THEMA: Kurzbericht Südtansania Juni/Juli 2014
10 Sep 2014 10:07 #353307
  • Erika
  • Erikas Avatar
  • Beiträge: 2338
  • Dank erhalten: 4897
  • Erika am 10 Sep 2014 10:07
  • Erikas Avatar
Liebe Marina

Für die Streckenbeschreibung durch den Mikumi zum Selous möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Du schriebst:
ist diese Strecke m.E. aktuell nur etwas für Leute, die mit mehreren Fahrzeugen, oder Sat-Phone, oder ohne Zeitdruck mit eigenem Bett, eigener Küche und ausreichend Vorräten unterwegs sind (z.B. Erika und Toni) und gutem Werkzeug unterwegs sind.

Wir fühlen uns gebauchpinselt, dass du uns diese Strecke im Alleingang zutraust, danke. :)

Vonwegen “Kurzbericht Südtansania“, dein Bericht ist dermassen gespickt mit wertvollen Infos, dass man wirklich nicht von einem Kurzbericht sprechen kann. Und dann noch die vielen schönen Bilder! Ganz toll!

Lieben Dank für deine grosse Arbeit und herzliche Grüsse
Erika + Toni
Meine Reiseberichte:
1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa
www.namibia-forum.ch...ahren.html?start=120
2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle)
www.namibia-forum.ch...g-war-die-huelle.htm
2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania
www.namibia-forum.ch...n-mal-haesslich.html
2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania
www.namibia-forum.ch...-durch-tansania.html
2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia
www.namibia-forum.ch...rd-zum-alptraum.html
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
10 Sep 2014 15:00 #353342
  • Butterblume
  • Butterblumes Avatar
  • Beiträge: 3700
  • Dank erhalten: 2657
  • Butterblume am 10 Sep 2014 15:00
  • Butterblumes Avatar
Liebe Erika,

vielen Dank für dein nettes Feedback. Den Shortcut traue ich sogar recht vielen Selbstfahrern zu. Meistens geht ja auch alles glatt! Aber mit so einem komfortablen Zeitrahmen, wie ihr ihn habt, kann man halt eben bei auftretenden Problemen etwas relaxter reagieren.

Ich beneide euch darum!!! :sick:

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

www.butterblume-in-afrika.de
Letzte Änderung: 11 Sep 2014 06:25 von Butterblume. Begründung: RS
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Erika
10 Sep 2014 16:54 #353360
  • Topobär
  • Topobärs Avatar
  • Beiträge: 5317
  • Dank erhalten: 8017
  • Topobär am 10 Sep 2014 16:54
  • Topobärs Avatar
Hallo Marina,

gerüchteweise soll es auch eine direkte Verbindung zwischen Lumanga Ranger Post und Matambwe Gate geben, so dass man nicht über Kisaki fährt und das schlechteste Stück der Strecke umgeht. Weißt Du darüber näheres?
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
10 Sep 2014 19:38 #353375
  • Butterblume
  • Butterblumes Avatar
  • Beiträge: 3700
  • Dank erhalten: 2657
  • Butterblume am 10 Sep 2014 15:00
  • Butterblumes Avatar
Hallo Topobär,

darüber hast du bzw. Hippie glaube ich berichtet. Die GPS-Daten dieser mysteriösen Gabelung hatte mir Hippie auch gemailt. Aber die Strecke war so extrem zugewachsen, dass wir dort keine Gabelung (siehe Karte) wahrgenommen haben.

Da wir uns eh für Richtung Kisaki hinsichtlich Unterkunft entschieden hatten, haben wir auch in Lumanga nicht weiter danach gefragt. Falls du interessiert bist, sende ich dir gerne Kontakt-Emails von höhrerrangigen Rangern des Selous zu. Ansonsten wäre ich natürlich sehr daran interessiert, dir das Auffinden des Tracks zu überlassen und erst einmal nur virtuell mitzureisen. ;)

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

www.butterblume-in-afrika.de
Letzte Änderung: 10 Sep 2014 19:39 von Butterblume.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
11 Sep 2014 00:41 #353403
  • La Leona
  • La Leonas Avatar
  • Beiträge: 2217
  • Dank erhalten: 2486
  • La Leona am 11 Sep 2014 00:41
  • La Leonas Avatar
herzlichen Dank für dein Feedback. Vielleicht treffen wir uns dort ja mal... :)

schön wärs und wie schon oft festgestellt werden konnte, Afrika ist viel kleiner als man denkt!

