THEMA: Simbabwe 2025 - Ein Reisebericht
12 Apr 2026 11:33 #723663
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Mana Pools - Old BBC Campsite

Nach einem ruhigen Abend auf Nyamepi #21 werden wir heute zur Old BBC Exclusive Campsite weiterziehen.





Wir hatten ursprünglich, weil Old BBC zunächst nicht verfügbar war, New BBC gebucht. Die wenigen Informationen, die es zu den Camps online gibt, deuteten jedoch darauf hin, dass Old BBC die bessere der beiden sei. Sie wurde tatsächlich frei, über Whatsapp konnte ich bei einer wirklich hilfsbereiten Mitarbeiterin dann noch umbuchen - statt der eigentlich anfallenden Umbuchungsgebühr haben wir sogar noch einen Rabatt bekommen.

Zunächst unternehmen wir einen Morning Drive, der relativ ereignislos ist und kehren nochmal zum Nyamepi zurück. Unterwegs machen wir wie immer einen Stopp an der Rezeption, um uns nach den neuesten Ereignissen zu erkundigen. Anscheinend haben alle außer uns die mating lions bei Mucheni gesehen - die Chancen stehen aber gut, sie noch zu finden, da sich paarende Löwen sich wohl nur in einem kleinen Radius bewegen.







Auf der Rückfahrt zum Camp frühstückt ein Elefant genüsslich, und wir beschließen, dasselbe zu tun. Der Elefant könnte Fred Astaire sein, wir wissen es aber nicht sicher.

Während wir uns fertig machen, kommen Neuankömmlinge vorbei. Ein deutsches Paar sucht nach anderen Reisenden, die sich eine Campsite teilen wollen. Wir werden uns, wie fast alle, mit denen man Bekanntschaft schließt, noch oft wiedertreffen.







Nach dem Frühstück brechen wir nochmal auf einen Drive auf. Wir treffen unterwegs auf Simon und Eugenie, die von jemandem Koordinaten des Aufenthaltsortes der Löwen von heute Morgen bekommen haben. Die beiden selbst wollen nur noch einen Lunch-Stopp machen, bevor sie weiterziehen. Wir bieten ihnen unsere Old BBC Campsite an, und fahren nochmal los, um die Löwen zu finden. Als wir am Ziel ankommen, finden wir keine Löwen und sind ein bisschen frustriert, dass wir sie einfach nicht finden. Wir geben auf und brechen in Richtung Campsite auf.

Nun ist es so, dass die Beschilderung so la la ist und die Campsites bei Tracks4Africa komplett falsch eingezeichnet sind. Wir irren umher und finden die Campsite einfach nicht. Auf einem nicht sehr offiziell wirkenden Weg kommen wir irgendwie wieder bei der Rezeption raus, und der Ranger lacht. Es sei doch ganz einfach, Old BBC zu finden. Er schickt uns auf den richtigen Weg, und diesmal schaffen wir es tatsächlich. Simon und Eugenie nutzen maps.me und haben die Campsite besser gefunden als wir. Wir quatschen noch eine Weile, und sie empfehlen uns, morgens Long Pool aufzusuchen, da gäbe es ziemlich viel Action. Dann ist es Zeit, uns zu verabschieden.

Old BBC ist eine tolle Campsite. Es gibt eine Longdrop Toilette, ansonsten natürlich nichts, außer einen tollen Ausblick. Sie ist sicher eine der ruhigeren Campsites, gerade im Direktvergleich mit Mucheni, wo die Campsites näher beieinander liegen und auch öfter mal andere Fahrzeuge vorbeikommen.

Wir beschließen, uns heute nicht mehr von der Suche nach den Löwen treiben zu lassen. Heute wollen wir den Abend in der Nähe von Chikasiko Pools und dem für Mana Pools so typischen Wald verbringen. Diese Entscheidung erweist sich als im wahrsten Sinne goldrichtig.

