THEMA: Namibia Vol. 4 (zu viert das vierte Mal in Nam)
27 Apr 2026 16:37 #724541
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Tag 2 (08.08.) Teufelskrallen Tented Lodge
Zur 'Entschleunigung' und zum richtigen An kommen in Afrika haben wir die Teufelskrallen-Lodge in diesem Jahr für zwei Nächte gebucht. So bleibt dieser komplette Tag für die direkte Umgebung.

Die Nacht war erwartet eisekalt. Die Planen der Zelthäuser sind winddicht, aber natürlich kaum isolierend. Die Kombi aus dicker Zusatzdecke plus Wärmflasche hat aber ausgereicht.
Nach einem super Frühstück - jeweils mit "Wunschei" (Spiegel, Rührei, Omelett etc.) im Haupzhaus haben wir uns dann erst mal im Garten aufgewärmt. Kaum ist die Sonne aufgegangen, schießt die Temperatur hoch.

Wir haben dann noch im örtlichen SuperSave die Getränkevorräte weiter aufgestockt und sind eine kleine Runde in die Kalahari-Dünen gefahren, bevor wir es wieder auf unseren Terassen bequem genacht haben. Dann Duschen, Reisetaschen für die nächsten zwei Tage aus den Koffern selektieren und die Kühlbox, die Verpflegungskiste und den Kühlschrank für morgen bestücken. Danach Sonnen auf der Terasse.

Am Nachmittag haben wir uns für einen Sundowner Drive angemeldet. Die Teufelskrallen Lodge arbeitet mit der benachbarten Kalahari Red Dunes Lodge zusammen, auf deren Gelände eine 2,5-stündige Fahrt im offenen Safari-Fahrzeug stattfinden wird. Wir haben das Gleiche vor vier Jahren schon einmal versucht und sind von einem kapitalen Sandsturm ausgebremst worden.
Diesmal ist das Wetter uns gewogen. Wir fahren um 4 zur Red Dunes Lodge und werden schon erwartet. Es geht direkt auf die Gamedrive-Autos und los!



Das Gelände ist 40 Hektar groß und beherbergt eine große Zahl an Tieren, die sich gut halten, da keine Raubtiere in dem eingezäunten Gelände vorhanden. Zu sehen gab es Springböck, Oryx, Kudu, Zebra, Giraffe, zwei Sorten Gnu und diverse Vögel. Zum Abschluss der klassische Sundowner, eine Pause auf einer Aussichtsdüne mit Getränken, Snacks und spektakulärem Sonnenuntergang. Ein gelungenes Gesamtpaket.











Zum Abendessen zurück in der Teufelskarallen-Lodge mit sehr gutem Lamm.
Letzte Änderung: 27 Apr 2026 16:52 von Yoda911.
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27 Apr 2026 16:52 #724543
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3. Tag (09.08.) KTP - Twee Rivieren (Main Camp)
Heute liegt einer der etwas längeren Fahrtage vor uns. Es geht nun quer durch den namibischen Teil der Kalahari bis an die südafrikanische Grenze in den Kgalagadi Transfrontier Park (KTP). Es war wieder recht schwierig, im KTP insgesamt sechs hintereinander liegende Reservierungen zu ergattern. Aber man bucht erst mal irgendwas und durch weiteres Beobachten und Tauschen entspricht das Ergebnis dann nach weitgehend unseren Vorstellungen.

