THEMA: Kurztrip nach ZIM - November 2016
26 Feb 2017 17:45 #465780
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  • leofant am 26 Feb 2017 17:45
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Hallo Elisabeth,

ich weiss, ich habe lange ausgesetzt, aber in den letzten zwei Tagen konnte ich die paar Zeilen endlich "zu Papier" bringen.
Das ist Schade, dass Deine Erinnerungen ans Lifestyle Camp eher schlecht sind, denn ich finde, die Lage ist wirklich gut.
Aber zu einem schönen Aufenthalt gehört nun mal mehr, diese Erfahrung haben wir in der Vergangeheit in dem einen oder
anderen Camp auch schon gemacht. Wann warst Du dort? Das würde mich sehr interessieren, denn ich möchte Deinen Eindruck "an geeigneter Stelle" vortragen.

So, dann kommt hier der Rest der Geschichte.
Ich wünsche allen Lesern einen schönen Restsonntag und natürlich angenehme neue Woche :)
Viele Grüsse
Walter

Freitag 18.11.2016

Nach dem Lunch duschen wir, dann lege ich mich auf ein Sofa direkt auf dem Viewing Deck, im Zelt ist es für ein Mittagsschläfchen einfach zu heiss. Am frühen Nachmittag übe ich noch ein wenig „Vögel im Flug fotografieren“. Das bietet sich hier an der Wasserstelle an, aber leider bräuchte ich jetzt ein 500mm oder 600mm Objektiv, um einigermassen gute Bilder zu machen. Ich mache trotzdem weiter, auch wenn ich beim Fotografieren in eine leicht depressive Stimmung verfalle :S :S
Nicht nur die Tauben fliegen hier äusserst knapp über die Wasseroberfläche um während des Fluges zu trinken oder Insekten zu jagen, auch White-fronted und Carmine Bee-eater, Fork-tailed Drongos, Starlings, Broad-billed Roller und sogar ein Sparrow Hawk lassen sich sehen. Als wäre das nicht genug, höre ich plötzlich einen unbekannten Pfiff und dann tauchen für wenige Sekunden zwei Turacos auf, die jedoch sofort im dichten Blätterdach eines Baumes verschwinden. Ich hätte richtig viel Spass beim Fotografieren gehabt – mit der richtigen Linse. Ich habe trotzdem ein paar Beispiele hier eingestellt, damit man einen Eindruck davon bekommt, warum ich gerade "herumheule".









Dann gibt gibt es Kaffee / Tee und Kuchen für uns, bevor zur Aktivität am Nachmittag aufbrechen. Nachdem wir am Vormittag viel Zeit im Auto verbracht haben, sind wir jetzt für einen Bushwalk bereit. Unterwegs sehen wir nicht wirklich viele Tiere, aber das kennen wir ja schon. Wir stoppen irgendwann am Waldrand und laufen im Schatten der Bäume. Es ist selbst um 17:00 noch gnadenlos heiss, deshalb haben wir heute unsere Wasserbehälter dabei. Irgendwann finden wir die Reste eines Impalas. Bono ist interessiert, er kniet sich hin und untersucht den Kopf genauer. „Schaut her, seht ihr das Einschussloch? Das waren Wilderer!“ „Wieso schiessen Wilderer Impalas?“ frage ich. „Nun, sie waren garantiert hinter anderem Wild her, das Impalafleisch war für sie nur Nahrung.“ Hmmm… vielleicht ist das ja ein Grund, warum selbst die Antilopen in dieser Gegend ziemlich scheu sind. Wir laufen weiter, Bono findet Leopardenspuren und einen Pavianschädel. Der Affe war zur falschen Zeit am falschen Ort, der Leo hat dieses Angebot dankend angenommen. Der Rest des Paviankörpers ist nicht zu entdecken. Wir wandern noch ein Stück durch den Wald, aber ausser einigen (lebendigen) Impalas gibt es nichts aufzuspüren. Als Bono wieder Richtung Fahrzeug marschiert sind wir dankbar, denn in der Dämmerung attackieren uns jetzt die Moskitos.





Gegen 18:30 erreichen wir Kanga. Wir haben noch Zeit für eine Dusche, dann holt uns Bono zum Sundowner ab. Jetzt treffen wir auch das Hochzeitspaar wieder, sie sind inzwischen ebenfalls vom Zambezi nach Kanga gekommen. Ausserdem treffen wir jetzt „unseren“ Piloten. Er hat uns bereits von Somalisa zu den Mana Pools geflogen und wird uns auch morgen wieder zurück bringen. Um 19:30 sitzen wir am langen Tisch und geniessen ein letztes Mal unser Dinner und den guten südafrikanischen Rotwein, schade, dass wir morgen schon wieder in Richtung Botswana starten müssen. Damit es uns auch wirklich schwerfällt, hat sich Mutter Natur für diesen Abend noch etwas Action ausgedacht.

