THEMA: Namibias Wüstenlöwen - Sind sie zu retten?
28 Okt 2025 19:54 #715035
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  • pollux am 28 Okt 2025 19:54
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Ich bleibe dabei: das ist nicht richtig. Löwen sollten keine Robben fressen müssen. Alle Löwen westlich Etosha sollten in den Park umgesiedelt werden. Besonders solange da Rinderzüchter das Sagen haben, die Löwen vergiften oder abschießen (Tokamas).
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30 Okt 2025 10:51 #715116
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  • tacitus am 30 Okt 2025 10:51
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pollux schrieb:
.... Löwen sollten keine Robben fressen müssen. ...

Sehe ich weniger dramatisch. Ich denke, dass es Löwen ziemlich wurscht ist, ob sie von Gemsbok oder Robbe satt werden.
Neu ist Letzteres auch nicht wirklich. Die legendären „Bartletts“ (Jen* und Des) haben in den 1980/90er Jahren die Skelettküste und Hinterland zu Lande und aus der Luft erforscht und dokumentiert. Sie waren auch unter den ersten Dokumentaristen der „Wüstenelefanten“ und „Wüstenlöwen“ (auch schon gemeinsam mit Stander ?)
Jeder Interessierte und NG-Leser hat ihre Artikel und Filme gesehen. Dort war schon damals zu sehen, dass „das Meer“ eine wichtige Nahrungsquelle für die Löwen dort (u. a. Fleischfresser) war. Auch Aas, angeschwemmte tote Wale bis verendete Robben. Dass va. Letztere lebend aktiv bejagt werden, ist mE normales Verhalten, auch die Jagd auf Jungrobben (wie kürzlich wieder durch’s www geisterte). Überall auf der Welt jagen Raubtiere, bei gegebener Chance, lieber leichte Beute, für die sie sich weniger anstrengen müssen, also auch bevorzugt Jungtiere. Sie sind der „quick bite“ mit wenig Aufwand.
Mag sein, dass das kürzlich Dokumentierte mit HWC im weiteren Sinn zusammenhängt, muss aber nicht zwingend so sein. Dass Raubtiere an lokale Situationen angepasste (und nicht dem Klischee entsprechende Beuteschemen) entwickeln, ist nicht wirklich ungewöhnlich, siehe z. B. die Jagd von Löwen auf Jungelefanten ….. bis Nagetiere und Stachelschweine, wenn’s eben sein muss.

Betr. Aussiedlung nach Etosha würde mich interessieren:
Nach meinem Verständnis war das „go West“ der Löwen u.a. nicht, weil’s dort so gemütlich ist, sondern weil es in Etosha eng wurde. Hat sich daran bzw. an der Aufnahmefähigkeit in Etosha wirklich was verändert?
Grüße

* Jen Bartlett ist übrigens heuer mit 93 in Swakopmund verstorben
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30 Okt 2025 14:06 #715125
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  • travelNAMIBIA am 30 Okt 2025 14:06
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Nach meinem Verständnis war das „go West“ der Löwen u.a. nicht, weil’s dort so gemütlich ist, sondern weil es in Etosha eng wurde. Hat sich daran bzw. an der Aufnahmefähigkeit in Etosha wirklich was verändert?
Es gab doch "schon immer" Löwen im gesamten Norden Namibias (nicht ohne Grund war ja deshalb zu Anfang der Etosha NP viel größer und reichte bis an die Skelettküste), inklusive des Kaokovelds. Dort hat nur der Druck in den letzten 30+ Jahren aufgrund des Bevölkerungszuwachs etc deutlich zugenommen. Das die Löwen aus dem heutigen Etosha in den letzten Jahrzehnten erst kamen, weil es dort zu eng wurde, wäre mir neu. Es gab aber durchaus im heutigen ENP große Probleme mit der Löwenpopulation, was wohl v. a. der Verdrängung durch Hyänen geschuldet war. Dazu hört man aber in den letzten 10+ Jahren eigentlich nichts mehr.

Viele Grüße
Christian
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02 Nov 2025 18:04 #715269
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Danke für die Hinweise und Sichtweise, deswegen fragt man ja :cheer: .
Mein Zugang/Grund meiner Frage ist aber ganz anders. Ich gehe nämlich davon aus, dass Wildtiere sich das Leben nicht grundlos schwerer machen als es sowieso ist ….. nur Menschen machen das B) . Folglich meine ich, dass signifikante Bewegungen zwischen Regionen, auch Schutzgebieten, etwas mit den Lebensbedingungen zu tun haben. Zäune waren/sind nie ganz intakt und für Löwen über(unter?)windbar.
Historisch haben sich in dieser u. a. Regionen die Lebensbedingungen für Wildtiere dramatisch verändert, durch Bejagung (weit über heutigen Niveau), Krieg (Selbstversorgung, Elfenbein und Nashornhorn zur Finanzierung (SADF)) Bevölkerungswachstum und Besiedelung, Dürreperioden, Seuchen usw. Das wird sich wohl auch auf die Löwenpopulation und Besiedelungsräume auswirken, z. B.

Ein touristisch genutzter „Wasserloch-Park“ wie ENP begünstigt Raubtiere (auch andere Großtiere) durch ganzjähriges Wasserangebot, auch dort, wo es das natürlich nie gab. Eigentlich ein Löwenparadies aber wenn die Beutetiere (für die Größe ihrer Population) rar werden, werden sie absiedeln wollen/müssen. So geschehen in Etosha durch den Crash aller großen Grasfresser wegen/nach Einzäunung, Überweidung (Wasserlöcher), Trockenheit, Antrax. Zuerst war Festmahl durch die Kadaver (also auch Wachstum) aber das ist auch mal aus und die Löwen sind durch schadhafte Zäune (Elefanten) in Zahlen „ausgebrochen“ und wurden auf den angrenzenden Farmen zu Dutzenden jährlich abgeschossen oder vergiftet. Von den 1970ern bis 00er über 1.000, sagen die Bücher. Das betrifft zwar nicht speziell den Westen und ist nur ein Beispiel aus neuerer Zeit, dass und wie Löwen auf Veränderungen reagieren.

Könnte man fortsetzen, auch mit Elefanten, Nashörnern
Grüße
Letzte Änderung: 02 Nov 2025 18:23 von tacitus.
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