THEMA: Campingreise: eine Familie und viel Wasser
04 Aug 2025 22:24 #710845
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In der Vorbereitung für unsere Reise habe ich hier im Forum sehr viele Reiseberichte gelesen. Viele Tipps aus dem Forum haben sich vor Ort als sehr hilfreich erwiesen. Deshalb möchte ich mich mit einem Reisebericht bei euch bedanken und vielleicht sogar anderen Planenden weiterhelfen.

Wer wir sind und unsere Reise-Art:
- Wir sind eine vier-köpfige Familie (Kinder 9 und 11 Jahre alt).
- Wir Erwachsenen waren vor 16 Jahren bereits auf einer 3-wöchigen Namibia-Reise in einer Kleinstgruppe. Wir sind von früher grundsätzlich relativ reiseerfahren. Für die Kinder ist es aber die erste grosse Reise ausserhalb Europa, die sie bewusst machen.
- Die Kinder haben Namibia als Reisedestination mitbestimmt. Ihre Wünsche waren: mit einem eigenen Transportmittel unterwegs sein, Camping, warme Temperaturen, eine andere Landschaft als in der Schweiz und Tiersichtungen. Aus den Wunschdestinationen von uns Eltern ergab das fast automatisch NAMIBIA.
- Unsere Reise dauerte 8 Wochen im März/April 2025 und wir waren ausschliesslich in Namibia unterwegs.
- Wir konnten die Kinder zum Glück problemlos aus der Schule nehmen. Sie mussten während der Reise nur sehr wenig für die Schule erledigen. Nach der Reise haben beide in der Schule eine Präsentation über die Reise gehalten.
- Unterwegs waren wir mit einem Toyota Hilux Double Cab 2.4L mit zwei Dachzelten.
- Übernachtet haben wir grösstenteils im Zelt. Wir lieben es einsam in der Natur. Wir mögen einfache Verhältnisse, schätzen aber zwischendurch auch etwas Luxus beim Campen.
- Weil wir gerne kochen und aus Budget-Gründen, haben wir oft selbst gekocht oder gegrillt.
- Wir haben bewusst Tage eingeplant, an denen wir das Auto nicht bewegen und somit auch die Zelte nicht abbauen müssen. Dafür sind wir dann oft weitergezogen, wenn wir das Auto sowieso bewegen mussten.
- Wir haben die Route selbst zusammengestellt und gebucht.
- Und zum Schluss, aber nicht weniger relevant: uns war wichtig, neben den Tieren, den Landschaften und dem Campingleben auch das Leben und die Menschen in Namibia etwas kennen zu lernen.

Zufällig ausgewählte Erkenntnisse, die uns mehr oder weniger überrascht haben:
- Es hatte an vielen Orten ungewöhnlich viel Wasser. An der Reaktion der Locals merkt man erst, wie selbstverständlich Wasser in unserem Alltag zu Hause ist.
- Zwischendurch lange Fahrtage waren für uns oft überhaupt kein Problem.
- Das Reisen und Campen mit den (bereits etwas älteren) Kindern war überraschend entspannt.
- Trotz Bemühungen, war es für uns nicht einfach den Alltag und die Menschen vor Ort richtig kennen zu lernen.
- Die Landschaften und Campings sind nicht nur auf den Bildern, sondern auch in echt, so unglaublich schön.
- Wir hatten in 8 Wochen keine Autopanne (Danke an Africa on Wheels)!
- Es ist sehr interessant, mit welchen Fragen und mit wie viel Selbstverständlichkeit die Kinder der neuen Welt begegnen.
- Die touristische Infrastruktur ist unglaublich gut organisiert.
- Abendessen im Hellen haben wir nur sehr selten geschafft.
- Es ist bei einer Selbstversorger-Reise auch in Namibia schwierig, immer genügend (und gutes) Brot dabei zu haben.
- Handwäsche von Kleidern für 4 Personen ist mühsam!
- Es ist nicht ganz einfach an Wildfleisch zu kommen, am besten über die Unterkünfte.
- Eine Axt im Auto wäre praktisch gewesen. Das dicke und schwere Holz gibt zwar eine schöne Braai-Glut, aber es dauert ewig.

