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THEMA: Zebralogie – was für eine Art/Unterart ist das?
04 Apr 2020 19:22 #585353
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  • fidel am 04 Apr 2020 19:22
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Was spricht denn gegen ein Burchell's Zebra?

Insgesamt kommt man glaube ich entweder mit direkter Nachfrage bei den Besitzern/Betreibern vor Ort und/oder mit wissenschaftlicher Literatur zu Säugetieren und weiter. Grundsätzlich dürfte vor allem das Verbreitungsgebiet ein taugliches Kriterium sein.

Ich habe da übrigens ein ähnliches Problem mit den verschiedenen Hartebeest/Kongoni/Topi/Tsessebe-Derivaten da findet man auch oft fehlerhafte Infos im Internet..
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04 Apr 2020 20:24 #585360
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  • Kudu am 04 Apr 2020 20:24
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fiedel
Was spricht denn gegen ein Burchell's Zebra?

Ich meinte immer, dass die Schattenstreifen das Markenzeichen der Burchells sind.
Auf meinem Bild sind diese aber sehr un-ausgeprägt.
Die starke Bestreifung an den Beinen bis runter an die Füsse, ist doch auch nicht so Burchell-mässig, sondern eher bei den Böhms?

fidel:
Insgesamt kommt man glaube ich entweder mit direkter Nachfrage bei den Besitzern/Betreibern vor Ort und/oder mit wissenschaftlicher Literatur zu Säugetieren und weiter. Grundsätzlich dürfte vor allem das Verbreitungsgebiet ein taugliches Kriterium sein.

Die Nachfrage beim Kuimba Shiri Bird Park (dort haben wir die Zebis ein wenig gar Menschen gewohnt) , welcher im/am Lake Civero Park gelegen ist, ist am Laufen.

Im weiteren habe ich inzwischen auf einer Webseite, welche den Lake Chivero Park beschreibt, gelesen, dass es dort Burchell's Zebra gibt.

fidel:
Ich habe da übrigens ein ähnliches Problem mit den verschiedenen Hartebeest/Kongoni/Topi/Tsessebe-Derivaten da findet man auch oft fehlerhafte Infos im Internet..


Mit der Tatsache, dass - wie oben geschrieben - dieser Park Burchell's hat, lässt mich zum vorläufigen Entschied kommen: Burchells Zebras.

Danke allen, die hier mitgeholfen haben. Und Fidel: Viel Glück bei Deinen ausstehenden Bestimmungsfragen.

Liebe Grüsse Kudu
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04 Apr 2020 20:34 #585361
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  • BikeAfrica am 04 Apr 2020 20:34
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… nur noch mal so nebenbei bemerkt:
Zebras paaren sich sogar mit Pferden oder Hauseseln, also bestimmt auch verschiedene Arten Zebras untereinander. Bei vielen Tieren wird es alleine aufgrund optischer Merkmale vermutlich gar nicht zweifelsfrei zu bestimmen sein, ob sie reinrassig zu einer Art gehören oder ob im Stammbaum andere Arten auftauchen.

Gruß
Wolfgang
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05 Apr 2020 12:15 #585400
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BikeAfrica schrieb:
… nur noch mal so nebenbei bemerkt:
Zebras paaren sich sogar mit Pferden oder Hauseseln, also bestimmt auch verschiedene Arten Zebras untereinander. Bei vielen Tieren wird es alleine aufgrund optischer Merkmale vermutlich gar nicht zweifelsfrei zu bestimmen sein, ob sie reinrassig zu einer Art gehören oder ob im Stammbaum andere Arten auftauchen.

