THEMA: Das volle Programm (Reisebericht Tansania 12/13)
15 Jan 2013 12:55 #270483
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Hallo allerseits,

ich hatte ja schon angekündigt, dass ich Euch über unsere Tour vom 22.12.2012 - 13.01.2013 durch Tansania wieder mit einem Reisebericht belästigen werde. Jetzt sind die Erinnerungen noch frisch und ich will deshalb so schnell wie möglich damit beginnen.

Wie immer freue ich mich über über jeden Kommentar durch Euch, seien es Lob :) , Kritik :( , Anmerkungen :whistle: , Verbesserungen :P , Fragen :huh: oder was Euch sonst noch so zu dem Bericht, dem Land, den Fotos oder unseren Erlebnissen einfällt. Dies ist ein Forum und es lebt vom Austausch untereinander.

Als Neuerung gegenüber meinen bisherigen Berichten hoffe ich, dass es mir gelingt diesmal große Fotos anstelle von Thumbs in den Bericht einzufügen. Als Generalprobe dazu ein Foto der beiden Protagonisten, mit denen Ihr es zu tun habt, wenn Ihr uns auf unserer Reise begleiten wollt.

Letzte Änderung: 19 Jul 2013 16:36 von Topobär.
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15 Jan 2013 15:59 #270544
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1.Tag (Sa. 22.12.2012)
Anreise


Wie immer wenn es nach Ostafrika geht, fliegen wir mit KLM. Unser Anschlussflug nach Amsterdam startet zu unchristlicher Zeit um 6:10Uhr. Zum Glück wohnen wir nur 15 Autominuten vom Flughafen entfernt, so dass wir das Taxi für 4:00Uhr bestellen. Es ist pünktlich aber als wir zum Wagen gehen müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht die Knochen brechen – Eisregen. Auf den Straßen könnte man Schlittschuh laufen.

Vorsichtig rutschen wir durch die Nacht – es sollte nur die erste von vielen Rutschpartien dieser Reise sein. Die Straßen sind wie ausgestorben und so kommen wir trotz der extremen Verhältnisse nur wenig später als geplant am Flughafen an.

Der Flieger steht schon am Gate und auch die anderen Passagiere haben es anscheinend rechtzeitig geschafft. Nicht so die Crew, wie uns alsbald eine Lautsprecherdurchsage verkündet. Die kommt nicht vom Hotel weg, da kein Taxi erscheint. Irgendwann sind sie dann doch angekommen und mit einer Stunde Verspätung beginnt das Boarding. Da der Flieger von einem dicken Eispanzer eingehüllt ist, muss auch noch umfangreich enteist werden und wir sind froh, dass wir in Amsterdam 4h Aufenthalt haben, der durch unsere Verspätung auf 2h zusammenschrumpft.

Von Amsterdam geht’s dann mit einem nagelneuen A330-300 nonstop zum Kilimanjaro International Airport (KIA). Einer der angenehmsten Langstreckenflüge, die ich je mitgemacht habe. Selbst bei meiner Größe akzeptable Beinfreiheit, gutes Essen und ein Top Entertainment-Programm. Dazu ist der Flug so ruhig, dass man denken könnte, wir hätten den Boden nie verlassen.

Im Dunkeln landen wir auf dem KIA. Visum und Einreise gehen schnell – in einer halben Stunde sind wir durch. Das Visum kostet 50,-US$ pro Person. Das Gepäck ist auch vollständig. Allerdings sieht die Alubox, die ich vor dieser Reise als Küchenbox neu gekauft hatte aus, als würden wir mit Ihr schon seit einem Jahrzehnt durch Afrika fahren. Sie ist ordentlich verbeult. Da sieht man mal, wie mit dem Gepäck umgegangen wir.

Unser Shuttle wartet schon auf uns und bringt uns rasch zur Mount Meru Game Lodge, wo wir die erste Nacht verbringen werden. Dort werden wir mit einem leckeren Fruchtsaft begrüßt und erhalten umgehend den Schlüssel zu unserem Bungalow.

Wir deponieren nur rasch unser Gepäck auf dem Zimmer und genießen dann den Zauber der ersten afrikanischen Nacht seit fast zwei Jahren. Zwei Gläser Wein für Kathrin und zwei GinTonic für mich sorgen dann viel zu schnell für die nötige Bettschwere.


Mount Meru Game Lodge:

In der Mitte zwischen KIA und Arusha gelegen. Nette Mittelklasse-Lodge für 170,-€ DZ/BB.

Fantastische Parkanlage mit riesigen Bäumen. In der Parkanlage leben neben Affen auch Zebras und Antilopen. Am Ende der Reise wäre das sicherlich nichts Besonderes mehr, jetzt zu Beginn erfreuen wir uns daran ganz außerordentlich.

