THEMA: Tourismus in Namibia im Aufwärtstrend
08 Dez 2011 15:55 #215841
  • Rocky1964
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  • Rocky1964 am 08 Dez 2011 15:55
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Eintracht schrieb:
Die Preise steigen jedes Jahr, weil die "doofen" Europäer (fast)jeden Preis Bezahlen.
...

Das wird so sein!

Man hat als Europäer ja wohl folgende Möglichkeiten einer NAM-Reise für Flüge, Mietwagen, Übernachtungen:
-Hummeldumm
-Selbstfahrer Fertigangebot 4x2
-Selbstfahrer Fertigangebot 4x4
-Selbstfahrer kpl. selbst zusammengestellt und über Reiseanbieter gebucht
(so machen wir das; kleines Reisebüro in NAM mit deutschem kleinem Partner)
-Selbstfahrer selbst zusammengestellt und ALLES, aber
auch ALLES selbst organisiert und SELBST GEBUCHT
-Sonstige

Da gibt es dann noch Abstufungen, wie Näggermaon, spezailisiertes Reisebüro, NAM-Reisebüro usw.

Gerade während der europäischen Sommerferien schiebt sich das beschränkte Angebot (was ja auch gut ist, sonst wäre es wie in Malle oder vielleicht nur wie auf Djerba) an Campingplatzsstellplätzen, Hotel- und Lodgeszimmer, Miet-KFZ usw zusammen.
Die Großen buchen schnell viel vor, die kleinen stellen sich an.
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Gruß


Rocky

...der schon öfter 4x4 in Afrika war...

www.4x4club-leipzig.de/
www.baja-deutschland.de/
Letzte Änderung: 08 Dez 2011 16:19 von Rocky1964.
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08 Dez 2011 16:10 #215843
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  • bayern schorsch am 08 Dez 2011 16:10
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Hallo zusammen,

ich will ganz ehrlich sein - mich freut es, dass der Tourismus in Namibia rückläufig ist. Und es freut mich deshalb, weil leider viel zu viele Lodge-Betreiber meinen, Sie müssten jährlich die Preise für die Übernachtung um 10 - 20 % anheben.
So eine Geschäftstaktik kann nur ins Auge gehen. Und darum freut mich so eine Meldung.

Wir lieben Namibia. Für uns ist dieses Land halt ganz was anderes als Asien oder auch unsere vielen Urlaube, die wir hier in Europa gemacht haben. Aber es musste so kommen, und das ist gut so.

Ich weiß, dass man Namibia nicht mit dem Rest der Welt vergleichen kann bzw. darf. Aber man muss sich schon fragen, ob man in Namibia für einen Urlaub so viel Geld ausgeben will.

Bei unseren Planungen zu unserer letzten Namibiareise, die uns auch in den Caprivi führte, haben ich mir "erlaubt", einen Lodgebesitzer auf sehr freundliche aber durchaus ernste Weise zu fragen, warum denn die Preise für die ÜN schon wieder um 15 % teuerer geworden sind. Und wohlgemerkt, ich habe da einen wirklich sehr freundlichen Ton angeschlagen.

Dieser Mann wurde derartig böse mit mir und hat mir am Schluss unserer "e-mail-Debatte" doch direkt gesagt, dass wenn man (so wie wir) es uns leisten können, jedes Jahr in Namibia einen Urlaub zu machen, dann dürfte uns eine Preiserhöhung von 15 % nichts ausmachen.

Also ich mein, da weiß man doch auch nicht mehr, was man sagen soll.

Zum Glück ist das aber nicht bei allen Lodgebetreibern so. Man stößt da durchaus auch auf offene Ohren. Denn eines ist klar - auf lange Sicht geht solch eine Preispolitik nie gut.

Das ist unsere Meinung.

