THEMA: Achterbahn der Gefühle in der Masai Mara
01 Okt 2018 17:59 #534266
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Zwischen Crossing und Candlelight

Um 15 Uhr und damit eine Stunde früher als gewohnt sind wir wieder unterwegs - leider bei schlechtem Licht, das schöne sonnige Wetter hat sich nach dem Mittag wieder verabschiedet. Wir hoffen, mit dieser antizyklischen Taktik dem ganz großen Andrang bei den Crossings zu entgehen, sofern überhaupt eins stattfindet.

Wir lassen ein Löwen-Liebespaar, von dem in den vergangenen Tagen immer mal wieder im Camp die Rede war, rechts liegen und fahren zielstrebig in Richtung Fluss. Merke: Es gibt so viele besondere Sichtungen in der Mara, dass Prioritäten fast unabdingbar sind.
Unsere Zielstrebigkeit zahlt sich nur in Teilen aus, wir sind spät dran, die erste Gruppe ist schon drüben. Doch zum Glück ist eine zweite bereits auf dem Weg ...



... und stürzt sich zügig in die nicht allzu tiefen Fluten.





Die Gruppe ist nicht sehr groß, schon bald ist das ebenso schöne wie staubige Schauspiel leider vorbei.







Ein paar Nachzügler noch, das war's.







Wir sind jetzt schon ein paarmal auf den Geschmack gekommen, aber nie so richtig satt geworden. Wir beratschlagen uns mit Ones. Hinter uns auf dem Hügel formiert sich eine große Gruppe, sie wird wohl am nächsten Vormittag den Fluss überqueren.

Ich frage nach, ob es nicht möglich wäre, ans andere Ufer zu gelangen. Seit Tagen beobachten wir immer wieder Autos jenseits des Flusses. Es sieht dort nicht ganz so überlaufen aus und hätte zudem den Charme, dass uns die Gnus entgegenkommen.
Es sei möglich, dort hinüberzufahren, erläutert Ones, aber ein weiter Weg. Daran soll es nicht scheitern, unser Entschluss ist schnell gefasst: Wir werden uns also an unserem letzten vollen Tag in der Masai Mara ganz auf die Crossings konzentrieren und zu diesem Zweck einen Ganztagestrip ins Mara Triangle unternehmen (von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, dass es dort drüben ist).

Wir machen uns langsam auf den Rückweg ins Camp ...



... und sind schon in der Nähe, als wir aus dem Augenwinkel eine Bewegung registrieren. Junge Schakale, auch für Ones eine ganz besondere Sichtung. Selten haben wir ihn so begeistert erlebt.









Zwei von drei Sprösslingen toben sich so richtig aus. Wir genießen diesen Anblick ziemlich lange und vor allem allein.









Letzter Stopp dieses ereignisreichen Tages ist das Liebespaar, das wir allerdings nicht in flagranti erwischen. Offensichtlich ist die nächste Löwen-Generation schon gesichert - oder auch nur eine Trinkpause nach all der Anstrengung nötig ...

(schicke Dauerwelle ;) :laugh: )






Das Abendessen verbringen wir wie immer äußerst heiter mit unseren beiden Camp-Freundinnen, die leider am nächsten Tag abreisen werden. Wir haben uns ins Zeltinnere verzogen, es regnet, vielleicht der Grund dafür, dass an diesem Abend permanent der Strom ausfällt. Licht an, Licht aus im Sekundentakt.

Schließlich bleibt es eine ganze Weile dunkel, die wenigen Kerzen auf den Tischen kommen kaum dagegen an. Uns stört das nicht, unseren sympathischen Campmanager, der gerade zufällig mit uns plaudert, aber schon. "Wir haben zehn Minuten, dann stehen die Hippos mitten im Zelt", erklärt er und entschwindet, um - mit Erfolg - das Problem final zu fixen. Daran haben wir ehrlicherweise überhaupt nicht gedacht. :ohmy:

Ich liege schon im Bett, da fällt mir ein, dass ich in unserem gemütlichen Zelt keine weitere meiner geliebten Mittagspausen mehr verbringen werde, denn am nächsten Tag sind wir ja "Fullday" unterwegs. :S Ich hoffe sehr, dass sich dieses "Opfer" lohnen wird ...


