THEMA: Das volle Programm (Reisebericht Tansania 12/13)
21 Mär 2013 13:46 #281920
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18.Tag (Di. 08.01.2013)
Lobo Campsite – DikDik Campsite
156km

Nachts werde ich wach, weil mir jemand ein Ohr abkaut. Naja, nicht ganz, aber wenn ein Büffel nur einen Meter neben dem Zelt die Wiese mäht, ist das akustisch ein interessantes Erlebnis.

Da die Campsite einen weiten Blick nach Osten gewährt, stehen wir in Erwartung eines prächtigen Sonnenaufgangs heute besonders früh auf und werden nicht enttäuscht.



Die nächtlichen Ruhestörer sind weiterhin in der Nähe und scheinen den Anblick ebenfalls zu genießen; jedenfalls schauen sie auch andächtig zur sich über die Lobo Hills schiebenden Sonne.

Der Kopje hinter unserem Zelt beginnt zu glühen. Weshalb sind solche Augenblicke nur immer so schnell wieder vorbei.



Dann starten wir auch schon. Das Zelt bleibt stehen und Frühstück soll es unterwegs geben. Unser Ziel ist der lange Grumeti Game Drive Circuit. Der Weg zum Grumeti zweigt nur wenige Kilometer südlich von Lobo von der Hauptpiste ab und lässt sich gut fahren. Augenscheinlich wird er instand gehalten, da er auch die Zufahrt zu einer Luxus-Lodge ist. Am Grumeti finden wir zwar ein Schild zum Circuit, aber keinen dazu gehörigen Weg. Wir treffen einen Ranger, der uns informiert, dass die Strecke völlig zugewachsen und unpassierbar ist. Schade! Also auf dem gleichen Weg zurück. Tiere gibt es hier auch nicht allzu viele. Die beiden Klippspringer waren noch das Beste, denn meist lassen einen die scheuen Böckchen nicht so nah heran kommen.



Zurück auf der Hauptpiste versuchen wir es östlich der Hauptpiste mit dem Gamedrive. Hier enden aber alle Wege nach kurzer Zeit an mehr oder weniger großen Schlammpassagen, die alle noch keine Befahrungsspuren aufweisen. Ich möchte aufgrund meiner Erfahrungen auf dieser Reise auch nicht der Erste sein, der die Befahrbarkeit der Passagen testet. So fahren wir ziemlich gefrustet zurück zur Campsite, frühstücken dort und beratschlagen was wir jetzt machen.

Wir entscheiden uns, schon einen Tag früher in die Seronera Area zu fahren. Sollten die Strecken dort genauso schwierig sein, hat man zumindest die Chance auf schnellere Hilfe, als hier im ausgestorbenen Norden der Serengeti. Außerdem erwarten wir dort mehr Tiere. Glücklicherweise werden die Campsites in der Serengeti nicht fest zugewiesen, so dass man hier auch spontan seine Planung ändern kann. Ein großer Vorteil gegenüber vielen Nationalparks im südlichen Afrika.

Auf der Fahrt Richtung Süden sehen wir viele Tiere. Meist weiter weg, hier ist einfach viel Platz. Einige zeigten sich aber auch in guter Fotoentfernung.



Im Westen, Richtung Lake Victoria steht eine gewaltige dunkle Gewitterfront, während bei uns die Sonne scheint. Das gibt herrliche Fotos, wenn die Tiere sich vor diesem dunklen Hintergrund präsentieren. Wir hoffen aber, das Gewitter ist standorttreu.



Wir entdecken auch zwei Löwinnen. Sie sind sehr hektisch und angespannt. Die eine Löwin faucht uns sogar an. So etwas habe ich bei diesen normalerweise so coolen Tieren noch nie erlebt. Was mit denen wohl los war?



Bevor wir nach Seronera kommen machen wir noch einen Abstecher zum Retima Hippo Pool. Inzwischen gibt es hier sogar einen Picknickplatz. Der ist neu für uns. Auch der Pool ist ganz anders als wir ihn von früheren Besuchen kennen. Diesmal finden wir keinen kleinen Pool, in dem sich die Hippos drängeln, sondern einen reißenden Wildwasserfluss.

Aber die Hippos gibt es natürlich noch immer. Als wir ankommen liegen sie friedlich aneinandergekuschelt im Kehrwasser.



Aber irgendwann wird es zwei Jungbullen zu langweilig.



Die beiden haben das dringende Bedürfnis zu klären, wer der Chef im Pool ist.



Es geht hoch her…



Bis einer aufgibt und flüchtet; nicht ohne dass ihn der Sieger noch einmal kräftig in den Arsch beißt.



Was für eine Show. Der Kampf dauerte fast eine halbe Stunde.

Jetzt wird es aber Zeit eine Campsite auszuwählen. Es gibt hier in Seronera 6 public campsites und da wir die nächsten 3 Nächte hier verbringen wollen, sollte sie uns auch gefallen.



