THEMA: Kleinode in Malawi
04 Apr 2019 14:18 #553126
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Hallo liebe freshy,
schön dass Du reinschaust!
Bzgl. unserer Zukunftspläne schreibe ich Dir eine PM. wenn es dann mal endlich in trockenen Tüchern ist, werde ich hier Bescheid geben, da ich weiß, dass es noch andere gibt, die daran Anteil nehmen.
Bis dahin aber kriege ich vielleicht noch Malawi "verarbeitet" - ich dachte mir: sonst wird das nie mehr was! :lol:

Ich finde es übrigens prima, dass Ihr Euch noch an Sambia ran wagt (ich habe aus Interesse immer mal in Deinen Planungs-Thread hineingeschaut), und ich bin gewiss, dass es Eure vielen schönen Reisen nochmal um andere Nuancen bereichern wird!
Alles Gute - und herzliche Grüße an den freshy-Mann!!!
Antje
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04 Apr 2019 14:33 #553129
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Fortsetzung
Die Straßen sind größtenteils gut, sowohl in der Stadt, als auch die großen Überland-Verbindungen:





…doch auch über andere kann man „stolpern“



oder etwas harmloser, dafür alltäglicher, wie z.B. auf dem Wege von unserem Haus:



Als diese Straße kurz vor unserer Abreise neu gemacht wurde, und jetzt bei unserem kurzen Besuch im Februar 2019 fertig geteert war, waren unsere Kinder ganz enttäuscht und meinten, die alte habe ihnen sehr viel besser gefallen!!! :laugh:
Wie oft schuckelte unser Landcruiser uns hier nach kurzen alltäglichen ebenso wir nach langen Ferienfahrten die Löcher bergauf (oder in der Regenzeit den Wasserbächen entgegen!), und das hat natürlich auch irgendwo seinen Flair!

Nun, die Stroßdämpfer und Lager der Autos diverser Anwohner werden es der neuen Straße danken, doch das „Flair“ ist nun natürlich ein anderes. So hat es zwei Seiten – wie eigentlich alles im wahren Leben! :silly:

Das Stadtbild Blantyres ist recht unspektakulär und für eine afrikanische Stadt gewöhnlich – es gibt saubere und schmutzige Ecken, geordneten Verkehr und ungeordnetes Chaos.





Hin und wieder wundert man sich, wie über die „Feuerschutzvorkehrungen“ auf dem Shoprite-Parkplatz:


(mein Joel war mal neugierig, und hat rein geschaut: es sind ein paar Hände voll Sand drin)

Ab und zu erhascht das Auge auch mal sowas hier:



Ein anderer hat nicht nur Stroh, sondern die Luxus-Suite gebucht:



Blantyre zählt zusammen mit Limbe ca. 1 Mio. Einwohner, dennoch ist das Stadtzentrum klein und sehr überschaubar. Auch Selbstfahrer werden sich hier schnell zurechtfinden.
Die meisten Menschen wohnen in den Stadtteilen Ndirande oder Mbayani-Village auf recht engem Raum zusammen. Allerdings möchte ich betonen, dass das KEINE slums sind!!! Insgesamt wehre ich mich etwas gegen die internationale Kategorisierung, nach der Malawi regelmäßig unter den 5 ärmsten Ländern der Welt auftaucht. Die gemessenen Faktoren sind meiner Ansicht nach eher wirtschaftlicher Natur, was zwar Auswirkungen auf den Lebensstandard hat, aber auch irreführend sein kann. So muss in Malawi eigentlich keiner derart Hunger leiden, wie ich es in anderen Ländern (z.B. Kenya) in wesentlich schlimmerem Ausmaße oft gesehen habe. Dass das Land große Probleme auf diversen Ebenen hat, und dass z.B. die Gesundheitsversorgung eine Katastrophe ist, bleibt unbenommen. Doch diese komplexen Dinge habe ich hier nicht vor näher zu diskutieren.

Die Landeshauptstadt Lilongwe hingegen ist, ähnlich wie Dodoma in Tanzania, größtenteils auf dem Reißbrett entstanden, und erstreckt sich großzügig über flaches Land. Das Stadtbild wird inzwischen dominiert von Bürobauten zahlreicher GOs und NGOs, Botschaften und riesigen (sicherlich nicht ausgebuchten) Hotels, die in krassem Gegensatz zum Rest des von Subsistenzwirtschaft durchzogenen Landes stehen.