Unsere Route 9.3. -2.5.25
1 N. Windhoek, Chameleon Backpacker + (family room)
2 N. Jansen Kalahari Guest Farm ++
1 N. Kalahari Game Lodge +
2 N KTP, Mata Mata +
1 N Mesosaurus Fossil Camp ++
1 N Fish River Canyon, Hobas Campsite + (ohne Reservation)
1 N Klein-Aus-Vista, Desert Horse Campsite +
2 N D707, Ranch Koiimasis ++
2 N Namib Rand Family Hideout ++
1 N Sesriem Camping +
1 N Solitaire, Camp Gecko ++ (kurzfristig reserviert)
1 N Gamsberg, Camp Rooiklip ++
4 N. Swakopmund, Hotel Pension Rapmund ++ (family room)
2 N Spitzkoppe, Community Restcamp ++
5 N. Haasenhof ++ (2 Zimmer)
1 N Damaraland, Madisa Camp + (kurzfristig reserviert)
2 N Kaokoveld, Camp Aussicht ++
1 N Mungunda Camp and Living Museum + (ohne Reservation)
3 N Epupa, Omarunga Camp + (Umbuchung vom Epupa Camp)
1 N Hobatere Roadside Camp + (kurzfristig reserviert)
1 N. Etosha, Olifantsrus Camp +
2 N Etosha, Etosha Safari Camp ++ (Family room)
1 N Etosha, Onguma Tamboti Campsite +
1 N. Rundu, Hakusembe Lodge (Upgrade auf 2 Bungalows!) ++
1 N Caprivi, Ngepi Camp ++
1 N Caprivi, Kazondwe Camp + (kurzfristig reserviert, wegen «Flucht» aus Ngepi Camp...)
1 N Caprivi, Nambwa Campsite ++
2 N Caprivi, Mukolo Camp + (kurzfristig reserviert)
2 N Caprivi, Mobola Island Lodge +
1 N Roys Restcamp + (kurzfristig reserviert)
1 N Living Museum Ju/Hoansi ++ (ohne Reservation)
2 N Waterberg Wilderness + (kurzfristig reserviert)
2 N Erongo Rocks ++
1 N Windhoek, Chameleon Backpacker + (family room)

++ = super
+ = gut/den Erwartungen entsprechend

Da ich sehr viel Wert auf digitale Privatsphäre lege, aber gerne Fotos mit Menschen drauf mache, wird der Reisebericht leider nicht soo reich bebildert sein. Bitte entschuldigt! Hier aber trotzdem schon mal ein paar thematisch passende Fotos als Vorschau auf den Bericht.

Falls bei dem Bericht der Eindruck entstehen sollte, dass bei uns vier immer alles rund läuft, stimmt das natürlich nicht. Konflikte, Streitigkeiten und Unpässlichkeiten gab es auch in unserem Reisealltag. Ich werde mich in diesem Bericht aber auf Erlebnisse beschränken, die sich auf Namibia beziehen und lasse rein persönliche Ups und Downs eher aus.

Bald geht es los...
Letzte Änderung: 07 Aug 2025 22:25 von Leo-IMMER.
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04 Aug 2025 22:34 #710846
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04 Aug 2025 22:38 #710847
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Das mit den Fotos im Reisebericht hat noch nicht ganz geklappt. Vielleicht dann beim nächsten Versuch...










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05 Aug 2025 18:38 #710900
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Hallo zusammen
Vielen Dank für euer Interesse am Bericht, das freut mich sehr!
So, nun geht es loooos!

9.3.25 Alles läuft gut, bis auf den Matsch im Hirn
Der Flug mit Discover klappt zum Glück problemlos. Erwartungsgemäss schlafen wir aber wenig bis gar nicht. Wir werden vom Fahrer von Africa on Wheels abgeholt und die Autoübergabe funktioniert wunderbar. Wir entscheiden direkt ins Chameleon Backpaper zu gehen und zu fragen, ob unser Zimmer schon bezugsbereit ist. Wir dürfen das Leopard-Familienzimmer tatsächlich schon beziehen. Das Backpacker gefällt uns sehr gut: einfach, unkompliziert, gemütlich und praktisch. Das Auto können wir direkt vor dem Zimmer parken.
Wir gehen zu Fuss in die Stadt, um schnell etwas Mittag zu essen. War leider hungrig und übermüdet keine so gute Idee. Wir landen im Hungry Lion. Aber frisch gestärkt sind wir körperlich wieder etwas fitter. Das Hirn hält der Übermüdung weniger gut stand und das Einkaufen im Superspar neben der Maerua Mall verläuft etwas chaotisch.
Zurück im Backpacker geniessen die Kinder den Pool und wir sortieren unser Gepäck um. Eigentlich wollten wir zum Abendessen ins Joe’s Beerhouse, sind aber super froh, dass das Backpacker heute Abend ein unkompliziertes, traditionelles Essen anbietet. So kommen wir auch noch kulinarisch in Namibia an und können danach gleich ins Bett fallen.