Wir entscheiden uns für die DikDik Campsite. Zum einen ist hier nur wenig los und zum anderen hat man den besten Blick übers Land, da diese Campsites am äußersten Rand des Areals mit den public campsites liegt. Auch das Waschhaus ist in einem ordentlichen Zustand.

Hier erleben wir auch mal wieder ein Kapitel typisch afrikanischer Logik. Es gibt einen Bereich bei der Campsite, der für das Abstellen der Fahrzeuge gedacht ist. Will man mit seinem Fahrzeug auf die Campsite fahren (da man ja als Selbstfahrer kein Rudel Helferlein hat, die einem Gepäck und Ausrüstung durch die Gegend schleppen) kostet das 200,-US$ pro Nacht. Hat man jedoch ein Wohnmobil oder einen Wagen mit Dachzelt, darf man ohne weitere Gebühren auf die Campsite fahren und sich dort zur Übernachtung hinstellen.

Wir fanden einen netten Platz, wo Campsite und Fahrzeugbereich aneinander grenzten, so dass wir das Problem auf diese weise lösen konnten. Zelt und Wagen standen jeweils dort, wo sie hingehörten und doch nur 2m auseinander.

Schon beim Abendessen hörten wir, dass Elefanten in der Nähe sind. Beim GinTonic waren sie dann schon in Reichweite unserer Taschenlampe und als wir zum schlafen im Zelt verschwanden waren sie nur noch 100m entfernt. Wir waren kaum in den Schlafsäcken, da standen sie auch schon direkt neben dem Zelt. Da atmet man dann schon etwas flacher, man möchte die Tiere ja nicht erschrecken. Ich wage es nicht mich zu bewegen. Die meisten Elefanten ziehen rasch weiter, aber einen höre ich noch die ganze Zeit neben dem Zelt schnaufen. Als ich es nach einiger Zeit wage, vorsichtig den Kopf zu heben, stelle ich fest, dass es kein Elefant, sondern Kathrin ist, die da neben mir im Tiefschlaf vor sich hin schnauft. Am nächsten Morgen meint sie, die Elefanten um uns herum hätten solch eine Ruhe und Geborgenheit ausgestrahlt, dass sie augenblicklich eingeschlafen sei. :S
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08 Apr 2013 15:00 #284670
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19.Tag (Mi. 09.01.2013)
Serengeti
138km

Als wir morgens aufstehen ist eine von Kathrins Tewa-Trekkingsandalen verschwunden. Da das Zelt so klein ist und auch keine Apsis besitzt lassen wir unsere Schuhe immer draußen stehen. Aber wer klaut eine einzelne Sandale? Der Caretaker der Campsite klärt uns auf. Hyänen lieben das zähe Gummi der Trekkingsandalen und klauen diese sehr gerne um sie sozusagen als „Kauknochen“ zu verwenden.

Wir lassen es ruhig angehen, denn es ist heute Morgen bedeckt. Wir lassen uns mit dem Frühstück Zeit und starten erst, als die Sonne die Wolken vertreibt.

Unser erstes Tiererlebnis des Tages hat es gleich in sich. Wir entdecken einen Serval, der ganz in der Nähe unseres Tracks auf der Jagd ist. Er lässt sich dabei auch nicht durch unsere Anwesenheit stören und erbeutet immer wieder irgendwelche Kleintiere, die mit einem Haps verspeist werden.




Danach starten wir zu einer Tour zu den Simba- und Moru-Kopjes. Davon hatten wir uns mehr versprochen. Die meisten Wege sind nicht passierbar. Wir kommen meist gar nicht in die Nähe der Kopjes. Tiere sehen wir auch keine. Auf dem Rückweg Richtung Seronera kommen wir am Magadi-See vorbei, der aufgrund der letzten Regenfälle sich weit ausgedehnt hat. Auch die Furt durch den Abfluss des Sees ist fast schon grenzwertig tief.

Wir wollen noch Tiere sehen, weshalb wir uns entschließen, die Galeriewälder südlich von Seronera zu besuchen. Dort wird man immer fündig.

Wir finden diesen Baum, der ja schon für sich gesehen sehr schön ist.



Noch schöner ist aber, dass sich in diesem Baum ein ganzes Löwenrudel aufhält und zwar ein ziemlich großes. Da herrscht zum Teil ein ziemliches Gedränge.



Wer ein Plätzchen für sich haben will, muss auch mit unbequemen Schlafpositionen klarkommen, aber damit haben Katzen ja bekanntlich keine Probleme.



Aber nicht nur wir beobachten begeistert das Geschehen im Baum. Für die jüngeren Löwen sind wir anscheinend ebenso interessant.



