THEMA: Völkermord an Herero
18 Aug 2020 18:20 #593751
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  • busko am 18 Aug 2020 18:20
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OT

Als Wissenschaftler fühle ich mich jetzt doch genötigt einige Klarstellungen vorzunehmen.....

Zur Evolutionstheorie:
Die Wissenschaft geht folgendermassen vor: Es werden Beobachtungen der Natur usw. gemacht, dann wird versucht diese zu quali- bzw. quantifizieren und eine Theorie zu generieren die die Beobachtungen beschreibt.....z.B. Newton sitzt unter einem Apfelbaum, sieht einen Apfel zu Boden fallen, denkt drüber nach und entwickelt daraufhin die Gravitationstheorie sowie seine Gesetze der Mechanik. An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Gravitationstheorie niemals "Fakt" sein, sondern immer "Theorie" bleiben wird, denn, ein einziger Apfel der vom Boden in den Baum "fällt" würde diese Theorie sofort beerdigen!
Darwin, Wallace und andere haben die biologische Welt beobachtet, Experimente durchgeführt und haben daraus die Evolutionstheorie entwickelt. Ich persönlich halte diese Theorie für die wichtigste Erkenntnis der Menschheit überhaupt, aber darüber darf und kann man ruhig auch anderer Meinung sein!
Der Evolutionstheorie zufolge haben alle Heute lebenden biologischen Spezies eine gleich lange Entwicklung hinter sich, alle stammen nämlich vom ersten lebenden Organismus ab.....alle sind also gewissermassen gleich weit entwickelt! Nach erscheinen des ersten Lebewesens setzt dann zwangsläufig der zweistufige Prozess der Evolution ein, der durch seine klare, einfache Wirkungsweise besticht.
Die Evolution funktioniert folgendermassen: Erstens finden regelmässige, willkürliche Genänderungen statt, die durch seltene Fehler in der Genreplikation hervorgebracht werden. (dieser Schritt ist gut belegt und wurde schon oft beobachtet). Zweitens werden diese Änderungen selektiert oder nicht, abhängig davon ob sie dem jeweiligen Organismus unten den jeweiligen Aussenbedingungen Vorteile oder eben nicht bringen gegenüber den Individuen die diese Änderung nicht erfahren haben!.....und, das wars auch schon.....es reicht voll und ganz um alles was wir um uns herum sehen, über die (für uns Menschen) unvorstellbare Zeitspanne von einige milliarden Jahre, hervorzubringen.
Die Evolutionstheorie ist eine wissenschaftliche Theorie und ist daher nicht mit den Schöpfungsmythen, z.B. der Ägypter, Griechen, Römer, Juden, Christen, Muslime, Buddhisten, Hindus.....usw., usw., usw. zu vergleichen, wovon es, nach konservativer Schätzung, einige zehntausende, vielleicht sogar über hunderttausend im Laufe der Menschheitsgeschichte gegeben hat!
Der Evolutionstheorie zufolge ist der Mensch lediglich eine Spezies unter vielen. Ja, wir haben gewisse geistige Fähigkeiten die uns hervozuheben scheinen aber, ein Adler hat viel besseres Sehvermögen, die meisten Säugetiere einen viel besseren Geruchs- und Gehörsinn als wir. Delfine und Fledermäuse haben sogar einen Sinn den wir uns gar nicht wirklich vorstellen können.....genau so wenig wie sich ein bereits blind geborener Mensch die Farbe rot vorstellen kann!
Selbst bei der vermeintlichen geistigen Überlegenheit ist Vorsicht und Differenzierung angebracht, denn selbst eine simple Libelle, die ein Insekt im Fluge fängt, ist offensichtlich in der Lage das gesehene viel, viel schneller geistig zu verarbeiten und in Aktionen umzusetzen als jeder Mensch!!!

P.S.: Meines Erachtens ist der beste Beleg für das Evolutionsprinzip die Vielfalt die der Mensch durch Züchtung hervorgebracht hat. Hierbei ist es beispielsweise über einem, weltgeschichtlich gesehen, extrem kurzen Zeitraum von lediglich einige Jahrtausende gelungen den Wolf in solch unterschiedliche Geschöpfe wie Dachshund, dänische Dogge, Windhund und Pudel zu differenzieren! Hierbei ist zu beachten, dass der erste Schritt der Evolution, die willkürliche Mutation, bis vor Kurzem (die Gentechnologie wird erst seit Kurzem eingesetzt um diesen zu beschleunigen und zielgerichtet zu steuern) die Basis der Züchtung darstellt. Danach wird allerdings die "Selektion" durch "Umgebungsdruck" durch die des menschlichen Auges ersetzt. Fazit ist allerdings, dass wenn solch grosse Unterschiede in einer solch winzigen Zeitspanne erzeugt werden kann, dann ist, bei der nahezu unendlichen Zeitspanne die der Evolution zur Verfügung gestanden hat, die wunderbare Vielfalt der Natur nicht verwunderlich.

