THEMA: Corona - Simbabwe
06 Apr 2020 22:04 #585582
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  • BikeAfrica am 06 Apr 2020 22:04
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GinaChris schrieb:
Ein Covid-19-Ausbruch wird Simbabwe vernichten
ein lesenswerter Artikel über die Zustände im Land > www.dailymaverick.co...crises-to-deal-with/

… der verlinkte Artikel war schon ziemlich krass, wie ich finde.
Bei WorldOmeters ändern sich seitdem die Fallzahlen quasi nicht. Irgendwas stimmt da meines Erachtens nicht. Entweder kommen die Erkrankten gar nicht bis zu einem Krankenhaus oder als Todesursache werden vielleicht andere Dinge eingetragen oder es wird schlichtweg nicht gemeldet. Eine Weile kann man solche Sachen vertuschen, aber irgendwann wird es nicht mehr klappen.
Und dass ausgerechnet Zimbabwe die Krankheit so schnell eindämmen konnte … da glaube ich doch eher wieder an den Osterhasen.

Gibt es neue Infos zu den Verhältnissen im Land?

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Letzte Änderung: 06 Apr 2020 22:05 von BikeAfrica.
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07 Apr 2020 07:35 #585610
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  • travelNAMIBIA am 07 Apr 2020 07:35
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Hi Wolfgang,

wer nicht testet, der findet auch nichts. Ich vermute, dass das der Grund für kaum neue bzw. überhaupt Zahlen ist. Burundi hat auch bis vor einigen Tagen schlichtweg nicht getestet... angeblich, damit die Bevölkerung nicht beunruhigt wird...
Aktuell z. B. zum Thema ZIM und Corona: allafrica.com/stories/202004060116.html

Viele Grüße
Christian
Aktuelle Einreiseregelungen für Namibia bis 15. Oktober 2021: (1) PCR-Test nicht älter als 7 Tage von Abstrich bis Einreise für alle Reisenden, (2) Ausfüllen von zwei medizinischen Einreiseformularen (in 99,99% wird nur die "Surveillance Form" verlangt) (3) Ausfüllen des normalen Einreiseformulars, (4) Nachweis einer Versicherung zur Behandlung einer COVID19-Erkrankung (wird meist verlangt)
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07 Apr 2020 08:17 #585617
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  • Maputo am 07 Apr 2020 08:17
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In einem Land, wo die Menschen Maiskörner sammeln ,die von irgendeinem LKW gefallen sind, damit sie nicht verhungern, ist das Gesundheitswesen in der Regel nicht sehr, oder besser, überhaupt nicht ausgeprägt.

Wer das Virus hat und einen schweren Verlauf entwickelt stirbt einfach daran, irgendwo anonym in einer Hütte. Vorher hat er wahrscheinlich noch zig anderen angesteckt. Auf einem Kontinent, wo jeden Tag 3000 Kinder an Malaria und anderen Krankheiten sterben ist Corona einfach eine Krankheit mehr... Darüber berichtet die Presse nie, im Moment schon gar nicht, weil die Leute mit täglichen Fallzahlen in unseren Breiten zugemüllt werden.

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07 Apr 2020 08:36 #585620
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  • GinaChris am 07 Apr 2020 08:36
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Hi Wolfgang,

ich teile Christians Meinung;
wer bei einer Bevölkerungszahl von über 17 Mio gerade mal 371 Menschen testet, wird wenig finden!
www.covidzw.info/ind..._vFnJfq5GcVYs75P7ZQ8

Lokale Medien berichten zudem über einen Mangel an verfügbaren Tests,
über das Nichtanwenden von Schutzmaßnahmen selbst bei der Exekutive,
über neuerliche Polizeigewalt, und über Verhaftungen von Journalisten die kritisch über die Missstände berichten.
Auch Moneyweb schreibt dazu heute etwas: www.moneyweb.co.za/n...irus-zimbabwe-style/

Gruß Gina
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07 Apr 2020 09:47 #585625
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  • BikeAfrica am 06 Apr 2020 22:04
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Maputo schrieb:
In einem Land, wo die Menschen Maiskörner sammeln ,die von irgendeinem LKW gefallen sind, damit sie nicht verhungern, ist das Gesundheitswesen in der Regel nicht sehr, oder besser, überhaupt nicht ausgeprägt.

… und dann muss die Regierung das natürlich irgendwie vertuschen, so lange es geht. Wenn die vorher ihr landesweites Corona-Behandlungszentrum mit 35 Betten (stand -glaube ich so- in Ginas verlinktem Bericht) bewerben, dann können die natürlich nicht nach drei Tagen schon um die Ecke biegen und sagen, dass das vorne und hinten nicht ausreicht.

Ich war damals ein paar Monate nach Beginn der Inflation in Zimbabwe und war beeindruckt von der Lebensfreude und dem Humor der Menschen dort, obwohl es ihnen so schlecht ging. Jetzt kommt es wohl noch schlimmer.

Gruß
Wolfgang
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07 Apr 2020 10:24 #585628
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Corona und Zimbabwe, vielleicht kommt es nicht so schlimm, wie wir alle denken. Immerhin ist der Anteil der +65jährigen relativ klein und wenn es die Kinder betrifft, sind die Verläufe meistens mild. Primärerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Problematik gibt es viel weniger als bei uns (sie sind ja meistens auch nicht übergewichtig...) Nach wie vor streben am meisten Zimbos an der Malaria.
Unsere Freunde in Manicaland sind allerdings im Panikmodus. Sie denken, dass es sich mit Corona gleich verhält wie mit Ebola; einmal angesteckt schon bald gestorben. Wir mussten da einiges an Informationen liefern, wie die richtigen Fallzahlen sind. Und sie halten sich nun daran, zu Hause zu bleiben, leben von dem, was auf den Feldern gerade erntereif ist. Immerhin haben sie einen guten Vorrat an mealie-meal angelegt. Und sie waschen sich immer die Hände mit Seife, wenn sie von der Wasserpumpe zurück sind.

Noch ein Wort zum Thema Beatmungsgeräte: viele zu haben steht immer im Vordergrund, weltweit. Nur ist hier die Herausforderung, genügend Fachpersonal zu haben. Und die Pflegefachpersonen mit Intensivpflegeausbildung sind leider eher dünn gesät. So eine Maschine zu bedienen ist kein Kinderspiel, verlangt einer Fachperson viel ab. Und wenn man weiss, wieviel Gesundheitspersonal von Zim ins Ausland abgewandert ist, kann ich mir gut vorstellen, dass es fast kein solches Personal im Land mehr hat. Für grosse Operationen fahren/fliegen sie nach Südafrika oder Indien oder sterben zu Hause. Das haben unsere Freunde uns so erzählt.
Herzlich, Manaslu
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