Aufbruch war schon um 07:30 Uhr. Von den insgesamt fast 500 Kilometer geht es erst noch einmal etwa eine Stunde asphaltiert auf der B1 und der Abzweigung bis Stampriet entlang, bevor wir uns endgültig für die nächsten zehn Tage vom Asphalt verabschieden. Der Luftdruck wird auf Gravel (Schotter) von 2,4 auf 1,8 bar gesenkt. Das verhinderte die gefürchteten Wellblechpiste, auf denen man manchmal übel durchgeschüttelt wird, und gibt auch ein 'weicheres' Fahrgefühl für die Insassen.
Nach ca. 3,5 Stunden auf weitgehend Auto-leeren Pisten erreichen wir den Grenzübergang Mata-Mata. Mit ein bisschen freundlichem Smalltalk geht die Ausreise aus Namibia, also das Zettel ausfüllen, Listen ausfüllen, Passnummern und Autokennzeichen vergleichen etc. zügig voran. Wir sind die einzigen 'Kunden'.
Dann fahren wir 50 m durch das Grenztörchen zum nächsten Office und alles geht noch einmal beim südafrikanischen Kollegen von vorn los, diesmal für die Einreise. Hinzu kommt die Bezahlung der Nationalparkgebühr, die Bestätigung der ersten Reservierung und als Krönung dann der Zoll-Police-Officer, der sich für unsere Vorräte interessiert. Es gab schon im Namibia-Forum Gerüchte, dass die Herren gern Lebensmittel konfiszieren (um sie dann abends der Familie mit nach Hause zu bringen). Das Ganze ist eine neue (?) Regel, die wir nirgends schriftlich bestätigt gefunden hatten. Wir haben 2/3 unserer relativ großen Grillfleisch-Vorräte schon 10 km vor der Grenze aus dem Kühlschrank genommen und unten in einen der Koffer verfrachtet. Das war eine gute Aktion, denn der Officer runzelte erst kräftig die Stirn und hat dann „großzügig, einmalig, weil wir das ja in den nächsten Tagen selbst aufessen“ nichts abgenommen. Hätte der die ganzen Fleischpakete gesehen, hätte das sicher nicht geklappt.

Es sind noch gut 100 Kilometer bis zum Camp Twee Rivieren, die wir aber schon als Game-Drive (Safari-Fahrt) nutzen. Die Landschaft ist mit dichtem gelben Gras bewachsen, ein viel hübscherer Anblick als die Sandwüste-Ansicht in 2019. Die starke Regenzeit hat auch hier alles aufblühen lassen. Die Fahrt hat nicht enttäuscht – auf fast jedem Kilometer kleinere oder größerer Tiergruppen bevölkern das Tal, darunter die 'normalen Verdächtigen' wie Springbock, Gnu, Oryx, Strauß, Trappe, Sekretär, Giraffe und eine Erdmännchen Familie.













Das wäre ja schon richtig gut gewesen.
Aber der Tag war nicht richtig gut, er war gänsehaut-sensationell. Ich hoffe, die Bilder sprechen für sich: zwei Leoparde, drei Löwen und ein Gepard liefen uns in den ERSTEN DREI STUNDEN im Park vor die Linse. Eigentlich können wir jetzt schon wieder heimfliegen!! Das sind mehr Raubkatzen als sonst in ein oder zwei Wochen.

















Letzte Änderung: 27 Apr 2026 16:56 von Yoda911.
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27 Apr 2026 17:08 #724544
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4. Tag (10.08.) KTP Kalahari Tented Camp (WIlderness Camp)
Die heute anstehenden Strecke zum Kalahari Tented Camp ist überschaubar. Wir können uns Zeit lassen. Wir wollen erst ein Stück im Nossob-Tal nach Norden, dann die Querstrasse zurück zum Auob-Tal und dort bis zum Camp entlang und dabei die verschiedenen Wasserlöcher im Tal der Reihe nach 'abklappern' und hoffentlich die eine oder andere Sichtung erleben.
Das Tal präsentierte sich leider im harten morgentlichen Gegenlicht – nicht gut für schöne Bilder.





Die Querstraße – auch untere Dünenstrasse genannt, legte sich dann aber für uns ins Zeug. Vier mal trafen wir ein Tier, dass sich jeweils mitten auf der Straße als Roadblock betätigte. Und es war schon wieder ein Leopard dabei!
Also der Reihe nach :
(1) Leopard – auf der Straße, entlang der Straße, über die Straße und dann langsam weg
ein Wahnsinn, wie kraftvoll, selbstbewusst und eindrucksvoll diese Tire sind, wir hatten die SIchtung fas 10 Minuten nur für uns







(2) Steinböckchen (relativ selten) - mitten auf der Straße, dann über uns erschrocken und weg



(3) Honeybadger (für uns superselten) – auf der Straße vor uns entlang und dann weg, die SIchtung dauerte vielleicht 10 Sekunden und hat genau ein Scheißfoto von hinten ergeben. Gefreut haben wir uns trotzdem riesig.