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05 Okt 2018 12:35 #534610
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Die Nervenschlacht, Teil 1

Am Morgen ist der Regen vorbei, noch etwas verschämt zeigt sich sogar die Sonne. Wir sind voller Erwartungen, Ones fährt zügig in Richtung Mara-River, es ist ein weiter Weg auf die andere Seite. Drei Löwinnen, die am Tag zuvor im Gras gefaulenzt hatten, sind nun aktiv.

Wir haben keine Zeit für Stopps, aber hier bahnt sich eine Jagd an, denn in der Nähe befindet sich die große Gruppe Gnus, auf deren Crossing wir im Laufe des Vormittags hoffen. Ich drehe mich immer wieder um und beobachte, wie sich die Katzen in ihre Richtung orientieren. Das wird noch dauern, aber wieder einmal demonstriert die Mara eindrucksvoll ihre Möglichkeiten.



Unser erster kurzer Halt ist der Grenzstein zu Tansania. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber bis dahin waren wir wohl schon fast zwei Stunden unterwegs.

Wir überqueren eine Brücke ...





... und kommen dann an ein Gate. Ones zieht los, um die Formalitäten zu erledigen. Uns vertreibt eine Affenbande währenddessen wunderbar die Zeit.











Der Kleinste ist wie immer auch der Frechste, aber kaum gibt es Ärger, türmt er zu Mama. Sehr menschlich das alles, denke ich wie so oft.









Schließlich rollen wir ins Mara Triangle, auf der anderen Seite des Flusses sehen wir die Gnus schon in relativer Wassernähe. Thomas und ich sind regelrecht euphorisch.

Unterwegs beobachten wir Geier und Marabus, die sich über die Reste eines Gnus hermachen.











Wir sind ganz nah dran am Spektakel. Die Geier gehen unter großem Gekrächze und ohne Rücksicht auf Verluste aufeinander los. Die Marabus sind geschickter. Kaum sind die Geier abgelenkt, schnappen sie sich relativ unbehelligt einen Teil der Beute.







Von wegen "Ugly Five" - dieser Marabu kann sogar Ballett...









Statt rechts in Richtung Fluss abzubiegen, fahren wir links einen Hügel hoch. "Frühstückszeit", erklärt Ones. Na, wenn er meint... Ich bin so im Flow, ich hätte das Essen glatt vergessen.

Vom Hügel ist die Aussicht wunderbar, doch der beste Platz ist bereits besetzt. Die Ranger beobachten mit Feldstechern das Treiben am Fluss. "Sie sind sehr streng hier", sagt Ones nicht ohne Ehrfurcht und fährt auf der anderen Seite des Hügels wieder herunter. Hier bleiben wir stehen. Hm - von hier könnten wir doch den Fluss nicht sehen, gebe ich zu bedenken. Kein Problem, meint Ones. Aha.

Wir sind ganz alleine hier, kein anderes Auto, der Platz ist in der Tat idyllisch und wir frühstücken in angenehmer Nachbarschaft.





Doch ich bin nach wie vor unruhig, weil wir nicht sehen können, was am Fluss passiert. Ones lacht: "I got my radio." Noch immer knirsche ich leise mit den Zähnen. Ich bin zwar kein kompletter Gegner von Funkgeräten, solange sie als Unterstützung benutzt werden. Aber ganz darauf verlassen möchte ich mich eigentlich nicht. Na, er wird schon wissen, was er tut.

