THEMA: Tansania, Northern Circuit November 2013
02 Dez 2013 19:23 #315253
  • Rajang
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  • Rajang am 02 Dez 2013 19:23
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Hier eine kleine Zusammenfassung von unserem Trip.

Automiete (Selbstfahrer) Tansania versus Auto & Driver
Die Kosten für Selbstfahrer sind gleich gross, wie Miete eines gleichen Fahrzeuges mit Driver/Guide. Diese betragen zwischen 200 und 220 Sfr pro Tag, alles inklusive.

Dabei sind folgende Kosten berücksichtigt:
Selbstfahrer:
Beim Selbstfahrer kommen noch die Kosten für eine ‚comprehensive insurance‘ dazu, die Schäden ausserhalb von ‚third party‘ abdeckt. Also wie bei uns Teil- resp. Vollkasko. Bei einer solchen Versicherungsabdeckung kommt einzig die Reparatur eines ‚platten‘ Reifens noch zu Lasten des Mieters.
Diesel (2250 Tshs / Liter), Eintritte Nationalparks pro Tag USD 13.00

Driver / Guide:
Trinkgeld ca. 20 USD pro Tag

Vor- und Nachteile:

Driver / Guide:


Falls diese Person auf die persönlichen Wünsche eingeht (Abfahrtszeiten, Interessen), über ein einigermassen gutes Wissen über Tierverhalten verfügt, Radiokontakt für aussergewöhnliche Tiersichtungen benutzt, dann ist der Tiererlebnisfaktor höher, als beim Selbstfahrer. Die Pop-Up Roofs in Tansania sind quasi Standard beim LC, und vielfach auch LR. Das Sichterlebnis ist nicht vergleichbar mit dem südlichen Afrika. Dadurch aber auch das ‚Stauberlebnis‘, das vor allem Kameras arg zusetzten kann.
Kein Risiko für Fahrzeugschäden wie auch Polizeikontrollen, Probleme mit Fahrzeug.

Nachteil: Tempo, Route, spontane Aenderungen, ungleiche Interessen (90% der Touristen sind allein auf Katzen / predators fixiert).

Selbstfahrer:

Volle Flexibilität in Route, Tempo, Abfahrzeiten. Spontane Aenderungen im Tagesablauf. Bessere Orientierung wo was ist, weil die Route intensiv wahrgenommen wird durch eigene Planung und Fahren.

Nachteil: Viel Energie geht für Fahren drauf, die Strassenverhältnisse sind in den Parks kaum je einfach (teilweise haarsträubend zumal die Einheimischen mit 80 /90 fahren) und benötigen sehr viel Konzentration (KEIN Vergleich der Strassenverhältnisse etwa mit Namibia – dort sind gravel road ‚Sonntagsfahren‘). Restrisiko bei Unfällen, Polizeikontakt, Tankfüllungen und ähnlichem mehr.

Fahrzeug

Wir hatten einen Landcruiser, Jahrgang 2013 mit 9500 km. Also einen Neuwagen, auch wenn er Innen infolge der enormen Staubmengen in den Parks nicht mehr so aussah. Zudem hatte der Wagen einen Umwandler und zwei normal Steckdosen im Passagierraum – somit konnten wir alles wieder laden während dem Fahren.
2 x 80 l Tank (Standardeinbau), Verbrauch knappe 15 l Diesel. 2 Reserveräder, HiLift Jack und Schaufel, Abschleppseil, das wars. Diesel in der Serengeti zu tanken war kein Problem.
Wir haben noch kaum je eine solche Fahrzeugabgabe erlebt. Nur die Frage: war alles in Ordnung und den Autoschlüssel nicht mitnehmen… das wars. Das Fahrzeug wurde überhaupt nicht angeschaut.