Das Frühstück ist nix besonderes, aber in Ordnung.

Man hört etwas den Verkehr von der Straße Moshi – Arusha, was man als Mitteleuropäer aber gewohnt sein dürfte, zumal der Verkehr nachts sehr gering ist.

Die Getränke von der Bar sind viel zu teuer. 40,-US$ für 2 Weißwein und 2 GinTonic.


Mount Meru Game Lodge
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17 Jan 2013 13:23 #270934
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2.Tag (So. 23.12.2012)
Arusha – Arush National Park

89km

Vor lauter Vorfreude und gespannter Erwartung habe ich nicht sehr gut geschlafen und bin schon bei den ersten Anzeichen der Dämmerung auf den Beinen, d.h. um 6:00Uhr. Das frühe Aufstehen ohne Wecker sollte auch im weiteren Verlauf der Reise nie ein Problem sein. Irgendwie passt sich mein Bio-Rhythmus im Urlaub immer dem natürlichen Tag/Nacht-Verlauf an.

Schnell angezogen und vor die Tür. In einiger Entfernung kann ich Zebra, Eland und Strauss auf dem Lodge-Gelände erkennen.

Um 6:30Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und pünktlich um 7:00Uhr steht der Fahrer von 4x4 Adventure Safaris vor der Tür, um uns zu deren Office in Arusha zu bringen.

Die Fahrzeugübernahme geht routiniert über die Bühne. In rund 2h ist alles erledigt. Bei den Fahrzeug handelt es sich um einen Nissan Patrol in der Safari-Version. Um das Safari-Dach nutzen zu können haben wir uns gegen ein Dachzelt entschieden und werden im Bodenzelt schlafen. Die mittlere Sitzreihe wurde demontiert, so dass der Wagen extrem viel Platz für Gepäck und Ausrüstung hat, den wir zu unserem Erstaunen auch tatsächlich brauchen sollten. Gut – mit ein wenig Aufwand hätte man sicherlich auch effizienter packen können, als wir es taten, aber man ist ja im Urlaub. ;) Außerdem hatte unser System den Vorteil, jederzeit an alles heranzukommen (dachten wir zumindest). Eine weitere Person hätte aber in dem Riesen-Fahrzeug keinen Platz mehr gehabt.

Die Reifen waren nicht neu, aber in gutem Zustand, was auch für die beiden Ersatzreifen galt. Es handelte sich um Reifen für harten felsigen Boden. Das sollte den Vorteil haben, dass wir trotz zum Teil übelstem Untergrund keine einzige Reifenpanne haben sollten. Auf die Nachteile dieser Bereifung werde ich zu gegebener Zeit noch ausführlich eingehen.

Die beiden Tanks fassen zusammen 180l Diesel, so dass man sich die beiden zusätzlichen Sprit-Kanister unserer Meinung nach hätte sparen können. Wir haben sie jedenfalls nie füllen lassen und auch den Subtank mussten wir nur ein einziges Mal aktivieren.

Die Ausrüstung war sehr umfangreich, vor allem die Küchenausrüstung begeisterte mich wieder. Allerdings mussten wir im Laufe der Reise feststellen, dass die Ausrüstung qualitativ nicht ganz mit der Ausrüstung von Sunworld in Kenia mithalten konnte. Ich werde zu gegebener Zeit darauf eingehen.

Isomatten und Schlafsäcke des Verleihers lassen wir im Depot, da nehmen wir traditionell lieber die Eigenen. Auf Nachfrage bekommen wir noch zwei weitere Boxen für Lebensmittel, was sich für die Ordnung im Fahrzeug als goldwert erweisen sollte. Die drei 20l-Wasserkanister stehen bereits gefüllt im Wagen.

Gegen 10:00Uhr ist die Fahrzeugübernahme erledigt und wir starten. Zunächst gilt es, Lebensmittel und die lokale Währung zu bekommen. Ob der große Shoprite-Supermarkt heute am Sonntag offen hat, konnte uns niemand sagen, so dass wir als erstes dort vorbei schauten. Wir hatten Glück, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Der Laden hatte offen, eine sehr gute Auswahl und man kann mit Kreditkarte zahlen. Wir bekamen fast alles, was auf unserer Einkaufsliste stand. Darüber hinaus hat der Shoprite auch in Sachen Campingausrüstung ein sehr gutes Angebot. Liegt wohl daran, dass Arusha die Safari-Hauptstadt Tansanias ist. Wir kauften uns jedenfalls gleich noch einen Campingtisch, da die Tische des Verleihers alle untauglich waren. Zu klein und so wackelig, dass garantiert die Hälfte aller Speisen und Getränke verschüttet worden wäre. Mit zwei vollen Einkaufswagen und um 250,-€ ärmer verließen wir den Shoprite. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass Arusha und Dar-es-Salam auch die einzigen Städte in Tansania sind, in denen man Supermärkte europäischen Zuschnitts findet.