Es fällt uns schwer, und von unserem tollen Beobachtungsplatz loszureißen, aber irgendwann siegt die Neugier auf weitere Tiererlebnisse. Wir werden auch nicht enttäuscht, denn nur kurze Zeit später finden wir den nächsten interessanten Baum. Hier herrscht kein Gedränge, so dass sich der Leopard den bequemsten Liegeplatz frei auswählen konnte.



Damit dürfte die heute hier im Forum geäußerte These, es gebe keine Leoparden in der Nähe von baumkletternden Löwen, widerlegt sein.

@picco: Erkennst Du den Baum wieder?

Den Sundowner wollen wir auf unserer Campsite genießen. Vorher fahren wir aber noch bei der Seronera Wildlife Lodge vorbei, weil wir klären wollen, ob wir am nächsten Abend dort Essen können. Es gab hier im Forum Meldungen, dass dies für Auswärtige nicht mehr möglich sein – was sich aber als Fehlmeldung entpuppte.

Auf dem Weg zur Lodge gab es in einer diagonalen Bodenwelle mit starker Verschränkung plötzlich einen lauten Knall vorne links und danach weiterhin starke Geräusche bei jeder größeren Unebenheit. Eine nähere Untersuchung zeigte, dass die Feder gebrochen war. So musste der Sundowner noch warten, denn unser nächstes Ziel war die Werkstatt beim Park-Headquarter. Dort teilte man uns mit, dass man keine passende Feder vorrätig hat, aber gerne den Einbau übernehmen wird, wenn wir eine Feder organisieren.

Also mal wieder mit dem Office von 4x4 Adventure telefoniert und eine Lösung war schnell gefunden. Man würde am nächsten Morgen einfach eine passende Feder dem nächsten Flieger von Arusha in die Serengeti mitgeben, wo wir sie dann vom Airstrip abholen können.

Dann aber endlich zurück zur Campsite und den Sonnenuntergang genießen. Der Blick von der Dik-Dik Campsite Richtung Westen ist ein Traum. In der Nähe kämpfen lautstark zwei Impala-Böcke. Ein GinTonic in der Hand. Herz was willst Du mehr?



Tagsüber hat uns der Caretaker Feuerholz vorbei gebracht. Es ist zwar feucht, wir bekommen es aber trotzdem zum brennen. In der Nähe sind wieder Elefanten zu hören, wir sehen sie aber nicht. Dafür entdecken wir mit der Taschenlampe eine Hyäne. Wir lassen bewusst Kathrins übrig gebliebene Trekkingsandale vor dem Zelt liegen, mal sehen was passiert.
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12 Apr 2013 11:35 #285363
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20. Tag (Do. 10.01.2013)
Serengeti
98km

Nachts war wieder eine Hyäne am Zelt. Wir konnten sie hören und am nächsten Morgen war dann tatsächlich auch die zweite Tewa-Sandale verschwunden.

Ich hatte heute zwar nicht Geburtstag, sollte aber mein Geburtstagsgeschenk von Kathrin bekommen. Eine Ballonfahrt über die Serengeti. Die Ballons starten in der Dämmerung noch vor Sonnenaufgang und so wurden wir noch im stockdunkeln vom Veranstalter abgeholt. Es war das erste Mal seit wir nach Afrika Reisen, dass wir das Zelt vor der Dämmerung verlassen. Ein bisschen mulmig war mir dabei schon und ich steckte zunächst nur vorsichtig den Kopf aus dem Zelt, um dann die Umgebung mit der Taschenlampe abzusuchen. Man weiss ja nie, wer sich da gerade so rumtreibt.

Unsere Abholung ist pünktlich und dann geht es eine Stunde durch die Nacht bis zum Startpunkt, den wir mit den ersten Anzeichen der Dämmerung erreichen.

Es werden 4 Ballons zum Start vorbereitet. Wir werden einem davon zugeteilt und unser Pilot, Captain Dan, stellt sich vor und macht eine kurze Sicherheitsunterweisung. Dann geht es auch schon los. Der Start erfolgt im liegen, man kommt sich in der Position vor wie ein Astronaut vor dem Start. Dann röhrt der Brenner los und nur wenige Augenblicke später richtet sich der Korb auf und wir steigen als erster Ballon in die Höhe. Die anderen Ballons liegen noch wie riesige gestrandete Quallen im Grasmeer der Serengeti.




Wir stiegen schnell in die Höhe, bis die Sonne über den Horizont schaute. Dann sanken wir wieder langsam in dem Maße, wie die Sonne nach oben stieg. Auf diese Weise erlebten wir den längsten Sonnenaufgang unseres Lebens.



Inzwischen waren auch die anderen Ballons in der Luft und folgten uns.



Jetzt schwebten wir in 3-5 Metern Höhe über die Grasebene. Kurz sahen wir einen Serval, der aber schnell wieder im Unterholz verschwand. Wenn ein Baum im Weg stand, ging es kurz in die Höhe, aber immer mit minimalem Abstand. Es war erstaunlich, wie präzise sich ein Ballon steuern lässt.