Oder auch nicht. Zurück im Auto gibt Ones plötzlich Gas. Ich kann mich gerade noch hinsetzen und bin völlig verdattert, doch schnell dämmert mir: Das kann nichts Gutes bedeuten. Schon von weitem sehen wir die Gnus, die ersten hasten bereits auf unserer Seite wieder heraus. Als wir unten sind, müssen wir warten, denn sie blockieren logischerweise den Weg. Als wir dann endlich durchkommen und eine brauchbare Lücke gefunden haben, ist das Crossing vorbei. Das darf nicht wahr sein!





Wir sind wie vom Donner gerührt. Ones sei mal Welt- und mal Kreisklasse, er habe sich vielleicht eher einen durchschnittlichen Bundesligaspieler gewünscht, meint Thomas, bevor er vor lauter Enttäuschung fast verstummt. Ich für meinen Teil bin stocksauer - und mache keinen Hehl daraus. Ones jammert, seine Kollegen hätten ihm nicht wie verabredet per Funk ein Signal gegeben. Bei mir löst er damit nur einen neuerlichen Sturm der Entrüstung aus.

Die andere Seite ist wie leergefegt. Hier passiert heute nichts mehr. Ones sieht anscheinend ein, dass ich sturer Esel wohl eher hier übernachten würde, als ohne Crossing zurückzufahren, und rollt den Fluss entlang. Immer weiter und weiter, bis wir ungefähr auf Höhe der Stelle sind, wo wir schon einmal vorzeitig weggefahren sind - seinerzeit am anderen Ufer. Auch heute sehen wir dort wieder viele Autos, aber vor allem viele Gnus. Leider entscheiden sie sich plötzlich um und rennen allesamt nachts rechts in den Busch. Weg sind sie, also wieder nix... :(

Wir folgen ihnen auf unserer Seite. Ones, mittlerweile seinem Schicksal ergeben, meint, es gäbe nur wenige Crossingpunkte dort im Busch. Zwei davon liegen direkt beieinander, an einem bringen wir uns in Position, der andere befindet sich direkt um die Ecke, der Fluss macht hier eine Kehre. Wir warten und warten, gemeinsam mit ein paar anderen Jeeps, und ich habe die Hoffnung schon aufgegeben, da höre ich aus der Ferne das vertraute "Möp-möp" der Gnus.



Zu sehen ist im dichten Busch noch nichts, aber das Geräusch schwillt an. Sie kommen! Dann ebbt es wieder ab, sie gehen - es ist der reinste Krimi! Links, direkt an der steilen Uferkante auf der anderen Seite, bewegt sich plötzlich etwas. Touristen, außerhalb ihres Autos, komplett abseits des Weges, lachend, gestikulierend, guck mal da unten, ein Krokodil, wie nett...

Uns wird ganz anders, sind die irre? Sogar der eher lethargisch veranlagte Ones rutscht unruhig auf seinem Sitz hin und her, tun können wir nichts, wir sind zu weit weg. Wie Murphys Gesetz eben so ist, schieben sich ausgerechnet jetzt unter großem "Gemöpe" von rechts die Gnus heran, die reinste Wand. Sie sind vielleicht noch 30 Meter von den unbeschwerten Urlaubern entfernt, da fällt endlich der Groschen. Die waghalsigen Gäste stürmen im Schweinsgalopp ins Auto und brausen in einer riesigen Staubwolke davon - uff, ich hatte sie schon dort unten bei den Krokodilen gesehen...

Dann sind sie da, die Gnus, und wir sind völlig elektrisiert in Anbetracht der großen Dinge, die nun sicherlich kommen werden. Doch es passiert - nichts. Ich kann es den Tieren nicht verübeln, die Böschung ist steil und bestimmt zehn Meter tief, mich würden keine zehn Pferde dort hinunter bekommen.





Die Gnus ringen mit sich. Uns lenken dankenswerterweise immer wieder andere Tiere von dieser Nervenschlacht ab.









Unsere "Mission Crossing" steht auf des Messers Schneide...




