THEMA: Das volle Programm (Reisebericht Tansania 12/13)
15 Jan 2013 20:20 #270622
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  • christina am 15 Jan 2013 20:20
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Hallo Topobär, und natürlich alle anderen
Ziel 1 kurz nach Kenya (wahrscheinlich über Namanga in den Amboseli und dann über Taveta zurück) wegen der Zollpapiere unseres Autos.
Ziel 2 Besteigung des Mt Meru (oder zumindest little Mt Meru)
Ziel 3 Enduiment wildlife Manangment Area /Western Kililmanjaro, mal sehen was es da so gibt
Ziel 4 Serengeti mit Schwerpunkt Ndutu/Moru
Ziel 5 (falls möglich, müssen uns noch vor Ort erkundigen) Maswa Game reserve (kennt das jemand??, darf man da hin? wo gibts den den Permit?)
Ziel 6 (falls noch Zeit bleiben sollte) Tarangire
Bis bald (hoffentlich) Christina
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15 Jan 2013 20:37 #270626
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  • ANNICK am 15 Jan 2013 20:37
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Hallo Topobär,

Die beiden Protagonisten auf dem Bild finde ich klasse!B)

Sie wissen wie es sich gut lebt....:P

Ein sehr guter Anfang!!!:laugh:

Ich freue mich besonders auf deinen Reisebericht denn Tansania steht 2014 auf meine Wunschliste.

Es grüsst
Annick
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16 Jan 2013 08:17 #270663
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  • Topobär am 16 Jan 2013 08:17
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@franzicke:
Bis auf den Ballon sind wir alles selbst gefahren. Gebucht hatten wir nur den Wagen und die erste Übernachtung. Beides, wie schon seit Jahren in Ostafrika, bei Sunworld (die Umsetzung erfolgte durch deren tansanisches Tochterunternehmen 4x4 Adventure Safaris).

@christina:
Das hört sich ja nach einer sehr interessanten Tour an. Da würde ich mich sehr freuen, wenn Du nach Deiner Rückkehr von Deinen Erlebnissen berichtest.

@Annick:
So edel und gepflegt sahen wir auf der Tour nur sehr selten aus. Unser üblicher Look bestand aus Staub oder Schlamm.

@all:
Über das breite Interesse freue ich mich sehr. Das motiviert ganz gewaltig.
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17 Jan 2013 13:23 #270934
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2.Tag (So. 23.12.2012)
Arusha – Arush National Park

89km

Vor lauter Vorfreude und gespannter Erwartung habe ich nicht sehr gut geschlafen und bin schon bei den ersten Anzeichen der Dämmerung auf den Beinen, d.h. um 6:00Uhr. Das frühe Aufstehen ohne Wecker sollte auch im weiteren Verlauf der Reise nie ein Problem sein. Irgendwie passt sich mein Bio-Rhythmus im Urlaub immer dem natürlichen Tag/Nacht-Verlauf an.

Schnell angezogen und vor die Tür. In einiger Entfernung kann ich Zebra, Eland und Strauss auf dem Lodge-Gelände erkennen.

Um 6:30Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und pünktlich um 7:00Uhr steht der Fahrer von 4x4 Adventure Safaris vor der Tür, um uns zu deren Office in Arusha zu bringen.

Die Fahrzeugübernahme geht routiniert über die Bühne. In rund 2h ist alles erledigt. Bei den Fahrzeug handelt es sich um einen Nissan Patrol in der Safari-Version. Um das Safari-Dach nutzen zu können haben wir uns gegen ein Dachzelt entschieden und werden im Bodenzelt schlafen. Die mittlere Sitzreihe wurde demontiert, so dass der Wagen extrem viel Platz für Gepäck und Ausrüstung hat, den wir zu unserem Erstaunen auch tatsächlich brauchen sollten. Gut – mit ein wenig Aufwand hätte man sicherlich auch effizienter packen können, als wir es taten, aber man ist ja im Urlaub. ;) Außerdem hatte unser System den Vorteil, jederzeit an alles heranzukommen (dachten wir zumindest). Eine weitere Person hätte aber in dem Riesen-Fahrzeug keinen Platz mehr gehabt.

Die Reifen waren nicht neu, aber in gutem Zustand, was auch für die beiden Ersatzreifen galt. Es handelte sich um Reifen für harten felsigen Boden. Das sollte den Vorteil haben, dass wir trotz zum Teil übelstem Untergrund keine einzige Reifenpanne haben sollten. Auf die Nachteile dieser Bereifung werde ich zu gegebener Zeit noch ausführlich eingehen.

Die beiden Tanks fassen zusammen 180l Diesel, so dass man sich die beiden zusätzlichen Sprit-Kanister unserer Meinung nach hätte sparen können. Wir haben sie jedenfalls nie füllen lassen und auch den Subtank mussten wir nur ein einziges Mal aktivieren.

