THEMA: Biltong Rezept
21 Apr 2012 21:20 #233032
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  • khadija am 21 Apr 2012 21:20
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Hallo an alle,

ich bin hier nur reingerutscht, weil ich nach einem Rezept fuer Biltong suchte.

Ich lebe seit 11 Jahren in Gambia, West Afrika, im Busch, keinen Strom, nur Generator. Wollte einfach nur mal schauen, wie man Rindfleisch konservieren kann, da ich keinen Kuehlschrank oder Gefriertruhe habe.

Nun bin ich aber etwas perplex, denn die Rezepte schreiben etwas von kuehlen vor, Biltong Box, brauner Essig, etc.

Wie haben es den die alten Buren damals gemacht, ohne Strom? Weiss jemand ein original Rezept, das ich auch hier in West Afrika gebrauchen kann?

Wir sind hier noch in der Trockenzeit, die Regenzeit faengt erst im Juni an. Kann ich das Rindfleisch in meiner Huette an die Decke haengen? Oder sollte ich das lieber draussen in die Sonne haengen.

Koriander kann ich vielleicht in einem Supermarkt an der Kueste finden, Malzessig vielleicht auch. Aber ich denke mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und ganz gewoehnlichem Essig ginge das doch auch, oder?

Waere dankbar fuer jede Hilfe.

Herzliche Gruesse,
Khadija
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22 Apr 2012 04:52 #233045
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  • maddy am 22 Apr 2012 04:52
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Hallo Khadija,

Willkommen im Forum!
Was machst du dort in Gambia mittrn im Bush?

Hast diesen link hier www.namibia-forum.ch...vinegarq.html#227436 schon gefunden? Da steht eigentlich alles drin.

Als kurze Zusammenfassung:
Jeder Essig tuts, Salz und Pfeffer auch (oder was auch immer fuer Gewuerze du zur Verfuegung hast). Kuehlen brauchst du das ganze waehrend dem Einlegen nicht.
Wir trocknen das Fleisch auch in einer Biltong box mit einem fan drin und einer Gluehbirne, die die Luft trocken haelt da es hier an der Kueste recht feucht ist, aber das brauchst du auch nicht.

Nicht an die Sonne haengen, in der Huette am Schatten ist besser. Gute Luftzirkulation sollte es allerdings haben, und, wenns viele Fliegen oder andere insekten hat, solltest du vielleicht einen Kasten basteln mit Fliegengitter um die Viecher fernzuhalten.

In der Trockenzeit wird das ganz gut funktionieren. Ob es allerdings in der Regenzeit geht, weiss ich nicht. Die Luftfeuchtigkeit koennte dann zu hoch sein um das Fleisch auszutrocknen. Vielleicht wirst dann halt waehrend der Regenzeit zum Vegetarier - das Gemuese waechst dann dank dem Regen auch von selber... ;)

Ja, die Voortrekker hatten auch Kuehlschraenke nach dem Verdunstungsprinzip - Gitterwaende mit Steinen gefuellt, und Wasser das konstant drueberlaeuft. Hier hats auch noch was: www.permacultureusa....without-electricity/

Gruss aus Sodwana Bay,
auch ohne Strom, aber die Solarzellen reichen auch fuer einen elektrischen Kuehlschrank, Generator nur als stand-by ...

Maddy
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22 Apr 2012 10:20 #233107
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Hallo Khadija,
das ist jetzt zwar kein Biltongrezept, aber geht in die Richtung. Wenn wir unterwegs sind, mache ich uns gerne eine Art rohen Schinken: auf 1000g Fleisch nimmst Du 40g Salz und die Gewürze, die Du gerne möchtest (z.B. Pfeffer, Koriander, Tymian, Rosmarin usw). Das Fleisch, Salz, Gewürze in eine feste Plastiktüte, alles gut einmassieren, dann die Luft rausziehen, das geht gut mit dem Mund, fest verschließen. Nun an die kühlste Stelle legen, jeden TAg wenden, vorsicht massieren, ev. noch mal Luft rausziehen.Je nach Dicke der Portion (bei 1000g ca. 4 Tage) liegen lassen. Dann rausnehmen und in kühlen Luftzug hängen.


Das Ding habe ich mir für unterwegs gebastelt. Der Geschmack ist genial, halt wie roher Schinken. Zum Kühlen würde ich mir, wie Maddy schrieb, was mit Steinen oder Holzkohle bauen. Auch ein unglasierter Tontopf kann sehr praktisch sein.
Falls Du Rezepte für Wurst oder Pasteten möchtest, gerne! Das geht alles, auch wenn man keine perfekte Küche mit allem Pipapo hat!!!
Lb Grüße von Helga
Letzte Änderung: 22 Apr 2012 10:21 von helga.
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22 Apr 2012 10:27 #233109
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  • Joerg am 22 Apr 2012 10:27
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Hallo Ihr drei!

Na das nenne ich mal einen sinnvollen Thread

Hast Du , liebe Helga , wirklich noch mehr Tips????