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08 Okt 2018 17:49 #534819
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Die Nervenschlacht, Teil 2

Die Gnus starren den Abhang hinunter, wir starren auf die Gnus. Weil immer mehr Tiere von hinten nachdrängen, wird zusehends geschoben und geschubst – eigentlich wohl der Moment, wo ein Crossing ausgelöst wird. Doch den angsteinflößenden Abgrund vor Augen wagt keins der Tiere den Anfang. Der Pulk wabert zwischen dem Crossingpunkt links um die Kurve und dem uns gegenüberliegenden hin und her. Stundenlang.



Die zunehmende Spannung entlädt sich in Unruhe, Sex und Gewalt – hier ist was los! Um die Ecke purzelt ein Gnu ungewollt den Hang hinunter, es läuft am Fluss entlang und sucht verzweifelt nach einer Stelle, wo es die steile Wand wieder erklimmen kann. Statt sich zu freuen, schon einmal unten zu sein...



Rechts erahnen wir eine Art Rampe, vom dichten Busch verdeckt. Tatsächlich galoppiert das Gnu dort lockerflockig nach oben. In meiner Vorstellung könnte es ja nun den anderen einen Wink gegen, „Hey, Leute, ich hab 'nen Weg gefunden, ganz easy.“ Aber so läuft’s eben nicht bei den Gnus. Sie starren weiter. Und wir auch.



Es vergehen Stunden. Mittlerweile ist es Mittag, die Sonne brennt, Thomas hat die Hoffnung aufgegeben, dass die Gnus es wagen werden. Ich auch - wenigstens fast. Als sie plötzlich abdrehen und wie auf Kommando davonpreschen, bin ich trotzdem fassungslos. Weg sind sie, verflixt nochmal.

Das war's dann also. Kein superspektakuläres Crossing für uns. Nicht an diesem Tag, nicht auf dieser Reise, wohl nicht in diesem Leben, denn wir haben Zweifel, dass wir diesen Trip wiederholen werden. Wir blasen Trübsal, überlegen, was nun zu tun ist. Viel fällt uns bei dieser Gefühlslage nicht ein. Bei mir hat die Nervenschlacht Spuren hinterlassen: Ich höre Geräusche, die es gar nicht gibt. Das „Möp-Möp“ der Gnus. Allerdings: Die anderen hören es auch. Was in doppelter Hinsicht gut ist: a) Ich habe nicht den Verstand verloren. b) Die Gnus kehren zurück. Und das ganze Theater geht von vorne los...

Zwischendurch hört Ones von einem anderen Crossing ganz in der Nähe. Wir fahren dorthin, ein schönes Zwischenspiel, aber kein Vergleich mit dem, was am anderen Ort passieren könnte. Wir hasten zurück - gerade noch rechtzeitig.



Rund vier Stunden sind verstrichen, seit wir hier erstmals Position bezogen haben. Nun hat das Bangen und Hoffen endlich ein Ende. Um die Ecke steigt eine Staubwolke auf. Wir biegen ums Eck und bekommen einen guten Platz, weil viele Jeeps noch bei dem kleinen Crossing von kurz zuvor geblieben sind.



Anfangs geht's gesittet zu. Als wären sie nicht die verwirrtesten Tiere der Welt, laufen die Antilopen wohlsortiert nach unten und sammeln sich am Wasser. Dann entsteht ein Rückstau - und wieder Chaos. Die Tiere irren im Kreis herum und versuchen sogar, die steile Böschung wieder heraufzukrabbeln. In der Haut eines Gnus möchte man echt nicht stecken! :blink:





Endlich macht ein Tier den Anfang - und das Spektakel nimmt seinen Lauf.









Im Sekundentakt purzeln die Gnus den Abhang hinunter, wie die Lemminge.







Ones schätzt später, es seien weit über 2.000 Tiere gewesen.





Unglaublich, was für ein Risiko die Tiere eingehen!









Sie springen wie ins Nichts, purzeln ineinander, rutschen auf dem Hosenboden den Hang herunter, und das mit diesen dünnen Beinchen...









