THEMA: Sicherheit Windhoek / Swakopmund abends
12 Apr 2026 23:06 #723736
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  • Sanne am 12 Apr 2026 23:06
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Naja, da bei uns immer ein Dachzelt auf dem Fahrzeug montiert ist, ist es auch wurscht, ob da noch Werbung den Mietwagen ziert.

Ich hingegen rate dringend davon ab, zu vermitteln, Menschen wären leichtsinnig und würden ihr Glück herausfordern, nur weil sie nicht in brauner Hose und grünem Oberteil rumlaufen. Allein eine Kamera zu tragen oder interessiert die Gegend zu betrachten, weist einen ja schon als Touri aus. Auch in Deutschland erkennt man Touristen nicht erst an ihrer Kleidung und an der Art des Schmucks, den sie tragen.
Logi hat völlig recht: Alles, das wir am Körper tragen, ist meist mehr wert als viele Menschen in diesen Ländern in Monaten nicht verdienen. Opfer eines Überfalls werden auch Menschen, bei denen die Beute wenige Hundert Euro betragen. Da braucht es keinen Schmuck. Ausgewählt wird man meiner Erfahrung nach eher aufgrund Geschlecht, Alter, Unaufmerksamkeit und vor allem Gelegenheit sowie wenig "Betrieb" auf den Straßen.

Im Übrigen haben wir uns am sichersten in Städten in Simbabwe gefühlt, obwohl wir da zumeist die einzigen Weißen waren, mit Kameras rumliefen usw.

Wir laufen nachts allerdings auch nicht rum. Nicht weil wir glauben, dass dann nur noch potentielle Räuber unterwegs sind, sondern weil uns bewusst ist, dass wir dann noch unsicherer auftreten. Wir würden ja auch niemandem empfehlen, nachts am Kottbusser Tor rumzulaufen, wenngleich wir selbst das machen. Wir laufen dann aber zielstrebig und nicht suchend von A nach B, die Klamottenfrage ist da zweitrangig. Gleiches gilt sicher für die Einheimischen in Namibia.
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13 Apr 2026 11:54 #723753
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  • Globetrotter84 am 13 Apr 2026 11:54
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Wer mit einer Kamera in Namibia herumläuft, ist bereits leichtsinnig. Ich würde das niemanden raten. Ein unsichtbar in der Hosentasche getragenes Handy macht auch tolle Fotos. Wie geschrieben, man sollte erst auf den 2. Blick als Tourist auffallen, nicht bereits auf den 1.
Man hat es selbst in der Hand, die Chance eines Überfalls um ein paar Prozentpunkte zu senken.
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13 Apr 2026 13:33 #723755
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Mach Dir keine Hoffnung, dass ein zweiter Blick notwendig ist. Wenn Du einen zweiten Blick brauchst um jemanden als Touri zu identifizieren, dann haben das Einheimische mit bösen Absichten schon längst abgecheckt. Das fängt beim weissen Auto an, geht über das Verhalten auf dem Gehweg insb. als Familie und hört nicht beim Rucksack oder der Tragetasche auf. Keine Chance, sich als Einheimischer verkleiden zu können, es sei denn Du bleibst für 2 Monate an einem Ort, dann kleidest und verhältst Du Dich anders weil Du andere Bedürfnisse hast und der Sonnenbrand ist einem gleichmässigen dunkleren Teint gewichen.

Es bleibt nur, seine Wertsachen nicht zu offensichtlich anzubieten, denn natürlich gibt es reiche Beute die sich lohnt und schmale Beute, die sich weniger lohnt - lohnen tut sich beides aus Sicht armer Verhältnisse. Es gibt reiche Touristen und die Normalo-Touristen. Versuche als reicher Tourist wie ein Normalo-Tourist auszusehen.

Breitling-Uhr kann man zuhause lassen, die Fotoausrüstung eher nicht, denn für dieses Hobby ist man ja grade hingeflogen. Schwierig.

Ich vermute sogar, dass die blosse Anwesenheit eines unbekannten Weissen einen schwarzen Einheimischen zumindest in Namibia zuallererst an Touristen denken lässt, denn weisse Einheimische gehen tagsüber ihren Geschäften nach oder sind auf ihrer Farm und kommen fast nur zum Einkaufen in die Stadt.
Letzte Änderung: 13 Apr 2026 14:16 von JP K.
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13 Apr 2026 13:49 #723756
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Globetrotter84 schrieb:
Wer mit einer Kamera in Namibia herumläuft, ist bereits leichtsinnig. Ich würde das niemanden raten. Ein unsichtbar in der Hosentasche getragenes Handy macht auch tolle Fotos. Wie geschrieben, man sollte erst auf den 2. Blick als Tourist auffallen, nicht bereits auf den 1.
Man hat es selbst in der Hand, die Chance eines Überfalls um ein paar Prozentpunkte zu senken.

Ein unsichtbar getragenes Handy macht vermutlich erst einmal gar keine Fotos, solange Du es nicht aus der Hosentasche gezogen hast. Dann bist Du aber genauso sehr oder genauso wenig als Tourist exponiert wie Menschen mit Kamera. Denn wenn das Handy so tolle Bilder macht, ist es vermutlich eher hochpreisig.

Ich will Dir Deine Strategie nicht madig machen, aber aus meiner Erfahrung heraus rate ich immer zur Wachsamkeit. Klamotten, Schmuck und Kamera sind sekundär. In Johannesburg wurde uns häufiger erzählt, man erkenne Touristen daran, dass sie keinen Schmuck tragen, aus Angst überfallen zu werden. Es macht für mich auch keinen Unterschied, ob ich ein 1.000 Euro Handy oder eine Kamera vor mich halte. Eine Bekannte von mir trägt im Urlaub immer billigen Silberschmuck, was mich wundert, da es impliziert, dass ein Mensch, der in einem Township aufgewachsen ist, den Unterschied zwischen Silber und Weißgold erkennen kann.

Einheimische werden seltener überfallen, weil sie sich anders im öffentlichen Raum bewegen, sich anders verhalten, Gefahren eher erkennen und damit besser umgehen können. Daher mein Beispiel zu Berlin. Sonst könnten weder in Berlin noch in Namibia Menschen eine Breitling tragen...
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JP K schrieb:
Breitling-Uhr kann man zuhause lassen, die Fotoausrüstung eher nicht, denn für dieses Hobby ist man ja grade hingeflogen. Schwierig.

Ja, das mit dem Kameraverzicht wäre schwierig.
Mit Breitling wissen wohl nur wenige der Kleinkriminellen in Afrika etwas anzufangen. Die meisten Leute, die eine solche Uhr spazierentragen, haben außerdem sowieso eine Fake-Uhr. Bekommt man in Tschechien für 10 Euro auf dem Flohmarkt ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
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13 Apr 2026 15:56 #723764
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In Windhoek werden nicht nur Touristen, sondern auch "normale" Menschen überfallen, ob schwarz oder weiß, teilweise auch in ihren mit Elektrozaun gesicherten Häusern, ich finde es hier auch nicht anders, als in einer jeder anderen Stadt, außer, daß hier die sozialen Unterschiede schon extrem sind. Ich bin oft in Windhoek unterwegs, habe immer meine Sportuhr am Arm, fotografiere mit dem Handy, wenn mir etwas gefällt und trage nie braune Hosen und grüne Hemden - den namibischen Farmer glaubt mir sowieso keiner. Aber ich habe hier nicht mehr Angst als in bestimmten Gegenden von München, unserer Heimatstadt. Gesunder Menschenverstand hilft meistens.
Viele Grüße
Hans
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