THEMA: Staub & Schlamm (Reisebericht Kenia 2021/2022)
07 Sep 2022 12:05 #650835
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Hoi Topo
Topobär schrieb:
Direkt vor uns ist ein Hagedasch auf Futtersuche und beglückt uns mit seinem lieblichen Gesang.
:woohoo: :laugh: :laugh: :laugh:
Der war gut! :laugh: :laugh: :laugh:

Mal ein 'Danke' für zwischendurch dass Du hier den Reisebericht schreibst... B)
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12 Sep 2022 16:20 #651096
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Ich möchte mich auch mal herzlich bei dir für den tollen Reisebericht mit den wundervollen Fotos bedanken!
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14 Sep 2022 13:31 #651212
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25.Tag (Di. 11.01.2022)
Samburu National Reserve – Ol Pejeta Conservancy
181km




Die Nacht über und bis in den Morgen haben wieder die Löwen am gegenüber liegendem Ufer gebrüllt. Die haben ein wirklich großes Mitteilungsbedürfnis.

Heute lassen wir uns Zeit. Wir frühstücken auf der Campsite und bei mir ist dringend eine Rasur fällig.



Danach geht es dann zum Gate. Selbstverständlich nutzen wir diese letzte Gelegenheit für einen letzten kleinen Gamedrive. Dabei konnten wir ein weiteres Mal die kleine Gepardenfamilie entdecken.







Ein Somali-Strauß auf Brautschau zeigt sich in kräftigem blau.



Samburu hat uns sehr sehr gut gefallen. Diesen Park würden wir immer wieder in eine Keniareise einbauen. Durch das enge Wegenetz ist man auf den Gamedrives sehr flexibel und kann sich den Tieren nähern, ohne offroad zu fahren. Die Campsite ist ein Traum und es war nicht überlaufen, so dass man oft allein bei den Sichtungen stand. Von den immer wieder kritisierten Rinderherden im Park haben wir nicht ein einziges Tier gesehen.

Beim riesigen Obst- und Gemüsemarkt in Isiolo decken wir uns mit Frischwaren für die nächsten Tage ein.

Bei der Weiterfahrt entlang der Nordflanke des Mount Kenia haben wir die ganze Zeit freien Blick auf den Berg, der sich heute mal nicht hinter Wolken versteckt.



Das Hochland nordwestlich des Mount Kenia zeigt sich überhaupt nicht so, wie man es von Afrika erwartet. Es erinnert mehr an europäische Berglandschaften. Ein krasser Kontrast zur Südost-Seite des Berges.

In Nanyuki finden wir einen sehr gut sortierten Supermarkt mit klasse Bakery & Butchery.

Bis Ol Pejeta ist es jetzt nicht mehr weit. Das private Schutzgebiet beginnt gleich hinter den Vororten von Nanyuki. Ol Pejeta ist voll durchorganisierter und hochprofessioneller Wildlife-Tourismus, wie ich es in dieser Qualität noch nicht in Afrika erlebt habe. Das hat das Niveau US-Amerikanischer Nationalparks.

Nach nur wenigen hundert Metern im Park steht ein Elefant als Begrüßungskomitee am Wegesrand. Da bin ich erst einmal vorsichtig. In mir unbekannten Gebieten muss ich immer erst einmal herausbekommen, wie die Stimmung unter den Dickhäutern ist. Da gibt es zum Teil riesige Unterschiede zwischen den Parks. Es stellt sich aber schnell heraus, dass die Elefanten von Ol Pejeta zu den sehr relaxten Exemplaren gehören.



Unser erstes Ziel ist das Visitors-Center. Hier liegt auch das Morani Restaurant, wo wir uns einen kleinen Mittags-Snack gönnen. Nach der Stärkung besuchen wir das Visitors-Center und werden dort von einem Ranger angesprochen, ob wir auch den Nashornbullen Baraka besuchen wollen. Baraka ist durch Rangkämpfe mit Artgenossen erblindet und lebt jetzt in einem umzäunten Gehege unweit des Visitors-Centers. In Begleitung des Rangers können wir das Tier füttern und streicheln.