Wir cruisen ein bisschen in der Gegend, als wir hören, dass Boswell und seine Entourage bei Chikasiko unterwegs sind. Der Tipp kommt von einem Fahrzeug, das wir noch nicht kennen (nach ein paar Tagen in Mana Pools kennt man eigentlich alle), der Fahrer kommt uns aber irgendwie bekannt vor. Es ist Francois (@forever.africa.travel), den wir aus Videos vom Safari Expert kennen. Sie sind die Mieter von Mucheni 3 und bestätigen, dass es eine der besten Campsites ist.

Im Wald vor Chikasiko versammeln wir uns alle auf dem "Parkplatz". Und tatsächlich, Boswell zieht durch den Wald, zeigt aber keine Tricks. Der Anblick der Elefanten im Wald ist dennoch wunderschön. Während die Elefanten im Wald die meisten Blicke auf sich ziehen, spielt sich neben uns eine zauberhafte Szene ab. Die Abendsonne taucht den Wald in ein unwirkliches, goldenes Licht. Ein paar Waterbucks ziehen vorbei und die Kulisse wirkt wie im Märchen.

Als das Licht schwindet, wird es Zeit, zur Campsite zurückzukehren. Wir beobachten noch den Sonnenuntergang und lassen den Abend ausklingen. Unser Toastbrot ist leider verschimmelt, ich backe also über dem Feuer noch für das Frühstück am nächsten Morgen.


















Letzte Änderung: 15 Apr 2026 08:34 von Akane.
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12 Apr 2026 12:56 #723666
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Mana Pools - Date Night

Am nächsten Morgen sind wir ein bisschen spät dran und kommen erst gegen 6:30 in Long Pool an. Es ist relativ ruhig, und wir nehmen uns vor, am nächsten Tag etwas früher herzukommen.









Den Tag gehen wir gemächlich an. Wir fahren ein paar neue Strecken ab und tauschen uns unterwegs mit anderen Reisenden/Suchenden aus. Eine der Hauptattraktionen in Mana Pools sind neben den Elefanten Wild Dogs - jedoch hat sie seit Tagen niemand gesehen, sie scheinen in die privaten Concessions gezogen zu sein.

Heute ist ein ruhiger Tag, wir verbringen viel Zeit im Camp, kümmern uns um Backups von unseren Fotos und loungen in unserem Camper, der für solche Tage einfach perfekt ist.







Nachmittags brechen wir zum Afternoon Drive auf und beschließen, nochmal die Gegend um Mucheni abzusuchen. Wir können einfach nicht glauben, dass die Löwen tagelang in der Gegend sind, und wir sie immer wieder verpassen. Zunächst scheinen wir wieder kein Glück zu haben. Aus einem Impuls heraus beschließen wir, uns nochmal die Stelle anzufahren, an der wir Boswell am ersten Tag gesehen hatten. Hier führt eine Sackgasse eigentlich nur noch zu Mucheni 1, aber wir schauen trotzdem mal vorbei. Und dann entdecken wir plötzlich eine Löwenmähne im Gebüsch. Ein paar Meter weiter liegt eine Löwin, es sind die mating lions, die hier seit Tagen gesichtet wurden. Es ist kompletter Zufall, dass wir sie finden. Von den Campsites sieht man sie nicht, und da hier keine richtige Straße entlangführt, kommt man normalerweise auch nicht einfach so vorbei. Wir sind lange das einzige Fahrzeug, bis wir ein anderes Fahrzeug herbeiwinken und sie auf die Löwen aufmerksam machen.

Die Löwen lassen sich bei ihrer Date Night nicht von uns stören. Für uns ist es das erste Mal, dass wir Löwen bei der Paarung sehen. Die Löwin steht auf und nähert sich dem Löwen an. Sie bestimmt genau, wann und wie lange es an der Zeit ist, und sobald der Akt verrichtet ist, lässt sich sich mit einer dramatisch anmutenden Art ins Gebüsch fallen.





























