THEMA: Tourismus in Namibia im Aufwärtstrend
09 Dez 2011 18:08 #215971
  • wernerbauer
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  • wernerbauer am 09 Dez 2011 18:08
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Hallo, ich habe einige der hier berichteten Lodgetouren und – Reiseberichte „nachkalkuliert“, hart geschluckt und mir meinen Teil dazu gedacht. Macht mir aber gar nichts, denn ich würde das sowieso nicht machen. Ohne Kampieren lohnt sich das für mich nicht, als Erlebnis. Um aufgemotzt zu essen und zu schlafen brauche ich nicht nach Afrika zu fahren. Ich will daher einen anderen Aspekt anschneiden, der bisher noch nicht thematisiert wurde: Dieses Geschäftsmodell, nämlich die Preise immer hart an der Schmerzgrenze des zahlungskräftigsten (internationalen) Publikums zu halten, und das auch in den Nationalparks (!), schließt die einheimische Bevölkerung fast vollständig von deren Benutzung und Genuss aus, obwohl sie mit Arbeit, Steuern und Verzicht zu deren Bestand und Erhalt beigetragen. Die Preisstaffelung nach nationals, residents und international kompensiert das (vermutlich) nicht. Würde mich echt interessieren, wie die in diesem Forum versammelten namibischen Bürger und Residents dies sehen.
Grüße Werner
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09 Dez 2011 20:24 #215977
  • Reinhard1951
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  • Reinhard1951 am 09 Dez 2011 20:24
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Hallo,
ich für meinen Teil kann einen Abwärtstrent des Tourismus in Namibia nicht ausmachen. Schon gar nicht in Verbindung mit der Preisentwicklung! Seit wann entspricht denn der Preis einer Ware oder Leistung unbedingt ihrem Wert. Die heilsame Wirkung des Preises
Angebot und Nachfrage zu steuern wird nachhaltig das zubetonieren von Naturlandschaften
wie an vielen Orten dieser Welt verhintern! Kaum eine Gastfarm oder Lodge in Namibia
wird aus diesem Grund schließen müssen! Wahrscheinlich wird sich das Gästeklientel ändern. Weniger Gäste die bereit sind für dieses "Weniger" mehr zu bezahlen.
Trotzdem wird es immer Anbieter für günstige Preissegmente geben, eben im angemessenen Preisleistungsverhältnis und das ist gut so!
Das Besondere wird seinen Preis haben, wie überall auf der Welt. Glückwunsch Afrika!
Gruß
Reinhard
Letzte Änderung: 09 Dez 2011 20:35 von Reinhard1951.
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10 Dez 2011 06:47 #215984
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  • Gerd1942 am 10 Dez 2011 06:47
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Hallo Zusammen,

@Strelitzie
Denn bei den Angestellten kommt das Geld nicht an.
Generell hast Du Recht. Allerdings bin ich der Meinung, dass dies nur zum Teil stimmt. Denn wenn wir den Personalbestand bei den Lodgen einmal mit dem eines vergleichbaren europäischen Hotels vergleichen, werden wir feststellen, dass das Beherbergungsgewerbe in Namibia erheblich mehr Personal beschäftigt.
@werner
Natürlich empfinden auch wir die Preise als viel zu hoch. Es gibt Ausnahmen - eine davon ist zum Beispiel Gondwana, die für das Geld eine Menge Leistung bieten. Aber ansonsten können auch wir uns die meisten Lodgen nicht leisten. In Wolwedans war ich nur einmal, weil die ein Resident Special in 2010 hatten für rund ein Drittel des sonst gefragten Preises.

Liebe Grüße von der noch trüben Atlantikküste
Gerd
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10 Dez 2011 09:34 #215995
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  • cruiserland am 10 Dez 2011 09:34
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Hallo an alle,
Wenn Namibias einen Besucherrückgang zu verzeichnen hat liegt das meiner Meinung nach nicht nur an den Preisen. Was hat Namibia dem Touristen zu bieten. Viel einsame Landschaften, Tiere ( Etosha, Caprivi) und etwas Historie die aber die wenigsten interessiert. Es wird schwierig sein für Namibia neue Touristen zu gewinnen, denn wer mag schon gerne viel Autofahren mit Linksverkehr, Staub , Wind , im Sommer Hitze und meist nur einen kleinen Pool. Um das alles zu mögen muss man schon einen kleinen Wüsten Tic haben oder absoluter Wildtier Fan sein. Dann gibt es noch den Jagdtourismus, und dann hats sichs.
Als Indivudual Reisender hat mans auch nicht immer leicht, bei der Einreise Probleme mit den Zollstempeln, eigenartigste Veterinärkontrollen, wenn du ohne Buchung kommst, überall fully booking, obwohl der halbe Platz leer steht ( Sossusvlie, Etosha), die Damen in den Tourismusbüros sprechen zum Teil so ein schlechtes English das man sie kaum versteht, Polizisten die auch bei Kleinigkeiten extrem durchgreifen( siehe Beitrag über das Road Permit). Bei Leihwägen wird oft aus einer kleinen Beule ein halber Totalschaden und dann dementsprechend abgerechnet. Dann fehlt eben vielen Touristen auch noch Bademöglichkeiten ( geografisch in Namibia nicht möglich).
Namibia kann nur verkaufen was es hat, aber das sollte teilweise etwas freundlicher und netter gemacht werden, denn wenn ich zu Hause erzähle was teilweise so abgeht dann schreckt das schon viele ab.
Und die Touristen , die mit der geführten Reisegruppe im Bus durchs Land ziehen, die machen das vielleicht ein oder zweimal, aber dann ist ein anderes Land dran.
Nambia ist meiner Meinung nach ein Land für Individual Reisende, das ließt man auch hier im Forum
( viele Wiederholungstäter) und auf die muss sich dieses Land einstellen. Und ich bin auch gerne bereit etwas mehr zu bezahlen, aber Freundlichkeit und Service müssen stimmen.

