THEMA: Staub & Schlamm (Reisebericht Kenia 2021/2022)
28 Sep 2022 13:29 #652032
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27. Tag (Do. 13.01.2022)
Ol Pejeta Conservancy – Aberdare National Park
216km



Wir sind die graue Strecke gefahren

Auch diese Nacht war wieder sehr kühl.

Bevor wir uns auf den Weg in die Aberdares machen, steht erst noch ein letzter Gamedrive in Ol Pejeta an. Die meiste Zeit davon verbringen wir bei einem sehr großen Clan Hyänen. Hier ist immer etwas los. Es sind immer Tiere aktiv, während andere schlafen. Besonders niedlich sind die vielen Jungtiere. Die sehen schon sehr flauschig aus.



















Ol Pejeta hat uns sehr gut gefallen. Vor allem für Camper lohnt sich der Besuch. Solch tolle private Campsites habe ich bislang noch nirgendwo anders in Kenia gefunden.

Südlich von Nanyuki liegt das Restaurant Trout Tree. Eine Empfehlung hier aus dem Forum. Es ist zwar erst 11:00Uhr, als wir ankommen, aber das Restaurant hat bereits geöffnet und wir großen Hunger, sind wir doch ohne Frühstück gleich auf den Gamedrive gestartet. Wie der Name schon vermuten lässt, befindet sich das Restaurant in einem Baumhaus, umgeben von einer großen Forellenfarm. Wir gönnen uns beide je eine frische gegrillte Forelle. Sehr lecker! Auch wir können das Trout Tree uneingeschränkt empfehlen.



Bis zum Aberdare National Park ist es von hier nicht mehr weit. Wir wollen am Treetops Gate in den Park, werden dort aber erst einmal abgewiesen und zum Headquarter geschickt, um dort eine Safari Card zu erwerben und den Eintritt zu bezahlen. Das ist das erste Mal, dass wir nicht am Gate unseren Eintritt bezahlen können und wird zum Glück auch das einzige Mal bleiben. Keine Ahnung, was dieser Umstand soll. Zum Glück ist das Headquarter nur wenige Kilometer entfernt und eine halbe Stunde später können wir endlich in den Park fahren.

Der Ranger am Gate macht uns noch auf zwei Strecken auf der Hochebene aufmerksam, die nicht passierbar sind. Das im Tiefland des Parks, dem so genannten Salient, die meisten Strecken nicht mehr befahrbar sind, hat er jedoch nicht erwähnt. Immer wieder müssen wir umdrehen und zahlreiche Strecken mehrfach fahren. Letztendlich kommen wir dadurch ziemlichen unter Zeitdruck, um unseren Übernachtungsplatz noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Unterm Strich müssen wir feststellen, dass einzig die direkte Strecke vom Treetops Gate über das Ruhurini Gate und weiter über die Hochebene zum Matubio Gate durchgängig befahrbar ist.

Ungeachtet dieser Umstände gefällt uns der Park sehr gut. Im dicht bewaldeten Salient gibt es immer wieder große mit Gras bewachsene Lichtungen. Dort lassen sich gut Tiere beobachten. In erster Linie Elefanten, Büffel und Antilopen. Auf einer dieser Lichtungen gibt es auch eine Picknickplatz.











Aber auch am Wegesrand treffen wir immer wieder auf Tiere.



Wenn man höher in die Berge fährt, erreicht man als nächstes in die Vegetationszone des Bambuswaldes. Hier sehen wir wiederholt Affen. Zunächst eine kleine Gruppe Diadem-Meerkatzen und dann eine große Gruppe Black and White Colobus an einer Salzlecke.







Oben auf der Hochebene besteht die Landschaft überwiegend aus Hochmooren. Dazwischen immer wieder kleine Wälder aus knorrigen, mit Flechten behangenen, Bäumen.





Wir erreichen die Hochebene im letzten Sonnenlicht. Schon bald verschwindet der Feuerball hinter dem Horizont und die Temperaturen sinken rapide.

Wir fahren auf schnellstem Weg zur Redbuck Campsite, wo wir die heutige Nacht verbringen wollen. Die Campsite ist sehr Basic, was vor allem auch für die Sanitäranlagen gilt. Der Boden ist extrem uneben. Mit Bodenzelt hat man hier keinen Spaß. Der Blick von der Campsite ist aber klasse.