Da der Löwe keine Aufmerksamkeit mehr von seiner Partnerin bekommt und die Date Night erstmal vorbei ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als den rest des Abends als der schönste Löwe von Mana Pools im Abendlicht zu posieren. Wir haben ja schon viele Löwen gesehen, aber in diesem Licht ist dieses Exemplar wirklich besonders schön, wenn nicht einer der schönsten Löwen. Ich kann mich gar nicht an ihm sattsehen. Auch jetzt finde ich ein Foto schöner als das andere. Wir wussten es an diesem Abend noch nicht, aber ab diesem Zeitpunkt sollte unsere Reise in einen löwenlastigen Trip umschlagen.






















Im letzten Licht erreichen wir unser Camp als gerade ein mini kleiner Elefant mit seiner Mama die Campsite passiert.




Letzte Änderung: 12 Apr 2026 13:02 von Akane.
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12 Apr 2026 14:44 #723672
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Mana Pools - Breakfast Buffet und Spurensuche


Am nächsten Morgen starten wir früher zu Long Pool, und siehe da - es ist einiges Los. Wir sind fasziniert von den verschiedenen Tieren, die miteinander interagieren und sich am Buffet in Long Pool bedienen. Krokodile schnappen nach Fischen im Wasser, verschiedene Vögel fischen auf den Rücken der Hippos nach ihrem Frühstück, und wir lernen eine andere Seite der kleinen, süßen Kingfisher kennen.



















Die Kingfisher haben wir bisher nur dekorativ auf Ästen sitzen sehen, hier werden sie aber ihrem Namen gerecht und fischen. Was danach passiert, kennen wir noch nicht: ein Kingfisher zieht sich mit seinem Fang auf einen Baum zurück, und beginnt, den gefühlt für ihn viel zu großen Fisch mit ziemlich viel Schwung immer und immer wieder gegen den Baum zu schlagen. Es mutet ganz schön brutal an, das hätten wir dem Kleinen gar nicht zugetraut. Der Fisch zappelt noch eine Weile, bis er wortwörtlich erschlagen ist und der Kingfisher sich an den Verzehr macht. Wir haben Respekt vor ihm - das muss schließlich ziemlich anstrengend gewesen sein.










Wir verabschieden uns dann von der Old BBC Site, die wirklich sehr schön und empfehlenswert ist. Unsere nächste Nacht verbringen wir wieder in Nyamepi.







Wie gewohnt fahren wir erstmal wieder zur Rezeption. Hier erfahren wir vom Ranger, dass die Wild Dogs wohl weg vom Zambesi in Richtung Ingwe Camp gezogen sind und am Chiruwe River gesichtet worden. Man könne wohl an der Straße parken und einige Kilometer zum Fluss wandern. Er zeigt uns die Stelle auf der Karte und misst sogar die Entfernungen für uns aus. Wir zweifeln zwar daran, dass wir eine Wanderung durch den Bush unternehmen werden, beschließen aber trotzdem, Richtung Ingwe zu fahren.

Die Strecke dorthin ist wenig befahren - wenn man nicht im Camp übernachtet, verirrt man sich nicht dorthin. An der Abzweigung zu Ingwe bitte ich Martin, nach ein paar Metern nochmal zur Kreuzung zurückzukehren. Ich habe Spuren gesehen, die ich mir mal anschauen möchte. Man muss dazu sagen, dass wir vom Spurenlesen sehr wenig Ahnung haben, weil wir es einfach noch nicht so oft gemacht haben. Nicht jede Straße bietet sich dafür an, aber sandige Wege sind dankbar, einfach weil man überhaupt mal Spuren sieht. Meistens sind es natürlich irgendwelche Antilopen, diesmal werde ich aber stutzig. Mir sind kurz vor dem Abbiegen viele kleine Spuren aufgefallen, sie sahen nicht nach Huftieren aus.

