Nach einer guten Nacht in bequemen Betten (nicht, dass die Matratzen im Landcruiser nicht bequem wären, aber echte Betten sind doch was anderes ) unterhalten wir uns noch ein wenig mit Edinson. Er erzählt uns, dass der Joubert Pass durch die letzten Regenfälle teilweise zerstört und unbefahrbar wäre und dass es die Umfahrung, die ich eingeplant hatte, auch tatsächlich gibt. Er meint, sie käme dann nördlich des Passes wieder auf die originale Straße und dass es auch ein Steinmännchen Richtung Passhöhe gäbe. Er würde auch mit uns mitfahren, mache dies öfter als Guide mit seinen Gästen um dann über den Pass wieder zurück zu wandern.
Da wir durch unsere Single Cabs aber keinen Platz haben, bedanken wir uns für die Hinweise und machen uns auf den Weg.
Der Track ist auch ohne Navi deutlich zu sehen, alleine zu Beginn in dem kleinen Dorf ist nicht ganz klar, wo die Abzweigung ist. Danach ist es ein wunderbarer Track, der um einige Berge führt, immer im Tal bleibt und sich als landschaftlich wirklich abwechslungsreich entpuppt und auch einen zarten Hauch von Grün aufweist. Ohne fahrtechnisch anspruchsvoll zu sein. Ist also als Alternative zum Pass durchaus empfehlenswert.
Und dann *die* Überraschung: Eine Herde Zebras kreuzt unseren Weg, leider in sehr großer Entfernung. Durch die heisse Luft ist viel Flimmern dabei und sie haben eine hohe Fluchtdistanz, aber wir freuen uns sehr, nach 2018 wieder einmal Zebras ausserhalb Etoschas zu Gesicht bekommen zu haben.
Irgendwie verpassen wir hier aber offenbar eine Abzweigung in meinem geplanten Track, der uns eigentlich direkt westlich von Rooidrom hätte bringen sollen, der war "in Natura" aber leider nicht sichtbar (oder wir waren durch die Zebras abgelenkt). So folgen wir dem sichtbaren Track und treffen, wie vorhergesagt, auf die Straße, die vom Joubert Pass hinunterführt. Danach übles Wellblech bis zur Abzweigung bei Rooidrom, wo ein obligatorisches Foto nicht fehlen darf.
Auf der Weiterfahrt Richtung Westen ist der Track, der von der Umfahrung kommen sollte, auch zu erkennen. Wer also den umgekehrten Weg fährt, könnte den gleich versuchen, spart sicherlich Zeit. Wir haben mit dem "Umweg" von der nicht sichtbaren Abzweigung bis zu dem Punkt, an dem der Track auf die Ost-West Verbindung westlich von Roidroom trifft, ca, 70 Minuten gebraucht (inkl. kurzem Aufenthalt bei Rooidrom). T4A gibt für die direkte Strecke 10 km und 15 Minuten an. Die würde ich jetzt mal in Frage stellen, aber mit 30 Minuten sollte man durchaus hinkommen.
Ich habe nach meiner Rückkehr den gefahrenen Track bei OSM eingefügt und mit "Detour Jan Joubert Pass" benannt.
Wir fahren die einzelnen Tonnen ab und zweigen - abweichend vom geplanten Track, der uns noch weiter bis zur Groendrom geführt hätte - bereits bei Oranjedrom Richtung Hartmannstal ab.
Dort können wir zu unserer großen Freude Oryx, Springböcke und auch wieder Zebras sehen. Es ist mir unverständlich, wie die hier in dieser Weite überleben können. Wir machen zwar einen leichten Grünschleier aus, der sich hier über die Landschaft zieht, es dürfte also zumindest bereits ein klein wenig geregnet haben, aber Wasser selbst ist hier nicht wirklich leicht zu finden.
Die herangezoomten Detailfotos sind leider wegen des Flimmerns nicht zur Veröffentlichung geeignet
Wir treffen noch auf die Überreste eines Rindes, wie und woher auch immer das in diese Gegend kam. Siedlungen haben wir weit und breit nirgendwo gesehen.
