THEMA: 10 Wochen BOT-NAM-SA (Herbst/Winter2025)
08 Mär 2026 17:12 #721775
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Dies ist unser erster Reisebericht und wir hoffen, dass das klappen wird. Er basiert auf unserem viel zu ausführlichen, handgeschriebenen Tagebuch (ca. 100 Seiten - das will doch niemand lesen) , das wir nun über die letzten Wochen eingelesen, gekürzt und umgearbeitet haben, weil wir den lieben und ausserordentlich hilfsbereiten Leuten von Zebra-Reisen einen Reisebericht im Forum versprochen hatten. Wir werden es häppchenweise hochladen, da wir noch nicht mit allen Teilen zufrieden sind. Bitte verzeiht, wenn zwischen den einzelnen Veröffentlichungen etwas Zeit vergeht - dafür sind wir noch sehr offen für Verbesserungsvorschläge, die das Lesen attraktiver gestalten würden.
Unsere lang ersehnte Reise stand in der Vorbereitung unter keinem guten Stern und erst mit der Hilfe von Claudia, Maike und Christoph, die für uns den Feinschliff und die Buchungen übernommen haben, konnten wir zuversichtlich starten. An dieser Stelle geht ein ganz ganz grosser Dank an Zebra Reisen raus.
Der Reiseverlauf sieht grob wie folgt aus:
Start in Johannesburg
Pilanesberg
Serowe
Kubu Island
Nxai Pan
Makgadikgadi Pans
CKGR
Maun
Moremi
Khwai
Savuti
Linyanti
VicFalls
Chobe
Kongola
Divundu
Khaudum
Etosha
Epupa
Kaokoveld
Palmwag
Skeleton Coast
Messum
Spitzkoppe
Mirabib
Sesriem
Aus
Lüderitz
Fish River Canyon
Citrusdal
Ende in Kapstadt

Wer sich nur für einen bildnerischen Überblick interessiert, findet vielleicht in der folgenden Prezi-Präsentation etwas Inspiration:
prezi.com/view/DgrFi...l_token=fACGMZlnB3FN
Letzte Änderung: 15 Mär 2026 18:44 von deba.
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08 Mär 2026 17:56 #721778
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70 Tage, rund 9'600 Kilometer, ein Bushlore-Camper namens Lotta, ein GPS namens Lötteli und eine Wasserpumpe, die mehr Persönlichkeit hatte als die meisten Menschen, die wir kennen: Das ist die nüchterne Bilanz von BOTNAMSA. Die weniger nüchterne: unzählige Elefanten, die uns auf Schritt und Tritt folgten (oder wir ihnen), eine Leopardenentdeckung zu Fuss, eine Wüstenlöwin an Denises 50. Geburtstag, Höllengewitter um Mitternacht, ein Plattfuss nach 8'200 Kilometern – und zwei Menschen, die nach zehn Wochen noch immer gerne miteinander reden.
Dies ist der Versuch, das alles festzuhalten, bevor es sich in den Wirren des Alltags auflöst. Los geht's:

Tage 0 und 1
Zürich → Johannesburg → Pretoria → Pilanesberg

Das Abenteuer beginnt, wie alle grossen Abenteuer: mit einem Farewell Drink an der Flughafenbar in Zürich. Als wir das Flugzeug besteigen, sind wir freudig überrascht über die gebuchten Economy-Premium-Plätze direkt hinter der Business Class, die wir uns zum ersten Mal gegönnt haben. Die Schalensitze bieten enorm viel Beinfreiheit und das Essen ist wirklich lecker. Der Flug vergeht so wie im Flug... Ganz im Gegensatz zur Passkontrolle in Johannesburg, wo wir dann fast zwei Stunden bruachen und froh sind, im Flugzeug gut gefrühstückt zu haben. Dokdo von Bushlore erwartet uns zur Fahrzeugübergabe etwas ausserhalb.
Lotta – so werden wir unseren Bushcamper in den nächsten Tagen feierlich taufen – wartet auf uns. Die Übergabe dauert allerdings fast zwei Stunden, da Lotta noch nicht so reisefit ist, wie sie das sein sollte: Sicherungen müssen gewechselt werden, Wasserhähne abgedichtet, die Winde neu aufgewickelt. Nicht gerade das Drehbuch für einen entspannten Reisebeginn und wir werden angesichts der fortschreitenden Zeit und dem noch vor uns liegenden Weg etwas nervös.
Mit Zeitdruck im Nacken geht es dann nordwärts Richtung Pilanesberg. Unsere Einkäufe erledigen wir im Stechschritt durch einen Shoprite am Rande von Pretoria, bei dem wir das Nötigste für den erste Abend in den Einkaufswagen schmeissen. Auf der sechsspurigen Stadtautobahn aus Pretoria herrscht dichter Verkehr und das dazugemietete GPS (als Wurmfortsatz von Lotta liebevoll Lötteli genannt), leistet sich schon am ersten Tag einen denkwürdigen Auftritt: Es will uns ständig wenden lassen. Als wir endlich in der Nähe unseres Ziels – einem Campingplatz bei Mogwase – sind, ist es längst dunkel. Das Fahren auf Schotterpisten mit entgegenkommenden Scheinwerfern und Menschen am Strassenrand fühlt sich mehr als grenzwertig an. Zweimal fragen wir nach dem Weg und werden sehr freundlich in die komplett falsche Richtung geschickt. Beim dritten Mal hilft die Karte auf dem Handy eines Shopbetreibers. Um 20:15 Uhr finden wir – halb zufällig – das Bushfoot African Base Camp mit dem sehr sympathischen Host Greg und seinem Hund namens Such-A-Dog.
Andy kocht Pasta, wir richten uns rudimentär ein, und fallen in einen erstaunlich tiefen Schlaf, der nur durch etwas Wind, Regen und ungewohnte Geräusche kurz unterbrochen wird. Willkommen in Afrika.