Bargeld tanken kann sich in Tansania auch ganz schön hinziehen. Zwar gibt es inzwischen jede Menge ATM und das auch in kleineren Städten, jedoch ist nur ca. die Hälfte betriebsbereit und man muss auch immer die richtigen Banken für die jeweils verwendete Karte finden. Wir holen Bargeld mit einer Maestro-Karte der Sparkasse und waren im Laufe der Reise bei folgenden Banken (incl. Limiten, je Abhebung) erfolgreich.

Stanbic Bank – je 100.000,-TSH je Abhebung
Exim Bank – je 200.000,-TSH je Abhebung
Barclays Bank – je 400.000,-TSH je Abhebung

Alle anderen Banken haben sich uns verweigert, selbst wenn das Maestro-Zeichen am ATM prangte. :angry:

Jetzt war die Arbeit erledigt und der Urlaub konnte endlich losgehen. Wir brachen auf zu unserem ersten Ziel, dem Arusha Nationalpark. In weniger als einer Stunde war er erreicht. Bis auf die letzten 2km alles auf Asphalt.

Doch bevor es in den Nationalpark ging, checkten wir kurz in unsere Unterkunft, der Colobus Mountain Lodge, ein, machten dort das Dinner klar und bauten das Zelt auf. Das Zelt war sehr klein (2m x 1,2m). Unsere Isomatten passten gerade so hinein und bei einer Körpergröße von 1,96m hatte ich immer Kontakt zu Zeltwand.

Dann ging es aber endlich los in den Nationalpark. Den Eintritt konnten wir mit Visa bezahlen und auch eine Landkarte des Nationalparks konnten wir am Gate erwerben. Während Kathrin eincheckte hatte ich meinen Spaß mit 3 kleinen Kids, die bei mir Ihre ersten in der Schule erworbenen Englischkenntnisse ausprobieren wollten.

Unser erstes Ziel im Arusha National Park war der Ngurdoto Crater. Bald schon tauchten wir in dichten Bergwald ein. Bei so dichter Vegetation rechneten wir uns keine allzu großen Chancen auf Tierbeobachtungen aus, wurden aber positiv eines besseren belehrt. Wir waren noch nicht lange unterwegs, da sahen wir die ersten Colobus Affen und es wurden immer mehr. Ganze Bäume voll mit diesen wunderschönen Tieren.



Aber auch in den Büschen direkt am Weg turnten die afrikanischen Frackträger umher, so dass ich trotz der schwierigen Lichtverhältnisse ganz passable Fotos von ihnen machen konnte. Meist waren sie am rumtoben, was herrlich mit anzusehen war, aber manchmal hielten Sie zum Glück für den Fotografen auch still. Solche Fotos waren mir bislang noch nie geglückt und so hatten wir schon nach sehr kurzer Zeit unser erstes Urlaubs-Highlight.



Auf schmaler, aber einfach zu befahrener Fahrspur ging es durch beeindruckenden Bergwald zum Kraterrand.



Unser Ziel war der Leitong viewpoint, der mit 1853m höchste Punkt des Kraterrandes. Von hier hatten wir einen super Blick sowohl in den Krater als auch auf den Rest des Nationalparks. Leider konnten wir keine Tiere im Krater entdecken. Die in der Karte eingezeichnete Fahrspur um den gesamten Krater herum gibt es übrigens nicht mehr. Die Fahrspur führt heute nur noch bis zum Leitong viewpoint und zum Buffalo point.


Blick in den Ngurdoto Crater


Heute war eindeutig Affen-Tag. Auch auf dem Weg vom Krater herunter sahen wir wieder zahlreiche Colobus durch die Büsche und Bäume flitzen. Aber auch Grüne Meerkatzen, Diadem-Meerkatzen und Paviane konnten wir beobachten. Teilweise alle gleichzeitig von einem Standort aus.



Unser nächstes Ziel in Nationalpark waren dann die Momella Seen. Als erstes steuerten wir in dem Gebiet den „Boma la megi viewpoint“ an, von dem aus man einen schönen Überblick über die Seen hat. Als ich dort eine Cola aus dem Kühlschrank nehmen will, blinkt die „Error-Leuchte“. Es dauert einige Zeit, bis ich herausbekomme, wie ich das Teil wieder zum laufen bringe. Einfach ein hartes Reset indem der Stecker gezogen wird. Das Prozedere gibt’s ab jetzt mindestens einmal pro Tag, meist aber häufiger.