Für die inzwischen herrschenden Temperaturen sind wir nicht optimal ausgerüstet. Ich ziehe alles, was ich an halbwegs warmen Klamotten habe, übereinander.

Das Feuerholz ist sehr feucht und produziert mehr Rauch als Wärme. Dazu kommt noch die ständig wechselnde Windrichtung, so dass man das Gefühl hat, der Rauch würde einen absichtlich verfolgen. Auf das Lagerfeuer zu verzichten ist bei den herrschenden Temperaturen aber auch keine Option.

Ich koche Nudeln mit Bolognese und Auberginen.
Letzte Änderung: 28 Sep 2022 13:44 von Topobär.
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05 Okt 2022 11:14 #652420
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28.Tag (Fr. 14.01.2022)
Aberdare National Park – Lake Naivasha
135km


Die Nacht war eiskalt; unter 0°C. Am Morgen war auf allen Oberflächen Eis. Ich habe die Nacht aber recht gut überstanden. Da wir nur Sommerschlafsäcke dabei hatten, habe ich in meinen wärmsten Klamotten geschlafen und zusätzlich noch die Massai-Decken übergeworfen. Kathrin fand die zugegeben nicht mehr ganz frischen Massai-Decken nicht sauber genug und hat darauf verzichtet. Dem entsprechend hat Sie in der Nacht gefroren und kaum geschlafen.





Wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Sonne endlich über die Hügel steigt, denn noch ist es ungemütlich. Als die Sonne uns dann erreicht, wird es zum Glück schnell warm. Nur Kathrins Füße brauch noch lange, bis Sie endlich auftauen.





Das Hochland der Aberdares ist sehr wasserreich und wir wollen heute ein paar kurze Wanderungen zu verschiedenen Wasserfällen machen. Als erstes geht es zum Chania Fall und anschließend zum Magura Fall.













Als letztes laufen wir noch zum Aussichtspunkt oberhalb der Karuru Falls, die hier in 3 Stufen fast 300m in die Tiefe stürzen. Auf der gegenüber liegenden Talseite ist der Gura Fall zu sehen.



Wiederholt sehen wir kurz Bongos. Die scheuen im Hochland lebenden Waldantilopen verschwinden aber schneller im Dickicht, als ich die Kamera zücken kann.

Wir verlassen den Nationalpark Richtung Westen durch das Matubio Gate. Die steile Abfahrt ist geteert, aber in der Ebene erwartet uns erst einmal die heftigste Holperpiste dieser Reise. Zum Glück nur 20km, dann haben wir wieder Asphalt unter den Rädern.
Im Rift Valley dann eine große Überraschung. In Kenia herrscht derzeit anscheinend verkehrte Welt. Bei unseren bisherigen Reisen haben wir immer das Rift Valley im frischen Grün erlebt und den Rest des Landes trocken. Diesmal ist fast ganz Kenia saftig grün und nur das Rift Valley vertrocknet.

Unser geplanter Übernachtungsplatz war die Campsite der Sanctuary Farm. Dort angekommen sind wir sehr enttäuscht von dem was wir sehen. Die Campsite ist ein staubiger Platz hinter den Pferdeställen, ohne Blick auf den See. Hier gefällt es uns überhaupt nicht und wir beschließen uns einen anderen Übernachtungsplatz zu suchen. Als wir verkünden, nicht bleiben zu wollen, bekommen wir unaufgefordert die Conservation Fee zurückerstattet. Damit hätten wir nicht gerechnet. Sehr positiv.

Bevor wir uns auf die Suche nach einem anderen Übernachtungsplatz machen, besuchen wir den Hells Gate National Park. Dieser Park hat uns bei unserem letzten Besuch sehr gut gefallen, aber diesmal ist es eine große Enttäuschung. Das liegt gar nicht einmal an der Trockenheit, auch wenn dadurch alles in tristes grau gehüllt ist. In den beeindruckenden Felswänden sehen wir sowohl Geier als auch Kletterer. Ich freue mich, dass mein Lieblingssport auch hier in Kenia zunehmend Anhänger findet.





