THEMA: Reisebericht Sambia 2015/2016 - ab Johannesburg
20 Apr 2016 17:00 #428435
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Montango schrieb:
Ich hoffe, Du schreibst bald weiter, schau mal auf meine Signatur ;) Es wird langsam eng :)
Hi Montango,
Es könnte gerade so klappen, wenn ich mich ranhalte...

lg
paulinchen
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20 Apr 2016 21:57 #428482
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Tag 25

Heute Morgen gibt es ein klares 'timing': spätestens am frühen Nachmittag wollen wir Livingstone erreichen, mit dem entsprechenden Hunger, eine ganze Pizza verputzen zu können... B)
So fällt zumindest bei mir das Frühstück eher mager aus...
Zurück auf der Hauptstraße folgen wir einer gut ausgebauten Strecke Richtung Südwesten. Beim Passieren von Kalomo werden wir etwas wehmütig, wie gerne würden wir hier einfach noch mal Richtung Kafue NP abbiegen... :(
Um ca. 13 Uhr erreichen wir Livingstone, hier ist es brüllend heiß, kein Luftzug bringt Erfrischung. Es ist erstaunlich, wie radikal sich das Wetter nach ein paar Hundert km Richtung Süden verändert hat. Selbst rundherum am Horizont sind nur Schönwetterwolken zu erkennen.
Bei 'Olgas' gibt es noch einen Schattenplatz für den LC, im Hauptraum unter dem Wellblechdach hat es Backofentemperaturen, keine Ahnung, wie das Personal das aushält...
Wir sitzen draußen, hier ist es erträglich, das Restaurant ist gut gefüllt, trotzdem geht es recht flott....
....und hier das Objekt unserer Begierde....

Anschließend fahren wir mit gut gefüllten Bäuchen direkt weiter nach Katima Mulilo.
Morgen ist Silvester, bis gestern Abend haben wir noch überlegt, welche Route wir zurück nach Johannesburg wählen werden.
Kazungula war für kurze Zeit eine Option, für die Rückfahrt wäre die Fährüberfahrt vielleicht ganz nett. Aber vor exakt 1 Jahr waren wir kurz vor Silvester in Kasane und das war grauenhaft überfüllt. :angry:
Außerdem, wie sollen wir dann weiter Richtung Süden fahren? Die Strecke ist zwar die kürzere, aber auch die langweiligere Variante.
Vor 1 Jahr haben wir Weihnachten in der Nunda Lodge an den Popa Falls verbracht, incl. eines angenehmen Abendessens. Wir sind uns schnell einig, dort direkt am Okavango auch Silvester verbringen zu wollen. Somit steht die weitere Strecke fest: durch den Caprivi und dann weiter nach Maun.
Wie schon auf dem Hinweg kommen wir bis Kazungula bestens voran, danach müssen wir wieder mit der zerrissenen Asphaltdecke und kraterähnlichen Teer-Lochmustern vorlieb nehmen. Dieser Teilabschnitt kostet richtig Zeit.
Endlich erreichen wir Sesheke und somit die Grenze. Wir haben noch einige wenige Kwachas, die wir in den Tank füllen. Die kleine Tankstelle in Sesheke ist schon witzig und ein bisschen Lotterie. Wir haben Glück, Diesel zu bekommen, der junge Mann belehrt uns, dass mal nur Diesel, mal nur Benzin zu bekommen ist. Heute ist Dieseltag... :) ... Außerdem hat die Pumpe eine Macke, sie stoppt automatisch an einem bestimmten Punkt, ob sie danach wieder arbeitet, ist Glückssache.
Hier lassen wir auch unsere Münzen als kleines Trinkgeld...
Auf der Brücke über den Sambesi stoppen wir kurz, das sind also die Stromschnellen, deren Rauschen man bis zur Campsite in Katima Mulilo hören kann...