Auf den Bäumen sehen wir viele Affen und Greifvögel, mit denen wir uns jetzt auf Augenhöhe befinden, eine ganz neue Perspektive.



Aus dem Ballon kann man auch erstmals erkennen, welch eine Vielzahl von Wasserläufen diesen Teil der Serengeti durchzieht. Überall wimmelt es von Hippos.



Von der Bodencrew erhalten wir über Funk die Info, dass im nächsten Baum den wir überfliegen werden ein Leopard sitzt. Dessen Körpersprache erinnert mich stark an meine Hauskatze, wenn sie überhaupt nicht wußte, wie sie mit einer Situation umgehen soll.

Fotos gibt es davon keine. Es ist nahezu unmöglich, aus dem Ballon mit Teleobjektiv ein Tier zu fotografieren, da man kontinuierlich in Bewegung ist und das Motiv einfach nicht trifft. Dabei ist die Ballonfahrt an sich eine fast schon meditative Art der Fortbewegung. Sanft und erschütterungsfrei und bei vollkommener Windstille gleitet man durch die Luft. Nur der Brenner unterbricht immer wieder diese Harmonie. Er ist nicht nur ohrenbetäubend laut, sondern strahlt in alle Richtungen eine enorme Hitze ab.



Kurz vor der Landung steigt der Ballon noch einmal in größere Höhe und wir haben einen letzten Blick über die grandiose Landschaft.



Wir landen als letzter Ballon und waren mit fast 2 Stunden deutlich länger in der Luft, als erwartet. Nach der Landung wird zunächst mit Champagner angestoßen, bevor wir dann zu einem leckeren Busch-Frühstück gefahren werden.



Abschließen werden wir wieder zu unserer Campsite zurück gebracht. Jetzt müssen wir uns erst einmal um unsere Feder kümmern. Die liegt auch tatsächlich schon am Airstrip für uns bereit, so dass wir gleich weiter zur Werkstatt fahren können, wo man sofort mit dem Einbau beginnt. Dabei wird festgestellt, dass der linke vordere Stoßdämpfer ebenfalls den Dienst quittiert hat und ausgetauscht werden muss. Das war das klappernde Geräusch, das wir seit einigen Tagen hörten, aber nicht zuordnen konnten. Ein passender Stoßdämpfer ist vorrätig und so können wir den Wagen komplett in Ordnung bringen lassen. Beim Zusammendrücken der Feder mittels Schraubstock und dessen anschließender Fixierung durch einen Kälberstrick bringen wir uns aber lieber in Sicherheit. Bei solchen Aktionen hat es schon schwerste Verletzungen gegeben.



Nachmittags machen wir noch einen kurzen Gamedrive zu den Massai Kopjes und den südliche Galeriewäldern. Wir haben viele schöne Tierbegegnungen, aber nichts Spektakuläres.




Wir schauen noch beim gestrigen Löwenbaum vorbei, der aber leer ist. In der Nähe entdecken wir einen einzelnen halbwüchsigen Löwen. Er ist recht kläglich am Maunzen, macht aber einen wohl genährten und gesunden Eindruck. Wahrscheinlich sucht er sein Rudel.

Bevor wir zum Dinner zur Seronera Wildlife Lodge fahren, machen wir einen ersten Sundowner beim Marabu-Baum. Die Vögel spielen hier „Reise nach Jerusalem“. Sofort wenn ein Marabu den Baum verlässt, nimmt ein in den umliegenden Bäumen sitzender Marabu seinen Platz ein.



Den zweiten Sundowner gibt es dann auf der Terrasse der Seronera Wildlife Lodge. Das Beste sind hier aber hunderte von Dassies, die das gesamte Lodge-Gelände bevölkern. Die sind sooooooo knuffig.






Zum Dinner gibt es ein reichhaltiges Buffett mit ordentlich Fleisch. Das musste nach der überwiegend vegetarischen Kost der letzten Tage mal sein.

Bei der Rückfahrt im Dunkeln zu unserer Campsite sahen wir leider keine Tiere. Gegen einen kleinen Nacht-Gamedrive hätten wir nichts einzuwenden gehabt.
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16 Apr 2013 17:01 #285907
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21.Tag (Fr. 11.01.2013)
Serengeti National Park – Ngorongoro Crater Conservation Area
190km

Heute hieß es Abschied nehmen von der Serengeti. Wir hatten hier eine super Zeit und unvergessliche Erlebnisse.

Wir waren noch keine 500m gefahren, da entdeckten wir ein Löwenrudel an einem frischen Riss. Es konnte noch nicht lange her sein, dass sie den Büffel erlegt hatten, aber wir haben auf der nahe gelegenen Campsite nichts davon mitbekommen. Jetzt sind sie lautstark am Fressen; es wird sich heftig um die besten Stücke gestritten. Zum Teil verschwindet der ganze Löwenkopf bis zu den Schultern im Büffel.