In diesem Teil des Parks finden sich viele Giraffen und größere Gruppen von Wasserböcken. Diese führten zahlreiche Kälber, die sich für Antilopen ausgesprochen neugierig zeigten. Sagte ich schon, dass Wasserböcke meine Lieblings-Antilopen sind? Die sind so herrlich puschelig und die Kleinen geradezu flauschig. Wie frisch mit Perwoll gewaschen.



Die Momella Seen sind Sodaseen. Als Tränke für die Wildtiere fallen sie damit aus, sind dafür aber bei den Flamingos sehr beliebt. Die Ufer und die flachen Stellen der Seen sind deshalb auch durchgehend rosa gesäumt.



Unterwegs bei den Momella Seen fingen wir uns dann noch einen Rüffel von einer Rangerin ein. Die Strecke ist Einbahnstraße und wir wären als Geisterfahrer unterwegs. Sie hatte recht. Ich hatte mich auf die Karte des Nationalparks verlassen und nicht auf die Beschilderung vor Ort geachtet. Leider ist die Richtungsangabe in der Karte falsch eingezeichnet. Mit der Ermahnung lies es die Rangerin dann aber glücklicherweise auch bewenden.

Unseren Sundowner genossen wir dann bei den Serengeti Plains. Leider ohne Sonne, da sich diese hinter Wolken und dem Mount Meru versteckte, dafür aber mit Zebras und Büffeln unweit des Wagens, auf dessen Dach wir saßen.



Zurück auf unserer Campsite reichte die Zeit dann gerade noch für eine schnelle Dusche, bevor es zum Dinner ging.


Colobus Mountain Lodge

1km vom Gate des Arusha National Parks entfernt und somit sehr günstig gelegen. Kein warmes Wasser. Die Campsite ist eine von Gebäuden, Bäumen und Büschen umgebene kleine Wiese ohne jede Aussicht, was mir nicht so gefiel. Auf der Campsite brennt die ganze Nacht Licht, was ich nicht mag. Das 4-Gänge Dinner war sehr lecker, reichlich und günstig. Das Bier leider nicht kalt.

Auch wenn mir das Dinner sehr zusagte, würde ich mir beim nächsten Mal eine der anderen Lodges mit Campsite in der Nähe des Gates ansehen und dort oder auf der public campsite des Arusha National Parks übernachten.
Letzte Änderung: 19 Jul 2013 16:38 von Topobär.
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21 Jan 2013 14:43 #271772
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3.Tag (Mo. 24.12.2012)
Arusha National Park – Mambo View Point Lodge

300km

Die Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen. Es war…
  • zu heiß (ich hatte mich noch zu wenig mit den Belüftungsmöglichkeiten des Zeltes vertraut gemacht).
  • zu hell (die Campingplatzbeleuchtung lies sich nicht abschalten).
  • zu laut (man hörte die umliegenden Dörfer und Kathrin hat tierisch geschnarcht).
Unser erstes Ziel war Moshi. Hier wollten wir unsere noch recht dürftigen Bargeldbestände weiter auffüllen, was auch gelang. Allerdings wieder nur mit den Minibeträgen von Exim und Stanbic.

Während Kathrin sich um das Geld kümmerte, schaute ich mich in den umliegenden Geschäften nach Getränkedosen um. In Arusha haben wir Cola light, Tonic water und Bitter lemon nur in Glasflaschen gefunden, was ziemlich nervig ist. Die Flaschen sind schwer, umständlich zu entsorgen, brauchen viel Platz und was am schlimmsten ist – machen durch ihr Scheppern einen Höllenlärm. In einer kleinen Grocery wurde ich fündig und kaufte gleich mal den Laden leer. Waren allerdings leider nur 6 Dosen Cola light und 7 Dosen Tonic water. :S

Bis Same blieben wir auf dem guten Asphalt. Da es noch früh am Tage war, entschieden wir uns dort für die Alternativ-Strecke, welche zwischen den South Pare Mountains und dem Mkomazi National Park verläuft. Überwiegend handelt es sich bei dieser Strecke um Piste, teils recht rau, teils auch sandig, aber immer gut zu befahren. Bei Gonja ist sogar ein kurzes Stück Asphalt.

Die Landschaft gefällt uns sehr. Die ganze Zeit ragen rechts von uns die dunkelgrünen Pare Mountains auf, während wir durch typisch afrikanische Dornbuschsavanne fahren. Dort wo das Land fruchtbar ist, finden sich auch gleich Dörfer, deren Umgebung landwirtschaftlich intensiv genutzt wird.



