Aus meiner Sicht gibt es unterschiedliche Faktoren:
1. Die Inflation, welche im südlichen Afrika viel höher ist als in Europa
2. Die Tatsache, dass die Welt deutlich globaler, vernetzter und reicher wird. Es können sich viel mehr Leute sowas leisten. Und gleichzeitig: Wollen es sich leisten. Afrika-Reisen sind insbesondere in den USA massiv viel beliebter geworden, aber auch in Europa, was auch an den steigenden Besucher-Zahlen ersichtlich ist.
3. Im hochpreisigen Lodge-Bereich ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Das trifft eigentlich für ganz Afrika zu. Entsprechend sind das Marktpreise und nicht kostengetriebene Preise. Das erklärt auch die hohen Aufschläge.
4. Das Preis-Leistungs-Angebot hat sich angeglichen, Lodge-Reisen nach Afrika sind aus meiner Sicht nicht teurer als anderswohin, der Luxus mittlerweile vergleichbar. Safari hat aber in Afrika einen Standort-Vorteil/USP der quasi nicht kopierbar ist.
Ich vergleiche in Südafrika jeweils die Wildcard-Preise von SANParks inkl. Inflationsbereinigung.
Festzustellen sind hier zwei Dinge:
- Vor COVID ging die Preisentwicklung effektiv im Schnitt ca. 5% pro Jahr hoch, v.a. in den Jahren 2012-2018.
- Während/nach COVID sieht man den Impact deutlich, hier gingen die Preise inflationsbereinigt sogar zurück
- Jetzt scheint es wieder anzuziehen/man erhält den Eindruck, dass verpasstes wieder nachgeholt werden soll oder zumindest wieder auf "Vor-COVID" gesetzt werden müsste.
Inflationsbereinigt (was +/- die Wechselkurs-Bereinigung angeht) sind in den letzten knapp 15 Jahren die Preise für effektiv Wild Cards um 40-50% angestiegen.
Wenn ich das für Lodges anschauen, bei denen ich die Preise der letzten 15 Jahre kenne, dann würde ich sagen, dass es wahrscheinlich eher in der Grössenordnung 40-100% liegt, je nach Ort.
Jetzt ist das natürlich Südafrika und nicht Namibia, aber ganz so unabhängig voneinander sind die Länder nicht. Was ich hingegen klar bestätigen kann: Campingreisen ist
verhältnismässig günstig geblieben und das liegt hauptsächlich daran, dass der Preis der Campingsites auf die Gesamtreisekosten einen fast
vernachlässigbaren Einfluss hat. Ob wir jetzt 10, 15 oder 20 CHF pPpN bezahlen bezahlen, macht zwar einen Unterschied von 50-100% aus. Dieser geht bei einer Reise von 20 Campingtagen aber völlig unter und wird von anderen Faktoren wie z.B. den Flugpreisen dominiert. Letzteres hat übrigens auch dazu geführt, dass wir mittlerweile unsere Afrika-Ferien fast vollständig nach Flugpreisen terminieren, denn da ist die Leistung immer dieselbe, unabhängig vom Preis.