Liebe Foris
Wie versprochen, der nächste Bericht – der 2. letzte im 2025….
Zur Gruppe: Grossmutter war mit mir 2005 auf einer Tour. Der Fahrer war John. Es waren damals 6 Leute und eine der harmonischten Gruppen, die ich je hatte. Da war kein böses Wort, jeder nahm auf die Interessen des anderen Rücksicht. Damals lebt Ihr Mann noch. Nun wollte sie nochmals diese Tour machen. Ich fühlte mich echt gerührt und geehrt, da dies altershalber ihre letzte grosse Tour sein wird.
Dann der beste und einzige Sohn (ihre Wote) mit Frau und den beiden Töchtern, die Anfang 20 sind. Zudem war die Freundin der Grossmutter mit dabei, mit der sie schon einige Reisen gemacht hatte und sie auch in Deutschland regen Kontakt hat.
3.9. Ich holte Sie am späten Abend am Flughafen ab. Mit der Grossmutter gab es natürlich eine herzliche Begrüssung. Netterweise haben sie ein Raucherhäuschen beim Terminal 1E hingebaut. Wir sind nun 3, die das Laster haben.
Mit 2 Taxis geht es ins Tamarind Tree Hotel. Ein Getränk und bald ab ins Bett.
4.9. Ein nicht zu frühes Frühstück und dann holen uns die 2 Taxifahrer ab. Es geht erst ins Karen Blixen Museum, wo wir von einer Führerin alles erklärt bekommen. Da alle Englisch können, brauche ich nicht übersetzen. Danach geht es, um der Geschichte willen, ins Norfolk Hotel. Dort hatte Karen Blixen, als sie Kenia verliess, gebeten, dass man ihre Angestellten auf einem Stück Land ansiedeln soll, das sie ihnen hinterliess. Es waren 405 Hektaren. 2.428 Hektaren ihres Farmlandes wurde an einen Investoren verkauft. Ihre Angestellten stammten von verschiedenen Stämmen.
Eine der Töchter hat Gluten Allergie. Als unser Abendessen im Tamarind Tree Hotel kam, sah der Fisch trotz Anweisung nicht nach Gluten frei aus. Ich sah dem Kellner an, er ist überfordert und versteht den Ernst der Lage nicht. Also nehme ich den Teller und gehe zur Küche. Der Chefkoch kommt auch gleich und versteht blitzartig warum es geht. Der Fisch war nicht glutenfrei. Sofort bereitete er frisch zu und nun war alles wieder gut.
5.9. Joseph holte uns um 8 Uhr ab und es ging hoch auf den Rand des grossen Grabenbruchs. Wir hielten an einem der Aussichtspunkte. Leider war es recht diesig und die Fotos auch von den Vögeln wären nichts geworden. Weiter vorbei am Naivasha und Elementaita See zum Lanet Gate des Nakuru Nationalparkes. Nach dem Einchecken drängte die Zeit etwas, um noch Mittagessen zu bekommen.
Wir gingen auch gleich zum Buffet und danach auf unsere Zimmer. Das Essen war wie immer lecker.
Ich muss immer schauen, ob die Leopardorchidee / Ansellia africana blüht. Sie ist nahe des Empfangs. Und sie tat mir den Gefallen. Die Versuchung einen Teil mitzunehmen ist gross, aber wir haben noch viele Tage vor uns und sie würde kaputt gehen.
Gleich nach dem Ausgang der Lodge, bitte ich Joseph kurz anzuhalten. Das Bild spricht Bände. Für diejenigen, die den Nakuru Nationalpark nicht kennen, sieht alles normal aus. Man sieht das Band im Bild. Das ist der Weg. Von dort aus konnte man fast 1 km weiter zum Seeufer fahren. Der Weg lag im Süsswasser und ist nun mit Sodawasser vermischt. Wo die toten Bäume stehen, war Land und da konnte man toll Tiere finden. Die dicke, dunkle Wolke ist derzeit typisch. Das Gebiet bekommt aussergewöhnlich viel Regen und Ihr werdet noch sehen, wie der Wasserspiegel steigt. Das Grasland wird nun weniger, die Zahl der Tiere ist gleich. Zudem sind sehr viele exotische, eingeführte Pflanzen im Grasland und kaum eine davon wird von Tieren gefressen. Dies diskutiere ich später auch mit dem Besitzer der Nakuru Lodge. Vielleicht kann er Gruppen motivieren, zu jäten.
Früher war der See rosa gefärbt von all den Flamingos. Doch das Wasser ist zu stark verdünnt, was Algen, Krebschen und anderen Getierchen nicht gut tut. Flamingos ernähren sich davon, Rosaflamingo von Krebschen, Zwergflamingos von blau-grünen Algen. Beide Nahrungsmittel enthalten Karotin, welche die rosa Farbe erzeugen.
Zum Vergleich Bilder vom August 2017 und da war der See schon recht angestiegen. Vom Wegweiser aus ging es noch gut 200 m zum Seeufer. Heute sieht man nicht mal mehr ein Steinchen davon. Die Grossmutter hatte den See noch sehr tief erlebt und war echt geschockt.
Joseph biegt rechts ab, also auf die Seite des Hügels weg vom See. Man sieht, es ist recht überweidet und die Häuser stehen am Parkzaun.
Es geht kurz durch den Wald und auf den Weg zur Soysambu Campsite. Joseph nimmt die Herausforderung der nassen Schwarzerde auf sich, um uns den Löwenmann zu zeigen. Das tote Zebra liegt im Gebüsch. Andere Autos kommen und auch die müssen recht zirkeln.
Nein, meine Kamera ist nicht kaputt. Die Streifen kommen vom Regen. Wir waren grade noch rechtzeitig vom Löwen weggekommen, die folgenden Autos werden es schwieriger haben. Nakuru hat einige stattliche Büffelbullen. Diese älteren Herren sind nicht immer freundlich. Hier wollte auch mal einer unserem Auto eine Beule reinhauen.
Rothschildgiraffen Bullen schauen auf 2 ihrer Kollegen, die versuchen, die Rangordnung herzustellen. Der dunklere ist etwas höher und wahrscheinlich auch älter. Das zeigt er nun dem Kürzeren. Giraffen, wie auch andere Tiere, imponieren erst mal durch gross machen und versuchen den andern einzuschüchtern. Falls keiner nachgibt, heisst es halt kämpfen. Doch die gesellen sich bald wieder zu den anderen.
Nasse Anubispaviane sitzen am Wegrand. Der Regen hält das Junge nicht vom Trinken ab
So gross wie der Rheinfall ist er nicht, aber dennoch hat er für seine Verhältnisse sehr viel Wasser. Er heisst Makalia Fall. Das Wasser fliesst in den Nakuru See, der keinen Ausfluss hat.
Die heisse Dusche tat gut, der Regen hat doch die Luft ziemlich abgekühlt. Schon als ich aus dem Zimmer trat und langsam, immer mit der Taschenlampe nach Kleintieren suchend, Richtung bar lief, hörte ich die Nakuru Singer schon. Ganz langsam ging ich die Treppe hoch und die Stimmen verstummten. Ich hatte die Gruppe und vor allen den Leader der Gruppe total überrascht. Um so grösser war deren Freude. Nach dem Abendessen ging ich hin und wir plauderten. Danach durfte ich deren schöne Stimmen geniessen.
Gute Nacht