THEMA: Sambia 2014 - Spuren im Sand
08 Nov 2014 14:21 #361079
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  • tiggi am 08 Nov 2014 14:21
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Hallo Seven,
tatsächlich decken sich manche Erlebnisse. Im Lower Sambesi NP haben wir die Löwen nur gehört, aber sonst alle anderen Tiere gesehen. Die Elefanten erschienen uns sehr aggressiv dort und griffen uns immer wieder an, was wir so gar nicht kennen. Aber deine Erklärung, dass sich dort noch Wilderer herumtreiben, wäre eine Begründung für dieses Verhalten.

Im South Luangwa durften wir auch mit Moses den Night Gamedrive machen. Es war toll, er war der Tracker und wo sein Scheinwerfer hintraf waren Leos, Zibetkatzen oder Buschbabies. Der Mann ist klasse.
Übrigens hast du tolle Aufnahmen gemacht, vor allem bei Nacht. Deine Ginsterkatze oder Zibetk. sehen prima aus.

Witziger weise haben auch wir ein so großes Löwenrudel getroffen. Es waren 14 Löwen, eine Löwin trug einen Sender um den Hals. Es war bestimmt die gleiche Gruppe, denn so viele große Gruppen gibt es dort nicht oft.

Bin sehr gespannt, wie es bei dir weiter geht.

Liebe Grüße
Biggi
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10 Nov 2014 09:22 #361430
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tiggi schrieb:
Hallo Seven,
tatsächlich decken sich manche Erlebnisse. Im Lower Sambesi NP haben wir die Löwen nur gehört, aber sonst alle anderen Tiere gesehen. Die Elefanten erschienen uns sehr aggressiv dort und griffen uns immer wieder an, was wir so gar nicht kennen. Aber deine Erklärung, dass sich dort noch Wilderer herumtreiben, wäre eine Begründung für dieses Verhalten.

Im South Luangwa durften wir auch mit Moses den Night Gamedrive machen. Es war toll, er war der Tracker und wo sein Scheinwerfer hintraf waren Leos, Zibetkatzen oder Buschbabies. Der Mann ist klasse.
Übrigens hast du tolle Aufnahmen gemacht, vor allem bei Nacht. Deine Ginsterkatze oder Zibetk. sehen prima aus.

Witziger weise haben auch wir ein so großes Löwenrudel getroffen. Es waren 14 Löwen, eine Löwin trug einen Sender um den Hals. Es war bestimmt die gleiche Gruppe, denn so viele große Gruppen gibt es dort nicht oft.

Bin sehr gespannt, wie es bei dir weiter geht.

Liebe Grüße
Biggi

Hallo Biggi
Ja, manchmal war's mit den Elefanten schon ein wenig mulmig im Lower Sambezi. Wir wurden nur einmal kurz angegriffen, bzw. war's ein Scheinangriff eines Teenie-Elefanten, der mit seiner Mutter unterwegs war. Morat meinte, er müsse seiner Mutter nun zeigen, wie stark er ist. Aber es ist schon so, in den anderen Parks habe ich sowas noch nicht erlebt.

Ich denke auch, es ist die gleiche Löwengruppe im South Luangwa. Bei uns hatte auch einer einen Sender am Hals. Moses war wirklich toll, sein Wissen und seine Erfahrungen waren Gold wert. Irgendwie war es für mich interessanter, den Park am Abend zu beobachten als am Tag.

Viele Grüsse
Sven
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10 Nov 2014 09:30 #361434
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02.07.: South Luangwa

Mit Moses frühstücke ich im Restaurant, ehe wir beide zum Campingplatz fahren und 6 Drifters-Gäste abholen. Die jungen Leute scheinen wohl eine Party gefeiert zu haben, so richtig wach sehen sie nicht aus…
Bei der Fahrt über die Brücke begrüsst uns der Sonnenaufgang.



Im Park zuerst die üblichen Verdächtigen: Krokos, Hippos, Impalas und Pukus, dazu viele Wasser- und andere Vögel. Eine Gabelracke posiert für uns auf einem dünnen Ast.





Weiter geht’s wieder mit den Pflanzenfresser: Büffel, Giraffen, Warzenschweine, Zebras und Wasserböcke.







Das Löwenrudel, das wir gestern gesehen haben, hat sich in der Nacht bewegt – nun liegen sie an einer anderen Stelle faul im Schatten der Bäume. Ich frage Moses beiläufig, welches sein Lieblingstier ist. Der Pavian, seine Antwort. Bei denen ist immer was los. Die Löwen tun ja gar nichts, „schimpft“ er zum Schluss. Soweit nachvollziehbar..., vielleicht sehe ich ja mal bei den Löwen sowas wie Bewegung.





