THEMA: Wenn Chamäleons vom Himmel fallen...
22 Mär 2017 22:13 #468673
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Ein imposantes Bauwerk!





Nicht weit hinter der Brücke gabelt sich die Strasse. Links ab geht‘s in Richtung Norden nach Mutare/Harare, rechts ab geht‘s in Richtung Chipinge/Chirinda Forest/Grenze Mosambik. Nach Chimanimani kann man in beide Richtungen abbiegen, je nachdem welche Zufahrt man wählen möchte. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die Zufahrt über Chipinge landschaftlich sehr schön ist; zu anderen Zufahrten können wir leider nichts sagen da noch nicht gefahren.

Chimanimani war als Tagesziel angedacht - wir haben uns aber on-the-fly anders entschieden. Statt in den Chimanimani NP wollten wir gleich in Richtung Grenze Zim/Moz fahren und in Grenznähe frei übernachten.

Chimanimani, Bridal Falls Campsite, Dez 2015:2P x 2N=2x3US$+4x9US$+10US$=52US$
Ich möchte an dieser Stelle aber trotzdem ein paar Fotos von Chimanimani zeigen. Letztes Jahr waren wir ein paar Nächte auf der Bridal Falls Campsite.
Die Campsite liegt ein bissl versteckt hinter einem Berg. Das Ranger-Office findet sich in der kleinen Siedlung Chimanimani unterhalb des Bergs/Hügels. Parkeintritt und Camp-fees sind hier direkt zu zahlen.
Neben dem Office ist eine kleine Tankstelle. Da in Mosambik der Sprit deutlich günstiger ist als in Zimbabwe tankt man für die Weiterfahrt nach Mosambik nur das Nötigste! Bis zum ersten ATM und ersten größeren Stadt mit Tankstelle, Muxungue an der EN1, sind es ca. 200km - für diese Strecke sollte man genügend Treibstoff dabei haben. Es mag sein, das sich nach 100km, am Ende der Teerstrasse, in Dombe, schon eine Tankstelle findet, aber in den kleineren Ansiedlungen gibt‘s keine ATMs und Kreditkarten werden hier ehr selten akzeptiert. Sicher ist sicher ;) Von Dombe sind es dann 50km auf gutem Gravel bis zur geteerten EN1, weitere 50km später erreicht man Muxungue. Dort gibt‘s dann Geldautomaten und man kann sich mit Meticals eindecken.
Aber zunächst zurück zum Chimanimani...Vom Office fährt man um den Berg herum und steht bald vor einer Schranke. Die Schranke ist nicht durchgehend besetzt, daher sollte man sich an die Öffnungszeiten halten! Hab die leider grad nicht zur Hand :blush: ... Nach der Schranke fährt man ein bissl am Abgrund lang, dann erreicht man das Camp.
Das Camp ist sehr schön an einem Bach gelegen der von einem mehrstufigen Wasserfall in der Nähe gespeist wird.



Jeder Stellplatz ist mit einem Unterstand ausgestattet. Verteilt stehen Braaiplätze und Wasserhähne mit gutem Frischwasser. Wir haben es bedenkenlos zum Kochen verwendet. Der Platz hier unten im Camp ist eine grüne Oase mit angenehmen Temperaturen. Auf dem Foto grad nicht sichtbar stehen direkt gegenüber der Stellplätze ein paar Baracken mit Duschen und Toiletten.

Vom Camp aus kann man auf einem kleinen, teilweise sehr steilen Trampelpfad in 30min hoch zur Quelle des Baches wandern...ganz schön schwül-warm da oben...





Das Ende des oberen Falls - wir sind hier im glasklaren Wasser schwimmen gegangen. Aber mit „Frank und Elke im Wasser-Fotos“ wollen wir hier nicht langweilen ;)
Oben angekommen hat man in Richtung Stellplätze einen schönen Blick ins Tal.



Dieser Nationalpark ist leider der einzige Teil dieses Gebiets der noch „naturnah“ bewaldet ist. Die Holzmafia hat ausserhalb des Parks ganze Arbeit geleistet. Wenn man Bäume sieht, dann sind es kahle, unten schwarze Eukalyptus-Bäume. Sehr deprimierend ausserhalb des Parks...





Möchte mich hier für die schlechte Qualität der Fotos entschuldigen. Die Fotos haben wir zumeist während der Fahrt aus dem Auto geschossen. Ich habe sie trotzdem hier eingefügt damit man sich ein Bild machen kann wie dort die Landschaft aussieht! Die großen, ursprünglichen Wälder sind bis auf ganz wenige Ausnahmen alle abgeholzt!

Chirinda Forest Campsite, 2P x 1N x10US$=20US$
Wie schon angemerkt sind wir vom Lake Kyle nicht in den Chimanimani gefahren sondern gleich weiter in Richtung Grenze. Ein paar Kilometer vor der Grenze kann man am Mount Selinda in einem Camp im Chrinda Forest übernachten.
Die Zufahrt führt ein paar Kilometer durch einen dichten Dschungel. Größere Fahrzeuge als unser Landcruiser fahren wohl nicht so entspannt durch‘s Gebüsch wie wir! Ich denke mit einem LKW kommt man da nicht durch...




Das Camp liegt auf einer Lichtung. Es gibt Campsite und Chalets.



Wir haben wie letztes Jahr direkt unterhalb dieser Hütte unser Dachzelt aufgeschlagen denn es war sehr feucht und dunkle Wolken zogen wieder auf. Später hat es dann auch ausgiebig geregnet. Wir waren die einzigen Gäste im Camp.
Etwa unterhalb der Hütten liegt die Campsite - leider ist das Gelände abschüssig und man findet eigentlich keinen geraden Platz für sein Auto. Ehr was für Bodenzelte...





Direkt im „Zentrum“ der Anlage - die Grillhütte. Rechts neben der Grillhütte stehen kleine Häuschen mit Plumsklo und Dusch/Waschgelegenheit. Es gab warmes Wasser, aber das Wasser war so braun, dass wir auf Duschen verzichtet haben...

Das Feuerholz ist inklusive auf diesem Camp, es gab reichlich! Wir haben also ein großes Feuer gemacht - es gab Steak und Butternut. Nebenbei hat Elke im Potje Kuchen gebacken...mmmmmmmh :)



Es gibt im Camp kein elektrisches Licht und es war schnell zappenduster. Die spitz aufgestellten Ziegelstein mögen tagsüber nett anzusehen sein, aber im Dunkeln sind das im wahrsten Sinne des Wortes Stolpersteine!
Wir haben dann unsere Sachen in der Hütte nur zusammengestellt und sind schnell im Dachzelt verschwunden. Gute Nacht? NEIN, weit gefehlt!

