THEMA: Reisebericht Sambia - 2. Versuch - November 2016
20 Mär 2017 21:27 #468385
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Tag 11 - Dienstag, 08.11.2016

Wie schon fast gewohnt begrüßt uns die Sonne früh am Morgen, allerdings haben sich nicht alle Wolkenfetzen seit gestern Abend verzogen... :(
Nach dem Frühstück geht´s zur sehr angenehmen Dusche und...Überraschung...hier sind doch noch andere Camper, die anscheinend auf einer versteckt liegenden Campsite stehen.
An der Rezeption bezahlen wir unsere Rechnung, die gerade entnommene kalte Cola gibt es umsonst...vielen Dank...würden gern noch einige Tage bleiben... :)
Die T2 ist schnell erreicht, weiter Richtung Tanzania. Wir überlegen die weitere Vorgehensweise, unsere "Grundnahrungsmittel" gehen zu Ende.... B) ....es fehlen Brot, Wasser, Diesel, Bier und Wein...das bedeutet, wir müssen erst nach Mpika in der Hoffnung, dort alles zu bekommen, und dann zurück zur Einfahrt der Escarpment Road...das ist blöd... :( ...wir wissen ja nicht, was uns dort erwartet und wo sich die nächste Übernachtungsmöglichkeit konkret ergeben wird.
Die Entscheidung fällt während der Fahrt Richtung Mpika, wir fahren auf eine dunkle Wolkenwand zu, die empfängt uns noch vor Mpika mit leichtem Nieselregen...bei diesem Wetter haben wir keine Lust, die Escarpment Road in Angriff zu nehmen...welche Alternative bietet sich noch?
Habe da im Hupe etwas von "Shiwa Ngandu" und "Kapishya Hot Springs" gelesen, das ist zwar noch ein Stück in die entgegengesetzte Richtung, aber heiße Quellen sind doch immer eine tolle Sache... :) ...das machen wir...
In Mpika steuern wir zuerst die Tankstelle an, wollen wieder volltanken und haben richtig Glück...die Tanke ist leer, wir können direkt an die Zapfsäule rollen...sind gerade fertig, da kommt ein Konvoi von mind. 15 Fahrzeugen z. T. mit Anhängern und südafrikanischen Kennzeichen. Ruckzuck ist die Tankstelle besetzt, nun hätten wir schlechte Karten...wer weiß, ob danach noch Diesel übrig ist... B)
Einen kleinen Supermarkt und Bäcker finden wir schnell, auch hier einige Südafrikaner beim shoppen... B)
Schwieriger wird es mit Bier und Wein...wir biegen rechts ab und finden eine große Lagerhalle mit Bierkisten, die gerade in zahlreiche PKWs geladen werden...ist das ein freier Verkauf?
Manni geht hinein und kommt nach längerer Zeit mit 2 sixpacks wieder raus... :) ...ob es hier wohl auch irgendwo Wein gibt?
Wir rollen die Hauptstraße rauf und runter, können aber keinen 'Liquor shop' entdecken. Zurück an der Tankstelle fragen wir ein paar Jungs und werden fündig: 2x links, dann rechts und wieder links...dort soll einer sein...tatsächlich finden wir ein kleines blaues Gebäude in einer Nebenstraße, auf dem sichtbar in schwarzer Schrift 'Liqour store' aufgemalt ist...den hätten wir allein niemals gefunden...und es gibt sogar einige Flaschen Rotwein, von denen wir 2 mitnehmen, sogar der Preis ist akzeptabel... :)
Weiter geht es Richtung Nakonde, vor uns und um uns herum wieder graue Wolkenwände, die Regenfahnen hängen sichtbar darunter...wie ein trübsinniges mitteleuropäisches Regenwetter an einem sehr üblen Tag.... :(
Ca. 90 km weiter erreichen wir das deutlich sichtbare Schild links ab nach 'Shiwa Ngandu'. Wenige Kilometer später kommt das gate, besetzt mit einem dünnen, klapprigen alten Mann. Die Prozedur wie so oft: Eintrag in ein dickes Buch, die Frage ob wir zum Camping wollen, dann dürfen wir hinein.
Das Navi zeigt einen verschnörkelten Weg durch das Nature Reserve, in dem sich 'Shiwa Ngandu', auch 'The Africa House' genannt, befindet, leider ziehen die schiefergrauen Wolken direkt in unsere Richtung, wir fahren auf sie zu...Mist...und nun geht die Welt unter... :(
Ein heftiges Gewitter entlädt sich über uns, während der sich hinziehenden Fahrt zur "Kapishya Hot Springs Lodge" sehen wir manchmal kaum die Hand vor Augen, geschweige denn etwas von dem Anwesen hier.
Die Piste verwandelt sich in ein aufgeweichtes Etwas... :( ...war das hier wirklich eine gute Idee?
Wir passieren noch ein gate, dass sofort ungefragt geöffnet wird. Ich drücke neugierig auf den Knopf für die Anzeige des Außenthermometers und bekomme Schnappatmung... :angry: ...durch das Gewitter hat es sich auf gerade mal 16° C abgekühlt und wir sitzen hier mit kurzen Hosen und nackten Füßen...
Als wir endlich den kleinen Parkplatz der Lodge erreichen, lässt der Regen zumindest ein bisschen nach, meine Laune befindet sich auf dem Nullpunkt, Manni muss allein aussteigen, habe keine Lust bei diesen Temperaturen... :(