Wir wollen gerade zur Kaffeepause ansetzen, da sehen wir eine kleine Herde Impalas davonrennen. Sie flüchten vor einer Hyäne. Wobei die Verfolgung der Hyäne irgendwie wie ein Scheinangriff aussieht, der Marke lust- und kraftlos; ein Wille ist bei ihr nicht wirklich zu sehen. So gibt sie dann schnell auf und verschwindet im Busch.



Ein kleines Highlight sehen wir dann noch bei der Rückfahrt: zwei Giraffen bei der Halsgymnastik. Jeweils abwechselnd schleudern sie ihren Kopf zum Nachbarn und vollführen schlingernde Bewegungen. Das Ganze sieht relativ sanft aus, also eher Liebesspiel als Kampf. Hier mal versucht als Collage einzufügen.



Beim Lunch treffe ich Michael Reich von A+M Africatours; er hat im Auftrag von Globetrotter meine Sambia-Reise gebucht. Wir werden zusammen die restliche Zeit im South Luangwa sowie im Kafue verbringen.
Am späteren Nachmittag Aufbruch zur 2. Nachmittags- und Nachtpirschfahrt. Diesmal mit dabei im Fahrzeug u.a. fünf ältere Franzosen. Sie haben die nervige Angewohnheit, während der Pirsch zu rauchen und zu telefonieren. Ärgerlich das Ganze.
Der Start ist nicht unbedingt verheissungsvoll: zwei Hammerköpfe auf einem Ast verleiten Moses zu einem 10-minütigen Referat über diese Vögel. In der Umgebung tut sich nicht viel, ausser einem Hippo in der Lagune ist nichts zu sehen. Ein ganz anderer Vogel zeigt sich dann auf der Strasse: ein Ziegenmelker. Das Tier sitzt am Strassenrand – völlig unbeeindruckt vom nahenden Fahrzeug.



Nach dem Sundowner wird es wieder Zeit, die Spotlampe zu aktivieren. Es dauert nicht lange, da sehen wir den ersten Leoparden. Er schnüffelt kurz an einem grossen querliegendem Stamm, ehe er im Gebüsch verschwindet.





Und dann tatsächlich: Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen; wir sehen das Löwenrudel – in Bewegung! Sie kommen vom Busch her zur Strasse hin und überqueren diese direkt hinter unserem Fahrzeug – alle praktisch hintereinander wie an einer Schnur gezogen. Da ich in der hintersten Reihe sitze, blicke ich direkt hinunter. Und obwohl viele Pfoten unterwegs sind, man hört nichts im Unterholz, kein abknickendes Gras, kein verwelktes Blatt, das zerknirscht, kein Rascheln. Einfach nichts. Ohne Licht würden wir gar nicht mitbekommen, dass hier Löwen sind. Jetzt weiss ich, wie hilflos sich Pflanzenfresser fühlen müssen in der Dunkelheit, immer mit der Gefahr, plötzlich aus dem Nichts angegriffen zu werden.







Aber die Nacht, bzw. Pirsch ist noch nicht vorbei. Kurz nach den Löwen sehen wir den 2. Leopard. Er trinkt Wasser aus einer Lagune, ehe er in unsere Richtung läuft. Dies ganz gemächlich, so dass wir ihn einige Minuten beobachten können.





Das war’s... - denken alle. Falsch gedacht! Tatsächlich finden wir noch einen 3. Leoparden, ein imposantes Männchen. Er genehmigt sich aber einen Schönheitsschlaf und lässt sich auch durch unsere Anwesenheit nicht stören.



So, jetzt ist Schluss, die Abendpirsch hat viele Höhepunkte geliefert. Danke Moses, deine 60%ige Leoparden-Erfolgsquote hast du sichtlich gesteigert.
Letzte Änderung: 10 Nov 2014 09:34 von Seven.
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10 Nov 2014 11:33 #361461
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  • picco am 10 Nov 2014 11:33
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Hoi Sven und Doppel-WAU!!!

:woohoo: Tiere beim Nacht-Gamedrive ist schon toll, dann noch nachts Löwen in Bewegung ist ein 'WAU' wert und drei (DREI!!!) Leoparden in der Nacht mindestens noch ein 'WAU'!!! :woohoo:
Kleiner Glückspilz, Du! B)
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11 Nov 2014 20:50 #361787
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  • Seven am 10 Nov 2014 09:22
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Hoi Picco

Der South Luangwa ist ja bekannt für seine Leoparden-Dichte. Da hat man eigentlich gar keine Möglichkeiten, diesen auszuweichen... :laugh: .

