THEMA: Ungewöhnliche Übernachtungsplätze ...
08 Apr 2020 18:15 #585757
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  • BikeAfrica am 08 Apr 2020 18:15
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Topobär schrieb:
Durch das Dickicht war ein Tunnel geschlagen, der so niedrig war, dass man nur in stark gebücktem Gang hindurch kam.

… was bei Deiner Körpergröße bereits der Fall wäre, wenn ich noch aufrecht laufen könnte. ;-)

Gruß
Wolfgang
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09 Apr 2020 01:21 #585789
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Hallo, Topobär, ich finde es jammerschade, daß es von dieser Unterkunft keine Fotos gibt!
Grüße von Friederike
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09 Apr 2020 08:13 #585801
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Guten Morgen,

da möchte ich doch auch zu diesem interessanten Thread dazu beitragen.

Meine außergewöhnlichste Übernachtungsstätte bisher war das Hotel Zenobia in Palmyria in Syrien.
Während unserer Rucksackreise durch Syrien im Juni 1987 verschlug es uns auch in die syrische Wüste. Alleine schon das Reisen innerhalb des zu dieser Zeit vom alten Diktator Assad regierten und unterdrückten Staates war eine große Herausforderung. Das Land war voll von Geheimpolizei und Militäreinheiten, die das Leben der Einheimischen sowie das Reisen der ganz, ganz wenigen westlichen Touristen (ich zählte in drei Wochen außer uns beiden insgesamt nur eine weitere Deutsche und ein schwedisches Pärchen) erheblich erschwerten. Es war an der Tagesordnung, daß der Staatsapparat Straßensperren errichtete und sämtliche Reisende, egal ob in privaten PKW, Überlandbussen, zu Fuß oder auf Eseln, stoppte, kontrollierte und Angst einflößte. Auf unserem Weg mit dem Überlandbus von Damaskus nach Tadmur (Palmyra) kam es in Mitten der Wüste zu einem solchen Roadblock. Militär stürmte den Bus, alle Reisenden mußten von ihren Sitzen aufstehen und wurden zusammengepfercht. Wir, als einzige Westler, hielten unsere deutschen Reisepässe in die Luft und den Atem an und wohnten dieser Szenerie mit Fassungslosigkeit bei. Die bis über beide Ohren bewaffneten Soldaten fuchtelten mit ihren Messern und Kalaschnikows wild gestikulierend und lauthals brüllend im Bus umher, schnitten mit ihren Dolchen alle Sitze des Busses auf und durchsuchten diese akribisch. Zum Schluß stießen sie einen der Reisenden mit Fußtritten aus dem Bus und führten ihn ab. Uns beiden wurde auf die Schultern geklopft und mit breitem Grinsen entgegnet: Germany good, good. Jewish dead. Good. So fuhr der Bus weiter und wir setzten, noch immer unter Schock stehend, unsere Reise nach Palmyra fort. Dort angekommen liefen wir zu dem damals außerhalb der Stadt Tadmur direkt an den Ausgrabungen und des Baaltempels liegenden Hotel Zenobia. Ein in klassizistischem Stil erbautes Hotel, daß uns im Sommer 1987 mit schiefhängenden Holzfensterläden, aus den Angeln gehobenen Türen, bröselndem Stuck, unglaublich schönem Mosaikfußboden und einem kleinen Garten mit Plätscherbrunnen empfang. Wir sollten die einzigen Gäste bleiben. Angeboten wurde lediglich Übernachtung und Getränke. Essen gab es nur im nahen Städtchen Tadmur, dort wo die Überlandbusse hielten. Die Lage des abgehalfterten, ehemals berühmten Hotels (zu den illustren Gästen zählte auch Agatha Christie, die ihrem Gatten, einem englischen Archäologen, in den 30er Jahren in den Nahen Osten folgte und dort u. a. den Mord im Orientexpress verfasste) direkt an den Tempelanlagen, Ausgrabungen, Nekropolen war atemberaubend. Das uns aus der dem Hotel gegenüberliegenden Oase erreichende Insektenzirpen lag tagsüber wie ein lauter Schleier über allem. Wir schlenderten mutterseelenalleine durch die UNESCO-Weltkulturerbestätte; außer uns war niemand dort. Alles war sehr surreal. Die Größe, die Gesamtheit der Ruinen war mental schier nicht zu erfassen. Da uns das Hotel Zenobia ja lediglich kühle Getränke, Tee oder Kaffee offerierte, mußten wir uns zum Abendessen nach Tadmur begeben. Das heiße Wetter, die fetten und vor Öl triefenden Speisen garniert mit dicken, rohen Zwiebelringen, die über Gebühr gesüßten Getränke sowie das auf Autodächern „gebackene“ Fladenbrot trugen, trotz unserer mehr als zurückhaltenden Essensaufnahme, dazu bei, daß sich eine weitere Reisende uns anschloß: Die Diarrhö. Das uns zugeteilte, scheinbar einzig belegbare Hotelzimmer verfügte über ein sehr ansehnliches, großes Bad. Schade nur, daß die Toilettenspülung defekt war und es uns aufgrund der unüberwindbaren sprachlichen Hürden…wir sprachen nur Deutsch und Englisch, die paar Hotelmitarbeiter nur Arabisch… nicht gelang, hierfür einen Ersatz zu erhalten. So blieb uns zu nächtlichen Stunden lediglich die Badewanne, die eine funktionierende Wasserzuleitung hatte. Mit nackten Ärschen saßen wir somit auf dem Badewannenrand und schissen uns die ganze Nacht die Seele aus dem Leib. Unabhängig von unseren Darmbeschwerden wäre an Schlafen eh nicht zu denken gewesen, da der stark zunehmende Wüstenwind wild an den ausgemergelten Holzfensterläden riß und großen Lärm verursachte.
Diese Nacht, wir nennen sie heute noch den nächtliche Palmyraschiß, wird uns immer in Erinnerung bleiben. Zu unserem großen Glück hatten wir eine Woche zuvor im gedeckten Basar in Aleppo ausreichend parfümierte Kernseife gekauft und Gott sei Dank war genug Druck auf der Wasserleitung, sodaß wir unsere "flüssigen" nächtlichen Geschäfte entsorgen und die Wanne sauberschrubben konnten.
Wenn das die gute alte Agatha wüßte. Wir würden mit Sicherheit Eintritt in eines ihrer Werke erhalten.

