THEMA: Preise Camping, Lodge, Luxus
13 Feb 2025 10:37 #702323
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  • Eulenspiegel am 13 Feb 2025 10:37
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Hallo zusammen,

wir sind gerade zurück von unserer 7-ten Reise ins südliche Afrika.
Die hier diskutierten Preissteigerungen sind von so vielen Faktoren abhängig, da wird es sehr kompliziert es richtig einzuordnen. Für mich die entscheidenden Faktoren sind Reisezeit, Reisedauer, Währungskurse, Buchungszeitpunkt, Reiseart (selbstorganisiert oder Buchungsbüro).
Für unsere Reisen sind von meinen 5 genannten immer 4 identisch. Nur auf die Wechselkurse habe ich leider keinen Einfluss. Wir sind immer Mitte JAN abgeflogen und waren 23 Tage vor Ort. Gebucht (Flug+Auto) habe ich immer erst 4-6 Wochen vor Reiseantritt, machmal sogar noch später. Hier unsere Preisliste.
Jahr Flug Airline Preis in € Auto/ 23 Tage
2011 FRA-CPT LH 1600,-
2012 FRA-WDH AN 1360,- 1600,-
2014 FRA-WDH AN 1600,- 1600,-
2016 FRA-WDH AN 1440,- 1800,-
2018 FRA-WDH AN 1350,- 2100,-
2023 FRA-WDH LH 1780,- 2300,-
2025 FRA-WDH LH 2015,- 2400,-
Eigentlich ist nur der Flugpreis (Ticketpreis für 2 Personen) in diesem Jahr der "Rausreiser". Freunde von uns, die zur gleichen Zeit geflogen sind und 1/2 Jahr vorab gebucht haben, haben nur 1480,- gezahlt. Also wieder ganz normal. Auto war immer ein HILUX mit 2 Zelten vom gleichen Vermieter. Einziger Unterschied: von 2012 bis 2016 ein 3,0 Schalter; dann ein 2,8 Automatik.
Auch im Luxussegment der Lodges im Delta haben wir in 2018, 2023 und dieses Jahr fast die identischen Preise für die identische Leistung bekommen. Dieses Jahr für unsere 3. Buchung beim gleichen Betreiber sogar ein Upgrade in Form eines zusätzlichen Tages.
Für mich ist ein reiner Preisvergleich über Jahre oder sogar Jahrzehnte nicht sehr aussagekräftig.
Entscheidender ist m.M. nach die Frage des Aufwandes. Die größte Anzahl der Reisenden steht noch im Berufsleben. Verkauft also seine Arbeitskraft und erhält am Ende des Monats ein Äquivalent an Geld. Jetzt kann relativ einfach errechnet werden, wie lange habe ich 2016 für ein Ticket / Auto / ÜF arbeiten müssen und wie lange muss ich es in 2025. In den meisten Fällen wird man feststellen, die eingesetzte Arbeitszeit hat sich verkürzt, auch wenn sich der Preis erhöht hat.
Viel Spaß beim Ausrechnen wünscht Till
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19 Feb 2025 01:52 #702563
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Hallo zusammen, ich habe gestern spontan und kurzfristig für Ende April Flüge nach Windhoek gebucht. Von Brüssel mit Ethiopian für unter 700 Euro. Das Schnäppchen hat mich gelockt. Ich habe dann meine geplante Rundreise für August 2021, die Corona zum Opfer gefallen ist, als Vorlage genommen und war doch sehr entsetzt über die Preisanstiege der Lodges.
Ich kann nicht behaupten, dass die Preise stabil geblieben sind. Obwohl es damals Hauptsaison gewesen wäre und jetzt Nebensaison, kosten manche Lodges das Doppelte.
Der Hilux kostet jetzt fast das was damals ein Landcruiser gekostet hat, allerdings liegt das womöglich an der kurzfristigen Buchung.
Wir werden jetzt vermutlich auch aufs Campen umsteigen und nur zwischendurch mal eine Lodge nehmen. Das wollten wir sowieso machen, wenn Kind und Kegel nicht mehr mitfahren.
Jetzt ist es soweit. Mein Mann und ich werden das erste Mal alleine nach Namibia reisen und campen.
Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016:
www.namibia-forum.ch...a-erstlingstour.html
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19 Feb 2025 08:45 #702570
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Wir fliegen auch Ende April für 3 Wochen von Brüssel aus mit Ethiopian und haben vor ca. 8 Monaten noch 800 p.P. bezahlt :(

Brüssel ist aber ein wirklich empfehlenswerter Flughafen, da in der Regel keine lange Wartezeiten und kurze Wege.
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19 Feb 2025 11:20 #702590
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  • steinbeisser am 19 Feb 2025 11:20
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Eulenspiegel schrieb:
In den meisten Fällen wird man feststellen, die eingesetzte Arbeitszeit hat sich verkürzt, auch wenn sich der Preis erhöht hat.
Viel Spaß beim Ausrechnen wünscht Till