Das waere ja super genial (Freu, Freu)

Danke im Vorraus
Gruss

Joerg

Es gibt NIX, das es nedd gibt
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22 Apr 2012 11:11 #233118
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Hallo Joerg,
gerne gebe ich Rezepte weiter. Gute Erfahrungen habe ich unterwegs mit verschiedenen Wildsorten gemacht, die ich nach dem obigen Rezept trocken gepökelt habe.
Für so eine Art Wildterrinne brauchst Du 1/3 Fleisch, 1/3 Leber, 1/3 Fett (z.B. Speck, notfalls geht auch Butter). Die Leber kann man auch weglassen, sollte auch nicht mehr als ein Drittel Anteil sein, sonst wirds bitter. Falls kein eigener Fleischwolf vorhanden, was ja unterwegs eher selten der Fall ist :silly: , entweder den Fleischer bitten, alles durchzudrehen, oder mit sehr scharfem Messer so klein wie möglich schaben. Salz nach Gusto dazu. Nebenher gehackte Zwiebel anbraten, mit Rotwein ablöschen, einköcheln lassen, bis eine dickliche Masse entstanden ist, ganz zum Schluss die Gewürze mit hinein, sie dürfen aber nicht verbrennen. Die Masse in ausgespülte Tins von Erbsen/Möhrchen oder ähnliches einfüllen, auf den Tisch damit klopfen, damit die Luft rausgeht, in einen Topf mit Wasser stellen und mit Deckel drauf ca. 1 Std garen. Das geht auch in Gläsern mit Twistoffdeckel, dann 1 1/2 Std etwa köcheln lassen. Damit werden die Gläser längere Zeit haltbar.
Von welchem Tier das Fleisch ist, ist egal, ich hab es schon mit Zebrahack und Oryxleber und Butter gemacht. War göttlich!!!
LB gruß von Helga
Letzte Änderung: 22 Apr 2012 11:13 von helga.
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26 Apr 2012 21:26 #233849
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Hallo an alle,

habe mir ein bisschen Zeit gelassen zu antworten, weil ich meinen ersten Test Biltong gemacht habe, Foto anbei.
[attachment:1]Biltong 1.jpg[/attachment]


Sieht nicht so appetitlich aus, die weissen Punkte sind Knoblauch. Werde heute abend einen der Streifen probieren. Hing nun ca. 10 Tage in der trockenen Luft in meinem Schlafzimmer, ganz weit oben, so dass meine Hunde und Katzen nicht drankommen.

Erst mal recht herzlichen Dank fuer die Rezepte.Ich glaube, ich werde nun viel experimentieren, um das guenstigste fuer mich zu finden.

Maddy, das mit den Tonkruegen habe ich schon gehoert, aber vielen Dank fuer die HP. Problem fuer mich ist nur, die Tonkruege hier haben oben einen engen Verschluss, man kann sie deshalb nicht ineinander stellen. Muss die Toepferinnen erst ueberzeugen, Kruege herzustellen, die oben eine grosse Oeffnung haben. Ihr wisst vielleicht wie schwer es ist, Leute von was zu ueberzeugen, das sie noch nie im Leben gemacht haben.

Maddy, Dein Kuehlschrank funktioniert auch mit Solarzellen. Wie das? Wie viele hast Du denn und mit wieviel Volt. Meine schaffen das nicht. Habe mir schon ueberlegt einen Kuehlschrank mit Gas anzuschaffen, aber das ist s..teuer.

Ja, was mache ich hier in Gambia, mitten im Busch? Ich lebe hier, wollte schon als junges Maedchen immer in Afrika leben und habe mir meinen Traum als gestandene Frau erfuellt. Was machst Du in Sodwana Bay? Wo ist das eigentlich? Kann ich das auf der Landkarte finden?

Ich werde mal googlen und versuchen meinen Standort zu finden. Gebe Dir dann die Koordinaten.

Helga, auch vielen Dank an Dich, werde auch das mal probieren, wobei mir immer am schwersten faellt eine kuehle Ecke zu finden. Aber auch dafuer werde ich eine Loesung finden. Fuer Rotwein werde ich Essig nehmen und Gewuerze, wie ich sie eben bekomme. Nicht alles so leicht im Busch.

Ich mache zwar jedes Jahr im Juli Mango-Marmelade und Mango-Chutney ein, bin aber sehr erstaunt, dass die Einheimischen diese Art und Weise Lebensmittel zu konservieren nicht selbst erdacht haben. Es liegt meistens daran, die Glaeser und Deckel zu bekommen, hat man mir gesagt. An der Kueste gibt es viele Supermaerkte und auslaendische Bewohner, da kann man doch bestimmt viele dieser Glaeser im Abfall finden. In der Beziehung sind die Einheimischen doch super, sie recylen doch einfach alles, von Plastiktueten bis zu Autoreifen.

Ich versuche zudem alle Arten von Gemuese zu trocknen und habe gute Erfahrungen mit luftgetrockneten Tomaten gemacht. In der Regenzeit kann ich das alles leider vergessen, die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, da faengt alles an zu schimmeln, Klamotten, Schuhe, Guertel, einfach alles mieft.

So weit so gut. Wuerde mich freuen auch weiterhin in Verbindung zu bleiben. West Afrika gruesst Sued Afrika.

Herzliche Gruesse,
Khadija
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