Dies wird nun der schnellste Grenzübertritt in Afrika, den wir bisher erlebt haben.
Auf Sambia-Seite gibt´s den Ausreisestempel, außer uns ist niemand mehr abzufertigen. Mit Blick auf die Uhr ( es ist 10 Min. vor 18 Uhr ) gibt die nette Dame am Schalter uns den Tip, die Beine in die Hand zu nehmen, da die Grenze um 18 Uhr schließt.
Hää...?...unsere Information war 19 Uhr...so ein Mist...also nichts wie los, austragen am sambischen Grenzhäuschen und ab zur namibischen Seite. Außer uns will noch eine Familie mit reichlich Kindern einreisen, wir entschleunigen wieder und kommen aus dem deutschen Modus wieder in den afrikanischen... B)
Nach insgesamt 15 Minuten haben wir beide Grenzen abgehakt...Rekord...
Da nun fest steht, wie die weitere Reise verlaufen wird, übernachten wir noch einmal auf der Namwi Island Campsite, dort war es nett.
Die Inhaberin erkennt uns sofort wieder und fragt uns ausgiebig über Sambia aus und wohin wir nun fahren werden.
Diesmal ist es wesentlich voller hier, die Plätze direkt am Seitenarm des Sambesi sind besetzt von Südafrikanern, aber der Platz ist riesig, wir finden noch was Nettes für die Nacht.

Unser LC ist immer noch mit Abstand der schmutzigste, wir werden angesprochen, wo es denn so matschig sei....wohl kaum vorstellbar bei der Hitze und Trockenheit hier....
Ein Paar aus SA erzählt uns, dass sie über einen der südlichen Hauptgrenzübergänge durch Zimbabwe hergekommen sind. Dort war es so überfüllt und korrupt, dass sie 150 USD bezahlt haben, nur um nach 2 Std. Wartezeit nicht noch länger stehen zu müssen...mmmh... :(



Diesmal haben wir einen herrlichen Sonnenuntergang hier, wie anders doch ein Ort wirkt, wenn das Wetter mitspielt...stimmungsvoll...


Lange sitzen wir noch am Lagerfeuer, der Wachmann hat sich wieder nur kurz mit seinem Gewehr gezeigt, verschwindet danach in der Dunkelheit.
Im Licht der Scheinwerfer am Steilufer tummeln sich Millionen von Insekten, erstaunlicherweise gibt es hier kaum Moskitos...


Das Feuer glimmt nur noch...wir ziehen uns ins Dachzelt zurück und freuen uns auf die morgige Fahrt zu einem unserer Lieblingsziele in der Region... :)
Letzte Änderung: 20 Apr 2016 22:03 von paulinchen.
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23 Apr 2016 01:48 #428809
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Tag 26

Wie ungewohnt..! :) ...wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein und Bullenhitze...die Regenfronten der vergangenen Wochen erscheinen schon nach kurzer Zeit wie ein böser Alptraum... B)
Die etwas über 300 km Strecke durch den Caprivi werden wir zu zweit locker abwickeln. Jeder, der nun denkt: "sind die beiden verrückt, den herrlichen Caprivi einfach hindurch zu hetzen" sei gesagt, dass wir vor genau 1 Jahr diesen ausgiebig bereist haben. Natürlich ist es schade, einige Orte sind schon wiederholungsbedürftig schön ( Mamili NP mit dem Livingstone´s camp oder die Nambwa Campsite im tollen Bwabwata NP ). Aber dieses Mal war halt Sambia unser Schwerpunkt, alles geht ( noch... ;) ) nicht...
Ein relaxtes Frühstück, wir müssen aufpassen, dass er ( oder sie? ) uns nicht auf den Tisch sch....t...aber diese leckeren Früchte hängen nun mal direkt über uns....