Zum Begriff "Rasse":
Wenn dieser Begriff uns aus der Vergangenheit zu sehr "belastet" vorkommt, können wir ihn meinetwegen abschaffen.....wissenschaftlich ist dies jedoch nicht!
Eine Spezies ist klar definiert: Alle Individuen die fruchtbare Nachkommen miteinander zeugen können gehören der gleichen Spezies an. Löwen und Tiger, bzw. Pferde und Esel gehören nicht zur jeweiligen gleichen Spezies, denn, die "Liger" bzw. Maultiere die einer solchen Kreutzung entstammen, sind nicht fruchtbar.
Alle Menschen gehören zur gleichen Spezies. Es gibt aber offensichtliche Unterschiede zwischen Menschengruppen, die (früher) Rassen genannt werden (wurden). Dieser, in der Biologie universell verwendete Begriff, ist belastet, aber wissenschaftlich nicht falsch, es sei denn wir möchten jetzt anfangen bei Schäferhunden, Boxern, Dackel usw. von "Hunde-ethnien" zu sprechen!?

P.S.: Vorsicht!.....Wenn man den Begriff der "Rasse" abschafft, welche Implikationen hat dies für den Begriff des "Rassismus"?

Liebe Grüsse,
busko
Letzte Änderung: 19 Aug 2020 08:00 von busko.
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19 Aug 2020 10:04 #593760
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  • Farbenwunder am 19 Aug 2020 10:04
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Hallo Busko,

vielen Dank für deine Mühe, ich finde es gut das du beschreibst, dass es in der Wissenschaft nur Theorien gibt.
Evolution ist genauso wenig nachweisbar (Makroevolution, nicht Mikroevolotion auf einer Ebene) wie Gott. Daher müssen wir am Ende alle etwas glauben.
Auffällig ist da dann nur, dass du dann nicht mehr von Schöpfungstheorie sprichst, sondern plötzlich über Mythos. :ohmy:

Die größten Schwächen der Evolotionstheorie sind für mich:
- Es gibt keinen nachweisbaren Artensprung. Dass plötzlich eine Art zur anderen wird, nur weil man Millionen Jahre dazu gibt, ist einfach nur eine Annahme. Du schreibst so schön von Züchtungen innerhalb der Art des Hundes. Ja, das funktioniert, aber die Art wird nie verlassen.
- Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, das Lebendes nur aus Lebendem entsteht. Etwas anderes konnte die Wissenschaft in KEINEM anderen Experiment nachweisen.
- Es ist in keinem einzigen Ursuppen Experiment gelungen, irgend ein lebendes Bakterium oder sonst irgendeine Zelle zu erzeugen.
- Es fehlen die Übergänge. Damit man nachweisen kann, dass Leben mutiert ist, müsste man zahlreiche Übergänge finden. Diese fehlen aber zu hauf. Man findet wenige Exemplare, bei denen man davon ausgeht hier einen Übergang zu sehen. Ich persönlich vermute hier einfach Missbildungen oder ähnliches. Auch im Bernstein der ja angeblich 50 Millionen Jahre alt ist, also genau die Zeit wo die Übergänge vermutet werden, finden sich AUSSCHLIESSLICH nur Insekten und Pflanzen eingeschlossen, die wir exakt heute noch so vorfinden. Kein Insekt hat irgend ein halbes Beinchen mehr, welches dort ausgebildet wird...oder ähnliches.
- Design. In der Natur findet man unglaubliche Designs. Viele Dinge sind einfach nur wunderschön gemacht, obwohl das Evolutionstechnisch überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Man muss sich die Frage stellen, warum der Vogel X so eine Pracht hat. Wenn das nötig fürs überleben gewesen wäre, warum hat Vogel Y nur glänzendes braun mit roten Augen, obwohl er auch dort lebt? Das zählt jetzt für alle Lebewesen, Blüten, Pflanzen usw.
- Der Mensch zählt als Spitze der Evolution. Kein Lebewesen bewegt sich in so hoher Geschwindigkeit durch den Luftraum, baut dermaßen große Maschinen. Wo sind die Zwischenglieder? Warum gibt es keinen Zwischenmenschen der irgendwo zwischen Affe und Mensch ist? Warum hat der Mensch nur zwei Augen vorne? Wäre es nicht viel sinnvoller gewesen, die Evolution hätte im Kopf auch hinten zwei Augen wachsen lassen, damit der Mensch schneller Feinde von hinten kommen hört? Wenn Evolution bedeutet, dass immer nur das ausgebildet wird, was für das Überleben wichtig ist, warum haben wir so eine verletzliche Haut? Müssten wir nicht einen dicken Panzer haben? Warum sind wir so verletzlich und reaktionsschwach etc...wenn wir doch am weitesten "entwickelt" sind?
- Eine Stechmücke zum Beispiel hat so einen feinen Saugrüssel, dass das Blut in ihm gerinnen würde. Darum hat sie sich einen tollen Trick einfallen lassen: Sie hat eine Drüse, was dem Wirt zuerst ein Verdünnungsmittel einspritzt (das juckt uns später) damit das Blut verdünnt aufgesogen werden kann. Wäre zuerst der Saugrüssel entstanden, wäre die Art ausgestorben. Wäre die Drüse später entstanden, ebenso. Ist es also gleichzeitig entstanden? Von was hat sich die Mücke so lange ernährt? Warum wusste sie, dass sie die Drüse gleichzeitig mit ausbilden muss, da sie in 50.000 Jahren vielleicht von Nutze ist? Das meinte ich, hier gibt es ein intelligentes Design. Wir haben nirgends irgendwelche halben Arten herumliegen, die darauf warten in 5 Millionen Jahren überlebensfähig sein zu können. Alles was wir vorfinden, ist vollständig überlebensfähig.