10.3. Wiedersehen und Giraffen-Begegnungen
Das Frühstück ist im Backpacker-Stil, aber absolut in Ordnung. Wir packen alle unsere Sachen in neuer Ordnung ins Auto und sind erleichtert, dass tatsächlich alles reinpasst. Im Cafe im Superspar bei der Merua Mall haben wir heute mit Bekannten unserer ersten Namibia-Reise abgemacht. Wir freuen uns sehr, sie zu sehen und sie geben uns auch noch ein paar Tipps bezüglich unserer Route und Leben und Leute in Namibia. Mit frischem Kopf kaufen wir noch ein paar vergessene Sachen ein, kaufen eine Sim-Karte und eine Plastikplane zum Schutz gegen den möglichen Regen in den nächsten Wochen.
Dann geht es endlich los! Wir fahren über die C23/C15 nach Süden Richtung Jansen Kalahari Guestfarm. Die Strecke dauert etwas länger, als wir dachten und wir kennen die Alternative über die B1 nicht. Trotzdem denken wir, dass wir für uns die richtige Wahl mit dieser Route getroffen haben. Wir sind überwältigt von den ersten Eindrücken. Das Beste war die Giraffe, die einfach so am Strassenrand stand. Mein Hirn meldete mir ein geschnitztes Holztier am Wegrand :silly: . Erst beim Verarbeiten der Information bemerkte ich, dass ich hier meine erste freie Giraffe sehe! Auch auf unserem Camping bei der Jansen Kalahari Guestfarm werden wir von einer Giraffe auf unserem Platz begrüsst. Wir haben den hintersten, wunderschönen und grosszügigen Platz. Perfekt, um den ersten richtigen Tag in Namibia mit einem Braai ausklingen zu lassen.



11.3. Einsortieren, wandern in der Mittagshitze und Sundowner auf der Düne
Wir wollen den Tag auf der Jansen Kalahari Guest Farm nutzen, um so richtig in unserem Namibia-Abenteuer anzukommen. Der Ort ist für uns perfekt dafür. Wunderbare Infrastruktur, viel Platz, viel Bäume für Schatten und eine kleine, aber gute Auswahl an Aktivitäten.
Nach unserer ersten Nacht im Zelt, starten wir gemütlich in den Tag. Wir definieren gemeinsam eine Ordnung im Auto, die wir bis auf wenige Ausnahme bis zum Ende auch so lassen. Überraschenderweise halten sich alle recht gut an die Ordnung und so hatten wir während der Reise nicht ständig das Gefühl irgendwas suchen zu müssen. Weil uns nach dem Einsortieren noch viel Zeit bleibt, entscheiden wir uns trotz der Hitze, eine Wanderung zu starten. Tja, die Hitze und Sonne haben wir dann doch etwas unterschätzt und freuen uns alle sehr auf die Abkühlung im Swimmingpool beim Hauptgebäude. B)
Nach einer Pause auf unserem Camping versammeln wir uns mit anderen Gästen für die Sundowner-Fahrt. Das tolle ist, dass man einfach hinten auf dem Pickup stehen darf. Wir erfahren einiges über das Farmleben und sehen Eland, Giraffen, Springböcke und Zebras. Die Tiere wurden extra für die Touristen auf der Farm angesiedelt. Aber für uns ist es trotzdem ein gelungener Start. Das simultane Übersetzen für die Kinder von Englisch auf Deutsch ist etwas anstrengen, dafür werden wir auf einer Düne mit einem Getränk und einem wunderbaren Sonnenuntergang belohnt. Das Abendessen haben wir im Restaurant gebucht. So müssen wir nach dem Ausflug nicht mehr kochen. Das Essen ist sehr gut und beim Rückweg zum Camping treffen wir im Dunkeln nochmals Eland und Giraffen an.



