10. Februar
Ein "kleines" Highlight
Heute wird es spannend. George möchte uns endlich die Cubs von
Bahati zeigen, denn er weiß jetzt aus sicherer Quelle, wo sie sich gerade aufhalten. Nach 20 Minuten erreichen wir das Rekero Crossing und fahren im Scheinwerferlicht durch die Fluten - immerhin sind es mitterlweile nur noch kleine Fluten. Trotzdem bleiben Petras Augen vorsorglich geschlossen - sicher ist sicher. Sollten wir weggeschwemmt werden, so will sie davon zumindest nichts sehen.
Nach dem Talek ist es nur noch ein Katzensprung und wir erreichen den Unterschlupf der Kleinen. Bahati finden wir nicht. Leopardenmilch ist so nahrhaft, dass die Mutter die Cubs problemlos einige Tage alleine lassen kann, wenn sie beispielsweise gerade auf Nahrungssuche ist. Noch ist es dunkel, aber irgendwann können wir schemenhaft eine winzige Gestalt zwischen den Zweigen ausmachen. Noch sind wir alleine hier, das wird sich aber bald ändern.
Die ersten warmen Sonnenstrahlen dringen durch die Äste und strahlen das Kleine nun an. Neugierig beäugt es uns und die restlichen paar Autos. Immerhin herrscht eine wohltuende Ruhe.
Das Geschwisterchen zeigt sich leider nicht und nach 20 Minuten löst sich das Geschehen um uns herum auf, denn der Unterschlupf befindet sich einige Meter Offroad und die Ranger werden kommen. Wie ich finde, auch die korrekte Konsequenz - man möge sich nicht ausmalen, was hier los wäre, wenn hier niemand für Ordnung sorgen würde in der Nähe der Cubs.
So fahren wir weiter und wie durch ein Wunder läuft uns plötzlich ein Caracal über den Weg! Wir sind alle völlig aus dem Häuschen und Petra reagiert sofort, indem sie mit dem Handy filmt und ich einfach nur drauf los knipse. Für Beweisbilder reicht es und wir haben unser Soll für diesen Tag quasi bereits jetzt erfüllt. Auch George ist mehr als happy über diese wahrlich besondere Sichtung und gibt natürlich gleich über Funk bei seinen Freunden und Kollegen an. Diese kommen teilweise natürlich schnell herbei geeilt, aber ohne Erfolg denn selbst wir hatten nur für wenige Sekunden das Vergnügen, da die Kleinkatze bereits nach wenigen Sekunden in den Büschen verschwand.
Unser Weg führt uns nun Richtung Mara Fluss und Chinese Hill. Dieser Hügel heißt so, weil sich hier mal ein chinesisches Filmteam für eine BBC Dokumentation über das ansässige Löwenrudel niedergelassen hat. Das Rudel wird daher auch Chinese Rudel oder eben
Paradise Rudel (wir befinden uns in der Paradise Area) genannt und wird dominiert von den
Six Pack Boys, von denen aber nur noch vier am Leben sind. Diese vier gemeinsam auf Morgenpartrouille, das wäre mein absolutes Traumfoto.
Am Ufer des Mara finden wir Löwinnen des Rudels, die sich hier ausruhen. Auch ein Krokodil schwimmt vorbei.
Auf der Weiterfahrt sieht George in der Ferne den Rest des Rudels auf irgendwelchen Felsen, die unsere Augen partout nicht finden wollen. Dafür entdecke ich aber noch vor ihm einen männlichen Löwen, der in diese Richtung durchs Gras streift und jetzt endlich checke ich, dass er nicht irgendwelche Steine auf dem Boden meint, sondern richtig hohe Felsen, auf denen sich die Löwen aufhalten. Das Löwenmännchen erreicht irgendwann auch den Gipfel und der Zoom meiner Kamera gibt alles.
Aufgrund der schwarzen Mähne könnte es sich um
Chongo handeln und George überlegt noch, ob es sich lohnt, hinzufahren. Dies wäre nämlich ein größerer Umweg und er weiß nicht, wie die Wege dorthin aussehen nach dem kurzen, aber heftigen Regen vor zwei Tagen. Schließlich stößt Big John mit seinen Gästen zu uns und die beiden Guides beschließen, es gemeinsam zu versuchen. Das macht die Sache sicherer, falls einer von uns stecken bleibt. Denn hier sind momentan so gut wie keine anderen Autos unterwegs.
Als wir die Felsen erreichen, haben die Löwen bereits Schatten gesucht, bis auf eine Löwin, die wohl eine Sonnenanbeterin ist. Was für ein schönes Plätzchen für ein Löwenrudel!
Am Ufer des Mara mit Blick auf diese wunderschönen Felsen und in Gesellschaft einiger Hippos frühstücken wir schließlich.
Danach rumpeln wir den langen Weg wieder zurück und treffen dabei nicht allzu viele Tiere.
Nach einem so erfolgreichen Morgen sind wir damit einverstanden, bereits um 11 Uhr wieder zurück ins Camp zu fahren.
Fortsetzung folgt!