Die Ausrüstung war sehr umfangreich, vor allem die Küchenausrüstung begeisterte mich wieder. Allerdings mussten wir im Laufe der Reise feststellen, dass die Ausrüstung qualitativ nicht ganz mit der Ausrüstung von Sunworld in Kenia mithalten konnte. Ich werde zu gegebener Zeit darauf eingehen.

Isomatten und Schlafsäcke des Verleihers lassen wir im Depot, da nehmen wir traditionell lieber die Eigenen. Auf Nachfrage bekommen wir noch zwei weitere Boxen für Lebensmittel, was sich für die Ordnung im Fahrzeug als goldwert erweisen sollte. Die drei 20l-Wasserkanister stehen bereits gefüllt im Wagen.

Gegen 10:00Uhr ist die Fahrzeugübernahme erledigt und wir starten. Zunächst gilt es, Lebensmittel und die lokale Währung zu bekommen. Ob der große Shoprite-Supermarkt heute am Sonntag offen hat, konnte uns niemand sagen, so dass wir als erstes dort vorbei schauten. Wir hatten Glück, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Der Laden hatte offen, eine sehr gute Auswahl und man kann mit Kreditkarte zahlen. Wir bekamen fast alles, was auf unserer Einkaufsliste stand. Darüber hinaus hat der Shoprite auch in Sachen Campingausrüstung ein sehr gutes Angebot. Liegt wohl daran, dass Arusha die Safari-Hauptstadt Tansanias ist. Wir kauften uns jedenfalls gleich noch einen Campingtisch, da die Tische des Verleihers alle untauglich waren. Zu klein und so wackelig, dass garantiert die Hälfte aller Speisen und Getränke verschüttet worden wäre. Mit zwei vollen Einkaufswagen und um 250,-€ ärmer verließen wir den Shoprite. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass Arusha und Dar-es-Salam auch die einzigen Städte in Tansania sind, in denen man Supermärkte europäischen Zuschnitts findet.

Bargeld tanken kann sich in Tansania auch ganz schön hinziehen. Zwar gibt es inzwischen jede Menge ATM und das auch in kleineren Städten, jedoch ist nur ca. die Hälfte betriebsbereit und man muss auch immer die richtigen Banken für die jeweils verwendete Karte finden. Wir holen Bargeld mit einer Maestro-Karte der Sparkasse und waren im Laufe der Reise bei folgenden Banken (incl. Limiten, je Abhebung) erfolgreich.

Stanbic Bank – je 100.000,-TSH je Abhebung
Exim Bank – je 200.000,-TSH je Abhebung
Barclays Bank – je 400.000,-TSH je Abhebung

Alle anderen Banken haben sich uns verweigert, selbst wenn das Maestro-Zeichen am ATM prangte. :angry:

Jetzt war die Arbeit erledigt und der Urlaub konnte endlich losgehen. Wir brachen auf zu unserem ersten Ziel, dem Arusha Nationalpark. In weniger als einer Stunde war er erreicht. Bis auf die letzten 2km alles auf Asphalt.

Doch bevor es in den Nationalpark ging, checkten wir kurz in unsere Unterkunft, der Colobus Mountain Lodge, ein, machten dort das Dinner klar und bauten das Zelt auf. Das Zelt war sehr klein (2m x 1,2m). Unsere Isomatten passten gerade so hinein und bei einer Körpergröße von 1,96m hatte ich immer Kontakt zu Zeltwand.

Dann ging es aber endlich los in den Nationalpark. Den Eintritt konnten wir mit Visa bezahlen und auch eine Landkarte des Nationalparks konnten wir am Gate erwerben. Während Kathrin eincheckte hatte ich meinen Spaß mit 3 kleinen Kids, die bei mir Ihre ersten in der Schule erworbenen Englischkenntnisse ausprobieren wollten.

Unser erstes Ziel im Arusha National Park war der Ngurdoto Crater. Bald schon tauchten wir in dichten Bergwald ein. Bei so dichter Vegetation rechneten wir uns keine allzu großen Chancen auf Tierbeobachtungen aus, wurden aber positiv eines besseren belehrt. Wir waren noch nicht lange unterwegs, da sahen wir die ersten Colobus Affen und es wurden immer mehr. Ganze Bäume voll mit diesen wunderschönen Tieren.



Aber auch in den Büschen direkt am Weg turnten die afrikanischen Frackträger umher, so dass ich trotz der schwierigen Lichtverhältnisse ganz passable Fotos von ihnen machen konnte. Meist waren sie am rumtoben, was herrlich mit anzusehen war, aber manchmal hielten Sie zum Glück für den Fotografen auch still. Solche Fotos waren mir bislang noch nie geglückt und so hatten wir schon nach sehr kurzer Zeit unser erstes Urlaubs-Highlight.



Auf schmaler, aber einfach zu befahrener Fahrspur ging es durch beeindruckenden Bergwald zum Kraterrand.



Unser Ziel war der Leitong viewpoint, der mit 1853m höchste Punkt des Kraterrandes. Von hier hatten wir einen super Blick sowohl in den Krater als auch auf den Rest des Nationalparks. Leider konnten wir keine Tiere im Krater entdecken. Die in der Karte eingezeichnete Fahrspur um den gesamten Krater herum gibt es übrigens nicht mehr. Die Fahrspur führt heute nur noch bis zum Leitong viewpoint und zum Buffalo point.


