THEMA: Ewaso Ngiro River - Reisebericht Kenia
13 Apr 2009 17:32 #97679
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  • Maggy am 13 Apr 2009 17:32
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Landschaftsfotos gehen auf einer Safari oftmals unter. Auch ich kann nicht gerade damit glänzen, weil am Ewaso Ngiro River ständig etwas los und meine Konzentration immer auf die vielen dort anzutreffenden Tiere gerichtet war. Im Vordergrund dieses Berichtes stehen nicht nur Großaufnahmen von Tieren, sondern im Wesentlichen Landschaftsfotos vom Ewaso Ngiro River mit den sich dort aufhaltenden Tieren.



Der Ewaso Ngiro River entspringt in den Aberdares. Die Nationalreservate und Schutzgebiete Samburu am nördlichen und Buffalo Springs am südlichen Ufer sowie das Shaba Nationalreservat gehören in Bezug auf die Vegetation zu den klimatisch trockenen in Nordkenia. Insofern ist der Ewaso Ngiro River die Lebensader dieser Nationalparks. Nach seinem langen Weg von den Aberdares durch die Nationalreservate bis in den Norden Kenias versickert er schließlich in den Lorien Sümpfen. Da zu Bewässerungszwecken viel Wasser abgezweigt wird, kommt es vor, dass der Fluss zeitweise austrocknet. Dann müssen die Tiere vom Samburu Nationalreservat in das Buffalo Springs Reservat ausweichen zum Isiolo River, der bis jetzt noch nie austrocknete.

In der Massaisprache der Samburus heißt der Fluss übersetzt \"Braun-graues Wasser\" - Siggi, der fast jährlich dort anzutreffen ist, nennt ihn zutreffenderweise den \"Schokoladenfluss\".



Gegen Mittag sieht man sie kommen - die Elefanten ...,










denn der \"Schokoladenfluss\" auch ist auch das Zuhause der \"Schokoladenelefanten\", die sich mit großem Vergnügen in der Mittagshitze am Fluss erfrischen.






Je nach Stand der Sonne verändert sich die Farbe des Flussrandes und die der Elefanten.








Die Flussuferwaldstreifen sind u.a. mit Tamarinden (Johannisbrotgewächs), Doumpalmen, Pappeln und Akazien gesäumt.

Der Vogelreichtum am Schokoladenfluss ist unzählbar.



Schon morgens um 6.30 Uhr war dieser Geier anzutreffen.




Etwas später tauchte der Marabu auf.




Gegen Mittag tummelten sich immer mehr Vögel im Fluss, wie hier die Kraniche und Reiher.




Krokodile fühlen sich am Schokoladenfluss sehr wohl, sind aber sind nicht so leicht zu sehen, obwohl es hier die größten Krokodile Kenias geben soll. Shady, unser Fahrer, sah dieses Krokodil zuerst. Ich hielt es für einen Baumstumpf und erst der Blick durch die Kamera bestätigte seine Beobachtung.




Häufig sieht man Kinder in der Nähe der Shaba Sarova Lodge Rinder durch das Wasser treiben, sie haben im Gegensatz zu uns scheinbar keine Angst vor Krokodilen.



Der Waran hielt sich am Ufer des Schokoladenflusses im Shaba Nationalreservat auf, direkt im Gebiet der Shaba Savora Lodge. Es war möglich, sich auf ganz leisen Fußsohlen heranzupirschen, ohne dass er gleich verschwand.



Ein Abschiedsblick auf den Fluss im Shaba Nationalreservat. Hier sind die Ufer wesentlich felsiger, als in den beiden anderen Parks.

Zurück im Samburu Nationalreservat trafen wir bereits am Morgen des ersten Safaritages auf Löwen. Sie waren am anderen Ufer des Schokoladenflusses und wären uns wahrscheinlich nicht aufgefallen, aber Shady, unser Fahrer hatte ein Auge für Katzen.



Hier müsst ihr schon genau hinschauen, um die Löwen auszumachen. Sie hatten sich ein schattiges Plätzchen gesucht und hatten einen wunderbaren Blick über den gesamten Fluss bis zu uns.

Beim Warten, ob sie sich vielleicht doch noch erheben würden, um zum Fluss hinunterzugehen, entdeckten wir diesen farbenprächtigen Vogel.



Es ist ein Graukopfliest, engl. grey-headed kingfisher.

Der nächste Morgen stand wieder im Zeichen der Katze.



Eine Löwin hatte sich ein gemütliches Plätzchen mit Flussblick gewählt - das müsst ihr jetzt mal so glauben - den Fluss habe ich in diesem Fall ausnahmsweise nicht mit aufs Bild bekommen.

Auf der Safariseite eines kenianischen Reiseveranstalters (nicht Sunworld) heißt es zur Tierwelt im Samburu und Buffalo Springs Reservat unter Besonderheiten: \"Wenig Löwen und Geparden. Gute Chancen, einen Leoparden zu beobachten.\" Das kann ich nicht bestätigen.

Die morgendliche Safari, Start um 6.00 Uhr, führte größtenteils an den Fluss. Schon unterwegs hielt unser Fahrer an und suchte nach Katzenprints. Wohin führten sie? An den Schokoladenfluss!