Kurz hinter Ndundu will uns „Susi“ (unser Navi) auf eine Abkürzung schicken, die in keiner unserer Karten verzeichnet ist. Sollen wir es wagen? Wir beratschlagen kurz. Noch sind wir risikobereit und liegen heute auch gut in der Zeit, so dass wir es wagen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es handelt sich um eine teilweise sehr schmale, sandige Fahrspur, die durch die trockene Savanne führt.



Die Orientierung ist trotz Navi nicht einfach. Einmal müssen wir bei der Durchquerung eines ausgetrockneten Flussbettes ganz schön suchen, um den Weg hinaus zu finden, da zahlreiche Rinderherden alle Spuren zertrampelt haben. Am schwierigsten sind aber die Dorfdurchquerungen. Am Dorfeingang lösen sich alle Spuren auf und es ist gar nicht so einfach, den Punkt zu finden, wo die Piste auf der anderen Seite das Dorf wieder verlässt. In den Dörfern selbst gibt es keine Pisten und Wege. Man kann überall und nirgends entlang fahren. Ist manchmal ein seltsames Gefühl, da man zeitweise den Eindruck hat, bei den Bewohnern durch den Vorgarten zu fahren. Es wird aber überall freundlich gewunken, was mein Gewissen dann wieder beruhigt.

So langsam kommen die Usambara Mountains in Sicht und ragen schon bald steil über uns auf.


Irgendwo dort oben liegt die Mambo View Point Lodge.

Das wir uns trotz nur einer Übernachtung für die sehr abseits gelegene Mambo View Point Lodge entschieden haben, liegt in erster Linie daran, dass auf deren Homepage noch eine alternative Zufahrt zur Strecke über Lushoto genannt wurde und wir die Lodge so sehr gut in unsere Rundtour integrieren konnten.

Die Strecke führt in nur 15km aus der Ebene bei Mnazi ins auf fast 2000m hoch gelegene Bergdorf Mtae, in dessen Nähe die Lodge liegt. Die Strecke ist ein Fest für jeden 4x4-Fan. Die ganze Zeit geht es steil in engen Serpentinen und über heftige Auswaschungen und Felsstufen bergauf. Ich lasse mir Zeit und fahre die ganze Strecke in Untersetzung und auch da nur im 1. und 2. Gang. Traktion ist hier alles und in Untersetzung verhindert man am besten durchdrehende Reifen und schont auch ansonsten das Fahrzeug. Unsere Flaschen scheppern hier weniger als auf den normalen Wellblechpisten.





Ringsum konnten wir schon die ganze Zeit während des Aufstiegs Gewitterschauer sehen, wir haben aber Glück und der erste Schauer trifft uns erst, als wir Mtae schon erreicht haben. Bei Nässe ist die Strecke mit Sicherheit eine ganz andere Nummer und ich würde dann von einer Befahrung dringend abraten.

So wie es für mich den Anschein hatte, ist die Piste einst sehr aufwendig angelegt worden und dann später dem Verfall Preis gegeben worden. Würde mich nicht wundern, wenn sie noch aus der deutschen Kolonialzeit stammt, da die Deutschen gerade in den Usambara Mountains sehr viel für die Infrastruktur getan haben.

Sowie wir in den Bergen sind, wir auch die Vegetation grüner, dichter, intensiver. Hier in den Bergen herrscht ein ganz anderes Klima. So ist die Region sehr fruchtbar, dicht bevölkert und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Auch die steilsten Hänge werden bewirtschaftet, Terrassenfelder sind jedoch unbekannt.



An der Lodge angekommen bauen wir schnell unser Zelt auf, bevor sich die Wege von Kathrin und mir trennen. Während Kathrin sich lieber in den sehr guten Sanitäranlagen der Lodge, die auch mit Warmwasser begeistern, der Körperpflege widmet, schnappe ich mir mein Buch und ein Bier und mache mich auf den Weg zum Sundowner Point. Wer hat da wohl die bessere Wahl getroffen? Ich muss leider zugeben – Kathrin :( . Sieht zunächst auch noch alles nach einem prächtigen Sonnenuntergang aus…

…so kommt dann doch in ungeahnter Geschwindigkeit ein Gewitter auf und ehe ich mich versehe gießt es um mich herum, wie aus Kübeln. Zwar bin ich am Sundowner Point durch ein Makuti-Dach vor dem Regen geschützt; was hilft mir das aber, wenn in 15 Minuten das Dinner beginnt? Ich warte noch solange, wie möglich, aber der Regen lässt nicht nach. Der Weg zurück zur Lodge ist auch nur kurz, aber als ich dort ankomme, habe ich keinen trockenen Faden mehr am Leib und bin ganz schön am frieren. Hier oben herrschen deutlich niedrigere Temperaturen, als in der Ebene.

