (klitzekleines Gebäude mit Loch im Lehmboden für Klo und Dusche) an.

Schnell packen wir zusammen, denn wir werden von unserem Guide direkt weiter in ein Masaai Dorf geführt. Es ist wirklich sehr interessant, was wir in der nächsten Stunde zu sehen bekommen. Denn im Gegensatz zu den sonst meist vorherrschenden Touri-Besucherdörfern handelt es sich hier tatsächlich um eine kleine echte Masaai-Siedlung mit vielen sehr freundlichen Frauen und Kindern, die wahnsinnig neugierig sind und nach unseren Namen fragen... und uns ganz viel verkaufen wollen. Was wir vom Dorf zu sehen bekommen, ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend, denn wie man so leben kann, ist doch immer wieder unglaublich. Insbesondere der Einblick in eine Hütte lässt einem dann doch wieder bewusst werden, in welchem wahnsinnigen Luxus wir leben.

Die Mädchen und Frauen sind ganz fasziniert, als wir am Ende ein paar Bilder machen und ihnen diese direkt auf dem Display zeigen. Sie schlagen die Hand vor die Augen und lachen los - so, als würden sie sich vor ihrem "Spiegelbild" erschrecken.





Die Frauen bringen uns danach zurück zum Camp, wo sie uns noch allerlei Schmuck verkaufen wollen. Es baut sich ein ganzer "Markt" fünfzig Meter weiter auf (scheinbar dürfen sie uns nicht direkt belagern) und eine Frau erklärt uns, dass die Frauen von sehr weit weg gekommen wären. Sie akzeptieren aber unser Nein, dass wir nichts kaufen wollen, und machen sich auf den Rückweg. Stattdessen haben wir ihnen dankbar Kohle abgekauft. Die Autos sind währenddessen von unseren Watchman bewacht worden. Er und seine Freunde helfen uns auch fleißig beim Campaufbau und es ist sehr nett mit ihnen. Vor allem helfen sie auch beim Feuer machen, sodass es gleich gemütlich wird.













Zum Abendessen gibt es leckere Spaghetti Bolognaise, worüber sich auch unser Watchman freut. Müde vom langen Tag gehen wir dann wieder recht zeitig schlafen.

Fazit Unterkunft: Ecotourism Masaai Campsite, Longido
Location: ca. 2 km von Longido entfernt
Stellplatz mitten im Busch. Es gibt ein Waschhäuschen, was aber einfach ein Häuschen mit zwei Räumen ist, in denen Löcher im Erdboden sind. Ein Raum die Toilette, einer die Dusche. Ein Masaai Watchman steht die ganze Nacht als Bewachung bei den Fahrzeugen. Es gibt die Möglichkeit, eine Führung in das nahegelegenen Masaai Dorf zu buchen, alles sehr ursprünglich und nicht touristisch. Gesamtkosten für das Camp recht hoch mit $30 für die Führung pro Person sowie 30'000 TSH pro Person für das Campen. Wir haben deutlich weniger bezahlt, da sie uns deutlich niedrigere Preise am Vortag genannt haben. Was die wirklich offiziellen Preise sind, kann ich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen. Angeblich gehen die Preise wirklich an die Community und es ist definitiv eine interessante Erfahrung, die einen guten Einblick in das Leben noch vieler traditioneller Masaai in der heutigen Zeit gibt.
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August 2015: Arusha - Arusha NP - Longido - Lake Natron - Serengeti NP - Ngorongoro Conservation Area - Tarangire NP - Arusha - Zanzibar als Selbstfahrer...
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Sorry für die Verspätung, weiter geht's! Sorry für die Bilderflut, aber da so viele Fragen zu der heutigen Strecke hatten, habe ich mal ein paar mehr eingefügt.

Montag, 10. August 2015
von Zissi

Hakuna Matata!
Bewacht von dem Maasai verbringen wir eine recht ruhige Nacht, deren Geräuschkulisse aus Grillen, Hundegebell und Esel-IAs besteht. Zu Zissis Freude bietet sich eine recht schöne Dämmerungsbeleuchtung, die die Schirmakazien toll in Szene setzt. So beginnt der Tag am Fuße des Mt. Longido. Wie immer herrscht erst einmal Chaos, bis wir denn alles soweit haben, dass wir frühstücken können. Unser Maasai beobachtet alles höchst interessiert, freut sich über zwei Kaffee und Dirks GoPro-Experimente. Vor allem, als sie sie vor die laufende GoPro stellen und sich selbst auf dem verbundenen iPhone sehen können.

Diesmal können wir die Dachzelte entspannter einpacken, so staubtrocken wie es ist. Die staubige Fahrt bis Lake Natron kann beginnen. Das blaue Fahrzeug mit Moa und Zissi fährt die meiste Zeit vorne, gefolgt vom silbernen mit Dirk und mir. Noch ehe wir aber richtig in Fahrt kommen, checken wir das sonderbare Geräusch ab, welches am blauen zu hören ist. Schnell stellt Mechaniker Dirk fest: die Radmuttern am linken Hinterrad sind lose! Das hätte natürlich für arge Probleme gesorgt, hätten wir diese verloren. Also Auto ausräumen, Werkzeug holen, Muttern festziehen, einpacken und weiter.