Übrigens möchte ich mich den Vorschreibern anschliesen, was du hier an Information, Wissen, Karten und Bildern einstellst sprengt bei weitem den Rahmen eines Kurzberichts. Bravo ist echt toll. vielen Dank

liebe Grüsse leona
Gruss Leona
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Butterblume
11 Sep 2014 22:36 #353551
  • Butterblume
  • Butterblumes Avatar
  • Beiträge: 3700
  • Dank erhalten: 2657
  • Butterblume am 10 Sep 2014 15:00
  • Butterblumes Avatar
Transfer Kisaki – Lake Tagalala Campsite, Selous Game Reserve, 55 km


Karte Kisaki - Lake Tagalala CS, Selous GR, T4Africa

Zwischen Kisaki und dem Matambwe Gate des Selous gab´s dann endlich wieder einige Vögel zu sehen.
Da der Selous fast auf Meeresniveau liegt, war es trotz des bedeckten Himmels und der kältesten Reisesaison schwülwarm.


Wollhalsstorch/Woolly-necked Stork (Ciconia episcopus), Selous WR

Für die Strecke zwischen Mbega Camp und Matambwe Gate benötigten wir bei Gamedrivegeschwindigkeit eine gute Stunde. Auch hier gibt es eine Bahnstation der Tazara und so könnte man von Dar aus mit dem Ordinary Train (der Express Train hält hier nicht, nur in Kisaki) um 10:30 Uhr (Stand 08.2014) anreisen und sich von der Lodge gegen 15:30 abholen lassen. Eine preiswerte Fahrt tagsüber, bei der man Gelegenheit hat, die Landschaft zu genießen, aber mit Verspätungen rechnen muss.

Zwischen den Häusern des Headquarters suchten drei Elefanten nach Fressbarem. Dies sollte für uns (oder besser für mich) noch von Bedeutung sein. Doch dazu später. Durch ein kleines Tal mit Bachbett ging´s auf die andere Seite des Matambwe Camps zum Permitten, worum sich unser Driver kümmerte. Die Parkfee betrug 75 US$ pPT zuzüglich 20.000 TSh pT für das Fahrzeug. Die Gebühr für das Campen war mit 30 US$ pPT gleich hoch wie in den Tanapa-Parks im Süden. Außerdem wurde uns in Form von Deo ein bewaffneter Ranger zur Seite gestellt. Das kostete noch einmal 20 US$ pro Tag extra. Der Selous ist also kein preiswertes Vergnügen.


Tazara Station, Matambwe Gate, Selous WR


Matambwe Gate, Selous WR


T-Shirts, Matambwe Gate, Selous WR


Matambwe Gate, Selous WR


Matambwe Gate, Selous WR


Acraea serenna, Matambwe Gate, Selous WR

Nach gut einer Stunde verstaute unser Ranger Deo sein Zelt und seine kleine Reisetasche im Wagen und nahm mit seiner Waffe (Lauf wurde ordnungsgemäß aus dem Fenster gehalten) auf dem Beifahrersitz neben Sikoyo Platz. Deos Englisch ist nicht besonders gut, aber er konnte uns verstehen, antwortete dann auf Kisuaheli und Sikoyo übersetzte für uns.
In der Gegend um die Beho Beho Hills sichteten wir außer vielen Tsetses wenig Tiere. Hier herrscht trockener Miombowald vor.


Grautoko/African Grey Hornbill (Tockus nasutus), Selous WR

Wir besichtigten das Grab des Großwildjägers Frederick C. Selous, der dem Wildreservat seinen Namen gab. Selous wurde während des 1. Weltkrieges im Kampf gegen die Deutschen Truppen des Generals Lettow-Vorbeck am Beho Beho River getötet. Auch die legendäre Hunters Road im südlichen Afrika ist mit seinem Namen verknüpft.


