Sehr geehrte Christina,
die Gesetzeslage ist eindeutig.
Jedes Mineral braucht eine Exportgenehmigung.
www.mmmd.gov.zm/?page_id=1250
Die dafür benötigten Dokumente sind:
1. Invoice(s) from the seller of the mineral.
2. Mineral Analysis Certificate and Evaluation Report obtainable from the Director of Geological Survey Department
3. Police Clearance from the town where the mine is situated.
4. Completed application forms for an export permit obtainable from the Director of Mines.
Die prüfen die Materialien und schicken einen dann noch zum Wirtschaftsministerium für einen Außenhandelsgenehmigung.
5. Mineral Royalty clearance from ZRA (Finanzamt)
Da das der Tod der Small Miner Geschäfte ist, haben wir als Tourismusindustrie seinerzeit das Ministerium angesprochen und uns wurde durch die Blume gesagt: "Wollt Ihr denn die Ärmsten nichts verdienen lassen? Bis 4 kg sehen wir als Eigenbedarf an."
Das damit nicht 4 kg ungeschliffene Diamanten gemeint waren ist allen Beteiligten klar. Also ein pragmatischer Ansatz, der leider nirgendwo kodifiziert ist. Das heißt, es gibt immer Ermessensspielraum.
Unnachgiebige haben wir immer nur mal an den beiden checkpoints des AiAis-Richtersveldnationalparks an der C13 zwischen Außenkehr und Rosh Pinah gehabt. Die Steine mussten ausgeladen werden.
Ansonsten in den letzten 28 Jahren nirgendwo Probleme bei unseren Gästen oder uns.
Wir haben mal 80 kg Rosenquarz als Kindergeschenke für den Zoo Berlin nach Deutschland exportiert.
Dazu haben wir uns am Schreibtisch im Ministerium als namibische Firma ganz normal und legal eine "prospection licence" für ein "single consignment" gekauft. Es waren nur 2 Tage Lauferrei und alle Dokumente waren besorgt. (Mit diesen 80 kg mit der Deutschen Bahn von Frankfurt mit 2 x Umsteigen nach Berlin ist eine eigene Geschichte für sich).
Was kann man tun, um halbwegs auf der sicheren Seite zu sein?
-Nicht mehr als 4 kg pro Person.
-Keine ungeschliffenen Diamanten. Geschätzt 2/3 der Anbieter sind Agent provocateur. Das war- einmalig in der deutschen Rechtsgeschichte- auch schon während der Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika so.
-Eine Quittung von den Small Miners unterschreiben lassen und deren Telefonnummer mit aufnehmen. Kontrollanruf.
Man kann euch einen eigenen Quittungsblock mitnehmen.
-Photographieren der Steine mit dem Verkäufer / am Verkaufsstand, um den Verkaufsort zu dokumentieren.
-Wer ganz viel vorbereiten möchte, kann dieses Formular ausfüllen und mit sich führen
4. Completed application forms for an export permit
hier als .pdf
Das gibt einem immer die Möglichkeit bis zum Abflug zu behaupten, dass man ja alle Voraussetzungen erfüllen möchte.
Die Verkäuferinnen am Kristallmarkt sind die Frauen der Claimbesitzer/Produzenten, man kann also ein wenig handeln; einige verstehen Deutsch. Es ist auch unser bevorzugter Platz, Mineralien einzukaufen, da man dort nicht belästigt wird. Anders als in Uis oder vor Henties Bay am Schiffswrack der "Zelda".
Wer hier tauscht bekommt zumeist mehr, als wenn er mit Bargeld bezahlt. Wir lassen z.B. immer unsere gebrauchte Campingausrüstung, alte Schuhe oder Klamotten dort, legen es dorthin, übernachten an Spitzkoppe oder Klippschläferhöhle und holen uns am nächsten Tag die Steine ab, die man uns dafür gesammelt hat. Was gerne auch im Tausch geht sind Lebensmittel, Toastbrot, Kaffee, Tee, Zucker, Rauchwaren.
Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle