THEMA: Ernährungssituation
22 Apr 2008 16:00 #66084
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  • Volker am 22 Apr 2008 16:00
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Hallo,

eröffne zu diesem Thema mal einen neuen Thread, dürfte etwas länger aktuell bleiben.

Als Einstieg zur Diskussion die Ansichten eines Rohstoff\"gurus\" - bei mir krausen sich die Nackenhaare beim Lesen einiger Passagen, völlig am \"Leben\" vorbei argumentiert:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,548873,00.html
Bye bye Forum
Letzte Änderung: 22 Apr 2008 16:46 von Volker.
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22 Apr 2008 16:10 #66085
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  • Frank01 am 22 Apr 2008 16:10
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Die Argumentation ist vollkommen korrekt, ich empfehle Dir die Lektüre eines Buchs zu den Grundlagen der Volkswirtschaftslehre.
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22 Apr 2008 16:33 #66086
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  • Volker am 22 Apr 2008 16:00
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Hallo Frank,

ich habe so etwas mal studiert und das Examen auch bestanden - möchte damit aber nicht protzen. Das Studium hat mich auch nicht vom selbstständigen Denken abhalten können...

Für Entwicklungshilfeländer gelten andere \"Gesetze\", ich empfehle die Autoren Muhammad Yunus und Amartya Sen, wobei der zweite Autor etwas schwieriger zu lesen ist. Oder lies mal allgemein etwas zu Wettbewerbspolitik und Zoll-/Subventionspolitik.

Nur folgender Gedankenanstoß: was hilft es dem Bauern/Erzeuger in der Dritten Welt, wenn nicht er, sondern die Handelsstufen dazwischen, i.d.R. nicht in den Entwicklungsländern angesiedelt, von den höheren Preisen am Weltmarkt profitieren? Und nebenbei verhungern Millionen von Menschen, weil sie die - nicht gedeckelten - Preise nicht mehr zahlen können...

Nicht überall führt die freie Marktwirtschaft zu einer Erhöhung des allgemeinen Wohlstands - definiert auch über die Ernährungssituation und weniger an so tollen Größen wie Bruttoinlands-/sozialprodukt, Inflation, Arbeitslosenquote...
Bye bye Forum
Letzte Änderung: 22 Apr 2008 16:45 von Volker.
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22 Apr 2008 16:39 #66087
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  • peter 08 am 22 Apr 2008 16:39
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Frank01 schrieb:
Die Argumentation ist vollkommen korrekt, ich empfehle Dir die Lektüre eines Buchs zu den Grundlagen der Volkswirtschaftslehre.

...guter Tipp.

Allerdings genügt mir auch mein Abendspaziergang über die Dörfer meiner Heimat.

Der erste Bauer ist unermüdlich mit dem Bau von Photovoltaikanlagen beschäftigt, die brüchigen Holzscheunen ächzen schon unter der Dachlast...

Der zweite baut schon Monate am Wehr seines Baches Steighilfen für Lachse und Flusperlmuscheln weil es momentan enorme EU-Zuschüsse gibt...

Der dritte schmollt, weil Ihm die Biodieseldiskussion vermutlich einen Strich durch seine (Subventions)-Rechnung macht und der Arme seine Feldfrüchte wieder als gemeines Nahrungsmittel verkaufen muß.....

Gruß
Peter
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22 Apr 2008 16:46 #66088
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  • Frank01 am 22 Apr 2008 16:10
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Volker schrieb:
Für Entwicklungshilfeländer gelten andere \"Gesetze\",[/quote]

Genau das ist der Denkfehler der immer wieder gemacht wird. Es gelten auch in Entwicklungsländern genau die selben ökonomischen Zusammenhänge wie sonstwo auch. Genau deswegen haben ja die Armen momentan unter den hohen Preisen zu leiden. Diese sind nämlich vor allem auf staatlich Eingriffe (Förderung von Biosprit, Flächenstillegungsprämien etc.) zurückzuführen und nur zu einem geringen Teil auf erhöhte Nachfrage nach Lebensmitteln. Nur: staatliche Eingriffe sind genau das Gegenteil von freier Marktwirtschaft. Wenn man jetzt noch mehr eingreift und die Preise deckelt wird sich die Lage noch verschärfen, weil dann kein Anreiz zu höherer Produktion besteht die Preise dann nicht über den Markt reguliert (sprich: nach unten korrigiert) werden.
Letzte Änderung: 22 Apr 2008 16:48 von Frank01.
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22 Apr 2008 16:54 #66089
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  • Volker am 22 Apr 2008 16:00
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aja, deswegen haben wir auch innerhalb von wenigen Monaten weltweit wieder einen Milchsee - weil die Abgabepreise für Bauern in Deutschland temporär hochgesetzt wurden. Glaubst Du noch an den Weihnachtsmann? Im Ernährungssektor kränkelt es neben der Subventionspolitik v.a. an der \"Macht\"verteilung zwischen Erzeugern und Abnehmern: viele Kleine, immer weniger Große. Das führt tendenziell zu einem Nachfrageoligopol auf Nachfrageseite (auf Stufe der Weiterverarbeiter) - und auf Endverbraucherseite wieder die vielen Kleinen. Sehr schön, das sollten wir uns alle nicht wünschen...

Und solange sich der Markt - sprich die Gewinnverteilung - nicht reguliert hat, verhungern die Leute ohne Lobby...
Bye bye Forum
Letzte Änderung: 22 Apr 2008 16:56 von Volker.
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