Tag 2
Pilanesberg Nationalpark

Wieder trocken, bedeckt, angenehm warm – so begrüsst uns der erste richtige Morgen in Südafrika. Nach einem Frühstück ohne Kaffee (den haben wir doch gestern glatt vergessen!) richten wir Lotta ein: Taschen auspacken, eine Art innerer Ordnung erstellen, Küche umbauen, Führerkabine bestücken. Es lohnt sich, sich im Wagen heimisch zu fühlen. Wir werde noch viel Zeit darin verbringen. Wir haben uns für ein Single Cab entschieden und meine Sorge, dass das vorne vielleicht etwas eng werden könnte, erweisen sich als unbegründet. Dank des Extrafaches hinter den Sitzen ist alles Wichtige jederzeit griffbereit.
Greg empfiehlt uns einen Supermarkt. Die Strecke dorthin wirkt bei Tag massiv weniger bedrohlich als in der Nacht. Wir decken uns mit Wasser, Sundowner-Material und allem Nötigen ein – einzig Butter und Joghurt bleiben unauffindbar. Dann geht es zum Pilanesberg Nationalpark, einer reizvollen Kraterlandschaft. Am Eingangsgate funktioniert weder Bar- noch Kartenzahlung, weil das Internet tot ist. Wir werden hineingelassen, mit der Bitte, doch einfach beim Restaurant mitten im Park zu bezahlen, was wir natürlich tun, auch wenn es bei der Ausfahrt niemanden interessiert.
Der Park ist ein sanfter Einstieg in unser zukünftiges Safari-Leben. In vier Stunden sehen wir Elefanten aus sehr grosser Nähe, Giraffen, Nashörner, Kudus, Gnus und viele Vögel. Zum Mittagessen gibt es die ersten Chutney-Gurken-Käse-Sandwiches, die uns über die nächsten Wochen treu begleiten werden. Bei der Rückkehr wartet Greg mit einer heissen Bucket-Shower. Wir geniessen sie sehr. In der Ferne donnert es. «Nun sind wir angekommen», schreibe ich ins Tagebuch





Tag 3
Pilanesberg → Grenzübergang nach Botswana → Khama Rhino Sanctuary

Gut geschlafen, obwohl die Nacht keineswegs ruhig war. Es regnete stark, es blitzte und donnerte, und das letzte Gewitter ging kurz vor Morgengrauen nieder. Kurz vor 8 Uhr verabschieden wir uns von Greg und Such-A-Dog und fahren Richtung Norden.
Auf den ersten 40 Kilometern wird gebaut, unzählige Speedbumps bremsen uns. Danach rollt es flockig. Viele Ziegen, Esel und Menschen am Strassenrand. Und immer wieder Melonenverkäufer und Gottesdienste unter freiem Himmel. Kurz vor Mittag erreichen wir den Grenzübergang. Was für ein Gewusel: Hunderte Lastwagen am Strassenrand und ebenso viele Leute, die ihren Geschäften nachgehen. In der Luft liegt der Geruch von zu viel Mensch und Maschine auf zu kleinem Raum. Der Individualverkehr kann an der Kolonne vorbei über die einspurige Limpopo Brücke und nach 30 Minuten mit Fiebermessen, Maul-und-Klauenseuche-Prävention, Formulare ausfüllen, Pässe zeigen, 210 Pula bezahlen, sind wir in Botswana.
Dank Denises Navigationskünsten – Lötteli ist noch immer in der Reha – finden wir kurz nach 14 Uhr das Khama Rhino Sanctuary. Nach doppeltem Einchecken und 2,5 Kilometern Sandpiste stehen wir auf Campsite 6 – die uns sehr gefällt, da sie zwar nahe an den Ablutions, trotzdem aber schön für sich ist. Wir essen ein Sandwich, schreiben, lesen, geniessen die 34 Grad in der Hängematte im Schatten.
Dann geht es zur Malumba Pan, einem ungesicherten Wasserloch, wo wir uns nach dem Vorbild anderer Besucher trauen aus dem Auto auszusteigen. Nashörner, Zebras, Impalas, Springböcke und Elands sind zahlreich vorhanden und bieten vor der untergehenden Sonne ein wunderbares Schauspiel.
Doch nur einige Meter abseits zeigt sich die andere Seite der Natur: Ein Zebra kommt aus einer Sandkuhle nicht mehr hoch und wälzt sich verzweifelt hin und her; andere Zebras warten. Eines scheint ihm sogar helfen zu wollen, indem es gleich daneben im Sand scharrt. Doch das erschöpfte Tier bleibt liegen.

