THEMA: Breakfast with Honeymooners–Dinner with Lion Cubs
14 Mär 2017 18:33 #467619
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oder "gebremst wird nur für Katzen".



Ich hoffe mit unseren Fotos Eure Sehnsucht nach Afrikas Tierwelt zu schüren und vielleicht nehmt Ihr ja Kenia als neue oder erneute Destination ins Visier.

Warnung:
Das Lesen des folgenden Reiseberichts erfolgt auf eigene Gefahr. Er ist nicht für katzenscheue Leser geeignet. Es besteht die Gefahr in den Mädchenmodus „ooooh wie süüüß“ zu verfallen. Und er ist auch kein probater Lesestoff für Menschen, die einen guten Schreibstil, professionelle Fotos, Schilderungen von Begegnungen mit Afrikanern oder einen Abenteuerreisebericht benötigen.

Upps und jetzt hoffe ich trotzdem auf Mitleser :blush:

Unsere Stationen waren:
2N Elsa Kopjies Camp im Meru National Park
2N Lewa Safari Camp im Lewa Wildlife Conservancy
4N Elephant Pepper Camp im Mara North Conservancy

Und zur Einstimmung eine meiner Lieblingsserien.






















"Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
Afrikafotos ; Namibia ; 2017 Kenia ; Kap, Karoo,GR ; Indien ; 2018 Kenia ; Äthiopien/Djibouti ; Galapagos ; Reunion
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15 Mär 2017 14:41 #467704
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Wie alles begann:
Es war letzten Juli als ich am Namibiareisebericht schrieb, ich mal wieder von Löwen träumte



und mich der Wunsch auch nächstes Jahr nach Afrika zu reisen überkam. Durch Papa Kenias Reisebericht war der Januar für Kenia zum ersten Mal in mein Bewusstsein gedrungen. Ich hatte mich selten mit Kenia beschäftigt, ich wusste zwar von tollen Landschaften, der Migration, aber in meinem Hirn hatte ich Kenia als Billigpauschaltourismusland mit viel zu vielen Fahrzeugen abgespeichert. Asche über mein Haupt - manchmal brauche ich eben länger. Die tollen Reiseberichte hier im Forum überzeugten mich dann schnell. Was täte ich nur ohne dieses Forum? :kiss:
Selber fahren kam für uns nicht in Frage. Die Preise für eine private Campingsafari lösten bei mir eine Schnappatmung aus -soweit zu Kenia und billig. Ja ich lernte dazu- und als ich ein Special der Elewana Collection entdeckte, war schnell klar, es wird eine fly in Safari. Heute muss ich sehr über meine Naivität lachen, hatte ich mir doch schon erträumt wir verlängern das Special und erhalten einen weiteren Discount für die angehängten Nächte. Nein, durch die Verlängerung sollte das Special gar nicht mehr gültig sein und uns wurde ein ganz reguläres Angebot geschickt, bei dem ich fast vom Stuhl fiel, als ich gemütlich an einem lauen Sommerabend im Garten saß. Mein Mann fragte spontan - sollen wir doch nach Südafrika fahren? Und kurz wusste ich nicht worüber ich mehr erstaunt war: a) mein Mann will ohne langes Betteln nach Südafrika? oder b) wollen Die in Kenia uns überhaupt als Gäste?
Aber wenn ich mir etwas in den Kopf setze, bin ich meistens nicht mehr zu bremsen. Langes Schreiben, kurzer Sinn, ich sprach das Reisebüro an, dass es ja wohl nicht angehen könnte, wenn das Special plötzlich nicht mehr zu Grunde gelegt werden würde und nach weiteren zähen Verhandlungen kam der Specialpreis + 1 Nacht zum „normalen“ Preis heraus. Halleluja! Auch wenn der Preis schmerzhaft war, freute ich mich sehr. Besonders Lewa, ein privates Schutzgebiet kümmert sich nicht nur um Tierschutz, sondern unterstützt auch die Menschen in der Region. Und das Konzept der Mara North Conservancy finde ich, soweit ich es beurteilen kann, auch sehr gut. Für uns gab es zusätzlich den Vorteil, dass in den privaten Conservancy keine Privatfahrzeuge erlaubt sind und wir somit weniger Autos sehen sollten.
Kurz vor der Abreise sind unsere Sichtungslisten voll. Wir haben derer drei. Unsere, für diesen Urlaub modifizierte Erstsichtungsliste enthält unter anderem: Erdferkel, Streifen- und Goldschakal, Streifenhyäne, Gerenuk, Sitatunga, Geierperlhuhn, Netzgiraffe, Babygeparde; auf Liste 2 stehen die Tiere, die wir bereits gesehen haben, aber von denen kein oder nur ein Beweisfoto haben und auf Liste Nummer 3 steht ein Lieblingssichtungswunsch pro Person. Ich wünsche mir verspielte Löwenbabys



Und mein Mann wünscht sich einfach aufregende Tierbeobachtungen.