Die Strecke zum Naabi Hills Gate ist übelstes Waschbrett. Bei vielen Fahrzeugen, die hier am Gate ankommen, kann man sehen, wie die Stoßdämpfer gelitten haben.

Der heutige Tag wird uns organisatorisch vor einige Herausforderungen stellen. Folgende Punkte sind unter einen Hut zu bekommen:
- Unser Permit für die Serengeti gilt bis 16:00Uhr.
- Wir wollen erst um 16:00Uhr in die NCCA fahren, damit wir dort mit einem 24h-Permit auskommen.
- Wir wollen noch den Lake Ndutu besuchen, der zur Serengeti gehört, dessen Umgebung aber überwiegend zur NCCA gehört.
- Ausreise aus der Serengeti muss am Naabi Hills Gate erfolgen.
- Einreise in die NCCA kann am Naabi Hills Gate oder am Lake Ndutu Rangerpost erfolgen.
- Das Permit für die NCCA beginnt zu der Uhrzeit, zu der man beim Gate / Ranger Post ist.

Wer schon öfters in Afrika unterwegs war weiß, dass diese Gemengelage fast zwangsläufig im Chaos enden muss. Doch zunächst beginnt es überraschen unkompliziert. Am Naabi Hills Gate ist man es gewohnt, dass die Besucher nach der offiziellen Ausreise noch am Lake Ndutu vorbeifahren, da der Abzweig zum See erst nach dem Gate kommt. Es wird deshalb lediglich die Ausreise auf dem Permit vermerkt, man behält das Permit aber, und kann so bei einer Kontrolle dessen Gültigkeitsdauer belegen.

Gleich nach dem Gate beginnt dann die Fahrt durch die Serengeti Plains, wo sich derzeit das Zentrum der Migration befindet. Interessanterweise sehen wir aber auf unserer Fahrt zum See fast ausschließlich Zebras. Tausende Zebras. Darunter auch viele sehr kleine Fohlen, denn hier auf den Serengeti Plains ist die Kinderstube der Migration. Hier stoppt die endlose Wanderung für zwei bis drei Monate und die Tiere können in Ruhe und Überfluss ihr Jungen zur Welt bringen.



In der Nähe des Sees erreichen wir dann den Rangerpost der NCCA. Kathrin versucht den Rangern vergeblich unser Anliegen klar zu machen, was aber einfach nicht gelingen will. Im Rangerpost will man, dass wir sofort in die NCCA einchecken. Dafür ist es aber noch viel zu früh, dann würde unser Permit nicht für den folgenden Tag ausreichen. Wir verlassen den Rangerpost somit unverrichteter Dinge und fahren ans Seeufer.



Am gegenüber liegenden Ufer hat sich eine riesige Herde Gnus und Zebras versammelt.



Sollten wir etwa in den Genuss kommen, das legendäre Crossing des Lake Ndutu live erleben zu dürfen? Zunächst sieht es nicht danach aus. Irgendetwas erschreckt die Tiere und in wilder Panik stürmen Sie die Uferböschung hinauf. Aber wir haben es ja nicht eilig und beschließen hier am Ufer die Zeit bis 16:00Uhr zu verbringen. Der Bewegungsradius ist ja stark eingeschränkt, da nur der Uferstreifen zur Serengeti gehört und gleich dahinter die NCCA beginnt.

Mit der Zeit sammeln sich die Tiere wieder am Wasser und irgendwann beginnen einige mutige Leittiere in den nur 50cm tiefen See hineinzugehen und auf unser Ufer zuzusteuern. Es geht los und in diesem Moment stellt sich ein Rangerfahrzeug des NCCA neben uns und die Männer behaupten, wir wären ohne Permit in die NCCA eingereist. Ich bin kurz vorm Kochen und versuche möglichst schnell zu erklären, dass wir noch kein NCCA-Permit haben, da wir ja noch ein gültiges Serengeti-Permit haben und uns deshalb auch nur hier auf dem zur Serengeti gehörenden Uferstreifen aufhalten. Daraufhin zeigen die Ranger auf ein paar unscheinbare ca. 1m hohe Stäbe, die immer wieder im Uferbereich im Boden stecken. Dies sei die Grenze des Parks und somit würden wir ca. 10m in der NCCA stehen. Ich brauche sicher nicht zu erwähnen, dass die Stäbe selbstverständlich keinerlei Beschriftung oder sonstige Hinweise aufweisen, dass es sich um die Grenze zwischen den Parks handelt.