Uns fallen die blutigen Striemen an den Flanken des Nashorns auf und der Ranger erklärt uns, dass Spitzmaulnashörner oftmals so sehr von Parasiten geplagt werden, dass sie sich bis aufs Blut an Büschen und Bäumen kratzen. Tatsächlich fällt uns bei den weiteren Sichtungen von Spitzmaulnashörnern im Laufe dieser Reise auf, dass so gut wie alle Tiere blutige Flanken haben.

Der Name Baraka ist in Kenia im Übrigen ein weit verbreiteter Vorname und auch der Vorname des US-Präsidenten Barack Obama leitet sich davon ab. Baraka ist das Swahili-Wort für Segen.

Bevor es auf den ersten Gamedrive geht, wollen wir uns unsere Campsite für die nächsten beiden Nächte ansehen. Die Ol Lerai Campsite ist ein Traum. Sie liegt einsam auf dem Hochufer über einer Flussschleife. Die Ausstattung besteht aus einem Plumpsklo, einem Wassertank und einem riesigen Berg Feuerholz. Was will man mehr?





Zum Gamedrive fahren wir in die westlich des Flusses gelegene Wilderness Area von Ol Pejeta. Dieser Bereich ist nur für Allradfahrzeuge zugelassen.

Wir treffen auf eine Gruppe Elands. Normalerweise sind diese Antilopen sehr scheu und es ist schwierig sie zu beobachten. Nicht so in Ol Pejeta. Die Elands lassen sich nicht von uns stören. Es handelt sich um eine Gruppe Kühe, die von einem mächtigen alten Bullen begleitet wird. Dieser ist die ganze Zeit am Flehmen. Eine der Kühe scheint paarungsbereit zu sein.









Die Landschaft in Ol Pejeta besteht überwiegend aus großen Grasebenen, den Plains. Dazwischen finden sich kleinere Wälder und verbuschtes Gelände. Die meisten Tiere finden sich auf den Plains. Hier tobt das Leben.











An einem Wasserbehälter hat sich eine Herde Elefanten versammelt und bedient sich direkt an der Quelle. Das Wasser scheint besser zu schmecken als in den vielen Wasserlöchern. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass Elefanten am liebsten frisches klares Wasser trinken, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Dabei sind sie es selbst, die das Wasser am stärksten verunreinigen und verschlammen. Die kleineren Mitglieder der Herde stellen sich sogar auf die Hinterbeine, um an das frische Nass zu kommen.







Kurz bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, treffen wir auf einen riesigen Clan Hyänen. Dazu gehören auch zahlreiche Jungtiere. Wenn sie noch so flauschig sind, sind Hyänen echt niedlich.









Zurück auf der Campsite, erwartet uns dort ein beeindruckendes Empfangskomitee. Im Umkreis von weniger als 100m stehen 3 der Big5. Elefant, Nashorn und Büffel. Wer weiß, vielleicht sind auch Löwe und Leopard in der Nähe und wir sehen sie nur nicht. Löwen hören wir nach Einbruch der Dämmerung zumindest brüllen. Während sich das Nashorn rasch verabschiedet, ist der Elefant noch lange Zeit in unserer Nähe.





Zum Abendessen koche ich ein Gemüse-Ei Biryani.

Wir befinden uns hier auf rund 2.000m Höhe und da ist das abendliche Lagerfeuer nicht nur romantische Dekoration, sondern gerne angenommene Wärmequelle. Trotzdem ziehe ich mir erstmals auf dieser Reise eine lange Hose und eine dünne Jacke an.
Letzte Änderung: 14 Sep 2022 13:52 von Topobär.
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21 Sep 2022 11:41 #651643
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26.Tag (Mi. 12.01.2022)
Ol Pejeta Conservancy
102km


Im Verhältnis zu den bisherigen Nächten im Tiefland war es hier auf 2000m Höhe sehr kalt. Das konnte man am Morgen auch an den vom Fluss aufsteigenden Nebelschwaden erkennen.