Blick in den Ngurdoto Crater


Heute war eindeutig Affen-Tag. Auch auf dem Weg vom Krater herunter sahen wir wieder zahlreiche Colobus durch die Büsche und Bäume flitzen. Aber auch Grüne Meerkatzen, Diadem-Meerkatzen und Paviane konnten wir beobachten. Teilweise alle gleichzeitig von einem Standort aus.



Unser nächstes Ziel in Nationalpark waren dann die Momella Seen. Als erstes steuerten wir in dem Gebiet den „Boma la megi viewpoint“ an, von dem aus man einen schönen Überblick über die Seen hat. Als ich dort eine Cola aus dem Kühlschrank nehmen will, blinkt die „Error-Leuchte“. Es dauert einige Zeit, bis ich herausbekomme, wie ich das Teil wieder zum laufen bringe. Einfach ein hartes Reset indem der Stecker gezogen wird. Das Prozedere gibt’s ab jetzt mindestens einmal pro Tag, meist aber häufiger.

In diesem Teil des Parks finden sich viele Giraffen und größere Gruppen von Wasserböcken. Diese führten zahlreiche Kälber, die sich für Antilopen ausgesprochen neugierig zeigten. Sagte ich schon, dass Wasserböcke meine Lieblings-Antilopen sind? Die sind so herrlich puschelig und die Kleinen geradezu flauschig. Wie frisch mit Perwoll gewaschen.



Die Momella Seen sind Sodaseen. Als Tränke für die Wildtiere fallen sie damit aus, sind dafür aber bei den Flamingos sehr beliebt. Die Ufer und die flachen Stellen der Seen sind deshalb auch durchgehend rosa gesäumt.



Unterwegs bei den Momella Seen fingen wir uns dann noch einen Rüffel von einer Rangerin ein. Die Strecke ist Einbahnstraße und wir wären als Geisterfahrer unterwegs. Sie hatte recht. Ich hatte mich auf die Karte des Nationalparks verlassen und nicht auf die Beschilderung vor Ort geachtet. Leider ist die Richtungsangabe in der Karte falsch eingezeichnet. Mit der Ermahnung lies es die Rangerin dann aber glücklicherweise auch bewenden.

Unseren Sundowner genossen wir dann bei den Serengeti Plains. Leider ohne Sonne, da sich diese hinter Wolken und dem Mount Meru versteckte, dafür aber mit Zebras und Büffeln unweit des Wagens, auf dessen Dach wir saßen.



Zurück auf unserer Campsite reichte die Zeit dann gerade noch für eine schnelle Dusche, bevor es zum Dinner ging.


Colobus Mountain Lodge

1km vom Gate des Arusha National Parks entfernt und somit sehr günstig gelegen. Kein warmes Wasser. Die Campsite ist eine von Gebäuden, Bäumen und Büschen umgebene kleine Wiese ohne jede Aussicht, was mir nicht so gefiel. Auf der Campsite brennt die ganze Nacht Licht, was ich nicht mag. Das 4-Gänge Dinner war sehr lecker, reichlich und günstig. Das Bier leider nicht kalt.

Auch wenn mir das Dinner sehr zusagte, würde ich mir beim nächsten Mal eine der anderen Lodges mit Campsite in der Nähe des Gates ansehen und dort oder auf der public campsite des Arusha National Parks übernachten.
Letzte Änderung: 19 Jul 2013 16:38 von Topobär.
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17 Jan 2013 13:41 #270940
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  • Butterblume am 17 Jan 2013 13:41
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Hallo Thomas,

an dieser Stelle vielen Dank für die ausführliche Beschreibung zur Ausrüstung des Nissans!!! Hat der Nissan eine Klimanlage?

Dieser informative Post von Dir wandert ausgedruckt direkt als Beilage in den Reiseführer! :woohoo:
Sagte ich schon, dass Wasserböcke meine Lieblings-Antilopen sind? Die sind so herrlich puschelig und die Kleinen geradezu flauschig. Wie frisch mit Perwoll gewaschen.
Dem stimme ich bedingungslos zu. Habe sowohl in Uganda wie auch in Kenia wirklich schöne, kontrastige Fotos von den Wasserböcken machen können. Und die stehen immer ganz geduldig Modell!

Herzlichen Dank fürs Mitnehmen

Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

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18 Jan 2013 08:07 #271062
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  • Topobär am 16 Jan 2013 08:17
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Der Wagen hatte eine Klimaanlage. Da wir in Afrika immer mit heruntergekurbelten Fenstern und ohne Klimaanlage fahren, haben wir nur durch Zufall mitbekommen, dass sie nicht funktionierte. Als der Wagen nach einem starken Regen von innen heftig beschlagen war, wollten wir das Trocknen mittels Klimaanlage etwas bescheunigen. Es kam aber nur heiße Luft.
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