Der Inhaber begrüßt uns mit Regenschirm, Manni checkt auf dem Campingplatz ein und ich lasse mich doch noch auf ein teures Begrüßungsbier im Hauptgebäude einladen...puuuh....ist das kalt und nass hier.... :(

...den Pool können wir leider nicht nutzen... :(

...aber tolle Krokodile gibt es hier... B)


Es hört und hört nicht auf zu tröpfeln, donnert immer wieder irgendwo, wir fahren trotzdem zum Camp, auf dem nur wenige Gäste stehen, wir haben fast die freie Wahl und suchen einen Platz mit kleinem Unterstand und den wenigsten Pfützen, einige Plätze schwimmen gerade weg. Kochen können wir so auch vergessen, heute ist mal wieder kalte Küche angesagt.
Am späten Nachmittag hört es dann endlich auf zu 'meimeln', aber es ist immer noch saukalt.... :(

...zumindest können wir das Zelt aufbauen und uns direkt neben einer Feuerstelle platzieren, denn trockenes Feuerholz gibt es hier...
Eigentlich schön gelegen direkt neben dem Fluss, später schauen wir uns die 'Hot Springs' an, sieht nett aus und die Temperatur von ca. 37° C lädt direkt zum Baden ein... :)


hier die kleine Umkleidekabine...

Die heiße Quelle füllt sich direkt aus dem Untergrund, es ist lustig, die Füße in den Sand zu drücken und die Blasen zwischen den Zehen aufsteigen zu spüren... B) ...
Am Fluss steht ein weißer Toyota LC mit Kabine, sieht fast so aus wie unser Fahrzeug zu Hause...ein belgisches Paar, das von Antwerpen nach Walvisbay verschifft hat und bereits seit 2 1/2 Jahren unterwegs ist...nun geht es zurück nach Belgien und im nächsten Frühjahr nach Argentinien...NEID... :)

