THEMA: Reisebericht: Nordmosambik, mal schön-mal hässlich
25 Jun 2013 19:13 #293641
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  • Erika am 25 Jun 2013 19:13
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Hallo zusammen, wir sind immer noch im schwül-heissen Quelimane

17. Januar 2013
Nach dem eher bescheidenen Frühstück im netten Hotelinnenhof satteln wir unser Fahrzeug um nochmals ausgiebig die Stadt zu erkunden, aber zuerst müssen wir dringend unsere Bargeldreserven auffüllen.

Obwohl ja auf den ATMs vielfach alle Kartenlogos wie Master, Maestro und VISA kleben, funktioniert meistens nur VISA.

Wir stellen uns bei der BIC Bank in die lange Kolonne und warten geduldig, aber es geht nicht sehr zügig vorwärts. Hin und wieder versuchen welche, sich vorzudrängeln. Toni sagt ihnen auf Schweizerdeutsch und mit eindeutigen Gesten, dass sie sich gefälligst hinten anstellen sollen, was die dann auch jeweils ohne zu murren tun. Probieren kann man’s ja, aber nicht bei uns. :sick:

Mit der Zeit kommen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Viele, welche ein paar Brocken Englisch können, möchten sich mit uns unterhalten.
“Für welche Hilfsorganisation arbeitet ihr?“
“Wollt ihr in Quelimane investieren?"
“Nein, wir sind nur Touristen”.
“Touristen?" Ungläubiges Staunen.
So wird die Wartezeit überbrückt.
Wir beobachten etwas verwundert, dass direkt vorne beim ATM die Leute dicht gedrängt stehen und denjenigen, welche gerade die Karte reinschieben über die Schulter schauen, was die Kartenschieber aber offensichtlich überhaupt nicht stört, im Gegenteil, es wird fröhlich geplaudert und gelacht. Manch einer fasst sogar von hinten in die Tasten. :S
Irgendwann sind wir an der Reihe und auch bei uns wird aus nächster Nähe neugierig geschaut um beim kleinsten zögerlichen Tastendruck postwendend helfend einzugreifen. Da man nur relativ kleine Beträge ziehen kann, müssen wir den Vorgang wiederholen.
“Sind 5000 Met nicht genug”?
“Nein, wir müssen noch Benzin tanken und Lebensmittel kaufen, Mosambik ist teuer”.
“Ja, Mosambik ist auch für uns sehr teuer”.
Auch der zweite Vorgang wird mit grossem Interesse und einigen unterstützenden, schulmeisterischen Kommentaren abgewickelt.

Wir verabschieden uns von unseren “Helfern”, laufen ein paar Meter, schauen uns an und bleiben plötzlich wie angewurzelt stehen. Was haben wir soeben gemacht :sick: ???!!! Sind wir eigentlich noch zu retten? :angry: Wir haben gerade eben gegen alle Sicherheitsregeln verstossen. Unfassbar so was, einfach nur stümperhaft. :pinch: Schlussendlich kommen wir aber zu Schluss, dass diese Einmischerei an den ATMs hier in Quelimane reine Hilfsbereitschaft ist, ohne böse Hintergedanken usw., und so war es auch. An jedem anderen Ort und sogar in der Schweiz hätten wir die Übung beim kleinsten Versuch von Einmischerei sofort abgebrochen. In Quelimane ist irgendwie alles anders. :laugh:


Hier einige Bilder von Quelimane:


















Kirche vorn


Kirche von hinten


kleiner Hafen

In einem indischen Supermarket, welcher von aussen eher klein und mickrig aussieht, finden wir erstaunlich viel Essbares, Wein und Schnaps für den obligatorischen Sundowner B) . Morgen wollen wir ja weiter und da muss das Lager gefüllt sein. Quelimane ist den Hauptstrassen entlang relativ sauber, aber in den Slums, dort wo sich das wirkliche Leben abspielt, ist es unglaublich vermüllt und die Armut und das Elend sind unbeschreiblich.

Nach einer ausgedehnten, sehr interessanten Stadtrundfahrt mit diversen Pausen in Gartenrestaurants fahren wir wieder ins Flamingo Hotel und verspeisen im netten Innenhof einen prima Fisch. Wir beobachten noch eine zeitlang das geschäftige Treiben der zahlreichen Gäste und verziehen uns relativ spät ins klimatisierte Zimmer. Draussen sind es immer noch 30 Grad.