....und sie sind sogar zu zweit....guten Morgen.... :)
Noch ein Blick auf den Sambesi-Seitenarm und seine Bewohner.... B)

....und wir starten zuerst Richtung Katima Mulilo Supermarkt, schließlich ist heute Silvester und auch wenn es keine Sause geben wird, wollen wir auf 2016 anstoßen. Wir besorgen uns den bestmöglichen Schampus in einem total überlaufenen Liquor Shop, hier werden gerade die alkoholischen Getränke mit der Sackkarre abgeholt... B)
Endlich geht es raus aus der Stadt, der Trubel in der City war nervig, irgendwie wie in Germany zu Silvester, nur wesentlich wärmer....
Kurz hinter Katima Mulilo kommen wir in die einzige Verkehrskontrolle der Reise, in der auch der internationale Führerschein gefragt ist. Es handelt sich um eine Lernpolizeitruppe, eine Polizistin erklärt ihren Schützlingen genau, was sie kontrollieren müssen und worauf es ankommt. Die Atmosphäre ist entspannt und wir wünschen uns ein gutes neues Jahr... :)
Entspannt rollen wir durch Kongola, kurz dahinter kommen wir an einen Kontrollposten, wo unsere Reifen desinfiziert und die Schuhsohlen durch ein Becken gelatscht werden.
Einige Kilometer weiter kreuzen wir den Abzweig zur Nambwa Campsite, ein Ziel der letzten Reise direkt am Kwando River gelegen. Einer der schönsten Orte, an denen wir bisher waren... :) ... Auf der entgegen gelegenen Straßenseite gab es mal die Bumhill Campsite, leider verfällt diese Ecke des Bwabwata NP, obwohl so wild und sehenswert. :(
Die weitere Strecke bis Divundu ist geradlinig und eher langweilig. Kaum Fahrzeuge, keine Tiere, keine Kurven. Alles hat seine Vor- und Nachteile, man kommt schnell voran. Einzige Abwechslung die Schilder mit dem Hinweis 'Elefants crossing', leider ohne Elefantensichtungen. Aber was sollen sie auch in dieser Hitze hier an der Strasse....
Wir nähern uns dem Okawango mit sichtbarer Zunahme der Elefantenhaufen auf und neben der Piste, hier ist Wasser in der Nähe...
In Divundu überqueren wir den Okawango, dahinter geht es links ab zu einigen Lodges und dem Mahango Game Reserve, unsere Richtung. Nach all dem Regen können wir nicht glauben, wie heiß und extrem trocken es hier ist. Es sieht in der Umgebung aus, als wäre der letzte Regen Monate her, betrachtet man nur die Luftlinie, die wir von Lusaka entfernt sind, ist es kaum zu glauben...
Wenige Kilometer hinter dem Abzweig geht es links zu unserem Zielort für heute, der Nunda River Lodge.
Diese beiden sind sich nicht einig, in welche Richtung es gehen soll, eine Fahrspur ist aber sicher nicht der richtige Ort für solche Diskussionen... :(

Wir erreichen das Gate zur Lodge, werden herzlich begrüßt und stehen schon am check-in. Sogar unsere Lieblings-campsite No. 2 direkt am Fluss ist noch frei, die nehmen wir...Silvester direkt am Okavango...was wollen wir mehr...


Zum Abendessen merken wir uns ebenfalls vor, selbst gekocht wird heute nicht, ...ebenfalls zur Sunset-Bootstour, die wir zum zweiten Mal machen...aber es ist einfach ein schöner Flussabschnitt mit vielen Flusspferden und immer wieder anders...
Früher Nachmittag, es geht kein Lüftchen, die meisten Gäste hängen am Pool ab. Wir setzen uns in den Schatten bei einem kühlen Bierchen, viel bewegen will man sich hier nicht. Ich beneide sogar die grunzenden Hippos, so ganz im kühlen Wasser wäre schon angenehmer... B)