Wir sitzen nach dem Essen noch auf dem Viewing Deck, während die Guides mit den Scheinwerfern die Wasserstelle ableuchten, denn einige Wolken sind aufgezogen und es ist ziemlich finster. Wir sehen die Silhouetten einiger Büffel, ein Stück weiter eine Kuduherde. Die Kudus schnauben plötzlich und rennen davon. Im Licht des Scheinwerfers sehen wir zwei Leoparden ans Wasser kommen. Leider sind sie zu weit weg für ein akzeptables Bild. Die Leos trinken und verschwinden wieder. Etwa 10 Minuten später erfasst das Scheinwerferlicht eine kleinere Katze, die aber gleich wieder verschwindet. Laut Bono könnte es eine Genet (Ginsterkatze) gewesen sein. Kurze Zeit darauf kommt der nächste Leopard ans Ufer. Während er noch trinkt erscheinen vier Hyänen, die sich sofort mit der Raubkatze anlegen. Dem Leo ist ein Kampf wohl viel zu riskant, denn er lässt sich widerstandslos vom Wasserloch vertreiben. Keine schlechte Vorstellung für den letzten Abend! Der einzige Wermutstropfen: Das alles geschah am anderen Ende des Wasserlochs im schwachen Scheinwerferlicht. Natürlich hätte ich diese Situationen liebend gerne bei gutem Fotolicht gehabt, aber ich weiss, ich weiss. Ich sollte nicht undankbar sein, sondern mich freuen, dass ich überhaupt so etwas in einer kurzen Zeitspanne erleben durfte. OK! Ich freu mich jetzt … aber irgendwie wäre es trotzdem schön gewesen, wenn … :dry:

Samstag 19.11.2016

Ein letztes Mal lassen wir uns von den Vögeln wecken, packen unsere Sachen zusammen und kommen um 05:45 zum Frühstück. Die Zikaden tun ihr Bestes, damit wir sie in Erinnerung behalten, am Wasserloch schwirren ein paar Vögel herum, sonst ist es ruhig. Wir holen uns einen Kaffee, setzen uns auf ein Sofa und relaxen. Eine Viertelstunde später erscheinen auch der Pilot und Bono. Wir ordern Ei, Speck und Bohnen, wie sich das für ein Buschfrühstück gehört. Gegen 07:00 wird unser Gepäck im Auto verstaut, wir machen ein paar Abschiedsbilder mit der Managerin Ruth, Guide Bono und dem Piloten (den wir sehr mögen), verabschieden uns von der Staff und verlassen etwas wehmütig das Kanga Camp.

Auf unserer Fahrt durch den Wald huschen noch einmal die Crested Guineafowls durch die Büsche, aber selbstverständlich lassen sie auch heute früh keine akzeptablen Bilder zu :evil: Um 07:30 haben wir den Airstrip erreicht. Während unser Pilot die Maschine startklar macht, hören wir ganz in der Nähe eine Hyäne rufen. Ach, wie gerne würde ich jetzt zu Bono sagen: „Los, lass uns schauen, was die Hyäne vorhat!“, aber leider lässt das der Flugplan nicht zu. 15 Minuten später wird es Zeit, sich von unserem „Aufpasser“ zu verabschieden. Mach´s gut, Bono, wir hatten eine schöne Zeit mit dir und es war keine Minute langweilig. Du hast es mit Leichtigkeit in die Kategorie „mit dem möchten wir in Zukunft noch mal unterwegs sein“ geschafft, ich hoffe, wir sehen uns mal wieder.



Der Motor wird gestartet, die Cessna rollt zum Anfang der Piste, ein letzter kurzer Funktionscheck und los geht´s! Ein letztes Mal können wir Bono zuwinken, wir brauchen nicht lange und das kleine Flugzeug hebt ab und gewinnt schnell an Höhe. Schon 10 Minuten später überfliegen wir eine Bergkette, nach 20 Minuten liegt das Städtchen Kariba vor uns.









Wir gehen in den Sinkflug über, nähern uns der Piste des „Kariba International Airport“ und landen sanft um 08:15. Ich schaue mich um, wir sind die einzige Maschine auf dem Airport. Der Pilot steuert die Maschine an den Rand zu einer Tankstelle. Dort stoppen wir und steigen aus. Was jetzt folgt ist eine für uns etwas ungewöhnliche Art der Flugzeugbetankung. Die Zapfsäulen sind nämlich ausser Betrieb. Während wir zum Flughafengebäude geführt werden, kommt der Tankwart mit einem zweiachsigen Tankwagen angelaufen, den er hinter sich herzieht. Er stoppt neben der Cessna. Eine Trittleiter wird aufgestellt, dann holt er einen durchsichtigen 5-Liter Kanister hervor, mit dem er den Sprit aus dem Tankwagen holt, die Leiter hinaufklettert und das Benzin in den Flügeltank kippt. Das alles geschieht unter der strengen Aufsicht unseres Piloten. Der Vorgang wiederholt sich immer wieder, aber immerhin ist der Tankvorgang nach 30 Minuten abgeschlossen. Jetzt dürfen wir einsteigen und kurze Zeit später heben wir ab.