Ich steige aus und begutachte die Szene. Ich habe aber nur einen Verdacht und traue mich fast gar nicht, diesen auszusprechen, weil ich wie gesagt ein ziemlicher Newbie im Spurenlesen bin. Ich rufe Martin, er soll sich das auch mal ansehen. Nicht, dass er viel mehr Erfahrung im Spurenlesen hätte als ich - schließlich sind wir ja immer gemeinsam auf Safari. Aber Martin ist mit Hunden aufgewachsen, und attestiert: das sind Spuren von Hundepfoten.

Die Spuren gehen eindeutig weg von der Abzweigung nach Ingwe und führen auf die Middle Ranger Road. Sie sehen frisch aus, und so beschließen wir, der Straße zu folgen und zu schauen, was passiert. Die Middle Ranger Road ist wahrscheinlich extrem wenig befahren - hier gibt es ja eigentlich nichts, und sie ist ziemlich weit ab vom Schuss. Wir folgen der Straße ziemlich lange, kreuzen trockene Flüsse und fahren quasi über Stock und Stein. Die Spuren nehmen kein Ende, hier ist eindeutig ein Wild Dog Pack unterwegs gewesen. Wir sind schon ziemlich nah an der Middle Ranger Station, als wir die Spuren nach einem weiteren Flussbett Crossing nicht mehr wieder finden. Uns war klar, dass die Wildhunde natürlich jeder Zeit einfach in den Bush abbiegen könnten und wir dann keine Chance mehr hätten, sie zu finden, und so war es dann auch.







Wir beschließen, umzukehren, und treffen an der Kreuzung von Ingwe ein Auto mit Rangern von der Painted Dog Conservation. Auch sie sind auf der Suche nach den Wild Dogs. Wir erzählen ihnen, dass wir lange den Spuren gefolgt seien, und sie sind etwas ungläubig, schließlich hätte dieses Pack Welpen dabei, und es wäre sehr ungewöhnlich, dass sie so weite Strecken laufen. Als wir ihnen die Fotos von den Spuren zeigen, bestätigen sie aber, dass es dieses Pack ist - man sieht auf einigen Fotos sogar die kleinen Tracks der Welpen. Unsere Wege trennen sich. Wir werden die Ranger später nochmal treffen, und es bleibt dabei, dass in diesen Tagen niemand die Wild Dogs findet.


Wir finden es ein bisschen schade, dass es nicht geklappt hat. Schließlich hatten wir nur in Sabi Sabi das Glück, Wildhunde zu sehen. Damals war es unsere zweite Safari, und ahnungslos wie wir waren, wussten wir damals noch nicht, wie selten man diese tollen Tiere zu Gesicht bekommt. Dennoch sind wir zufrieden, dass wir den Versuch unternommen haben, und es war spannend, die Spuren zu finden und ihnen zu folgen. Nun haben wir einen guten Grund, Mana Pools erneut zu besuchen - vielleicht wird es ein anderes Mal mit den Wild Dogs klappen.

Zurück in Nyamepi steuern wir die von uns gebuchte Campsite #27 an, die uns jedoch überhaupt nicht gefällt. Es gibt auch keinen Schatten. Kurzerhand fahren wir zur Rezeption, um uns zu erkundigen, welche Alternative frei ist. Der Ranger ist nicht mehr im Dienst, und seine Kollegin kann leider - wie sich später herausstellt - nicht mit dem Computer umgehen. Wir sollen uns einfach irgendwo, wo frei ist, hinstellen. Als wir die Rezeption verlassen wollen, wird es busy - das erste Mal kommt ein Gefühl von Trubel auf. Es kommen viele neue Fahrzeuge zum Check-in an. Während wir kurz noch das Wifi an der Rezeption nutzen, erfahren wir, dass ein englisches Paar die Reservierung für Chitake Baobab am nächsten Tag gegen Nyamepi tauschen möchte und kommen auf eine Idee.