Unser Ziel sind die Schluchten rund um den Central Tower. Die habe ich als erstklassiges Gelände für einen kleinen Abenteuerspaziergang in Erinnerung. Am Parkplatz angekommen müssen wir leider feststellen, dass man hier nur noch mit Guide unterwegs sein darf. Ich habe keine grundsätzlichen Einwände gegen Guides, möchte sie aber nur in Anspruch nehmen, wenn ich sie auch tatsächlich brauche. Hier wäre das definitiv nicht der Fall und wir wären lieber unter uns als in ständiger Begleitung. Es geht uns dabei nicht ums Geld, sondern um selbständiges Erleben. Hier mit Guide herumlaufen, wo wir bei früheren Besuchen allein unterwegs waren, hat für uns keinen Reiz. Als Konsequenz verzichten wir auf die kleine Wanderung.

Als Alternativprogramm beschließen wir die Fumarolen im geothermischen Bereich des Parks zu besuchen und erleben unsere nächste Enttäuschung. Alle Fumarolen sind verschwunden; angeschlossen an das große Geothermiekraftwerk. Wo früher der Schlamm blubberte kommen jetzt Edelstahlröhren aus der Erde.

Früher als geplant verlassen wir den Park wieder und steuern das Fishermans Camp an. Dort hatten wir schon bei früheren Reisen übernachtet. Im Camp ist alles grün. Anscheinend werden die Pflanzen bewässert. Wir stehen auf einer Wiese mit direktem Blick auf den See. So schön hatten wir das gar nicht mehr in Erinnerung.





Die Sanitäreinrichtungen lassen keine Wünsche offen.

Heute koche ich nicht, sondern wir gehen in das zum Camp gehörende Restaurant. Das Essen ist lecker, aber das Highlight sind die neben dem Restaurant grasenden Hippos. Aus diesem Grund ist die Campsite auch von einem Elektrozaun umgeben.

Letzte Änderung: 05 Okt 2022 11:30 von Topobär.
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12 Okt 2022 10:56 #652829
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29.Tag (Sa. 15.01.2022)
Lake Naivasha – Lake Nakuru National Park
107km


In der Nacht muss ich für ein menschliches Bedürfnis das Zelt verlassen und stehe Auge in Auge einem Hippo gegenüber. Nur der Draht des Elektrozauns trennt uns. Ohne den Zaun könnte man, hier direkt am See, das Zelt nachts nicht verlassen.

An diesem Morgen schlafen wir aus. Geweckt werden wir von lautem Vogelgeschrei. Mit Schreiseeadler, Nilgans und Hagedasch ist hier im Camp alles versammelt, was in der Vogelwelt ordentlich Lärm machen kann. Das Zelt verlassen wir erst kurz nach Sonnenaufgang, so spät wie noch nie auf dieser Reise. Auch danach lassen wir uns Zeit, denn unser Boot nach Crescent Island startet erst um 10:00Uhr und wir haben bereits gestern alles organisiert. Wir genießen das Frühstück mit Blick auf den See. Ein toller Platz zum campen.





Pünktlich starten wir mit dem von uns gecharterten Boot. Die Überfahrt von unserem Camp nach Crescent Island dauert 45min.





Das besondere an Crescent Island ist, dass man dort unbegleitet zu Fuß unterwegs sein kann. Es gibt zwar reichlich Tiere, aber nicht die Big5. Die Tiere sind Menschen gewohnt und deshalb nicht scheu. Kathrin ist hin und weg, als Sie sich Ihren Lieblingstieren bis auf wenige Schritte nähern kann. Es ist eine ungewohnte Perspektive, aus nächster Nähe zu den Giraffen aufzuschauen.



















Der Eingang zu Crescent Island befindet sich an der Südspitze der Insel. Bis zur Nordspitze der Insel sind wir rund 1,5h unterwegs. Geplant war, dass uns unser Boot hier abholt, aber dass hat erst einmal nicht funktioniert. Da gab es wohl ein Missverständnis mit unserem Bootsführer. Ein anderer Bootsführer, der hier seine Gäste abholt, kennt aber unseren Kapitän und ruft Ihn an. Mit etwas Verspätung werden auch wir abgeholt.

Auf der Rückfahrt können wir dann wieder viele Wasservögel beobachten und ich versuche mich an Flugaufnahmen der tief fliegenden Kormorane.













Es zieht immer mehr zu und am Ende wird die Rückfahrt zu einem Wettrennen gegen den Regen, dass wir knapp gewinnen.

