THEMA: mit 50 Cent die Welt verändern....
06 Dez 2009 16:23 #122759
  • eggitom
  • eggitoms Avatar
  • Nam vitiis nemo sine nascitur
  • Beiträge: 1247
  • Dank erhalten: 400
  • eggitom am 06 Dez 2009 16:23
  • eggitoms Avatar
Tomcat schrieb:
Dann versuch mir doch bitte einmal zu erklären warum in einem Land wie Nigeria mit seinen riesigen Öl und Gasvorkommen die schlimmsten Slums auf dem ganzen Kontinent sind? Das Land in Armut versinkt.?

Oder Zimbabwe , ein reiches Land, voller Bodenschätzt und beste Bedingungen für den Agrarsektor. Heute völlig heruntergewirtschaftet.

Ich bin gespannt!

Ich bleibe dabei ….Afrika muss und kann sich selbst helfen.

Hallo Tomcat

ohne jetzt hier wieder die sattsam bekannten Diskussionen loszutreten, weshalb Afrika so ist, wie es ist (was übrigens für alle durch weisse Europäer "kolonisierten" Länder gilt): Wie wär's mit Hilfe zur Selbsthilfe - zum Beispiel genau auf diese Weise?

Vorweihnächtliche Grüsse
Thomas
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht
(Fritz Grünbaum)

Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
06 Dez 2009 20:58 #122771
  • muzungu
  • muzungus Avatar
  • Beiträge: 358
  • Dank erhalten: 265
  • muzungu am 06 Dez 2009 20:58
  • muzungus Avatar
Sorry das ich mich jetzt erst einschalte, aber ich habe mir ein Wochenende ohne Computer gegönnt…

Es freut mich das mit ich mit dem Posting doch eine kleine kontoverse Diskussion hier anstoßen konnte und wer weiß vielleicht ist sie ja auch noch nicht zu Ende?!

@ Beate:
Ich habe Harriet in Deutschland kennen gelernt und zwar als ich ihr eine Wagenladung „Hilfsgüter“ gebracht habe. Der Verein hat seinen Sitz in Düsseldorf und somit von mir aus nicht allzu weit entfernt. In Ghana selber war ich leider noch nicht, aber was wer weiß….

@ TOMCAT
Wenn ich in deinem posting lese das du seit 20 Jahren auf dem Kontinent unterwegs bist, davon 10 Jahre als Fotojournalist und nun jede Illusion verloren hast, dann erinnert mich dies an das Buch „Jenseits von Amerika“ von Keith B. Richburg. Ich weiß nun aber nicht was du genau dort erfahren bzw. mitbekommen hast und ich wünsche mir das es nicht annähernd das war was Richburg in seinem Buch beschreibt! (Im Übrigen ein sehr empfehlenswertes Buch- allerdings keine leichte Kost!)
Ich bin vollkommen deiner Meinung dass sich Afrika selber helfen muss, nur ist dies meiner Meinung nach nur zu leicht daher gesagt! Wo fängt denn bitte schön die Hilfe zur Selbsthilfe an und wo hört sie auf?

Dazu folgende Anmerkung: Meine Eltern unterstützen die Ökomenische Tschernobylhilfe e.V. die Kindern aus der Katastrophenregion Tschernobyl die Möglichkeit bieten zur Erholung für einige Zeit nach Deutschland zu kommen.
Vor etlichen Jahren hatten sie sich entschlossen ebenfalls ein Kind bei Jahre sich aufzunehmen. Es kam damals ein schüchternes, Mädchen im Alter von 7 Jahren. Sie hatte nur das dabei was sie am Leibe trug, dazu einen handgeschriebenen Zettel ihrer Mutter die sich auf Russisch bedankt und gleichzeitig auch entschuldigt weil sie ihrer Tochter keine Gastgeschenke mitgeben konnte. Dazu noch einige Zeilen über die Familie und deren nicht einfaches Leben. Katja so der Name des Pflegekindes hatte zuerst einige Schwierigkeiten in der für sie neuen Welt (voller Luxus!) -dazu Verständigungsschwierigkeiten und sonstige Problemchen. Jedenfalls haben meine Eltern im darauffolgenden Jahr Katja wieder zu sich genommen. Die Verständigung erfolgte nach wie vor mit Händen und Füssen, aber es ging immer besser zumal die Kinder lernen dort in der Schule auch Deutsch lernen. Die Verständigung wurde immer besser und das gegenseitige Vertrauen immer grösser. Katjas großer Traum war von je her später einmal als Deutschlehrerin zu arbeiten. Mittlerweile ist sie 18 Jahre alt und unterrichtet Deutsch! Ihre Ausbildung ist noch nicht endgültig abgeschlossen, aber sie verdient ihr eigenes Geld und ist nun in der Lage einen kleinen Teil davon an ihre Mutter abzugeben. Sie ist gut in ihrem Job und die Schulen fragen mittlerweile bei ihr an ob sie nicht dort ihr nächstes Praktikum machen wolle. Nun überlegt das Mädchen sogar noch etwas in Richtung Jura zu machen…..!