In einer Ecke des Camps stehen einige Iglu-Zelte, die durch den Regen ziemlich gelitten haben. Es handelt sich um Rucksacktouristen aus den USA...versuchen gerade, ihre Klamotten zu trocknen... B) ...schätze mal so Anfang/Mitte 30...
Ein Mädel ist sehr gesprächig, auf dem Weg zum Waschhaus komme ich kaum zu Wort, ist aber ein nettes Gespräch...schnell kommt sie auf Trump und die Wahlen zu sprechen und wie grässlich sie es findet, wenn er Präsident würde....ich frage, wann denn die Wahlen sind ( habe kein Zeitgefühl mehr )...Antwort: heute!... :huh: ...sie verspricht mir, morgen früh das Ergebnis mitzuteilen...
Der Inhaber kommt barfuß auf den Platz, geht von campsite zu campsite und begrüßt jeden Gast persönlich, fragt, ob alles ok ist und macht auch sonst noch etwas smalltalk...sehr aufmerksam :) ...
Nach unserer kalten Mahlzeit springen wir in die heiße Quelle, keiner ist sonst hier, ich versöhne mich gerade wieder mit diesem Ort... :)
Anschließend entzünden wir das Feuer, ohne Wärme und dicker Jacke kann man nicht draußen sitzen...direkt am Feuer drehen wir unsere Stühle wie auf dem Grill, denn die feuerabgewandte Seite kühlt ordentlich ab...
Trotzdem bekommen wir einen netten Abend zustande...hoffentlich hat es nicht auch die 05er Road weggespült...denn die werden wir morgen definitiv in Angriff nehmen, so langsam wird es Zeit für tolle Tiersichtungen im Luangwa-Tal... B)
Letzte Änderung: 20 Mär 2017 23:37 von paulinchen.
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bist im Urlaub oder am Schwächeln? :P
Bin mit meiner Planung an der 05 angekommen...
:laugh:
Lg ;)
Nächste Reiseziele:
22.07-08.08.21: Curacao
04/05: 2022: CH, Italien, Kroatien, Bosnien & H., Montenegro, Albanien, Griechenland, Türkei, Georgien, Armenien
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29 Mär 2017 16:45 #469421
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Tag 12 - Mittwoch, 09.11.2016

In der Nacht hat es noch etwas getröpfelt, aber am Morgen sind die düsteren Wolken wie weggewischt. So sieht die Welt und auch dieser Ort wieder etwas freundlicher aus. Es herrscht allgemeine Aufbruchstimmung, alle packen und werkeln auf den campsites herum, die Feuchtigkeit und Kälte steckt allen noch in den Knochen...
Die Belgier mit ihrem LC starten zuerst, die amerikanischen Backpacker haben sich über Nacht vermehrt, vielleicht haben einige ein festes Dach über dem Kopf bevorzugt, könnte ich verstehen... B)
Der Inhaber hat auch heute morgen jeden Camper persönlich besucht und nach dem Befinden erkundigt...ein freundlicher Ort hier... :)
Zurück zur Hauptstraße müssen wir wieder an den Gebäuden von Shiwa Ngandu vorbei. Diesmal können wir zumindest die Umgebung anschauen, fahren vorbei an kleinen Dörfern, können Reste der Gebäude unter mächtigen Bäumen auf diesem weitläufigen Gelände erkennen, allerdings schlägt der Verfall überall sichtbar zu...eine merkwürdige Atmosphäre hier mitten in Sambia...

Vor der Zufahrt zum Hauptgebäude weist ein Schild darauf hin, dass Unbefugten der Zutritt untersagt ist...naja...dann eben nicht.
Shiwa Ngandu befindet sich in einem Nature Reserve mit See, landschaftlich ist es ganz nett, Zebras und Antilopen grasen in der Ferne...
Die Belgier überholen wir noch vor dem gate, tragen uns dort aus dem Buch aus und schon stehen wir an der Great North Road, die wir zurück Richtung Mpika fahren. Weiter nördlich geht es für uns hier leider nicht mehr...
Durch Mpika fahren wir ohne Stop, wir sind noch mit allem gut versorgt, außerdem wollen wir endlich ins Luangwatal, es wird Zeit.
Knapp 40 km hinter Mpika zeigt unser Navi den Einstieg in die Escarpment Road an, gute Beschilderung sieht allerdings anders aus...