Grab von F.C. Selous, Selous WR


F.C. Selous, Foto: Mtemere Gate, Selous WR

Erst in den etwas offeneren Graslandschaften und kleinen grünen Galeriewäldern begegneten uns wieder größere Säugetiere in Form von Giraffen, Gnus, Pavianen und einem einzelnen Elefanten. Die Tiere waren allerdings nur aus großer Entfernung zu beobachten. Ihr Verhalten war leicht panisch und sie wiesen, übrigens ebenso wie die Vögel, eine hohe Fluchtdistanz auf. Offensichtlich wird nach wie vor viel gewildert!


Selous WR

Lake Tagalala Public Campsite Selous GR, 30 US$ pp, 20 US$ Ranger per day/group

Wir erreichten am Nachmittag unser Domizil für die nächsten vier Nächte, die Lake Tagagalala Campsite, ca. 300 Meter oberhalb des Seeufers gelegen. Der Campground war am 1. Tag völlig leer, so dass wir hinsichtlich des Stellplatzes die freie Wahl hatten. Am zweiten und dritten Tag durften wir die Campsite mit 18 französischen Teenagern und ab Tag 3 dann auch mit Bilo und Joachim (Forumstreffen im Selous!) teilen. Die Franzosentruppe verhielt sich abends friedlich und wir genossen die abendlichen Gespräche am Campfire.

Der Platz verfügt über mehrere Schattendächer mit gemauertem Boden. Allerdings hausen unter den Dächern auch die Fledermäuse und so waren einige der Unterstände absolut nicht benutzbar. Entgegen den Vermutungen anderer Selous-Reisender, waren die „neuen“ Ablutions mangels Finanzierung immer noch nicht fertig gestellt und verrotteten bereits wieder. In den Damenbereich konnte man nur mit zugehaltener Nase aus großer Distanz einen Blick werfen. Der frisch geflieste Boden war ca. 5 cm hoch mit Fledermauskot bedeckt. Den nicht ganz so arg verschmutzten Herrenbereich säuberten wir mittels eines in der Ecke geparkten selbst gebastelten Handfegers.


Lake Tagalala Campsite, Selous WR


Lake Tagalala Campsite, Selous WR


Lake Tagalala Campsite, Selous WR


Lake Tagalala Campsite, Selous WR

Leider verfügten die "neuen" Sanitärgebäude über keinerlei Wasserversorgung und Türen waren auch nicht eingebaut. Also improvisierten wir um unseren Duschsack in der Duschzelle aufzuhängen. Den Reserveduschsack erhielten die Driver. Dieser wurde im alten Duschhäuschen (mit Tür) aufgehängt. Dem direkt daneben liegenden alten Donnerbalken war die Tür abhanden gekommen. Also hieß das nun sein Geschäft in aller Öffentlichkeit verrichten. Nix für mich! Wir benutzten unsere Papklos und Claudio war mit seinem Porta Potti sowieso perfekt ausgerüstet.

Es war brüllwarm und schwül auch ohne direkten Sonnenschein! Gott sei Dank gab es hier aber keine Tsetses!

Diverse Schichten von Sonnencreme, Antimoskitospray, Staub und Schweiß auf unserer Haut bedurften bei der Hitze einer besonderen Behandlung und unser Trinkwasser war kostbar. So suchten wir nachmittags an verschiedenen Tagen die gut 20 Minuten entfernten heißen Quellen auf, füllten einen leeren Kanister mit Wasser für unsere Duschsäcke und genossen diese herrliche Wellnessresort (Wassertemperatur im unteren Pool ca. 35°). Die heißen Quellen sind wahrlich eine Oase des Glücks!


Maji Moto - Hot Springs, Selous WR

Frisch gewaschen und gestriegelt erkundeten wir dann noch das der Campsite gegenüberliegende Ufer des Tagalala. Gefühlt erschien es mir ein wenig tierreicher (für die tierischen Details ist Picco zuständig :) ). Hier lagen extrem dicke Kroks am Strand, die aber ebenso extrem scheu waren, wenn sich ein Wagen näherte und sofort abtauchten. Viele Schreiseeadler kreisten über dem reichlich mit Hippos bestückten Wasser.


