THEMA: Überfälle auf Touristen in Namibia
05 Mai 2010 07:01 #138860
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  • Crazy Zebra am 05 Mai 2010 07:01
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Lotusblume schrieb:

Ich hatte mehr Angst in Hamburg (Bremen ist ja so klein).

Und wie es in Wald ruft, schallt es zurück.

Ein bisschen anpassen und es es klappt auf der ganzen Welt!

Verbrechen gibts überall, dann solltest du eine Barriere um dich bauen.

Liebe Lotusblume,

das würde im Umkehrschluss bedeuten das die Opfer von Gewalt sich nicht angepasst hätten?

So zum Beispiel der Deutsche der beim Fotografieren erschossen wurde!

Meinst du nicht das du es dir ein klein wenig zu einfach machst mit dieser Erklärung?

Auch müssten dann die "Unangepassten" häufiger Verbrechen zum Opfer fallen.

Ich könnte mit vorstellen das Opfer von Verbrechen das mit Verwunderung entgegennehmen.

Wenn du meinst das man sich angepasst verhalten soll um das Risiko zu veringern, dann kann ich dir Zustimmen.

Verbrechen passieren überall auf der Welt, richtig, nur was nützt dir diese Erkenntniss wenn's trotzdem Passiert.

Stell dir vor auch dir könnte etwas passieren, würdest du das hier noch einmal so schreiben?

Das man keine totale Sicherheit hat weiss vermutlich jeder,
ob es in Hamburg oder Namibia passiert ist dann für den Betroffen wohl so ziemlich egal und die schönen Sonnenuntergänge sind dann wohl auch sekundär.

Das Namibia für afrikanische Verhältnisse ein relativ sicheres Reiseziel ist, das ist richtig.

Aber es bereitet mir etwas Mühe jede Art von Verbrechen (Raub, Betrug, Gewalt) vorwiegend nur dem anzulasten der Betroffen wurde.

Dies erscheint mir ein wenig wie zu sagen, selber Schuld, und wir müssten übertrieben gesagt den Verbrecher zum Opfer machen weil der dumme Tourist ihn zu einer Straftat animierte,

Ich selbst rannte in Brasillien im wahrsten Sinne des Wortes um mein Leben, in Asien wurde ich Opfer von Trickdieben und in Namibia von Kartenbetrügern - aber jetzt weiss ich das ich selber Schuld war, ich gehöre zu denjenigen die sich nicht anpassen konnten in den ca. 35 Jahren die ich in der Welt umherreise.

Es ist nicht richtig wenn es auch unserer Lieblingsreiseziel ist alles so einfach abzutun.

Vieleicht stehe ich mit meiner Meinung alleine da, wer weiss?

Liebe Grüsse Kurt

PS

Im Senegal 1982 wurde es auch mal richtig eng so wie auch in Algerien ein paar Jahre später.
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Letzte Änderung: 05 Mai 2010 07:10 von Crazy Zebra.
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05 Mai 2010 08:38 #138864
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  • travelNAMIBIA am 05 Mai 2010 08:38
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Hallo Christian,
Gibt es in Nambia überhaupt derartige Statisken? Wenn ja wie zuverlässig sind die?
Es gibt in Namibia auch Kriminalstatistiken (nach den Vorgaben von Interpol etc.) die für jeden z.B. beim Polizeihauptquartier in Wdh einsehbar sind. Zudem gibt es auch Regionalstatistiken, einsehbar bei den Town/Municipality Halls in der jeweiligen Regionalhauptstadt. Es gibt neben der Polizei (Ministry of Safety & Security) auch noch das Statistikbüro (CSO) der National Planning Commission, die Kriminalstatistiken anfertigt. Die Werte weichen erheblich voneinander ab und im allgemeinen wird der Statistik des Ministeriums mehr Glauben geschenkt.

Diese Statistiken sind genauso zuverlässig oder auch nicht wie überall auf der Welt. Statistiken eben... und die kann man ja bekanntlich sehr unterschiedlich interpretieren.

Einiges was ich auf die Schnelle finden konnte:
- MSS: Rückgang 2007 auf 2008 1,5% auf etwa 7000 Straftaten pro Monat; Ende 2008 etwa 8000 Straftaten pro Monat (Zahlen bei NPC für 2008 ähnlich, jedoch wird ein Rückgang von 2007 auf 2008 um 78% angegeben)
- Vergewaltigungen (2005): 931 (46/100.000 Einwohner)
- Körperverletzung (2005): 10.500 (575/100.000)
- Morde (2005): 329 (16/100.000)
- Namibia hat eine der höchsten Polzist/Bewohner-Raten der Welt; etwa ein Polizist pro 110 Einwohner

Sonnige Grüße
Christian
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05 Mai 2010 09:04 #138866
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  • christian am 05 Mai 2010 09:04
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Hallo!