Ich war schnell eingeschlafen, der Regen tröpfelte aufs Zelt...
Keine Ahnung wo ich grad in meinen Träumen war, denn ich wurde plötzlich durch lautes Schreien aus dem Schlaf gerissen! Elke schrie wie am Spiess...
Elke hatte ihre Kopflampe angeschaltet und diese zur Leiter gerichtet. Im Lichtschimmer erkannte man eine fremde Person auf der Leiter- der ganze Oberkörper war schon zu sehen! Wir sind schon einmal nachts überfallen worden und ich brauchte trotzdem eine gefühlte Ewigkeit um zu reagieren. Was ging hier vor? Wer war die Person, was wollte sie und vor allem wie viele Personen stehen u.U. noch unten an der Leiter?
Die Person auf der Leiter wirkte jetzt nicht bedrohlich, so fragte ich völlig perplex was sie wolle - „What do you want?“ - „I want to sleep“ war die Antwort! Ich bin dann aufgesprungen und habe die Person von der Leiter gestossen. In „nullkommanix“ war ich unten, die Person, offenbar eine Frau, rappelte sich auf und stand einfach nur da. Niemand anderes war zu sehen...Ich weckte die Attendants durch lautes Rufen. Kurze Zeit später standen die Jungs vor uns und ich versuchte die Situation zu erklären. Sie kannten die Frau offenbar und sagten nur sie wäre mad... Auf unser Drängen haben sie die Frau mitgenommen und offenbar über Nacht festgesetzt. Am nächsten Morgen haben sie sie dann weggebracht...
Der Schreck saß uns tief in den Knochen und wir haben uns lange über die nächtliche Störung unterhalten - und uns natürlich Schreckensbilder ausgemalt. Was nicht alles hätte passieren können...Im Nachhinein kann man schmunzeln über diesen Vorfall. Wenn wir nicht wach geworden wäre, hätte sich die Frau wohl einfach zwischen uns gelegt :woohoo: es hätte aber auch ganz anders kommen können...
immer wieder gern im südlichen Afrika unterwegs...
Letzte Änderung: 22 Mär 2017 22:23 von FSausS.
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23 Mär 2017 23:13 #468781
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Am Morgen nach diesem Zwischenfall haben wir dann flink gefrühstückt und in einer Regenpause das Dachzelt zusammengelegt - wir wollten ja heute über die Grenze nach Mosambik!
Beim letzten Besuch sind wir in Chirinda 2 Nächte geblieben und hatten Zeit ein bissl die Umgebung zu erkunden. Man kann im Park sehr schön wandern. Ganz in der Nähe gibt es auch einen großen Baum anzuschauen - Big Tree, ein riesiger, roter Mahagoni-Baum. Es soll über 600Jahre alt sein und wohl der letzte seiner Art in Zimbabwe. Vom Camp kann man in knapp einer Stunde zum Naturdenkmal „Big Tree“ wandern. Zunächst geht es auf einem breiten Weg bis zur Teerstrasse. Die quert man und ab da geht‘s auf einem verschlungenen Trampelpfad durch den Dschungel. Auf dem Pfad „begegnet“ man ungewöhnlich vielen Schnecken, teilweise faustgroß. Man hört auch viele Vögel rufen, sicherlich ein Paradies für Birdwatcher! Andere Tiere haben wir nicht gesehen...




Das Baum ist so mächtig, dass ich ihn mit meiner kleinen Cam gar nicht ganz aufs Foto bekomme. Hier hätte ich gerne ein Weitwinkel dabei gehabt!

Aus dem Camp fahren wir wieder durch den Dschungel zurück auf die Teerstrasse. Es sind bestimmt 10km durch den fantastischen Wald!
Wir sind gestern von rechts gekommen und biegen nun links ab.
Die Strasse führt durch ein kleines Dorf und biegt dann links ab und wird zur Gravelpiste. Letztes Jahr war nach ein paar Hundert Metern ein Holzlaster direkt in einer Kurve umgestürzt und blockierte auf ganzer Breite die Pad - kein Vorbeikommen! Zum Glück gibt es einen Wegenetz durch die Teeplantagen die sich hier im Grenzgebiet über weite Flächen erstrecken.




Dort drüben ist schon der Grenzposten!
Letztes Jahr haben wir noch kurz vor der Grenze einen Südafrikaner aus der Patsche geholfen. Er hatte sich mit seinem maroden, bis knapp unterm Himmel beladenen Pickup mit glatten Reifen festgefahren und mühte sich ab das Gefährt wieder flott zu kriegen. Seine hochschwangere Frau stand etwas verloren am Wegesrand...keine Ahnung wie lange sie schon in dieser misslichen Situation waren, aber ganz sicher wäre er da alleine nicht raus gekommen! Wir haben natürlich geholfen und die Kiste samt Hausstand freigeschleppt...
Er wollte uns noch bezahlen für unsere gute Tat, aber zu Helfen ist doch Ehrensache!




Der Weg war gesäumt mit Avocado-Bäumen. Leider waren die Früchte noch nicht reif :(