Die ersten Gnus kommen auf unserer Seite herausgeprescht, panisch, doch kaum haben sie wieder horizontalen Boden unter den Füßen, beruhigen sie sich und ziehen in einer langen Linie weiter. Als wäre nichts gewesen.





Nur ein einziges Tier hat sich offensichtlich etwas getan und kann nicht weiter. Es tut mir sehr leid, dennoch kann ich kaum fassen, dass alle anderen Gnus dieses waghalsige Manöver unbeschadet überstanden haben.







Einige Jungtiere haben ihre Mütter aus den Augen verloren, sie drehen auf der Suche noch einmal um, preschen quer über den Fluss und zurück, dann ist das Crossing vorbei. Uff! Völlig geplättet von den Eindrücken sinken wir zurück in die Sitze.





Es wird still im Busch - wenn auch nur kurz. Denn nun schlägt die Stunde der Ranger. Die Gäste im Jeep hinter uns hatten sich während der Flussüberquerung aufs Autodach gesetzt und dürften das nun bitter bereuen. Die Gardinenpredigt hat sich gewaschen, die Geldstrafe wahrscheinlich auch. Unser Gewissen ist zwar rein, aber Ones macht sich dennoch lieber zügig vom Acker. Wir sind überglücklich. Es war ein Ausflug mit Hindernissen ins Triangle, aber am Ende war er ein voller Erfolg!

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08 Okt 2018 19:22 #534833
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Hier noch ein Video von dem Crossing, hat vorhin nicht geklappt ...


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10 Okt 2018 16:36 #535117
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Im Löwenland

Auf dem Rückweg sind wir glücklich und zufrieden, Ones ist wieder obenauf und lobt sich für seine (finde den Fehler...! :huh: ) herausragende Idee, auf die andere Seite zu wechseln. Tja, was will man da sagen, am besten nichts, nach dieser Aufregung inklusive Happy End lockt mich nichts und niemand mehr aus der Reserve. Auch haben wir eigentlich keine Erwartungen mehr an den Tag. Doch die Mara hat noch ein paar Pfeile im Köcher.

Zurück auf der Narok-, also unserer Seite der Masai Mara, sind unser erster Stopp die Löwen, die ich morgens kurz (oder auch lang) vor einer Jagd beobachtet hatte.







In ihrer Nähe liegt ein schon ziemlich abgenagter Gnu-Kadaver im Gras. Zeit, sich anderen Dingen zu widmen als immer nur der ewigen Völlerei...









Ich freue mich besonders über zwei Giraffenbullen, die sich einen Kampf liefern. Es ist wohl nur eine Rangelei, aber dennoch eine besondere Sichtung für uns. Auf unseren bisherigen Reisen ist sie uns verwehrt geblieben.









Wir nähern uns der Gegend bei unserem Camp. Hier muss es geschüttet haben. Der Boden ist durchnässt und zum zweiten Mal nach Tansania 2016 kommen wir in den zweifelhaften Genuss des gefürchteten "Black Cotton Soil".

Der schwarze Schmier sieht zwar harmlos aus, bringt uns aber schwer ins Schlingern. Womit wir noch gut bedient sind. Etliche Autos kommen kaum oder gar nicht mehr von der Stelle, allen voran die uns verhassten Minibusse. Ones dagegen ist seinem Element und kann seine fraglos vorhandenen Stärken voll ausspielen. Wie auf Kufen schlittern wir über die Wege und fühlen uns wie beim Autoscooter (zum Glück ohne Crash :-)).

Bei einem Löwenrudel bleiben wir stehen. Es sind zwar schon ein paar Autos da, aber längst nicht so viele, wie ich erwartet hätte. Die meisten haben wohl alle Hände voll mit der Fahrerei zu tun.





Wie sind völlig entspannt. Das Löwenrudel ist eine grandiose Zugabe auf alles, was wir an diesem Tag schon erleben durften.