Die Lodge ist gut besucht, aber nicht ausgebucht. Die Steinbungalows sind überwiegend belegt, die großen Mietzelte aber weitgehend unbesetzt. Die Campsites hätten uns auch noch die Wahl für einen weitaus schattigeren Platz gelassen, aber wir bevorzugen die heißere No. 2 am Fluss... B)
Unsere direkten Nachbarn sind 2 Fahrzeuge mit namibischen Kennzeichen und keine Touristen, wir sagen kurz 'Hallo', dann hängt jeder wieder in der Hitze ab...
Nach einem faulen Nachmittag finden wir uns am Bootssteg ein, ich freue mich auf die Tour, sowohl die Popa Falls als auch die vielen Flusspferde sind immer wieder sehenswert.
Es sind nicht viele Mitfahrer an Bord, so verteilt es sich angenehm und man kann auch mit dem Skipper ins Gespräch kommen.
Es gibt immer wieder Stellen mit Flusspferden, an denen er richtig Gas gibt und erzählt uns, dass er bereits 2x ernsthafter attackiert wurde. Er hat spürbar Respekt, ich glaube er erzählt uns das nicht nur so als Gruselgeschichte... ;)






Aus Flusssicht wird sichtbar, was für luxuriöse Unterkünfte es hier gibt, dagegen wohnen wir bescheiden... B)
An den Fällen angekommen gehen wir an Land, ein Genuss so mittendrin zu stehen...wir haben in der Vergangenheit versucht, vom Land aus einen guten Zugang zu finden...schwierig..., eine Bootstour ist wirklich das Beste...





Ein älterer Mann hat dasselbe Objektiv wie ich, kommt irgendwann strahlend auf uns zu und berichtet, er hätte einen bestimmten Vogel tatsächlich abgelichtet...den Namen habe ich noch nie gehört... :) ...nur deswegen ist er überhaupt hier...Glück gehabt, er strahlt über alle Backen.... :cheer:

Anschließend geht es flussabwärts wieder an der Lodge vorbei, hier 'stapeln' sich die Flusspferde und beobachten uns argwöhnisch...immer wieder gibt der Skipper Gas, wenn ein Tier länger abtaucht....ist schon spannend....mit einem Paddelboot wäre ich hier nur ungern unterwegs... B)








Nach vielen Flusspferden, Vögeln und dem genervten 'Hauskrokodil' geht es zurück zur Lodge...langsam kommt Hunger auf....es war mal wieder eine tolle Tour....






Duschen, einen Drink nehmen bei einem stimmungsvollen Sonnenuntergang am Okawango, wie kann ein Jahr 2015 besser ausklingen....





Die Küche ruft, wir sind natürlich mit die ersten, der Magen hängt auf den Knien. Wir durften wählen zwischen Beef und Chicken in 3 Gängen, unser Beef ist exzellent, der Wein ebenfalls, als es voller wird, sind wir bereits fertig mit dem Thema 'Nahrungsaufnahme'.
Wir lümmeln wie andere Gäste auf der großen Veranda herum, aber die Atmosphäre hat mit Silvester, so wie wir es kennen, absolut nichts zu tun. Es fällt schwer, bis Mitternacht wach zu bleiben. Unsere Nachbarn kommen um ca. 23 Uhr zurück, bauen im Dunklen ( sehr routiniert und lautlos ) ihre Dachzelte auf und weg sind sie.
Wir 'quälen' uns bis Mitternacht, trinken den Schampus nach ordentlichem Prosten aus und müssen irgendwie leise sein, da die Lodge im Stillen liegt.
Jahreswechsel findet hier anders statt, nämlich lautlos, keine Knaller oder Raketen, kein Zuprosten und Feiern, nein, hier sind wir um Mitternacht ziemlich allein. Aber eigentlich sind wir doch genau deshalb hierher gekommen.... B)
...und hier ein seltenes Foto von uns beiden zusammen....Frohes Neues....PROST....
Letzte Änderung: 02 Jan 2017 21:59 von paulinchen.
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23 Apr 2016 08:27 #428813
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Danke Paulinchen- jetzt klappt's auch mit den Fotos :kiss:
Liebe Grüsse Mari
Nächste Reiseziele:
ab 21.08.- 17.10. 2022: Griechenland
2023: Panamericana
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Tag 27