Schreiseeadler/ African Fish-Eagle (Haliaeetus vocifer), Selous WR


Lake Tagalala, Selous WR

Tagsüber waren auf dem Campground enttäuschend wenig Tiere zu sichten. Nicht einmal die sonst allgegenwärtigen Hornbills. Vereinzelt wagten sich einige Impalas in Sichtweite und nur einmal kurz sahen wir einige Paviane. Kein Vergleich zur Campsite im Ruaha NP. Nachts jedoch war die (Tier-)Welt in Ordnung. Löwengebrüll, Hyänengeheul, Wildkatze und Buschbaby im Camp, Hippo-in-love-Geräusche, schrecklich laut brüllender Leopard(en) direkt neben mir – außerhalb des Zelts! An einem Tag konnten wir in zwischen Tagalala und Beho Beho in einem Palmenwald noch einmal fünf Elefanten beim Frühstück zuschauen. Das war es dann auch mit den Elefantensichtungen während fünf Tagen Aufenthalt im Selous. Ganze sechs Elis im Reservat und einige mehr an den Gates. Sehr bezeichnend für ein Gebiet, welches noch 2009 über den höchsten Elefantenbestand aller tansanischen Wildschutzgebiete verfügte.


Selous WR

Der Lake Tagalala wird von einer sehr großen Anzahl Hippos bewohnt, die auch des nächstens ihr Unwesen auf dem Campground trieben. Die Wasservogelwelt war im Juli nicht so zahlreich vertreten wie im Queen Elizabeth NP/Uganda bzw. im Chobe Nationalpark in Botswana. Dafür hat´s hier riesige Krokodile.

Mit unserem Ranger war es erlaubt off-road zu fahren und diversen Tieren nachzuspüren. Im Selous hat´s allerdings auch nicht die Touristenmassen (nur ca. 8000 im Jahr) wie in Serengeti und Masai Mara und viele offizielle Wege waren in schlechtem Zustand und unbefahrbar.
Da unsere Driver ebenso wie wir zum ersten Mal den Süden Tansanias erkunden, waren die Orts- und Streckenkenntnisse des Rangers für uns sehr wertvoll. Zumal wir mit Deo einen sehr unauffälligen und ausgesprochen netten Begleiter mit fundierten Kenntnissen dabei hatten.
Das Reservat wurde neben Fahrzeugpatroullien auch mit einem Kleinflugzeug aus der Luft überwacht und Verstöße gegen die Parkregularien werden per Handy an Ranger in der Nähe gemeldet.


Selous WR


Selous WR

Durch den Ranger hatten wir neben fantastischen Tiersichtungen (siehe Bericht Picco) auch die Möglichkeit
bei der Suche nach Löwen ein mobiles Ranger-Camp zu besuchen, welches wir ansonsten auf keine Fall gefunden hätten. Die Antipoaching-Einheit ließ es sich wirklich gut gehen. Völlig fasziniert vom herrlichen Duft der Buschbäckerei schaute ich dem Koch über die Schulter. Das Schmalzgebäck sah sehr appetitlich aus! Sie hatten ihre Zelte unter großen Borassuspalmen aufgebaut.


Flying Ranger Camp, Selous WR


Flying Ranger Camp, Selous WR


der stolze Bäcker! Flying Ranger Camp, Selous WR


Flying Ranger Camp, Selous WR


Flying Ranger Camp, Selous WR


Flying Ranger Camp, Selous WR


Flying Ranger Camp, Selous WR


Flying Ranger Camp, Selous WR

Die Ranger hatten die Löwen in der Nacht auch gehört und morgens unweit des Camps gesehen. Einer der Jungs erklärte unserem Ranger die Richtung. Wir bedankten uns herzlich für die Auskunft ab ging´s Richtung Löwen.


Selous WR


Selous WR

An einem Tag erkundeten wir mit unserem Tour-Operator Sikoyo die Gegend um Serena Mivumo River Lodge am Rufiji, Nähe Stieglers Gorge. Sein Bruder Elieta arbeitet dort als Manager. Die Lodge war nicht in der Parkkarte und Nüvi eingezeichnet. Von Ranger Deo ließen wir uns die ungefähre Lage erklären.