Bevor der Untergrund nun zu sandig wird, lassen wir noch mehr Luft aus den Reifen, was sich bereits wenig später als hilfreich herausstellt, da wir eine Hügelkette überqueren müssen, die nur aus Sand besteht und oben durch die Windverwehungen der Sand wirklich tief und keinerlei Spuren mehr sichtbar sind.
Unseren bereits bekannten Übernachtungsplatz bei einem der nördlichsten Berge, erreichen wir ebenfalls nur über Tiefsand, bei dem sich zum ersten Mal bei Peter ein Leistungsverlust bei hohen Drehzahlen bemerkbar macht und er sich festfährt.
Nach ein wenig Schaufelarbeit ist aber auch sein Cruiser wieder flott und wir können im Schatten des Felsens unser Camp aufschlagen.
Cruiser-Suchbild
Und wer sich meine eher dilettantischen Drohnen-Videoversuche anschauen möchte, hier sieht man ein wenig, warum ich diesen Platz so liebe (am Besten mit doppelter Geschwindigkeit abspielen ) .
Oder um es mit einem Bild zu erklären:
Facts & Figures
Geplanter Track laut T4A: 143 Kilometer (mit dem westlichsten Track ab Groendrom)
Fahrtzeit: 4:12 Stunden
Tatsächlicher Track: 126 Kilometer
Gesamtzeit: 6:19 Stunden, Zeit in Fahrt: 4:25 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 28,5 km/h
Kosten Campsite: 0 NAD
Wieder ein Video mit verschiedenen Sequenzen des Tages:
vielen Dank für Deinen tollen Bericht, welcher aufgrund fast identischer Route viele wunderschöne Erinnerungen an Dezember 2024 bei uns weckt
Toll dass wir (auch unseren) wunderschönen Übernachtungsplatz im Hartmannsvalley von oben mal sehen - ist ja noch gigantischer als von unten 😁
Sind auf die nächsten Tage gespannt....schreib ganz schnell weiter ...
Viele Grüße
Schnuppe
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Ein wirklich toller, extrem abwechslungsreicher Tag beginnt aufgrund der geplanten Strecke relativ früh. Bevor wir aber losfahren können, entdeckt Peter erneut einen platten Reifen an seinem Auto. Die Auswechslung ist im tiefen Sand ein wenig schwierig, gelingt aber schlussendlich doch. Abseits davon gehen wir ein wenig auf den Dünen spazieren und können zahlreiche Spuren von nächtlichen Besuchern sehen.
Die Auffahrt erweist sich dann doch ein wenig spannender als gedacht, ich brauch' drei Versuche bis ich oben bin, weiß aber nach den zwei gescheiterten sofort woran es gelegen ist. Wenn die GoPro nicht aufgedreht ist, verweigert das Fahrzeug halt brav die Auffahrt, solange, bis ich mich erinnere und sie aufdrehe
Wir machen noch einen Abstecher ganz in den Norden zu einer der dort liegenden "Monsterdunes", die wir schon von einer früheren Reise kennen. Auch hier merkt man, dass länger niemand gefahren ist, mit gesperrtem zweiten Gang und entsprechend Gas ist es aber kein Problem.
Kurzer Einschub: Die Videos werden offenbar beim Einbinden auf diese Größe verkleinert. Wenn man sie dann auf Vollbild vergrößert, sind sie in der Qualität sehr schlecht. Wer also am PC sitzt mit großem Bildschirm sollte das Video direkt auf Youtube aufmachen.
Peter hat erneut das Problem des fehlenden Dieseldurchflusses bei hohen Drehzahlen, anscheinend ist tatsächlich der Filter verstopft. Er schafft es leider nicht und "verhungert" schon im ersten Drittel.
Von oben gibt's wirklich eine tolle Aussicht, diesmal ist auch der Wind eher schwach, sodass wir ein wenig verweilen und die Aussicht genießen.
Hier sieht man dann auch wie hoch der Hügel eigentlich wirklich ist. Unten links sitzt Peter im Hang.
