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Dienstag, 4. November: Caprivi
Nachts hatten die Elefanten am Wasserloch trompetet, um 1:00 Uhr brüllten die Löwen unten im Tal. Um 5:45 verließen wir das Camp und fuhren zum Wasserloch sowie weiter den oberen Omuramba entlang. Natürlich gab es Elefanten zu sehen – und endlich schöne Fotos von den Roans. „If you like to see elephants, visit Khaudum … You will see elephants until you get tired of them (or not). My third time here, and it almost feels like an injustice to just stay one night. But the road leads elsewhere …” (Lindelani on Facebook). Um 7:45, im starken Regen, verließen wir Khaudum auf der 45 km langen Nordstraße, die im tiefen Sand schnurstracks geradeaus zur B8 führt. Im low range heizte der Land Cruiser auf und kämpfte, und nach 1,5 Stunden waren wir durch. Vielleicht hätte ich den Reifendruck noch weiter erniedrigen sollen – es waren vorne 1,5 und hinten 2,0 Bar, wobei die Reifen hinten wegen des Gewichts stärker abgeflacht waren. Wir fuhren gleich in die Mahango Core Area des Bwabwata-Nationalparks. Auf der Hauptstraße hinunter gab es zunächst nichts zu sehen, aber entlang des Flusses, auf dem Rückweg, dann schon. Wir fuhren zwei Stunden lang und nachmittags ab 16:00 Uhr nochmals zwei Stunden. Am Ufer sammelte sich zahlreiches Wild: viele Hippos im und außerhalb des Wassers, Impalas, Lechwes, viele Zebras und Warzenschweine – und ganz am Ende, um 17:30 Uhr, noch eine Herde von rund 100 Büffeln. Dann war noch eine weitere Antilopenart da, wenn auch sehr selten, die von Statur, Farbe und Hörnern deutlich von den anderen abwich. Nach unserem Field Guide sollten das Pukus sein, doch deren Verbreitungsgebiet ist hier am westlichen Ende, und eigentlich kommt eine kleine Population erst weiter östlich am Chobe in Botswana vor, angrenzend an den Caprivi. Also vielleicht doch eher Reedbucks. Die Hörner scheinen aber doch eher auf Pukus zu deuten. Die Fotos zu Hause werden es im Endeffekt zeigen. Auch zwei sehr schöne Warane waren in der Mittagssonne zu sehen, ebenso ein paar wenige, recht kleine Krokodile. Getoppt wurde alles von der Vogelwelt (Namen auf Englisch, da Lindelani mein Birder ist): vier Arten von Bienenfressern (Little, White-fronted, Swallow-tailed und Carmine), fünf Reiher (Little und Yellow-billed Egret, Goliath Heron, yellow billed heron, Löffler), Fischadler, Hammerkopf, Black-headed Oriole, Coucal, Jacanas … Unser Lager schlugen wir im Ngepi Camp direkt am Kavango auf, mit Blick auf Hippos, Wasserböcke und mehr. Seit heute sind wir im potenziellen Malariagebiet und verwenden abends Insektenschutzmittel. Tabletten nehmen wir schon seit drei Tagen. Für den Caprivi allein würde ich das zwar nicht machen, aber in Sambia mag es anders sein – je nachdem, wie viel es schon geregnet hat. Der Vollmond steigt schön über dem Kavango auf, während das Lagerfeuer brennt und die Kohlen für den Grill glühen. Die Kröten laben sich an den vom Licht angezogenen Termiten, die jetzt nach dem Regen schwärmen. |
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Letzte Änderung: 09 Nov 2025 07:28 von CarstenS.
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