Als wir aus dem Zelt kletterten, graste eine große Herde Büffel ganz in unserer Nähe. Das Klo befand sich genau in der Mitte zwischen dem Zelt und der Büffelherde. Nachdem man sich vorsichtig im Schutz von Büschen und Bäumen zum Klo geschlichen hatte, konnte man eine tolle Aussicht vom Thron genießen.

Wir starteten dann direkt in den Westteil des Reservates. Wie die Bezeichnung "Wilderness Area" schon sagt, ist hier alles etwas wilder und einsamer. Auf den Plains tobt das Leben, weshalb wir uns auch fast ausschließlich auf den weiten freien Flächen aufhielten.











Katzen hatten wir auf dieser Reise schon reichlich gesehen, doch Hyänen und Schakale hatten sich bislang rar gemacht. Das sollte sich hier in Ol Pejeta komplett umkehren. Immer wieder sahen wir Schakale und jede Plain wurde von einem großen Clan Hyänen beherrscht. Löwen konnten wir dagegen nur nachts brüllen hören. Entdeckt haben wir sie nicht.

















Dann trafen wir auf unser erstes freilebendes Rhino hier in der Conservancy. Davon soll es auf Ol Pejeta angeblich jede Menge geben.



Wenig später trafen wir auf eine einzelne Elefantenkuh mit ihrem noch sehr kleinen Kalb. Das war schon eine sehr ungewöhnliche Konstellation. Normalerweise trifft man Elefantenkühe nur in Herde. Solo sind nur die alten Bullen unterwegs.





Die weiten Flächen und der Blick auf den alles beherrschenden Mount Kenia sind eine traumhafte Kulisse.







Auf Frühstück hatten wir zugunsten des Gamedrives verzichtet. Dafür gönnen wir uns ein leckeres Mittagessen im Morani Restaurant. Hier gefällt es uns sehr gut. Man kann schön unter der Veranda oder im Freien sitzen und das Essen war echt lecker.
Die Zeit bis zum nachmittäglichen Gamedrive verbrachten auf unserer Campsite. Die liegt so schön, da wäre es eine Sünde nur zum Schlafen hierher zu kommen.



Beim Blick auf den Fluss konnte ich einen Geländewagen der Ranger sehen, der ganz in der Nähe den Fluss durchquert. Das muss ich mir nachher mal näher ansehen, denn die Strecke über die Verbindungsbrücke zwischen Ost- und Westteil des Parks ist jedes Mal ein ziemlicher Umweg für uns. Tatsächlich finden wir eine gut passierbare Furt, die in den Karten aber nicht verzeichnet ist.



Am Nachmittag zeigten sich vom Prinzip die gleichen Tierarten, wie am Vormittag, wobei wir jetzt allerdings auf Massen von Rhinos trafen. Wo hatten die sich bislang versteckt?















Eine Besonderheit von Ol Pejeta ist, dass es sich nicht nur um ein Wildschutzgebiet handelt. Ol Pejeta war ursprünglich eine Rinderfarm und ist es noch immer. Hier wird praktisch gelebt, wie Wildtierschutz und Viehwirtschaft miteinander vereinbar sind. Die Rinderherden sind grundsätzlich nur in Begleitung von Hirten unterwegs, die für den Schutz der Viehs vor Raubtieren sorgen. Nachts kommen die Herden zum Schutz in umzäunte Areale. Immer wieder trifft man auf den Gamedrives auf diese Pferche und auf Viehtränken, die auch von den Wildtieren gerne genutzt werden. Interessant ist dabei, dass hier die Wildtiere keinerlei Scheu vor den Hirten und Ihren Herden zeigen. Oft stehen Wildtiere und Rinder beim Grasen dicht beieinander. Das habe ich in anderen Gebieten, wo Wildtiere und Nutzvieh aufeinander treffen noch nie erlebt.