...beide Schilder sind nur aus der Gegenrichtung zu "lesen", verblichen und mit diversen Wahlaufklebern überdeckt...nur mit viel Fantasie können wir die Inhalte entziffern...hoffentlich ist der schlechte Zustand der Beschilderung nicht auch ein Hinweis auf den Zustand der Strecke... B)

Ich bin neugierig und sehr aufgeregt, wie steil es wohl in das Tal hinabgeht. In Mpika hat der Höhenmesser noch 1.450 m über NN angezeigt.
Die Piste zieht sich weitgehend geradlinig dahin, zu Beginn noch über einige Hügel, aber schnell haben wir wirklich das Gefühl, auf einen riesigen Abgrund zuzufahren, es ist permanent abschüssig und der Horizont öffnet sich... :)




Links und rechts der Strecke befinden sich vereinzelt Häuser, Radfahrer und Fußgänger nutzen die Fahrspur, wir fahren langsam wegen der Staubentwicklung.
Die Besiedelung nimmt stetig ab, der Busch um uns herum wird dichter.
Zuerst glaube ich, meine Augen spielen mir einen Streich, doch lange vor Erreichen des Ntunta Wildlife Camps erkenne ich am Horizont einen blauen Streifen, der wie ein in der Ferne liegender Meeresspiegel aussieht. Je weiter wir der abschüssigen Strecke folgen, um so deutlicher sichtbar wird dieser "Meeresspiegel", das Luangwatal breitet sich vor uns aus...ich bekomme eine leichte Gänsehaut... B)


Nach ca. 40 km tauchen links und rechts plötzlich einige Häuser auf, wir stehen vor einem Schlagbaum, das muss das Ntunta Wildlife Camp sein, wir stehen also direkt am Beginn der Escarpment Road. Leider ist der Bewuchs hier so dicht, dass keine Aussicht möglich ist...ich bin enttäuscht...wir steigen trotzdem aus... B)
Ein junger Mann löst sich aus einer Gruppe Männer, die im Schatten vor einer Hütte sitzen. Wieder das obligatorische dicke, abgegriffene Buch, in das wir uns eintragen müssen, bevor sich der Schlagbaum hebt und wir ein Stückchen weiter im Schatten noch mal stoppen.
Die Einträge der letzten Tage im Buch sind spärlich, kann nur einen Schweizer entziffern, der vor 2 Tagen hier war...
Unsere Frage nach der Streckenbeschaffenheit versteht der junge Mann offensichtlich nicht, was sollte denn an der Strecke Richtung Mfuwe nicht in Ordnung sein...?... ;)
Da ich meine Kamera in der Hand halte, errät er sofort, dass ich einen Aussichtspunkt suche. Er winkt uns zu folgen und wir klettern ein Stückchen abseits auf einen großen runden Felsen, der wohl die höchste Stelle des Camps darstellt...und hier verschlägt es uns den Atem...whow...da liegt das Luangwatal zu unseren Füssen...was für ein Anblick...



...das kann man weder fotografieren noch filmen...dieser Anblick geht wirklich unter die Haut... B)
Es dauert eine Weile, bis wir uns losreißen können, am liebsten würde ich hier übernachten, um das noch länger genießen zu können, aber wir müssen weiter, denn nun geht´s steil bergab...der Höhenmesser steht bei knapp 1.200 m über NN.
Andächtig stehen wir einen Moment vor dem ebenfalls sehr verwitterten Hinweisschild, auf dem sich kaum erkennbar ein Auto in extremer Schräglage befindet, ich bin sehr angespannt, Manni relaxt wie immer, wenn er ein Lenkrad in Händen hat... :) ...also los jetzt...



Wir sind erst einige Meter gefahren, als 3 vollbesetzte dunkelgrüne Geländefahrzeuge aus dem Luangwatal kommend an uns vorbeirasen, die Steine fliegen in alle Richtungen, die geben Vollgas...kann gerade noch im Vorbeifahren das Emblem der "Zoologischen Gesellschaft Frankfurt" erkennen.
An welchen Projekten die hier wohl arbeiten?
Habe nach der Reise mal gegoogelt und sehr interessante Berichte dazu gefunden, hier nur 2 links dazu:

fzs.org/de/projekte/...ojekt-north-luangwa/
fzs.org/de/aktuelles...a-oekosystem-sambia/

