THEMA: Reisebericht Sambia - 2. Versuch - November 2016
17 Feb 2017 21:32 #464539
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Tag 4 - Dienstag, 01.11.2016

Heute morgen ist am Wasserloch nichts los, so werden wir nicht abgelenkt und können nach ausgiebigem Frühstück Richtung Grenze starten.
"Unser" Skorpion, der bis zur letzten Minute um unsere Füße rannte, hat sich inzwischen verzogen, wohin auch immer... B)
Direkt an der Einmündung der Buckelpiste auf die Hauptstrasse entdecken wir diese Gruppe Elefanten mit noch schlafenden Jungtieren, ist das nicht niedlich... :) ...also nicht nur ich bin hier der Langschläfer... ;) ...und so sehen Elefantenfüße von unten aus...



Die Piste vorbei am Airport bringt uns schnell ins Zentrum von Kasane. Dort tanken wir voll, auch die beiden Reservekanister. Einige frische Sachen werden wir erst in Katima Mulilo einkaufen, denn wir haben uns wieder für den Grenzübergang Katima-Sesheke entschieden. Livingstone sollten wir heute entspannt erreichen, denn seit Tagen freuen wir uns schon auf die Holzofenpizza im Restaurant des 'The Waterfront'....die war schon nicht schlecht letztes Jahr.... :)
Am Ortsausgang von Kasane passieren wir das gate zum Chobe, tragen uns in eines der ausliegenden Bücher ein, kleiner smalltalk und weiter geht´s Richtung Ngoma Bridge. Kurz vor der Grenze verlassen wir den Park, tragen uns am gate aus und stehen am Botswana-Grenzhäuschen.
Ab diesem Punkt haben wir mit unseren Grenzübertritten heute einfach Pech. Im letzten Jahr flutschten wir überall so durch, aber diesmal war der Wurm drin... :(
Hier halten gerade vor uns 2 Tour-Fahrzeuge mit französischen Reisegruppen. Es ist so voll, dass das kleine Abfertigungsgebäude aus allen Nähten platzt. Mist....und die Lautstärke....
Irgendwann kommen auch wir dran und bekommen freundlich den Ausreisestempel.
Natürlich stehen die Reisegruppen nun auf der namibischen Seite wieder vor uns in der Schlange, neben gefühlten 100 anderen Personen, die in einer langen Reihe vor dem Schalter stehen.
Draußen wird unsere Körpertemperatur per Lichtpunkt am Ohr gemessen, ich brauche eine Weile, bis ich raffe, was man von mir will....bin ich vielleicht krank?...aah, es geht immer noch um Ebola... ;)
Gut, dass ich keinen grippalen Infekt habe, was machen die dann wohl mit uns, wenn der Temperaturcheck positiv ausfällt?
Hier stehen wir Ewigkeiten an, letztes Jahr gab´s hier einen netten Grenzbeamten, mit dem wir sogar noch etwas quatschen konnten. Diesmal bewegt sich ein behäbiger Mensch betont langsam hinter dem Schalter, bedient sowohl Ein- als auch Ausreiseschalter allein, so dass unser Schalter auch mal länger gar nicht besetzt ist. Anderes Personal sitzt einfach nur rum. Unterbrochen werden die Tätigkeiten noch durch die Mittagspause, so dass auch da nichts mehr geht, weder Aus- noch Einreise.... :(
Als wir endlich dran sind, wird weder gegrüßt noch schaut die eigentlich nette Dame uns an, eine ausgestreckte Hand bedeutet uns, die Pässe durchzureichen...mannomann...
Auf der weiteren Reise werden wir feststellen, dass wir nicht nur einen unglücklichen Tag erwischt haben, sondern andere unsere Erfahrung teilen...
In Katima Mulilo funktioniert die Ausreise aus Namibia halbwegs zügig, erreichen die Grenze nach Sambia und hier stehen wir uns, inzwischen etwas genervt, selbst völlig im Weg... :angry:
Natürlich stürmen wieder die Geldwechsler auf uns zu, bieten Kwachas zum Tausch, aber diesmal wollen wir den Geldautomaten linksseitig des Grenzgebäudes nutzen, den wir beim letzten Mal völlig übersehen haben.
Denkste...klappt nicht, warum auch immer will der Automat unsere Visacard nicht...andere kommen und gehen fast immer mit Geld in der Hand, aber wir und wenige andere haben ein Problem.
Naja, nebenan ist ja eine Bank mit 3 Schaltern, wechseln wir eben dort...wieder denkste...nehmen nur USD, nix anderes... :(
Langsam werden wir knatschig und somit auch unentschlossen...wollen endlich weiter...wir haben mehr Rand als USD dabei, kramen aber irgendwann doch 100 USD raus und wechseln diese in Kwachas...muss ja weiter gehen...
Das Einreiseprocedere im sambischen Grenzoffice läuft wieder halbwegs routiniert, aber auch hier mit Verzögerungen durch die Mittagspause. Erst Visa für je 50 USD, dann Versicherung 304 Kwachas+200 Kwacha nebenan ( hier müssen wir wieder eine längere Zeit vor einem leeren Schalter warten... ) und zuletzt Road fee von 20 USD.
Genervt fahren wir endlich weiter, überqueren die Brücke und lassen den kleinen Ort Sesheke hinter uns. Ist doch seehr viel später als wir eigentlich geplant haben...irgendwie selbst Schuld... :(
Letztes Jahr war die Strecke bis zur Kazungula-Ferry eine Asphalt-Kraterlandschaft, dieses Mal ist ab Sesheke einiges passiert, eine neue Straßendecke macht Hoffnung, aber leider nur für das erste Drittel der Strecke. Danach geht die löchrige Piste weiter...aber schön, dass hier was passiert... :)