Das Dinner findet an einer großen Tafel gemeinsam mit allen Gästen der Lodge statt. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Mitarbeiter irgendwelcher NGO’s, die hier der Hitze entfliehen und die Weihnachtstage verbringen. Irgendwann fällt der Strom aus – es werden Kerzen aufgestellt und die Stimmung ist richtig weihnachtlich.

Bevor wir schlafen gehen können, müssen wir noch das Zelt trocken legen. Bei stärkerem Regen ist es klar überfordert. :angry: Man gut, dass wir nicht mehr die Zeit hatten, vor dem Gewitter Isomatte und Schlafsäcke ins Zelt zu schaffen.


Mambo View Point Lodge




Das niederländische Paar Marion und Herman hat hier am Ende der Welt, in einmaliger Lage, eine sehr nette Unterkunft geschaffen. Gemütliches Restaurant mit Kamin und WIFI.

Das Dinner gab es als Buffet, es war ausgesprochen lecker. Wer zu spät kam, musste allerdings mit einer stark eingeschränkten Auswahl vorlieb nehmen. Man gut, dass ich noch nie zu spät zu einem Buffet kam. :blush: Das Frühstück hat uns nicht zugesagt.

Die Sanitärbereiche sind sehr gut.

Die Campsite ist nicht mit dem Wagen zu erreichen, was Selbstverpflegung zumindest sehr aufwendig macht. Leider sind die Stellplätze von dichten Büschen umgeben, so dass man von Ihnen nicht den tollen Ausblick genießen kann.

Es werden von der Lodge zahlreiche geführte Wanderungen angeboten, die sich sehr interessant anhören. Wenn wir noch einmal hierher kommen, dann sicher für mehr als eine Nacht, so dass wir auch eine Wanderung unternehmen können.

Man kann mit Visa zahlen.
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24 Jan 2013 12:06 #272394
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4.Tag (Di. 25.12.2012)
Mambo View Point Lodge – Beach Crab Resort

290km

Es regnete noch bis kurz nach Mitternacht und unsere Schlafsäcke waren morgens von außen recht nass. Zum Glück hatten wir uns auch für diese Reise entschieden, die guten Schlafsäcke mitzunehmen. Diese haben als Außenhülle eine Microfaser-Membran und sind spritzwasserdicht.

Heute gibt’s einen Wecker, mit dem wir hier in den Bergen nicht gerechnet hätten. Schon kurz vor der Dämmerung quäkt der Muezzin los. Er begnügt sich auch nicht mit dem üblichen „Allahu akbar“, sondern hält anscheinend das gesamte Frühgebet über Lautsprecher; auf jeden Fall ist er über eine viertel Stunde am schnacken.

Nach einem eher mäßigen Frühstück :dry: verabschieden wir uns von Marion und Herman und mit einem letzten Blick zurück zur Lodge machen wir uns auf den Weg Richtung Lushoto.



Keine Ahnung, ob “Susi” uns aus dem Gewirr von Pisten eine eher suboptimale Route zusammengestellt hat, oder ob es nach Regenfällen hier keine einfachen Pisten gibt. Auf jeden Fall sind die ersten 20km eine ernsthafte Herausforderung. Durch den Regen der letzten Nacht aufgeweicht, schlammig und sehr rutschig, ist die teilweise durch steile Hänge führende Piste oftmals so schmal, dass sie auch als etwas breiterer Wanderweg durchgehen könnte. Da war keine Toleranz für Fehler. Einmal ins rutschen gekommen, hätte man sich im Tal wieder gefunden. Dem entsprechend angespannt war ich die ganze Zeit. Die Krönung waren dann die Brücken. Anscheinend mit größerem Vertrauen an Gott, als die Regeln der Statik errichtet, waren sie sicher schon spannend zu befahren, als sie neu erbaut waren. Das lag aber anscheinend schon einige Zeit zurück, denn es fehlten bereits einige Bretter. Am schlimmsten war gleich die erste Brücke und der Grund sie zu überqueren lag einzig darin, dass es auf der schmalen Piste absolut keine Chance gegeben hätte um zu wenden und die Alternative darin bestanden hätte, die Piste mehrere Kilometer rückwärts bis ins letzte Dorf zu fahren. Also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Es ging dann aber doch alles gut, auch wenn die Bretter und Balken unter gut vernehmlichen Ächzen etwas nachgaben. Die nächsten Brücken sahen dann zwar nicht gut, aber doch besser als die Erste aus, so dass auch dort ein Umdrehen für uns nicht in Frage kam.


Dies war noch eine der besseren Brücken, aber bei den wirklich heftigen Brücken brauchte ich Kathrin als Einweiserin und nicht als Fotografin.