Eine Biegung weiter standen wir schon auf dem Gelände der Grenzstation.
An der Grenze war wie auch schon im Vorjahr wenig bis nix los. Ein anderes Fahrzeug wollte auch die Grenze passieren.
Die Grenzer waren sehr freundlich, ein bisschen Smalltalk - hier sprach man noch Englisch. Hier laufen die Uhren irgendwie langsamer, jedenfalls verging eine Stunde bis wir endlich weiterfahren konnten. Vorher schaute noch ein Beamter ins Fahrzeug, dann konnten wir weiterfahren. Das Carnet hatten wir hier ausstempeln lassen.
Ein Stückchen weiter kam dann der Grenzposten auf Mosambikseite in Sicht. Hier hatte sich auch nichts verändert. Ein paar Soldaten mit MPs standen etwas abseits im Schatten. Wir hofften auch diese Jahr wieder hier unser Visum für Mosambik bekommen zu können. Auf der Webseite der Botschaft ist zu lesen, dass man das Visum schon vor Reiseantritt im Heimatland beantragen muss. So bangten wir ein bissl...Wenn das hier nicht klappen söllte, hätten wir zur Botschaft nach Harare fahren müssen. Aber wir waren uns eigentlich ziemlich sicher das Visum wieder hier an der Grenze bekommen zu können - und so war es dann auch! Der Grenzbeamte sprach ein paar Brocken Englisch und letztlich ist ja klar was man hier will, da braucht es nicht viele Worte :)
Jeder musste ein Formular ausfüllen, dann führte man uns in ein Hinterzimmer und setzte uns vor eine Webcam - einmal bitte freundlich... Das Foto wird dann auf das Visum gedruckt! Im Idealfall, wenn denn der Drucker funktioniert! Nach einigem hin und her klappte das dann auch. Letztes Jahr hatte man uns mit Nachdruck bearbeitet dass wir eine Versicherung kaufen müssten - Haftpflicht für 20US$. Wir hatten aber keine Versicherung gekauft und es hat auch niemand danach gefragt! Auf unserer ersten Reise hatten wir einen Unfall und mehrere Stunden mit der Polizei zu tun. Der Fahrer eines Traktors war uns in Tofu stumpf ins Auto gefahren während wir vor einem geschlossenen Tor standen und darauf warteten dass der Wachmann es öffnet. Nach langem hin und her, wo man letztlich uns die Schuld gab für den Unfall, trennte man sich ohne dass jemand für unseren Schaden aufkam. Soviel zur Versicherung...die Locals brauchen die offenbar nicht?! Der Polizist sagt nur: „What do you want - this is a poor man“?! Aha...Daher können wir verstehen wenn Autovermieter eine Einreise nach Mosambik nicht erlauben, denn meistens bleibt man auf seinen Schaden sitzen!
Dieses mal wollten wir aber eine Versicherung abschliessen, denn wir wollten auf keinen Fall irgend jemanden an einem Roadblock oder bei einer Kontrolle einen Ansatzpunkt für ein Bußgeld geben. Wie schon die Jahre zuvor fragte im Laufe der Reise niemand nach der Versicherung.
Für‘s Visum sollten wir 70US$ pro Nase zahlen. Im internet hatte ich von einer geringeren Summe gelesen... Wir erkundigten uns wie denn die Gebühr in Euro wäre, wie in Metical und wie in Rand. Rand stellte sich als am Günstigsten heraus - also zahlten wir in Rand ;)
Praktisch wenn man eine App hat, die den aktuellen Wechselkurs parat hat!
Nun war der Papierkram fast erledigt - das Carnet fehlte noch, ein Stempel hier, ein Stempel dort, eine Unterschrift, fertig und ab zum Auto. Ein Grenzer begleitete uns und inspizierte das Auto - alle Klappen los. Der Grenzer wollte wissen was denn alles in den Kisten wäre? Na, alles was man zum Campen braucht: Kochgeschirr, Lampen, Kabel, Lebensmittel, Wasser usw. Er guckte noch in eine Kiste, die war voll mit Schuhe, was sonst ;) Damit gab er sich zufrieden und wir durften bis zur Schranke vorfahren. Ein Soldat kam ans Fenster und fragte nach Papiere, guckte sich Carnet und Pässe an und fragte dann unverblühmt nach kalten Getränken. Wir gaben ihm eine Dose Cola und der Schlagbaum ging hoch und wir waren in Mosambik!
tbc...
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06 Apr 2017 11:31 #470320
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Chirindi Botanical Garden - Camp Buffalo, ca. 280km
Vor uns lagen nun ca. 150km bis zur Küstenstrasse EN1. Bis Dombe ist die Strasse geteert, allerdings sehr kurvenreich und es geht ziemlich bergab - schnell fahren mit einem 4x4 ist hier Selbstmord. Die Strasse schlängelt sich an einem Bach entlang durch‘s Tal. Ein paar Dörfer links und rechts der Strasse. Wir hatten bis Dombe keinen Gegenverkehr und man kann sich fragen warum so eine tolle Verbindungsstrasse gebaut wurde...
Ab Dombe geht‘s dann auf wirklich gutem Gravel weiter; 50km, dann war die Küstenstrasse erreicht. Hier fuhren dann schon mehr Fahrzeuge, viele LKW.
Nach weiteren 50km erreichten wir dann Muxungue. Der Zustand der Strasse hier oben war Ok. Das sollte sich weiter südlich ändern. In Muxungue wuselte es wieder vor Menschen und Fahrzeugen. Fliegende Händler an der Strasse bieten ihre Waren an, Obst, Gemüse, Nüsse, Speiseöl usw.
Von unserer letzten Reise wussten wir, dass es in Muxunge mindestens einen ATM gibt. Den suchten wir nun und fanden ihn auch schnell. Mit Meticals in der Tasche ging‘s dann weiter. Die Strasse war links und rechts gesäumt mit parkenden Autos und Trucks...es war drückend warm bei bedecktem Himmel.
Kurz vor Ortsausgang stand ein Truck auf der Strasse und blockierte die linke Spur, ein paar Pylonen direkt vor ihm. Wir fuhren langsamer, niemand zu sehen, wir dachten uns nichts dabei und sind einfach weiter gefahren. Ein Fehler wie sich später herausstellte...
500m weiter stoppte uns eine Gruppe Uniformierter mit Waffen in der Hand. Nun kommt das Sprachproblem...sinngemäß fragten sie uns wohl was wir denn hier machen und wo wir hin wöllten. Eigentlich hatten wir die Hoffnung heute noch bis an die Küste nach Inhassoro zu kommen. Aber es war schon weit nach Mittag und wir hätten noch ein ordentliches Stück zu fahren...
Plan B sah vor eine Nacht im Camp Buffalo direkt an der EN1 zu bleiben und dann am nächsten Tag die Reise fortzusetzen.
Also Plan B - so antworteten wir das wir nach Camp Buffalo wollten, nur ein paar Kilometer die Strasse runter. Man lies uns fahren...nach dem sie 100 Meticals von uns extrahiert hatten.
Keinen Kilometer weiter das gleiche Spiel. Hier wollte man uns aber nicht so einfach „davonkommen“ lassen. So wechselten ein paar Getränkedosen den Besitzer. Weiter ging‘s - bis zur nächsten Gruppe Bewaffneter. Anfangs trugen die „Waffenbrüder“ noch erkennbar Uniform, das änderte sich nun von Stop zu Stop. Dieser Gruppe haben wir unser altes Biltong aus Windhoek gegeben - schmeckte uns sowieso nicht mehr ;) Die Jungs waren happy und wir konnten weiter fahren - bis zur nächsten Stop... Letztlich wissen wir nicht mehr wie oft wir angehalten und nach Essen, Getränken und Geld gefragt worden sind. Irgendwann hatte ich die Nase voll und hab dann nur noch gesagt wir hätten nichts mehr. Ihre Kollegen an der Strecke hätten schon alles was wir geben könnten. Wir waren uns der Gefahr wohl bewusst in der wir waren, aber was hätten wir jetzt machen sollen? Umdrehen um dann in Muxungue an der Strasse die Nacht zu verbringen? Oder sich hier irgendwo im Busch ein Nachtlager einrichten? Kam nicht in Frage...
Wir wissen ja um die Hintergründe dieser Roadblock/Konvoi Geschichte. Hier stehen uns nicht wirklich Banditen gegenüber, sondern hier stehen sich Soldaten und Polizisten gegenüber. Die würden schon nicht auf uns schiessen...
Die Regierung im Süden Mosambiks verkauft Schürfrechte im Norden und kassiert dafür. Im Norden - wo die Bodenschätze liegen - kommt aber wenig von den Erlösen an. Ebenso ist es mit den Kraftwerken im Norden, der Süden verkauft den Strom und die Betreiber im Norden gehen leer aus. Das dieser Umstand auf lange Sicht zu Unruhen führt ist doch klar.
Man hat uns erklärt, dass die Regierung das Sagen über die Polizei hat; der Norden, vertreten durch die Opposition, hat aber das Sagen über das Militär. Durch Unterbrechung der Hauptverbindungsstrasse versucht der Norden Druck auf die Regierung auszuüben um Teilzuhaben an den im Norden erwirtschafteten Erlösen, die in Maputo versickern. Die Regierung begegnet dem und schickt Polizei mit gepanzerten Fahrzeugen, die die Konvois begleiten.
Es kann natürlich gut sein, dass sich auch Banditen unter die Bewaffneten mischen um ihren Schnitt zu machen. Gefahr für Leib und Leben besteht also durchaus! Aber so schlimm wie weiter oben im Norden ist es hier in der Save-Region wohl noch nicht...
Am letzten Roadblock, den wir diesen Tag erreichten, wollte man uns partout nicht weiterfahren lassen. Hier standen mehrere Gruppen Bewaffneter auf der Strasse, die offenbar teils Polizei teils Militär zuzuordnen waren.
Eine Gruppe kam zu uns ans Auto und redete auf Portugiesisch auf mich ein.
Ich hatte mir vorgenommen während der Reise Portugiesisch zu lernen und einen Sprachkurs mit CD in der Seitentasche der Fahrertür liegen.
Den zog ich heraus und erklärte auf Englisch, dass ich versucht hätte ihre Sprache zu lernen, ich aber einfach zu stupid wäre und ihre Sprache nicht spreche. Man sah förmlich das Fragezeichen in den Augen unseres Gegenübers ;) Das lockerte ein bisschen die angespannte Stimmung. Einer aus der Gruppe machte ein wirklich finsteres Gesicht und spielte die ganze Zeit mit Handschellen herum...machte uns ganz nervös!
Einer aus der Gruppe sprach ein paar Brocken Englisch und erklärte uns, dass wir auf keinen Fall weiterfahren könnten und sogar umdrehen und wieder zurück nach Muxungue fahren müssten. Der folgende Wegabschnitt wäre der wirklich gefährliche Teil der Strasse und daher könne er uns auf gar keinen Fall weiterfahren lassen :(
Wir guckten uns kurz an - nein, zurückfahren wollten wir auf keinen Fall!
Also erwiderte ich, dass wir nicht zurück fahren und statt dessen einfach hier bleiben würden. Das könne er uns auch nicht erlauben!?
Der Bursche mit den Handschellen wurde immer nervöser, lief auf und ab und schaute die ganze Zeit zu uns rüber. Schien ihm nicht zu passen dass wir nicht kuschten...
Der Sprecher forderte uns wieder auf zurück zu fahren - ich fragte ihn ob ich wieder durch all diese Roadblocks fahren söllte? Wir würden nicht fahren und hier bleiben...
Er wies wieder in Richtung aus der wir gekommen waren. Ich fuhr los und drehte den Wagen in Richtung Muxungue, fuhr aber auf den Seitenstreifen und stellte den Motor ab. Dann würden wir halt hier bleiben!
Die Jungs waren verblüfft und offenbar unschlüssig was sie nun tun sollten.
Nach ein paar Minuten kam der Sprecher von eben zu uns und sagt wir könnten auf den Konvoi warten, der gerade auf dem Weg zu ihnen wäre und mit diesem dann zurück nach Muxungue fahren. Das wollten wir aber auch nicht...er ging.
Fünf Minuten später war er wieder da und erkläre, dass er uns fahren lassen könne wenn wir denn wirklich nicht zurück fahren wollten. Uns war sofort klar woher der Wind wehte - es ging mal wieder um Geld! Den größten Teil des in Muxungue geholten Bargelds hatten wir sowieso versteckt, so zogen wir den Geldbeutel und gaben ihm die knapp 200 Metical die noch im Geldbeutel waren - umgerechnet etwa 2,50 Euro! Wir konnten fahren! So ein Theater...
Ich drehte wieder und wir fuhren an den verschiedenen Gruppen vorbei - eine guckte finsterer als die andere...
Wir haben dann Gas gegeben und sind mit 100km/h in Richtung Buffalo Camp gefahren. Keine 10 Minuten später kam uns dann der Konvoi entgegen; vorne fuhr ein gepanzertes Fahrzeug. Der Konvoi fuhr mitten auf der Strasse, so konnten wir nicht einfach passieren und stoppten - das gepanzerte Fahrzeug stoppte auch und man fragte uns was wir denn hier machen würden? Wir wollen nur noch die paar Kilometer zum Camp fahren und dort die Nacht verbringen. Der Befehlshabende schien das Camp zu kennen und erlaubte uns die Weiterfahrt! Wir sind dann erst einmal stehen geblieben und haben den Konvoi passieren lassen. Es waren sicher über 100 Fahrzeuge die da an uns vorbeischossen - ein wahres Rennen! Einige Fahrzeuge überholten im Konvoi, hauptsächlich große Busse fuhren wie die Wildschweine! Mit ihren 3 Achsen donnerten die einfach über den Seitenstreifen...
Nach einiger Zeit war der Konvoi vorbei und wir konnten weiterfahren.
Wir sind bestimmt noch 30 Kilometer bis zum Camp gefahren; viel weiter als wir dachten! Ein bisschen saß uns schon die Angst im Nacken...