Auch in Lilongwe kann man allerdings noch urtümliche Ecken entdecken und besondere Erlebnisse haben, wie z.B. die Tabakauktionen (eine Freundin berichtete mir fasziniert davon).

Das Land liegt insgesamt eher hoch, und ist von vielen Hügeln und manchmal auch bizarren Felsformationen durchzogen:






(Die beiden letzten Bilder stammen von der Strecke Blantyre-Lilongwe, etwas auf der Höhe um Dedza rum. Die Hügel in der Ferne gehören vermutlich schon zu Mozambik)

Baobabs findet man eher selten – ich liebe die Strecke zwischen Blantyre und Salima, wo man ab und zu mal einen neben der Straße erblicken kann!





Bekannt ist das Land natürlich für seinen Süßwassersee, der drittgrößte auf dem Kontinent. Er beherbergt mehr Fischarten als irgendein anderer auf der Welt! Leider ist auch dieses Ökosystem inzwischen bedroht, und es herrscht viel Überfischung.
Für Touristen aber eindeutig eines der beliebten Ziele im Land – egal ob Schwimmen, in der Sonne baden, Boot fahren oder tauchen. Hier kommt jeder auf seine Kosten, und das Angebot ist vielfältig!





Genug der langen Vorrede, als nächstes soll es auch ein paar Tiere geben:
Letzte Änderung: 16 Apr 2019 17:22 von Rehema.
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04 Apr 2019 17:18 #553135
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Kuti Wildlife Reserve
Als erstes nehme ich Euch mit in ein kleines „Community Wildlife Reserve“ namens „KUTI“.
Es liegt wenige Kilometer vor Salima, auf der waagerechten Strecke von Lilongwe zum See.





In der Karte habe ich es mit dem lila Pfeil gekennzeichnet. Diese Karte hängt an der Wand des kleinen Restaurants im Kuti. Aber sie gefällt mir nicht so richtig, ich finde sie etwas „dysproportioniert“. :S :blink:
Vielleicht male ich noch eine ab, für die weiteren Orte….

Wer hier mit den Ansprüchen von Serengeti, Krüger oder Okavango Delta kommt, wird enttäuscht sein – aber wer das Genannte will, sollte eben auch nicht nach Malawi reisen….. Das Besondere an „KUTI“ ist, dass es entspannt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden kann, da es weder Elefanten noch Raubkatzen gibt.
„KUTI“ bietet einige Tiere, wie z.B. Zebras, Nyalas, Buschböcke, ein paar verlorene Gnus, massenweise Affen, einige Strauße und (soweit ich weiß) die einzigen Säbleantilopen in Malawi:













Die wenigstens kennen dieses Kleinod, aber wir finden, dass es genau das ist: ein kleines, wahres Schatzstück!

Vielleicht ist es für uns in unserer Malawi-Zeit auch deshalb so besonders geworden, weil es nach 3 Jahren Deutschland der erste „wilde“ Ort war, den wir in Malawi besuchten, und unsere Seelen nach dieser Wildnis lechzten! Vielleicht auch, weil unsere Ankunft in Malawi von diversen Schwierigkeiten durchzogen war, und eine davon war, dass ich einige Wochen nach Ankunft einen zweifachen cervicalen Bandscheibenvorfall hatte und mich seit Wochen vor Schmerzen bog! Deshalb war auch „KUTI“ das einzige, was wir in den ersten langen Sommerferien unternahmen, da ich fast unbeweglich war und die ca. 3-stündige Hin- und Rückfahrt auf der Mittelbank liegend gerade so überstehen konnte. :(

Bei unserem ersten Besuch war unser Container mit den Zelten noch unterwegs, und so leisteten wir uns eines der Selbstversorger Häuschen. Für 100 Dollar pro Nacht (heutzutage, glaube ich, 120Dollar) mit Platz für 6 Personen war das für unsere damalige Situation eine gute Entscheidung!