Als die Strecke endlich besser wird, kann ich auch wieder die satt grüne Landschaft genießen. Bis auf einige kleinere „Forrest Reserves“ wird jeder verfügbare Quadratmeter Boden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Fahrt durch die Usambara Mountains hat mich von der Landschaft stark an Uganda erinnert.



In den Dörfern waren wir für die Kids immer eine große Sensation. Sie winkten oder kamen angerannt, meist laut „Muzungu“ schreiend. Gebettelt wurde aber nicht ein einziges Mal.

In Lushoto hatte uns dann der Asphalt wieder. Die gut ausgebaute Bergstraße führte uns in vielen Kurven wieder hinunter in die Ebene zur B1, die wir in Mombo wieder erreichten. Als wir dort kurz anhalten sind wir sofort von einem Pulk Pflaumenverkäufer umringt. Alle haben ein gelbes Shirt mit einer individuellen Nummer darauf an – ist trotz des vermeintlichen Chaos wohl voll durchorganisiert.

Bis zur Küste bleiben wir dem Asphalt treu. Mit jedem Kilometer wird es heißer und auch der Wind nimmt zu, bringt aber keine Erfrischung. Es gibt zahlreiche Sisal-Plantagen. Anscheinend kann sich diese Naturfaser noch immer recht gut gegen moderne Kunstfasern behaupten.

Wir ignorieren „Susi“, als sie uns von Muheza direkt nach Pangani schicken will, denn wir wollen in Tanga noch Einkaufen, vor allem Brot.

Den Umweg hätten wir uns aber schenken können. Tanga ist ein echt totes Nest. Es gibt noch nicht einmal einen vernünftigen Tante Emma Laden. Brot ist nicht zu bekommen. Die im Reiseführer eingezeichnete Bäckerei existiert nicht mehr. Es gibt einen riesigen Markt, aber abgesehen von ein paar kleinen Obst&Gemüse Ständen gibt es nur hunderte von Klamottenverkäufern. Wer soll all die Kleidung kaufen und tragen? :S

Von der Piste von Tanga nach Pangani hatte ich mir mehr versprochen. Zwar verläuft sie entlang der Küste, das Meer kann man aber nur sehr selten sehen. Dazu ist sie noch sehr rau, so dass wir ordentlich durchgeschüttelt in Pangani ankommen.

Die Fähre über den Pangani River steht schon bereit. Während Kathrin noch zahlt, kann ich schon auf die Fähre fahren.



Die Kosten sind mit 5.000,-TSH für das Auto incl. Fahrer und 200,-TSH für jede weitere Person absolut im Rahmen. Der Pangani River macht hier schon eher den Eindruck einer weiten Meeresbucht. Das Wasser zeigt sich in herrlichem blau und in der Ferne sieht man einige Dhaus.

Nach der Fähre sind es nur noch wenige Kilometer über weiterhin recht raue Piste zum heutigen Tagesziel, dem Beach Crab Resort.

Nach der sehr netten Begrüßung bauen wir schnell unser Zelt auf. Außer uns sind nur zwei europäische Fahrzeuge auf Trans-Afrika-Tour auf der Campsite.

Dann geht’s ab ins Wasser. Die erhoffte Abkühlung bleibt bei unglaublichen 36°C allerdings aus. Solche Wassertemperaturen kannte ich bislang nur aus meiner Badewanne.



Da die Sonne hier am indischen Ozean leider auf der „falschen“ Seite untergeht, fällt ein spektakulärer Sonnenuntergang aus. Der GinTonic schmeckt aber trotzdem. ;)

Abends veranstaltet das Resort anlässlich Weihnachten ein großes Fisch-Barbecue. Baracuda, Zackenbarsch, Octopus und Prawns bis zum platzen. Dazu ein umfangreiches Salat-Buffet, u.a. mit leckerem rheinischen Kartoffelsalat. :laugh:

Die Tische wurden dafür alle aus dem Restaurant herausgebracht, um eine lange Tafel direkt am Strand aufzubauen. Beleuchtung nur mit Kerzen und Öllampen. Wir haben das gute Essen und die romantische Stimmung sehr genossen. Das war auch ohne Schnee und Tannenbaum weihnachtlich.

Die Internationale Gäste-Schar ist auch hier zur Hälfte bei NGO’s in Tansania tätig und spannt für ein paar Tage an der Küste aus.

Ein netter Verdauungs-Spaziergang führt uns bei fast vollem Mond zurück zur Campsite. Dabei können wir auch endlich die namens gebenden Beach Crabs entdecken. Sie sind nachtaktiv und laufen jetzt zu hunderten über den Strand. Leider sind sie sehr scheu. Daneben entdecken wir auch noch an Land lebende Einsiedlerkrebse.



