24. Oktober 2025: Gamedrive im North Luangwa NP
und Weiterfahrt von der Ituba zur Samala Campsite - Teil 2
Vor lauter Aufregung vergesse ich an der Stelle, an der wir dann anhalten und aussteigen, zu den Hunden, die jetzt unter einem Baum im Schatten dösen, hinzuzoomen. Wer findet sie?
Ist doch ganz einfach

:
Unser Scout sichert die Stelle, an der wir absteigen sollen und dann machen wir uns im Gänsemarsch durchs flache Wasser und in einem großen Bogen auf den Weg zu den Wilddogs.
Oder soll ich besser sagen, zu der Stelle, an der sie vorher lagen

? Denn inzwischen haben Geier ihren Platz eingenommen und hacken und picken an dem Riss herum.
Die Hunde sind wie vom Erdboden verschluckt

.
Egal – ich finde den Walk sehr schön, in weichem Sand mitten durch das fast trockene Flussbett mit tollen Ausblicken auf die Uferbereiche.
Und Geier mag ich ja eh! Fast noch mehr als Wilddogs, wenn ich ganz ehrlich bin

.
Leider fliegen sie aber – als wir hier zu Fuß aufschlagen – einer nach dem anderen ab. Ein tolles Bild, leider lässt sich das nicht richtig einfangen.
Nun ist es Zeit für die Fleischbeschau – angeblich war das mal ein Bushbock. Mir kann man ja viel erzählen…
Zwischendrin fliegt ein Streaky Tawny Eagle ein, mal schaun, ob es noch was zu fressen gibt.
Auch die Geier kontrollieren den Luftraum über uns – vermutlich in der Hoffnung, dass wir bald verschwinden.
Das tun wir auch – in einem großen Bogen versuchen wir, die Wilddogs im Busch noch einmal zu finden,
geben aber recht bald auf und marschieren – erneut durchs Wasser - zurück zu unserem Auto oben an der Uferböschung.
Am Gate müssen wir noch einmal kurz anhalten (davor haben wir übrigens noch einen Malachite Kingfisher gesehen, die Fotos von ihm erspare ich euch aber gnädigerweise

)
und dann geht es schnell zurück zur Campsite. Dort kommen wir dann so gegen 11 Uhr los.
Wir machen wieder dasselbe Prozedere durch, um in den Park zu gelangen, mit dem Unterschied, dass Otti sich beim Verlassen des Flusses über das tiefsandige Steilufer festfährt

.
Mit Hilfe von Andrew und unter Bewachung des Scouts (übrigens Matthias, ich zerbreche mir gerade den Kopf, wo wir den eigentlich ausgesetzt haben?) schafft er es aber im dritten Versuch.
Was nun folgt, klingt toll und spannend

– wir queren den North Luangwa Nationalpark und auch die Schutzzone des Rhino Sanctuary, an dem auch die Frankfurter Zoologische Gesellschaft beteiligt ist
fzs.org/de/programme/sambia/
Tatsächlich bin ich aber selten eine langweiligere Strecke gefahren als diese

. Die einzige Abwechslung ist die Kontrollstelle, ansonsten rumpeln wir auf gerader Piste durch dürren Mopanebusch.
Die Nashörner sind natürlich irgendwo tiefer im Busch, vemutlich in einer inneren Schutzzone versteckt. Da können wir uns die Augen aus dem Kopf schauen so viel wir wollen...
Interessanter wird es erst wieder, als wir uns das Muchinga Escarpement, das zum Afrikanischen Grabenbruch gehört, hinaufschrauben.
Die Landschaft als auch ihr Bewuchs ändern sich stark.
Und plötzlich stehen nahe an der Strecke drei Elefanten – damit hatten wir nach so langer Flaute gar nicht gerechnet

.
Den Elefanten geht es wohl ähnlich wie uns – der süße Kleine macht zwar ein paar nette Faxen zu uns rüber,
aber die Mutter rennt nach kurzem Überlegen los. Zuerst befürchte ich, dass sie uns als Ziel hat

, aber zum Glück will sie einfach nur weg von hier.
Dies werden übrigens unsere letzten Elefanten der Reise sein, was bei einigen in der Gruppe später zu kleineren, aber lustig gemeinten Reklamationen führen wird

.
Eine halbe Stunde später verlassen wir den North Luangwa National Park durch das Mano Gate (das wir morgen überraschenderweise noch einmal sehen werden

).
Ganz ehrlich: diesen Teil der Reise hatte ich mir etwas spektakulärer vorgestellt

!
Durch eine komplett anders anmutende Landschaft geht es nun in einem kleinen südöstlichen Bogen zur Samala Campsite. Ich war noch nie in Ostafrika, aber so etwa stelle ich mir es vor, nach dem was ich von Bildern schon gesehen habe. Kein Wunder, befinden wir uns doch gar nicht so weit entfernt von Tanzania.
Optisch ist das zwar ganz hübsch und bunt und mal etwas anderes, aber so gar nicht mein Ding. „Mein“ Afrika befindet sich eher in der Kalahari und in der Namib Wüste

.
Nach etwa 3,5 Stunden sind wir an unserem heutigen Ziel am Mwaleshi River angelangt. Wir können zwischen den beiden Campsites wählen (Foto davon gibts morgen), die es hier gibt, bauen unsere Zelte auf und waschen ein paar Sachen durch. Alle außer mir gehen dann im Fluss baden. Ich habe von dem Plan nichts mitbekommen, weil ich da wohl gerade in den Ablutions war, bin aber ganz froh darüber, denn erstens spüre ich ein verdächtiges Halskratzen und zweitens hat sich eine aus unserer Gruppe an den Steinen im Fluss ganz übel den Fuß angeschlagen, sie wird bis zum Ende der Reise interessant bunt gefärbte Zehen (und entsprechende Schmerzen) haben

! So dabbig wie ich auf dieser Reise bin, hätte ich mir hier bestimmt mindestens beide Beine gebrochen

!
Dafür knipse ich noch einen Kuhreiher und das wars dann auch mit Fotos an diesem Tag.
Auf der Nachbarcampsite zieht ein riesiges Gefährt ein, das einem deutschen Paar gehört.
Sie erkundigen sich bei uns nach der Fahrbarkeit der Strecke, aus der wir gekommen sind und angesichts der Höhe und Breite des Wohnmobils rät Andrew ihnen dringend davon ab. Allerdings haben sie keinen wirklichen Plan B, außer wieder alles zurück zu fahren, aber da haben die beiden wohl nicht gut recherchiert und sind entsprechend etwas angesäuert.
Morgen geht es dann weiter nach Mutinondo - bis dahin liebe Grüße von Bele