(4) Strauß – direkt hinter einer Kuppe, mitten auf der Straße, badet im Staub, Vollbremsung nötig, Foto erst nach dem Aufstehen des Vogels



Der Tag hatten dann noch zu bieten
- kleine Strauße (mit Eltern)
- vier (!) Löwen auf der anderen Talseite, gut zu beobachten, schlecht zu fotografieren
- eine große Erdmännchenfamilie
- Babygiraffen
- zwei Eulen im Baum
- zwei seltene Löffelhunde direkt an der Straße
und und und

















Das Einchecken beim 'Camp-Master' für die 12 Zelthäuser im Kalahari Tented Camp verlief problemlos. Wir bekamen zwei nebeneinander. Beim Grillen tauchten erst Schakale vor der Terrasse auf, später haben wir noch entfernt einen (oder zwei?) Löwen mehrfach laut rufen gehört.
Nachts war er dann nicht mehr entfernt, sondern super laut und nah zu hören!!
Wir haben morgens vom Guard gehört, der Löwe ist entsprechend der Spuren nachts zwischen Haus 10 und 11 hindurch - wir waren in 3 und 4. Es waren also noch ca. 100 Meter Sicherheitsabstand und eine Handvoll anderer Löwenfutter-Menschen zwischen uns.
Letzte Änderung: 27 Apr 2026 17:10 von Yoda911.
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27 Apr 2026 18:25 #724547
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5. Tag (11.08.) KTP Kalahari Tented Camp (WIlderness Camp)
Der heutige Tag war eher ruhig geplant. Nicht zu früh morgens los ins Tal, 2 bis 3 Stunden nach Süden und danach wieder zurück.Viele Tiere, schöne Landschaft, nichts Spektakuläres, aber ein rundum schöner Tag. Und wenn man sehr langsam fährt und immer stehen bleibt und in die Bäume schaut, gibt es auch dort viel zu sehen:



















Abends dann allerdings noch einmal eine Gruppe Löffelhunde am beleuchteten Wasserloch. Mit Fernglas oder Spektiv gut zu erkennen, unmöglich zu fotografieren.
Letzte Änderung: 27 Apr 2026 18:26 von Yoda911.
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27 Apr 2026 19:42 #724551
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6. Tag (12.08.) KTP Nossob (Main Camp)
Heute geht es aus dem Auob River- ins Nossob River-Tal. Das gleichnamige Main Camp liegt etwa 160 km nördlich. Wir fahren erst im Auob-Tal nach Süden, dann quer über die große Dünenstrasse zum Nossob hinüber und dort wieder nach Norden. Diese Übernachtung war die letzte, die wir beim Buchen-Umbuchen-Umbuchen bekommen haben. Das Camp haben wir in guter Erinnerung aus 2019.
Diesmal haben wir nur einen Tag in Nosob selbst, dann aber an den beiden folgenden Tage noch je eine Übernachtung in den Wilderness Camps Gharagab und Bitterpan ergattert. Nossob ist als nördlichstes Main Camp das Zentrum im nördlichen Teil des Parks. Hier werden auch die Anmeldungen für die beiden genannten Camps verwaltet, die wir dann jeweils über einen One-Way 4x4-Trails anfahren.
Den heutigen Tag fahren wir also hauptsächlich etwas größere Pads - so nennt man die Schotter- und Sandpisten auf Afrikaans.
Der Tag begann am ersten Wasserloch mit einem trinkenden Löwenmännchen.









Eine halbe Stunde später dann noch ein Leopard. Er lief so nah neben dem Auto, dass ich fast Bedenken hatte, das Fenster auf zu lassen. Wir haben jetzt in drei Tagen mehr Leoparden gesehen als in den vier Urlauben vorher zusammen!









Danach ein eher Ereignis-arme Fahrt nach Nossob (sind wir schon verwöhnt?). Landschaft, Wetter und Erlebnis bleiben weiter traumhaft.