Sehr früh am Morgen ist es bereits enorm heiß, noch befindet sich unser Zelt im Schatten, aber Platz No. 2 wird spätestens ab 11 Uhr komplett schattenfrei sein.
Beim Frühstück überlegen wir uns, wie wir weiter Richtung Süden fahren werden. Sollen wir noch eine Nacht hier bleiben und die wunderschöne Umgebung erkunden? Auch hier gibt es noch Ecken, die wir nicht kennen...
...wie zur Entscheidungshilfe bekommen wir reichlich gefiederten Besuch heute Morgen... :)






Es ist Freitag und Neujahr, nächsten Dienstag geht abends unser Rückflug ab Johannesburg. Und das möchten wir möglichst stressfrei absolvieren. Außerdem ist es sooo heiß hier, wahrscheinlich würden wir den Tag völlig verbummeln... B)
Um 10 Uhr ist klar, wir fahren heute doch ein Stück weiter Richtung Maun und übernachten lieber noch eine Nacht im Makgadikgadi NP, wenn möglich.
Mit dieser Entscheidung fühlen wir uns wohl, packen unser Camp zusammen und checken aus. Andere Camper machen es ebenso, es sind offensichtlich einige nur zu Silvester hier angereist, es wird leerer...



Ein letzter Blick auf die Veranda über dem Okavango, gerne würden wir noch einige Tage hier herumlümmeln...
Bevor jede Bewegung zur schwitzenden Qual wird, sind wir startklar und fahren auf die namibisch-botswanische Grenze zu, vor der wir das Mahango Game Reserve durchqueren müssen.

An der Schranke zum Park werden wir registriert als Transitreisende, die Schranke öffnet sich für uns.
Bis zur Grenze gibt es 2 Möglichkeiten, das Reserve zu durchfahren, entweder die direkte geradlinige Piste oder einen kurvigen Schlenker linksseitig der Direktroute an den Okavango heran. Wir wählen den Schlenker, hier haben wir in der Vergangenheit häufig Elefanten und andere Tiere gesehen.
Heute sind wir spät dran und es ist extrem trocken hier, entsprechend wenig Tiere zeigen sich auf unserer langsamen Durchfahrt. Nur ein Fahrzeug begegnet uns, nix los hier.





Schon biegen wir wieder auf die Hauptstrecke ein und erreichen direkt hinter dem massiven Elektrozaun die Grenzgebäude.
Ausreise aus Namibia, Wiedereinreise Botswana, wir sind wieder fast allein hier. Die Grenzbeamten versuchen sich Luft zuzufächeln, nur die Hitze ist hier ein Thema, bloß nicht zu viel bewegen, wir sind ganz schnell abgefertigt...
Die Strecke Richtung Süden ist wenig befahren, so kommen wir super voran ( denken wir... :( ).
Heute Morgen noch dachte ich, was für ein Glück wir diesmal mit den Reifen haben, die Reise ist fast um und bisher kein Reifenschaden, das hatten wir schon ganz anders... :( .
Diesmal habe ich den Gedanken nicht ausgesprochen, in der Vergangenheit hatte das Quatschen darüber fast immer zur Folge, dass etwas schief ging. Nur dran denken scheint aber auch zu wirken...leider... :angry: ...irgendwo zwischen Sepupa und Nokaneng gibt´s ein unangenehmes Geräusch bei 100 km/h, wir kommen auf der geraden Strecke etwas ins Trudeln, dann endlich zum Stillstand am Straßenrand...

Der Reifen hinten links hat einen Totalschaden, es hat ihn völlig zerfetzt....na Klasse...natürlich wieder mal an einer besch....... Stelle, pralle Sonne, kein Schatten und zur heißesten Tageszeit... :angry:
Erst versuchen wir es mit dem Highlift-Jack, aber in diesem Fall und dem sandigen Untergrund geht der Wechsel wesentlich schneller und einfacher mit dem Toyota-Standardwagenheber.
Eine schweißtreibende Angelegenheit, aber irgendwann ist auch das geschafft, wir können weiter. Bedeutet aber auch, dass in Maun unser erstes Ziel ein Reifenhändler sein muss...