Karte Game Drive Tagalala CS - Serena Mivumo, Rufiji River, Selous, T4Africa

Über die Hot Springs ging´s am westlichen Lake Tagalalaufer, am Lake Makube vorbei bis wir bei Lizzy Hills auf den breiten mit Sandbänken durchzogenen Rufiji River trafen. Größere Säugetiere hielten sich versteckt. Erst bei Lizzy Hills, hatte es ein paar Giraffen und vereinzelt mal hier und da einige Impalas. Der Weg parallel zum Rufiji führt durch eine sehr waldreiche Gegend und so hatten wir gleich wieder mit Tsetses zu kämpfen.


Lake Makube, Selous WR


Selous WR


Rufiji River bei Lizzy Hills, Selous WR

Da die Beschilderung schlicht nicht vorhanden und die Mivumo River Lodge nicht in der alten Parkkarte, geschweige denn im Nüvi eingezeichnet ist, wählten wir den nächstmöglichen Abzweig nach links zum Rufiji River und landeten beim Kidai Ranger Post. Zwei junge (vereinsamte) Ranger begrüßten uns herzlich und waren gerne bereit uns diesen paradiesischen Platz zu zeigen.

Nachts waren zwei Löwen und ein Eli im Camp und hielten die Ranger auf Trab. Das Ufer unterhalb des Rangerposts besteht aus flachem Sandstrand, ebenso wie das gegenüberliegende Ufer. Die Spuren der Tiere, die zum Trinken an den Fluss kommen, konnte man recht gut ausmachen. In der ausgelagerten "Küche" räucherten sich die Wildhüter gerade Fisch aus dem Rufiji und Impalafleisch, welches sie im gegenüberliegenden Huntingsektor erlegt hatten. Für Patroullienfahrten und zum Fischen nutzen sie ein kleines Motorboot.

Unter einem großen Schattendach mit grandioser Fernsicht auf Fluss und Huntingsektor erledigen sie Büroarbeiten und haben alle Aktivitäten im Blick.


Rufiji River, Kidai Ranger Post, Selous WR


Kidai Ranger Post, Selous WR


Kidai Ranger Post, Selous WR


Kidai Ranger Post, Selous WR


Kidai Ranger Post, Selous WR

In den kleinen Gebäuden neben dem Rangerpost hatte die International Rhino Foundation in früheren Zeiten ihr Headquarter. Alles hier verströmt die Atmosphäre von Out of Africa. Im ehemaligen Office fand ich noch einige vergilbte Fotos aus alten Tagen und allerlei Gebeine und Gehörn von Wildtieren.

Hier warteten piccobello saubere Ablutions auf uns. Wir versorgten die Jungs mit einigen Zeitschriften und Zigaretten, denn üblicherweise müssen sie hier fünf Wochen ausharren, bevor Ablösung kommt. Allerdings schaut mehrmals die Woche ein Versorgungsfahrzeug der Main Gates nach dem Rechten. Wir ließen uns den Weg erklären und einige Kilometer weiter fanden wir endlich die Serena Lodge.


Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Foto aus alten Zeiten, Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Foto aus alten Zeiten, Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Ex-Rhino-Foundation, Kidai Ranger Post, Selous WR


Kidai Ranger Post, Selous WR

Serena Mivumo River Lodge



Am Parkplatz der Serena Mivumo Lodge wurden wir herzlich von Sikoyos Bruder, der in Dar Es Salaam wohnt, begrüßt. Wenn er frei hat, fliegt er ebenso wie die Lodgegäste mit den kleinen Buschmaschinen zeitsparend ein und aus. Stolz erzählte er uns, dass ein Fly-in-package in dieser Lodge nur die Kleinigkeit von 1035 US$ pPT kostet... :whistle:

Auch hier hatten wir einen wunderbaren Blick über den Rufji, aber links und rechts des Flusses hatte es felsige Steilufer, so dass direkt an der Unterkunft außer Leoparden kaum Säugetiere zu beobachten sind. Gegen Extraentgeld kann man das Dinner bei Kerzenschein von Hippos und Kroks umringt auf einer nahegelegenen Sandbank einnehmen. Die üblichen Rivercruises und Ausflüge zur acht Kilometer entfernten Stieglers Gorges sind ebenfalls möglich. Da gerade alle Gäste auf ganztägigen Gamedrives waren, hatten wir die Gelegenheit in aller Ruhe Zimmer und Poolbereich besichtigen.