Abends wieder neue Sorten Wildfleisch auf dem Grill. Eigentlich schmeckt das alles, egal ob Filet vom Oryx, Kudu, Eland, Zebra oder Gnu. Im Camp gibt es übrigens mehrere verschiedene Eulen, besser zu hören als zu sehen, oben in den großen Bäumen.
Letzte Änderung: 27 Apr 2026 19:45 von Yoda911.
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27 Apr 2026 19:55 #724552
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7. Tag (13.08.) KTP Gharagab (Wilderness Camp)
Eigentlich nur 155 Kilometer, davon aber das Schluss-Stück auf einer einspurigen 4x4-Strecke stehen heute auf dem Programm.
Los geht es um kurz nach acht Richtung Norden und nach dem die beiden ersten hochgelobten Wasserlöcher nur Leere für uns bereit hielten, folgte die nächste Sensation. Zwei quer auf der Straße geparkte Autos, von denen wir die bestmögliche Info bekommen: Leopard drei Meter links neben der Straße!! Wir stellen uns also hinter die beiden und sehen ab und an mal einen Leoparden Kopf über ein Gebüsch ragen. Aber unser Glück verlässt uns nicht (inzwischen mindestens 6 Autos), der Leopard steht auf, läuft auf uns zu und einen Meter neben unserem Auto entlang und genau hinter uns über die Straße. Geniale Sichtung, geniale Bilder, wir sind um elf Uhr vom erlebnis fast schin wieder fertig für den Tag!









Weiter geht es dann das Nossob-Tal nach Norden bis zum Endpunkt Unions End, der seinen Namen aus der Zeit der "Union von Südafrika" hat. Es ist der nördlichste Endpunkt Südafrikas und ein Dreiländereck Namibia-Botswana-Südafrika. Während nach Namibia die Strasse durch eine Zaun verschlossen ist, wird der Weg nach Botswana nur durch ein Schild verboten.
An der ganzen Strecke immer wieder Herden bzw. Gruppen von Gnus, Oryx, Springbock, Kuhantilopen und Straußen etc,






Vom Unions End fahren wir ein paar Kilometer wieder zurück nach Süden, um dann in die ca. 30 km lange Zufahrt zum Gharagab Wilderness Camp einzubiegen. Die Zufahrt ist eine Einfahrtstrasse durch die von langen Dünen durchzogene, sonst aber meist flache Kalahariandschaft. Mit vielen Tiersichtungen rechnen wir am Weg nicht, die Landschaft ist dafür zu trocken und nachdem wir aus dem Tal des Trockenflusses Nossob heraus sind, ist die nächstliegende Wasserquelle erst das künstliche Wasserloch an unserem Camp. Trotzdem eine wunderschöne Strecke auf rotem Sand zwischen gelb leuchtenden Gras unter blauem Himmel.





Das Gharagab Wilderness Camp ist eins der kleinsten, es verfügt nur über vier 2-Personen-Zelthäuschen jeweils auf einer Holzplattform und eins für den Campmanager. Wir stellen also die Hälfte der maximal acht Gäste. Einsamkeit pur!
Die Anfahrt ist etwas abenteuerlich, landschaftlich toll und fahrerisch viel weniger herausfordernd als gedacht. Das hätte man wahrscheinlich sogar ohne Allrad hinbekommen. Der große Toyota mit den großen Geländereifen bringt und problemlos und sicher zum Ziel.

Im Camp angekommen, werden wir kurz von Eric, dem hiesigen "Tourism Assistant", begrüßt und auf die Zelthäuser 3 und 4 verwiesen.
Jedes Häuschen verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche, eine kleine Küchenzeile und eine Holzterasse mit Grill und einem tollen Blick auf das Wasserloch und die Umgebung. Wir haben ausreichend Trinkwasser und Kohle fürs Grillfeuer bei uns. Strom gibt es nur durch ein paar Solarlampen, die Handys müssen wir im Auto aufladen.
Der Nachmittag wurde mit Lesen und Faulenzen auf der Terrasse verbracht, abends wieder gegrillt (Boerewors und Gnu), das Wasserloch beobachtet und den Sonnenuntergang fotografiert.









Anhang:
Letzte Änderung: 02 Jun 2026 11:56 von Yoda911.
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