Sehe ich auch so. Wir sind 1998 das erste Mal für rund 6000 mit 2 Personen 3 Wochen campend unterwegs gewesen, immer Juli/August wegen Betriebsurlaub etc. Die Kosten von 1000/Person/Woche sind über viele Jahre in etwa gleich geblieben (Einkommenssteigerungen konnten dann in schmückende Mitbringsel investiert werden :lol: ). Jetzt, 25 Jahre später, fahren wir pro Woche und Person für rund 1200 campen oder mit Selbstversorgerhütten. 2 bis 4 Nächte Gästefarm/Mittelklasselodge/Hotel waren auch stets dabei.
Ja, gefühlt werden Mietwagen und Unterkünfte immer teurer, aber man kann bei den Fahrzeugen ja auch mal bei anderen Anbietern schauen. Die Flugpreise sind sehr schwankend und im Durchschnitt für uns nicht höher dank Wechsel zu Ethiopian oder Quatar.
Die Parks sind insbesondere in Bots deutlich teurer, aber auch in Nam und RSA. Aber auch bei uns kostet die Butter gefühlt 20% mehr (in 2 Monaten!).
M.E. zeigen die ansteigenden Massen (so haben wir es in den gut 25 Jahren empfunden), dass sich immer mehr Menschen einen Afrikaurlaub leisten können/wollen. Ich glaube auch nicht an einen heftigen Rückgang aus Deutschland/Europa, solche Prognosen sind wohl eher politisch motiviert. Alles mit der Folge, dass eingefleischte Fomis schon fast ans Nordkap ausweichen :woohoo:
Wir planen jedenfalls für '26, allerdings nur RSA, und wenn der Kurs dann 10% ungünstiger ist, dann müssen wir halt einmal weniger essen gehen oder wieder den einfacheren Wein nehmen ;)
steinbeisser
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20 Feb 2025 16:12 #702646
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  • kOa_Master am 20 Feb 2025 16:12
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Aus meiner Sicht gibt es unterschiedliche Faktoren:
1. Die Inflation, welche im südlichen Afrika viel höher ist als in Europa
2. Die Tatsache, dass die Welt deutlich globaler, vernetzter und reicher wird. Es können sich viel mehr Leute sowas leisten. Und gleichzeitig: Wollen es sich leisten. Afrika-Reisen sind insbesondere in den USA massiv viel beliebter geworden, aber auch in Europa, was auch an den steigenden Besucher-Zahlen ersichtlich ist.
3. Im hochpreisigen Lodge-Bereich ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Das trifft eigentlich für ganz Afrika zu. Entsprechend sind das Marktpreise und nicht kostengetriebene Preise. Das erklärt auch die hohen Aufschläge.
4. Das Preis-Leistungs-Angebot hat sich angeglichen, Lodge-Reisen nach Afrika sind aus meiner Sicht nicht teurer als anderswohin, der Luxus mittlerweile vergleichbar. Safari hat aber in Afrika einen Standort-Vorteil/USP der quasi nicht kopierbar ist.

Ich vergleiche in Südafrika jeweils die Wildcard-Preise von SANParks inkl. Inflationsbereinigung.



Festzustellen sind hier zwei Dinge:
- Vor COVID ging die Preisentwicklung effektiv im Schnitt ca. 5% pro Jahr hoch, v.a. in den Jahren 2012-2018.
- Während/nach COVID sieht man den Impact deutlich, hier gingen die Preise inflationsbereinigt sogar zurück
- Jetzt scheint es wieder anzuziehen/man erhält den Eindruck, dass verpasstes wieder nachgeholt werden soll oder zumindest wieder auf "Vor-COVID" gesetzt werden müsste.

Inflationsbereinigt (was +/- die Wechselkurs-Bereinigung angeht) sind in den letzten knapp 15 Jahren die Preise für effektiv Wild Cards um 40-50% angestiegen.
Wenn ich das für Lodges anschauen, bei denen ich die Preise der letzten 15 Jahre kenne, dann würde ich sagen, dass es wahrscheinlich eher in der Grössenordnung 40-100% liegt, je nach Ort.

Jetzt ist das natürlich Südafrika und nicht Namibia, aber ganz so unabhängig voneinander sind die Länder nicht. Was ich hingegen klar bestätigen kann: Campingreisen ist verhältnismässig günstig geblieben und das liegt hauptsächlich daran, dass der Preis der Campingsites auf die Gesamtreisekosten einen fast vernachlässigbaren Einfluss hat. Ob wir jetzt 10, 15 oder 20 CHF pPpN bezahlen bezahlen, macht zwar einen Unterschied von 50-100% aus. Dieser geht bei einer Reise von 20 Campingtagen aber völlig unter und wird von anderen Faktoren wie z.B. den Flugpreisen dominiert. Letzteres hat übrigens auch dazu geführt, dass wir mittlerweile unsere Afrika-Ferien fast vollständig nach Flugpreisen terminieren, denn da ist die Leistung immer dieselbe, unabhängig vom Preis.
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