Camp Buffalo, Tendet Camp, 90Euro/Zelt, (Sonderpreis 15US$ Camping)
Dann die Einfahrt zum Camp Buffalo. Die Pforte war unbesetzt, im Camp trafen wir niemanden an. Aber es musste jemand da sein, denn ein laufendes Laptop stand auf dem Tisch in der Larpa!
Wir waren etwas unschlüssig wo wir uns denn nun hinstellen sollten für die Nacht. Das Camp Buffalo ist ein „Tendet Camp“, normalerweise kein Camping. Ein Schweizer Investor hat dieses Camp vor ein paar Jahren gebaut und hat ausserdem eine Konzession erworben um dort einen Wildpark aufzubauen. Das Gelände erstreckt sich von der Strasse bis zur ca. 70 Kilometer entfernten Küste - ein riesiges Gebiet! Letztes Jahr waren die Bediensteten damit beschäftigt einen stabilen, elektrischen Zaun zu bauen. Man plante Tiere aus dem Krüger hier anzusiedeln - inklusive Elefanten! Später sollten dann auch noch Campsites im Park errichtet werden. Ein kühner Plan...Seinerzeit hatte die Verwaltung extrem Probleme mit illegalem Holzeinschlag und noch in der Nacht, in der wir dort übernachteten, haben sie einen vollbeladenen Holztruck und mehrere Bakkies mit Leuten festgesetzt. Chinesen wären die Drahtzieher erklärte man uns morgens beim Frühstück.

Wie wenig einladend wirkte das Camp dieses Jahr. Aber immerhin, das Camp gab es noch und sicher schien es hier auch zu sein. Keine Anzeichen von Zerstörung oder Vandalismus. Die große Solaranlage war noch installiert und die Trinkwasseraufbereitung funktionierte auch. Die Zelte standen noch, es gab warmes Wasser in den Duschen. Wir haben uns dann seitlich neben die Larpa gestellt, dicht beim Grillplatz - wir hatten ja Hunger!
Es wurde langsam dunkel und wir richteten uns für die Nacht ein, Zelt aufklappen, Feuer machen usw. Es sah nach Regen aus...und es hatte offenbar schon ergiebig geregnet, denn links und rechts der Strasse stand alles unter Wasser! Das konnte ja noch heiter werden...
Wir machten uns einen Tisch und Stühle sauber, standen ja genug herum.
Kurze Zeit später war dann auf einmal jemand da, sprach aber nur Portugiesisch :( Dann kam Francis, den wir schon letztes Jahr kennengelernt hatten. Ich erklärte ihm unsere Odyssee und er erlaubte uns die Nacht zu bleiben - für 15US$. Kein Thema... Ich fragte noch wie denn die Strecke bis zum Save wäre und er meinte, dass wir uns unbedingt am nächsten Morgen dem Konvoi anschliessen sollen - wäre sicherer. Der Konvoi würde um 6:00h in Muxungue starten und ca. eine Stunde später das Camp passieren. Dann sollten wir am Tor stehen!
Das Feuer war soweit und ich hab flink unsere Steaks auf den Grill gelegt; Elke hat uns einen GT gemixt - und es gab sogar Eis aus der Eismaschine! Die Steaks waren noch nicht ganz fertig da öffneten sich die Himmelsschleusen! Das Wasser kam aus allen Richtungen; zur Lapa ging‘s ein paar Stufen hoch, hier blieb es Trocken und auch das Dach war dicht :)
Ich musste noch im Regen ausharren bis das Fleisch fertig war, dann haben wir es uns am Tisch gemütlich gemacht. Der Regen prasselte...
Francis musste noch einmal weg, irgendwo wollte er jemanden abschleppen.
Wir hätten uns gerne mit Francis weiter unterhalten um von ihm Näheres über die Situation hier zu erfahren.
So saßen wir allein in der großen Larpa und liessen den Tag Revue passieren. Wir überlegten, wie wir diese Gefahrenlage hätten vermeiden können. Wenn man uns an der Grenze auf unser Nachfragen ehrlich geantwortet hätte, wären wir sicher nicht über Dombe gefahren sondern gleich von der Grenze aus kommend südlich gefahren und den Save weiter westlich überquert. Ob die Region sicherer gewesen wäre und vor allem ob es dort eine Möglichkeit gegeben hätte den Fluss zu queren ist auch fraglich. Letztlich hatten wir Glück dass wir so durch gekommen sind bis ins Camp. Hätte auch ganz anders ausgehen können...

Bissl trocken bis hier, müssen wir zugeben. Aber wir hoffen die Infos sind es wert sich hier „durchzulesen“ ;) Fotos haben wir erst wieder gemacht, nachdem wir den Save überquert haben.

In der Nacht regnete es heftigst, aber sonst blieb alles ruhig. Bei dem Regen stromert niemand durch die Gegend.
Am nächsten Morgen sind wir dann zeitig aufgestanden. Elke hat Frühstück gemacht und ich hab Zelt zusammengelegt und unsere sieben Sachen eingepackt. Dann ab zum Tor...

Camp Buffalo - Inhassoro, Seta Hotel / Estrela de Mananisse, 135km
Es dauerte nicht lange und die ersten Fahrzeuge schossen vorbei, wieder große Busse aber keine gepanzerten Fahrzeuge! Wir trauten uns erst nicht, dann sind aber auch Bakkies und SUV vorbeigefahren mit RSA Registrierung. Denen haben wir uns dann angeschlossen. Leider sind die so schnell gefahren, dass wir dann bald den Anschluss verloren haben. Allerdings waren dann schnell wieder Busse hinter uns! Die Strasse wurde zusehends schlechter, die Schlaglöcher immer größer. Teilweise schien es als wenn es Quergräben gegeben hätte, denn der Teer fehlte auf ganzer Breite der Strasse. Dann wurde die Strasse so schlecht, dass wir nur noch Schritttempo fahren konnten. Wir sind teilweise neben der Strasse gefahren da die Schlaglöcher einfach zu tief waren. Auf dem Seitenstreifen war es zwar matschig, aber wozu haben wir einen 4x4...es regnete wieder ein bisschen.
Irgendwann erreichten wir die Brücke über den Save - Roadblock - Schlangestehen! Die Uniformierten wollten wieder Geld, stellten ein paar dumme Fragen. Wir konnten dann aber weiterfahren ohne Fahrzeugkontrolle und ohne zu zahlen. Wir waren erleichtert, offenbar hatten wir das Schlimmste nun hinter uns. Wir fuhren an einer langen Schlange Fahrzeuge vorbei. Offenbar warteten diese auf den nächsten Konvoi in Richtung Norden.