Tag 4
Khama Rhino Sanctuary

Den Tag verbringen wir auf Pirschfahrt im Park. Die Zebraherden machen uns grossen Eindruck. Wir kurven fast drei Stunden durch die Gegend und stossen schliesslich auf ein Nashorn, das nahe unter einem Baum etwas Kühle sucht. Schon jetzt sind wir froh, uns für die Mitnahme einer guten Kamera mit Tele (100-500) entschieden zu haben und es entstehen ein paar superschöne Bilder.
Am Nachmittag geht es zurück zur Malumba Pan – und das Zebra vom Vortag liegt nun tot da. Als drei Nashörner vorbei ziehen und sich für das Zebra zu interessieren scheinen, zuckt plötzlich sein Schwanz. Das arme Tier lebt noch immer. Eines der Nashörner stupft mit der Schnauze gegen das Zebra und wir hoffen, dass es genug erschrickt um sich aufzurichten – leider vergeblich. Es wird hoffentlich nicht mehr lange leiden müssen.


Am Wasserloch vergnügen sich viele Antilopen. Im Hintergrund sechs Giraffen. Ein Nashornbulle zieht einsam seine Kreise. Bald kommen zwei weitere Nashörner, darunter eine Mutter mit Kalb. Die Mutter hat ein Riesenhorn. Der Bulle ist nicht gut auf sie zu sprechen und Mutter und Kalb kommen immer näher in unsere Richtung. Gefühle zwischen Sensationslust, Bewunderung und etwas Schiss. Vielleicht wären wir doch lieber im Auto geblieben...
Abends Feuer machen, Gemüse und Kartoffeln braten, Brot im Dutch Oven backen, Wildtierkamera montieren. Am nächsten Morgen: leider keine Fotos auf der Wildtierkamera. Wir verlassen das Khama Rhino Sanctuary nach zwei sehr schönen Tagen.

Tag 5
über Letlhakane nach Kubu Island

Auf guter Asphaltstrasse vorbei an Kühen, Eseln, Ziegen und dem Dorf Letlhakane – das einen friedlichen, intakten und relativ wohlhabenden Eindruck macht, was wahrscheinlich der Tatsache geschuldet ist, dass sich hier eine der grossen Diamantminen befindet. Wir kaufen keinen Edelstein, aber reichlich Benzin und Nahrung.
In Matsumo erkundigen wir uns über die Weiterfahrt nach Kubu Island. «The Road is good», sagt ein sympathischer junger Mann. Das stellt sich dann in unseren Augen als leicht übertrieben heraus, aber wir erleben 45 spannende Kilometer durch Sand und Geröll, bald aber auch über die völlig unwirklich scheinende Sua-Salzpfanne. Es sieht aus wie Schnee, während das Thermometer 38 Grad zeigt.
Kurz nach 13 Uhr erreichen wir den Zeltplatz Kubu Island und dürfen unsere Campsite frei wählen. Finde ich ja ganz schwierig: Wo ist die Aussicht am besten? Wo der Sonnenunter-, wo der -aufgang? Wie geht der Wind? Hat es Schatten? Fragen über Fragen... Wir entscheiden uns für Campsite 2. Eine Halbinsel mit Steinen, knorrigen Bäumen und dürrem Gras ragt hinein in die endlos scheinende Salzpfanne. Es gibt ein Gefühl des Wassers, aber es ist Salz. Kurz vor Sonnenuntergang steigen wir auf den höchsten Punkt der Insel – im Rucksack Gin und Tonic. Die Baobab-Bäume stehen stumm daneben.


Zum Nachtessen zum ersten Mal Fleisch: Rindspiesse und Gemüse auf dem Grill. Denise montiert diverse Lämpchen und Kerzen und Milchstrasse erhellt die unwirkliche Szenerie noch zusätzlich.