Wir verlassen das Fischermans Camp und fahren erst einmal einkaufen. Der Foodplus in der Buffalo Mall von Naivasha hat eine sehr gute Auswahl.

Auf der Strecke nach Nakuru herrscht dichter Verkehr und dem entsprechend werden wir wiederholt Zeugen haarsträubender Überholmanöver. Da unsere Strecke nicht sehr weit ist, halte ich mich weitgehend zurück. Überholen bringt hier keinen großen Zeitgewinn.

Über das Lanet Gate erreichen wir den Lake Nakuru National Park. Der Wasserstand des Lake Nakuru ist wie bei vielen anderen Seen des Rift Valley in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele Wege entlang des Sees sind nicht mehr befahrbar. An den meisten Stellen gibt es aber bereits alternative Streckenführungen. Die Nordufer ist jedoch komplett unpassierbar, so dass eine Umrundung des Sees derzeit nicht möglich ist.

Als wir den Park erreichen ist es bereits nach 17:00Uhr. Es hat komplett zugezogen und ein kräftiger Wind ist aufgekommen. Alles ist grau in grau. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass es im Park extrem trocken ist. Durch den starken Wind ist viel Staub in der Luft. Wir verzichten deshalb auf einen Gamedrive und fahren direkt zur ganz im Süden gelegenen Makalia Falls Campsite.

Die Campsite ist gegenüber unserem letzten Besuch nicht wieder zu erkennen. Damals gab es nur ein paar heruntergekommene Plumpsklos. Jetzt stehen hier nagelneu errichtete Ablutions. Leider ist aber auch die Campsite derzeit sehr vertrocknet und staubig.



Ein Warden bietet uns an, zwei Ladungen Feuerholz zu besorgen. Kathrin ist sehr vertrauensselig und bezahlt bereits nach der ersten Ladung, woraufhin von dem Typen erst einmal nichts mehr zu sehen ist. So bleibt es bei einem kleinen Lagerfeuer.

Heute koche ich einen Eintopf aus grünen Bohnen und Kartoffeln.

Wir wollen uns gerade bettfertig machen, da taucht der Warden zu unserer Überraschung mit der zweiten Ladung Feuerholz auf. Eine sehr merkwürdige Lieferzeit. Immerhin ist es bereits seit über 2h stockdunkel.
Letzte Änderung: 12 Okt 2022 11:09 von Topobär.
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12 Okt 2022 14:16 #652843
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Vielen Dank für diesen tollen Bericht!!
Ich freue mich immer darauf.
Grüße aus Stuttgart
Ulrike
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12 Okt 2022 21:29 #652869
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Danke für den unterhaltsamen Bericht. Eure Reise war ja so von tiefen und hohen Eindrücken geprägt. Mal ist es gar nicht schön und dann wieder sehr schön. Aber so empfinde ich das Reisen in Afrika auch. Man weiß nie genau was auf einen zukommt und muss nehmen wie es ist. Alles nur pole pole.
Zuerst Enttäuschung dass sich der Warden mit dem Geld davon machte und dann doch Erleichterung dass er am Ende ehrlich war. Alles geht auf dieser Achterbahn!
So wird es jedenfalls nie langweilig!
Liebe Grüsse Von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic route

Expedition Antarktis:
www.namibia-forum.ch...s-und-s-georgia.html

Island In Herbstfarben
www.namibia-forum.ch...-september-2018.html


Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

www.namibia-forum.ch...landschaft-2019.html

Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
www.namibia-forum.ch...e-but-different.html

Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
safaritalk.net/topic...-tr-nam-sa-bots-nam/

Botswana 2016:
safaritalk.net/topic...fari-tr-bots-nam-sa/

Tanzania 2015:
safaritalk.net/topic...s-and-lions-in-camp/

Nam-SA-Bots 2014:
safaritalk.net/topic...ca-and-namibiab/page
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19 Okt 2022 12:24 #653415
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30. Tag (So. 16.01.2022)
Lake Nakuru National Park – Lake Baringo
203km




Bevor wir zum Gamedrive aufbrechen, schauen wir kurz beim Makalia Fall vorbei. Der allgemeinen Dürre im Park entsprechend, tröpfelt nur ein dünnes Rinnsal in den Teich. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt.