12.3. langer Fahrtag und allein auf dem Camping
Im Vorfeld hatten wir etwas Respekt vor dieser langen Strecken und haben uns deshalb für eine Übernachtung vor dem Grenzübergang entschieden. Die Fahrt dauert tatsächlich lange, klappt aber ganz gut. Auch die Kinder wissen sich mit lesen, Hörspielen usw. zu beschäftigen. Wir staunen wieder über die wunderschöne und sich ständig verändernde Landschaft. Wir kommen doch etwas erschöpft auf der Kalahari Game Lodge an und gönnen uns direkt eine Pool-/Wlan-Pause. Dann fahren wir ein paar Minuten bis zu unserem Campingplatz. Wir sind die ersten auf dem ganzen Camping und werden auch die Einzigen bleiben. Die Infrastruktur ist wieder top und die Aussicht auf die Grasebene mit Gnus und Springböcken gefällt uns sehr gut. Bei diesem Camping springt der Funke bei uns aber nicht ganz rüber.

Fortsetzung folgt...

Herzlich,
Leonie
Letzte Änderung: 05 Aug 2025 18:41 von Leo-IMMER. Begründung: x
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07 Aug 2025 23:04 #711011
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13.3. Auto ausbuddeln und erste Safari-Erfahrung
Früh raus wollen wir heute nicht. Deshalb ist klar, dass wir erst einen Nachmittags-Gamedrive im KTP machen werden. Wir haben eine kurze Fahrstrecke, deshalb bleibt uns noch viel Zeit. Wir entscheiden uns, unser Auto (und uns) auf einem kleinen Teil der 4x4-Strecke der Kalahari Game Lodge zu testen.

Es macht unglaublich Spass über die kleinen Kalahari-Dünen zu fahren. Bei einer steilen Düne bleiben wir dann beim zweiten Anlauf tatsächlich stecken. (Wir bemerken erst später, dass wegen eines Bedienungsfehlers der 4x4-Low-Gang gar nicht drin war. :dry: ) Aber eigentlich freuen wir uns fast etwas übers Steckenbleiben. Wir wollen ja den Ernstfall testen. Und so kommt auch unser Spaten zum Einsatz. Nach etwas Buddeln ist das Auto wieder frei und beim dritten Versuch klappt es auch mit dieser Düne. Wir fahrend die kleine Runde fertig und verlassen die Kalahari Game Lodge.
Kurz vor Mata-Mata wollen wir unsere Vorräte beim Farm Stall Sitzas (Tipp aus dem Forum) aufstocken. Aktuell ist wenig da. Aber wir bestellen Brot für in 2 Tagen und dann sollte es auch wieder viel Fleisch haben. Der Grenzübergang klappt problemlos, wenn auch etwas kompliziert und langwierig. Holz müssen wir dalassen, Gemüse/Früchte haben wir weggeräumt, scheint aber niemanden zu interessieren. Dann suchen wir uns einen schönen Platz auf dem Mata Mata Camping. Wir sind positiv überrascht vom Camping. Er ist zwar nicht besonders hübsch, es hat aber Schattenbäume und die sanitären Anlagen sind sehr gut.
Wir essen was und spielen, bevor wir zu unserem ersten Gamedrive aufbrechen. Wir sind richtig aufgeregt! Zu sehen kriegen wir aber anfänglich nicht viel. Die Landschaft ist deutlich grüner, als wir es erwartet hätten. Dann treffen wir auf einen schlafenden Löwen gleich neben der Strasse (und viele Autos darum herum)!

Er sieht leider krank oder alt aus. Trotzdem: wir sind begeistert, unser erster Löwe! Je später es wird desto mehr Tiere sehen wir: Gnu, Kuhantilope, Oryx, Strauss,… Zum krönenden Abschluss beobachten wir in der Ferne ein paar spielende Löffelhunde. Die Lichtverhältnisse lassen aber kein gutes Foto mehr zu.









Solche Taussendfüssler hat es am Abend einige auf dem Camping. Faszinierende Tiere!