Tag 6
Kubu Island

Es ist eine heisse und staubtrockene Nacht. Denise steht um Viertel vor fünf auf und geht auf Erkundungstour. Hinter der Insel geht die Sonne über der Salzpfanne auf und eine Stunde und viele schöne Aufnahmen später kehrt sie zurück. Kaffee und Morgenessen stehen natürlich bereit.
Wir versuchen auf der Salzpfanne Fotos mit Selbstauslöser zu machen und haben grossen Spass dabei. Sieben weitere Fahrzeuge stehen weit verteilt irgendwo in der Gegend. Am Nachmittag zeigt Lotta 41 Grad. Was tun? Nichts. Wir trinken sehr viel, sitzen herum, spielen The Game, lesen. Denise bäckt Brot und bastelt einen Sonnenschutz für die Hängematte. Die Fliegen leiden an ADHS im Quadrat. Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang umrunden wir die Insel nochmals, machen lustige Fotos vor der Salzpfanne, trinken einen Sundowner und grillen zwei Hamburger – die sich am Schluss als vier entpuppen, mit Plastikfolie dazwischen. Dennoch ganz in Ordnung. Die Abendstimmung mit den Baobab-Bäumen, dem Feuer und der Lämpchengirlande ist unbeschreiblich schön.



Tag 7
Kubu Island → Gweta → Nxai National Park

Morgenwalk mit einem Schakal, der sich neugierig der Wildtierkamera nähert und sich fotografieren lässt, ohne es zu wissen. Dann nordwärts Richtung Gweta. Die knapp 100 Kilometer sind ziemlich anspruchsvoll: sandig, corrugated, voller Geröll, schmal und immer wieder mehrspurig – wir sind nie ganz sicher, ob der Weg der richtige ist. Lötteli führt uns zuverlässig in falsche Richtungen. Nach vier Stunden betreten wir Gweta durch die Hintertür, in tiefem Sand durch Quartiere mit kleinsten Häuschen, Wellblechhütten, Marktständen und vielen bunt gekleideten Menschen.
Im Nxai-Nationalpark («Nx» ist ein Klicklaut) lassen wir zum ersten Mal Luft aus den Pneus. Für 37 Kilometer Sandpiste brauchen wir eineinhalb Stunden. Am Wasserloch: ein toter Elefant, den sich Schakale und Geier teilen, eine ganze Elefantenherde, Springböcke, Gnus, Strausse. Auf Campsite 7 sind Schakale unsere Mitbewohner, und rundherum machen es sich Elefanten gemütlich. Das ist gewöhnungsbedürftig, wunderschön und bedrohlich in einem. Die Ablutions sind elefantensicher, sauber und grosszügig. In der Nacht trompetet ein Elefant entschlossen vor sich hin und verteidigt sein Törö...



Tag 8
Nxai → Baines Baobabs

Morgens nochmals zum Wasserloch. Hinter dem ausgeweideten Elefanten liegt eine Löwin im Schatten und treibt die Schakale durch ihre blosse Anwesenheit fast in den Wahnsinn. Unser erster Löwe. Als wir nach fast 40 Minuten aufbrechen wollen, bricht plötzlich Panik im Springbockrudel aus. Auch die Kudus springen vom Wasser auf. Eine zweite Löwin, die bis dahin hinter einer Geländekante gelegen hatte, macht sich bemerkbar. Zwei Löwinnen. Wie geil. Das Spektakel ist bald vorüber – und am Schluss sind es eben doch Katzen. Sie legen sich hin und pennen.



Kurz darauf, nach einer weiteren kleinen Runde: fünf Löwen direkt am Wegrand im Schatten eines Baums. Zwei Weibchen, drei Männchen. Auch hier könnte man Stunden verbringen.
Dann Aufbruch Richtung Baines Baobabs. Unterwegs treffen wir einen Westschweizer mit Britzerflitzer, der ohne Vierradantrieb im Sand stecken geblieben war. Wir freuen uns, nicht zum ersten Mal in 23 Jahren, einander zu haben. Immer wieder begegnen uns kleine Steinböcklein, ein Oryx – und plötzlich, aus dem Augenwinkel, zwei Giraffen direkt neben der Piste.
Dann witzelten wir noch kurz darüber, wie viel wohler es uns wäre, im Sand steckenzubleiben, wenn da eine Giraffe im Sand liegt, als wenn es eine Löwin wäre – und tada: Einem Ast auszuweichen, ist zu viel für Lotta, und wir sitzen fest. Anstatt uns weiter einzugraben, rollen wir die Sandraupen unter die Räder und sind nach zwei Versuchen mit dem Spaten draussen. Kein Fotomaterial dieser Episode existiert. Schade eigentlich – besonders für die Szene, in der Denise bei 40 Grad und völlig ausser Atem mit Spaten und Sandraupen beladen hinter dem Auto herrennt.
Campsite 3 von drei bei den Baines Baobabs: Grill, Plumpsklo, eingerichtete Bucket Shower. Wir erwarteten gar nichts und bekamen alles. Den Sundowner Gin & Tonic geniessen wir auf der Salzpfanne. Kürbis in der Glut, Salat dazu. Der Wind, der den ganzen Tag geweht hatte, schläft langsam ein. Nach dem Essen gehen wir bei totaler Dunkelheit auf die Salzpfanne. Null Lichtverschmutzung, kein Flugzeug am Himmelszelt, totale Ruhe und Einsamkeit und Sterne ohne Ende.