Es scheint aber nicht unbemerkt geblieben zu sein, dass ich kurz vorm Platzen bin. Man lenkt insofern ein, dass wir in Ruhe das Crossing anschauen sollen und uns dann umgehend beim Rangerpost einzufinden haben. Dann zischen sie ab. Der hinter uns querfeldein (streng verboten) fahrende Safariwagen wird selbstverständlich nicht behelligt.

Inzwischen haben die ersten Tiere schon unser Ufer erreicht. Die Arschlöcher haben mir eines der schönsten Erlebnisse der Serengeti verdorben. Anstelle in Ruhe dieses Naturschauspiel genießen zu dürfen, war ich durch die Diskussion abgelenkt.



Danach geht es zum Rangerpost. Ich bleibe im Auto und Kathrin übernimmt die Verhandlungen. Ich bin noch viel zu geladen, um eine langwierige Diskussion in afrikanischer Gelassenheit durchzustehen.

Da wir tatsächlich nur am Ufer des Sees standen und ein gültiges Seregeti-Permit vorweisen können glubt man uns, dass wir nicht die Zeche prellen wollten. Den Grund unseres Handelns verstehen sie aber bis zum Schluss nicht. Letztendlich ziehen sich die Gespräche so lange hin, dass wir genau dass bekommen, was wir wollten – ein Permit für die NCCA mit Beginn 16:00Uhr. Das hätte auch einfacher gehen können.

Durch den zur NCCA gehörenden Teil der Serengeti geht es wieder zurück zur Hauptpiste. Hier wimmelt es plötzlich vor Gnus aber auch die anderen Weidetiere sind vertreten. Die Geräuschkulisse hier zwischen den Gnus hat etwas sehr beruhigendes – genau das, was ich jetzt brauche. Bei den Gnus hat das Kalben noch nicht eingesetzt, aber wir entdecken ein nur wenige Minuten altes Kalb einer Thomson Gazelle.



Hoffentlich wird es nicht von den Hyänen entdeckt, von denen es hier nur so wimmelt.



Die Hauptpiste hoch zum Krater verlangt dann Auto und Besatzung wieder alles ab. Selten wurde ich so durchgerüttelt. Entschädigt wird man von der einmaligen Landschaft. Ein so intensives grün, wie hier bei den Masai-Weiden an den Hängen des Ngorongoro Crater, findet man nicht oft.




Nicht lange nach dem Erreichen des Kraterrandes sind wir auf der Simba Campsite. Ein Traum. Die riesige saftig grüne Wiese fällt leicht zum Krater ab und gibt den Blick frei auf diese berauschende Landschaft. Dazu ein sehr gutes Waschhaus, aus dessen Duschen sogar warmes Wasser kommt. Damit hätte ich nie gerechnet.



Zum Dinner fahren wir zur Ngorongoro Wildlife Lodge. Das Buffett und die Aussicht haben wir noch von unserer letzten Reise in sehr guter Erinnerung. Als erstes müssen wir dazu aber am Pförtner vorbei, der steif und fest behauptet, „Dinner only“ sei nicht möglich. Wir bleiben stur und beharren darauf, dass er mit dem Manager telefoniert. Selbstverständlich ist es auch für Camper möglich dort zu Abend zu essen erfahren wir daraufhin von diesem.

Die Aussicht von der Terrasse in den Krater mit einem GinTonic in der Hand war so schön, wie wir es in Erinnerung hatten. Da die Lodge aber gerade nicht so viele Gäste hatte, gab es kein Buffett, sondern nur ein 3-Gänge Menü. Das war in Ordnung, aber mit 40,-US$ eindeutig überteuert.

Der heutige Tag zeigte mal wieder eines der grundsätzlichen Probleme Afrikas. Sowie etwas nicht den normalen Abläufen entspricht, sind die Leute überfordert. In der heutigen schnelllebigen und von hoher Flexibilität geprägten Welt ein großes Manko.
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22 Apr 2013 13:15 #286585
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22.Tag (Sa. 12.01.2013)
Ngorongoro Crater – Karatu
160km

In der Nacht waren wieder reichlich Büffel auf der Campsite. Man konnte sie lautstark Gras rupfen hören.

Wir wollten natürlich wieder ohne Guide in den Krater fahren. Das gab diesmal eine größere Diskussion am Crater Gate, als in den letzten Jahren. Ausschlaggebend dafür dass wir ohne Guide in den Krater fahren durften, war letztendlich, dass wir all unsere Habseligkeiten und die Campingausrüstung im ganzen Auto verteilt hatten und für den Guide ohne eine größere Umräumaktion schlicht kein Platz gewesen wäre. Die ganze Guide-Pflicht im Krater ist sowieso absolut lächerlich und reine Geldschneiderei. Nirgends auf der ganzen Reise war die Orientierung leichter als unten im Krater.

Wie schon bei unseren letzten Besuchen des Kraters staunen wir über die Massen an Tieren, die sich im Krater aufhalten. Die Zebras scheinen hier schon etwas früher ihre Fohlen zu bekommen, als in der Serengeti, denn es wimmelt hier nur so vor süßen Zebrafohlen.



