pollux schrieb:
.... Löwen sollten keine Robben fressen müssen. ...
Sehe ich weniger dramatisch. Ich denke, dass es Löwen ziemlich wurscht ist, ob sie von Gemsbok oder Robbe satt werden.
Neu ist Letzteres auch nicht wirklich. Die legendären „Bartletts“ (Jen* und Des) haben in den 1980/90er Jahren die Skelettküste und Hinterland zu Lande und aus der Luft erforscht und dokumentiert. Sie waren auch unter den ersten Dokumentaristen der „Wüstenelefanten“ und „Wüstenlöwen“ (auch schon gemeinsam mit Stander ?)
Jeder Interessierte und NG-Leser hat ihre Artikel und Filme gesehen. Dort war schon damals zu sehen, dass „das Meer“ eine wichtige Nahrungsquelle für die Löwen dort (u. a. Fleischfresser) war. Auch Aas, angeschwemmte tote Wale bis verendete Robben. Dass va. Letztere lebend aktiv bejagt werden, ist mE normales Verhalten, auch die Jagd auf Jungrobben (wie kürzlich wieder durch’s www geisterte). Überall auf der Welt jagen Raubtiere, bei gegebener Chance, lieber leichte Beute, für die sie sich weniger anstrengen müssen, also auch bevorzugt Jungtiere. Sie sind der „quick bite“ mit wenig Aufwand.
Mag sein, dass das kürzlich Dokumentierte mit HWC im weiteren Sinn zusammenhängt, muss aber nicht zwingend so sein. Dass Raubtiere an lokale Situationen angepasste (und nicht dem Klischee entsprechende Beuteschemen) entwickeln, ist nicht wirklich ungewöhnlich, siehe z. B. die Jagd von Löwen auf Jungelefanten ….. bis Nagetiere und Stachelschweine, wenn’s eben sein muss.
Betr. Aussiedlung nach Etosha würde mich interessieren:
Nach meinem Verständnis war das „go West“ der Löwen u.a. nicht, weil’s dort so gemütlich ist, sondern weil es in Etosha eng wurde. Hat sich daran bzw. an der Aufnahmefähigkeit in Etosha wirklich was verändert?
Grüße
* Jen Bartlett ist übrigens heuer mit 93 in Swakopmund verstorben