Ist dies nicht auch eine Form von Hilfe zur Selbsthilfe? Klar kannst du nicht allen und jedem helfen, aber ich finde das gerade Bildung ein guter Weg zur Selbsthilfe ist. Nur wenn du nie die Chance bekommst eine Schule zu besuchen dann sieht es halt sehr schlecht aus!
Harriet bietet diesen Kindern diese Chance!
B)
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE
"Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba

One elephant is killed every 15 minutes
www.iworry.org
Letzte Änderung: 06 Dez 2009 20:59 von muzungu.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
07 Dez 2009 09:46 #122797
  • Tomcat
  • Tomcats Avatar
  • Beiträge: 1141
  • Dank erhalten: 498
  • Tomcat am 07 Dez 2009 09:46
  • Tomcats Avatar
Hallo Mzungu

Ich habe so einiges mitbekommen. Immer wieder interessant war mit Entwicklungshelfern zu reden, die den Glauben an ihre Arbeit verloren haben. Wenn man zum Beispiel Vertreter einer Behörde dafür bezahlen muss, dass man ihnen ein Projekt vorstellen darf, dann kann etwas nicht mehr stimmen.

Die grossen Organisationen die alle irgendwie mit U* anfangen haben sich zu reinen Selbstbläufern entwickelt, die hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind. Sie sind ein Wirtschaftszweig mit vielen Angestellten die ihren Job nicht verlieren wollen. Ein sehr interessant Buch von Volker Seitz, dass unbedingt zur Pflichtlektüre eines jeden gehören sollte, der über Entwicklungshilfe und Afrika mitdiskutieren will….

www.buchhandel.de/de...bn=978-3-423-24735-1

Immer auch wieder interessante Hintergrundberichte zu dieser Problematik in der Neunen Zürcher Zeitung oder der FAZ .

In Afrikas korrupten Eliten grassiert im Zusammenhang mit Hilfsorganisationen und Direktzahlungen an Entwicklungshilfe folgender Satz…
„you pretend to help and we pretend to develop“. Geld, dass ohne Kontrolle zu Verfügung gestellt wird, versiegt zwangsläufig im Sumpf der Korruption.

Nur so ist zu erklären, dass „reiche“ Länder wie zum Beispiel Nigeria oder auch Ghana auf keinen grünen Zweig kommen. Solange Direktzahlungen aus der Entwicklungshilfe an solche Regierungen fliessen, sind die Eliten nicht daran interessiert auch nur das geringste in ihren Länder zu ändern.

Lustig im diesem Zusammenhang ist dass auch, dass zum Beispiel China Entwicklungshilfe bezieht. Ein Land mit eigener Raumfahrt, stark wachsender Wirtschaft und eine Budget für Militär von fast 300 Milliarden Dollar.

Viel effizienter als direkte Entwicklungshilfe von Regierung zu Regierung oder über die grossen Organisationen, wäre es möglichst vielen Armen (die eigentlich nicht Kreditwürdig sind…) Kleinkredite als Startkapital für ein Business zu gewähren .

Dies Idee wurde von Muhammad Yunus erfolgreich in Asien umgesetzt,

www.zeit.de/online/2...reis-Yunus-Kommentar

Aber generell müsste Afrika auch daran interessiert sein, seine unsäglich Korruption zu bekämpfen. Vorbildliche Länder wie zum Beispiele Botswana haben gezeigt, dass dies durchaus möglich ist.

Unkontrollierte Entwicklungshilfe wie sie seit 50 Jahren betrieben wird fördert aber Korruption geradezu und bringt Afrika nicht weiter.
nn
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
11 Dez 2009 17:06 #123304
  • YoshikawaNeu
  • YoshikawaNeus Avatar
  • YoshikawaNeu am 11 Dez 2009 17:06
  • YoshikawaNeus Avatar
Moin Eggitom.

Du schriebst:
...ohne jetzt hier wieder die sattsam bekannten Diskussionen loszutreten, weshalb Afrika so ist, wie es ist (was übrigens für alle durch weisse Europäer "kolonisierten" Länder gilt)...
.

Erkläre mir doch bitte einmal die jetzigen Unterschiede zwischen den ehemals von weißen Europäern kolonisierten Ländern Schwarzafrikas und Asiens.

Dankeschön und Gruß
Michael
Letzte Änderung: 11 Dez 2009 17:06 von YoshikawaNeu.
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.