Wir beginnen den Abstieg ins Tal, wobei auf den ersten Metern schon klar wird, dass eines der größten Probleme entgegenkommende Fahrzeuge sein dürften. Phasenweise wären Ausweichmanöver völlig unmöglich und auf diesem extremen Gefälle rückwärts zu fahren ebenfalls. Daumen drücken, dass es das war mit dem Gegenverkehr... :)






Eigentlich fahren wir im oberen Abschnitt ein sehr steiles Flussbett hinunter, große Geröllhaufen und scharfkantige Felsen lassen um unsere Reifen fürchten, nicht nur deshalb sind wir sehr langsam unterwegs. Es bieten sich unentwegt spektakuläre Ausblicke auf das Luangwatal, ständig möchte ich diese Aussicht festhalten, so stehen wir häufiger als zu fahren.
Am liebsten würde ich die Strecke laufen... ;)






Je tiefer wir kommen, um so konkreter werden Details am Talboden sichtbar...es wirkt verdorrt und verbrannt, um die zu erahnenden Wasserläufe herum wird das Buschland grün...und eine beeindruckend klare Sicht lässt beinah die gegenüberliegende Talbegrenzung erahnen ... :)




Endlich erreichen wir das Ende dieser steilen Abfahrt, der felsige Boden geht in eine sandige Piste über, die sich noch über einige Hügel windet...der Höhenmesser zeigt immer noch knapp über 700 m über NN an...das "Schlimmste" ( und rückblickend einen der schönsten Streckenabschnitte dieser Reise... ) haben wir hinter uns....es waren gerade mal 10 km... B)

Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Mutinondo River und das Munyamadzi Community Bush Camp. Die wenigen Gebäude drängen sich eng um den Fluss, schattige Bäume umsäumen das Ufer, ein netter Ort, aber leider ist das Camp bereits geschlossen. Es ist erst kurz nach 14 Uhr, wir überlegen trotzdem, hier zu übernachten, weil dies ein ruhiger angenehmer Fleck ist....schließlich fahren wir doch weiter, zumindest das Chifungwe Gate wollen wir noch erreichen.
Den River überqueren wir per kleiner Betonbrücke und folgen der Fahrspur weitere 8 km, bis links ein Abzweig auftaucht. Fast alle Reifenspuren biegen hier links ab, wir bleiben auf der Hauptspur, der in den letzten Tagen offensichtlich nicht viele Fahrzeuge gefolgt sind....eigentlich sehen wir nur eine Reifenspur... :( ... einsam und trocken sieht es ringsherum aus und nach weiteren 8 km erreichen wir ein kleines Dorf mit zahlreichen grasbedeckten Rundhütten hinter einem die Piste umrahmenden Stroh-Zaun. Vor der schwarz-weiß gestrichenen Schranke am Ende der Dorfstraße bleiben wir stehen, dies scheint der Parkeingang zu sein.



Kein Mensch weit und breit zu sehen, wir tasten uns vorsichtig ins Dorf hinein und schon kommt uns ein Ranger aus dem größten Steingebäude entgegen...hastig wirft er sich ein Hemd über den nackten Oberkörper...offensichtlich hat er nicht mehr mit Besuchern gerechnet, um so mehr freut er sich über diese Abwechslung. Hinter ihm krächzt aus dem Gebäude ein Funkgerät Unverständliches hervor...woher auch immer... B)
Wir folgen ihm zu seinem Office, ein sehr einfaches weiß-grünes Gebäude mit noch einfacherer Einrichtung...tragen uns in sein Buch ein. Wir wollen heute auf keinen Fall mehr in den Park fahren, fragen ob wir hier am gate übernachten dürfen...kein Problem... :)