Rufiji River, Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge


Serena Mivumo River Lodge

Anschließend genossen wir alle zusammen ein gutes Steak mit Blick auf den Fluss. Die Getränke gingen auf´s Haus. Für das Lunch sollte ich 50 US$ pP (!) zahlen. Ich gab´ nur 50 US$ insgesamt!


Rufiji River, Serena Mivumo River Lodge

Fazit zur Serena Mivumo Lodge:
Abgesehen vom Klientel und Preis wäre die Lodge wegen der Lage am felsigen Steilufer in dieser tierarmen Gegend nichts für uns. Der Weg Richtung Lakes, Sand River und Main Road ist sehr weit und die Straßenverhältnisse sind nicht eben prickelnd.

Auf dem Rückweg zur Campsite sichteten wir dann aber noch eine flüchtende Elen-Antilopenherde und einige Wasserböcke.


Selous WR


Bronzeflecktaube/Emerald-spotted Wood-Dove (Turtur chalcospilos), Selous WR


Lake Tagalala, Selous WR

Morgendliches Highlight auf der Campsite: Während wir gegen 07:30 Uhr beim Frühstück saßen, traute ich meinen Augen nicht: Ich schaute auf einen nackten Franzosenhintern, der sich gute 30 Meter vor uns im Gebüsch erleichterte und mit seiner weißen Toilettenpapierfahne wedelte. In aller Seelenruhe verrichtete er danach auch noch sein kleines Geschäft! Ich war und bin wirklich fassungslos, wie sich manche Mitmenschen benehmen!


Karte Lake Tagalala CS - Hippo Camp, Selous GR, T4Africa

Für die Ausfahrt aus dem Selous wählten wir am letzten Tag das südöstliche Mtemere Gate und erkundeten das wesentlich tierreichere Gebiet um den Lake Manze und Lake Nzerakera. Eine wunderschöne Gegend mit romantischem Picnic Spot, der in der Zukunft zur Campsite ausgebaut werden soll.
In einem alten, urigen Baobab hat man einen Hochstand mit Schattendach integriert und im hinteren Bereich mit (nicht funktionstüchtigen) Toiletten versehen. Auch hier wurde eine Baumaßnahme begonnen und nicht zu Ende geführt. Wirklich schade. Für Camper wäre es jedenfalls eine fantastische Übernachtungsmöglichkeit in schöner Gegend unweit der Hotspots. Wie außerordentlich schade, dass wir nicht Zeit mehr für diese Ecke des Wildreservats hatten.


Selous WR


Weißrückengeier/White-backed Vulture (Gyps africanus), Selous WR


Selous WR


Palmgeier/Palm-nut Vulture (Gypohierax angolensis), Selous WR


Deo, Mbuyu Pinic Site, Selous WR


Mbuyu Pinic Site, Selous WR


Haubenbartvogel/Crested Barbet (Trachyphonus vaillantii vaillantii), Selous WR


Selous WR


Selous WR

Zurück auf der sehr guten Main Road Richtung Mtemere Gate fragten wir zwei entgegenkommende Fahrzeuge, ob es in der Richtung aus der sie kamen etwas Interessantes zu sehen gab. Der Fahrer vereinte, aber am Morgen hätten sie unweit der Main Road, etwa auf Höhe der Impala Lodge Wildhunde gesehen. Naja, wirklich Hoffnungen machten wir uns ja nicht, denn von der ehemals größten Wildhundpopulation Afrikas sind im Selous aktuell gerade mal 200 bis 250 Tiere übrig geblieben. Diese hielten sich lt. Deo ausschließlich im Fotosektor des Selous auf. Deo ließ sich den Sichtungsort genau beschreiben.