Die Straße führt durch eine trockene und staubige (gilt für den gesamten Tag...) Gegend. Zunächst gibt es vorwiegend Dornbüsche und Sträucher, zwischen denen Hirten ihre Schafe, Zegen, Rinder und Esel treiben - oder die Tiere alleine herumlaufen. Dann sehen wir noch Springböcke, Dik Diks und wieder einige Giraffen, über die sich besonders Zissi immer wieder freut. Die Vegetation ändert sich, mal zu noch kargerer Landschaft, mal zu mehr Bäumen oder einer recht grünen Ebene, auf der Zebras weiden. Masaai gibt es gefühlt ÜBERALL. Immer wieder sieht man sie in ihren roten Gewändern einsam oder zu zweit durch die Landschaft ziehen. Die Kinder laufen uns ohnehin immer entgegen und winken uns zu. Generell sind auf dieser Strecke alle sehr freundlich und grüßen immer nett.







Mittagspause machen wir auf einem Hügel mit Aussicht auf die umliegenden Berge und viele Windhosen. Es gibt den Rest Spaghetti und eine kalte Cola. Dann geht es weiter, wobei die Angabe "noch zwei Stunden" sich immer weiter deeeeeehnt. Unsere beiden Defender leisten aber beste Arbeit, die Landschaft wird immer dramatischer und schöner und wir umrunden zur Hälfte den Vulkan Ol Doinyo Lengai. Die Sichtungen von Giraffen und vor allem Zebras häufen sich.

















Nach dem Passieren von zwei Masaai Posten und einigen letzten sehr umwegsamen Stellen kommen wir gegen 16:30 Uhr in Engare Sero am World View Camp an. Hier ist der Ausblick wirklich toll, man sieht auf den Vulkan, über den Lake Natron und die ganze Ebene. Zu allererst gönnen wir uns alle ein Bier, dann bauen wir das Camp auf und duschen (!!!) uns die Staubkruste ab. Als vollkommen neue Menschen kochen wir uns dann Essen (Rinderfilet, Würstchen, Kartoffeln und Mais) und sichern noch bis spät in den Abend (ca. 22 Uhr) Fotos und Videos. Moa schläft derweil schon im Dachzelt.











Hier wird man wieder von Maasai bewacht, die plötzlich im Stockdunkeln in dunklen Gewändern einen Meter von einem entfernt auftauchen. Aber es ist immer wieder sehr witzig und nett mit ihnen zu reden.

Fazit Strecke: Longido - Engare Sero
80 km, ca. 7h Fahrzeit

Die Strecke bis Kitumbeine ist problemlos machbar, es handelt sich hauptsächlich um Wellblechpiste und man begegnet ca. alle 15 Minuten einem anderen Auto. Ab Kitumbeine gibt es zahlreiche Wasserdurchfahrten, die in dieser Jahreszeit zwar leer sind, aber die Defender teilweise schon herausfordern. Wenn der Ol Doinyo Lengai sichtbar wird, wird die Strecke teils sehr sandig und noch staubiger als den Rest über Strecke. Man trifft vor dem zweiten Masaai Posten auf die "Hauptstraße", sodass man insgesamt $25 ($10 + $15) zahlen muss. Der letzte Teil der Strecke führt noch mal durch viele trockene Wasserdurchfahrten. Nach ca. 7 staubigen Stunden hat man Engare Sero erreicht.

Fazit Unterkunft: World View Campsite
Location: In Tracks4Africa markiert, direkt oberhalb vom Ort Engare Sero

Sehr schön gelegen mit Panoramablick auf Ol Doinyo Lengai und einen Teil des Lake Natron. Viele Stellplätze auf grünem saftigen Gras, was eine Besonderheit in der kargen Landschaft ist. Ausserordentlich schöne und saubere Toiletten und Duschen mit kaltem Wasser. Strom im Küchenhaus und Beleuchtung von 18 bis 6 Uhr. Wachpersonal. Feuerholz kann vor Ort gekauft werden.
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Dienstag, 11. August 2015
von Ann-Kathrin

Nach einer extrem stürmischen und mückenreichen Nacht in unserem Zelt sind wir froh, als es endlich morgens hell wird und wir aufstehen dürfen. Die Sonne geht wunderschön über dem Mount Gelai auf, während wir unser Frühstück zubereiten und uns fertig machen.





Mit etwas Verspätung starten wir um 8:25 Uhr, nachdem wir mal wieder unser blaues Auto jumpstarten mussten. Die Fahrt geht zunächst entlang des Lake Natron und durch immer karger werdende Landschaft, die teilweise an den Grand Canyon, bzw. fast eher an den Mars erinnert. Wir sind begeistert von dieser eindrücklichen Natur. Unglaublich, dass es hier Leben gibt. Und davon werden wir von einigen hartnäckigen Pflanzen und den Masaai mit ihren Viehherden überzeugt.







