THEMA: Holzkohle aus Namibia
29 Jun 2020 17:09 #591172
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  • travelNAMIBIA am 29 Jun 2020 17:09
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Hi Freshy,
Ich finde es absolut nicht umweltfreundlich, dass "Gestrüpp" in großen Mengen nach Deutschland per dieselbetriebenem Schiff transportiert und zusätzlich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast wird.
auf den ersten Blick würde ich das auch so unterschreiben. Aber das Erdöl kommt natürlich auf gleichem Wege, d. h. mit dem Schiff. Also diesbezüglich tun sich die beiden Brennstoffe wohl bei der Ökobilanz nichts. Entbuschung hat einen Vorteil für Namibia, Erdöl für Saudi-Arabien ;-) Nun ist die Frage wie ansonsten die (Öko)bilanz der beiden Brennstoffe aussieht. Da müssten wir mal einen Profi hier zu Wort kommen lassen.

Viele Grüße
Christian
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29 Jun 2020 17:36 #591173
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Der Benchmark sollte heutzutage aber nicht mehr Erdöl sein. Einen Vergleich mit dem umweltschädlichsten Energieträger zu gewinnen ist keine Kunst und sagt noch nicht viel aus. Wichtig wäre ein Vergleich mit anderen umweltfreundlicheren Energieträgern.
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29 Jun 2020 17:52 #591174
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  • Strelitzie am 29 Jun 2020 17:52
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Moin,

die Rest-Müllmengen reduzieren sich durch Vermeidung und Trennung in HH jährlich, ich glaube seit 2007 um mind. 100.000 Tonnen.
Es wird aber zur Verbrennung eine "gewisse Menge" Müll benötigt, damit alles wirklich gut brennt. (laienhaft ausgedrückt)
Daher wurde in den letzten Jahren schon Müll aus England und Italien dazugekauft! :woohoo:
Und da die Müllverbrennung biologischer werden soll/ muss, hat man vielfach auf "Biomasse-Kraftwerke" umgestellt. Diese Biomasse besteht aber teilweise aus alten Eisenbahnschwellen ua verseuchtem Zeug...
Daher wären die Hölzer aus Namibia, vermutlich geschreddert per Schiff, die umweltfreundlichste Variante für die Bewohner. Mit der Abwärme werden nämlich viele Wohnviertel als "Fernwärme" (Heizung / Warmwasser) versorgt.

Dies nur ein kurzer Gedanke, beim ersten Lesen habe ich auch gedacht: die spinnen..... :whistle:

Sonnige Grüße
Strelitzie
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29 Jun 2020 19:11 #591177
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Der Benchmark sollte heutzutage aber nicht mehr Erdöl sein.
Du hast absolut Recht. Das war auch eher ironisch gemeint. Nur zum Hintergrund: Es handelt sich um ca. 30 Projekte der GIZ über 10 Jahre in Namibia zum Thema "Entbuschung". Ich vermute einfach mal, dass die sich zumindest bei den Grundlagen schon Gedanken gemacht habe, d. h. was wie wofür sinnvoll ist. Die Alternativen wie Mais-/Rapsanbau in D für Biomasse und damit Vernichtung von Nahrungsmittelquellen, PV- oder Wasserkraft wurden da sicher schon als Alternativen durchgekaut und für nicht (scheinbar) nicht so "wichtig" erachtet.

Viele Grüße
Christian
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30 Jun 2020 08:13 #591184
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Moin Christian

travelNAMIBIA schrieb:
Ich frage mich gerade, ob es nicht mehr Sinn machen würde, die Biomasse direkt in Namibia zur Energiegewinnung zu verwenden, anstatt das „Gestrüpp“ durch die halbe Welt zu karren.
es gibt ja sozusagen eine Prototyp-Anlage beim Ohorongo-Zementwerk nahe Otavi. Auch da lohnt es sich scheinbar nicht...

Namibian Breweries hatte im November 2017 als wir dort waren auch (relativ frisch in Betrieb genommen) eine sehr große Hackschnitzelheizung. Die hätte ich nicht unbedingt als Prototypen bezeichnet, europäisches Fabrikat, wie man es hier auch in diversen Wärmeversorgungsnetzen findet. Die Begründung war eben, dass man heimische Biomasse für die Erzeugung Prozesswärme nutzen kann. Weißt Du, ob die Anlage noch in Betrieb ist?


travelNAMIBIA schrieb:
Wäre es eine Alternative, das Zeug zu häckseln und als Mulch für Felder zu verwenden?
Boskos ist das Stichwort. Wird von fast jeder Farm mit Busch in Namibia seit den vergangenen Dürrejahren gemacht. Wird als Beigabe zu Rinderfutter genutzt.

Für Boskos nutzt man aber 'echtes Getrüpp', also eher die feineren Äste, damit der Holzanteil nicht zu groß wird. Mit Holz kann man auch Wiederkäuer nicht wirklich füttern. Insofern schließt das eine das andere nicht aus, ganz im Gegenteil: Feinmaterial für die Zufütterung und die dickeren Äste/Stämme für die thermische Nutzung ... ob nun in Form von Kohle, Hackschnitzeln, Feuerholz, Feuerholz als Deko auf dem Roofrack des Mietwagens, ...


Viele Grüße
Henning
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Hi Henning,
Weißt Du, ob die Anlage noch in Betrieb ist?
ja, ist sie. Und Du hast Recht, Prototyp ist die falsche Bezeichnung. Ich meinte das im Sinne von "etwas neuem für Namibia".
Für Boskos nutzt man aber 'echtes Getrüpp', also eher die feineren Äste, damit der Holzanteil nicht zu groß wird. Mit Holz kann man auch Wiederkäuer nicht wirklich füttern.
Nein, die Dicke des genutzten Holzes hängt nur von der Maschine ab. Wir haben auf der Farm eine, die bis etwa 7,5 cm Durchmesser verarbeiten kann. Es gibt auch welche bis ca. 15 cm. Das Holz muss nur noch eine gewisse Feuchtigkeit haben. Danach geht es in die Hammermühle und dann wird es mit anderem Kraftfutter (je nach Art z. B. 1 zu 3) gemischt.

Viele Grüße
Christian
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