Was uns auffällt sind die vielen Elefanten. Sehr viel mehr, als bei unseren vorherigen Besuchen. Alles Bullen und sehr entspannt, wie es bei Männern ja häufig der Fall ist, wenn keine Frauen in der Nähe sind. B)



Auch Hyänen gibt es reichlich. Die Grasfresser scheinen aber keine große Angst vor Ihnen zu haben, denn sie lassen die Hyänen sehr dicht an sich heran. Aber auch wir können uns den Tieren bis auf wenige Meter nähern, ohne dass sie auf uns reagieren. Um Tiere aus der Nähe zu fotografieren gibt es in der freien Wildbahn kaum einen besseren Platz als den Ngorongoro Krater.





Dann höre ich plötzlich ein Geräusch von hinten rechts. Hört sich an wie ein platter Reifen. Ich lehne mich aus dem Fenster und sehe, dass der Reifen zwar noch prall gefüllt ist, das ganze Rad aber kräftig am eiern ist. Das muss ich mir genauer ansehen. Zu meinem Entsetzen stelle ich fest, dass 5 der 6 Radbolzen abgebrochen sind und das Rad nur noch an einer einzigen Schraube hängt. Wir befinden uns gerade in einer schlecht einsehbaren Senke, kein guter Platz. Ich schaffe es aber noch im Kriech-Tempo den Wagen bis auf den nur wenige 100m entfernt gelegenen Black-Rock-Hill zu fahren, von wo wir einen guten Überblick über den ganzen Krater haben und umgekehrt auch gut zu sehen sind. Jetzt will ich mir die Bescherung erst einmal genauer ansehen. Ich bocke den Wagen auf und als ich die letzte verbliebene Radmutter lösen will, bricht auch deren Bolzen ab.




Hier kommen wir ohne externe Hilfe nicht weiter. Wir haben weder das passende Werkzeug um die angeschweißten Reste der Bolzen aus der Halteplatte zu treiben, noch die benötigten Ersatzteile in Form von Gewindebolzen mit Mutter.

Um 9:00Uhr telefonieren wir mit 4x4 Adventure und Sunworld. Mit Sunworld, da uns leider die Fachvokabel fehlen, um unserem Vermieter den Schaden und die benötigten Ersatzteile exakt in englisch beschreiben zu können. Wie gut, dass unsere Autovermietung eine deutschsprachige Mutterfirma hat.

Alle Safariwagen die bei uns vorbei kommen fragen, ob wir Hilfe benötigen und mehrere Tourguides lassen es sich nicht nehmen, zu versuchen den Schaden mit Ihren Bordmitteln zu reparieren. Letztendlich scheitern aber alle am fehlenden Werkzeug.

Irgendwann werden auch die Ranger auf uns aufmerksam und kommen vorbei. Wir kommen ins Quatschen, laden sie zu einer kalten Cola ein und sie erzählen uns viel über den Krater und ihre Tätigkeiten. Sie versprechen uns im Auge zu behalten und Sorge dafür zu tragen, dass wir nicht im Krater übernachten müssen.

Um 16:30Uhr sind dann Fahrer und Mechaniker vor Ort. Der Mechaniker meint, in einer dreiviertel Stunde ist unser Wagen wieder fahrbereit und der Fahrer drückt mir seine Autoschlüssel in die Hand und meint, wir sollen die Zeit noch für einen kurzen Gamedrive mit seinem Wagen nutzen. Der lohnt sich dann trotz der Kürze. Wir sehen noch ein Löwenrudel, das allerdings sehr unfotogen im hohen Gras liegt und können in der Ferne eine Nashorn ausfindig machen, wodurch wir sozusagen in letzter Sekunde die Big5 voll machen.

Als wir pünktlich zum Black Rock Hill zurückkommen ist unser Wagen nicht da. Er taucht aber nach wenigen Minuten wieder auf. Die Jungs waren schneller fertig als gedacht und haben noch eine Probefahrt gemacht.

Unsere Helfer schlagen vor, dass wir bis Karatu hinter ihnen herfahren, damit sie uns bei eventuellen bürokratischen Problemen helfen können. Immerhin haben wir sowohl die erlaubte Aufenthaltsdauer im Krater, als auch unser 24h-Permit für die NCCA überschritten.

Es ist inzwischen 17:30Uhr. Das Ausfahrt-Gate am Kraterrand schließt um 18:00Uhr und die Karte nennt eine Fahrzeit von einer Stunde für die Auffahrt zum Kraterrand. Was jetzt folgt hat eindeutig Rallye-Charakter. Die Jungs Vollgas voran und ich immer in Sichtweite hinterher. Eine Minute vor Toresschluss sind wir am Kraterrand. Während die beiden unsere Situation erklären nutze ich die kurze Pause für ein letztes Foto.