Wir treffen auf eine Nashornkuh mit Kalb. Ihnen folgt ein Bulle, was der Kuh gar nicht gefällt. Immer wieder stellt sie sich dem Bullen entgegen.











Der Gamedrive ist sehr tierreich. Hier in Ol Pejeta tobt das Leben. Es wird nicht eine Sekunde langweilig. Wir treffen die einzelne Elefantenkuh mit ihrem Kalb wieder. Auch der Artenreichtum lässt keine Wünsche offen. Auf einer Übersicht am Visitors-Center kann am sehen, dass quasi die gesamte ostafrikanische Tierwelt auf Ol Pejeta zu entdecken ist. Zumindest theoretisch, denn es ist kein Zoo und nicht alle Tiere lassen sich so einfach entdecken, wie die großen Grasfresser auf den Plains.

















Beim letzten Licht kommen wir auf unsere Campsite zurück.



Wieder haben sich Elefanten auf der Wiese am Flussufer eingefunden. Den ganzen Abend über ist ein Kommen und Gehen.

Heute gibt es einen Eintopf mit grünen Bohnen und Kartoffeln.

Schon den ganzen Tag über ging ein kalter Wind. Solange die Sonne schien, war das kein Problem. Zum Teil war es sogar ganz angenehm kühlend. Jetzt nach Sonnenuntergang wird es aber schnell unangenehm frisch. Ein anständiges Lagerfeuer schafft Abhilfe.

Um 21:00Uhr werden wir zum Nightdrive abgeholt. Den hatten wir schon gleich beim Einchecken mit gebucht. Bislang hatten wir mit Nightdrives immer Glück. Heute wollte sich aber kein einziges nachtaktives Tier zeigen. Es war nicht so, dass wir keine Tiere gesehen haben. Ganz im Gegenteil. Es gab jede Menge Tiere, aber leider nur die Arten, die wir auch schon den ganzen Tag über gesehen haben. Dazu war es noch eiskalt. Da hätte ich den Abend lieber am Lagerfeuer verbracht, welches ich auch sofort nach unserer Rückkehr wieder entfache. Letztendlich war es nur eine Frage der Zeit, dass auch wir mal einen unergiebigen Nightdrive erleben. Wir waren bislang immer sehr verwöhnt mit den Erlebnissen auf den Nightdrives.

Jetzt in der Nacht zieht eine größere Gruppe Hippos fressend am Rand unserer Campsite entlang.
Letzte Änderung: 21 Sep 2022 12:26 von Topobär.
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21 Sep 2022 13:03 #651650
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  • BMW am 21 Sep 2022 13:03
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Guten Tag Thomas,

wir sind immer noch gerne dabei und schwelgen in Errinnerungen.....bevor wir uns auf die Mara konzentrierten,

und uns immer als Abschluss im Tsavo West FINCH HATTONS Camp niederliessen, wo wir damals Freunde hatten, haben

wir uns in Kenya auch überall etwas umgeschaut ( Ausnahme Lake Turkana : damals Shifta Unruhen) und freuen

uns über Deine aktuellen Eindrücke... :) :) :)

LG.................BMW
Letzte Änderung: 21 Sep 2022 13:16 von BMW.
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21 Sep 2022 16:49 #651666
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  • Topobär am 14 Sep 2022 13:31
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Hallo BMW,

Masai Mara kommt auch noch. Da haben wir die letzten 11 Tage dieser Reise verbracht.

Lake Turkana steht auch bei uns ganz oben auf der Liste von Reisezielen in Afrika. Wir hoffen, dass es die Sicherheitslage bei unserer nächsten Keniareise zulässt.

Alles Gute
Thomas
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