Gruß
Wolfgang


Richtig, Wolfgang, es gibt sogenannte Equidhybriden.
Vor einigen Jahren ist in Reiterkreisen das Zebra-Pony "Zesel" bekannt geworden, weil es seinen Trainer Michael Geitner ganz schön auf die Probe gestellt hat.
Michael Geitner meinte, dieser kleine Equide (120cm hoch, braun mit schwarzen Streifen) wäre der beste Lehrer gewesen, den er je hatte, da Zesel durch seinen Zebra Vater viel eigenen Willen und eigenes Denken vererbt bekam.
Bekannt sind natürlich vor allem Maultiere (Mutter Pferd, Vater Esel) und Maulesel (Mutter Esel, Vater Pferd/Pony)
All diese Hybriden sind allerdings unfruchtbar und eine Verpaarung von Esel-Pferd nicht sehr einfach und wird zumeist durch künstliche Befruchtung erreicht. Die Fortpflanzungsrate ist viel geringer als unter Eseln oder Pferden.
Eine natürliche Fortpflanzung ist selten.
Bei den Zebrarassen ist die Frage in wie weit die genetischen Unterschiede sind. Sind diese Unterschiede so wie bei unseren Pferderassen (Warmblut, Kaltblut, Vollblut oder Pony) oder eben deutlich größer?
Ich werde mal versuchen, dazu etwas rauszufinden.
Im Etosha hatte ich teilweise Schwierigkeiten Bergzebra und Stepenzebra zu unterscheiden. Da gab es Zebras mit weissem Bauch, aber mit Zwischenstreifen oder auch Zebras mit breiten schwarzen Streifen, aber ohne Halssack.
Da hatte ich auch den Verdacht, dass das Mischlinge sein könnten.
Sicherlich eine Frage für Zoologen.
Ich schau noch mal meine Fotos an, die ich für Robin rausgesucht habe, da waren in den gemischten Herden Tiere, die ich nicht eindeutig bestimmen konnte.


Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016:
www.namibia-forum.ch...a-erstlingstour.html
Letzte Änderung: 05 Apr 2020 12:16 von Sasa.
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Via Robin (dem Initiant des "Hartmann's im Etosha"-threads hat mich die ausführliche Antwort von Morris (dem Zebra-Forscher) erreicht. Hier ein Auszug der wichtigsten Statements:

"Die eindeutige Zebrabestimmung ist eine schwierige Zone und im Bereich der Steppenzebras wissenschaftlich noch ungelöst.

Bei den Steppenzebras gibt es markante Variationen beim Fellmuster, und darauf basierend haben sich die sogenannten Unterarten etabliert (siehe mein Eingangspost), welche aber momentan nicht als definitiv zu betrachten sind.

In jüngster Zeit gab es zwei wichtige Studien zu ihrer «Zebra-Genetik». Die erste von Lorenzen et al. verwendete die mitochondriale DNA (tiefe Beziehungen) und stellte fest, dass alle Steppenzebras genetisch sehr ähnlich sind. Die Unterschiede sind sicherlich nicht groß genug, um die Vorstellung zu stützen, dass es sich um Unterarten handelt.

Die nächste Studie von Pederson et al. verwendete ein breiteres Spektrum genetischer Marker und fand eine stärkere genetische Strukturierung. Aber die identifizierten genetischen Gruppen waren immer noch eng verwandt und unglaublich, sie basierten nicht auf den Fellvariationen!
Das ist also alles sehr verwirrend.

Die Tiere auf Ihrem Foto sind wahrscheinlich Crawshaws (oder Upper Zambezi Plains Zebras, dies hängt jedoch vom verwendeten Benennungssystem ab). Gemäss Verbreitungs-Karte (aus dem Lorenzen-Papier) fällt der Ort in den Bereich des Chapman, aber diese haben typischerweise Schattenstreifen - zumindest im östlichen Teil ihres Bereichs. Sie werden im westlichen Teil ihres Verbreitungsgebiets manchmal als Oberer Sambesi bezeichnet. Diese haben keine Schattenstreifen und sehen aus wie Ihre Tiere."

Herzlichen Dank Robin und Morris!

hier nochmals das Bild meiner ursprünglichen Zebra-Frage:

Crawshay's Zebra (auch Upper Zambesi plains zebra) [Equus quagga crawshayi]

Irgendwo in einem englischen Wiki habe ich noch gelesen, dass die Crawshays manchmal ganz schwache Schattenstreifen aufweisen, was hie im Bereich der Hinterbeine wenig unausgeprägt der Fall ist.

So ist also meine erste Zebralogie-Frage gelöst.

Ich wünsche Euch allen frohe Ostern und hoffe, dass Euch der Osterhase "feini Schoggi-Eili" gebracht hat.
Liebe Grüsse Kudu
Letzte Änderung: 12 Apr 2020 15:20 von Kudu.
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