Gruß Cruiserland
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Ovambo)
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10 Dez 2011 10:03 #215999
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  • Guido. am 10 Dez 2011 10:03
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Hallo,
cruiserland schrieb:
Was hat Namibia dem Touristen zu bieten.

Ich denke eine ganze Menge. Südafrika bekommt nach offiziellen Zahlen pro Jahr rund 10 Millionen Touristen, Namibia knapp 1 Million. In beiden Fällen werden alle Ankommenden als Touristen gezählt. Nach unserer Definition von Tourismus kann man beide Zahlen wohl mindestens halbieren bis dritteln. Südafrika ist etwas vielfältiger und kann z.B. auch mit Badetourismus punkten. Dafür erfüllt Namibia die europäischen Afrika-Klischees besser.
cruiserland schrieb:
Als Indivudual Reisender hat mans auch nicht immer leicht, bei der Einreise Probleme mit den Zollstempeln, eigenartigste Veterinärkontrollen, wenn du ohne Buchung kommst, überall fully booking, obwohl der halbe Platz leer steht ( Sossusvlie, Etosha), die Damen in den Tourismusbüros sprechen zum Teil so ein schlechtes English das man sie kaum versteht, Polizisten die auch bei Kleinigkeiten extrem durchgreifen( siehe Beitrag über das Road Permit). Bei Leihwägen wird oft aus einer kleinen Beule ein halber Totalschaden und dann dementsprechend abgerechnet. Dann fehlt eben vielen Touristen auch noch Bademöglichkeiten ( geografisch in Namibia nicht möglich).

Visastempelprobleme u.ä. sind meines Erachtens Einzelfälle, die man nicht pauschalisieren darf. Bei den Veterinärkontrollen darf man Hoffnung haben. Präsident Pohamba hat sich gerade für die Abschaffung der Zäune und Kontrollen ausgesprochen. Was Streit um Mietwagenschäden anbetrifft, haben wir im Forum auch jede Menge südafrikanische Fälle, trotzdem bekommt Südafrika 10 mal so viele Touristen wie Namibia.

Kein Einzelfall sondern ein Dauerzustand sind Buchungsärgernisse bei NWR. Die fallen besonders ins Gewicht, weil viele ihre Reise rund um die Highlights Sossusvlei und Etosha planen wollen. Aber die namibische Politik meint leider, dass die staatliche NWR ebenso wie die staatliche Air Namibia von unschätzbarem Wert für den Tourismus in Namibia sind. Tatsächlich schaden beide dem Tourismus in Namibia, weil sie zu überdurchschnittlichen Preisen eine unterdurchschnittliche Leistung bieten und darüber hinaus belasten beide die Steuerzahler in Namibia mit Milliardensummen. Auch wenn das angesichts von Monopolen wie im Etsoha kaum begreifbar ist, häuft ja auch NWR Jahr für Jahr Millionenverluste an. Das seit Ewigkeit angekündigte Online-Buchungssystem bekommt man dafür Jahr für Jahr nicht auf die Reihe.

Beste Grüße

Guido
Letzte Änderung: 10 Dez 2011 10:05 von Guido..
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10 Dez 2011 10:34 #216008
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  • JABULANI am 10 Dez 2011 10:34
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Guido. schrieb:
Hallo,
cruiserland schrieb:
Was hat Namibia dem Touristen zu bieten.

Ich denke eine ganze Menge.

Guido

Hallo Guido

Das sehe ich schon so wie Cruiserland. So spektakulär ist Namibia auch wieder nicht. Viel Einöde und Wüste. Da gibt es im Westen der USA spektakulärere Gegenden und Felsformationen. Oder Australien. Dort habe ich neben den Wüsten auch noch tropische Regenwälder, das Barrier Reef, kristallklare Seen und Bäche zum Baden und eine vielseitige Fauna. Ja klar keine Big 5, aber es gibt ja noch anderes, gerade die Vogelvielfalt in Australien ist unglaublich… und man muss nicht die ganze Zeit Angst haben eines über die Rübe zu bekommen oder beklaut zu werden :huh:

Gruss Tom
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