LG,
der bayern schorsch

P.S. ich bin von Beruf wegen Controller. Das sagt schon alles. Und ich kann sehr wohl etliche Preise von den "wichtigen" Lodgen aus den letzten fünf Jahren nennen. Und das ist Preistreiberei, eindeutig.
Link zu allen Reiseberichten:

Reiseberichte Bayern Schorsch
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08 Dez 2011 16:21 #215845
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  • Gerd1942 am 08 Dez 2011 16:21
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Liebe Fomis,

ich kann Euren Ärger verstehen, denn im Erschließen von Mehreinnahmequellen sind viele Lodgebesitzer, aber auch Farmer einfach grandios. Es wurde hier schon der Game Drive angestoßen. Ganz früher war er mal im Preis enthalten, dann kostete er so um die N$ 100 und heute - ich kenne Preise bis N$ 550 (!). Und das sind noch nicht einmal exklusive Lodgen! Seit neuestem zahlt man bei einigen Lodgen bzw. Ranches und Farmen auch noch eine "Conservancy Fee". Da wurde der Zimmerpreis um "nur" 8 % erhöht, dazu kommt aber eine Conservancy Fee von N$ 50, 60 oder 80, die jeder Besucher zu zahlen hat. Das macht nicht nur Wolwedans so, sondern auch noch einige Farmen, die sich zwar sehr bemühen, die aber wirklich nicht zu den attraktivsten zählen. Ich habe deshalb diese Lodgen aus meinem Verzeichnis gestrichen.

Andere haben auf diese Entwicklung aber auch richtig reagiert, indem sie entweder eine Saison-Preisstaffel eingeführt haben - das kannten wir in diesem Land bis zum vorigen Jahr noch nicht - oder indem sie einfach mal auf eine Preiserhöhung verzichtet haben.

Das Hauptübel ist m. E., dass Viele auf der Basis einer 20-%igen Durchschnittsbelegung kalkulieren und dabei schon break even erreichen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, aber noch ist es leider so, dass mein immer wieder lästerhafter Grundsatz gilt: Lieber weniger arbeiten, aber dafür ein bisschen mehr verdienen.

Was können wir Touristen dagegen tun? Wenn ich die Statistiken von Guido richtig interpretiere, dann sind ja wohl kaum weniger Fluggäste hier angekommen, sondern nur die Bettenbelegung in den Lodgen ist erheblich zurückgegangen. Dafür gibt es m. E. zwei Gründe:

1. Immer mehr neue Lodgen entstehen, so dass das Gesamt-Betten-Angebot steigt, was bei gleicher Besucherzahl bedeutet, dass die Auslastung der einzelnen Betriebe sinkt.
2. Immer mehr Besucher weichen auf Camping oder Wohnmobil aus. Das sehen wir auch hier im Forum bei den Tourvorstellungen, das sehen wir aber auch auf den Straßen, wenn wir die Leihwagen mit Zelt oder die Camper sehen.

Es gibt sicherlich noch viel mehr zu diesem Thema zu sagen. Wir können nur eines tun - verstärkt auf preiswertere Lodgen ausweichen, auch wenn die mal etwas weiter von der Attraktion Sossusvlei, Etoscha oder Fish River entfernt und Lodgen/Unterkünfte mit einem wirklich guten Preis-/Leistungsverhältnis hier verstärkt publik machen.

Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd

PS: Guido, Du hast natürlich Recht mit den 1:13. Aber da hatten die Reiseanbieter schon längst Ihre Kataloge gedruckt und den möglicherweise entstandenen Sondergewinn (Windfall profit) eingesteckt. Meine Freunde und ich buchen seit 30 Jahren grundsätzlich in der Landeswährung (nicht nur in Namibia) und wenn wir meinen, der Kurs sei günstig, dann kaufen wir unsere Urlaubsdevisen zu diesem Zeitpunkt. Natürlich sind wir dabei auch schon "auf die Schnauze gefallen", aber meistens war es besser, als über einen deutschen Veranstalter zu buchen.