Bevor sich diese manifestiert, verbringen wir aber noch einen schönen Abend um Nyamepi herum. Bei der Auswahl der neuen Campsite hatten wir natürlich ein bisschen Pech - genau die "freie" Campsite wurde kurz nach unserer Ankunft von einer Gruppe Südafrikanern angesteuert. Wir ziehen nochmal um und landen dann auf der #9, die wir ebenfalls empfehlen können.





















Nach dem Afternoon Drive kochen wir ein Beef Stew mit den letzten Resten einer wirklich leckeren Curry Mischung aus Zanzibar.





Dann machen wir etwas absolut blödes (ja, schon wieder!). Wir lassen das restliche Stew weiter auf dem Feuer kochen, und gehen schon mal in die Ablution Blöcke, um uns bettfertig zu machen. Gusseiserner Topf mit Deckel auf dem Feuer, was soll da schon passieren! Fragt mal die Hyäne, die Curry Mischung aus Zanzibar auch gut findet. Als wir zurückkommen, sehen wir den Deckel auf dem Boden liegen - vom Täter gibt es nur Fußspuren. Glücklicherweise ist dem Stew nichts passiert. Wie die Hyäne den Deckel überhaupt abbekommen hat, ist mir ein Rätsel. In unserer Vorstellung wird sie gemerkt haben, dass Gusseisen und Hitze keine sehr angenehme Kombination ist. Der heiße Deckel fällt zu Boden, die Hyäne haut ab. Wir hoffen, dass sie sich nicht verbrannt hat, und dass beide Parteien ihre Lektion gelernt haben. Wir werden in der Wildnis jedenfalls kein Essen mehr unbeaufsichtigt lassen!
Letzte Änderung: 15 Apr 2026 08:38 von Akane.
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16 Apr 2026 11:41 #723947
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Etappe 9 - Chitake Springs

Nach 5 Nächten in Mana Pools beschließen wir am Morgen, keine weitere Nacht in Nyamepi zu bleiben, sondern einen Tag früher nach Chitake Springs aufzubrechen. Da wir mitbekommen haben, dass die Baobab Campsite für heute frei ist, machen wir einen letzten Game Drive und brechen dann in Richtung Chitake auf. Logistisch ist es empfehlenswert, erst Mana Pools und dann Chitake Springs anzufahren, da die Ausfahrt aus dem Park dann deutlich kürzer ist.

Für unseren Game Drive schauen wir mal wieder bei Mucheni vorbei, und siehe da - diesmal liegt ein Rudel Löwen direkt am Rand der Mucheni 2 Campsite. Wir beobachten die Löwen eine Weile von der Straße aus, einige Fahrzeuge fahren aber auf die Campsite, um eine bessere Sicht zu haben. Das ist eigentlich ein No-Go, und die Gäste der Campsite fahren kurz darauf vor, um die Fahrzeuge zu bitten, die Campsite zu verlassen. Auch wir sind keine Fans davon, wenn gebuchte Campsites von anderen Fahrzeugen aufgesucht werden - auf der Old BBC Campsite hatten wir sogar ungebetenen Besuch von einem Tour-Fahrzeug, das zum Sundowner auf die Campsite gekommen war. Wenn sich ein Fahrzeug mal auf eine Campsite verirrt oder einfach mal einen kurzen Blick werfen möchte, finden wir das aber völlig in Ordnung, solange ein rücksichtsvoller Umgang herrscht.

Wir beobachten die Löwinnen noch ein bisschen und fahren dann in Richtung Hauptstraße. Obwohl es mit den Wild Dogs nicht geklappt hat, haben wir das Gefühl, dass wir alles "erledigt" haben - das Highlight für uns bleiben die Elefanten von Mana Pools vor der wunderbaren Kulisse, die dieser Park bietet.