An der beschriebenen Sichtungsstelle fuhren wir off-road ein Stück ins Unterholz und sahen zunächst nichts. Auch ein weiteres Safarifahrzeug suchte vergeblich nach den Hunden, die durch ihr geflecktes Fell außerordentlich gut getarnt sind und kaum unter den schattigen Büschen mit dem Lichtspiel des Blattwerks zu sehen sind. Schließlich entdeckten wir sie doch. Verteilt unter mehreren niedrigen Bäumen liegen insgesamt 11 müde Wildhunde. Eine gute halbe Stunde beobachteten wir diese seltenen und extrem bedrohten Tiere. Wir mochten sie nicht weiter stören, denn sicherlich haben sie heute schon genug Touristenbesuch genossen.


Selous WR


Selous WR


Selous WR

Mit diesem Highlight zum Abschluss verließen wir das Selous Game Reserve nach fünf Tagen am Mtemere Gate. Der angrenzende Airstrip wurde gerade von einer größeren Elefantenherde mit Mutter- und Jungtieren überquert. Zwei nette Parkangestellte berichtetn, dass sich diese Herde im Umfeld des Gates sicher fühlt und immer zwischen Rufiji River Lodge, Airfield und dem nahen Village ihre Runden zieht. Im Dorf schätzt man die Tiere und lässt sie in Ruhe, denn sie schaffen für viele der hier sehr ärmlich lebenden Menschen eine verlässliche Einkommensquelle im Tourismusgeschäft.


Mtemere Gate, Selous WR


Mtemere Gate, Selous WR


Mtemere Gate, Selous WR

Der Parkmanager, ein moderner Masai aus Arusha und sein Rangerkollege waren sehr an unserem Feedback über den Selous interessiert. Wir unterhielten uns lange. Sie waren ebenfalls recht euphorisch und voller Tatendrang, weil sich der Selous nun selbst verwalten und eigene Entscheidungen treffen kann.

Wir besprachen noch die Modalitäten der Special Campsites (50 US$ pP zuzüglich 20 $ für den bewaffneten Ranger).


Mtemere Gate, Selous WR


Karte, Mtemere Gate, Selous WR

Tatsächlich sind die meisten Tiere hier extrem scheu. Der Elefantenbestand hat in den letzten vier Jahren von ca. 50.000 bis 60.000 Tiere auf nur noch 13.000 Exemplare (Stand 11.2013, Great Elephant Census) abgenommen. Aktuell dürften es sogar noch weniger sein. Die Wilderei ist ein riesengroßes Problem und die Notwendigkeit zum sofortigen Handeln ist nicht zu übersehen.

Die FZG (Frankfurter Zoologische Gesellschaft) wird ihre Partnerschaft mit dem Selous intensivieren und das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit wird im nächsten Jahr 8 Millionen € für den Selous und den Naturschutz in Tansania zur Verfügung stellen. Damit dürfte dann auch die erfolgreiche Partnerschaft mit der GIZ wieder aufleben. Hier ein weiterführender Link zum Thema.


Foto: Matambwe Gate, Selous WR

Speziell zum raschen Schutz der Elefanten wurde dieses Jahr auf Initiative von Dr. Rolf Baldus das Selous Elephant Emergency Project gegründet.
Partner sind:
Selous Game Reserve/Ministry of Natural Resources and Tourism,
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ),
Frankfurt Zoological Society (FZS) und
International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC).

Eine wirklich unterstützenswerte Foundation, die unerlässliche Nothilfe leistet, um wieder ausreichend Scouts für Tag- und Nachtpatrouillen zu bekommen.

Die Tansanische Regierung einschließlich des Präsidenten ist ebenfalls fest entschlossen zu handeln. Der ehemalige Game Warden des Selous ist bereits auf seinen Posten zurück gekehrt und alte Rückhaltesysteme sind wieder an Ort und Stelle. Wir drücken dem Selous, seinen Mitarbeitern und den Tieren die Daumen und werden ein ganz besonderes Augenmerk auf die zukünftigen Entwicklungen des Reservats haben.

Mit den Rangern tauschen wir noch Email-Adressen aus. Man weiß ja nie, wie rasch wir wieder kommen!

