THEMA: Volontariat/ Praktikum in Namibia
02 Nov 2015 15:04 #405907
  • kOa_Master
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  • kOa_Master am 02 Nov 2015 15:04
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Ach du scheisse, das ist ja heftig was man da liest.

Als Viel- oder Oftreisender im südlichen Afrika und als eher informierte Person ist mir zwar im Prinzip schon klar, worauf solche Dinge hinauslaufen (möglichst viel Geld rausholen, Koordination und Information zweitrangig), aber diese Art von Mutproben, dieser Militärstil...das hätte ich nicht gedacht. Wirklich krass.

Aber ich denke das viel grundlegendere Problem sind halt die Erwartungen derjenigen, die überhaupt erst dahin reisen - insbesondere dann, wenn sie viel Geld dafür bezahlen müssen. Das gipfelt dann im Chaos, wenn man zum ersten Mal in diesem Land (resp. dieser Region/in Afrika) ist. Mir wäre es speziell auf Grund der Fernsehberichte nie im Leben in den Sinn gekommen, bei Harnas freiwillig zu arbeiten (notabene für viel Geld), denn als nicht ganz blauäugierer und naiver Mensch mit einer guten Portion Hintergrundwissen ortet man doch immer wieder sehr fragwürdige Punkte. Ganz zuvorderst steht da bei mir "Kuscheln mit Wildtieren"...Wer es nötig hat, dies zum Zentrum des Angebots zu machen, dem glaube ich halt einfach nicht.
Das ist etwa so wie die oft erwähnte Mär der "Löwenaufzucht und Auswilderung".
Nichtsdestotrotz hätte ich nicht gedacht, dass es an diesem Ort menschlich derartig aus den Fügen gerät. Das ist absolut unwürdig und schädlich.
Denn es gibt ganz gewiss genug Projekte, bei denen man als Ehrenamtlicher sinnvolle, zufriedenstellende und helfende Arbeit verrichten kann. Projekte, die eine Unterstützung verdient haben und zum Wohle des Landes, der Bevölkerung oder der Umwelt zugute kommen. Und die eine Tränendrüsen- und Wildtierkuschel-Werbung nicht nötig haben. Die Schwierigkeit ist vermutlich mehr, aus der Ferne an solche Projekte zu geraten und sie von reinen Geldfang-Angeboten zu unterscheiden.

Deshalb mein Tipp: Bevor man irgendwas in diese Richtung plant, sollte man vorher MINDESTENS einmal das Land/die Region bereist haben. Auch wenn man das damals noch nicht im Hinterkopf hatte, kann man besuchte Orte anfragen, Kontakte knüpfen, Personen vor Ort ansprechen oder sich zumindest mal ein Bild machen. Vielleicht entdeckt man dann von alleine, was man am liebsten tun möchte, wo man sich engagieren will und wo sich evtl. etwas ergeben könnte. Einer der Vorteile im südlichen Afrika ist ja, dass halt eben nicht immer alles so durchorganisiert ist - da ergibt sich vielleicht etwas, wenn man selber flexibel ist.

Danke an Otji für die Mittleiung der persönlichen Erfahrung Fränzi für die Berichte resp. Pascalinah fürs posten ebendieser.
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27 Okt 2021 07:18 #628883
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"Zu allem Überfluss sollen wir Dankbarkeit zeigen" www.zeit.de/zett/202...-newtab-global-de-DE

Freiwilligendienste in Afrika sind beliebt bei jungen Menschen. Rwothomio Gabriel von No White Saviors sagt: Solche Besuche helfen nicht, sondern richten viel Schaden an. ...

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