Gruß vom Alm
Letzte Änderung: 09 Apr 2020 17:06 von ALM.
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09 Apr 2020 12:48 #585823
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Die Geschichte erinnert mich an eine Übernachtung in der Bibliothek der Seemannsmission in Douala (Kamerun). Wir durften dort auf dem Fußboden schlafen, nachdem wir in der Stadt keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hatten und die Zimmer der Mission auch alle belegt waren.
Mein Reisepartner und ich hatten abends irgendwelche frittierten Kartoffelteile der Baureihe "Pommes frites" gegessen, aber irgendwie war das Frittierfett wohl in einem Zustand, der bei Stiftung Warentest nicht über ein "mangelhaft" hinausgekommen wäre.
Etwa zwei Stunden später ließen wir uns die ganze Sache nochmal durch den Kopf gehen.
Mein Reisepartner suchte die (einzige) Toilette auf und hielt zu Ehren von Villeroy&Boch eine stundenlange Andacht am weißen Porzellanaltar ab. Ich füllte derweil fleißig vorverdaute Kartoffeln portionsweise in eine Plastiktüte ab.
Immerhin mussten wir am nächsten Morgen keine Badewanne schrubben … ;-)

Gruß
Wolfgang
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Hoi zämä

1978 wollte mein Stiefvater mit meiner Mutter, meiner Grossmutter, meinem Bruder und mir in einem 1971er und demnach auch kleinen, dreitürigen Toyota Corolla Kombi nach Sitges (etwas südwestlich von Barcelona).
Um die beinahe 1200 km rechtzeitig hinter uns zu bringen und Reserve zu haben sind wir am Tag bevor wir ins Hotel einchecken konnten in den bis unters Dach vollgeladenen kleinen Corolla gestiegen und losgedüst.
Wie für eine Fahrt mit einem Toyota üblich sind wir trotz nur etwa 55PS aus dem kleinen Motörchen problemlos durchgekommen!
Zumindest beinahe!
Denn weil wir auf der Strecke keine Probleme hatten kamen wir irgendwann um Mitternacht in Sitges an und da das Hotel keinen 24h-Rezeption hatte standen wir ohne Hotel da!
Also haben wir die Hotels die noch offen waren abgeklappert und dabei bemerkt dass zwar wenige Zimmer frei waren.
Aber nichts was zahlbar gewesen wäre...
Nach Stunden der Suche entschied mein Stiefvater dass wir im Auto übernachten und stellte das Auto in einem Park auf die dort am Boden rumliegende Wiese.
So weit, so unbequem!
Aber irgendwann haben wirklich alle mal geschlafen!
Als wir dann am Morgen aufwachten haben wir uns erstmal umgeschaut und uns über die vielen Leute mit Golfschlägern gewundert...bis wir dann endlich bemerkten dass wir mitten auf dem Grün eines Golfplatzes standen! :laugh:
Schnell weg und ab ins Hotel! :laugh:
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10 Apr 2020 11:29 #585879
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… das erinnert mich an eine Fahrt mit dem Land Rover zur Oase Goanikontes vor fast 20 Jahren.
Landkarten sind ja was für Turnbeutelvergesser und so habe ich mir das nur kurz angeschaut und bin los. Und dann irgendwann Gras, was ja irgendwie gut zu Oase passte. Was nicht so passte, war dann irgendwo eine Fahne, die ein Loch kennzeichnete. Ich bin also quer über den Golfplatz in der Nähe von Swakopmund gefahren, von dem ich zuvor nie gehört hatte. War irgendwie nicht so gelungen …

Gruß
Wolfgang
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