2. PS: Ich habe gerade den Beitrag von Bayern Schorsch gelesen. Leider gibt es dass immer noch, dass man hier uns Europäer als die reichen Onkels ansieht, denen man ja das Geld abknöpfen, weil sie es sich leisten können. Diese Einstellung kenne ich auch von vielen Einzelhändlern, bei denen Touristen ihre Safari-Ausstattung kaufen.
Letzte Änderung: 08 Dez 2011 16:24 von Gerd1942. Begründung: Ergänzung
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08 Dez 2011 16:38 #215847
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  • Topobär am 08 Dez 2011 16:38
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Damit ich nicht falsch verstanden werde, möchte ich ganz klar zum Ausdruck bringen, dass mir die Preisentwicklungen auch nicht gefallen. Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass das Thema vielschichtiger ist, als hier bislang diskutiert.

Zunächst einmal ist zu berücksichtigen, dass die Inflationsrate in Namibia deutlich höher als in Deutschland ist.

2007: 6,7%
2008: 10,3%
2009: 8,8%
2010: 4,6%

Unter diesem Gesichtspunkt stellt sich eine Preiserhöhung von 10% schon ganz anders dar, als wenn man von deutschen Inflationsraten ausgeht, denn die Unterhaltskosten für eine Lodge steigen in vergleichbaren Größenordnungen.

Weiterhin ist es zwar richtig, dass Namibia ein teures Urlaubsland ist - allerdings nur auf den ersten Blick. Namibia mit anderen Fernreisezielen, wie z.B. Thailand, USA und Australien zu vergleichen ist eine Milchmädchenrechneung, es sei denn, es kommt einem nur darauf an, möglichst weit von zuhause weg zu sein. Für mich als Afrikafan kommt deshalb nur ein Vergleich mit andern afrikanischen Safari-Destinationen in Frage und da muss ich leider feststellen, dass die Preissteigerungen in Botswana, Zambia und Ostafrika noch viel drastischer ausfallen.
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08 Dez 2011 16:41 #215849
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  • Rocky1964 am 08 Dez 2011 15:55
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Gerd1942 schrieb:
...
Attraktion Sossusvlei...

Diesen Ringelbietz lassen wir 2012 einfach weg.
Das ist ja wie mit Näggermoan nach Malle...


Rocky

PS: Wir hatten ja schon genug Sand in der Sahara.

...der schon öfter 4x4 in Afrika war...

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Letzte Änderung: 08 Dez 2011 16:45 von Rocky1964.
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08 Dez 2011 17:02 #215855
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  • Gerd1942 am 08 Dez 2011 16:21
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Hallo Topobär,

richtig, die Inflationsraten in Namibia sind andere als in Europa. Aber wenn Du berücksichtigst, dass die Preise bei den meisten Lodgen etwa 18 Monate im Voraus festgelegt werden - wenn also die aktuelle Rate noch gar nicht bekannt ist - dann ist die regelmäßige 10%ige Erhöhung ein Grund für diese Inflationsraten und keine Folge.

Du hast Recht, als Afrikafan kann ich nur die Preissteigerungsraten mit denen anderer Länder vergleichen. Was da so ab geht, kenn ich nur vom Hörensagen. Allerdings stimmt mich die Höhe der Parkeintrittsgebühren in den von Dir genannten Ländern schon sehr, sehr nachdenklich und mein Geldbeutel schreit, wenn er ans nächste Jahr (da fahren wir nach Kenia) denkt.

@ Rocky 1964: Diesen Ringelbietz lassen wir 2012 einfach weg. Wir hatten ja schon genug Sand in der Sahara
Schön, dass Du das nicht brauchst. Aber andere Leute kennen weder die Sahara noch sonst irgendwelche Wüsten. Für die sind die Sossusvlei Dünen ein Höhepunkt der Reise und nicht malle....

Liebe Grüße
Gerd
Letzte Änderung: 09 Dez 2011 14:40 von Gerd1942. Begründung: korrektur
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