LG!
Letzte Änderung: 19 Aug 2020 10:07 von Farbenwunder.
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Hallo Farbenwunder,

ich hatte mir fest vorgenommen mich nicht auf dieser öffentlichen Plattform in eine hässliche Diskussion zum Thema Religion vs. Wissenschaft hereinziehen zu lassen.....hierbei bleibt es auch!
Gerne würde ich bei Gelegenheit dieses doch sehr spannende Thema mit dir unter vier Augen diskutieren.

Nochmal: Jeder kann, darf und sollte sich seine eigene Meinung zu diesem Thema bilden. Hierbei ist konstruktive Diskussion durchaus erwünscht, vor allem wenn die Diskussionspartner mit offenem Ausgang hineingehen.....wie erfrischend wäre es denn, wenn sich am Ende der Diskussion einer der Teilnehmer zu der Aussage; "Weisst du, deine Argumente sind wirklich überzeugend und ich ändere somit meine Meinung!", durchringen könnte! Das passiert leider viel zu selten!

P.S.: Sehe dir mal die Skelette aller Säugetiere, ob Wal, Fledermaus, Hund oder Mensch an! Abgesehen von "hier ein wenig grösser oder kleiner, dort ein wenig länger oder kürzer" sind diese doch nahezu identisch! Regt das nicht dazu an sich selbst mal die Frage zu stellen ob das alles nicht vielleicht doch den selben Ursprung hat?!

Liebe Grüsse,
busko
Letzte Änderung: 19 Aug 2020 12:06 von busko.
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Hallo busko! Ich sehe nichts von einer "hässlichen Diskussion" und es geht auch nicht um Wissenschaft vs Religion, sondern um Wissenschaft vs Wissenschaft.
Beste Grüße, chrisanna
...und ja, das hier ist eher nicht die passende Plattform für diese sehr interessante Diskussion :-)
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19 Aug 2020 11:24 #593765
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PS zur bemerkenswerten Evolution des Themas: Völkermord an Herero

Der real existierende Meinungsaustausch @Schöpfung vs. Evolution wird mE nicht ausschließlich mit Sachargumenten geführt und hat auch Elemente des Klischees: Wer Glauben hat braucht keine Argumente….siehe z. B. das Hin und Her bez. die Vermittlung der Evolutionstheorie in Lehrplänen, insbes. USA.
Umfragen in den USA sehen die Anhänger von creationism in deutlicher Mehrheit, was auch weit über das eigentliche Thema hinausgehende Auswirkungen auf die Gestaltung der Gesellschaft hat; das haben „Gesinnungsgemeinschaften“ so an sich.
Zum „Darwin-Gedenkjahr“ hat das National Geographic ein ganzes Heft nur zu diesem Thema herausgebracht. In einem ausführlichen „editorial“ wurde erklärt, welch schwierige redaktionelle Entscheidungsfindung dem vorherging, weil man damit rechnen musste, eine existenziell wichtige Anzahl von Abonnenten zu verlieren...und/oder PS:11:55 zu verärgern oder zu kränken. Das ist auch eingetreten (an Zahlen kann ich mich nicht mehr erinnern) aber NG hat’s verkraftet.
Letzte Änderung: 19 Aug 2020 18:37 von loser.
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busko schrieb:
Regt das nicht dazu an sich selbst mal die Frage zu stellen ob das alles nicht vielleicht doch den selben Ursprung hat?!

Liebe Grüsse,
busko

Hallo Busko,

genau die Frage habe ich mir ja gestellt, Antwort: Ja, ich glaube das es denselben Ursprung hat und das das Rad nicht zweimal erfunden werden muss :)

Freut mich wirklich, dass du im fairen Umgangston bleibst, so sollte das sein. Leider wird es überall immer schnell emotional, schließlich geht's ums LEBEN! :lol:
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