Danke Dir Christian für diese gute Info.


Ich bin kein Freund von Statistiken, dennoch habe ich mal versucht diesbezüglich etwas herrauszufinden.
Zitat:

Vorsätzliche Tötung gilt als eines der schwersten Verbrechen und daher als Indikator für die Gewaltkriminalität in einem Land oder einer Region. Mordstatistiken können dabei sowohl von medizinischen als auch von strafrechtlichen Quellen erhoben werden. Da die meisten dieser Gewalttaten unter Anwendung einer Waffe verübt werden, vermitteln die Statistiken nicht nur Angaben zu gewaltsamen Todesfällen, die nicht auf bewaffnete Konflikte zurückzuführen sind, sondern auch zum allgemeinen Niveau bewaffneter Gewalt. Zitat aus: Internationales Recht

Für Namibia habe ich diese älteren Daten gefunden:

Between 1996 and 1999, according to INTERPOL data, the rate of murder decreased from 52.1 to 26.32 per 100,000 population Quelle:interpol

Nach dieser Quelle von Unodc beträgt die Rate pro 1000000:

Namibia 2004 17,8
Südafrika 2008 36,5
Deutschland 2008 0.8

Namibia und Südafrika gehören damit zu den Ländern die eine sehr hohe Mordrate aufweisen.

Hier die Quelle als Exeltabelle:
www.unodc.org/docume...country.20100201.xls

Christian
Letzte Änderung: 05 Mai 2010 09:05 von christian.
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05 Mai 2010 09:20 #138869
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Hallo,

bitte vergesst aber eines nicht, die allermeisten Gewaltdelikte in diesen Ländern betreffen Einheimische, besonders in den Armenvierteln. Reisende sind eher selten in ein Gewaltdelikt verwickelt (wie auch bei uns) aber auch nicht davor geschützt.

Gruss Kurt
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05 Mai 2010 09:29 #138873
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Crazy Zebra schrieb:
Lotusblume schrieb:

....
Aber es bereitet mir etwas Mühe jede Art von Verbrechen (Raub, Betrug, Gewalt) vorwiegend nur dem anzulasten der Betroffen wurde.

Dies erscheint mir ein wenig wie zu sagen, selber Schuld, und wir müssten übertrieben gesagt den Verbrecher zum Opfer machen weil der dumme Tourist ihn zu einer Straftat animierte,

Ich selbst rannte in Brasillien im wahrsten Sinne des Wortes um mein Leben, in Asien wurde ich Opfer von Trickdieben und in Namibia von Kartenbetrügern - aber jetzt weiss ich das ich selber Schuld war, ich gehöre zu denjenigen die sich nicht anpassen konnten in den ca. 35 Jahren die ich in der Welt umherreise.

Es ist nicht richtig wenn es auch unserer Lieblingsreiseziel ist alles so einfach abzutun.

Vieleicht stehe ich mit meiner Meinung alleine da, wer weiss?

Liebe Grüsse Kurt

Hallo Kurt,

Du stehst mit Deiner Meinung nicht alleine da. Ich sehe es genauso.

Klar muss / soll man nichts provozieren, aber immer die Schuld bei den Opfern zu suchen oder ihnen zu geben finde ich persönlich nicht richtig.

Was würde dies im Umkehrschluss bedeuten?
- Einen Freifahrtschein für all diejenigen, die arm sind?
- Für alle diejenigen, die keine Frau sich finden, dass sie sich auf "offener" Straße bedienen dürfen? Nimmt man dann die Frau mit dem kürzesten Minirock (überspitzt formuliert, ich weiß, aber ich konnte hier leider nicht sachlich bleiben, SORRY)?
- usw. (die Liste könnte man bestimmt noch weiterführen .....)

Meiner Meinung nach kann/darf man nicht alles entschuldigen - klar es ist niemand gerne arm oder lebt in einer Wellblechhütte. Jeder hätte gerne eine geregelte und gut bezahlte Arbeit.

Weil dem nicht so ist, führt dies auch zu einem enormen Gefälle zwischen Arm / Reich. Das weiß ich. Aber das ich mich in die Täterrolle pressen lassen würde - NEIN! Und vergessen wir mal nicht die Brutalität die manch ein Täter an den Tag legt.