Es ist ein richtig großes Rudel mit Tieren fast aller Altersstufen.











Es ist klar, dass dies unsere letzte Sichtung des Tages sein wird. Und so verbringen wir hier fast eine volle Stunde - anfangs sogar noch im Sonnenschein, den uns ein Abendhoch beschert.





Wir können uns kaum entscheiden: Wo zuerst hinschauen? Den balgenden Jungtieren? Mutter mit Kind, ...







... oder den Löwen am Riss?









Als das Licht nach und nach schwindet, sind wir fast alleine hier. Es ist herrlich.









Wenn es nach mir ginge, würden wir an Ort und Stelle übernachten. :-)













Leider holt uns die Realität unweigerlich ein. Unsere Abreise steht bevor, und auf dem Rückweg zum Camp erläutert Ones, wie es am nächsten Tag laufen soll: früh aufstehen, kurzer Gamedrive, langes Frühstück im Camp, Rückreise. Veto! Gegenvorschlag: früh aufstehen und Abschied vom Camp, langer Gamedrive mit dem gewohnten Frühstück im Busch, dann nahtlos die Rückreise. Unser Guide ziert sich zunächst. Anscheinend sind wir seine ersten Gäste, die das so handhaben wollen. Erst als unser Campmanager die Idee unterstützt, ist auch Ones richtig überzeugt. Am nächsten Vormittag sogar so sehr, dass er die Initialzündung einmal mehr für sich beansprucht. ;-)

Unser letzter Abend ist wieder wunderschön, mit tollen Gesprächen und toller Atmosphäre, steht für mich aber dennoch emotional genau unter diesem Motto: "Letzter Abend." Es gelingt mir nicht, das komplett auszublenden, zu schön war die Zeit in unserem Teilzeit-Zuhause. Unsere süddeutschen Campfreundinnen sind leider schon weg, neue Gäste sitzen am Lagerfeuer, wie gerne würde ich noch bleiben. Stattdessen checken wir noch vor dem Schlafengehen aus, damit wir am nächsten Morgen früh loskommen. Ich krieg' wie immer den Hals nicht voll - aber einen halben Tag haben wir ja noch. Wer weiß, was er noch für uns bereithält...


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14 Okt 2018 11:04 #535505
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Tierische Überraschung zum Abschied

Der Abschied fällt uns schwer, als wir um Sieben das Camp verlassen. Hier haben wir uns wie Zuhause und einfach nur sauwohl gefühlt! Nach dem mit Höhepunkten gespickten Vortag ist alles, was wir auf dieser letzten Runde erleben werden, eine (willkommene :)) Zugabe.





Es kann ja eigentlich nicht so weitergehen, denken wir. Aber: In der Masai Mara geht das schon ...





Unser erster Weg führt zu dem Löwenrudel vom Vorabend, das schon wieder schwer in Aktion ist.









Und weil von dem Riss so gut wie nichts mehr übrig ist ...,



... bemühen sich unten am Talek drei Löwinnen um Nachschub. Sie verteilen sich in der Landschaft, schon wieder können wir zumindest im Ansatz eine Jagd beobachten. Die Gnus schöpfen allerdings Verdacht und galoppieren vorsorglich davon, und auch die Gazellen nehmen die Beine in die Hand. An diesem Morgen wird das nix.





Der Rest des Rudels folgt nun herunter zum Fluss, was eine Weile dauert, denn der Nachwuchs ist in Spiellaune.









Unten angekommen geht die Show noch ein wenig weiter. Löwen in Aktion sind für mich so ziemlich das Beste, was das Busch-TV zu bieten hat. Doch schließlich verziehen sie sich ins Gebüsch und werden wohl ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen - schlafen.