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15 Mär 2017 20:27 #467744
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Wie bereits angekündigt, geht es ohne Katzenfotos los. Die kommen ab Lewa und extensiv in der Mara North.
Tag 1:
Im Hotel Eka hat auch die Flugbegleitung von Air Kenya übernachtet. Das Frühstück ist gut, aber jetzt ich will einfach los, die Tiere warten doch schon. Leider sperrt unser Zimmerschlüssel nicht, als wir vom Frühstück kommen… Während mein Mann das Problem mit dem Zimmerschlüssel löst und auscheckt, nimmt mich fast noch ein falscher Fahrer mit. Er kommt mir zwar unbekannt vor, ist aber sehr überzeugend. Bevor ich ins falsche Auto einsteige, kommt zum Glück unser Fahrer von gestern Nacht und ich erkenne ihn sofort wieder. Kurz vor dem Airport holen wir an einer ATM Geld mit meiner Visacard Plus. Am Wilson Airport sitzen wir noch einmal über eine Stunde, aber endlich geht es in den Hüpfer. Von oben sehen wir im Nairobi NP Antilopen, bewundern Mount Kenya,



wir sehen die ersten kenianischen Elefanten, entdecken das Elsa Kopjies Camp von oben



und landen bei Sonnenschein und dicken Schäfchenwolken. Wilson, ein jüngerer Guide holt uns ab. Er fragt uns sofort nach unseren Tierwünschen. Im Meru wollen wir Tiere in schöner Landschaft sehen und fotografieren, das scheint Wilson aber nicht zu glauben, er düst an einem schönem Tümpel mit hunderten von Kuhreihern, an Kudus (lesser und greater), an einer Straußenfamilie und an Elefanten vorbei - Wilson ist auf der Suche nach Löwen. Wir sehen ein furchtbar mageres Jungtier, das sofort flüchtet und einen großen schönen Pascha im dichten Busch. Naja ein Versuch war es wert. Wir düsen weiter, wir sehen wunderschöne Landschaft mit sanften Hügeln im Hintergrund, schönem Grün, roter Erde und Herden an Zebras, Impalas, Grants und Giraffen.







dummerweise überzeugt diese offene Gegend in den nächsten Ausfahrten intensiver zu sehen und sind erst einmal zufrieden.
Das Camp "haut uns um". Es ist gigantisch schön auf einem Hügel gelegen und die Zimmer sind ein Traum. Wir werden vom Manager Georg und von Klippschliefern begrüßt. Bis zur Abendausfahrt haben wir drei Stunden, ich erkunde ein wenig das Camp



und setze mich anschließend vor die Hütte mit Blick in die Ferne.



Ein paar Eidechsen rascheln im Gebüsch und ein Klippschliefer klettert herum.
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Letzte Änderung: 07 Mai 2017 12:27 von sphinx.
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16 Mär 2017 08:59 #467770
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Am Nachmittag suchen wir die Gerenuks. Wilson findet 3 Weibchen, nachdem er einen Tipp von einem Kollegen erhalten hat.







Wir entdecken Geierperlhühner





Und ein Krokodil beim Fischfang. Wilson vermasselt mein Video, weil er in dem Augenblick, als das Kroko einen Fisch fängt, den Motor startet. Er ist der Meinung, wir sind dort lang genug herumgestanden.



An dieser Stelle des Flusses hat auch ein Eisvogel (Grey-headed) seine Bruthöhle.



Für Vögel wird sonst leider fast immer zu spät und nicht lang genug gehalten, dabei gibt es hier so viele schöne verschiedene Bienenfresserarten.



Einzig für einen Kampfadler bleibt Wilson von sich aus stehen.



Beim Sundowner





spreche ich mit Wilson und ich habe das Gefühl er versteht, dass wir einfach an Tierbeobachtungen interessiert sind, was immer uns da über den Weg läuft, schwimmt oder fliegt.

Das Abendessen ist superlecker und in der Nacht brüllt die Leopardin, die auf dem Hügel lebt, so laut, dass ich senkrecht im Bett sitze. Da sind ja Löwen leise, denke ich mir und mein Puls rast.
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16 Mär 2017 18:34 #467816
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Heute geht Wilson auf Rhino- und Leopardensuche. :evil: Dabei hatte ich ihm ausdrücklich gesagt, dass wir in Lewa über Rhinos stolpern und in der Masai Mara genügend Leoparden sehen werden.
Leider retuschiert, da Wilson exakt so gehalten hatte, dass wir ein anderes Safarifahrzeug hinter den Rhinos hatten :evil:





Um es kurz zu machen, obwohl wir alleine mit ihm unterwegs sind, gelingt es uns in den zwei Tagen nicht, dass wir in Ruhe Tiere beobachten können. :pinch: Sogar bei Elefanten müssen wir „betteln“. „Die haben wir doch schon gesehen“.

















Da die Tiere sehr scheu sind, macht es wenig Sinn, wenn wir laut stooooop brüllen, Meter weit übers Ziel hinausschießen und wieder zurückfahren müssen. Wilson fährt mehrfach, während ich filme los, ohne Vorwarnung und obwohl ich ihn mehrfach bitte dies nicht zu tun. Nach 10 Minuten ist dies bereits wieder vergessen.
Immerhin hält er bei den Grevys, von denen gibt es angeblich nur fünf Tiere im Park







bei diesem Stopp können wir noch ein paar andere Bilder aufnehmen.





und wir fahren zum Hippopool, der sehr idyllisch liegt.