Und ich weiß: The world is not perfect. Trotzdem die Opfer sind nicht die Täter.

Swakop
P.S. Mir ist noch nie was in Afrika oder wo anderes passiert. Hoffe das bleibt so.
Am 12. Mai fliege ich nach Jordanien. Hoffe auf einen weiteren erholsamen Urlaub.
Letzte Änderung: 05 Mai 2010 09:30 von Swakop.
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05 Mai 2010 10:29 #138878
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  • mcs am 05 Mai 2010 10:29
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Hallo Leute,

ich melde mich mal als Afrikaneuling zu dem Thema.
In 3 Wochen gehts mit der Familie fuer 2 Wochen nach Namibia. Wir hatten letztes Jahr zwei Diavortraege von Bekannten ueber deren Namibiatour gesehen. Das hat Laune gemacht, so haben wir im Januar eine Selbstfahrertour gebucht (Flug+Mietauto+Lodges).
Unsere (Sued-)Route: Windhoek-Mariental-FishRiver-Aus-Kolmanskuppe-Sesriem-Svakopmund-Windhoek.

Eigentlich habe ich erst danach angefangen, mich zu informieren und bin dabei auch auf dieses tolle Forum gestossen (Danke fuer die vielen Tips!).
Beim Klickern stoesst man natuerlich auch auf das Kriminalitaetsproblem, ehrlich gesagt, wurde mir dabei ziemlich Angst und Bange (unsere Kids: 12+17), da ich doch eigentlich eher nicht so zu den Mutigen gehoere.
In Ulm allerdings werden auch staendig Leute zusammengeschlagen und Laeden ausgeraubt.

Ich denke inzwischen:
- Statistik hilft mir nicht wirklich weiter, die macht
eher Angst (zumindest einem Neuling, wie mir)
- Wenn tatsaechlich unser Zimmer in einer Lodge
ueberfallen werden wuerde, das ist Pech.
Ein Ueberfall kann mir ebenso in Ulm passieren.
- Wirklich interessant ist, was kann ich aktiv tun,
damit unser Risiko gering bleibt.

Ich habe mir mal folgende Regeln aus den vielen Infos zusammengepickt (vielleicht uebertrieben?!?)
a) Kartenabzocke
- Am Flughafen tauschen wir 100 EUR Bar,
damit wir was fuer den Start haben
- Sonst holen wir Geld mit der Maestro im Hotel
- Kreditkarten nie aus der Hand geben, zumindest
hinterherlaufen und schauen, was damit gemacht wird
- Nummern immer verdeckt eingeben (ist ja klar!)

b) Windhoek
- werden wir vielleicht auslassen, mal sehen
- eine Stadtfuehrung mit jemandem, der sich auskennt vielleicht (z.B. Carsten Möhle)
- da ich im Flugzeug eh nicht schlafen kann,
sind wir wahrscheinlich am ersten Tag
sowieso zu muede

c) Ueberland
- Nicht anhalten, wenn man uns zum Anhalten winkt
ich hoffe ich erkenne die echten Polizeikontrollen rechtzeitig ;-)
- auf Parkplaetzen nur anhalten
- wenn einsam+ohne Buesche
- oder andere Urlauber zu sehen sind
- Tueren immer geschlossen halten
- Beim Tanken alle Tueren geschlossen halten
und auf die Strassenkinder achten, was die treiben
- Die Koffer mit langem Drahtseil zusammenschliessen,
falls doch mal einer die Tuer oeffnet
- Beim Einkaufen in Supermaerkten, bleibt die halbe
Familie halt im Auto und passt auf.

So eine Liste der gesammelten Tips habe ich leider nirgends gefunden. Fuer die Namibianer im Forum ist ihr Verhalten vermutlich einfach selbstverstaendlich.
Kommentare zu meinen Ideen und weitere Tips waeren sehr hilfreich!
Irgendwo habe ich gelesen, taeuschend echte Gummischlangen verhindern das Aufbrechen des Autos.
Darauf verzichten wir diesesmal, um das Lodgepersonal zu schonen (kicher).

Es bleibt eine komische Mischung von "totale Vorfreude" + "angespannte Erwartung" + "bischen Aengstlichkeit".

Wir haben extra nur die Suedroute gebucht, damit wir einen Grund haben, wieder nach Namibia zu kommen.
Ich hoffe das wird so sein.

Gruss von
mcs

(Namibia, wir kommen!)

PS mein Avatar ist eine Kuh, die ich in Indien aufgenommen habe, wird nach der Tour durch ein Namibia-konformes Avatar ausgetauscht, versprochen!
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