Beach Crab Resort:




Urige Anlage direkt am Strand. Deutsche Besitzer. Umfangreiches Sportangebot (Paddeln, Surfen, Tauchen, Beach-Volleyball)

Schönes Bar/Restaurant direkt am Strand. Sehr nettes Personal.

Sehr gute Küche, leckeres selbst gebackenes Brot, welches man hier auch zum mitnehmen kaufen kann.

Die Campsite unter Palmen liegt in der ersten Reihe, direkt am Strand.

Erstklassiges Preis/Leistungs-Verhältnis. Man kann mit VISA zahlen.

Einziges Manko der Anlage ist, dass aus den Duschen nur Salzwasser kommt. Wer eine empfindliche Haut hat, bekommt da vielleicht Probleme.
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5.Tag (Mi. 26.12.2012)
Beach Crab Resort – Saadani National Park

136km

Wo hier am indischen Ozean schon die Sonnenuntergänge ausfallen, will ich doch zumindest den Sonnenaufgang genießen und werde für mein frühes Aufstehen großzügig entschädigt.



Wir haben es nicht eilig, ist unser heutiges Tagesziel, der Saadani National Park, doch nur eine Stunde Fahrzeit entfernt. So bietet sich die Gelegenheit zu einem etwas opulenteren Frühstück. Mein Tomaten-Bacon-Käse-Omelett ist ja sowieso immer ein Hit, aber hier unter Palmen mit Blick auf’s Meer schmeckt es gleich doppelt so gut.



Während Kathrin abwäscht, breche ich das Camp ab und packe den Wagen. Die Arbeitsteilung klappt wie immer gut, so dass wir nach dem Frühstück schnell startklar sind. Die Piste zum Saadani Nationalpark stellt auch keine großen Herausforderungen und ruckzuck sind wir am Gate. Hier kann man aber nur den Eintritt für die Personen und das Auto entrichten (nur bar); die Bezahlung der Campsite muss am Headquarter erfolgen. Somit steht unser nächstes Ziel fest.

Am Headquarter erfahren wir dann, dass die Sanitäranlagen der Campsite nicht funktionieren. Kathrin kann aber erreichen, dass wir auf dem Gelände der TANAPA-Bandas zelten dürfen und die Schlüssel für eine Banda bekommen, um dort Dusche/WC nutzen zu können. Die Bandas sind schlicht, aber sauber und funktionell eingerichtet. Für Nicht-Camper sicherlich eine gute Alternative, um hier im Nationalpark günstig zu übernachten.

Es ist inzwischen unerträglich heiß geworden. Glücklicherweise hat es hier auch ein Makuti-Dach unter dem wir im Schatten Zuflucht finden. Von dort hat man einen schönen Blick auf’s Meer. Ab und zu schafft eine Brise vom Meer etwas Abkühlung, jedoch immer nur für kurze Zeit. Bis 15:00Uhr halten wir Siesta, dann brechen wir auf zum nachmittäglichen Gamedrive.

Der Gamedrive ist eine ziemliche Enttäuschung. Es gibt nur wenige Tiere. Von den Tieren, die wir sehen, sind alle außer den Pavianen weit weg oder extrem scheu, so dass sie flüchten, sowie sie uns wahrnehmen. In den meisten Fällen können wir die Tiere noch nicht einmal sicher bestimmen, von fotografieren ganz zu schweigen. Einzig bei Zebras und Büffeln waren wir uns sicher. Von Giraffen finden wir lediglich Fußspuren und von Elefanten nur deren Hinterlassenschaften.

Dieses Foto eines Seeadlers war unser bestes Tierfoto des Tages. :(


Ich vermute, dass der Saadani National Park einfach noch zu „jung“ ist und sich die Tiere deshalb noch nicht daran gewöhnt haben, dass von den Menschen keine Gefahr mehr ausgeht. Ich werde sicher erst in frühestens 10 Jahren einen neuen Versuch mit diesem Nationalpark unternehmen.

Aufgrund des enttäuschenden Gamedrives sind wir schon früh zurück und lassen uns auch von der auf der falschen Seite untergehenden Sonne nicht von einem Sundowner am Strand abhalten.

Das Makuti-Dach ist gut ausgestattet. Neben Tischen und Stühlen hat es auch Strom und Licht zu bieten. So luxuriös konnte ich auf dieser Reise nur selten kochen. Es gab Gemüse-Curry in Kokosmilch, der Auftakt zu drei sehr fleischarmen Wochen. Dies ist einer der großen Unterschiede zu Reisen ins südliche Afrika.
Letzte Änderung: 19 Jul 2013 16:41 von Topobär.
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