Es hat rechts und links der Straße gebrannt, ist auch noch nicht so lange her, die Rauchschwaden hängen teilweise noch in der Luft...waren das vielleicht doch die Brände, die wir gestern am Horizont gesehen haben?.....eine Mondlandschaft....





Spät nachmittags erreichen wir Livingstone, vieeel später als gedacht, der Magen hängt auf den Knien...Pizza-Halluzinationen begleiten uns schon eine Weile... B)

Es ist schwülwarm, der Schweiß bricht selbst bei Bewegungslosigkeit aus...
...die Campsites des 'The Waterfront' sind fast leer, freie Wahl.... :).... schnell ins Restaurant und die Bestellung aufgeben...endlich können wir auch die tolle Veranda direkt am Sambesi genießen, die letztes Jahr im Regen abgesoffen ist...


Nach diesem leckeren Essen und einer Flasche Wein möchten wir eigentlich den Abend auf der Campsite gemütlich ausklingen lassen. Auf der Restaurant-Veranda gab es nur ein paar Moskitos, die ein coil in Schach gehalten hat. Hier am Fahrzeug werden wir regelrecht angefallen von ( gefühlten ) Trilliarden Moskitos.... :( .... nix mit gemütlich, wir setzen uns erstmal ins Auto in der Hoffnung, dass nach Einbruch der Dunkelheit der Spuk weitgehend vorbei ist. Aber wieder denkste ( heute ist der 'Denkste' - Tag... :angry: ... ), es werden immer mehr. Manni geht irgendwann schlafen, schwierig ohne diese Viecher ins Zelt zu kommen... ich versuche noch 1/2 Stündchen zu genießen... B)
...es sind merkwürdige Moskitos, unglaublich viele, aber gar nicht aggressiv...sie stechen kaum. Kurz bevor ich auch aufgebe, schieße ich aus Verzweiflung dieses Selfie....die Gefahr, erkannt zu werden, stellt sich bei dieser Handtuch-Schutz-Maskierung wohl eher nicht... ;)

...unsere erste Nacht in Sambia ist zwar trocken, aber wieder mal sehr speziell... B)
Letzte Änderung: 21 Feb 2017 23:55 von paulinchen.
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20 Feb 2017 15:01 #464893
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Tag 5 - Mittwoch, 02.11.2016

Geweckt werden wir nach ruhiger Nacht durch das Knattern der ersten startenden Helikopter, die zu ihren Rundflügen starten. Es ist eh´ Zeit, den Tag zu beginnen, die stickige Hitze und der vorherige Moskito-Gau haben uns auch nicht wirklich gut schlafen lassen... :(
Während des Frühstücks geht das Geknatter weiter, der Start/Landeplatz ist in sichtbarer Nähe. Kurz darauf startet ein motorisierter Drachenflieger nach dem anderen. Alles, was irgendwie fliegen kann, hebt hier ab...trotz des Lärms macht es Spaß, zuzuschauen... B)
Das 'The Waterfront' hat im hinteren Teil des Palmengartens, direkt neben den Campsites, einen zweiten etwas größeren Pool. Nachdem alles gepackt ist, stürzen wir uns ins Wasser, sind fast allein hier.....genießen die Erfrischung.
Ich möchte noch einen letzten Blick auf den Sambesi werfen, auf der Veranda ist nichts los, hier könnte man Stunden aufs Wasser schauen...