In Sichtweite des gates parken wir unter einem großen schattenspendenden Baum, machen es uns gemütlich. Es ist auch am Nachmittag noch sehr heiß hier, deshalb erst einmal ein kaltes Bier...welcher Luxus. Dem Ranger spenden wir eine Flasche kaltes Wasser, worauf er über alle Backen strahlt. Dann zeigt er uns die Toilette, die wir benutzen können, ein einfaches Loch im Boden in einer Strohhütte, abgedeckt durch eine Platte mit Holzstiel. Es wird sich herausstellen, dass es gar nicht so einfach ist, diese relativ kleine Öffnung zu treffen... B)


Nach einer schnellen Mahlzeit schlendern wir die Dorfstraße ein Stück hinauf, sehen keinen Menschen...das Dorf wirkt wie ausgestorben, viele Hütten stehen leer...wesentlich mehr Hühner als Menschen sind unterwegs.



Lediglich die Hütten in der Nähe des gates scheinen bewohnt, Kinder spielen dort, Frauen mit Behältern auf dem Kopf ziehen Richtung Park zu einem Wasserloch, denn sie kommen nach kurzer Zeit mit gefüllten Behältern zurück.
Eine Frau mit 2 Kindern sitzt vor ihrer Hütte, winkt uns zu... :) ...wir überlegen, wie wir den Kindern eine Freude machen können, die Vitamin-Brausetabletten fallen uns ein. Schnell füllen wir eine Literflasche mit kaltem Wasser und lösen 2 Tabletten darin auf, die das Wasser gelblich verfärben. Die Freude ist riesig und heute Abend wird diese Flasche nicht mehr aus der Hand gegeben...
Der Strohzaun ist an einigen Stellen eingedrückt oder lückenhaft...ja, das waren Elefanten, erzählt uns der Ranger...
Die Schatten werden länger, ein herrlicher Sonnenuntergang gibt diesem Tag einen krönenden Abschluss. Unser Schattenspender ist Aufenthaltsort für viele kleine "Einfamilienhäuser", die Webervögel scheinen sich wohl zu fühlen, so zahlreich sind sie vertreten.





Hier gibt es keinen Strom, als die Sonne verschwindet, liegt alles im Dunkeln. Nur ein kleines Licht in einer Hütte ist zu erahnen...es ist sehr interessant, mal einen Abend in so einem entlegenen Dorf mitten in der Wildnis zu verbringen und dem Dorfleben zuzuschauen. Wir gehen für unsere Verhältnisse früh schlafen, denn die Menschen werden wahrscheinlich bei Sonnenaufgang erwachen und da wollen wir nicht wie Schlafmützen wirken... B)
Kurz Zähne putzen und ins Dachzelt klettern, wider Erwarten schlafen wir sogar relativ schnell ein. Das war ein toller Tag, wir sind gespannt auf die weitere Strecke. Irgendwann nachts werde ich kurz wach, glaube das Trompeten eines Elefanten gehört zu haben und weitere undefinierbare Geräusche in der Umgebung.
Schnell bin ich wieder weg...wenn ich mich auf alle Geräusche konzentriere, schlafe ich garantiert nicht mehr ein... ;)
Letzte Änderung: 30 Mär 2017 14:00 von paulinchen.
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29 Mär 2017 17:13 #469424
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Hallo mari

weiß ja nicht, wie das Wetter in der Schweiz ist, hier hat in den letzten Tagen ein vorgezogener Sommer stattgefunden... :)

aber nun geht´s zügig weiter... B)

lg
paulinchen
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29 Mär 2017 21:51 #469455
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paulinchen schrieb:
Hallo mari

weiß ja nicht, wie das Wetter in der Schweiz ist, hier hat in den letzten Tagen ein vorgezogener Sommer stattgefunden... :)

aber nun geht´s zügig weiter... B)

lg
paulinchen
Hallo Paulinchen
herzlichen Dank.. :laugh:
Ja, bei uns ist's auch sonnig und warm...Sommergefühle sind's noch nicht...da muss es noch 15 Grad wärmer werden ;)
LG
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30 Mär 2017 12:55 #469500
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  • CuF am 30 Mär 2017 12:55
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Zügig??? :silly: :silly: :silly:
Gruß
Friederike
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