Unterkunft

Wir haben uns entschieden, nicht selber zu campieren. Primär weil ich Campingplätze mit x Standplätzen hasse und die Special Campsites eigentlich keine Infrastruktur haben. Unser Autovermieter bietet FZ mit Dachzelten an (www.autohome.it – Serie Columbus). Zudem ist Campingequipment nicht so gut und einfach erhältlich wie im südlichen Afrika. Die Unterkunft selber buchen online ist schwierig. Da kein Einheimischer Tourismus existiert, sind die Preise speziell für die Unterkünfte in den Parks absolut undurchsichtig. Die Buchung über den Autovermieter zeigte Preise von -20% gegenüber den online rack rates. Die Marge, die der Autovermieter verdiente, scheint dann nochmals bei 20% zu liegen.
Alle die von uns besuchten Lodges und natürlich tented camps haben keinen Zaun. Somit die Hyäne, welche während der Nacht Abwasser trinken kommt oder der Büffel, der Weg am Morgen den versperrt sind an der Tagesordnung.
Vorteil von unserem Autovermieter war, dass er etliche Sonderangebote offerieren konnte. Lodges, die statt 300 USD (Full board, 2 Pers) normalerweise bis das dreifache verlangen. Was wir nie bereit gewesen wären zu bezahlen. Wir hatten einen Upgrade in die Crater Lodge, die gemäss rack rate gegen 1500 USD pro Person wäre……
WLAN war überall in den Lodges vorhanden, meist sogar im eigenen Zimmer / Bungalow. Und dies ohne Ausnahme gratis. Strom ist nicht überall 24h verfügbar. Wer nicht in der Lodge Frühstück oder Lunch will, der verlangt eine Breakfast-/Lunchbox für unterwegs. Zumal das Essen bei Full board dabei ist. Diese ‚Essboxen‘ waren für uns immer vielzuviel. Deshalb sammelten wir dann jeweils die nichtangetasteten Lebensmittel und schenkten diese Strassenarbeitern unterwegs. Asane sante war das mindeste was wir dafür bekamen…..

Selbstfahrer

Wir sind in 2 Wochen durch die Parks ingesamt 4 Selbstfahrer-Touristen begegnet! Die anderen Muzungus (Weisse) am Steuer waren irgendwelche NGO’s die im Park tätig sind. Die Akzeptanz zu den Einheimischen Driver/Guides war erstaunlich gut, teilweise überschwenglich. Wir hatten im Vorfeld Bedenken, weil wir diesen ja eigentlich einen Job wegnahmen.
Obwohl wir die Strassen kannten, hatte ich den desolaten Zustand nicht so in Erinnerung. Auf der Hauptachse waren die Verhältnisse in etwa wie zwischen Mata-Mata und Twee Rivieren im KTP. Hohe Konzentration und fahren um max. 40 km/h waren die Norm. Die Staubentwicklung auf den Pisten gegen und um Ndutu waren eine neue Dimension!
Das grösste Aufsehen gab es natürlich, wenn meine Frau am Steuer war. Ich habe mich köstlich amüsiert über die Reaktionen...

Einkauf

Shoprite hat einen sehr guten Laden in Arusha. Zudem kann mit Kreditkarte bezahlt werden, ohne Zuschlag. Dann kann auch eine Sim Karte z.B. AIRTEL (Passvorweisen notwendig) gekauft werden, eine Minute nach Europa kostet so ca. 0.50 €. Empfang war mit Ausnahme der Lobo Area im Norden der Serengeti überall. Barclays hat zudem dort auch einen ATM, mit Postcard aus der Schweiz kein Problem.

Parkeintritte

Mit Ausnahme von NCA (Ngorongoro Conservation Area) bezahlten wir den Eintritt mit Kreditkarte (cash nicht mehr möglich), wahlweise in Tshs oder USD, ohne dass dann noch die 5% dazugeschlagen werden wie in vielen Fällen sonst. Für die NCA hatten wir eine Bankbestätigung (durch den Autovermieter organisiert).

Tarangire

Die besten Tiersichtungen waren entlang des gleichnamigen Flusses. Novum für uns: Ein Leopard der eine Baboon Gruppe angreift und Sekunden später in wilder Flucht verfolgt von mehreren ‚big boy’s‘ an uns vorbeirast. Eine Unterkunft in der Tarangire Safari Lodge (Bungalow) ist ein Busherlebnis!

Manyara

Etwa 90% der Besucher dieses Parkes bewegen sich in den ersten 20% des Parkgeländes. Wir fuhren diesmal runter bis zu den hot springs und wurden belohnt u.a. durch eine Büffelherde mit mehreren Hundert Tieren. Zudem kommt man den Flamingos bei den hot springs so nahe wie sonst nirgends im Park. Dort hat es aber auch Unmengen anderer Wasservögel, Störche, Pelikane, Limikolen…. In diesem Teil des Parkes sind wir 2 anderen FZ begegnet.