Jenseits der Brücke haben wir uns erst einmal mit Holzkohle eingedeckt, die sackweise an der Strasse verkauft wird. Die Herstellung von Holzkohle geht ja leider mit dem Raubbau an der Natur einher. Aber Feuerholz muss auch geschlagen werden. Wir sehen den großen Vorteil von Holzkohle darin, dass man deutlich besser „portionieren“ kann und so insgesamt weniger Material verfeuert als man es mit Holz machen würde. Auch kann man gut Kohle nachlegen und kann eigentlich schon sehr schnell die entstehende Hitze nutzen um z.B. Reis oder Kartoffeln zu kochen. So ein großer Sack wiegt 50Kilogramm! und hält bei uns eine ganze Reise - und das sind schon ein paar Wochen ;) Allerdings muss man so einen schweren Sack auch händeln können. Ich lasse den Sack immer auf den Dachträger packen und verteile den Sackinhalt später dann auf kleinere, dichtere Säcke, die ich dann alleine heben kann.



Die Strasse, hier südlich des Save, ist in einem guten Zustand, so kommen wir zügig voran. Unsere nächste Übernachtungen planten wir in Inhassoro, auf der Campsite vom Seta Hotel. Letztes Jahr sind wir fast eine Woche dort geblieben. Die Campsite selber ist ziemlich heruntergekommen aber damit kann man sich arrangieren. Schliesslich verbringt man seinen Urlaub ja nicht auf dem Klo ;) Die vorderen Stellplätze haben Meerblick und die große Bäume spenden viel Schatten und zum Pool und zum Restaurant sind es nur ein paar Schritte. Es gibt Strom und einen Wasserhahn am Stellplatz - leider auch Ameisen, aber davon später mehr! Wir freuten uns schon auf die Lulas...und auf ein kühles 2M!
Die Küstenstrasse verläuft ca. 20-30km von der Küste entfernt. An der Kreuzung haben wir dann die Hauptstrasse verlassen und sind in Richtung Inhassoro gefahren. Bald kamen wir in das kleine lebendige Örtchen Im Ort selbst herrscht immer reges Markttreiben. Hier kann man bis auf Fleisch und frischen Fisch alles für den täglichen Bedarf einkaufen. Simkarten gibt‘s bei fliegenden Händlern, die direkt Freischalten können und auch beim Einrichten helfen. Aber in die „City“ wollten wir ja jetzt noch nicht. Erster Stop beim Bäcker, direkt an der Strasse zum Seta-Hotel. Etliche Fahrzeuge mit RSA-Registrierung auf der Strasse. Wir kauften ein paar Brötchen für‘s morgige Frühstück und ein paar süße Stückle für den nachmittäglichen Kaffee - Nervennahrung :)

Seta Hoel, Campsite, 300MT /P /N (80MT ca. 1Euro)
Zwei Minuten später waren wir schon an der Rezeption vom Seta-Hotel. Die Dame wollte erst einmal „Herbeigeklingelt“ werden. Keine Lust Gäste zu bedienen...?!
Wie üblich gaben wir zunächst an für 2 Nächte bleiben zu wollen mit Option auf Verlängerung. Sie wollte dann losmarschieren uns das Gelände zu zeigen. Da wir schon einmal hier waren winkten wir ab und sind dann direkt zu „unserem“ Stellplatz in vorderster Reihe gefahren.
Das Gelände sah aus wie wir es schon kannten, mit dem Unterschied dass der Pool nur halbvoll stand mit einer grünen Brühe gefüllt! Kein Pool?!
Also wird‘s wohl nix mit Längerbleiben... (Fotos von vorletzter Reise)


Stellplatz - hier mit Freunden

Sooo schön war der Pool LETZTES Jahr :(

Zugang zum Restaurant, unverändert.

Ausblick, unverändert schön!

Morgens die Fischer, auf dem „Weg zur Arbeit“

Stillleben, am Strand.
Wir haben uns dann eingerichtet und sind dann los um uns den Pool genauer anzuschauen und um zu gucken, ob das Restaurant noch bewirtschaftet wird. Wir hatten von vielen Schliessungen gehört, weil durch die angespannte Lage im Land die Touristen ausbleiben. Der Zustand des Pools weckte wenig Hoffnung...
Der Pool war nicht zu benutzen, allerlei Getier tummelte sich im und unter Wasser. Hier war schon länger nicht mehr sauber gemacht worden :(
Das Restaurant war aber offen und es waren auch ein paar Gäste da.
Es war schon spätnachmittags und wir bestellten gegrillte Lula mit Pommes und einheimisches Bier - 2M.
Aus Erfahrung vom letzten Jahr wussten wir, dass es hier dauern kann bis mal sein Essen bekommt. Manche Gäste warten 2 Stunden! auf ihr Essen! Am Besten bestellt man direkt an der großen Theke und wartet nicht lange auf eine Bedienung. So söllte man innerhalb der nächste Stunde sein Essen bekommen. Überraschenderweise kamen die Getränke sehr schnell - so liess sich‘s aushalten. Ein warmer Wind kam vom Meer, die Sonne strahlt, die Wellen rollen auf den Strand, ein kühles Bier am Start und leckere Lula bald auf dem Teller!
Ein DJ baute hinter der Bar seine Anlage auf, offenbar sollte heute Nacht hier Party sein?! Die Musikanlage stand schon und spielte „heisse Rhythmen“. Man war noch beschäftigt Deko aufzuhängen. Jemand drehte an der Lautstärke, als wenn er wenn er Pegel justieren wollte. Bissl laut, aber sicher nur zum Testen...Pustekuchen! Die Anlage wurde weiter aufgedreht und man verstand seinen eigenen Gedanken! nicht mehr! Wir konnten uns nicht mehr unterhalten. Die anderen Gäste sassen alle wie versteinert da, niemand redete mehr und schien einfach den Lärm ertragen zu wollen. Ich bin dann rüber zu Bedienung um sie zu bitten die Lautstärke ein bissl reduzieren zu lassen. Sie zuckte nur mit den Schultern...
Ich bin dann zu dem DJ gegangen um ihn zu bitten etwas leiser zu machen. „Ich solle mehr Respekt zeigen, käme als Weisser in ihr Land und wolle bestimmen“ - ich hätte hier nichts zu sagen und er hätte die Erlaubnis vom Betreiber hier heute Musik zu machen. Mag sein, aber sicher nicht so laut!
Interessierte ihn nicht...Ich habe ihm dann noch versucht zu erklären dass letztlich die Touristen seinen Auftritt bezahlen und wenn diese wegbleiben oder unzufrieden wären nicht wiederkommen würden und er bald out of Business wäre. Auch das hat er nicht kapiert...
Ich bin dann zur Bedienung gegangen und habe nach ihrem Boss gefragt - der wäre nicht da! Toll...Die Musik war so laut, wir wollten dort nicht bleiben. Das machte ich ihr auch klar, aber auch das interessierte sie nicht!
Ich hab dann um die Rechnung gebeten und erklärt dass ich gerne noch geblieben und gegessen hätte. Für uns ist diese Lautstärke unakzeptabel und das ich nur die Getränke bezahlen werde. Da wurde sie dann ein bisschen flotter. Sie könnten uns das Essen ja einpacken und auf die Campsite bringen! Oh, das wußte sie schon?!
So sind wir dann gegangen und haben beim Auto auf unser Essen gewartet. Die Musik war immer noch unerträglich laut. Die anderen Leute im Lokal mussten alle taub sein! Uns schwante was uns heute Nacht für einen Lärm erwarten würde. So überlegten wir noch heute abzureisen, aber wohin? Wir kannten nur eine andere Campsite, auf der anderen Seite von Inhassoro, ca. 5km ausserhalb.
Direkt hinterm Bäcker hatten wir Schilder gesehen die auf andere Unterkünfte hinwiesen. Vielleicht war da was dabei?
Es war also entschieden, wir würden gleich nach dem Essen zusammenpacken und eine andere Unterkunft suchen! Zur Not würden wir auch ein self-catering Chalet nehmen. Also Zelt zusammenklappen, Tisch und Stühle wieder einpacken, Stromkabel ausstecken. zwischendurch hatten wir uns die Abolutions angeschaut - noch schlimmer als letztes Jahr, obwohl das kaum möglich war...Schade dass der Betreiber die Anlage so verkommen läßt, denn die Lage ist einfach 1a.
Das Essen kam dann und es war echt lecker! Wenigstens ein Lichtblick, aber nicht genug um zu bleiben.
Wir sind dann vor gefahren zur Rezeption um klar zu machen dass wir jetzt das Camp verlassen und hier nicht die Nacht verbringen werden. Ich wäre auch nicht bereit die Übernachtung zu zahlen. Für ein „Tagesticket“ würde ich aber bezahlen wollen. Sie verschwand dann und kam kurze Zeit später in Begleitung eines älteren Herrn mit asiatischen Zügen wieder. Ach nee, der Herr war doch auch im Restaurant?! Wir erklärten die Umstände - obwohl er die ja kannte. Wir konnten fahren ohne etwas zu zahlen für unseren mehrstündigen Aufenthalt. Das war mal erfreulich...
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Wie schon angemerkt hatten wir an der Querstrasse kurz vor der Zufahrt zum Seta-Hotel ein paar Hinweisschilder auf andere Anlagen gesehen. Es gab also noch einen anderen Campingplatz in der Nähe.