Am Abend, bei schönstem Licht, fährt Wilson stundenlang durch dichten Busch, obwohl ich ihn dreimal bitte auf die freie Fläche zu fahren, er sucht noch immer einen Leoparden. Nach zwei Tagen bin ich fertig, ich glaube nicht, dass die nächsten Guides besser sind bzw. ich meine Wünsche besser verständlich machen kann. Ich will nach Hause und flehe meinen Mann an mich NIE, NIE wieder eine geführte Tour buchen zu lassen. Nur noch auf eigene Faust unterwegs sein und am liebsten mit Zelt. Mein Mann reagiert glücklicherweise auf meine emotionale Entgleisung sehr ruhig und meint „abgerechnet wird am Schluss“. Er schafft es mich zu einem Amarula zu überreden, das Abendessen hatte ich nach der Vorspeise wegen Appetitlosigkeit verweigert und so sitzen wir mit einem großen Glas „Seelentröster“ vor unserem Chalet, schauen in den Sternenhimmel und freuen uns doch sehr in Afrika zu sein.
Und damit habe ich auch genug über Wilson geschrieben. Ja ich hätte mir einen anderen Guide in Meru gewünscht, aber um es vorweg zu nehmen, die nächsten Guides waren große Klasse. Warum ich das hier so ungeschminkt schreibe, weil es mir hilft in anderen Reiseberichten auch mal etwas Negatives zu lesen, dadurch kann ich mich darauf einzustellen und vielleicht in solch einer Situation besser regieren und wenn ich so etwas nicht erlebe, umso besser.
Wir haben unseren Besuch im Meru NP im Nachhinein nicht bereut. Wir sahen die witzigen Gerenuks, natürlich nicht auf den Hinterbeinen, da gibt es im Januar viel zu viel in niedriger Höhe zu fressen. Außerdem entdeckten wir Geierperlhühner, viele tolle Bienenfresser und ein Krokodil beim Fische jagen (morgen kommt noch eine wunderschöne Begegnung mit Elefanten). Die tolle Landschaft mit idyllisch, dicht bewachsenen Flussläufen, offener Graslandschaft mit sanften Hügeln und Mount Kenya in der weiten Ferne, tiefgrünen Büschen und belaubten Baobabs, Sumpfgebiete, rote Erde und Kopjies haben wir zwar nicht mit Fotos dokumentieren können, aber gesehen haben wir sie. Meru hat wirklich eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Und mein Mann und ich träumen inzwischen davon mit dem Zelt auf eigene Faust hierher zu kommen. Die Wege sind im guten Zustand, die trauen wir uns zu selber zu fahren.
Das Camp Elsas Kopjies ist ein absoluter Traum, sowohl die Lage als auch die Unterkünfte. Der Manager und seine Frau kümmern sich hervorragend um alle Gäste. Kaffee und Kekse bekommt man zum Weckup Call zur Unterkunft und da ich Kaffee ans Bett von daheim gewohnt bin (Lechz) nehme ich das auch gerne im Urlaub an. Sonst bin ich nämlich im Urlaub für das Kaffeekochen zuständig. Der leckere Lunch wird als Buffet serviert und auch das Abendessen war delikat. Nicht zuletzt wegen der Historie ist diese Gegend für jemanden wie mich, der mit dem Buch Elsa und ihre Jungen „aufwuchs“ und auch einige andere Bücher von Joy Adamson gelesen hat, etwas Besonderes.
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Letzte Änderung: 16 Mär 2017 18:39 von sphinx.
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16 Mär 2017 18:44 #467818
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3. Tag
Wilson fährt uns heute nach Lewa. Wir fahren „normal“ um 6:30 Uhr, nach einem kurzen Frühstück mit einem schönen Sonnenaufgang los und sind auf Game Drive bis um 11 Uhr. Wilson hat am Abend vorher meine zu tiefst enttäuschte Stimmung mitbekommen und versucht es wieder gut zu machen, dass durch die dicke graue Wolkendecke das Licht für Bilder fehlt, dafür kann er nichts. Wir sehen eine Civet, erneut Gerenuks





und haben das Glück eine große Herde von Elefanten beim Fressen zu entdecken und die haben nichts Besseres zu tun, als uns zu umzingeln, zum Wagen zu kommen und uns sehr genau zu beobachten. Einige große Bullen pieken sich bzw. zeigen sich durch ihre Blicke wer der größere Macker ist und auch ein paar Kleine wuseln zu den Füssen der Eltern.





















Über eine Stunde beobachten wir die Tiere alleine, erst dann kommt ein weiteres Fahrzeug. Wir begleiten die Elefanten noch zu ihrem Schlammbad und fahren weiter Richtung Gate.
Zwischendurch haben wir Zeit ein paar Flattermänner aufzunehmen.



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