Nun sind wir aber gespannt auf Chitake Springs. Wir haben vorab gemischte Meinungen über die Campsites gelesen. Chitake Baobab wird gemeinhin als Overflow Campsite gehandelt, und Chitake 2 - unsere Campsite für 2 Nächte - hat den Ruf, die schlechtesten Views zu haben. Als Premium Campsite wird Chitake 1 gehandelt. Diese gilt als die schönste, aber auch teuerste der Chitake Sites.

Wir brettern über die Hauptstraße und fahren dann vorbei am zweiten Gate in Richtung Chitake Springs. Weil wir nicht wissen, ob die Campsite uns überhaupt gefällt, steuern wir die Campsite direkt an ohne einen Stopp beim bekannten Fig Tree einzulegen. Oben angekommen stellen wir fest, dass die Campsite wunderschön ist. Sie liegt abgelegen von der Spring auf einer Anhöhe und bietet einen tollen Ausblick, die Baobabs sorgen zusätzlich für eine besondere Atmosphäre. Dass die Campsite als Overflow Site gehandelt wird, liegt wohl daran, dass sie weiter weg vom Geschehen ist, und dass es keinerlei Facilities - nicht mal eine Long Drop - gibt.














Da es uns gut gefällt, beschließen wir, hier zu bleiben. Nun setzt aber ein Dilemma ein. Wir wissen ja nur informell, dass Chitake Baobab für heute frei ist, sind aber offiziell auf Nyamepi gebucht. Natürlich könnten wir einfach dort bleiben, ich werde aber unruhig und fühle mich ein bisschen gestresst. Was, wenn die Mieter doch beschließen, zu kommen statt wie geplant in Nyamepi zu bleiben? Oder jemand anderes die Campsite spontan bucht. Blöd natürlich, dass wir mit den anderen Reisen nicht einfach offiziell getauscht haben. Für peace of mind frage ich Martin, ob wir zum Zwischengate zurückfahren können, um dort unseren Wechsel offiziell zu machen. Die Fahrt dauert nur ca. 30 Minuten, aber das hätten wir natürlich in einem Abwasch auf dem Hinweg erledigen können.

Am Gate angekommen erkläre ich die Situation, nach einem kurzen Telefonat mit der Nyamepi Rezeption ist der Tausch bestätigt, und wir bezahlen artig das Upgrade von Nyamepi auf Chitake bar am Gate. Wahrscheinlich hätten wir das gar nicht machen müssen, aber ich merke direkt, dass ich viel entspannter mit der offiziellen Lösung bin.

Und so beginnt der Chitake Teil unserer Reise.


Letzte Änderung: 16 Apr 2026 11:46 von Akane.
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16 Apr 2026 15:15 #723956
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Safari: Chitake-Style

Safari in Chitake funktioniert etwas anders, als im sonstigen Teil von Mana Pools. Hier gibt es keine Game Drives. Die Hauptattraktion besteht darin, zu Fig Tree zu fahren, und dann an der Quelle zu sitzen und darauf zu warten, dass etwas passiert. Lange war diese Stelle die einzige Frischwasserstelle weit und breit, und die natürliche Lage im Hang in Kombination mit der einzigen Wasserquelle sorgte für viele dramatische Szenen. Inzwischen gibt es bei diversen Lodges künstliche Wasserlöcher, was sich auch auf die Chitake Experience auswirkt, dennoch hat man hier die Chance, ein besonderes Schauspiel zu beobachten.

Nachdem wir also offiziell auf der Chitake Baobab Campsite eingezogen sind, fahren auch wir runter zu Fig Tree, dem großen Feigenbaum mit Blick auf Chitake Springs. Wir bauen unsere Camping Stühle auf und sehen uns um. Chitake ist heute ausgebucht: zu uns gesellen sich eine Gruppe von 3 Franzosen mit ihrem Tour Guide, eine südafrikanische Familie, und ein französisches Paar, ebenfalls mit Guide. Eine weitere Gruppe - die Bewohner von Chitake 2 - zieht ohne Guide durch den Busch. Die anwesenden Guides schütteln den Kopf über diese Leichtsinnigkeit.