Aber leider 4 km ausserhalb...
Wir klapperten ein paar andere Resorts auf dem Weg zur Campsite ab, aber leider gab es keine „self-catering“ Chalets :(
Also sind wir weiter aus dem Dorf herausgefahren und dann schliesslich vor der Einfahrt zu „Estrela De Mananisse“ gestanden.

Estrela De Mananisse, Inhassoro, 300MT/N/P, kurz vor Xmas 2016
Ein großes Rolltor versperrte die Einfahrt und der Pförtner hatte wohl Ausgang... Also Aussteigen und gucken wen man hier wecken muss um aufs Grundstück fahren zu können. Das Tor war von innen nicht verriegelt; ich hab‘s einfach aufgeschoben und wir sind reingefahren. :whistle:
Nachdem ich das Tor geschlossen hatte, kamen nach ein paar Minuten zwei Männer auf uns zu und einer fragte nach unseren Wünschen. Wir wären auf der Suchen nach einer Campsite - ein paar Nächte wollten wir wohl bleiben. Es wäre noch was frei und wir könnten uns den Platz gerne anschauen! Ich bin dann mit einem der Herrn - Josefa - in den Teil der Anlage gelaufen, der als Campsite fungierte. Das mit Elektrodraht umzäunte Grundstück ist dicht bepflanzt mit niedrigen Bäumen, daher kann man die ganze Anlage nicht in eins überblicken. Wir passierten mehrere Chalets auf dem Weg. Ein paar waren schon von Gästen bewohnt, zumeist von Südafrikanern.
Ein niederländischer Troopy parkte auf einem der beiden Stellplätze, für "Unterhaltung" war also schon gesorgt! Ein bisschen weiter hinten war dann der freie Platz. Ein rundes Dach mit einer geschlossenen Wand als Windschutz, der Boden betoniert. Licht und Steckdosen am Unterstand. Ein paar Meter weiter eine Feuerstelle und ein Waschtisch mit Ablage. Mehr braucht kein Camper ;)
Etwas entfernt stand der Ablution-Block mit Dusche und Toiletten.






Zum Fisch und zu den Lulas schreib ich noch was ;)

Einen Pool und eine Bar gab es auch auf dem Gelände. Mangels trinkwilliger Gäste war die Bar aber geschlossen. Der Pool war aber einsatzbereit und wir haben uns nach dem Zeltaufbau gleich zu Wasser gelassen! Das Wasser war herrlich und die Aussicht grandios!




Aussicht vom Pool - unten am Wasser sieht man Fischer wie sie ihre Netze einziehen...
Da wir ja schon im Seta-Hotel gegessen hatten, waren wir in der Hinsicht versorgt und haben den Tag mit einem Rotwein ausklingen lassen.

t.b.c...
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Die Nacht war herrlich - endlich mal keinen Regen! Die Temperaturen war sehr angenehm und Moskitos haben wir auch keine gesehen. Dafür haben wir aber nähere Bekanntschaft mit anderen Plagegeistern gemacht - Ameisen! Davon aber später mehr...

Nach dem Frühstück sind wir zunächst auf ein Schwätzchen zu den Holländern rüber gelaufen. Auch sie bereisen über den Winter das südliche Afrika. Sie leben direkt in Amsterdam und vermieten während ihrer Abwesenheit ihr kleines Häuschen mitten in der City und finanzieren so auch einen Teil ihrer Reise. Keine schlechte Idee...zu dumm dass wir kein Häuschen in Amsterdam haben :(

Wir wollten später noch in die Stadt fahren und ein bissl bummeln. Laufen konnten oder besser wollten wir die Strecke nicht. Man hätte zwar am Strand lang laufen können, aber das wäre ganz schön anstrengend gewesen und mit Einkäufen am Handgelenk nicht so prickelnd. Das Dachzelt war flink zusammengelegt.
Bevor es los ging, wollte ich aber zunächst den Sack Holzkohle vom Dach haben. Kaum merklich fiel ein bisschen Sprühregen. Das Auto war nass...
Der Betreiber arbeitete mit seinen Angestellten an einem neuen Weg runter an den Strand. Der Weg war schon fertig und man arbeitete grad am Tor und am Elektrozaun. Ich fragte ob mir jemand helfen könne den Sack Holzkohle abzuladen?!
Ich bin auf‘s Auto hochgestiegen und habe den Jungs den Sack an die Dachkante herangerückt und sie haben ihn angenommen, unten hingelegt und sind dann wieder an ihre Arbeit gegangen. Ich stand barfüßig noch oben auf dem Dach und hab die Gurte aufgeräumt und wollte dann wieder heruntersteigen. Da ich keine Leiter am Auto habe, klettere ich immer wie ein (unbeholfenes) Äffchen über Kotflügel und A-Säule hoch aufs Dach und so auch wieder runter. Festhalten kann man sich am Dachträger. Wenn es trocken ist, ist das kein Problem. Nun war das Auto aber nass und es klebte noch der Dreck unserer bisherigen Reise auf dem Lack. Ihr könnt euch vorstellen was passiert ist - plumps lag ich unten auf dem Rücken, aber nicht ohne vorher auf dem Weg nach unten mit dem Oberkörper auf die Dachkante zu knallen. Autsch!
Wie ein Maikäfer zappelte ich da auf dem Boden bis ich wieder auf die Beinen kam. Ich merkte sofort dass ich nicht ohne Blessuren der Schwerkraft gefolgt war. Es hatte wohl die kurzen Rippen der rechten Seite erwischt, jedenfalls waren die auf einmal seeeehr druckempfindlich! Zunächst dachte ich mir nichts dabei - wird sich wieder legen und ein Indianer kennt keinen Schmerz. Aber ich bin ja kein Indianer...Äusserlich sah man nichts, aber der Schmerz „entwickelte sich“ und ich sollte 6 Wochen! Spass haben mit den Rippen :blink:
Aber ich wollte ja den Sack Holzkohle versorgen. Die kleinen Säcke hatte ich schon zurecht gelegt. Ich hab den großen Sack aufgebunden und dann die großen Stücke Kohle in die kleinen Säcke umgeschichtet. Die kleinen „Portionen“ liessen sich so deutlich besser Händeln als der große Sack. Die Brösel hab ich dann gleich in die Feuerstelle befördert. Sollte für die heutige Grill-Session sicher reichen.
Dann sind wir ins Dorf gefahren. In der Nähe des „Busbahnhofs“ ist der Markt gelegen. Die Händler haben hier größtenteils feste Stände oder verschliessbare Buden wo sie ihre Waren anbiete. Hier auf dem Markt kann man wirklich alles für den täglichen Bedarf kaufen - Fisch und Fleisch gibt‘s dort auch, aber die Nase meldet „hier lieber nix kaufen“!
Ein paar Tomaten, Bananen und Mangos haben wir eingekauft. Wir wollten noch eine Simkarte für‘s Telefon erwerben. Mit ein bissl Durchfragen standen wir dann am Verkaufsstand eines fliegenden Händler. Bei ihm haben wir dann eine Sim-Karte gekauft und er hat uns die Karte auch gleich freigeschaltet. Internet wollte erst nicht funktionieren. Er hat länger in den (deutschen) Einstellungen gefummelt aber internet wollte nicht... Er hat dann die Karte in sein Telefon gesteckt und konfiguriert, dann funktionierte auch internet - auch auf meinem Mobiltelefon! Wir haben dann gleich noch Guthaben aufgeladen. Dann noch zum Bäcker und gleich weiter in Richtung Campingplatz gefahren. Wäschewaschen stand noch auf dem Plan :(
Nun möchte ich euch nicht langweilen mit einer detaillierten Beschreibung meines Wäschebergs... :evil:

Stattdessen erzähle ich euch lieber von unserer kleinen Bootsfahrt die wir im Vorjahr gemacht haben?!
Kurz zur Erinnerung, im Vorjahr haben wir noch auf dem Campingplatz am Seta-Hotel übernachtet. Dort lief nachmittags ein Einheimischer über den Platz und erkundigte sich ob wir Interesse an einem Bootsausflug hätten - es wären noch zwei Plätze frei auf seinem Boot?! Es sollte auf eine kleine vorgelagerte Insel gehen, Schnorcheln, Insel erkunden, Relaxen und ein Essen sollte es auch geben. Klar hatten wir Interesse! Ich kann jetzt nicht mehr sagen wie viel der Ausflug gekostet hat, aber es waren nicht viel mehr als umgerechnet 20Euro pro Person. Das „Paket“ bestand aus Bootsfahrt, kalten Getränken (Flasche Wasser) und einem Essen. Am nächsten Morgen wollte er uns abholen und zum Boot bringen.
Am nächsten Morgen warteten wir dann am vereinbarten Treffpunkt auf unseren Guide. Es kam dann bald und wir sind zusammen ins Dorf gelaufen...eigentlich hatte er von Fahren gesprochen?! Es war schon sehr warm und die Sonne brannte. Wir waren schon fast im Dorf da tauchte sein Fahrer mit dem Pickup auf. Wir „durften“ auf der Ladefläche Platz nehmen und er ist über eine extrem krumplige Piste ans andere Ende des Dorfes an den Strand gefahren. Hier lag ein kleines Segelboot...


Das Boot wurde beladen - unter anderem mit einem großen, tiefgefrorenen Fisch - dann sind wir mit dem Kapitän losgeschippert. Der Mann vom Campingplatz war nur (s)ein „Seelenfänger“...
Zunächst schipperten wir in Sichtweite des Ufers entlang zu einem nahen Campingplatz. Wir hatten diesen Platz auch schon angeschaut. Sehr schön, aber sehr voll und uns zu weit entfernt vom Dorfzentrum.
Eine Gruppe Männer, Frauen und Kinder stieg zu und das Boot war voll! Jetzt ging es raus aufs Meer in Richtung Bazaruto Island. Das Ziel war aber nicht das Hauptarchipel sondern die vorgelagerte Felseninsel „Santa Carolina“.









Die Überfahrt war ruhig bei bestem Wetter und dauerte eine gute Stunde. Dort angekommen hatten wir ein paar Stunden zur freien Verfügung. Die Insel erwandern oder im kristallklaren, warmen Wasser Schnorcheln - war ja wohl klar was ich wollte...
Während der Zeit unserer Abwesenheit wurde an Bord ein Essen für uns zubereitet. Der riesige, gefrorene Fisch war fast aufgetaut und wurde in „handliche“ Stücke zerteilt, mariniert und auf Holzkohle gegart. Dazu sollte es Reis und einen Paprika-Salat geben. Aber noch war es nicht soweit, wir wollten doch die Zeit nutzen...

Ich wußte nicht so recht was mich unter Wasser erwartete. Auf dem Hinweg hatten wir Delfine gesehen, die wären bestimmt nicht in der Bucht...Delfine habe ich auch nicht gesehen, aber viele bunte Fische! Leider habe ich keine Unterwasserkamera, sonst hätte ich hier ein paar Fotos zeigen können.
Es war Niedrigwasser und die meisten Fische waren nahe der Felsen. Man muss höllisch aufpassen von den Wellen nicht auf die scharfkantigen Felsen gespült zu werden. So bin ich lieber ein bissl auf Abstand geblieben. Trotzdem hat es sich gelohnt diesen kleinen Ausflug zu machen um hier Schnorcheln zu gehen!
Nach einiger Zeit bin ich doch etwas müde geworden und zum Boot zurück geschwommen. Dort hab ich dann Brille und Flossen deponiert und hab mit Elke noch ein bissl die Insel erkundet. Weit konnten wir aber nicht mehr gehen da das Essen schon fast fertig war!
Die Insel war früher bewohnt, es gab sogar ein Hotel! Das Hotel und die umliegenden Wohnhäuser sind inzwischen alle verlassen und verfallen langsam. Ganz in der Nähe steht ein Gebäude das offensichtlich mal eine Kirche war. Ein anderes das Hotel? Stattlich war es immer noch, nun aber etwas verwohnt ;) Seht selbst...












Wind, Wetter und vor allem das Meer knabbern an den Gebäuden und Befestigungen...






Unglaublich wie viele Fische sich da direkt am Ufer im Wasser tummelten!


Das war unser Ausflugsboot - ein Aussenborder hat uns auf die Insel gebracht. Das Segel kam leider nicht zum Einsatz.
Das Essen war eine Wucht, schon erstaunlich wie einfach doch ein köstliches Mahl bereitet werden kann! Es war genug da für alle - wir konnten gar nicht alles essen! Leider habe ich keine Fotos der „Fressorgie“ gemacht :(
Nach dem Abwasch im Meer hat der Skipper den Anker gelichtet und wir sind wieder Richtung Festland aufgebrochen. Es war bereits Nachmittag.
Unterwegs begleiteten uns wieder Delfine. Gar nicht so einfach im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken...




Die Sonne brannte den ganzen Tag erbarmungslos vom blauen Himmel. Ein leichter Wind bescherte ein bisschen Kühlung. Am Ausgangspunkt der kleinen Seereise wieder angekommen machte sich aber ein Sonnenbrand bemerkbar - trotz Sonnencreme und Mütze mit Nackenschutz...
Das war ein kleiner Rückblick auf einen Ausflug den wir auf einer unserer letzten Reisen nach Mosambik vom Seta-Hotel aus gemacht haben. Lohnt unbedingt!

t.b.c.
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Letzte Änderung: 08 Jul 2017 23:36 von FSausS.
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  • FSausS am 22 Mär 2017 22:13
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Zurück zur aktuellen Reise...
Der Berg Wäsche war versorgt und trocknete auf der Leine.
Nachdem wir am Vortag noch im Seta-Hotel eine Portion Lulas verdrückt hatten, mussten wir uns heute mal wieder selbst ums Essen kümmern. :whistle:
Wir hatten aus Francistown noch Boerewors in der Engel. Kartoffeln hatten wir auch noch einen halben Sack voll. Also würde es heute eine Portion Wurst mit Kartoffeln geben; den Rest Wurst wollten wir Josefa, dem „Mädchen“ für alles auf der Campsite, gegeben und ihn gleich fragen, ob er uns einen frischen, ca. 6-7kg schweren Fisch - Cutter oder Barrakuda - besorgen könnte.
Auf unseren ersten Reisen nach Mosambik hatten wir noch mittelprächtige Einzelfische (ca. 2-3kg) wie Rockfish, Parrotfisch oder Red Snapper gekauft. Mittlerweile kaufen wir aber lieber noch größere Fische, schneiden diese in Stücke und schichten sie in Tupper verpackt ganz unten in der Kühlbox. Cutter und Barrakuda haben den großen Vorteil, dass man sie in Scheiben sehr gut portionieren kann und so nicht einen ganzen Fisch zubereiten und vor allem essen muss! Ausserdem braucht man diese Fische nicht zu schuppen, denn ihre Haut ist ehr lederartig. Wir waren gespannt ob er einen Fisch besorgen konnte - er versprach seine Kontakte spielen zu lassen. Wir machten uns allerdings keine großen Hoffnungen schnell an Fisch zu kommen... :dry:

In Windhoek hatten wir uns zu Beginn der Reise bei Bushwackers eine rechteckige, ca. DIN A4 große, Edelstahlpfanne gekauft. So könnte man auch Kleinzeug und Gemüse auf dem Feuer zubereiten ohne dass Grillgut in die Glut fällt - wie leider schon oft passiert :(
So habe ich ein Feuer entzündet, die Pfanne gleich mit Wasser gefüllt und mittels Dreibein aufs Feuer gestellt um die Kartoffeln zu kochen. Als die Kartoffeln dann fast gar waren, habe ich sie abgeschüttet und die Boerewors in der Pfanne gebraten. Anschliessend die Kartoffeln rein in den Sud und das Abendessen war fertig! Köstlich...
Wie üblich wurde 2M gegen den Durst eingesetzt und für den Genuss hatten wir ja noch Pinotage!