Nachdem wir in Sehithwa links ab auf die A3 abgebogen sind, nimmt die Zahl der Haustiere, vor allem der Esel, beidseitig der leeren Straße enorm zu. So viele Esel auf engem Raum, in allen Farbschattierungen zwischen weiß, Milchkaffee und dunkelbraun, haben wir in Botswana, dem Esel-Land schlechthin, noch nicht gesehen.


Langsam kündigt sich die Dämmerung an, endlich erreichen wir Maun, der Kreis schließt sich ( leider... :( ), wir suchen wieder die Okavango River Lodge auf, wie schon auf der Hinfahrt. Der Inhaber ist ein lässiger Typ, der uns bestimmt sagen kann, wo wir in Maun einen preiswerten, gut gebrauchten Reifen bekommen können.
Die Campsite ist sehr gut gefüllt, einige Bushlore-Fahrzeuge stehen herum, aber überwiegend campen hier Botswaner. Es ist immer noch Neujahr heute...., hier ist Party in Maun, überall ist laute Musik zu hören...
Nachdem wir uns einen halbwegs ebenen Stellplatz in der Mitte des Camps gesichert haben, gibt´s was zu Essen und eine erfrischende Dusche. Danach schauen wir uns amüsiert an, wie aus den niedrigen Iglu-Zelten topgestylte Botswaner, Männer und Frauen, krabbeln...SIE mit hohen Hacken und schicken Frisuren, ihre Männer im Smoking.... :)
Sie stöckeln durch den Sand in ihre Autos und los geht´s zur Party...viel Spaß...
Uns geht die nahende letzte Nacht vor unserem Rückflug durch den Kopf. Klar ist, wenn es nicht regnet, werden wir wieder in den Marakele fahren. Aber warum eigentlich wieder ins Bontle Camp, dort waren wir doch schon oft, warum nicht mal ins Tlopi Tented Camp, kennen wir nicht und ist auch viel besser zum Packen unserer Klamotten?
Über das WLAN der Lodge gehe ich auf die Sanparks-Seite und schaue mir die Belegung des Tlopi Tented Camps vom 04. auf den 05.01.2016 an, da ist noch Einiges frei... :)
Das buchen wir direkt und freuen uns jetzt schon auf diesen letzten Abend dort.
Lange sitzen wir draußen bei einem Wein, gar nicht sooo spät kommen unsere gestylten Nachbarn zurück, eine 'Katzenwäsche' noch im Waschhaus und verschwinden schnell und leise in ihren Zelten...
Auch wir kuscheln uns nun ins Dachzelt, die Musik hämmert dumpf die ganze Nacht durch Maun´s Straßen, aber das stört uns überhaupt nicht....schnell sind wir weg, bekommen gerade noch mit, dass wir nachts noch hungrigen Besuch im Camp bekommen....ich mag sie sehr...
Letzte Änderung: 02 Jan 2017 22:15 von paulinchen.
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28 Apr 2016 00:28 #429469
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Tag 28

Die Sonne weckt uns früh mit voller Wucht, wir stehen mal wieder ungünstig, wenn es auch nur eine schattenfreie Stelle morgens gibt, wir finden sie auch im Dunkeln... B)
Bevor wir heute weiterfahren, müssen wir Einiges erledigen: Reifen kaufen, Camp buchen und noch etwas einkaufen. Hoffentlich wird es nicht zu spät, es ist Samstag und nach den Feiertagen ist einiges los auf den Straßen....
Wir fragen den Inhaber unseres Camps nach einem guten Reifenhändler, das ist heute das Wichtigste. Wie vermutet bekommen wir hier einen heißen Tip, es ist einfach erklärt, ...nicht weit zu fahren. Wo das SKL-office ist, glauben wir von früheren Buchungen her zu wissen... ;)
Also frühstücken, packen und los geht´s.