Tag 9
Baines Baobabs → Gweta → Makgadikgadi → Boteti River Camp

Nach 35 Kilometern Sandpiste besserer Qualität kommen wir auf den Asphalt. Ein sympathischer Mann erklärt uns, was wir alles sehen könnten – und wir ändern kurzerhand die Route. Auf der A3 zurück nach Osten bis nach Gweta, dann südwärts ins Gate des Makgadikgadi. Niemand ist dort. Wir lassen Luft aus den Pneus, dann schleicht ein Mitarbeiter daher, der das Eintrittszeremoniell mit Denise vollzieht.
Die Sandpiste ist besser als erwartet und tierreich: Elefanten, Strausse, Zebras, Gnus und viele Vögel. Wir kommen zu Niuka Hills, einem stillgelegten Campingplatz. Die Grassavanne scheint unendlich weiterzugehen, bis zum Horizont und noch viel weiter. Bald wird der Sand tiefer, die Büsche zahlreicher – und die Tiere mögen das. Wir sehen Hunderte von Zebras, schwarz-weiss-gestreift, soweit das Auge sieht. Unglaublich. Dann Elefanten – teilweise näher, als uns lieb ist. Lotta bleibt unmittelbar bei einem dieser erhabenen Dickhäuter kurz im tiefen Sand stecken. Der Low Gear rettet uns. Ein Foto können wir nicht machen: Unser Fluchttrieb ist zu gross.
Etwas später taucht ein Elefant gleich neben dem Weg hinter einem Baum auf. Ich stoppe. Denise – kaltblütig genug – zückt die Kamera. Wir warten. Der Elefant tritt zur Seite, und wir passieren. Die letzten Kilometer bis zum Kumaga Gate bleiben extrem tierreich und wir haben wieder dieses Jurassic-Park-Feeling.
Das Boteti River Camp ist, nach den letzten vier Nächten, grosser Luxus: Acht Plätze, acht Chalets, Terrasse mit Wi-Fi, Restaurant – und ein Zaun. Keine wilden Tiere, nur eine rote Katze. Wir hüpfen gleich nochmals in Lotta für einen Game Drive. Im trockenen Flussbett des Boteti fahren wir durch Herden von Antilopen, Giraffen, Elefanten. Das breite Flussbett mit seinen Boreholes liegt da wie ein Garten Eden.

Tag 10
Boteti River Camp

Den Sonntag lassen wir etwas ruhiger angehen und begeben uns nochmals ins Flussbett: Zebras, Gnus, Kudus, Impalas, Elefanten und eine Manguste – und dann der Hippopool. Schätzungsweise 40 Flusspferde tummeln sich darin. Sie scheinen abgesehen von gelegentlichen Kabbeleien nicht viel anderes im Sinn zu haben, als einfach da zu sein. Wir könnten stundenlang zuschauen.
Auf dem Rückweg erblicken wir ein Krokodil im Wasser, zusammen mit drei toten Zebras. Laut Ranger kommen Zebras von der Migration erschöpft und dehydriert an, trinken zu viel auf einmal und kollabieren. Die ganze mühsame Wanderung lohnt sich dann nicht wirklich...

Tag 11
Boteti → Evolve Back Ghâm Dhâo Lodge

Zuerst 50 Kilometer Teerstrasse südwärts, dann 70 Kilometer Sandpiste westwärts. Unterwegs treffen wir einen Mann mit zerfetztem Pneu, für den Hilfe offenbar schon unterwegs ist. Er sagt «I'm good». Weiter sehen wir die Folgen von Bränden: viele unreife, verbrannte Melonen. Wir probieren eine, sie ist absolut ungeniessbar.
Kurz vor 11 Uhr kommen wir an der Ghâm Dhâo Lodge an. Am Tor stehen zwei Männer – Fagaza ,unser Guide und Seko, unser Tracker – bereit. Sie eskortieren uns zum Haupthaus, wo uns die gesamte Crew einem Lied begrüsst. Das Ganze ist uns im ersten Moment etwas peinlich. Gleichzeitig ist diese Freude aber so berührend und ansteckend, dass wir nur noch staunen und geniessen können. Nach einem feuchten Frotteetuch, Willkommensdrink und ein paar Infos beziehen wir schliesslich unsere Residenz: Ein Riesenbett mit Klimaanlage und Moskitonetz, eine freistehende Badewanne, eine Outdoordusche, eine Terrasse mit Liegestühlen, ein gut gefüllter Kühlschrank und eine Hochterrasse mit Sitzecke und Bett für draussen. Alles ist wunderschön und fühlt sich etwas surreal an. Wir dürfen das Hauptgebäude, das fünf Gehminuten entfernt liegt, übrigens nicht zu Fuss erreichen. Man holt uns ab.
Um 15:30 Uhr begeben wir uns auf den ersten Game Drive mit unserem Fahrer und Guide Fagaza – einem Mann, der unglaublich viel über Flora und Fauna weiss und grossen Spass an seinem fast neuen Toyota hat (erst 1'400 km). Er fährt uns am liebsten querfeldein durch Savannengras und wildes Gebüsch. Das Abendessen mit den vier anderen Gästen an einem grossen Tisch – inklusive dreier Lieder der Crew vor dem Essen, bei denen ich Gänsehaut bekomme – ist unterhaltsam und fröhlich. Die Managerin Thelma ist eine ausgesprochene Perle an Gastfreundschaft und Eloquenz. Wir gehen erst um 22:30 Uhr ins Bett. So spät wie schon lange nicht mehr.