Grüessli
Erika

Bald geht die Reise weiter……
Meine Reiseberichte:
1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa
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2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle)
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2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania
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2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia
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Letzte Änderung: 17 Jul 2013 14:07 von chrigu.
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26 Jun 2013 17:25 #293767
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  • Tomcat am 26 Jun 2013 17:25
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Sali Erika

... es sieht zum Teil schon sehr trist aus in den Städten :ohmy: ...wobei es gibt auch immer wieder Gegenden wo die Häuser wunderbar farbig angemalt sind... oft mit 2M Bierwerbung oder den MozCell Smilies... :)

Vielleicht finde ich noch ein Bild...

Gruss Tom
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26 Jun 2013 20:55 #293793
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  • Erika am 25 Jun 2013 19:13
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Hoi Tom

Ja, es sieht schon sehr trist aus in diesen Städten und trotzdem strahlen sie auf uns eine gewisse Faszination aus. Diese südländische, lässige Atmosphäre mit den vielen Strassencafés hat schon einen gewissen Charme und ist glaube ich einmalig in Afrika. Das kann vielleicht nicht jeder verstehen, aber uns gefällt das. Natürlich ist durch den langen Bürgerkrieg sehr viel Schönes vor die Hunde gegangen, aber man kann sich doch irgendwie vorstellen, wie es früher einmal gewesen sein muss. Wir fragen uns nur, ob die jemals wieder auf die Beine kommen, wo ja die RENAMO nun wieder auferstanden ist.

Trinken wir in Gedanken ein paar 2M auf Mosambik und hoffen das Beste. Und wenn du noch ein paar interessante Bilder hast, nur her damit.

Grüessli
Erika
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27 Jun 2013 10:33 #293851
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Hi Erika,

die Situation am ATM kommt mir bekannt vor...

Auf dem Weg nach SA hatten wir einen Unfall und hingen in einem Kaff irgendwo in der Kalahari fest. Um das abgefuckte Hotel zu zahlen, mussten wir Geld ziehen. Nachdem das ganze Kaff uns inzwischen kannte und am weiteren Schicksal teilnehmen wollte, "klebten" sie an mir, als ich am ATM mein Geld zog...

Auch ich hab mich anschließend gefragt, ob ich bescheuert bin. :unsure: In der Situation hab ich einfach nur gehofft, dass der ATN Geld ausspuckt - wie alle um mich herum Stehenden auch.

Wir hatten mehr Glück - als Verstand - es ging gut! :silly:

Aber da kann man jahrelange Erfahrungen haben und trotzdem schaltet der Verstand sich manchmal zu spät ein :blush:

Grüßle
Anja
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27 Jun 2013 14:21 #293892
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Hallo Bamburi

Lustig, dass dir so was an einem ATM auch schon passiert ist und weder bei dir noch bei uns haben die Alarmglocken geläutet. Manchmal muss man sich einfach auf seinen Instinkt verlassen, da gerade an nicht touristischen Orten in Ermangelung an potentiellen Opfern die Gefahr eher gering ist, dass Ganoven rumlungern.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir in diesem speziellen Fall sogar sehr unhöflich gewesen wären, wenn wir unsere „Helfer“ weggejagt hätten, zumal ja alle Leute vor uns auch nichts gegen eine „körpernahe Anteilnahme“ einzuwenden hatten. :laugh:

Trotzdem, nicht zur Nachahmung empfohlen! Es kann auch in die Hose gehen. :ohmy:

Liebe Grüsse
Erika
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27 Jun 2013 17:37 #293912
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Hallo ihr zwei Beiden,
Manchmal muss man sich einfach auf seinen Instinkt verlassen
Verlass ist da meistens auf den weiblichen Instinkt. Wir hatten eine ähnliche Begebenheit in Citrusdal. Jochen zehrt heute noch davon, wie unbekümmert ich dort den ATM bedient habe und schlachtet die Geschichte immer noch genüsslich aus. Ich fand´s unbedenklich! :whistle:

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit

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