Mit etwas Suchen finden wir den Reifenshop halbwegs flott, das er geöffnet hat, ist nicht selbstverständlich...wir sind in einem Industriegebiet und so ziemlich alle anderen shops haben geschlossen....Glück gehabt... :)
Und wir sind auch nicht die Einzigen mit Reifenproblemen, der Parkplatz füllt sich. Das ist anscheinend wirklich der ultimative Tip in Maun...

Unser Problem hängt sichtbar am Heck des LC, schnell stöbert man im Depot und findet einen passenden gut gebrauchten Reifen.....mit dem Preis lässt es sich leben....schnell aufgezogen....das ging schon mal wesentlich schneller als befürchtet.... :)
Wo wir einkaufen können, wissen wir, teilen uns auf und auch das ist zügig abgearbeitet.
Nun noch 1 Nacht im Makgadikgadi buchen, das SKL-office ist nah am airport, wir finden es problemlos wieder....und stehen vor der Tourismusbehörde....kein SKL-office mehr hier.... :angry:
Auf Nachfrage teilt man uns mit, dass SKL umgezogen ist, links..rechts..links..dort soll es sein...
Irgendwas haben wir falsch verstanden, müssen noch mal fragen...wie doof, es liegt genau an der Hauptstraße und dick ausgeschildert...
Schön kühl im office, einen Platz für die nächste Übernachtung bekommen wir, leider nur nicht direkt am Steilufer. Ansonsten haben wir die freie Wahl.
Wir bezahlen mit unseren wenigen USD, das ging ebenfalls sehr schnell...wir können früher als erwartet starten... B)
Kurz hinter Maun passieren wir einen Veterinärstop, müssen wieder unsere Schuhsohlen baden und den LC durch das Becken rollen...weiter geht´s...

Die Strecke ist, wie so viele in Botswana, sehr gut zu fahren, aber einschläfernd langweilig. Glücklicherweise ist es nicht weit, das gate ist beschildert, wir biegen rechts ab Richtung Khumaga in den Makgadikgadi.
Es ist heiß, das gate liegt einsam vor uns, niemand zu sehen. Auch drinnen ist außer Fliegengesumme nichts zu hören. Wir müssen noch den Parkeintritt bezahlen...schauen mal draußen nach Menschen. Etwas entfernt liegen einige Hütten, von dort schlurft eine junge Frau heran, wir werden registriert, aber bezahlen können wir hier nicht.
Ich habe es so verstanden, als sei die Kasse mit irgendjemandem unterwegs und nicht greifbar...wir sollen in Khumaga bezahlen...uns soll´s recht sein...weiter geht´s.
Zu Beginn der Piste, auch wenn es nicht weit ist, lassen wir etwas Luft aus den Reifen, von unserer vorherigen Reise wissen wir, dass der Sand vor allem bei diesen Temperaturen hier anstrengend ist... :(
Als Team funktionieren wir, was solche Themen angeht, inzwischen perfekt, der Vorgang dauert nur wenige Minuten.
Die Luft flimmert, je näher wir dem Boteti kommen, um so häufiger werden die Elefantenhaufen auf der Piste, sieht frisch aus...kein Wunder in der Umgebung des erfrischenden Flusses...





Auf den letzten 5 km vor Khumaga sehen wir sie dann auch zahlreich: Elefanten, Zebras in Massen, Giraffen und was sonst noch alles zum Fluss will...




Die erste Möglichkeit, den Fluss zu erreichen, ergreifen wir, biegen rechts ab. Vor 3 Jahren waren wir schon mal hier, ein Paradies mit dem gut gefüllten Boteti, vielen Zebras und anderen Tieren. Wir mussten damals im November die Fähre benutzen.



Diesmal erkennen wir die Landschaft kaum wieder, der Fluss ist ein Rinnsal, hat nichts mit dem Ausblick vor 3 Jahren zu tun...wenig grün, dafür trockenes Geäst und reichlich Geier hängen hier rum....