14.3. ein Löwe und wir im grünen KTP
Wir wollen früh los für möglichst hohes Sichtungsglück in den kühlen Morgenstunden. Als der Wecker klingelt, regnet es. Und das in der Wüste, unglaublich! Wir warten noch etwas ab und bis wir aus den Zelten kriechen, hat der Regen aufgehört. Es ist das erste Mal, dass wir am Morgen so schnell wie möglich loswollen. Im Laufe der Zeit werden wir unser Tempo bezüglich zusammenräumen und einpacken noch steigern können. Wir fahren durch die wunderschöne Kalahari im Morgenlicht. Nach kurzer Zeit sehen wir etwas über die Ebene gehen. Wir halten den Atem an. Uns kommt tatsächlich ein Löwe entgegen! Der Löwe und wir sind ganz allein! Er läuft hinter uns der Strasse entlang und verschwindet dann auf der anderen Seite. Eine tolle Sichtung!



Wir sind heute Morgen ohne Frühstück los. Dafür halten wir an einem Wasserloch und essen unser Frühstück gemütlich im Auto. Das werden wir auf der Reise noch ein paar mal so machen, hat sich bewährt. Neben vielen anderen Sichtungen an diesem Tag, ist sicher der Leopard erwähnenswert. Es stehen bereits viele Autos auf der Strasse und zeigen uns, wo der Leopard genau liegt. Sehen können wir nur Schwanz und Rücken, aber das ganz nah.








Wir fahren relativ gemütlich, aber ohne Stopp bis Twee Rivieren. Dort machen wir Mittagspause auf der schönen Day visitor area. Der Camping sieht unserer Ansicht nach schrecklich aus. Nach ausgiebiger Pause machen wir uns auf den Rückweg. Auch auf dem Rückweg haben wir viele schöne Tierbegegnungen. Fast keine an den Wasserlöchern, aber dafür immer mal wieder unterwegs.






Der Weg Mata Mata - Twee Rivieren - Mata Mata an einem Tag zu fahren, ist sicherlich anstrengend, aber machbar. Wir haben hier für unsere Safari-Fahrten eingeführt, dass wir ein gemeinsames Höhrspiel/-buch hören. Das ist spannend genug, damit alle lange Fahrten durchhalten, wir können gut gleichzeitig rausschauen, uns gegenseitig auf Sichtungen aufmerksam machen und wir Eltern können zentral aus und wieder einschalten. Das hat sich sehr bewährt. Mit den Kopfhörern geht das nicht gleich gut. Die Idee hatte ich auch aus dem Forum, danke!
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09 Aug 2025 14:46 #711071
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15.3. Mittagspause in einer Oase und Scherenschnittbilder am Abend
Der Abstecher zum KTP war kurz. Wir finden es schade, aber zum Glück nicht weiter schlimm. Unser Ziel war es, bereits am Anfang unserer Reise, etwas Safari-Luft zu schnuppern, bis es dann in einem Monat im Etosha weitergeht. Wir sind überglücklich über unsere Sichtungen.
Nach dem erneut problemlosen und unfreundlichen Grenzübergang (wir konnten unser Holz wieder mitnehmen), holen wir das vorbestellte Brot im Farm Stall ab und kaufen unglaublich günstiges Lammfleisch. Wir kürzen den Weg nach Koes über die D511 ab, was uns extrem gut gefällt. Eine sehr schöne Dünenstrasse!



Im Moer Toe Coffee Shop (Tipp aus dem Forum!) finden wir eine Oase für den Mittagshalt. Wir lassen uns verköstigen und lernen im Gespräch mit dem Gastgeber wieder einiges über das Leben in Namibia. Dann machen wir uns auf zum Onkel des Kaffee-Besitzers, zum Mesosaurus Fossil Camp. Dort wählen wir die Campsite unter dem grossen Vogelnest aus. Die einfache Anlage gefällt uns extrem gut! Die sanitären Anlagen sind sehr basic, aber das macht uns nichts. Neben uns sind zwei weitere Plätze besetzt.





Am Nachmittag wollen wir unbedingt die Tour mit dem Besitzer Gil machen. Wir richten ihm einen Gruss von seinem Neffen (aus dem Kaffee) aus und schon kommt er ins Erzählen. Er zeigt uns seine Farm mit vielen Köcherbäumen und Fossilien des Mesosaurus, sehr unterhaltsam! Zurück auf dem Camping sehen wir Gewitterwolken vorbeiziehen, bei uns bleibt es aber trocken und sorgt für eine wunderschöne Abendstimmung.