Dann geht der wilde Ritt weiter. Zunächst auf dem Kraterrand entlang und dann auf der Hauptpiste zum Maingate. Dort kommen wir in der Dämmerung an und unsere beiden Helfer schaffen es, dass wir ohne die eigentlich fällige Nachzahlung von 100,-US$ den Park verlassen dürfen.

Ab jetzt haben wir wieder Asphalt unter den Rädern, was auch gut ist, denn jetzt klappert der Stoßdämpfer vorne recht.

Als wir die Kudu Lodge erreichen ist es schon dunkel. Wir haben keine Lust zu kochen und gehen lieber in das Restaurant der Lodge. Sowohl das Essen, als auch die gesamte Ausstattung der Lodge incl. Campsite gefallen uns sehr gut. Allerdings lässt man sich diesen Standard auch gut bezahlen.
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25 Apr 2013 14:20 #286911
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23.Tag (So. 13.01.2013)
Karatu – Arusha
170km

Unser letzter Tag. Viel gibt es da nicht mehr zu berichten. Erstmalig in diesem Urlaub schlafen wir aus und stehen erst auf, als die Sonne schon am Himmel steht. Wir haben es nicht eilig, gilt es doch nur noch, die kurze Strecke nach Arusha zu fahren. Dafür haben wir reichlich Zeit, denn unser Flieger geht erst um 21:45Uhr.

Zum Frühstück ist Reste essen angesagt, was in unserem Fall ein großes abwechslungsreiches Mahl bedeutet. Danach gilt es unser ganzes Gerümpel wieder in unseren 3 Gepäckstücken zu verteilen. Irgendwie geht das zu Hause immer einfacher. Das Campingequipment aufräumen, den Wagen ausfegen und noch einiges mehr steht auf dem Programm, aber dann sieht der Wagen bis auf den festgetrockneten Schlamm (außen) und den Staub (innen) fast wieder so aus, wie bei der Übergabe.

Kurz nach Mittag brechen wir auf. Trotz bestem Asphalt sind wir sehr langsam unterwegs. Wir haben es nicht eilig, nach Arusha zu kommen. Eigentlich wollen wir da gar nicht hin, wollen noch nicht zurück fliegen, genießen jeden Augenblick, der uns noch bleibt.

Aber es hilft alles nicht, um 16:00Uhr sind wir zurück bei 4x4 Adventure Safaris. Zu unserer Verwunderung ist niemand im Office. Wir telefonieren und erfahren, dass man uns erst morgen zurück erwartet. Tatsächlich stellen wir jetzt fest, dass in unseren Mietunterlagen der 14.01. als Rückgabetag eingetragen ist. Da hat es wohl im Laufe der Angebotsabstimmung einen Zahlendreher gegeben, den niemand bemerkt hat.

Wir müssen aber nur 10min. warten, dann ist das Office besetzt und wir können den Wagen übergeben. Wir haben Sunworld / 4x4 Adventure Safaris als sehr fairen Partner kennen und schätzen gelernt und werden auch diesmal nicht enttäuscht. Die Schrammen durch den Highlift stellen kein Problem dar und den Betrag den wir für den Stoßdämpfer in der Serengeti ausgelegt haben bekommen wir sofort erstattet. Den Betrag für den durch den Zahlendreher zuviel bezahlten Tag haben wir innerhalb weniger Tage auf unserem Konto.

Inzwischen wurde auch ein Fahrer aus seinem sicherlich wohlverdientem Wochenende aufgescheucht und fährt uns zum Flughafen. Zur Dämmerung kommen wir dort an, checken schell ein, legen unser letztes Geld in einem Vogelbestimmungsbuch und einem Kochbuch zur Swahiliküche an und schlagen dann die Zeit in der Flughafen-Bar tot.

Pünktlich starten wir und der angenehme Flug vergeht mit schlafen und Video aus dem sehr umfangreichen Entertainment-System an Bord.

Um 8:00Uhr landen wir in Hannover und um 10:00Uhr sitze ich im Büro. Der Alltag hat mich wieder, auch wenn ich in Gedanken noch in Afrika bin.


Ich hoffe, Euch hat dieser kleine Einblick in unsere Tansania-Reise gefallen. Ich habe mich jedenfalls sehr über jeden Leser gefreut.

Jetzt heißt es für Kathrin und mich, in die Detailplanung zu unserer nächsten Afrikareise einzusteigen. Das ist gar nicht mehr so lange hin, nicht einmal mehr ganze 5 Monate. In dem Zusammenhang werde ich sicherlich auch wieder das geballte Wissen des Forums anzapfen und mich dafür dann mit einem weiteren Reisebericht bedanken.
Letzte Änderung: 19 Jul 2013 16:57 von Topobär.
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