Es scheint ein ruhiger Nachmittag am Fig Tree zu sein, bis einer der Guides uns auf die Löwen aufmerksam macht. Wir sind überrascht, denn wir hatten überhaupt nicht gemerkt, dass sie sich aus verschiedenen Richtungen der Quelle angenähert haben. Mit geübtem Auge - oder den entsprechenden Hinweisen der Guides - entdeckt man aber, dass sich dort ziemlich viele Löwen versteckt halten. Die Chitake Pride ist berüchtigt dafür, an der Quelle zu lauern und zu warten, bis durstige Tiere nicht anders können, als sich trotz der Gefahr an die Quelle zu trauen.

In der langsam einsetzenden Dämmerung werden die Löwen aktiver, aber die Zeit läuft gegen uns. Leider müssen wir bald aufbrechen, bevor wir aber los müssen, kommen einige Löwen selbst zum Trinken ans Wasser.







Dann ist es auch schon an der Zeit, zurück zur Campsite zu fahren. Wir richten uns ein, machen ein Feuer und Abendessen. Als wir uns zum Essen an den Tisch setzen, erblicken wir neugierige Augen in der Nähe. 3 Hyänen haben uns entdeckt und sind hoffnungsvoll, zum Abendessen eingeladen zu werden. Wir vertreiben sie relativ einfach mithilfe unserer Taschenlampen. Martin scherzt, ob die Hyänen schlau genug sind, um nicht immer aus der gleichen Richtung angelaufen zu kommen. Wenige Minuten später stellen wir fest: ja, sind sie. Zu dritt beschließen sie, unsere Campsite zu umkreisen, und ein bisschen mulmig ist uns schon, als sie aus verschiedenen Richtungen kommen. So langsam haben wir den Dreh mit den Do's and Don'ts mit den Hyänen aber raus, und dieses Mal gehen sie leer aus. Wir wissen nicht genau, ob es jetzt eigentlich 1:2, oder doch 3:0 für uns steht, sind aber froh, dass es keinen weiteren Zwischenfall gibt.
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25 Apr 2026 13:21 #724434
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Frühstück für Löwen

Nachdem wir einen wirklich schönen Abend auf der Baobab Campsite verbracht haben, brechen wir am Morgen früh auf und fahren runter zum Fig Tree. Zunächst scheint wenig los zu sein, mit den ersten Sonnenstrahlen finden sich aber die ersten Tiere am Hang ein. Zaghaft laufen sie zum Wasser, aber mit Ausnahme der Baboons scheinen alle angespannt zu sein. Kein Wunder! Denn hier lauern Löwen - und zwar überall! Sie tauchen nahezu unbemerkt auf und platzieren sich auf jeder Seite des Hanges. Gefühlt könnte hinter jedem Baum und Strauch ein Löwe liegen, und tatsächlich sind wir überrascht, wie viele wir entdecken. Sie sind nicht besonders aktiv, ab und zu kommen aber einige Löwinnen zum Wasser, um sich dann wieder in den Sträuchern hinzulegen.































Wir sind sehr zufrieden mit der Löwen-Ausbeute des Morgens, beobachten die Baboons, die im Feigenbaum immer eine gute Show abliefern, und freuen uns besonders über Lilian's Lovebirds, die in großen Schwärmen immer wieder zum Wasser kommen.

Die Löwen ändern ab und zu ihre Position, aber alles sieht nach einem ruhigen Vormittag aus, und wir beschließen nach ein Paar Stunden, zurück zur Campsite zu fahren und ein ordentliches Frühstück zu machen. Die kühleren Morgenstunden, in denen die Tiere vermeintlich aktiver sind, sind immerhin vorbei, und wir freuen uns auf eine gemütliche Zeit auf der Campsite. Wie sich herausstellen wird, sollten wir nicht die einzigen bleiben, die ein großes Frühstück im Sinn hatten.

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