Das Ziel ist Lusaka, die Strecke dorthin kennen wir, ist ziemlich unspektakulär und bis auf den Abschnitt ab Mazabuka in gutem Zustand.
Heute fahre ich die Strecke allein, habe Lust dazu und der Verkehr fließt angenehm spärlich.
In Kalomo beschleicht uns etwas Wehmut, hier geht´s ab Richtung südlicher Kafue NP, aber dazu fehlt diesmal die Zeit... :( Vielleicht können wir ihn am Ende der Reise noch irgendwie einbauen...diesmal wollen wir weiter hinauf in den Norden Sambias.
In Mazabuka tanken wir noch mal auf, kaufen im sehr gut sortierten Supermarkt etwas für den Abend und biegen schließlich ca. 10 km vor Kafue auf die T2 Richtung Lusaka. Ab hier nimmt vor allem der LKW-Verkehr rapide zu, aber bis zum Eureka Camp ist es nicht weit.
Vor 1 Jahr haben wir schräg gegenüber im Sandy´s Creation übernachtet, da Camping aufgrund des sintflutartigen Regens nicht möglich war. Diesmal erreichen wir die Schranke am Eingang bei Sonnenschein. Ein hagerer alter Mann begrüßt uns strahlend, hält uns ein Buch hin, in das wir uns eintragen. Er erklärt uns kurz die Zufahrt zum Camping und öffnet die Schranke.
Wir fahren durch das anliegende Wildtiergebiet, Zebras stehen direkt am Weg. Obwohl das Camp quasi in der Stadt liegt, fühlen wir uns wie in einem entlegenen Gebiet. Kein Fahrzeuglärm, keine Stadtgeräusche, gefällt uns sehr gut hier... :)
Die Einfahrt zum Eureka Camp eröffnet uns den Blick auf den Platz. Hier steht heute außer uns niemand, nur vor 2 Chalets gibt´s Fahrzeuge und ein Overlander parkt direkt an der Bar/Rezeption.
Aber auch die dazu gehörenden wenigen Touristen übernachten in Chalets.
Unkomplizierter check-in, direkt bezahlen, ein paar Tourguides grillen hier draußen am Pool, prosten sich zu.
Jede campsite hat einen runden Unterstand, wir postieren uns im Schatten und genießen den Resttag.


Von der ersten Sekunde an begleitet uns ein kleiner schwarz-weißer Hund, der offensichtlich Anschluss sucht....ok, dann haben wir eben heute Abend einen Wachhund....

Nach dem Essen und Abspülen schauen wir uns noch etwas um, freuen uns auf die morgige Weiterfahrt in neue Regionen Richtung Norden. Bin gespannt, wie nah wir dem Kasanka NP kommen.
Manni geht wieder etwas früher schlafen als ich....bin allein auf dem weiten Platz, nur aus der Bar höre ich noch Gespräche und lautes Lachen, aber wir stehen weit entfernt.
Mein kleiner schwarz-weißer Freund ist immer dabei, während ich mich den Rändern des Camps nähere...alles ist mit Stacheldraht umzäunt...

...was steht da direkt neben der Laterne am Zaun? Sie schaut mich an und ich bin völlig fasziniert... :) ...eine Giraffe und ich ganz allein hier...wir schauen uns an...irgendwie ein magischer Moment...alle anderen Geräusche verschwinden gerade...ich bewege mich nicht mehr, aber das Tier ist nicht besonders ängstlich und schaut weiter in meine Richtung...


...noch wage ich nicht den Blitz zu betätigen, möchte sie nicht vertreiben...

Lange stehen wir uns gegenüber, irgendwann kommt sie ("Er") langsam auf mich zu, es sind wohl die leckeren Bäume, zwischen denen ich stehe...nun wage ich den Blitzeinsatz und es stört ihn überhaupt nicht... B)... ich folge ihm eine Weile...




...und hier kommt das 2. Tier, eine "Sie"...ich finde sie neben den Chalets...es scheint wohl ein Paar zu sein... :)

Ich beobachte die beiden noch eine Weile, dann klettere auch ich in´s Bett....das war ein schöner Abschluss heute... B)
Letzte Änderung: 21 Feb 2017 23:01 von paulinchen.
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21 Feb 2017 13:24 #465037
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I love Zambia !!!
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...ich auch... :cheer:
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21 Feb 2017 19:31 #465106
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Ahhhh, ich hechel etwas hinterher...
November ist ja auch unsere Reisezeit. Da bin ich natürlich interessiert, wie ihr Sambia so im November erlebt habt....
Aber vier Tage Anreise von Joburg aus. Puh, da würd ich dann doch über Alternativen nachdenken.

An den Tswapong Hills waren wir letztes Jahr. Bin ja mal gespannt, ob ihr auf dem Rückweg dort halt gemacht hab.

Und nicht so lange warten mit dem Weiterschreiben, ja?

Viele Grüße
Mabe
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21 Feb 2017 20:18 #465116
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Mabe schrieb:
Ahhhh, ich hechel etwas hinterher...
November ist ja auch unsere Reisezeit. Da bin ich natürlich interessiert, wie ihr Sambia so im November erlebt habt....
November war klasse, dies in Kurzform... ;)
Mabe schrieb:
Aber vier Tage Anreise von Joburg aus. Puh, da würd ich dann doch über Alternativen nachdenken.
würden wir noch mal mit einem Mietwagen in den Norden Sambias reisen, würden wir nach Lusaka fliegen. NL haben uns unterwegs gesagt, dass Emirates auch DÜS-Lusaka fliegt...
...ansonsten nicht schlimm, da wir gerne fahren und Botswana mögen... :)
Mabe schrieb:
An den Tswapong Hills waren wir letztes Jahr. Bin ja mal gespannt, ob ihr auf dem Rückweg dort halt gemacht hab.
die Spannung nehme ich dir, da es ja noch etwas dauert bis zum Ende der Reise...wir waren dort... ;)
Mabe schrieb:
Und nicht so lange warten mit dem Weiterschreiben, ja?
ich geb mir Mühe... :)

lg
paulinchen
Letzte Änderung: 21 Feb 2017 20:22 von paulinchen.
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