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THEMA: Was ist eigentlich mit den San?
02 Jun 2006 01:47 #17746
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  • Dagut am 02 Jun 2006 01:47
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Angeregt durch den Film \"Die tanzenden Jäger der Kalahari\" auf arte am 1.6., 19 Uhr, und durch georg:) , wollte ich mal die Meinung/Erfahrungen/Ideen/Vorschläge/Standpunkte/Ansichten der Forumsteilnehmer erfahren zu folgendem Thema:
Was ist eigentlich der Stand der Dinge in puncto der \"Ureinwohner\" Namibias?
Zugegebenermaßen selbst ein Neuling auf NAM-Gebiet, interessiert mich das doch sehr und ich finde, keinen NAM-Freund kann das kalt lassen.
Was man so hört und liest (hier im Forum, arte-Film, Merian, div. Reiseführer), geht es ihnen schlicht und einfach dreckig, indem sie dem Alkohol verfallen sind und/oder ihre alte Kultur nicht mehr leben dürfen und/oder wollen. Für die Viehzucht sind sie nicht geeignet, eine Lobby haben sie erst recht nicht (was wohl auch an ihrer Kultur liegt, die in ihrer Besitz- und Führerlosigkeit für uns doch etwas so faszinierend-märchenhaft-ursprüngliches hat) und die spärlichen Möglichkeiten zu überleben erschöpfen sich im Verkauf von Straußeneier-Schmuck oder touristischer Zur-Schau-Stellung kulureller Rudimente.
Der arte-Film zeigte ihre Fähigkeiten zum Überleben in der Wüste auf, ihr unglaubliches Wissen beim Spurenlesen, ihre unglaubliche Zähigkeit bei der Jagd - und ihre Zukunftslosigkeit. Im Abspann hieß es, dass dem !Xo-Volk (?) (bei google nichts gefunden) die Jagdlizenz entzogen wurde, was das Ende eines wesentlichen Teils ihrer Kultur bedeuten würde. Meiner Meinung nach müsste eine solche (gerade noch lebendige!) Kultur - und nicht nur ihre \"touristischen\" Hinterlassenschaften in Form von Felszeichnungen - zum Weltkulturerbe zählen (allemal schützenswerter als \"Rathaus und Rolandstatue in Bremen\" (www.unesco.de/c_arbe...te/welterbeliste.htm)) (nichts gegen Bremer :) ).
Ich meine, hier im Forum müsste es Einige geben, deren Denken über ein rein touristisches Interesse an NAM hinausreicht und die vielleicht Interessantes zu diesem Thema beizutragen haben, evtl. auch über neuere politische Entscheidungen, die die San betreffen.

- Ich weiß, ein Thema über die San schließt andere \"Ureinwohner\" und deren Probleme scheinbar aus und auch anderswo gibt es aussterbende Kulturen, von den aussterbenden Sprachen ganz zu schweigen - dennoch: hier ein thread zu diesem Thema fände ich spannend.
- Daniel
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02 Jun 2006 08:26 #17748
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  • Joerg am 02 Jun 2006 08:26
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Hallo Daniel!
da sprichst Du ein heisses Thema an. Ich habe selber fast 5 Jahre in der naehe der Kxoe gelebt und gute Freunde unter ihnen. So habe ich Hautnah mitbekommen wie sie von der Regierung behandelt werden. Es gibt ja ein paar NGO's die sich die Rettung der \"Buschleute\" auf die Fahne geschrieben haben.Das sieht ja alles schoen aus aber wenn Du dann hinter die Kulissen schaust , wirst Du sehen, dass man eigentlich nur fuer sich selbst sorgt und moeglichst bald ein volles Bankkonto hat. Die San sehen von diesen Mittel meist herzlich wenig. Es stinkt an jeder Ecke und schreit zum Himmel aber letztendlich schutzen sich diese Aysbeuter gegenseitig.
falls Du noch weitere Fragen hast stelle sie. Kann sein dass meine Antwort etwas dauert, da ich z. Zt. in Tanzania unterwegs bin.
Gruesse aus Arusha
Joerg
Gruss