Wie schon auf dem Hinflug überqueren wir den Rand des wunderbar blauen Karibasees, erkennen eine Fischzuchtfarm mitten im Wasser, bevor wir die Küstenlinie ein paar Minuten später hinter uns lassen. Unter uns gleitet die Landschaft vorbei. Erst trockenes, gelbbraunes Land, dann, dort wo die Felder sind, ein schachbrettartiges Muster. Unterbrochen wird die Szenerie hin und wieder durch einige zerklüftete Bergketten.









Um 10:15 haben wir den Somalisa Airstrip erreicht. Hier steigen noch zwei weitere Passagiere zu, bevor wir zu unserer letzten Etappe aufbrechen. Gegen 11:00 landen wir bei schönem Wetter in Victoria Falls. Vor dem Airport werden wir schon von unserem „alten Bekannten“ Fortune erwartet, der uns heute wieder nach Kazungula zur Grenzstation fährt. Natürlich wird auch diese Fahrt – wie zuvor schon die Hinfahrt - sehr kurzweilig. Wir verabschieden uns von Fortune, steigen in ein Safarifahrzeug, erledigen in Rekordgeschwindigkeit die Grenzformalitäten auf botswanischer Seite und schon bald sind wir an unserem Ausgangspunkt in Kasane angekommen.

Auf der einen Seite freuen wir uns, wieder in vertrauter Umgebung zu sein, auf der anderen Seite ging die Zeit in Zimbabwe viel zu schnell vorbei. Schade eigentlich! Zum Glück haben wir noch einige Tage in der Garden Lodge und am Chobe, bevor wir uns wieder in Richtung Deutschland aufmachen müssen. Wenn wir dann wieder zuhause sind, dann heisst es: Warten und den Blick nach vorne richten. Mitte April 2017 können wir endlich wieder aufbrechen, um neue und hoffentlich unvergessliche Abenteuer im Okavango Delta, in Linyanti, Savute und am Chobe zu erleben. Möge das Sichtungsglück mit uns sein !

Letzte Änderung: 26 Feb 2017 17:58 von leofant.
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26 Feb 2017 18:22 #465792
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  • sphinx am 26 Feb 2017 18:22
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leofant schrieb:
Mitte April 2017 können wir endlich wieder aufbrechen, um neue und hoffentlich unvergessliche Abenteuer im Okavango Delta, in Linyanti, Savute und am Chobe zu erleben. Möge das Sichtungsglück mit uns sein !

So jetzt weiß ich doch glatt nicht, ob ich vor "auch nach Botswana wollen" grün werden soll oder ob ich mich einfach freue, das ich sicherlich :whistle: wieder eine kostenlose Mitreisegelegenheit bekomme :P
Außerdem darf ich im April auch verreisen :woohoo:
Wir waren September 2015 im Kanga und Zambesi Life Style Camp. Das Zambesi Camp hat halt auch den Nachteil, das es zumindest damals zu den mobil camps gehörte und alle paar Wochen umzog. Zu unserer Zeit war das Camp weit weg vom Ufer. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber das Hauptproblem war der Guide, der immer in Eile auch mal ein paar Elefanten mit dem Wagen aufscheuchte, von den Impalas und kleineren Tieren nicht zu reden.... und der seinen Kollegen ausbremste und damit auch uns. Aber letzteres geht ja nicht, wenn ein Manager im Camp ist.
Noch einmal vielen Dank für Deinen Reisebericht und bis zum nächsten Mal :)
Elisabeth
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03 Apr 2017 11:44 #469916
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  • fussohle am 03 Apr 2017 11:44
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Hallo, ich hab deinen Bericht verfolgt und sehe, dass ihr im somalisa camp und im kanga camp wart....in ein paar wochen werde ich auch da sein. mit yvonne werde ich mich in jedem fall treffen.
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07 Apr 2017 13:34 #470479
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  • leofant am 26 Feb 2017 17:45
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Hallo fussohle,

so, so, Du fährst nach Zim! Dann wünsche ich Dir mal viel Spass. Vielleicht siehst Du in Kanga
ein paar mehr Tiere als wir :)
Ich würde Dich wirklich gerne begleiten, denn ich habe noch eine Rechnung mit dem alten Elefantenbullen
Boswell offen. Aber leider muss ich nächste Woche ins Okavango Delta, einen Tauchkurs in der Khwai Area absolvieren ;)

Du siehst Yvonne ? Dann grüss mir mein "precoius little Impala" ...
Und wenn Du in Kanga bist, dann schau mal, ob Du mit Bono raus kannst.
Ich finde, der macht einen richtig guten Job!

Viele Grüsse
Walter
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