Langsam rollen wir den Boteti entlang Richtung Camp, es ist wahrscheinlich noch zu heiß für die meisten Tiere, hier ist wenig los. Der Fluss verdient seinen Namen gerade nicht, hier fließt kein Wasser, nur einige Lagunen haben sich gebildet, aber das Flussbett vor allem in nördlicher Richtung ist bis auf wenige Pfützen trocken...




Langsam rollen wir entlang des Ufers, nur sehr wenige Fahrzeuge begegnen uns. Zur Sicherung unseres Besitzstandes.. ;) .. ( wir haben kein festes Camp gebucht, sondern die "freie" Auswahl ) nähern wir uns dem Khumaga Camp.
Hier stehen wirklich nur eine Hand voll Fahrzeuge, wir suchen einen Platz nicht weit entfernt von einem der Waschhäuser und stehen somit allein.
Ein Begrüßungsbier, etwas das Steilufer ablaufen, kommen zurück zum Fahrzeug und bleiben geschockt stehen. Das kann nicht wahr sein, diesmal haben wir vorne links einen Platten....innerhalb von 24 Stunden der 2. Platten auf einer 4-wöchigen Reise....wir wollten doch noch eine Pirschfahrt entlang des Boteti unternehmen... :angry:
Hier verliert auch Manni leicht die Fassung....muss das gerade jetzt sein?
Wir überlegen, was zu tun ist....mit dem Kompressor bringen wir Luft auf den Reifen, können das Entweichen der Luft hören....und mit etwas Spucke auch sehen....das kleine Loch ist im sichtbaren Bereich des Reifens.
Bushlore hat ein Reifenreparaturset im Equipment, vielleicht müssen wir noch nicht einmal den Reifen abmontieren.
Manni nimmt den Flicken ( sieht aus wie ein dicker Kerzendocht, habe so etwas bisher noch nicht verwendet.. :unsure: ), sticht ihn mit einer Ahle direkt in das gut sichtbare Loch, wieder rausziehen und das Loch ist dicht!!!...Hurra...es funktioniert tatsächlich... :)
Darauf erst mal ein Bier...nun wird es mit der Pirschfahrt, zwar mit leichter Verspätung, doch noch was...









Die Zeit, die uns heute Abend fehlt, wollen wir morgen früh nutzen, dafür stelle ich sogar den Wecker ( eigentlich ein tabu... ).
Der Himmel hat sich zugezogen, es sieht nach Regen aus, das Licht entsprechend düster. Nur selten blitzt die Sonne durch ein Wolkenloch...schade...wir sind etwas zu spät dran....sch..... Platten....




In der Dämmerung erreichen wir unser Camp, ein Ranger-Fahrzeug klappert den Platz ab, kontrolliert die permits. Wir müssen noch den Parkeintritt bezahlen, das machen wir unkompliziert.
Wir verquatschen uns etwas, die beiden MA sind mitteilungsbedürftig, irgendwann sagen wir 'gute Nacht', einer dreht sich um und sagt so nebenbei: "be careful, there are lions around"... B)
...schluck...er sagt das so, als ob wir wirklich sehr vorsichtig sein sollen....ok....ein schnelles Abendessen, duschen im Halbdunkeln, es ist doch ein Stück zu laufen zum Waschhaus...während Manni dort ist, huscht ein schwarzer Skorpion im Lichtkegel um meine Füsse....ich versuche mit Taschenlampe und Kamera gleichzeitig zu hantieren, gelingt nur schlecht, zumal der Skorpion immer dem Lichtkegel hinterher rennt und somit auf mich zu...
leider verwackelte Bilder, erst als er zur Ruhe kommt, wird er scharf... B)



Wir gehen schlafen, morgen früh geht ein Wecker!!... :( ...aber ich schlafe schlecht... es gewittert um uns herum, ich rechne mit einem Unwetter direkt über uns, der Wind rappelt in Böen am Zelt...es blitzt, donnert, das Gewitter weiß nicht, was es will.... :angry:
...und Manni schläft tief und fest...beneidenswert... B)
Letzte Änderung: 02 Jan 2017 22:26 von paulinchen.
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