Joerg

Es gibt NIX, das es nedd gibt
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02 Jun 2006 09:00 #17750
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  • Axel am 02 Jun 2006 09:00
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Hallo Daniel,
ich denke, CM wird dir hier ein paar Antworten geben können. Um die Situation der San (Xho Volk) genauer beleuchten zu können, muß man natürlich u.a. die Position der San vor 89 kennen (gilt auch für die Himba) und ihre Eingliederung in die Völkerstruktur Namibias. Es gibt wohl einige Hilfsorganisationen, auch in der BRD, inwieweit diese ernst zunehemn sind, kann ich nicht sagen. Aber bei diesen kann man sich Infos besorgen, In diesem und dem alten Forum gab es schon einige Texte dazu, auch mit Buchtiteln (Buschmannland/ San usw).
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
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02 Jun 2006 12:52 #17752
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  • Catbird am 02 Jun 2006 12:52
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Hi Daniel :)

Carsten ist sicherlich eine sehr gute Anlaufstelle vor Ort. Er hat einige Projekte ins Leben gerufen, die den San, im Rahmen ihrer Kultur, ein gewisses Einkommen und Auskommen bringen soll.
Daneben fällt mir hier in Deutschland eine Organisation ein, die du unter
www.unternehmen-buschmaenner.de
findest (Herr Opel ist nicht, wie irrtümlich angenommen für selbige Automarke, sondern für Chio Chips bekannt :P )
schöne regenfreie Pfingstage wünscht
Catbird B)

PS: apropos Buchtitel - zum Einlesen über die Kultur der San: \"Nisa erzählt\" von Marjori Shostak
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02 Jun 2006 14:54 #17753
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  • joli am 02 Jun 2006 14:54
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Hallo Daniel,
ja - es gibt bestimmt eine ganze Reihe von Organisationen, die sich das Schicksal der San auf ihre Fahnen geschrieben haben - und vielleicht auch das Eine oder Andere bewirken. Aber: hat man eigentlich die San schon mal gefragt, was sie selbst wollen ?? - Vielleicht wissen sie es selbst auch nicht. Nach meiner Kenntnis zumindest sind die San keine homogene Gruppe mit einer gemeinsamen Zielvorstellung; was sie eint, ist ihre gemeinsame Geschichte und - ihr heutiges Elend. Und dann vielleicht noch der Umstand, dass die San bei allen anderen Völkern und Stämmen des südlichen Afrika gleichermaßen als ungeliebte Störenfriede galten und auch heute noch gelten. Sie \"stören\" u.a. auch durch ihr Unvermögen, sich der Entwicklung der Neuzeit zu stellen - oder, um´s positiv auszudrücken, durch ihr schon fast stures Festhalten an ihren Traditionen. Letzteres macht sie zwar zu - bei Touristen beliebten und deshalb auch \"gehegten\" - Schauobjekten - aber mehr haben sie auch nicht zu bieten ( sie hätten schon ( Stichwort: Hoddia, Kräuter- und Naturwissen), sind aber nicht in der Lage, das zu \"vermarkten\" ). Ich mache mir da keine Illusionen - die San haben nach meiner Überzeugung keine Überlebens - Chance, weil sie weder bereit noch in der Lage sind, sich auf die Welt von heute einzulassen. Und ich wünsche mir nichts mehr, als mich mit dieser Einschätzung getäuscht zu haben.
Gruß Joli
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07 Okt 2021 11:00 #627647
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  • Logi am 07 Okt 2021 11:00
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Recht auf Gesundheit vernachlässigt: Gesundheitsministerium bestreitet Diskriminierung der San
www.az.com.na/nachri...achlssigt2021-10-07/

Ein Bericht von „Amnesty International“ enthält vernichtende Erkenntnisse über die verheerende Vernachlässigung der marginalisierten und von Armut geplagten San-Gemeinschaft durch die namibische Regierung, die zu einem Anstieg der Tuberkulose unter den San-Gemeinschaften geführt hat. ...

LG
Logi
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