Unsere Kinder waren einfach so glücklich, endlich wieder in der Savanne zu sein, und schnitzen den halben Tag oder – ganz beliebt – heizten mir für meinen schmerzenden Nacken/Rücken die Dusche im außen gelegenen Holzofen auf:



Morgens gleich nach Sonnenaufgang und an den Spätnachmittagen drehten wir für ca. 2 h eine Runde mit dem Auto (dann hat man fast alles abgefahren). Die Landschaft ist im hinteren Teil offener, oft begegnen einem Zebras, Nyalas oder Buschböcke, und Affen und Perlhühner sowieso.



Die Kinder lieben diese Freiheit - denn nur hier dürfen sie auch mal aufs Dach klettern oder, wenn die Dornbüsche nicht zu dicht stehen, auch in den Fenstern sitzen (und wer nicht hören kann, wenn wir sagen: "reinkommen!" - der muss eben fühlen und sich später seine Wunden lecken! :ohmy: )



Fortsetzung in Arbeit
Letzte Änderung: 16 Apr 2019 17:23 von Rehema.
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04 Apr 2019 17:37 #553138
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Hallo, liebe Antje,
ich freue mich, Dir hier wieder zu begegnen und lese gerne Deine lebendige Beschreibung eines unbekannten Landes. Hast Du Informationen über die derzeitige Situation dort nach dem Sturm mit Überschwemmungen?
Viele Grüße Friederike
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04 Apr 2019 20:45 #553158
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Hallo liebe Antje ,
welcome back in the Forum
Schön , wieder etwas von dir zu hören und dann noch so viel Interessantes .
Bis zu deinen Anfragen für einen Urlaub in Botswana und dem folgenden RB war für mich Malawi ein weißer Flecken auf der Erdkugel .
Um so schöner finde ich es , daß du nun herzerfrischend aber auch kritisch dieses Land beschreibst .
Ein großes DANKESCHÖN dafür - ich kann mir vorstellen , daß du genug andere Beschäftigungen in deinem Alltag hast .
Schön , daß ihr es geschafft habt , auf einen Kurztrip nach Malawi zu fliegen und dann wohl auch mit allen Kindern ?
Ich hoffe , daß ihr schon eine Perspektive für eure weitere Lebenssituation gefunden habt .

Sei herzlichst gegrüßt - auch der Rest der Familie
von Conny
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04 Apr 2019 23:52 #553173
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  • Rehema am 04 Apr 2019 14:18
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Liebe Friederike und Conny,
ich freue mich, Euch hier wieder zu "treffen"! ;)

Zu deiner Frage, Friederike, wegen der Sturmfolgen für Malawi:
ich habe da bisher auch nur bruchstückhafte Infos bekommen. An jenem Freitag schrieb mir eine Freundin eine Nachricht (sie wohnen jetzt in unserem Haus), dass dieser schlimme Sturm für Samstag für Malawi angekündigt ist. Am Sonntag fragte ich, wie es ihnen geht? (in unserem Garten waren in den Regenzeiten immer mal Bäume umgekippt, zum Glück weit genu vom Haus entfernt. Aber ein zwar stabiler, jedoch sehr hoher steht direkt neben dem Haus, und wenn der Wind während der Regenzeit wütete, fürchtete ich manchmal, er würde uns aufs Haus fallen!).
Sie schrieb, der Sturm habe stark an Windstärke verloren bevor er auf Malawi traf. Es wäre nicht so schlimm geworden wie befürchtet. Auch meine wiederholten Fragen an verschiedene, wie es in den Dörfern aussieht, und ob es wieder große Landrutsche gab, wurden mir von allen verneint.
Vermutlich sind durchaus einige auf dem Land betroffen, aber Malawi kam wohl doch noch glimpflich davon. Denn in Mozambik, v.a. Beira, muss es ja fürchterlich sein nun! 90% der Häuser in ganz Beira seien zerstört! Ach, diese vielen armen Menschen - als hätten sie nicht schon Not genug...…

Da fühlt es sich jetzt fast etwas verkehrt an, mit schönen Erlebnissen aus dem KUTI weiter zu machen. Aber wenn wir hier deshalb Trübsal blasen, hilft das dort ja auch keinem weiter!
Wenn jemand diesbezüglich Nachrichten hat zu Malawi, bitte teilen!
Antje
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