Da waren sie - ein Löwe, der sich in der aufgehenden Sonne wärmte und zwei Löwinnen, rechts im halbschattigen Busch.



Eine Löwin kuschelte sich in der Morgensonne an den Löwen am Hang des Flusses. Nach kurzer Kuschel- und Aufwärmphase
tappte sie wieder zur anderen Löwin zurück.



Als die Sonne immer höher stieg, blickte der Löwe noch einmal weit auf den Fluss hinaus, um danach in etwa 30 Meter Entfernung im dichten Gebüsch zu ruhen.




Die Löwin konnte sich von dem phantastischen Blick flussabwärts genauso wenig trennen wie wir, aber da mittlerweile andere Safarifahrzeuge eintrafen, fuhren wir weiter.


Eigentlich wäre an dieser Stelle mein Bericht zu Ende. Weitere Katzen sah ich am Schokoladenfluss nicht. Ich hatte nicht die Chance, einen Leoparden zu sehen. Deshalb ging es am letzten Tag, bevor die Sonne aufging, in Richtung Felsen. Doch der Leopard war trotz langer Suchaktion und Sichtung seiner Prints an den Felshängen nicht auszumachen.

Siggi und sein langjähriger Fahrer John haben im vorletzten Jahr diesen Leoparden im dichten Buschwerk am Fluss entdeckt.



Sie harrten aus und ihre Geduld wurde belohnt - der Leopard kam nach einer Stunde aus dem Blätterwald heraus und kletterte auf diesen umgestürzten Baum.



Vielen Dank für die Bilder Siggi!




Nun verabschiede ich mich vom Schokoladenfluss - aber nur für eine kurze Zeit, denn in einem Monat werde ich wieder dort sein. Und wenn ihr mir ordentlich die Daumen drückt, kann ich euch vielleicht meine Leopardenbilder am Fluss präsentieren.

Liebe Grüße
Maggy
Letzte Änderung: 22 Apr 2009 08:56 von Maggy.
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13 Apr 2009 18:21 #97683
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  • ANNICK am 13 Apr 2009 18:21
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Hallo Maggy,

Wirklich super Aufnahmen..Natürlich drücke ich dir ordentlich die Daumen für die nächste Show am Schokoladenfluss. Also her mit den Leoparden??

Alles Gute

Annick
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13 Apr 2009 19:59 #97696
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Hallo Annick,

ich nehme dich beim Wort und erinnere dich noch mal in knapp einem Monat dran! Wir haben fünf Tage nach dem Leoparen gesucht - er ist einfach schlauer als wir!

Würde auch liebend gern eine gestreifte Hyäne sehen!

Vielleicht reicht das Daumendrücken für beide.

Liebe Grüße
Maggy
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13 Apr 2009 19:59 #97697
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Hallo Maggy,
Kompliment. Ich finde Deinen Bericht, die Fotos deshalb so gut, weil Du den Schwerpunkt auf die Landschaft, den Schokoladenfluß gelegt hast. Die Tiere sind dann Teil der Landschaft. Natürlich gehören da einige \"nur Tiere rein\" auf den Mix kommt es an. Haste sehr gut hinbekommen.
Ich glaube wir machen fast alle den Fehler die Landschaft zu vernachlässigen.
Für mich ist zwar die 3.789 Elefantennahaufnahme noch interessant. Sicherlich geht das Anderen nicht unbedingt so.

Wie stark der Schokoladengehalt (Kakaogehalt) ist:
Ich habe etwas Flußwasser gestohlen und mit nach Hause genommen.
In dem 200 ml Fläschen hat sich 2,0 cm Kakao abgesetzt. Darüber steht das Wasser kristallklar.

Gruß
Siggi
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Letzte Änderung: 13 Apr 2009 20:03 von siggi.
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14 Apr 2009 22:28 #97808
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  • Maggy am 13 Apr 2009 17:32
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Hallo Siggi,

ich habe mir vorgenommen, auf den nächsten Safaris auch die Landschaft häufiger zu fotografieren. Die wesentliche Konzentration liegt immer auf den Tieren. Ich nehme die Landschaft sehr wohl wahr und erfreue mich daran, bin aber im Hinterkopf damit beschäftigt Tiere zu erspähen. Wenn ich die Fotos Freunden zeige, die noch nicht in Afrika waren, fragen sie auch immer, ob ich nicht ein paar mehr Landschaftsaufnahmen hätte. Sie wollen wissen, wie der Lebensraum der Tiere aussieht.

Zu deinem geklauten Flußwasser: Wie hast du das nur durch den Zoll bekommen??? :laugh:

Liebe Grüße
Maggy
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14 Apr 2009 22:39 #97811
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  • siggi am 13 Apr 2009 19:59
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Maggy schrieb:
Zu deinem geklauten Flußwasser: Wie hast du das nur durch den Zoll bekommen??? :laugh:

Hallo Maggy,
das war überhaupt kein Problem. In einem Platikfläschen, zur Sicherheit noch zwei Gefrierbeutel und dann im Seesack.
Da hat noch nie ein Mensch genau reingeschaut. Wenn ich den aufschnüre und mit der schmutzigen Wäsche anfange, hat bisher jeder Zöllner dankbar abgewinkt.

Gruß
Sigi
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