Tage 12-13
Evolve Back Lodge

Der Tagesplan der Lodge: Frühstück um 6 Uhr, Game Drive um 6:30 Uhr, Mittagessen um 11:30 Uhr, Pause in der Residenz bis 15:30 Uhr, Tee/Kaffee/Zwischenmahlzeit, Game Drive ab 16 Uhr mit Sundowner, zurück um 19:15 Uhr, Abendessen um 20 Uhr. Das klingt anstrengend, ist aber herrlich.
Am Morgen des ersten vollen Tages beobachten wir, wie zwei Löwinnen und sechs Junge, etwa sechs Monate alt, sich ein erlegtes Zebra teilen. Das ist sehr eindrücklich. Am Abend treffen wir auf eine grosse Giraffenherde im Abendlicht und lernen: a tower of giraffes. Dann fahren wir zur Stelle der Morgensichtung zurück. Der Löwenvater ist inzwischen dazugekommen, das grosse Fressen geht weiter. Vom Zebra ist nicht mehr viel zu sehen. Die Löwinnen liegen faul herum, die Jungen stören den Vater beim Fressen oder erkunden ängstlich die Umgebung. Wir sitzen etwa sieben Meter daneben.





Am Mittwoch regnet es und es ist kühl. Denise fährt allein mit auf den Morgendrive, Andy bleibt und schreibt. Am Nachmittag ist für die mittlerweile vier verbliebenen Lodge-Gäste ein Spaziergang mit vier der Angestellten San-Buschleute organisiert, auf dem sie uns auf ihre eigene theatralische Weise viele interessante Dinge über ihr traditionelles Leben erzählen und auch vor Ort zeigen. Einer davon ist Seko, unser Tracker. Von Fagaza wissen wir, dass Seko das halbe Jahr über mit seinem Vater im Bush lebt und Joey, der andere Tracker, bei seinen Grosseltern traditionell aufgewachsen ist. Wir bekommend dadurch nicht den Eindruck einer Touristenshow, vielmehr den von gelebter Tradition.
Schwer auszumachen: eine gut genährte Boomslang und ein Chamäleon




Zurück in unserem Domizil geniessen wir den Sundowner auf der erhöhten Aussichtsplattform während ein Gewitter nordwestwärts an uns vorbei zieht. Dahinter zeigt sich ein klarer, heiterer Himmel und die Sonne geht langsam über einem traumhaften Ort unter.



Die Nacht verbringen wir im Outdoorbett unter unzähligen Sternen. Irgendwo brüllt ein Löwe. Denise schläft die ganze Nacht draussen. Ich verziehe mich gegen 1:30 Uhr ins Zimmer und kehre kurz vor Sonnenaufgang zurück.
Letzte Änderung: 25 Mär 2026 08:02 von deba.
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09 Mär 2026 00:32 #721804
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  • Gabi-Muc am 09 Mär 2026 00:32
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Hallo Deba,

danke für Deinen Reisebericht. Hast Du auch Fotos? Damit wäre es für den Leser viel anschaulicher....

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
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09 Mär 2026 09:32 #721824
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Hallo Gabi
Vielen Dank für den Hinweis. Ja natürlich hab ich Fotos - etwa viereinhalb Tausend ;-)
Leider hat's gestern nicht mehr geklappt mit dem Upload und ich musste mich nochmal um die Grössenreduktion kümmern. Sie sind jetzt immer noch zu wuchtig und ich werde das für die nächsten Einträge anpassen. Ich werde wohl auch etwas kleiner Häppchen machen. Ist schon etwas ausführlich...🙈
herzlichst denise
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14 Mär 2026 17:00 #722202
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Vielen Dank für diesen ausführlichen und sehr lebendig geschriebenen Bericht. Man merkt wirklich, wie viel Mühe ihr euch beim Aufbereiten eures Tagebuchs gegeben habt. Der Text liest sich fast wie eine Mischung aus Reisetagebuch und kleiner Abenteuergeschichte, besonders die Passagen mit Lotta und „Lötteli“ haben mich mehrmals schmunzeln lassen. Auch die Beschreibung der Landschaften und Begegnungen mit den Tieren ist sehr anschaulich.