Beim Gamedrive erkunden wir zunächst das Flachland südlich des Sees. Es ist sehr staubig und das Gras überall vertrocknet. Trotzdem sind viele Tiere zu sehen.





Nicht weit von der Campsite entfernt treffen wir auf eine junge Nashornkuh. Zunächst noch weit entfernt, kommt sie dann direkt auf uns zu. Sie scheint neugierig zu sein. Langsam nähert sich das Tier bis auf wenige Meter unserem Auto, scheint letztendlich aber doch Angst vor der eigenen Courage zu bekommen und tritt die Flucht an.







Nachdem der Tag sonnig begonnen hat, ist der Himmel inzwischen bedeckt. Das nimmt noch mehr Farbe aus der ohnehin schon graubraunen vertrockneten Landschaft. Ohne Sonne wirkt alles sehr trist.

Unweit des Sees entdecken wir ein im hohen Gras liegendes Löwenrudel.



Östlich und westlich des Lake Nakuru und der südlich daran anschließenden Grasebenen erheben sich Hügelketten mit schönen Aussichtspunkten. Wir steuern zunächst die westliche Hügelkette mit dem Out of Africa Viewpoint und dem Baboon Cliff Viewpoint an.



Von hier oben kann man gut erkennen, wie weit sich der See durch den angestiegenen Wasserspiegel ausgebreitet hat. Es stehen jetzt rund um den See unzählige abgestorbene Bäume im Wasser.



Ein besonderer Ort zur Tierbeobachtung ist der neu aufgeschüttete Damm, welcher dass Überschwemmungsgebiet am südlichen Seeufer durchquert. Zum einen gibt es jede Menge Wasservögel zu sehen, wobei Flamingos nur noch in geringer Zahl vorkommen. Der gestiegene Wasserspiegel in Verbindung mit dem niedrigeren Salzgehalt haben den Lake Nakuru für diese Vögel unattraktiv gemacht. Der dominierende Vogel ist jetzt der Pelikan, welchen man früher nur im Nordteil bei den Süßwasserquellen gesehen hat. Inzwischen bevölkert er alle Bereiche des Sees.







Auch die Wasser liebenden und zahlreich im Park vertretenen Büffel, sind vom Damm aus gut beim Baden zu beobachten.





Zur Mittagspause fahren wir zum, auf der östlichen Hügelkette gelegenen, Lions Hill Viewpoint. Hier gibt es neu errichtete Sonnendächer, unter denen wir ausgiebig Mittagspause machen. Zwischendurch kommt auch wieder die Sonne zum Vorschein. Ein wirklich schöner Platz, den wir ganz für uns allein haben.



Um 14:00Uhr verlassen wir den Park. Inzwischen hat es wieder zugezogen und es gehen vereinzelte starke Regenschauer nieder. So einen Schauer könnte unser Auto gut vertragen, ist es doch von einer dicken Staubschicht überzogen. Wie es das Schicksal will, trifft uns nur ein einziger Schauer und das genau in dem Moment, wo wir in Nakuru unter einem Tankstellendach stehend den Wagen betanken. Fünf Minuten gießt es in Strömen, aber als wir losfahren ist der Schauer schon weitergezogen. Der Wagen bleibt staubig.

Auf guter Asphaltstraße mit wenig Verkehr kommen wir zügig zum Lake Baringo. Wir befinden und genau auf der Wettergrenze. Im Westen schwere Regenwolken und im Osten strahlender Sonnenschein.

Wo genau wir heute übernachten können, war im Vorfeld nicht klar, da viele Unterkünfte durch die Fluten des Lake Baringo zerstört wurden. An diesem See ist der Wasserstand noch wesentlich stärker als am Lake Nakuru gestiegen. Die Menschen rund um den Lake Baringo haben aber nicht aufgegeben und so sind auch neue Unterkünfte entstanden, bzw. in Bau. Wir übernachten im Bushbaby Camp, welches auf Höhe des bekannten und leider abgesoffenen Roberts Camp liegt. Die Campsite des Bushbaby Camps ist bereits fertig und lässt keine Wünsche offen. Im hinteren Teil des Camps entstehen gerade Bungalows.

Das Wetter macht den ganzen Abend den Eindruck, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen. Zu unserem Glück bleibt es jedoch trocken, so dass ich ohne Schwierigkeiten unser Abendessen kochen kann.
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