16.3. Gas-Abenteuer und ausgewaschene Strassen
Für die kommende Nacht haben wir nichts reserviert. Wir wollten spontan entscheiden können, ob wir den Umweg über den Fish River Canyon auf uns nehmen wollen. Heute stimmen wir einstimmig für den Canyon. Bei der Ausfahrt vom Camping kommt uns diese hübsche Schlange vor die Linse.



In Ketmanshoop machen wir im Spar Grosseinkauf für die nächsten ca. 10 Tage. Da wir ja lange unterwegs sind und viel und lange kochen, wollen wir auch unser Gas vom Kocher auffüllen. Das ist ein echtes Abenteuer! Ob es nur daran liegt, dass Sonntag ist oder, ob das immer so ist, kann ich nicht beurteilen. Es klappt am Schluss und wir werden in einem völlig untouristischen Teil von Ketmanshoop zu einer Gas-«Tankstelle« geführt.
Die Weiterfahrt auf der C12 ist eindrücklich und anstrengend. Es hat am Vortag geregnet und die Strasse ist deutlich ausgewaschen. Es liegt teilweise noch Wasser auf der Strasse, fliessende Rivieren treffen wir aber nicht mehr an.

Das erinnert stark an den Südwesten der USA.




Im Canyon Road House geniessen wir ein kühles Getränk und fahren dann weiter zum Hobas Camping von NWR. Ich habe schon im Voraus abgeklärt, dass der Camping um die Zeit nie ausgebucht ist und wir erhalten tatsächlich problemlos einen Platz. Wir sind positiv überrascht vom Camping. Für NWR echt schöne und schattige Plätze und gute sanitäre Anlagen. Nach einer Pause fahren wir für die Abendstimmung zum Canyon. Überwältigend! Sogar die Kinder sind beeindruckt. Wir geniessen die Aussicht und die Stimmung und fahren dann zum Kochen und Essen zurück zum Camping.





17.3. Frühstück am Canyon und leuchtende Pasellfarben vor Aus
In der Frühe stehen wir auf und packen unsere Sachen schnell zusammen. Wir wollen nämlich am Canyon frühstücken. Das stellt sich als ausgesprochen gute Idee heraus. Staunen mögen die Kinder nämlich nicht so lange, das ist langweilig. Aber das Camping-Frühstück bei Sonnenaufgang mit dieser Aussicht geniesst die ganze Familien! Die Pads zu den weiteren Aussichtspunkten sind extrem schlecht. Trotzdem wollen wir auch heute den Canyon noch aus einer zweiten Perspektive sehen.
Im Anschluss fahren wir die C12 wieder zurück. Wir haben uns ursprünglich auch überlegt dem Oranje entlang und über Rosh Pinah nach Aus zu fahren. Das ist dann aber an dem Tag wegen der langen Fahrstrecke kein Thema mehr. Mittagspause machen wir beim Biltongplaas an der B4. Wir stocken unsere Vorräte an Biltong und Trockenwürste auf (sehr lecker und Tipp aus dem Forum!), kaufen kühle Getränke und dürfen die Tische vor dem Haus für unser mitgebrachtes Essen nutzen. Landschaftlich hat mich die Weiterfahrt bis Aus total geflasht. Das habe ich da echt nicht erwartet! Die Landschaft leuchtete in den unterschiedlichsten Pastellfarben (geht das überhaupt?). Fotos können das leider nicht annähernd farblich wiedergeben.
In Klein-Aus Vista checken wir ein, geniessen zuerst mal den Pool und einen leckeren Kuchen. Danach machen wir uns auf den Weg zum Desert Horse Camping. Die Anlage liegt wunderschön eingebettet in der Hügellandschaft. Aber der Camping selbst und die Infrastruktur empfinden wir als eher mässig. Trotzdem verbringen wir einen gemütlichen und schönen Abend da. Die Nacht ist dann leider sehr windig und der Schlaf entsprechend unruhig.
Letzte Änderung: 09 Aug 2025 14:50 von Leo-IMMER.
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