Fakten und Fazit Selous Wildlife Reserve
Die heutige Infrastruktur des Selous GR, dem mit 52.000 qkm größten und ältesten afrikanischen Wildschutzgebiet, wurde maßgeblich mit Unterstützung der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit - heute GIZ: Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) bis 2003 mit Millionenbeträgen aus Deutschland aufgebaut. Nur etwa 10 % des Reservats im Norden sind für den Foto-Tourismus freigegeben. Der weitaus größere Bereich ist dem Jagdtourismus vorbehalten.
Bis 30.06.2014: Staatliche Zuschüsse gibt es nicht, im Gegenteil, das Reservat muss für den Staat Gewinne erwirtschaften, ansonsten droht die Entwidmung („De-Gazetting“) von Flächen insbesondere im Süden und Südwesten, wo der Bevölkerungsdruck auf die Reservatsgrenzen bereits steigt. Quelle: Wikipedia

Ab 01.07.2014 sind alle Wildreservate Tansanias einer neuen Verwaltung - Tanzanian Wildlife Authority (TAWA) - und nicht mehr direkt der Regierung unterstellt. Den Wildreservaten ist es nun möglich ihre Einnahmen selbst zu verwalten und eigenständig darüber zu entscheiden, wie und wo die Gelder investiert werden. Man spürt förmlich den Enthusiasmus in Deos Stimme. Bisher waren immer langwierige Anfragen an die Politiker in Dar notwendig und oftmals hieß es, es wäre kein Geld für Investitionen vorhanden.

Auf der anderen Seite wird die Landfläche des Selous zwecks Ausbeutung von Bodenschätzen meines Erachtens immer mehr in den Vordergrund treten, denn für den Staat lässt sich aus dem nur wenig von Touristen besuchten Park auf diese Art viel mehr Gewinn erzielen! Ein Teil des südlichen Selous wurde bereits 2010 mit Genehmigung der UNESCO aus dem Weltkulturerbe zwecks Uranabbaus ausgegliedert. Auch die Förderung von Erdöl dürfte aktuell aufgrund der hohen Weltmarktpreise wieder in den Fokus der Politiker rücken. Zudem ist immer mal wieder der Bau eines weiteren Staudamms bei Stieglers Gorge zwecks Stromgewinnung im Gespräch.

Da der Selous mit seinen Eintrittspreisen zu den teuersten Reservaten/Parks in Tansania gehört (Mahale und Gombe nehmen wegen der Schimpansen und Kili wegen des Massenauflaufs am Berg eine Sonderstellungen ein) hier noch ein offenes Wort: Für manche Dinge scheint mir der verklärende Blick bzw. die Passion zu fehlen. Finanzielles Missmanagement und eine aus dem Ruder gelaufene Wilderei haben den Mythos Selous zerstört.

Da niemand die Zukunft voraussehen kann, sollte man sich beeilen, bevor möglicherweise von diesem ehemals grandiosen Weltnaturerbe nichts mehr übrig ist. Touristenmassen und Aufläufe wie in den nördlichen Parks sind hier eher selten an der Tagesordnung. Wir haben kaum andere Fahrzeuge gesehen. Und ja, hier hat man noch die Möglichkeit einsamer Nächte mitten im Busch, aber das Reservat benötigt aufgrund der Größe und langen Distanzen Zeit! Fünf Tage waren für uns viel zu kurz, um alle interessanten Ecken zu erkunden. Wir werden auf jeden Fall bald noch einmal wieder kommen.

Literaturempfehlung und dekoratives Schmuckstück im Bücherregal: Wildes Herz von Afrika: Der Selous - traumhaftes Wildschutzgebiet von Dr. Rolf D. Baldus, 2011, der viele Jahre für die GIZ im Selous gearbeitet hat und das Reservat wie seine Westentasche kennt.

Fortsetzung folgt.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

www.butterblume-in-afrika.de
Letzte Änderung: 11 Sep 2014 23:39 von Butterblume.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
Folgende Benutzer bedankten sich: Sanne, Erika, lilytrotter, Topobär, Lil, uganda80, picco, Daxiang