Gerade die Szene mit dem Zebra am Wasserloch fand ich ziemlich bewegend, weil sie zeigt, wie nah Freude und harte Realität in der Natur beieinander liegen. Solche Momente machen einen Reisebericht oft besonders eindrücklich.

Fotos wären natürlich eine tolle Ergänzung, aber auch ohne Bilder funktioniert der Bericht erstaunlich gut, weil ihr viele Details beschreibt. Ich freue mich auf die nächsten Etappen der Reise und bin gespannt, was ihr unterwegs noch alles erlebt habt.
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15 Mär 2026 18:35 #722248
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Vielen Dank Santis - jetzt geht's mal etwas weiter. Mit ein paar mehr Fotos und einer kürzeren Etappe. Vielleicht werde ich bei Gelegenheit bei der ersten Portion noch mehr Bilder einfügen, bin aber immer etwas unsicher, ob das dann nicht zu viel Platz braucht. Ich finde die Prezi-Präsentation dazu eben wirklich recht anschaulich, da man dort direkt anhand der Karte und der Bilder den Weg mitverfolgen kann.

Aber nun über Maun zum Khwai:

Tag 14 – Evolve Back Gham Dhao → Maun

Wir geniessen ein letztes reichhaltiges Frühstück in der Lodge und ein wunderschönes Abschiedslied. Welch gewaltiges Erlebnis dieser Aufenthalt doch war, man könnte direkt bleiben...
Dann fahren wir auf zwei Sandpisten (und durch einen Veterinärzaun) und der Teerstrasse A3 nach Maun. Unterwegs sehen wir nur wenige Tiere, aber zwei Autostopper, die wir mangels Rückbank vertrösten müssen. In Maun – einer Stadt mit 50'000 Einwohnern, in der alles weit verteilt ist – finden wir zuerst unsere Unterkunft, dann Bushlore. Ein sympathischer Mechaniker bringt Kühlschrank und Wasserpumpe wieder zum Laufen. Wir schauen genau zu, was in den nächsten Tagen noch sehr wertvoll sein wird. In einem eisgekühlten Einkaufszentrum decken wir uns für die nächsten neun Tage mit Frischem und Haltbarem ein.
Dann geht’s zum Markt, er ist kleiner als gedacht und wir schlendern nicht lange unbehelligt. Weiter rekognoszieren wir für den kommenden Tag den Weg zum Flughafen, müssen wir doch morgen in aller Frühe dort für unseren gebuchten Rundflug zur Stelle sein. Eines unserer hoffentlichen Highlights auf einer einzigen Heighlight-Reise. Dann kehren ins Waterfront Guesthouse zurück.



Wir essen auf dem Balkon mit Blick auf den Thamalakane, beschliessen nicht mehr auszugehen, da wir ziemlich müde sind und schlafen während der ersten Episode einer wackeligen Netflix-Serie ein.

Tag 15 – Helikopterflug übers Okavango-Delta → Moremi (Third Bridge)

Um 5:30 Uhr stehen wir am Flughafen bereit – viel zu früh, wie sich herausstellt. Unser Pilot Liam – ein Kiwi – und Guide Trent starten mit uns um viertel nach sechs in den noch frischen Morgen. Der Flug übers Delta ist einmalig schön. Die Sonne steht noch flach über dem Wasser und bietet mit den Wolken ein unglaublich imposantes Schauspiel. Tiersichtungen sind uns fast egal – die vereinzelten Zebras, Elefanten und Hippos nehmen wir dankend mit. Nach 45 Minuten ist der Spass leider vorbei. Viel zu wenig Zeit, um das Okavango-Delta in seiner Gesamtheit zu erfassen.











Nach dem Frühstück im Guesthouse brechen wir nach Third Bridge im Moremi auf. Die ersten 40 Kilometer sind gut geteert. Dann plötzlich wechselt der Weg in sandigen Gravel, der später tiefsandig und bucklig wird, teilweise durchs Wasser. Die First Bridge ist abenteuerlich, die Second Bridge nicht vorhanden. Hier kommt der Punkt, an dem Andy die Fahrt vor lauter Gehopse nicht mehr ganz so toll findet.