Ngorongoro

Wir waren auch im Krater und haben keinen Führer aufgedrängt bekommen. Wir erklärten, dass wir schon etliche male hier gewesen seien…… Rückblickend müssen wir jedoch sagen, dass die 200 USD eigentlich nicht gerechtfertigt sind – lieber einen Tag länger in der Serengeti. Der Krater selber mit dem Blick in die Tiefe ist absolut sehenswert, aber 200 USD für über den Kraterboden zu fahren sind zuviel. Der Abstecher nach Ndutu ist empfehlenswert, so muss auch weniger km auf der Hauptpiste gefahren werden und die Ndutu Gegend ist ein stilles backwater (jedenfalls alls wir nun da waren) im Vergleich zu Seronera, aber landschaftlich interessant, wie auch von den Tieren her. Natürlich haben wir auch die Genets in der Ndutu Lodge bewundert.

Serengeti

Die Migration, wie wir sie vor 2 Jahren erlebt haben findet möglicherweise dieses Jahr in ‚Stücken‘ statt. Wer nach 2-3 Tagen immer noch nach Löwen schreit, scheint etwas missverstanden zu haben. Wir haben schöne Sichtungen von ziehenden Herden (meist ja in Einerkolonne über mehrere Kilometer) Gnus und Zebras gehabt. Sehr wenig Elefanten, im Vergleich etwa zu Tarangire, dafür ausserordentlich gute von Elands in der Lobo Area. Dort sahen wir auch African Wild Dogs (ein Engländer bemerkte trocken, dass Selbstfahrer in der Serengeti noch seltener als diese seien…..). Nebst den Tieren war das Wetter spektakulär. Die täglichen Gewitter, die irgendwo über der Serengeti niedergingen haben sehr schöne Kontraste geboten zum üblichen Hintergrund.

Fazit

Die Ausgaben einer solchen Reise in Tansania betragen rund das doppelte was im südlichen Afrika (ohne Berücksichtigung der Flüge) mit vergleichbarem FZ. Mit normalen Mietwagen ist die Differenz noch massiv grösser. Selbstfahrer in Tansania ist ein Erlebnis für sich (manchmal gab es bei den Lodges 3 Lunchboxen, weil da doch ja noch irgendwo ein Driver sein musste……).

Gruss Rajang
Letzte Änderung: 02 Dez 2013 19:28 von Rajang.
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02 Dez 2013 20:46 #315278
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  • ANNICK am 02 Dez 2013 20:46
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Hallo Rajang,

Ich danke dir recht herzlich für dein Feedback. B)

Wenn ich so deinen Bericht lese, tendiere ich auch selber zu fahren..... :)

Deine Infos helfen mir sehr. :silly:

Für uns geht es aber erst im Januar 2015 nach Tanzania. :cheer:

Es grüsst
Annick
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02 Dez 2013 21:14 #315287
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  • Rajang am 02 Dez 2013 19:23
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Schön, dass ich Dir Input geben konnte Annick.

Ach ja, den Autovermieter (ob mit oder ohne driver, Dachzelt, etc.), der Dir alles organisiert ist

www.fortescarhire.com/index.htm

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Gruss Rajang
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02 Dez 2013 21:23 #315290
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  • Rajang am 02 Dez 2013 19:23
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Wer übrigens zum Beispiel aus Namibia nach Tansania fahren möchte, und dort den Wagen stehen lassen, hier ein Anbieter für sowas:

www.safaridrive.com/safari_styles/index.htm

Wir haben im Ngorongoro Engländer getroffen als Selbstfahrer die nun den Wagen nach 3 Monaten in Arusha abgeben. Start war Windhoek.

Gruss Rajang
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02 Dez 2013 21:47 #315295
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  • Botswanadreams am 02 Dez 2013 21:47
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Hallo Rajang

Willkommen zurück in der kalten Schweiz. Vielen Dank für Deine Infos. Wir sind seit zwei Wochen aus dem Süden zurück und es wird nicht das letzte Mal Tanzania sein. Wird es Bilder und ein wenig mehr Reisebericht von Dir geben? Bitte, bitte.

LG
Christa
www.botswanadreams.de

"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
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03 Dez 2013 06:34 #315320
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Hallo Rajang,

besten Dank für diese tollen Infos, die wir gut brauchen können, denn es geht bei uns in 19 Tagen los zu unserer ersten Selbstfahrerreise nach Tansania. Wir sind schon soooooo gespannt.!!

Kalten, sonnigen Gruß aus Wien
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