Unser Guide führt eindeutig etwas im Schilde. Er habe morgens im Camp von seinen Kollegen etwas gehört... Aber er will uns nicht verraten, wonach er Ausschau hält. Plötzlich stoppt er abrupt: Ich sehe eine Bewegung am Horizont, irgendwas kommt schnell näher, etwas mit riesigen Fledermausohren, "Wild Dogs!" "Quatsch", kontert Thomas, doch es sind tatsächlich Wildhunde. Damit hätten wir nun echt nicht gerechnet!





Was für eine tolle Überraschung! Für uns ist es die dritte Sichtung nach 2014 (Khwai, Botswana) und 2017 (Krüger, SAF), und wir freuen uns riesig darüber. Ones dagegen ist regelrecht aus dem Häuschen, was wir sehr sympathisch finden. Er hat in seinen sieben Jahren als Guide zuvor erst einmal Wild Dogs gesehen.







Ich kann es mir nicht verkneifen, Schande über mich :blush: : Wären wir dem ursprünglichen Plan gefolgt, säßen wir jetzt gerade im Camp beim Frühstück. Ones interpretiert das gewohnt eigen: Ja, bloß gut, dass er den Plan geändert habe. :dry: Naja, er ist so glücklich, da kann man ihm nicht böse sein ... ;)

Es sind vier stramme Rüden, ziemlich groß, ziemlich dunkel, ...



... der Eindruck wird verstärkt durch das getrocknete Blut an Hals und Kopf.





Sie scheinen es eilig zu haben, stoppen aber netterweise immer wieder kurz, um sich zu versammeln.







Schließlich kreuzen sie unseren Weg und laufen hinter uns den Hügel herunter, Gnu und Co. bringen sich schnurstracks in Sicherheit. Wir beobachten sie noch lange mit dem Fernglas, ein paar Unverbesserliche brettern den Hunden durch das hohe Gras mit Volldampf hinterher, können aber an einer felsigen Kante schon bald nicht weiter. Gut so ... :whistle:



Wieder unterwegs, kommen wir nicht weit. Ein Rudel Hyänen nähert sich im Schweinsgalopp und wirft sich schließlich voller Inbrunst direkt neben uns in einen Wassergraben.





Was für ein Geplantsche und Gegacker! Grazil sind sie allerdings nicht gerade, unsere Badenixen.







Letzter größerer Stopp sind die fünf Gepardenjungs. Weil unter dem abermals großen Gefolge auch die Ranger sind, gibt es diesmal glücklicherweise keine Wild-West-Szenen.





Die Cheetahs haben eine Gruppe Antilopen und Zebras im Visier. Während Gnus und Topis die Flucht ergreifen, drängen sich die Zebras dicht aneinander und bilden ein regelrechtes Bollwerk. Eine interessante Strategie, die wir noch nie beobachtet haben.







Irgendwann verlagert sich das Geschehen selbst fürs Fernglas zu weit nach hinten, wir suchen uns ein schönes Plätzchen und genießen unser letztes Frühstück im Busch. Spielende und jagende Löwen, Wild Dogs, Hyänen, jagende Geparde, und das innerhalb kürzester Zeit auf wenigen Quadratkilometern - die Erlebnisse an diesem Morgen führen uns noch einmal überdeutlich vor Augen, was die Masai Mara so legendär macht. Allerdings waren auch wieder sehr viele Autos im Spiel.



Nach dem Frühstück rollen wir in Richtung Ausgang, ...





... und sind gegen elf Uhr in Richtung Nairobi unterwegs. Die Strecke ist anstrengend und bis nach der Baustelle arg rumplig, dann staut sich der Verkehr am Rift Valley. Dennoch sind wir viel zu früh am Flughafen, wo es leider fast nichts zu tun gibt. Irgendwie kriegen wir die langen Stunden bis zum Nachtflug dennoch rum, im Flieger kann ich sogar ein bisschen schlafen, dann sind wir wieder Zuhause. Voller Erlebnisse, Gedanken und Zweifel. Das Fazit nach dieser Reise fällt schwer, doch es kommt, versprochen ...


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