In Third Bridge beziehen wir ein Fix-Tent namens Hippo, da bei der Buchung keine Campsite mehr frei war. Stellt sich heraus: Da hätte es schon noch Platz gehabt. Neben uns hat sich ebenfalls ein Schweizer Paar eingerichtet und auch der Westschweizer-Britzerflitzer, dem wir schon in den Baines Baobabs begegnet sind, fährt an uns vorbei. Er macht auch hier keinen glücklichen Eindruck. Kurz vor elf Uhr abends alarmiert er laut über den Platz, dass er Hyänen gesehen habe. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht kontraproduktiv ist ;-) Aber ja – wir sehen sie auch um die Zelte schleichen.





Tag 16 – Third Bridge → Khwai Hippo Pool
Auf der Wildtierkamera wird am Morgen dann sichtbar, dass die Hyänen die ganze Nacht hindurch nach Essbarem gesucht haben. Offenbar haben sie es dann auch in Form der zum Trocknen ausgelegten Fussmatte unserer Nachbarn gefunden, die ist nämlich verschwunden.
Die Tents sind für unseren Geschmack etwas zu nahe beisammen und ich bin froh, dass ich die Ratte, die innen am Fensternetz herumklettert, erst am nächsten Morgen entdecke. Wir freuen uns, bald wieder in Lotta zu wohnen.
Denise schraubt das Gehäuse der Elektroschaltanlage auf, hantiert an den Steckern – ausstecken, einstecken – und Lottas Kühlschrank läuft wieder. Guten Mutes fahren wir los, mit dem Plan, die Fahrt als Game Drive zu geniessen.
Zuerst über die Third Bridge – ein kleines Erlebnis.


Im tiefen Sand vorbei an den ersten Tieren und ihren Überresten



Dann liegt ein Tier auf dem Weg, das nicht wirklich weggehen will. Wir fahren drum herum, meinen, es sei eine Hyäne – und stellen fest: Es hat mindestens zwanzig davon. Sie rennen einander nach, balgen, spielen. Es sind Wildhunde. Diese sind selten, und hier tobt sich ein ganzes Rudel aus. Wir stehen lange fasziniert da und schauen dem Spektakel zu.







Die Landschaft ist sehr schön. Immer wieder hat’s feuchte Stellen oder kleine Tümpel. Die Vegetation ist grün und die Bäume sind erstaunlich hoch. Die Sandpisten führen uns an Zebras, Impalas, Elefanten, Warzenschweinen, Gnus und einem Tsessebe vorbei.





Über die Fourth Bridge geht’s leider nicht weiter, da sie gerade neu gebaut wird. Ich frage nach der Umfahrung und wir werden durch die Sümpfe geschickt.



Denise übernimmt das Steuer und navigiert uns geschickt durch die Wälder. Dann hört der Weg einfach auf. Ein Flüsschen liegt vor uns. Nach einigen Atemzügen macht Denise ihre erste Wasserdurchquerung – Vollerfolg! Wir signalisieren einem mit vier Leuten besetzten Auto, das etwas hinter uns hergefahren war, dass die Querung zwar tief aber auch für ihren Ford Ranger machbar sei. Als sie dann neben uns anhalten hören wir die zwei österreichischen Damen im Fonds zu ihren Männern sagen: «Da fährt ja die Frau – die traut sich aber was!» Hihi – Denise freut’s und wird etwas rot. Leider hat hier der Kameramann versagt und es bestehen keine Bilder dieses denkwürdigen Ereignisses.



Kurz nach 14 Uhr verlassen wir den Moremi, überqueren auf einer spektakulären Brücke den Khwai, durchqueren das Dörfchen und erreichen sechs Kilometer später den Khwai-Hippo-Pools-Campingplatz. Willi ist unser Host. Kurz nach vier Uhr steigen wir ins Mokoro – eine Art Einbaum (neuerdings aus Fiberglas) – und lassen uns von Willi zwei Stunden durch den Khwai paddeln.





Er erzählt vieles. Wir sehen Flusspferde, Elefanten, viele Vögel, darunter den Fischadler, Frösche, Wasserböcke (auch Wild Donkeys oder Toilet Seaters genannt) Seerosen, Wasserlilien und eine wunderschöne, relativ seichte Flusslandschaft. Die Sonne geht allmählich unter. Die ganze Szenerie ist wie aus einem kitschigen Hollywood-Film – nur echter.



Zurück bei Lotta kocht Andy Pasta. Willi erscheint mit Feuerholz, will keine Pasta («No meat? No thank you.»), dafür einen Gin Tonic, der ihn ziemlich schnell betrunken macht. Er wird sehr redselig und erzählt einiges aus seinem Leben. Schliesslich sagt er Good Night. Kaum haben wir aufgeräumt, steigt der Kühlschrank wieder aus. Denise behebt den Defekt. Kaum im Auto, wird sie von einem Käfer gestochen, was gleich eine kleine Schwellung und Juckreiz verursacht – hoffentlich nichts Schlimmes.
Anhang:
Letzte Änderung: 15 Mär 2026 18:41 von deba.
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