Naja, zahlenmässig reichts ja nicht an deine 10 Leosichtungen innert 24 Stunden. Daher gebe ich den Glückspilz gerne zurück. ;)
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11 Nov 2014 20:56 #361788
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  • Seven am 10 Nov 2014 09:22
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03.07.: South Luangwa

Am Morgen starte ich wiederum zur Pirschfahrt, diesmal mit fünf weiteren Gästen des Camps (vier Personen aus England sowie Michael). Die Tiere wiederholen sich, wobei, zu Beginn eine Premiere: ein Buschbock zeigt sich kurz neben der Strasse.



Ansonsten viele Impalas, Pukus, Kudu, Wasserböcke, Elefanten, Giraffen und weitere Pflanzenfresser. Bei einer Herde Impalamännchen gibt’s was auf die Hörner. Einige bekämpfen sich gegenseitig, so eine Art jeder gegen jeden.














An einer Lagune machen wir Kaffeepause und gesellen uns zu den Pukus, Nimmersatte und Krokos. Auch ein Goliathreiher sucht hier einen Snack.



Ich erfahre von den Engländern, dass sie am Flughafen in Lusaka auch 10 Minuten vor dem Weiterflug an den Check-In gekommen sind. Im Gegensatz zu mir konnten sie aber nicht mehr in die Maschine und mussten eine Nacht in Lusaka verbringen. Den neu gebuchten Flug konnten sie erst am Folgetag antreten. Rückblickend habe ich wirklich Glück gehabt.
Nach der Pause wird es Zeit für den Löwenbesuch. Als wir sie finden machen sie… nichts! War ja klar. Aber irgendwas ist trotzdem anders: ein Weibchen schleckt etwas das aussieht wie ein dunkler Stein zwischen ihren Pfoten ab. Ein anderes Weibchen spielt mit einem Horn. Und das Männchen ist über Nacht schwanger geworden, gratuliere! Eigentlich müsste man den Weibchen gratulieren, denn sie haben sicherlich den Büffel in der Nacht erlegt, den das Männchen für sich alleine verputzt hat. So fies kann die Natur sein. Die Weibchen sind immer noch mager wie am Vortag und haben vom Festmahl wohl nicht allzu viel mitbekommen. Der dunkle Stein entpuppt sich als Huf des Büffels. Das interessiert das Männchen aber nicht, vollgefressen liegt es da und wird wohl für weitere Stunden keinen einzigen Schritt machen.







Bei der Rückfahrt wird es wieder mal Zeit für die Vögel: Gabelracke und zwei Pfirsichköpfchen kreuzen unseren Weg. Und bei einer Lagune sitzt ein Fischadler.





Nach dem Lunch machen Michael und ich uns bereit für das Bushcamp. Dieses liegt ca. 2km vom Wildlife Camp entfernt, wo wir nun am Nachmittag hinlaufen werden. Als Guide haben wir James mit dabei; er wird von einem bewaffneten Ranger unterstützt.



Beim Wandern sehen wir Pukus, die uns aber nicht so richtig trauen und früh Reissaus nehmen. An einer Lagune versammeln sich Störche und Fischadler. In weiterer Ferne futtert ein einzelner Elefant.
Wir sehen öfters grosse Erdlöcher. James warnt uns immer wieder, weil wir vor den Löcher stehen und hineinstarren. Wir befinden uns in der „Fire range“, also quasi auf der Angriffsseite, sollte ein Tier plötzlich emporschnellen. Michael erhofft sich aber, dabei ein Erdferkel zu sehen. Sein Wunsch bleibt unerfüllt.



Nach ca. 2 Stunden erreichen wir das Bushcamp. Gerade rechtzeitig, um den ersten Sundowner am Lagerfeuer zu geniessen. Währenddessen grilliert der Koch am Feuer.



Während und nach dem Abendessen und am Lagerfeuer ist ein grosses Thema die zur Zeit laufende WM und den Fussball allgemein, in Sambia und in der Schweiz. James kennt den FC Basel und GC, wir müssen leider bei den sambischen Teams Forfait geben.
Da das Camp am Fluss gelegen ist, hören wir in der Nacht öfters die Hippos. Auch ein Leopard in unmittelbarer Nähe macht sich bemerkbar.
Letzte Änderung: 11 Nov 2014 21:00 von Seven.
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