Ich hatte die Nacht nicht gut geschlafen. Die Auswirkungen meines Freifluges vom Vortag zeigten sich in der Form, dass ich nicht auf der Seite liegen konnte. Jede Bewegung unter Beteiligung der Bauchmuskulatur schmerzte.
So trieb es mich aus der Bettchen und ich habe zunächst das Frühstück bereitet. Elke rekelte sich derweil noch im Dachzelt. Wir hatten hier Strom und so brachte unser kleiner Elektrokocher das Wasser schnell zum Kochen und der Kaffee war schnell aufgebrüht. Der Duft vom frischen Kaffee hat Elke dann an den Tisch gelockt ;) Die Brötchen vom Bäcker waren echt lecker - obwohl vom Vortag; heisser Kaffee, frische Morgenluft, das Rauschen des Meeres, ein wohlgedeckter Tisch - so kann man in den Tag starten!
Mittags sind wir noch einmal in die Stadt gefahren. Das Fleisch hatten wir ja verschenkt und auf den Fisch mussten wir wohl noch warten. Wir wollten versuchen am Strand Lulas zu kaufen. Wir fanden einen Fischer? und versuchten ihm klar zu machen was wir wollten. Einer der Jungs aus der Gruppe konnten ein paar Brocken Englisch - so verstand er schliesslich unser Begehr. Wir sollten nachmittags zwischen drei und vier noch einmal wieder kommen, dann würden die Fischer ihre Fänge anlanden.
Da unsere Biervorräte zur Neige gingen, mussten wir Nachschub kaufen. Nun muss man wissen, dass die großen Flaschen Bier (660ml) meistens nur im Tausch mit Leergut zu bekommen sind. Da wir (noch) kein Leergut hatten, bekamen wir auch leider keine großen Flaschen. Egal, 2M schmeckt auch aus kleineren Flaschen - man muss halt ein Flasche mehr öffnen ;) Wir sind dann noch ein bissl durch die Stadt gebummelt. In den engen Marktgassen gibt es immer was zu entdecken. Ameisenspray stand ganz oben auf unserer Einkaufsliste. Sobald man mit dem Auto ein wenig länger an einem Platz steht, finden die Jungs den Weg ins Auto. Das ist kein Spass wenn die Kolonnen überall im Auto laufen! Binnen Stunden hat man ein Nest mit Eiern im Auto! Da hilft dann leider nur noch Gift...Gift zum Ausräuchern und Gift an die Räder gesprüht dass sie nicht mehr ins Auto kommen. Der nächste Regen wäscht leider wieder alles ab. :( Zum Thema Regen, direkt an der Küste war er nicht so heftig, reicht aber um das Spray abzuspülen. Weiter im Landesinneren sind die Regenfälle aber deutlich ergiebiger. Ich werd versuchen ein Video einzubinden von dem Sturzregen der uns erwischt hat als wir aus Pomene und später noch einmal als wir von Zavora rausgefahren sind. Da war die Strasse ein Fluss!
Zur inneren Desinfektion stand noch Gin auf der Einkaufsliste. Man muss höllisch aufpassen dass man nicht über den Tisch gezogen wird - die Preise variieren nach Lust und Laune der Händler. Ein „guter“ Kurs für eine 0.75l Flasche Gordon‘s Dry liegt bei 400Mt. In Inhassoro haben wir noch um 500Mt bezahlt (Dez/Jan. 2017: 75Mt = 1€). Weiter im Süden von Mosambik werden Grundnahrungsmittel dann günstiger. Die Händler hier sind sich aber leider einig. Schweppes Tonic bekommt man in Mosambik in 0.33l Dosen und deutlich günstiger als z.B. in Botswana oder Namibia. Hartling? ist immer eine gute Adresse für den Getränkeeinkauf.
Die Zeit verging wie im Flug und es wurde Zeit wieder an den Strand zu fahren um den Fischer zu treffen. Ein Zwischenbier haben wir uns noch im Restaurant des Seta-Hotels gezischt; dann bin ich runter an den Strand und habe dort den Fischer getroffen. Er hatte eine große, flache Wanne voll mit Lula dabei! Elke war (zum Glück) nicht dabei und so habe ich reichlich ausgesucht... Der Fischer bot sich an gegen einen kleinen Obolus die Lula gleich küchenfertig zu machen und ich nahm das Angebot dankend an. Zwar hatte ich schon beim Saubermachen zugeschaut, aber das Säubern der Lula ist dann doch nicht ganz so einfach wie es aussieht. 200Mt/Kilo zahlt man im Schnitt für Fisch; für Lula ein bissl mehr. Saubermachen geht extra. Ich hab ihm 500Mt gegeben und hatte meine Tragetasche gut gefüllt. Wir hatten mehr als genug für 2 Mahlzeiten!
Zurück im Camp stellte sich heraus, dass die Niederländer weitergezogen waren. Wir entschlossen uns auf die nun freie Campsite zu wechseln. Kaum Umgezogen hat uns dann Josefa mit einem ca. 5-6 Kilo Cutterfisch überrascht! Nun hatten wir mehr als genug Fisch...Zum Glück gab es einen Tiefkühlschrank am Pool wo wir einen Teil des Fisches lagern konnten.
Heute Abend sollte es Lula mit Reis geben - die Lula wanderten in die Grillpfanne auf‘s Feuer und den Reise bereiteten wir auf dem Gasbrenner.
Die Lula mussten noch ein wenig abgespült, kurz in Zitronenwasser mariniert und dann geklopft werden, dann waren sie bereit zum Garen. Der Cutter war schon ausgenommen; so musste ich ihn nur in Scheiben schneiden und in die Tupperdosen schichten. Wir haben zwei große Dosen und die waren schnell voll, alles passte gar nicht rein.



Die restlichen Stücke Fisch wollten wir zusammen mit einem Teil der Lula in der Pfanne braten.

Leider regnete es an diesem Abend und wir mussten das Grillfeuer geschützt vor dem Regen unter den Waschtisch verlegen.
Ein bissl Knoblauch in ein bissl Olivenöl anschwitzen und dann die Lula dazu geben. Wichtig ist die Lula vor dem Braten kräftig mit einem harten Gegenstand - großes, schweres Messer ist bestens geeignet - zu klopfen. Dann ist das Fleisch viel mürber und überhaupt nicht gummiartig! Es braucht nicht lange und die Lula sind gar. Dann noch einmal kurz auf den Rost auf‘s offene Feuer und den Reis in die Pfanne ins Öl geben. Yammi...
Ich hoffe euch läuft auch grad das Wasser im Mund zusammen - wie mir während ich hier schreibe! Wer Seafood mag, ist in Mosambik bestens aufgehoben :)



Die folgenden Tage haben wir abwechselnd Cutter und Lula gegessen.
5 Nächte waren wir auf dieser Campsite und wir werden ganz bestimmt wieder hinfahren! Die Lage ist zwar nicht ganz so toll wie vom Seta-Hotel, aber im Moment die deutlich bessere Wahl. Wenn die Betreiber des Seta-Hotels nicht bald was machen an den sanitären Anlagen und am Pool, wird wohl bald niemand mehr dort übernachten wollen! Jedenfalls nicht auf der Campsite. Zum Zustand die Chalets dort kann ich leider nichts sagen. Es gibt aber nur einen Pool und der ist eben nicht nutzbar.
t.b.c.
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