Nach 15 recht schwergängigen Allrad-Kilometern erreichen wir den höchsten Punkt des Plateaus und ab dort wird es deutlich entspannter. Jetzt können wir mit höherer Geschwindigkeit auf der Wellblechpiste Kilometer machen. Die Landschaft wird währenddessen immer grüner und wir passieren immer wieder kleine Masaai Dörfer. Im Gegensatz zu gestern sind die Masaai - insbesondere die Kinder - hier viel aufdringlicher und erwarten geradezu, etwas zu bekommen. Fährt man an ihnen vorbei, reagieren sie teilweise mit Steinen und Stöcken, die sie nach uns werfen. Dies bleibt jedoch die Ausnahme. Die meisten Passanten sind nach wie vor freundlich und grüßen gerne zurück.

Am Mittag machen wir einen Stopp in dem kleinen Örtchen Wasso, wo wir an der "Fuel Station" auftanken. Eigentlich ist es nur ein Schuppen mit ein paar Spritkanistern, aber wir erhalten unseren Diesel - abgemessen in Kanistern und Kannen - sodass wir erstmal nicht mehr halten müssen. Nach dem Auftanken versuchen sie mal wieder uns zu bescheißen ("Ich habe dir eben leider den Benzinpreis genannt, der Dieselpreis ist aber höher und deswegen musst du mehr zahlen..."), aber diese Spielchen sind wir inzwischen gewohnt und nach einer kurzen klaren Ansage sind wir zurück beim Ursprungspreis.





Kurz vor Erreichen des Nationalparks fängt es plötzlich an zu schütten und wir müssen etwas langsamer fahren. Doch nach 160 Kilometern und sechs Stunden Fahrzeit erreichen wir endlich das Kleins Gate - das Tor zur Serengeti. Hier wird unser Kontostand zuerst einmal deutlich erleichtert, aber wir bekommen auch ein paar freundliche Informationen.



Und danach geht's los: Schiebedach beim silbernen Fahrzeug aufgeklappt und auf in Richtung Lobo. Schon nach wenigen Metern sichten wir die erste Gnuherde, ebenso wie eine Elefantenherde, die direkt auf uns zukommt. Vom Regen sind die Dickhäuter noch pechschwarz und dadurch besonders für Zissi wahnsinnig beeindruckend - sind schließlich ihre ersten freien Elefanten. Weiter den Weg entlang sichten wir außerdem zahlreiche Zebras, Impalas, Elenantilopen, Topis, die kleinen Klippspringer, Warzenschweine und viele weitere Gnus und Elefanten. Auch ein Schakal kreuzt unseren Weg.





Kurz vor Lobo biegen wir auf den Lobo Game Drive Circle ab und arbeiten uns durch die Walachei. Dabei sehen wir viele weitere Tiere und dann plötzlich kommt die Ansage über Funk: "Löwe auf zwei Uhr!". Wir setzen zurück und sehen die Katze im Gras. Es ist jedoch kein Löwe, sondern ein scheuer Leopard, der ängstlich zu uns rüberschaut und schnell das Weite sucht, sodass es nur noch für ein verwackeltes Beweisfoto reicht.





Um 17:30 Uhr erreichen wir die Lobo Public Campsite, wo wir in Rekordtempo unser Camp aufbauen, kochen und danach unser Abendessen - es gibt Reispfanne mit Würstchen - einnehmen. Es sind viele weitere Camper unterwegs, aber nur ein weiteres Selbstfahrerpärchen, ebenfalls mit einem Defender von Serengeti Select Safaris.



Wir beschließen, frühzeitig ins Bett zu gehen, da wir morgen ganz früh aufstehen wollen, immerhin haben wir wieder eine lange Fahrt vor uns. Und so packen wir alles zusammen und gehen schon früh in unsere Dachzelte.

Fazit Strecke: World View Camp (Engare Sero) - Kleins Gate
160 km, 6 Stunden Fahrzeit mit zwei Pausen
Viel viel Staub! Das ist sicherlich das nervigste an der Strecke. Die ersten 15 km sind sehr schwergängig, sodass man dafür schon 1 bis 1.5 h benötigt. Danach wird es deutlich besser - zwar sehr viel Wellblech, aber man kann entspannt mit 40 km/h fahren. Zwischendurch passiert man ein paar Maasai Dörfer. Bei km 105 erreicht man Wasso, wo es eine Tankstelle und ein paar kleine Shops geht. Danach geht es locker weiter, bis man die letzten 20 km noch mal sehr unebene Piste hat mit vielen Schlaglöchern und Wasserdurchfahrten. Nach genau 160 km erreicht man das Klein's Gate.

Fazit Unterkunft: Lobo Public Campsite
Sehr schön gelegen auf dem Lobo Hill mit weitem Blick über die Landschaft. Einige Stellplätze mit Feuerstellen. Toiletten und Duschen mit kaltem Wasser vorhanden, jedoch in keinem guten Zustand. Das Wasser läuft teilweise über, sodass man darin steht. Nicht sehr gross, sodass man relativ eng beieinander steht.
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