Aber wir haben ja heute noch den Shortcut ins Marienflusstal vor, daher trennen wir uns von der Aussicht und fahren gemeinsam wieder Richtung Süden. Haben wir gestern bei der Fahrt hinauf keinerlei "No entry" Schilder gesehen, kommen wir nun im östlichen bereich doch wieder an den Schildern vorbei. Es gibt sie also doch noch.
Dann die nächste Überraschung. Wir müssen eine ziemlich hohe Sanddüne hinunter, anfangs noch nicht ganz so aber am Ende dann wirklich steil. Zum Glück gibt es hier eine Umfahrung, hinauf ist das meiner Meinung nach ein Ding der Unmöglichkeit.
Ist im unten verlinkten Video bei ~ 0:40 zu sehen.
Unten eine ein wenig arrangierte Knochenparade, die schiere Menge an Überresten lässt uns ein wenig staunen. Wer braucht, hier ist auch ein toller Übernachtungsplatz, windgeschützt durch die umgebenden Felsen.
Wir lassen schließlich vorerst den Sand hinter uns und kämpfen uns durch mehr oder weniger grobes Geröll Richtung Shortcut hinunter ins Marienflusstal (auf dem Video unten etwa ab Minute 5). Bis auf eine kurze aber steile Abfahrt ist es fahrtechnisch ganz OK.
Im Livebericht hatte ich noch vermerkt: "Bei der zweiten Schlüsselstelle sind wir runter, meiner Meinung nach ist es aber sehr sehr schwer dort rauf zu fahren. Da sind zwei wirklich große Stufen drin. Der direkte Weg ist durch einen großen Fels versperrt (Absicht oder nicht?) der wäre aber auch eher noch schlechter." Muss diese Ansicht mittlerweile aber revidieren, habe ein gutes Video gesehen, wo diese Schlüsselstelle von Ost nach West gefahren wurde. Finde es leider nicht mehr, dürfte ein Oberösterreicher gewesen sein. Hinweise werden gerne entgegen genommen, dann kann ich das hier dazuverlinken.
Im Marienflusstal machen wir eine kurze "After-Passhöhe" Bier Pause, bevor wir durch die rote Sandwüste Richtung Kunene aufmachen. Ich mag die Landschaft dort einfach.
Am Fluss angekommen, fahren wir bis zur Lodge, die als "Okahirongo River Camp" ausgeschildert ist, liegt sehr toll an einer Flussbiegung, sah aber ein wenig verwaist aus. Auch das Boot, mit dem offenbar Touren auf dem Wasser veranstaltet werden, lag am Trockenen. Hier sind wohl kaum Touristen im Februar anwesend. Wir machen auch noch einen Blick zum Community Camp, finden das aber auch verlassen vor, zudem gibt's nicht viel Schatten und dort wo die Bäume sind, funktioniert das Wasser nicht.
Also wird's doch das Camp Synchro. Ich find' das ganz OK, wenn allerdings alle Plätze eventuell auch noch doppelt belegt sind, wird es doch sehr eng. Wir waren die einzigen Gäste dort, es waren zudem viele Einheimische anwesend, weiß nicht, ob die mittlerweile alle dort wohnen. Die Managerin kümmert sich aber um alles, es sah auch nicht verkommen aus. Es gibt einen "Mini" Shop, der mir mit ein wenig Bier aushelfen kann, also alles wunderbar.
Facts & Figures
Geplanter Track laut T4A: 125 Kilometer
Fahrtzeit: 4:20 Stunden
Tatsächlicher Track: 138 Kilometer
Gesamtzeit: 6:54 Stunden, Zeit in Fahrt: 4:52 Stunden, Durchschnitt in Fahrt: 28,4 km/h
Kosten Campsite: 200 NAD p.P.p.N.
Wieder ein Video mit verschiedenen Sequenzen des Tages (auf großem Bildschirm direkt in Youtube aufrufen, sonst passt die Qualität nicht!).
Ganz herzlichen Dank für Deinen RB, die Kartenausschnitte, die schönen Fotos & natürlich die immer wieder beeindruckenden Videoclips.
Für uns eine nette Erinnerung an unsere Anwesenheit in dieser beeindruckend Gegend in 2017 & 2021.
Freue mich schon auf Deine Fortsetzung.
Beste Grüsse & Frohe Ostern
Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)
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